Genres in einem Satz erklärt

Auf diese Idee brachte mich ein Zitat aus dem Horrorfilm „Sinister“ (siehe unten).

Liebesroman
Sie lernen sich kennen, haben ein paar Probleme und stellen fest, dass sie einander lieben.

Krimi
Gute Menschen kommen ums Leben und am Ende wird aufgeklärt, wer sie umgebracht hat.

Thriller
Guten Menschen passieren allerhand gefährliche Dinge und eventuell kommen einige ums Leben.

Horror
Guten Menschen passieren furchtbare Sachen (ein Zitat aus dem Film „Sinister“).

High Fantasy
Die Helden müssen die Welt retten und am Ende gibt es eine große Schlacht.

Urban Fantasy
Die Helden müssen die Stadt vor bösen Kreaturen retten.

Dark Fantasy
Die Antihelden müssen ihre düstere Welt vor einer finsteren Bedrohung retten.

Steampunk
Verrückte Erfindungen sorgen für Fortschritt, aber auch allerhand Turbulenzen.

Science Fiction
Sie kamen mit ihrem Raumschiff, sahen fremde Planeten und siegten.

Dystopie
Guten Menschen passieren abenteuerliche oder fürchterliche Dinge in einer fernen Zukunft und sie müssen ums Überleben kämpfen.

Drama
Guten Menschen passieren tragische Dinge.

Komödie
Skurrilen Menschen passieren allerhand lustige oder peinliche Dinge.

Entwicklungsroman/Coming-of-Age
Er oder sie wird erwachsen, was sich schwierig gestaltet.

Über die Inspiration

historische Abbildung eines Mannes mit Kleid

Inspirationen kommen ja ganz unterschiedlich zu Autor*innen. Das kann alles mögliche sein – Musik, eine Filmszene, ein Zitat, ein Bild, ein Zeitungsbericht, Recherchen oder etwas ganz anderes. Mich haben auch schon Schauspieler*innen in ihren Rollen inspiriert, und ich weiß von einigen Kolleg*innen, dass es ihnen ähnlich geht.

Eine Inspiration für mich ist momentan diese historische Abbildung aus dem 19. Jh. eines unbekannten Herrn in einem Kleid, die ich im Internet gefunden habe. Ich weiß nichts über ihn und ich weiß auch nicht, wer diese Abbildung gemacht hat. Aber dieses Bild lässt mich nicht los. Es stand auf meinem Schreibtisch, während ich die Novelle „Ein Mann namens Flora“ geschrieben habe, welche im Frühling 2018 erscheint.
Und es wird mich noch weiterbegleiten, wie dieser Teaser-Trailer zeigt…

Die Rechtschreibpolizei

Abbildung: Alexas_Fotos, Pixabay

Neulich las ich einen Beitrag in einer Facebook-Gruppe für AutorInnen. Die Verfasserin regte sich darüber auf, wieviele Leute Rechtschreib- oder Zeichensetzungsfehler in ihren Gruppenbeiträgen hätten. Man hätte doch eine Verantwortung als Autor, fehlerfrei zu schreiben. Immer und überall.

Ich habe schon öfter Beiträge dieser Art (auch in anderen Gruppen) gelesen und muss ganz ehrlich sagen, so etwas verleidet mir die Zugehörigkeit zu eben solchen Gruppen. Heute bin ich deshalb aus einer ausgetreten, nachdem ich schon längere Zeit mit dem Gedanken gespielt habe. Weil dort für meinen Geschmack zu viele Trolle unterwegs sind.

Mein erster Gedanke war es, die folgenden Zeilen als Kommentar zum Beitrag zu posten. Allerdings hatte ich keine Lust auf einen Shitstorm.

Hier ein paar Argumente meinerseits:

1. Manche Leute posten Beiträge oder Kommentare über ihr Smartphone, Tablet oder ähnliche Geräte, die eine Autokorrektur verwenden. Und wir alle wissen, was für skurrile Fehler mitunter bei der Autokorrektur geschehen oder mit Apps, die einem Worte vorschlagen (ich habe keine Ahnung, wie das entsprechende Fachwort dafür heißt).

