6 Fakten zur Entstehung einiger meiner Bücher

Manchmal ist die Entstehungsgeschichte eines Romans fast ebenso spannend wie der Roman selbst. Autorin Melanie Vogltanz (http://www.melanie-vogltanz.net/) interessiert sich sehr für die Geschichten hinter der Geschichte und findet es immer ein wenig schade, wenn diese irgendwo hinten in einem Nachwort versauern oder gar nie erzählt werden können. Deswegen hat sie letztes Jahr den Hashtag #6fakten ins Leben gerufen – sechs spannende, skurrile oder witzige Fakten über ein Buch, die man nicht einfach in der Produktbeschreibung findet.

Einen ersten Beitrag dazu gab es im letzten Jahr auf meiner Autorenseite bei Facebook:
https://www.facebook.com/amaliazeichnerin/posts/1890805287655742

Hier nun ein zweiter…

1. „Vanfarin – von Untoten und Totems”

Ich befand mich weit hinter der Frontlinie eines Schlachtfeldes und vor mir lag ein verwundeter, blutender Krieger. Mir zitterten die Hände vor Aufregung und Nervosität, als ich mich um seine Verwundung kümmerte, denn dieser hier durfte auf gar keinen Fall sterben. Natürlich sagte ich mir das bei jedem Patienten, doch dieser war ein Freund von mir. Das ist mir tatsächlich passiert – im Jahr 2016 spielte ich eine schamanische Heilerin auf einem der größten Liverollenspielcons der Welt, mit mehr als 8000 TeilnehmerInnen. Ein Freund von mir spielte einen Totemkrieger, der gerade im Kampf verwundet worden war. Unsere Begegnung hier war nicht außerhalb des Spiels abgesprochen, sondern zufällig. Unmittelbar nach diesen dramatischen Momenten auf dem Schlachtfeld kam mir eine erste Szene für diesen Fantasyroman in den Sinn. Natürlich habe ich unsere beiden Charaktere nicht eins zu eins übernommen, sondern eher als grobe Inspiration betrachtet, nachdem ich die Erlaubnis von diesem Freund erhielt, seinen Charakter als Vorbild für Brynjar zu nehmen.
(Text aus meinem Nachwort zum Roman)

2. Der Stern des Seth
Liverollenspiel und Pen & Paper Rollenspiel hat mich immer mal wieder für meine schriftstellerischen Projekte inspiriert. Die Journalistin Gemma Hawthorne, eine aus dem Team der ProtagonistInnen, basiert auf meinem allerersten, gleichnamigen Pen & Paper Rollenspielcharakter, den ich ab 2004 ca. 3 Jahre lang in einer „Call of Cthulhu”-Runde regelmäßig gespielt habe (viktorianisches Setting mit Horror- und Fantasy-Elementen).

3. An seiner Seite
Zu „Die Rolle seines Lebens” war eigentlich gar keine Fortsetzung von mir geplant. Im Gespräch mit Leserinnen hörte ich allerdings mehrfach den Wunsch nach einer, und mir kamen selbst auch weitere Ideen für Esteban und Oliver. Diese Fortsetzung schließt allerdings nicht an den Epilog von „Die Rolle seines Lebens” an. Dort wird erwähnt, dass seit der bisherigen Handlung über ein Jahr vergangen ist. Was in dieser Zeit passiert, habe ich allerdings nur angedeutet. „An seiner Seite” erzählt nun ausführlicher, was Esteban und Oliver in diesem Jahr erlebt haben … und geht noch darüber hinaus.
(Text aus der Vorbemerkung zum Roman)

4. „Die mysteriösen Fälle der Miss Murray: Mörderische Ostern”
Die Idee zu diesem Krimi kam mir, weil ich schon länger einen Krimi mit einen geschlossenen Schauplatz schreiben wollte. Die Charaktere sitzen an einem Ort fest (in diesem Fall wurden sie in einem abgelegenen Herrenhaus auf dem Land eingeschneit) und kommen weder von dort weg, noch können sie Hilfe von außen anfordern. Um wem das bekannt vorkommt – geschlossene Schauplätze haben in der Kriminalliteratur schon eine längere Tradition.

