Nicht nur bei Amazon

Organisatorische Neuigkeiten zu meinen Veröffentlichungen

Bisher gab es alle meine bisherigen Veröffentlichungen ausschließlich bei Amazon. Das ist aus vielen Gründen ungünstig, denn
– Amazon steht als Konzern in der Kritik, aus vielen Gründen
– manche Leute boykottieren Amazon deshalb komplett
– zurzeit priorisiert Amazon andere Waren, wodurch die Auslieferung von (Print-)Büchern stark verzögert wird (siehe verlinkten Beitrag unten)
– meine Bücher kann man bisher nicht über den stationären Buchhandel bestellen
– Meine E-Books gibt es bisher nicht im Format epub, z.B. für Tolino

Ich möchte so nicht weitermachen. Nach einem Tipp der Autorin Tanja Rast gehe ich nun folgendermaßen vor:

Neuveröffentlichungen
Diese gibt es drei Monate lang als E-Book bei Kindle Unlimited, danach nehme ich sie bei diesem Leihservice heraus und biete sie parallel bei Amazon und für Tolino an (also auch bei Weltbild, Thalia, Hugendubel, buecher.de u.a.)
Die Printversionen wird es bei Epubli geben (die u.a. auch Amazon, sowie Weltbild, Apple Books, Hugendubel u.a. beliefern). Sie werden auch regulär über stationäre Buchhandlungen bestellbar sein.

Auch die bereits veröffentlichten Bücher nehme ich nach und nach bei Kindle Unlimited heraus und biete sie parallel bei Amazon (Format mobi) und für Tolino (Format epub) an.
Das gilt aktuell für meinen Steampunk-Abenteuer Roman „Der Stern des Seth“, die anderen folgen nach und nach.

Noch etwas zu den Taschenbuchausgaben …
Meine bereits veröffentlichten Bücher wird es weiterhin größtenteils als Prints bei Amazon geben – denn es würde mich sehr viel Zeit kosten, sie alle umzuformatieren. Taschenbücher können aber auch weiterhin bei mir bestellt werden. Ich signiere sie auf Wunsch gern und übernehme die Versandkosten.
Einzelne Titel werde ich zu Epubli umziehen, das gilt bereits für „Das Herz eines Rebellen“ und „Orangen und Schokolade“.

Hier eine Übersicht, welche meiner Bücher wann Kindle Unlimited verlassen – wer also gern noch welche über diesen Leihservice lesen möchte, nun wäre noch die Gelegenheit dazu, in einigen Wochen nicht mehr.




Ein offener Brief an Amazon von Tomas Montasser, Autor und Literaturagent (vom 26.03.2020):

Update am 31.03.2020

Die oben im Bild angezeigten Bücher sind nun als E-Book im epub-Format (für Tolino u.a.) vorbestellbar bei:

Weltbild
Hugendubel
Osiander
buecher.de
ebook.de

Thalia

Bitte bei Interesse auf die Webseite der gewünschten Online-Buchhandlung gehen und dort „Amalia Zeichnerin“ ins Suchfeld eingeben.


Autorensonntag: (Online-)Marketing und Goodie-Wahn

Abbildung: Geralt, Pixabay

Online-Marketing

Als ich vor 5 Jahren mit dem Veröffentlichen begonnen habe, bin ich bei Facebook Mitglied geworden. Erst 2019 bin ich auch bei Twitter richtig aktiv geworden und auch bei Instagram eingestiegen.
Anfangs habe ich auf Facebook sehr viel Werbung in Büchergruppen gemacht – es gibt gefühlt 1001 Büchergruppe bei Facebook. Ich habe auch selbst einige Büchergruppen gegründet und bin dort Admin. (1) Bei manchen Gruppen ist allerdings mein Eindruck, dass sie einfach als Werbeplattform genutzt werden und ansonsten passiert dort nicht viel.

Mittlerweile weiß ich aus Erfahrung: Menschen in Social Media sind übersättigt mit Werbebeiträgen und das gilt auch für die vielen, vielen Buchveröffentlichungen, die es jährlich gibt. Deshalb herrscht in vielen Gruppen auch ein Werbeverbot, oder Werbung ist nur an bestimmten Wochentagen erlaubt.