2. Manche Menschen, darunter auch AutorInnen, leiden an einer Rechtschreibschwäche. Ihre Fehler sind also keineswegs auf Schludrigkeit oder Faulheit zurückzuführen.

3. Beiträge und -Kommentare in sozialen Netzwerken sind keine druckfertigen Bücher oder wissenschaftliche Arbeiten. Sie werden oftmals in Umgangssprache verfasst und weder vor noch nach dem Posten lektoriert. Außerdem werden keine Noten, Bewertungen oder Rezensionen dafür vergeben. Soziale Netzwerke sind übrigens auch kein Deutschunterricht.

Nebenbei bemerkt: Auch in mündlichen Gesprächen unterlaufen den meisten Menschen kleine „Fehler“, da sie nicht druckreif sprechen und anders als Schauspieler keine Texte auswendiglernen, ehe sie diese wiedergeben.

4. Kommentare werden häufig mit hoher Geschwindigkeit geschrieben, vor allem, wenn man sich in einer Diskussion befindet, an der sich mehrere Leute beteiligen. Und je schneller man schreibt, desto höher natürlich die Fehlerrate.

Insofern finde ich es ein bisschen anmaßend, von den Beiträgen anderer zu erwarten, dass sie fehlerfrei sind. Nicht, dass wir uns falsch verstehen – natürlich ist es wünschenswert, möglichst fehlerfrei zu schreiben, auch in sozialen Netzwerken. Fehlerfreie Texte lesen sich nun mal angenehmer. Aber aus meiner Sicht ist das kein Grund, sich über Fehler aufzuregen. Denn: Nobody is perfect.

Das ist so etwas typisch Deutsches: Andere ungefragt auf deren Fehler hinzuweisen und darüber zu meckern. Anstatt erst mal bei sich selbst anzufangen.

Last but not least: Wer Rechtschreibfehler in diesem Text findet, darf sie behalten.

Das große A

Abbildung: Pixabay

Buchhandlungen regen sich ja gern über Amazon auf. Aus Sicht einer traditionellen, stationären Buchhandlung kann ich das gut nachvollziehen. Und ja, ich kaufe auch gern lokal und vor Ort ein, das gilt dann natürlich auch für die freundliche Buchhandlung um die Ecke.

Seit ich Selfpublisher bin, sehe ich das Thema allerdings auch aus einer anderen Perspektive. Meine Bücher liegen nicht in stationären Buchhandlungen aus. Und da ich ein Nischengenre bediene, habe ich dort auch wenig Chancen. Übrigens finde ich auch die Bücher meiner AutorenkollegInnen bis auf wenige Ausnahmen nicht in Buchhandlungen, denn die meisten von ihnen sind entweder auch Selfpublisher oder aber in kleinen, unabhängigen Verlagen. Oder aber sie schreiben Genres, die man auch kaum in traditionellen Buchhandlungen findet, z.B. Gay Romance.

Aber auch stationäre Buchhandlungen sind letztendlich kommerziell ausgerichete Unternehmen, daher werden dort vor allem die Publikationen der großen Publikumsverlage angeboten (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel).

Der Publishing on Demand Anbieter BoD liefert eines meiner Bücher zwar auch an Buchhandlungen, aber das dauert länger.

Amazon ist weltweit die größte Onlinebuchhandlung mit dem größten Angebot. Das geht soweit, dass ich Bücher nicht mehr mühselig googele, sondern direkt bei Amazon suche. Selbst wenn sie nicht mehr aufgelegt werden, findet man meistens noch Hinweise dazu. Oder Restpostenexemplare.

Mir ist durchaus bewusst, dass Amazon als Konzern immer wieder in der Kritik steht. Auf der anderen Seite ist es für Selfpublisher eine der besten Veröffentlichungs – und Vertriebsplattformen, die man sich denken kann.
Das sind die zwei Seiten einer Medaille…

Sollte es irgendwann einmal eine bessere Alternative als Amazon geben mit einer ähnlichen Reichweite, würde ich dorthin wechseln. Aber bis dahin bin ich weiter beim großen „A“. Mein Roman „Der Stern des Seth“ wird Ende des Jahres dort ebenfalls hinwechseln und dann auch in der E-Book Flatrate „Kindle Unlimited“ erhältlich sein.