5. „Frei und doch verbunden”
Die Geschichte, sehr lose inspiriert von Daniel Defoes „Robinson Crusoe” und anderen Robinsonaden, ist mir rund zwei Jahre lang immer mal wieder durch den Kopf gespukt, aber ich habe mich damals nicht getraut, sie aufzuschreiben. Ich wusste zu dem Zeitpunkt auch noch nicht, dass queere Bücher und insbesondere welche mit schwulen Liebesgeschichten zunehmend im deutschsprachigen Raum populärer werden. Erst Facebook-Gruppen wie „Homoerotische Lektüre für alle”, „Queere Literatur” und andere haben mir das gezeigt und mich ermutigt, die Geschichte zu schreiben und zu veröffentlichen.

6. „Orangen und Schokolade”
Wenn Protagonistinnen in Liebesromanen Übergewicht haben, hadern sie meistens damit, machen die xte Diät, quälen sich durch Sportprogramme etc. Ich wollte gern mal eine Geschichte schreiben, in der das nicht so ist. Sarah ist Plus-size-Trägerin, genießt aber ihr Leben und tritt für Body Positivity ein. Außerdem hat es mich gereizt, eine Geschichte über zwei sehr unterschiedliche Menschen zu schreiben, zumindest, was ihren Lifestyle betrifft.

Hochsensibilität und Buchmessen

Foto: Sponchia, Pixabay

Vor etwa vier Jahren habe ich herausgefunden, dass ich zu den hochsensiblen Menschen gehöre – was mir so einiges in meinem Leben erklärt hat. Das ist keine Krankheit, sondern einfach eine Form von Neurodiversität, die u.a. von der hochsensiblen amerikanischen Psychologin Dr. Elaine Aron seit den 1990ern erforscht wird.

Das bedeutet kurz gesagt, ich filtere Eindrücke anders und nehme sie stärker wahr als neurotypische Menschen. Wenn sehr viele verschiedene Sinneswahrnehmungen auf mich einstürmen, habe ich Probleme, mich auf eine davon zu konzentrieren.

Ein Alltagsbeispiel: Wenn auf einer Party viele Menschen sind und alle durcheinander reden, fällt es mir schwer, einem bestimmten Gespräch zu folgen, weil ich alle anderen nicht ausblenden kann. Gehe ich in ein Einkaufszentrum voller Menschen, werde ich dort von Sinneseindrücken „überflutet”. Entsprechend war ich nie ein Fan von Shoppingtouren mit Freund*innen und bin es auch heute nicht.

Bin ich hungrig, kann ich diese Wahrnehmung nicht ausblenden, sondern werde früher oder später „hangry” (englische Wortneuschöpfung aus „hungry” und „angry”)

Bin ich den ganzen Tag unter Menschen und interagiere ich mit ihnen, laugt mich das aus. Entsprechend brauche ich immer Rückzugsmöglichkeiten und Zeit für mich allein, um wieder „aufzutanken”, während andere Leute dieses „Auftanken” ganz gegenteilig eher in geselliger Runde und Interaktion mit anderen erleben.

In meinem Hobby LARP (Liverollenspiel) habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich dort auch mit Menschenmengen und starker Interaktion besser zurechtkomme als in meinem Alltag – selbst auf dem Großcon „Conquest of Mythodea” –, aber auch dort brauche ich Pausen, in denen ich nicht spiele, und Rückzugsmöglichkeiten, weil ich sonst bald erschöpft bin.

Buchmessen…
Als Autorin werde ich jedes Jahr gefragt, ob ich auf der Frankfurter und auf der Leipziger Buchmesse anzutreffen bin. Das bin ich nicht und habe ich auch in Zukunft nicht vor. Davon mal abgesehen, dass eine Teilnahme an diesen Messen für Selfpublisher*innen wie mich praktisch nicht finanzierbar sind und beide für mich eine weite Anreise bedeuten, sind sie mir persönliche schlichtweg zu groß: Schon ein kürzerer Besuch dort würde mich angesichts der vielen Sinneseindrücke und der vielen Menschen völlig auslaugen.
Die BuchBerlin hingegen hat eine noch für mich gut überschaubare Größe. Und selbst da bin ich abends von all den Eindrücken meistens so überwältigt, dass es mir schwerfällt, zur Ruhe zu kommen und einzuschlafen.