Wenn ich Autor*innen Rat geben sollte, würde ich folgendes vorschlagen:
Macht Werbung, aber in Maßen. Erzählt am besten Geschichten rund um eure Bücher und deren Entstehungsgeschichte, das kommt in der Regel besser an als ein plattes „Kauf! Mein! Buch! Es ist sehr gut” oder ähnliches.
Vermeidet auch multiple Werbebeiträge in ein und derselben Gruppe.
Arbeitet mit Buchblogger*innen zusammen, wenn es möglich ist.
Schaut auch unbedingt abseits von den social media, was es noch online für buchige Foren gibt, denn es gibt Menschen, die social media nicht oder nur kaum nutzen und die lieber entsprechende Foren besuchen.
Wenn ihr das Gefühl habt, damit überfordert zu sein, mehrere Social Media Kanäle zu bedienen, beschränkt euch auf ein oder zwei.
Richtet eventuell einen Newsletter ein, damit erreicht ihr dann eure Leserschaft per E-Mail.
Es gibt Newsletter-Anbieter mit kostenlosen Möglichkeiten, z.B. Mailchimp.

Weitere Tipps zum Thema Online-Marketing gibt es in meinem gratis Ratgeber für Selfpublisher, der auf der Seite gratis Texte als PDF zu finden ist.

Übrigens: Gewinnspiele und Verlosungen bringen meistens eine kurzfristige Aufmerksamkeit, z.B. für Neuveröffentlichungen. Aber bitte auch hier nicht den Werbeeffekt überschätzen. Der ist mitunter um einiges geringer, als man es sich erhofft. Menschen, die bei Buch-Gewinnspielen mitmachen, kaufen nur selten das entsprechende Buch, wenn sie es nicht gewinnen.

Goodie-Wahn

Manche Autor*innen überbieten sich gegenseitig damit, Goodies zu ihren Büchern selbst anzufertigen, oder zu kaufen – und diese dann kostenlos auf buchigen Veranstaltungen abzugeben (oder dort günstig zu verkaufen).

Es gibt kaum eine*n Autor*in, die keine Goodies anbietet. Weil es irgendwie alle machen. Weil der Eindruck entsteht, dass das erwartet wird. Aber ist das wirklich so? Es geht doch letztendlich in erster Linie um die Bücher.

Ich selbst bin eine Bastelniete, denn handwerkliches Geschick und Feinmotorik sind bei mir nicht gut ausgeprägt. Ja, ich habe auch schon gelegentlich Goodies gebastelt. Auf buchigen Veranstaltungen losgeworden bin ich sie kaum. Ich habe auch mal Buttons drucken lassen sowie kleine Schmuckanhänger bestellt und die kostenlos verteilt. Manche Besucher von Events fanden die ganz toll, wollten aber mit mir nicht über meine Bücher reden. Also überlege ich mir entsprechend zweimal, ob ich solche Goodies überhaupt verteilen möchte.

Ich kenne ein, zwei Autor*innen, die extra ein Gewerbe angemeldet haben, um neben ihren Büchern auch passendes Merchandising verkaufen zu können und die dafür extra Onlineshops aufmachen. So etwas würde ich allein schon von der Logistik her nicht wuppen können.

2020 bin ich gar nicht mit einem Autorenstand auf Veranstaltungen, aus gesundheitlichen Gründen. Wie es 2021 wird, kann ich noch nicht einschätzen. Eines weiß ich aber mit Sicherheit: Goodies werde ich auch weiterhin nur sehr eingeschränkt verteilen.

Die Autorin Sandra Florean hat übrigens einen interessanten Blogbeitrag zum Thema Goodie-Wahn veröffentlicht:
https://sandraflorean-autorin.blogspot.com/2019/10/der-goodie-wahn-muss-das-sein.html

(1) Folgende (Bücher-)Gruppen habe ich bei Facebook gegründet:

Steampunkbibliothek

Urban Fantasy Literatur

Phantastik mit Diversität, Inklusion, Repräsentation

Horror Bücher und Filme – deutschsprachige Gruppe

Literatur und Lesungen in Hamburg & Umgebung

historische queere Literatur + historische queere Phantastik Literatur

Bücher, die ein neues Zuhause suchen

Aus gesundheitlichen Gründen bin ich das gesamte Jahr 2020 über nicht mit einem Autorenstand auf Veranstaltungen. Ich habe noch einzelne Printbücher auf Lager, die ich gern verkaufen möchte.
Ich übernehme die Versandkosten und signiere die Bücher auf Wunsch gern. Der Buchsendung lege ich eine Rechnung bei, ihr könnt die Bücher nach dem Erhalt per Banküberweisung bezahlen. Paypal ist leider nicht möglich.