Und zum Thema „Einkaufen und Gutes Tun“:
Übrigens kann man bei Amazon zahlreiche gemeinnützige, Organisationen einfach durch seinen Einkauf unterstützen, ohne Mehrkosten (darunter z.B. Die UNO-Flüchtlingshilfe, Mein Grundeinkommen e.V. und den WWF). Die gewünschte Organisation kann ausgewählt werden. Für die Unterstützung ist es notwendig, einfach immer über diese Website auf Amazon zu gehen:
https://smile.amazon.de/

5 Dinge über das Autorendasein

Foto: Pixabay

Auf diese Idee hat mich Anja Bagus gebracht, und es haben bereits mehrere AutorInnen
etwas über „5 Dinge“ geschrieben.

  1. Man kann nichts mehr wirklich unvoreingenommen lesen
    Wer sich erstmal intensiv mit der Struktur und den grundlegenden Regelnzum Aufbau eines gutes Romans beschäftigt hat, wird nichts mehr lesen können,
    ohne es ganz beiläufig und nebenbei zu analysieren. Die amerikanische Autorin K.M. Weiland beschreibt in ihrem Blog „Helping writers to become authors“, man kann sich probehalber Filme anschauen oder bei Büchern bestimmte Seiten aufblättern, denn nach allgemeinen dramaturgischen Regeln sollte nach circa 25 %, 50% und 75 % der Geschichte etwas Bestimmtes passieren – zum Beispiel der erste Plotpoint, eine überraschende Wende und der Auftakt zum spannende Finale. Das bedeutet z.B. bei einem 90-Minuten-Film, es lohnt sich, einmal zu schauen was in Minute 22  und 45 passiert (+/- ein paar Minuten).
  2. Als AutorIn brauchst du tolerante Freunde, Lebensgefährten und Verwandte.
    AutorInnen sind ein merkwürdiges Volk – sie sind glücklich damit, stundenlang etwas in ihr Notizbuch zu kritzeln – oder auch auf lose Zettel, die überall in der Wohnung herumfliegen, in Handtaschen oder Schubladen verschwinden. Oder sie starren mit ernster Miene ihren Bildschirm an, während sie in die Tasten hauen. Schüchterne Anfragen des Lebensgefährten, wie man denn voran komme, werden häufig mit einem mürrischen „Stör mich nicht!“ beiseite gewischt. Und nicht selten fällt bei der Wahl zwischen Freunde/Verwandte treffen oder etwas gemeinsam unternehmen und einer ausgedehnten Schreibsession die Wahl auf letztere – weil man den gerade vorhandenen Flow ausnutzen muss oder den Kuss der Muse…
  3. Rezensionen sind wichtig, aber nicht alles.
    Ich freue mich, wenn jemand sich die Mühe macht, mein Buch zu rezensieren. Allerdings ist mir bewusst geworden, dass ich es nicht Allen recht machen kann und nicht jeder mein Buch mögen wird. Jede Rezension stellt letztendlich eine subjektive Meinung dar, zumal sie in der Regel von einem Leser und nicht von einem Literaturkritiker geschrieben wird. Und Geschmäcker sind nun mal verschieden…
  4. Andere AutorInnen können deine Freunde sein. Müssen aber nicht.
    Als angehende Autorin und Debütantin im literarischen Bereich hatte ich lange Zeit erst mal eine Riesenehrfurcht vor anderen AutorInnen, die bereits ein oder mehrere Bücher veröffentlicht haben. Und dann wurde ich eingeladen zu einem Fantasy-Autorenstammtisch und war positiv überrascht von den sympathischen Leuten dort.
    Eine AutorIn erzählte von den gerade zu familiären Freundschaften, die sie mit anderen KollegInnen verbindet. Mit dieser Kollegialität geht einher, dass wir gegenseitig Flyer oder Lesezeichen mitnehmen zu Veranstaltungen oder auch mal Bücher unserer schreibenden Kollegen auf Veranstaltungen mit verkaufen, auf denen sie nicht dabei sein können. Da ist nichts zu spüren von Ellenbogen-Mentalität oder Konkurrenzdenken.
    Auf der anderen Seite habe ich in manchen Social-Media-Gruppen gnadenlose Besserwisserei oder auch absurde, negativ gefärbte Diskussionen unter AutorInnen erlebt, was mich ganz schnell dazu bewogen hat, die entsprechende Gruppe wieder zu verlassen.
  5. Irgendwann wird jeder Autor betriebsblind. Jeder.
    Unausweichlich kommt früher oder später der Punkt, an dem man die Distanz zum eigenen Werk verliert. Ich hatte das nicht so stark erwartet, und war ziemlich überrascht. Anschlussfehler, Logiklücken, inkonsequente Charakterhandlungen oder unpassende Perspektivwechsel und manches mehr sind mir entgangen. Und das ist der Moment, wo man sein Werk erst mal ruhen lassen sollte. Einige Tage oder Wochen. Wenn man das Manuskript anschließend wieder liest, ist man objektiver. Außerdem sind Testleser und Lektoren hier die richtigen Ansprechpartner, denn selbst wenn ich mein Buch zehnmal lese und überarbeite, wird es immer noch Dinge geben, die ich übersehe.