Einige weitere Texte über Hochsensibilität:
http://www.hochsensibel-test.de/

https://de.wikipedia.org/wiki/Hochsensibilit%C3%A4t

Auf Englisch: https://hsperson.com/

Schreiben über das Schreiben

Schreiben übers Schreiben

Stefanie Müller hat zu einer Blogparade eingeladen, an der ich mich gern beteilige:

Was schreibst du?
Romane und Novellen, seit 5 Jahren. Bzw. eigentlich schon, seit ich 17 bin, aber zwischendurch hatte ich eine langjährige Pause und damals auch noch nichts veröffentlicht. Ich würde auch gern Kurzgeschichten schreiben, aber das liegt mir nicht so und auf Anthologie-Ausschreibungen hin zu schreiben, erzeugt mir zu viel Druck.

Wie sieht für dich der perfekte Schreibtag oder die perfekte Schreibsession aus? Wenn es fließt. Wenn ich nicht nach drei Sätzen erst überlegen muss, wie ich den nächsten formuliere. Bzw. ansonsten, wenn ich mindestens 1000 Worte schaffe, egal wie die Umstände drum herum sind. Sind es mehr als 1000 Worte, freue ich mich sehr.

Was motiviert dich zum Schreiben?
Das kommt ganz von selbst, ich hatte immer schon diesen Drang, Geschichten zu erzählen. Schreiben ist für mich außerdem wie Meditation, oder vielleicht wie Traumreisen, denn ich kann damit in andere Welten abtauchen. Ansonsten motivieren mich all die Plotbunnys, die bei mir oft auftauchen.

Was ist die größte Herausforderung beim Schreiben?
Ich würde sagen, das Durchhaltevermögen. Schreiben ist so ungeheuer zeitaufwändig, man braucht einen langen Atem dafür. Außerdem schreibe ich teilweise eher distanziert und gehe nicht immer genug auf Gefühle und Empfindungen meiner Protagonist*innen ein. Daran muss ich mich immer wieder erinnern. Ansonsten empfinde ich zwei Arten von Szenen immer als Herausforderung: Sexszenen und Action-/Kampfszenen. Bei den Sexszenen denke ich oft, wie kann ich da Wiederholungen vermeiden, und bei Actionszenen ist vieles eine Frage der Koordination von Bewegungen oder auch mehreren Personen, die alle gleichzeitig agieren. Das ist gar nicht so einfach. Manchmal stelle ich dann eine Szene mit kleinen Figuren nach, um nicht den Überblick zu verlieren, wer sich gerade wo befindet.

Beim Schreiben muss ich unbedingt dabei haben:
Instrumentale Musik, z.B. von Erdenstern, oder Soundlandschaften, die atmosphärisch zu dem passen, was ich schreibe. Zum Beispiel etwas Düsteres für unheimliche Szenen, oder etwas Romantisches bei entsprechenden Stellen. Oder Geräusche aus einem Wald, wenn meine High Fantasy Helden gerade durch die Wildnis ziehen.

Bist du Mitglied in einer Schreibgruppe?
Nein. Hört sich vielleicht komisch an, aber ich bin ein ungeduldiger Kontrollfreak und lasse mir nicht gern in meinen Schreibprozess hineinreden. Was das angeht, arbeite ich lieber allein als im Team. Entsprechend wäre es für mich auch ausgeschlossen, zusammen mit einem anderen Autor einen Roman zu schreiben. Wenn es mal im Plot hakt und ich nicht weiter komme, ist mein erster Ansprechpartner meine bessere Hälfte – er ist sehr kritisch und redet mir halbgare, nicht durchdachte Plotideen immer ganz schnell aus – und natürlich weiß ich die Anmerkungen meiner BetaleserInnen sehr zu schätzen. Trotzdem tausche ich mich gern mit anderen AutorInnen aus, bei einem Autorenstammtisch, der einmal monatlich in meiner Stadt stattfindet. Ich schätze den Austausch und die gegenseitige Unterstützung dort sehr. Wir haben auch schon zusammen eine Lesung organisiert, die sehr gut besucht war.