Ich lebe übrigens, ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen, auf Existenzminimum-Niveau und auch von daher freue ich mich über jeden Buchverkauf.

Hier die vorhandenen Taschenbücher (update, einige Bücher sind nicht mehr vorrätig):

„An seiner Seite” (9,- €) – Fortsetzung zu „Die Rolle seines Lebens“
siehe: http://amalia-zeichnerin.net/contemporary-gay-romance/

„Berlingtons Geisterjäger: Die Türme von London” (10,- €)
siehe: http://amalia-zeichnerin.net/berlingtons-geisterjaeger/

Bei Interesse einfach eine E-Mail an amaliazeichnerin(at)gmx.de senden.
Bitte für Versand und die Rechnung die Postadresse in der E-Mail angeben und mir schreiben, ob und wenn ja, wie ich das Buch signieren soll.

#FürAutorenundgegen99Cent

#FürAutorenundgegen99Cent
Ich möchte gern einiges zu dieser Aktion schreiben, auch aus persönlicher Sicht.
Zunächst ein ernüchternder Blick von Timo Liebig auf die finanzielle Seite des Autorendaseins:
https://www.timoleibig.de/blog/wirtschaftlicher-erfolg-als-verlags-autorin/

Timo Liebig schreibt in seinem Beitrag: „Nur rund zwei Prozent aller Autor*innen in Deutschland können nach Angaben verschiedener Quellen vom Schreiben leben. Anhand der nackten Zahlen sieht man, warum.“

Hier eine ganz einfache Rechnung: Biete ich als Selfpublisherin ein Kindle-E-Book für 99 Cent an, verdiene ich pro verkauftes Buch gerade mal 30 Cent. Man kann sich sicher leicht vorstellen, dass sich so etwas ausschließlich im Bestseller-Sektor lohnt.

Nackte Zahlen: Ich bin keine Bestsellerautorin. Ich schreibe es jetzt mal ganz offen: Von den 18 Büchern, die ich bislang veröffentlicht habe, habe ich insgesamt gerade mal rund 2800 Bücher verkauft. Das sind durchschnittlich 155 Exemplare von jedem Buch. (Man sieht daran übrigens auch: Dass ich hier über 800 Follower habe, bedeutet bei weitem nicht, dass all diese meine Bücher kaufen.)
Angesichts solcher ernüchternden Aussichten für mich persönlich und der immensen Zeit, die ich mit dem Schreiben und Recherchieren für meine Bücher verbringe, habe ich mich schon mehr als einmal gefragt, warum ich mir das eigentlich alles antue.

Und dazu zitiere ich gern Timo Liebig aus oben verlinkten Beitrag: „Nun: Weil wir erzählen wollen. Weil Geschichten essenziell sind. Ein Kulturgut. Man stelle sich die Welt ohne Geschichten vor. Wir traurig wäre das?“

Ich persönlich kann nicht anders. Ich bin mit Leib und Seele Geschichtenerzählerin. Ich war schon als Kind so, habe mir ständig Geschichten ausgedacht. Es ist meine persönliche Art, unser menschliches Dasein zu erforschen (und das gilt für mich auch in Bezug auf humanoide Aliens oder Fantasywesen, denn auch die sind letztendlich menschlich, nur in einem Phantastikgewand). Und ich möchte anderen davon erzählen. Ich möchte unterhalten, aber nicht nur.

Geschichten sind seit Jahrtausenden ein Kulturgut. Insofern wünsche ich mir mehr Anerkennung für der Beruf Autor*in, auch im finanziellen Bereich. Deshalb unterstütze ich die Aktion #FürAutorenundgegen99Cent.

Triggerwarnungen in der Literatur

Dieses Thema spaltet Teile der deutschsprachigen Literaturszene und wird kontrovers diskutiert. Teilweise machen sich Leute (auch Autor*innen) lustig darüber.

Hier dazu einige Argumente, die immer wieder dagegen genannt werden – und was ich darauf gern antworte:

Ich weiß doch als Autorin gar nicht, was meine Leser*innen alles triggern könnte. Wo soll ich denn da anfangen?