 

6 Dinge, die du einen Autor besser nicht fragst

Abbildung: Pixabay

Wieviele Bücher hast du schon verkauft?

Diese Frage ist ähnlich wie die danach, wieviel Geld man verdient. Das kann man unter engen Freunden, Verwandten etc. besprechen, doch in anderen Fällen ist dies unhöflich. Wenn der Autor dich dies wissen lassen möchte, wird er es dir selbst erzählen.
Übrigens misst sich der Wert eines Buches und die literarische Qualität eines Autors nicht allein nach Verkäufen. Selbst gehypte und sehr populäre Bestseller können von eher fragwürdiger Qualität sein (siehe beispielsweise die „Twilight“-Reihe oder „Fifty Shades of Grey“).

Ich habe auch eine Kurzgeschichte/einen Roman geschrieben. Kannst du das bitte lesen?

AutorInnen haben in der Regel wenig Zeit, denn das Schreiben eines Buches, das Recherchieren und Überarbeiten bis hin zum letzten Feinschliff dauert lange. Wenn du selbst ein komplettes Buch geschrieben hast, wirst du das wissen. Viele AutorInnen lesen zwar nebenbei noch regelmäßig selbst, aber die meisten suchen sich ihre Lektüren dann lieber selber aus. Falls du Verbesserungstipps zu deinen Texten möchtest, suche dir lieber Testleser oder eine Schreibgruppe.

Schreib doch mal was über… (hier generisches Thema einsetzen)

AutorInnen suchen sich in der Regel ihre Themen gern selbst aus, das ist ein Teil ihrer künstlerischen Freiheit. Teilweise bekommen sie auch Vorgaben oder Schreibaufträge von Verlagen, oder sie beteiligen sich an Ausschreibungen zu ganz spezifischen Themen. Natürlich kannst du einem Autor auch Vorschläge machen, vielleicht inspirierst du ihn damit ja sogar. Aber bitte erwarte nicht, dass er deine Idee auch umsetzt.

Ich habe einige schlechte Rezensionen über deine Bücher gelesen. Was sagst du dazu?

Lass mich dazu ein wenig ausholen. Früher waren Rezensionen z.B. den Feuilletons in Zeitschriften vorbehalten oder auch speziellen Literaturkritik-Medien (auch für die verschiedenen Genres). Die entsprechenden Journalisten oder Kritiker haben sich in der Regel umfassende Kenntnisse in Sachen Literatur angeeignet oder auch geisteswissenschaftlich studiert. Man konnte also mit sachlich-fundierten Kritiken rechnen.

Heute ist das anders: Rezensionen gibt es nicht nur in speziellen Literaturmagazinen oder Feuilletons, sie können auch von jedem Leser verfasst und online veröffentlicht werden, egal wie sehr sich dieser mit Literatur oder dem jeweiligen Genre auskennt.