„Sie wissen, wen.“

Abbildung: Tookapic, Pixabay

Ich liebe Anspielungen in Geschichten auf real existierende historische (oder noch lebende) Persönlichkeiten, Ereignisse oder auch bekannte fiktive Personen.Manchmal sind sie recht unerwartet; vor Jahren hab ich zum Beispiel in einem Terry-Pratchett-Roman eine Szene gefunden, die auf Indiana Jones anspielt.
Und weil ich so viel Spaß an solchen Anspielungen habe, habe ich natürlich auch in meinen Büchern welche untergebracht: In „Der Stern des Seth“ taucht kein geringerer als Arthur Conan Doyle auf und es gibt einen Hinweis auf seinen späteren literarischen Ruhm durch die Sherlock-Holmes-Romane.
In „Berlingtons Geisterjäger 1 – Anderswelt“ hat Nica einen schaurigen Traum, in dem Oscar Wilde eine Rolle spielt.
In „Berlingtons Geisterjäger 2 – Mördernächte“ verlangt ein Polizeibeamter in Anspielung auf Doctor Who: „Rufen Sie den Doktor – Sie wissen, wen.“ Und dieser Doctor hat dann eine gewisse Ähnlichkeit mit dem 12. Doctor Who (gespielt von Peter Capaldi).
In einigen meiner Bücher, z.B. „Die mysteriösen Fälle der Miss Murray: Theatergeist“ sind mehrere historische Persönlichkeiten Teil der Handlung.
In „Berlingtons Geisterjäger 3 – Die Türme von London“ bittet sogar Queen Victoria persönlich zu einer Audienz, bei der Erstaunliches zu Tage tritt.
Außerdem habe ich hier und da Anspielungen auf verschiedene historische Ereignisse, z.B. die erste Weltausstellung in London von 1851 mit dem extra dafür errichteten Kristallpalast.
In meinen Gegenwarts-Romanen „Die Rolle seines Lebens“ und „An seiner Seite“ erwähne ich mehrere reale Schauspieler und Songs.
Auch in „Berlingtons Geisterjäger 4“ wird es wieder einiges an historischen und fiktiven Anspielungen geben, aber mehr verrate ich noch nicht.

Schreibtipps: Plotter oder Pantser?

Abbildung: Pixabay

Pantser kommt von englischen „pants” („Hose”) und beschreibt Autor*innen, die sich sich einfach auf ihren metaphorischen Hosenboden setzen und drauflos schreiben. Sie sehen dann einfach, wo die Geschichte sie hin trägt. Neulich habe ich dazu den Vergleich mit einem Gärtner gehört, der Samen pflanzt und dann im Laufe der Zeit schaut, welche Pflanzen (und wie) dabei herauskommen.

Plotter dagegen planen ihre Geschichte von Anfang bis Ende, sie sind wie Architekten, die zunächst ein Grundgerüst bauen und dann nach und nach Wände und andere Teile eines Hauses einbauen. Plotter kennen entsprechend in der Regel auch das Ende der Geschichte schon, bevor sie zu schreiben beginnen, was bei Pantsern nicht immer der Fall ist.
Als ich mit 17 meinen ersten Roman geschrieben habe (Urban Fantasy mit Vampiren), war ich noch ein Pantser und hatte keine Ahnung vom Plotten. Auch bei meinem zweiten Roman (High Fantasy) war es so – und ich habe mich hoffnungslos mit der Geschichte verfranst und sie an zig Stellen wieder und wieder umgeschrieben. Damit habe ich mich mehrere Jahre lang (!) beschäftigt, aber zufrieden war ich letztendlich nie mit diesem Roman. Das Ende vom Lied war, dass ich dieses Projekt bis heute als ausgedehnte Schreibübung betrachte. Mit anderen Worten: Das Pantser-Dasein hat für mich persönlich nicht funktioniert.

Vor ca. 6 Jahren habe ich dann einen Schreibratgeber gelesen – „Wie man einen Roman plant: Gliedern Sie Ihre Schritte zum Erfolg” von K.M. Weiland. In diesem wird sehr ausführlich Methoden zum Plotten beschrieben. Dieser Ratgeber war für mich ein Augenöffner. Seitdem bin ich ein Fan des Plottens. Gerade für komplexe Geschichten kann ich es sehr empfehlen. Dazu zählen für mich zum Beispiels Krimis oder Thriller, in denen ja auch meistens Dinge im Geheimen stattfinden, die dem Leser entweder gar nicht oder erst spät offenbart werden.