Es ist natürlich richtig, man kann selbstverständlich nicht alle Trigger dieser Welt identifizieren und benennen, denn die sind enorm vielfältig bzw. von Person zu Person unterschiedlich. Es geht also gar nicht darum, sämtliche möglichen Trigger zu finden. Es reicht schon, wenn man einigste gröbste Trigger benennt, falls diese im eigenen Werk auftauchen. Mehr dazu weiter unten.

Manche Leute stellen sich einfach viel zu sehr an!

Manche Menschen werden nie in ihrem Leben von etwas getriggert, für diese Glücklichen sind Inhaltswarnungen unerheblich.

Manche Leute verwenden das Wort „Trigger“ sehr umgangssprachlich für alles, was sie nervt oder für Inhalte, die sie aus den unterschiedlichsten Gründen nicht sehen wollen.

Diese verfälschende Bedeutung von Trigger meine ich nicht, sondern Trigger in einen medizinisch-klinischem Sinne, die gravierende psychische Auswirkungen haben können, zum Beispiel einen Rückfall in eine depressive Phase, einen verstörenden Flashback aufgrund einer posttraumatischen Belastungsstörung oder ähnliches.

Trigger können übrigens auch, je nachdem wie stabil eine Person gerade psychisch ist, mal sehr triggernd wirken und mal wieder eher nicht. Auch das ist sehr individuell unterschiedlich.
Einige persönliche Beispiele:
Ich selbst habe Bücher schon abbrechen müssen in depressiven Phasen, weil mich Inhalte darin massiv getriggert haben, insbesondere das Thema Suizid. Ich habe neulich von einer Person gehört, die ein einziger Begriff in einem Gespräch so sehr getriggert hat, dass sie einen nervösen Zusammenbruch und Suizidgedanken hatte.

Triggerwarnungen sind doch immer Spoiler!

Nein. Eigentlich ist es immer möglich, spoilerfrei die gröbsten Trigger zu benennen, als Inhaltswarnungen. In manchen Fällen können solche Inhaltswarnungen sogar dazu dienen, dass Leser*innen, die gerade über solche Themen gern lesen, entsprechende Bücher leichter finden, das gilt z.B. für Fetische, Kinks, oder auch Gewalt oder manche Inhalte in der Horror-Literatur, z.B. Body-Horror.

Mit „gröbste Trigger“ meine ich z.B.

Vergewaltigung
Brutalität/Gewalt
sexuelle Belästigung
psychische Erkrankung, Phobien
Kindesmissbrauch oder Missbrauch allgemein
Suizid oder Suizidgedanken
Mord
Krieg
Trauma, z.B. posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
Drogensucht, Alkoholismus oder andere Suchterkrankungen
Folter, Verstümmelung
Selbstverletzendes Verhalten
Mobbing

Dass diese Begriff in einer Inhaltswarnung genannt werden, spoilert dennoch nicht die Handlung, denn, um einige Beispiele herauszugreifen: Wir wissen nicht, wer wann und wie vergewaltigt wird und was für Folgen das hat. Wir wissen nicht, wann und in welchem Ausmaß der Missbrauch in der Handlung eine Rolle spielt. In mehreren Genres sind Themen wie Gewalt, Mord oder auch Krieg ohnehin häufig zu finden, entsprechende Begriffe sind dort keine Spoiler. Wir wissen nicht, welche Person in einem Roman über Suizid nachdenkt und warum. Und so weiter.
Zu diesem Thema hat die Psychologin und Autorin Elea Brandt übrigens einen sehr lesenswerten Beitrag verfasst:
https://eleabrandt.de/…/mythbusting-triggerwarnungen…/

Abschließend sei noch gesagt: Es steht allen Autor*innen und Verlagen natürlich völlig frei, inwieweit sie Rücksicht auf Leser*innen nehmen wollen, wenn es um Inhaltswarnungen geht. Ich für meinen Teil möchte Rücksicht auf alle meine Leser*innen (oder potentielle Leser*innen) nehmen, gerade auch diejenigen, die sich keinen triggernden Inhalten aussetzen mögen. Auch wenn das bedeutet, dass sie manche meiner Bücher nicht lesen werden.