Das größte Portal für Rezensionen ist mittlerweile Amazon, bei dem für alle Waren 1 bis 5 Sterne vergeben werden können. Wenn du einmal die Zeit hast, schau dir einmal dort die Rezensionslisten für einige international anerkannte klassische Literaturwerke oder auch moderne Bestseller an.

Du wirst anhand der vergebenen Sterne schnell feststellen, dass selbst bei diesen die Bewertungen stark schwanken.
Das zeigt, dass Meinungen über Bücher oft weit auseinanderliegen, je nachdem welche Erfahrungen der jeweilige Leser bisher mit dem Genre oder Büchern generell gemacht hat, welche Erwartungen er an ein Buch stellt oder welche Lesegewohnheiten er hat. Die Wahrnehmung eines Buches ist immer zumindest teilweise auch subjektiv. Daher kann ich dir nur raten: Wenn dich ein Buch wirklich interessiert, bilde dir am besten selbst eine Meinung darüber.

Dein Buch ist gerade erst erschienen, wie kann es sein, dass es schon Rezensionen hat – das geht doch nicht mit rechten Dingen zu?!

Häufig vergeben Verlage oder auch Autoren schon VOR der Veröffentlichung ihrer Bücher Rezensionsexemplare, z.B. an Bücherblogger. Wenn dann kurz nach dem Erscheinen bald schon die ersten Rezensionen erscheinen, kann dies die Aufmerksamkeit für das Buch erhöhen, daher wird das gern gemacht. Das bedeutet übrigens nicht, dass diese Rezensionen „gekauft“ sind. Gute Bücherblogger und andere seriöse Rezensenten werden eine ehrliche Meinung zu jedem Buch abgeben, unabhängig davon, ob sie ein Rezensionsexemplar erhalten haben oder sich das Buch selbst gekauft haben.

Hast du dein Buch selbst veröffentlicht, weil du keinen Verlag gefunden hast?

Diese Frage impliziert dreierlei – dass jeder Autor sich eine Verlagsveröffentlichung wünscht, dies der einzig wahre Weg zur Veröffentlichung sei oder dass das entsprechende Manuskript zu schlecht war, um einen Verlag zu finden.

Seit einigen Jahren hat sich der Buchmarkt jedoch deutlich gewandelt und Selfpublishing etabliert sich immer mehr. Das ist möglich geworden durch das Publishing on demand Verfahren aber auch den wachsenden E-Book-Markt, der die Veröffentlichungs- und Vertriebskosten gering hält. Es gibt inzwischen Bestseller-Autoren, die ausschließlich selbst veröffentlichen. Es gibt sogar Hybrid-Autoren – die sowohl in Verlagen als auch als Selfpublisher veröffentlichen. Andere gründen ihren eigenen (Klein-)Verlag, in dem sie entweder nur die eigenen Bücher oder auch noch andere verlegen.

Ich selbst bin übrigens Selfpublisher, da ich die absolute künstlerische Freiheit schätze, die das mit sich bringt. Allerdings schließe ich nicht aus, dass ich irgendwann einmal Hybrid-Autorin werde.

Der Blog Schreibwahnsinn hat vor einiger Zeit einen lesenswerten, humorvollen Artikel erstellt zum Thema:
10 Dinge, die du nie zu einem Autor sagen solltest.

Ist das Kunst oder kann das weg?

Abbildung: Pixabay

Neulich gab es wieder mal eine Diskussion in einer Autorengruppe bei Facebook.
Die Diskussion begann mit dieser These, die Lennart Cole formulierte:

Wenn ein Künstler an etwas arbeitet, dann drückt er sein INNERSTES aus. Genauso ist es auch mit Autoren.Ein Buch zu schreiben schließt aus, vorher zu fragen, wie es ankommt, wie oft es gekauft wird.Ich habe als Autor eine Entscheidung zu treffen. Schreibe ich, aus meinem innersten, oder schreibe ich etwas, was nach -Marktanalyse- evtl. Käufer findet. Letzteres hat mit meinem Innersten und mit Kunst, wenig zu tun. Unsere Welt ist nicht bunt, weil wir nach der Farbe fragen, die gerade mal HIP ist. Wenn jemand Geld mit festgelegten verdienen will, sollte sich Auftragsarbeiten besorgen.