Allerdings heißt das in meinem Fall nun nicht, dass ich jeden Absatz meiner Geschichten vorab genauestens plane. Ich habe eher ein grobes Gerüst bzw. einen Ablauf. Meistens erstelle ich vorab in meinem Schreibprogramm Kapitel und schreibe zu jedem einige Stichworte, was darin passiert. Diesen Grundriss fülle ich dann während des Schreibprozesses mit Einzelheiten, die ich nicht schon vorher komplett kenne. Oft entwickeln auch meine Charaktere im Zusammenspiel eine Eigendynamik, die ich kaum voraussehen kann. Solange sie mir nicht den geplanten Plot sprengen, lasse ich ihnen dann auch gern freien Lauf.
Durch das Plotten habe ich auch die Freiheit, nach Belieben auch mal unchronologisch schreiben zu können. Ich kann also zum Beispiel das Ende vor dem Mittelteil schreiben oder mir einzelne Szenen herauspicken und diese zuerst schreiben. Gelegentlich entsteht auf diese Weise eine Art literarisches Puzzle, das ich dann nach und nach zusammensetze.

Ob man nun plottet oder einfach drauf los schreibt, ist natürlich eine Frage der persönlichen Vorlieben und wie man mit der jeweiligen Methode zurecht kommt. Ich würde deshalb angehenden Autor*innen dazu raten, beides auszuprobieren. Ein Nachteil des Plottens mag sein, dass es dann wenig Überraschendes zu entdecken gibt während des Schreibprozesses, weil man die Geschichte ja schon vorab geplant hat.
Der Vorteil beim Plotten liegt aus meiner Sicht darin, dass es meistens ziemlich effizient ist und man eher selten in die Verlegenheit kommt, später viel neu schreiben oder ändern zu müssen, weil der Plot ja bereits im Großen und Ganzen feststeht.

Weiteres zum Thema:

Plotten oder nicht plotten
https://www.die-schreibtrainerin.de/plotten-oder-nicht-plotten/

In 13 Schritten zum Roman-Plot

Verschiedene Wege, einen Roman zu plotten:
https://malakaldeen.wordpress.com/2018/01/07/verschiedene-wege-einen-roman-zu-plotten/

Video – Plotten mit 4 Akten:
https://www.youtube.com/watch?v=9Wp-M_vuMFA

Das, was wir lieben und das, was wir fürchten…

Abbildungen: Pixabay

Neulich habe ich mir mal Gedanken darüber gemacht, warum Menschen eigentlich Geschichten lieben, und oft ganz bestimmte Arten von Geschichten. Nach einiger Überlegung ist mir dann aufgefallen, dass im Grunde fast alle Geschichten, wenn man es stark herunterbricht, in eine von zwei Kategorien fallen – die einen erzählen in erster Linie von all dem, nach dem wir uns sehnen oder was wir lieben, die anderen erzählen vor allem davon, was wir fürchten.
Sehnsucht und Liebe spielt natürlich eine Große Rolle bei Liebesromanen aller Art, aber auch bei Familiengeschichten sowie Kinder- und Jugendbüchern.
Furcht wiederum ist ein zentrales Element im Krimi, Thriller und im Horror-Genre. Außerdem gibt es dann noch jene Geschichten, in denen sich diese beiden so unterschiedlichen Gefühlswelten mischen, z.B. im Dark Romance Genre, im Romantic Thriller, in Genre-Crossovern oder auch im Gothic Horror, der meistens sowohl Gruselelemente als auch romantische Tendenzen enthält. Gerade in letzter Zeit werden Antiheld*innen immer beliebter und solche Geschichten bieten dem Leser oft ein Auf und Ab an ganz unterschiedlichen Emotionen.

Auch die Phantastik lässt sich im Grunde in diese beiden Kategorien einteilen – da gibt es die teilweise romantisch verklärte Fantasy, die oft an eine vergangene Epoche angelehnt ist und auf der anderen Seite zum Beispiel eher düstere Dark Fantasy, die häufig ebenfalls historische Vorbilder hat. Auch Science-Fiction ist oft entweder utopisch-optimistisch, oder aber eher dystopisch. Historische Romane orientieren sich nicht selten nostalgisch, z.B. historische Liebesromane, oder aber sie beschreiben ein eher düsteres Setting.

Natürlich heißt das alles nicht, dass nicht auch andere Gefühle in unterschiedlichen Geschichten angesprochen werden. Und auch der Verstand will ja unterhalten werden. So bieten gerade Krimis und Thriller oft jede Menge Rätsel und Möglichkeiten für den Leser, selbst im Geiste mit zu ermitteln. Aber wie gesagt, wenn man es stark herunterbricht, passen eigentlich alle so gut wie die meisten Geschichten in eine der beiden genannten Kategorien.