Die Inhaltswarnungen zu meinen Büchern sind hier zu finden:
http://amalia-zeichnerin.net/inhaltswarnungen-zu-meinen-buechern/

Viktorianisch und queer schreiben…

ein viktorianisches Portrait, das mich inspiriert hat

… das ist für mich immer wieder eine Herausforderung, aktuell in „Die mysteriösen Fälle der Miss Murray“. Für mich geht das nur, wenn einige Charaktere dabei sind, die progressive Ansichten haben, die ihrer Zeit weit voraus sind. Denn ansonsten fürchte ich, wäre wohl arg viel Queerfeindlichkeit darin, einfach weil es damals die gesellschaftliche „Norm“ war.
Miss Murray ist lesbisch und transgender. Ihre Freundin Constance ist cisgender und lesbisch. Nach heutigem Verständnis. Miss Murray begegnet immer mal wieder Leuten, die irritiert auf ihr Äußeres reagieren bis hin zu offener Feindseligkeit. Auf der anderen Seite gibt es in ihrem Umfeld aber auch progressive Menschen wie die bisexuelle Lady Thelma und deren Lebensgefährtin oder ihr Verleger, Mister Bostwick, der sie so akzeptiert wie sie ist und einfach ihre Arbeit als Autorin schätzt.
Mir ist bewusst, dass all das manche Freunde historischer Romane für ganz und gar abwegig oder unrealistisch halten würden. Aber historische Romane sind kein 100 % authentisches Abbild historischer Gegebenheiten. Das können sie gar nicht sein. Sie sind eine historische Imagination, ein „so hätte es sein können“.
Und da ich keine Zeitreisemaschine habe und meine Leser*innen auch keine Viktorianer*innen von damals sind, sondern heutige Menschen, möchte ich sensible Themen wie Queerness auch sensibel und modern behandeln.

Einige Texte dazu:

https://zeitfaeden.de/2019/07/21/wie-geht-recherche-wie-ein-historischer-roman-entsteht/

https://zeitfaeden.de/2019/03/30/historische-queerness-das-histo-genre-hat-ein-problem/

https://zeitfaeden.de/2019/08/08/queering-history-wie-man-queere-figuren-im-historischen-roman-nicht-schreibt/

https://geekgefluester.de/historische-korrektheit-fantasy


Buchmessenzeit

Ich auf der BuchBerlin 2018, Foto von Fantasyguide.de

Ein paar Gedanken dazu…

Autorin sein, das kann ein einsamer Job sein. Ich verbringe sehr viel Zeit allein, mit dem Schreiben.Für 1000 Worte brauche ich ca. ein bis zwei Stunden. Mehr schaffe ich pro Tag nur selten. Für einen Roman mit 50.000 Worten gehen also zwischen 50 und 100 Stunden drauf, in denen ich Satz an Satz reihe, und da ist vieles noch nicht mit drin – Recherchen, Überarbeitungen, Plotten, Korrekturen und noch so einiges mehr. Ich schreibe also ein Buch und veröffentliche es. Meine Leser*innen bekomme ich meistens nicht zu Gesicht und auch viele Rezensent*innen kenne ich nicht oder nur durch einen online Kontakt.

Zugleich sind die meisten Autor*innen, die ich kenne, gesellige Menschen, die fürs Schreiben brennen und die an Austausch mit anderen Schreibenden interessiert sind – auf Stammtischen, in Schreibgruppen, in Literaturcamps, Branchentreffen, in Workshops und Seminaren, online und offline.

Und ein paar Mal im Jahr werden wir Autor*innen aus unseren Schreibstuben „befreit“. Dann reisen wir auf Buchmessen und Conventions, veranstalten Lesungen oder Aktionen mit Buchblogger*innen. Das sind Momente, die ich nicht missen möchte, auch wenn das ganze Drumherum manchmal anstrengend ist.Ich bin eine Geschichtenerzählerin, aber letzendlich geht es nicht nur um die einzelne Geschichte, sondern auch um das, was die Leser*innen darin für sich entdecken, was sie damit erleben und was sie beim Lesen empfinden.

Und deshalb ist es mir immer eine Freude, auf Buchmessen und anderen Veranstaltungen Leute zu treffen, die meine und andere Bücher lesen, gelesen haben, lesen möchten … Ich wünsche uns allen viel Freude auf der BuchBerlin 2019 und auf den buchigen Veranstaltungen im kommenden Jahr.