Ich sehe das ein wenig anders…
Denn es gibt ganz unterschiedliche Gründe, warum Menschen sich hinsetzen und ganze Bücher schreiben (und damit meine ich keine Tagebücher). Für den einen mag das ein hohes künstlerisches Anliegen sein, vielleicht auch ein sozialkritisches oder ein politisches oder noch etwas anderes. Für andere geht es einfach darum, Geschichten zu erzählen, die andere Menschen unterhalten – ob nun mit einer Moral, einer tieferen Botschaft dahinter oder nicht. Ich finde, insofern kann man nicht alle AutorInnen über einen Leisten scheren.

Und die Unterscheidung von „hoher Kunst“ und „für den Markt schreiben“ ist in meinen Augen ähnlich überflüssig wie die Unterscheidung in E-Musik (ernste) und U-Musik (unterhaltende). Es ist beides Musik, und beides hat großartige Musiker ebenso hervorgebracht wie Mittelmaß oder auch zweifelhafte Qualität. Und so ist es auch in der Literatur. Auch in den Genres, die nie in den Feuilletons besprochen werden – Phantastik, Science-Fiction, Horror u.a. – gibt es Werke ganz unterschiedlicher Qualität bis hin zu echten Meistern.

Wenn ich mir darüber hinaus einmal überlege, wie lange es dauern kann, z.B. einen Roman fertigzustellen, von der Rohfassung bis zur finalen Fassung – aus meiner Sicht lohnt sich diese Mühe nicht, wenn mein Text anschließend vielleicht nur von einer Handvoll Leute gelesen wird.

Und das motiviert mich, etwas zu schreiben, womit ich nicht nur mein Innerstes ausdrücke, sondern mit dem andere auch etwas anfangen können. Das heißt dann aber keineswegs, dass ich mich für meine Leserschaft „verbiegen“ muss. Es kann halt nur sein, dass mein Werk (ganz ohne Zugeständnisse an den Markt bzw. die Leser) nicht massentauglich wird, sondern z.B. „nur“ ein Nischenpublikum findet.

Stationen meines Lese- und Schriftsteller-Lebenslaufs

Das wird nun ein etwas längerer Beitrag, der aber immerhin fast 35 Jahre abdeckt. 😉

Mit 4: Ich denke mir eigene Geschichten aus, die ich mir im Stillen vor dem Einschlafen erzähle. Oder wenn mir langweilig ist. Oder für mein eigenes Kasperle-Theater. Meine Freunde und Schwestern müssen bei dem Puppentheater gelegentlich als Zuhörer herhalten, aber sie verstehen meine Witze nicht immer.

Mit 5: Ich lerne lesen.

Mit ca. 9: Ich lese alle Bücher meiner älteren Schwester. Die hat nämlich viel mehr als ich.

Mit 10: Ich besuche eine britische Schule in Malawi (Südostafrika) und lerne dort Englisch. Ich verliebe mich in diese Sprache, auch später lese ich noch häufig englische Bücher und sehe englischsprachige Filme am liebsten im Original mit Untertitel.

Mit 11: Wir sind zurück in Deutschland und ich lese alles, was in der Kleinstadtbibliothek zu finden ist.

Zu einem meiner ersten Schulaufsätze sagt meine Deutschlehrerin, ich dürfe einen der Charaktere nicht in Versalien sprechen lassen. Jahre später stelle ich fest, dass Terry Pratchett dieses Stilmittel bei einem Charakter seiner Scheibenweltromane regelmäßig eingesetzt hat.

Mit 16: Ich schreibe meinen ersten, nie veröffentlichen Roman, der von Vampiren in Schottland handelt. Ein Freund sagt mir nach der Lektüre, da fehlt leider ein Spannungsbogen. Ich sage mir, dass ich noch viel mehr übers Schreiben lernen muss.

Mit 19: Ich ziehe in die Großstadt und stelle fest, dass die Büchereien dort zahlreicher und viel größer sind. Ich begeistere mich für Phantastik und die viktorianische Ära.