Ich selbst schreibe sowohl gern das eine als auch das andere, weil dies mehr Abwechslung bringt, oder ich schreibe Genremischungen, in denen beides vorkommt, z.B. die Buchreihe „Berlingtons Geisterjäger“.

Wie meine Buchcover entstehen

Ich habe Grafikdesign studiert. Die entsprechenden Kenntnisse nutze ich sehr gern, um meine Buchcover selbst zu gestalten und das macht mir sehr viel Spaß. Es klingt vielleicht skurril, ist aber kein Witz:
Oft habe ich Ideen für Buchcover, bevor das Buch überhaupt geschrieben ist. Die nenne ich gern Buchcoverbunnys, in Anlehnung an die Plotbunnys. Aktuell befinden sich auf meinem Rechner 5 Buchcover-Entwürfe, zu denen ich die entsprechenden Bücher erst noch schreiben oder – in einem Fall – überarbeiten muss. Die zeige ich aber erst dann, wenn die Bücher halbwegs fertig sind.

Meistens verwende ich Fotografien aus Fotoagenturen, entweder einzeln oder ich montiere zwei oder mehr mit einem Grafikprogramm zusammen (z.B. bei „Der Stern des Seth”, „Die Rolle seines Lebens” und „Frei und doch verbunden”) oder ich kombiniere sie mit eigenen Illustrationen (die stilisierten Tiere auf dem Cover von „Vanfarin – Von Untoten und Totems”).

Bei einigen Büchern habe ich ganz bewusst auf (Foto-)Abbildungen von Menschen verzichtet, unter anderem weil es gar nicht so leicht ist, passende Modelle zu finden – gerade für den Phantastik-Bereich.
Bei „Berlingtons Geisterjäger 1 – Anderswelt“ gab es ursprünglich ein von mir gemaltes Portrait von Victor Berlington auf dem Buchcover, in Kombination mit dem Hintergrundbild.
Nachdem mir allerdings immer wieder LeserInnen zurückgemeldet haben, dass sie illustrierte Gesichter in dieser Form auf Buchcovern ablehnen, habe ich das Portrait entfernt, so dass nur noch die Hintergrund-Landschaft zu sehen ist. Man könnte auch sagen, Victor Berlington ist wohl in der Anderswelt verschwunden.

Beim Cover zu „Ein Mann namens Flora“ habe ich absichtlich in die Klischeekiste gegriffen und ein rosafarbenes Cover mit Blumen gestaltet – nicht, weil es mir persönlich so gut gefällt, sondern weil es perfekt zum Protagonisten und seinen Vorlieben passt.

Bei „Die mysteriösen Fälle der Miss Murray” habe ich eine original historische Modezeichnung als Vorlage für die Silhouette von Miss Murray genommen und diese kombiniert mit Jugendstilornamenten sowie einem tapetenartigen Hintergrund, der ebenfalls Ornamente zeigt. Um den Wiedererkennungseffekt der Reihe zu erhalten, ist das Grundmotiv bei den verschiedenen Bänden immer dasselbe, nur die Hintergrundfarbe ändert sich. Je nachdem, wie lange ich diese Reihe noch fortsetze, kann es aber auch sein, dass ich hier später noch Änderungen vornehme.

Übrigens: Das Foto einer rötlich beleuchteten Gasse auf dem Cover von „Berlingtons Geisterjäger 2 -Mördernächte” soll eine Gasse im viktorianischen Whitechapel (in London) darstellen, ist aber in Wirklichkeit von dem Fotografen im heutigen Italien aufgenommen worden.

Wie meine Manuskripte entstehen

Ich arbeite fast nie handschriftlich, aus zwei Gründen: Zum einen kann ich schneller tippen als handschriftlich schreiben (kein Witz!). Zum anderen wäre es doppelte Arbeit, erst handschriftlich zu schreiben und es dann abzutippen. Entsprechend verbringe ich viel Zeit am Rechner.
Nur gelegentlich mache ich mir handschriftliche Notizen, z.B. wenn mir abends vorm Einschlafen noch eine Idee kommt, die ich unbedingt festhalten möchte. Das sind manchmal auch Plotbunnys, also Ideen für neue Geschichten.