Gute Vorsätze …

Foto: AngelaL_17, Pixabay

… oder vom Ausbrennen und Kürzertreten

In den vergangenen 4 Jahren habe ich sehr viel geschrieben und veröffentlicht: 18 Bücher. Rund 4000 Buchseiten, circa eine Million Worte. Und falls ihr euch fragt: Nein, ein Bestseller war bisher nicht dabei. Ich rechne auch in den kommenden Jahren nicht damit, denn ich schreibe „Nischen”-Bücher ohne Bestseller-Potential, einfach, weil sie nicht massentauglich sind. Ich kann auch weiterhin, wie sehr viele Autor*innen, nicht von dieser Tätigkeit leben.

Ich bin nun an einem Punkt angelangt, an dem ich merke, dass ich nicht mehr in diesem Maße weiter arbeiten kann. Ich sage, wie es ist, ich fühle mich ausgebrannt. Monatelang habe ich mich selbst unter Druck gesetzt, mit diesem Kreislauf aus Schreiben, auf Testleser-Feedback für das eine Buch warten und währenddessen schon das nächste schreiben, dann überarbeiten und schließlich veröffentlichen, Werbung fürs neue Buch machen, gleichzeitig ein anderes Buch überarbeiten oder schon ein neues Projekt beginnen, zwischendurch dann noch Werbung und Buchcover gestalten, Plotten und noch andere Dinge rund ums Schreiben. Nebenbei mache ich noch sehr viel in den Social Media, nicht nur auf meinen jeweiligen Seiten, ich bin auch Admin in mehreren Facebook-Gruppen. Das macht mir Freude, aber auch das ist Arbeit.

Ich habe fast zwei Jahre sehr viel geschrieben und darüber viel vernachlässigt, auch meinen Freundeskreis und Hobbys.
Ich muss zugeben, dass ich ein ziemlicher Workaholic bin – was mir aber nicht immer gut tut, zumal ich eine chronische psychische Erkrankung und eine Gehbehinderung habe. Von daher muss ich auf mich achten. Ich habe darüber bisher nur wenig geschrieben, aber ich bin nun an einem Punkt in meinem Leben angelangt, wo es mir schwerfällt, nach außen hin stets die unbeschwerte Autorin zu präsentieren, wenn ich mich eigentlich oft ganz anders fühle. So war das auch im vergangenen Herbst und Winter, da hatte ich eine starke Depression.

Das soll nun kein „Jammer“-Beitrag werden, aber ich möchte hier gern einmal offen meine Situation beschreiben: Von meiner schriftstellerischen Tätigkeit kann ich nicht leben und bin zugleich auf den geringen Verdienst mit angewiesen, da ich aus gesundheitlichen Gründen nicht (mehr) auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeiten kann.

Abbildung: creative commons, Bru-nO

Damit ihr eine Vorstellung bekommt vom Verdienst einer Autorin: An jedem verkauften E-Book verdiene ich zwischen ca. 1 und 2 €. Bei Taschenbüchern, die ich auf Veranstaltungen verkaufe, sind es zwischen ca. 3 und 4 €, aber insgesamt habe ich beobachtet, dass zumindest von meinen Büchern wenig Taschenbücher, sondern mehr E-Books gekauft werden.
Auch bei Verlagsautor*innen sieht die Gewinnspanne ähnlich aus oder ist sogar noch geringer, wie ich von Kolleg*innen weiß.
Weitere Einnahmen erreiche ich durch gelesene E-Books bei Kindle Unlimited, aber auch das ist nicht viel. Kein Wunder, meine Werke sind „Nischen“-Bücher und haben kein Bestseller-Potential. Während andere Kolleg*innen hunderte oder gar tausende Bücher von einem Titel verkaufen, sind es bei mir pro Titel selten mehr als hundert oder zweihundert, oft auch darunter. Von drei meiner nun insgesamt 18 Bücher habe ich bis heute gerade mal 25 Stück verkauft. In letzterem Fall habe ich also nach einer mehrmonatigen Arbeit an einem Buch gerade mal um die 50 bis 60 Euro damit verdient.