Mit 25: Ich fange an, das Internet regelmäßig zu benutzen und werde Mitglied in einem Fantasyforum. Ich schreibe meinen zweiten, ebenfalls nie veröffentlichten Roman – High Fantasy. Leider habe ich zu dieser Zeit noch keine Ahnung, wie man effektiv plottet, aber einfach drauf los schreiben funktioniert in meinem Fall überhaupt nicht. Ich schreibe den Roman ungefähr 10 Mal ziemlich planlos um, bin aber mit dem Ergebnis immer noch nicht zufrieden und lege ihn zwei Jahre später „ad acta“.

Mit 27: Ich besuche zum ersten Mal die Nordcon und lausche dort einigen Lesungen. Ich erstarre in Ehrfurcht angesichts der bekannten AutorInnen dort.

Mit 29: Ich entdecke Bookcrossing und besuche entsprechende Büchertauschtreffen. Ich fühle mich ein bisschen wie Forrest Gump mit seiner Pralinenschachtel, denn bei Bookcrossing weiß man auch nie, welches Buch man bekommt. Inzwischen habe ich hin und wieder ein paar Kurzgeschichten geschrieben und ein, zwei davon in Independant-Literaturmagazinen veröffentlicht.

Mit 33: Ich werde in der Steampunk-Szene aktiv, entdecke deutschsprachige Steampunk-Bücher und organisiere Treffen in Hamburg, ein Jahr später dann auch das erste Hamburger Steampunk-Picknick.

Mit 36: Ich lese zu Weiterbildungszwecken zwei sehr inspirierende und praktische Schreibratgeber der amerikanischen Autorin K.M. Weiland, die mir unter anderem zeigen, wie man effektiv plottet. Danach beginne, meinen ersten Steampunk-Abenteuer-Roman zu schreiben.

Mit 37: Ich werde Mitglied bei Facebook, dem ich mich bis dahin verweigert habe. Erfreut stelle ich fest, dass es dort hunderte von Bücher- und Autorengruppen gibt. Außerdem lerne ich viel über Selfpublishing.

Ich veröffentliche den fertigen Roman als Selfpublisher, u.a. weil ich keine Lust habe auf eine Verlagssuche. Außerdem beginne ich, regelmäßig einen Hamburger Autorenstammtisch zu besuchen. Dort treffe ich einmal sogar einen der Autoren, vor denen ich auf der Nordcon damals in Ehrfurcht erstarrt bin.

Ich organisiere meine erste Lesungen und schreibe Teil 1 einer Urban Fantasy Buchreihe, die in derselben Welt angesiedelt ist wie mein erster Roman. Nur mit mehr Grusel, Hexen und Geistern. Aber ohne Vampire. Ich schreibe Artikel für das Steampunk-Magazin Clockworker, darunter auch Buchrezensionen.

Mit 38: Ich veröffentliche „Berlingtons Geisterjäger 1 – Anderswelt“. Teil 2 ist ebenfalls fast fertig und parallel dazu schreibe ich an einem High Fantasy Roman, der noch keinen Titel hat.

Mittlerweile habe ich bei Facebook sechs verschiedene Büchergruppen gegründet. Außerdem erstelle ich ebenfalls dort eine Buchblogseite und schreibe regelmäßig Rezensionen. Seitdem wächst mein SuB kontinuierlich und ich mache mir diverse Listen: was ich als nächstes lesen möchte, was ich schon gelesen habe und welche Bücher ich mir wünsche.

Inzwischen lese ich fast nur noch Romane von AutorInnen, die ich irgendwo einmal persönlich kennengelernt habe oder zumindest über Facebook kenne. An Mainstream-Bestsellern habe ich kein Interesse mehr, oder nur in Ausnahmefällen.

Ausblick 2017: Zum ersten Mal seit 2005  werde ich nicht als Besucherin, sondern als Autorin auf der Nordcon sein und dort aus einem meiner Bücher lesen. Und vermutlich werde ich nicht in Ehrfurcht vor den anderen AutorInnen dort erstarren. Oder nur ein kleines bisschen. 😉