Ich arbeite mit dem Autorenprogramm Scrivener. Da ich die Handlung erst durchplane, bevor ich anfange zu schreiben, ist dieses Programm sehr praktisch, denn damit kann ich schon vorab Kapitel anlegen und diese in Szenen unterteilen. Zu jeder Szene erstelle ich eine kurze Stichwortbeschreibung, z.B. „Eliott trifft den Archäologen im Britischen Museum” so dass ich einen groben Überblick über alle Szenen habe.
Diese Vorab-Struktur ändert sich allerdings dann meistens ein bisschen, weil ich die Längen der Szenen und Kapitel nicht schon zu Beginn einschätzen kann. Ich verschiebe also manchmal eine Szene ins vorherige oder ins nächste Kapitel.
Weil ich ja wie gesagt die Handlung durchplane, weiß ich zumindest im Groben und Ganzen, was wann und wo passiert. Deshalb schreibe ich gelegentlich Szenen nicht in chronologischer Reihenfolge, also zum Beispiel das Ende vor dem Mittelteil. Oder ich schreibe den Übergang zwischen zwei Kapiteln erst später. Das führt manchmal dazu, dass ich mein Manuskript am Ende wie ein Puzzle zusammensetze.
Und wenn es mal in der Geschichte hakt und ich damit nicht weiterkomme, ist mein erster Ansprechpartner mein Mann, der mich immer mit konstruktiver Kritik unterstützt. Gemeinsam überlegen wir dann, wie sich die Geschichte verbessern lässt.

Mein durchschnittliches Tagesziel sind 1000 Worte. Das entspricht ca. 4 Buchseiten (je nach Formatierung). Für einen 300-Seiten Roman brauche ich also durchschnittlich 75 Tage. Oft dauert es aber auch länger, zum Beispiel, weil Recherchen hinzukommen. Gelegentlich schreibe ich weniger am Tag, manchmal auch deutlich mehr. Mein persönlicher Rekord war „Die mysteriösen Fälle der Miss Murray: Mörderische Ostern”, hier habe ich die Rohfassung mit 31900 Worten innerhalb von 14 Tagen geschrieben, also durchschnittlich pro Tag mehr als 2200 Worte.

Vor allem bei historischen Themen, aber auch für Gegenwarts-Geschichten muss ich oft viel recherchieren – was mir übrigens viel Spaß macht, weil ich dabei viel Neues lernen kann. In manchen Fälle lese ich dann vor dem Schreiben ein, zwei Sachbücher zu einem bestimmten Thema. Die Recherchen mache ich aber nicht alle vorher, sondern oft auch während des Schreibprozesses, weil mir viele Einzelheiten erst beim Schreiben auffallen.

Mein Schreibtisch

Ein Interview bei den Nordlichtphantasten

Bei den Nordlichtphantasten hatte ich heute die Gelegenheit, mich als Autorin vorzustellen.

1.) Welche/s Subgenre/s der Phantastik schreibst du? Und was interessiert oder begeistert dich daran besonders?

Urban Fantasy, Steampunk und High Fantasy. Ich hatte schon als Jugendliche eine Schwäche für alle möglichen phantastischen Genres und für Geschichte. Die viktorianische Ära hat es mir besonders angetan, und so bin ich auch zum Steampunk gekommen.
Bei der Urban Fantasy gefällt mir besonders, dass hier ganz Reales mit frei Erfundenem gemischt werden kann, also z.B. bestimmte Städte als Schauplätze dann mit übernatürlichen Wesen bevölkert werden.
Und bei der High Fantasy kann man ja alles erfinden, auch die Welt, in der die Handlung spielt. Das finde ich stark, weil die Möglichkeit fast unbegrenzt sind. Ich habe für meinen neuen High Fantasy Roman auch eine eigene Landkarte gezeichnet, das hat mir viel Spaß gemacht.

2.) Hast du literarische Vorbilder?

Nein. Es gibt eine ganze Reihe an SchriftstellerInnen, die ich sehr mag oder bewundere, aber ein direktes Vorbild habe ich nicht.

3.) Was machst du gern in deiner Freizeit?

Ich war eine Zeitlang sehr in der Steampunk-Szene aktiv, z.B. habe ich in Hamburg häufiger Treffen organisiert und auch ein jährliches Steampunkpicknick, ebenfalls in Hamburg, das es auch 2019 wieder geben wird. Ich spiele sehr gern Fantasy-LARP (Liverollenspiel) und früher hab ich auch viel Pen & Paper Rollenspiel gespielt. Beides hat auch mein Schreiben teilweise inspiriert. Gelegentlich zeichne und male ich gern.

4.) Gibt es etwas auf das du beim Schreiben nicht verzichten kannst? Und zu welcher Tageszeit schreibst du am Liebsten oder am Besten?

Ich höre sehr gern instrumentale Musik beim Schreiben, am besten solche, die von der Atmosphäre her zu dem passt, was ich schreibe. Sehr oft werde ich z.B. bei Erdenstern fündig, denn sie befassen sich mit ganz verschiedenen Phantastik-Genres.
Ich bin auf keine bestimmte Tageszeit festgelegt beim Schreiben, mal vormittags, mal nachmittags oder auch abends. Nur mitten in der Nacht, das funktioniert für mich eher nicht, weil ich keine „Nachteule“ bin.

5.) Hast du dich mal auf lustige Weise verschrieben? Oder andere kuriose Fehler in einem Manuskript gehabt?

Ich verschreibe mich öfter und dabei kommen manchmal seltsame Dinge heraus. Neulich hatte ich Magier, die etwas reklamieren wollten (statt zu deklamieren). Einer meiner Protagonisten hatte keine Lust, einem Versprecher nachzujagen (eigentlich ging es um einen Verbrecher).
Und zwei Charaktere hatten neulich diese Unterhaltung:
„Beziehungsweise, was hältst du davon, wenn wir eine Runde jobben?”
„Dir fehlt dein tägliches Kaufen, oder?“
(eigentlich ging es um Joggen und Laufen)

6.) Welche Phantastik-Bücher hast du bisher veröffentlicht?

Den Steampunk Abenteuer Roman „Der Stern des Seth“
Die viktorianischen Urban Fantasy Trilogie „Berlingtons Geisterjäger“
Teil 1: „Anderswelt“
Teil 2: „Mördernächte“
Teil 3: „Die Türme von London“
Und vor kurzem den High Fantasy Roman „Vanfarin – von Untoten und Totems“, der in sich abgeschlossen ist, sowie weitere Romane und Novellen aus anderen Genres

7.) Woran arbeitest du aktuell?

Am vierten Band zur Reihe „Berlingtons Geisterjäger“, der in sich abgeschlossen sein wird.

8.) Auf welchen Veranstaltungen kann man dich in diesem Jahr antreffen?

Wenn alles klappt, auf diesen:
Unicon (Kiel)
Nordcon (Hamburg)
Buchmesse BuchBerlin (Berlin)
und eventuell noch auf ein, zwei Lesungen in Hamburg

Ich trage auf Veranstaltungen übrigens immer eine schwarze Baskenmütze mit Buttons (die auch auf dem Foto zu sehen ist), das ist mein Erkennungszeichen als Autorin. 😉

Amalias Facebookseite:
https://www.facebook.com/amaliazeichnerin/

Mein erstes Crowdfunding

Ich starte ein kleines Crowdfunding in eigener Sache, um meine Teilnahme an der Buchmesse BuchBerlin im November 2019 zu finanzieren.Ihr könnt mich kostenlos unterstützen, indem ihr auf „Fan werden“ klickt (dazu ist eine Registrierung bei Startnext erforderlich).
Wer in Erwägung zieht, demnächst ein Taschenbuch oder ein E-Book von mir zu kaufen, den bitte ich, dies über das Crowdfunding zu tun. Bei entsprechender Verfügbarkeit ist eine Lieferung auch schon früher möglich als im angegebenen Zeitraum.
Ihr habt auch die Möglichkeit, meine drei neuen Bücher dort auszuwählen („Vanfarin – Von Untoten und Totems“, „An seiner Seite“ und „Die mysteriösen Fälle der Miss Murray: Mörderische Ostern“)

Ihr könnt mich kostenlos unterstützen, indem ihr auf „Fan werden“ klickt (dazu ist eine Registrierung bei Startnext erforderlich).
Wer in Erwägung zieht, demnächst ein Taschenbuch oder ein E-Book von mir zu kaufen, den bitte ich, dies über das Crowdfunding zu tun. Bei entsprechender Verfügbarkeit ist eine Lieferung auch schon früher möglich als im angegebenen Zeitraum.
Ihr habt auch die Möglichkeit, meine drei neuen Bücher dort auszuwählen („Vanfarin – Von Untoten und Totems“, „An seiner Seite“ und „Die mysteriösen Fälle der Miss Murray: Mörderische Ostern“)

Der Link zum Crowdfunding:

https://www.startnext.com/teilnahme-buchberlin-2019