In den vergangenen Jahren habe ich immer mal wieder von Autor*innen gehört, die ihre Tätigkeit ganz oder teilweise an den Nagel gehängt haben. Manche von ihnen hatten einen Burn-Out, andere hatte enttäuschende Erlebnisse mit Verlagen oder es gab private oder berufliche Gründe, kürzer zu treten oder ganz aufzuhören.

Vielleicht kommt jede*r Autor*in irgendwann zu dem Punkt, wo er*sie sich fragt, wofür man eigentlich all die vielen (meist einsamen) Stunden am Schreibtisch verbringt. Schreiben gehört heutzutage zu den „brotlosen Künsten“ und die Arbeitszeit, die in einem Manuskript steckt, das ja nicht nur geschrieben, sondern auch überarbeitet und feingeschliffen werden will, die lässt sich nicht mit einem üblichen Stundenlohn beziffern. Und aus oben genannten Gründen kann ich auch nicht als Vollzeitautorin arbeiten, denn 6 bis 8 Stunden am Stück schreiben, das gibt meine Konzentrationsfähigkeit nicht her.

Ich möchte trotz allem das Schreiben nicht aufgeben. Für mich persönlich ist es eine Tätigkeit, die mir nicht nur Freude bringt, sondern auch eine therapeutische Wirkung hat. Für mich ist das Schreiben so wie für andere Menschen Meditation.

Mein Vorsatz für 2020:
Ich werde kürzer treten und die metaphorische Notbremse ziehen. Auch wenn das heißen sollte, dass ich im kommenden Jahr weniger Bücher schreibe und veröffentliche. Ich werde entsprechend eventuell auch weniger über meine „Works-in-progress“ berichten, einfach weil es dann weniger zu berichten gibt. Ich werde voraussichtlich auch nicht mehr täglich Beiträge auf meiner Facebook-Autorenseite und bei Instagram haben, auch wenn darunter möglicherweise meine Reichweite leidet. Für all das bitte ich um Verständnis.

Ich möchte für mich einen guten Weg finden, damit mir das Schreiben auch weiterhin Freude bringt. Denn Schreiben ist harte Arbeit, auch wenn es nach außen hin nicht immer so aussieht.

Wenn ihr mich auf meinem weiteren Weg unterstützen möchtet,
gibt es dafür einige Möglichkeiten:

Kauft meine Bücher oder lest sie bei Kindle Unlimited, falls ihr das nutzt. Wenn sie euch gefallen, empfehlt sie gern weiter oder verschenkt sie. Ihr könnt auch Taschenbücher direkt bei mir bestellen und ich signiere sie dann für euch oder für die Person, die das Buch als Geschenk erhalten soll.
http://amalia-zeichnerin.net/veroeffentlichungen/

Oder empfehlt mich gern weiter als Illustratorin. Ich habe mich spezialisiert auf Fantasywelt-Landkarten und Zeichnungen: http://amalia-zeichnerin.net/illustrationen/

Oder spendet mir etwas für meine gratis Texte und die gratis Extras. Das geht hier bei „Ko-Fi“: (Zahlungsmittel ist Paypal)

Vielen Dank fürs Lesen.

Diesen Beitrag hatte ich eigentlich für Anfang 2020 geplant, aber WordPress möchte gerade nicht so wie ich will, deshalb ist der Text schon online gegangen.

Ein „Best of“ lustiger Tippfehler

Ich habe einige skurrile Tippfehler und Verschreiber aus diversen Manuskripten gesammelt, just for fun. Hier sind sie, mit Kommentaren.

Vor ihm lag eine mit Marmelade beschmierte Toastschreibe.
Also, liebe Autor*innen, schreibt mehr Toast!

„Lassen Sie uns ein Stück gehen, ja? Ich könnte etwas frische Lust vertragen.”
Ja, nee … wobei das in einem Erotikroman vielleicht passend wäre.

„Ich wollte gern heute Abend noch etwas weiterfroschen.”
Da musste ich an René Mariks Comedyprogramm mit dem „Froschen” denken:

Die Beschreibung einer historischen Inneneinrichtung:
„Allerhand Bric-à-Brac zierte die Wände, zusammen mit Holzschnitten und antiken Schwestern.“
Ob deren Brüder wohl auch an der Wand hängen?

Der Tod hatte vom ihm Begriff ersitzen.

Er biss die Szene zusammen.

Er schaltete die Stereoanklage ein.

Eine Kriegerin ruft einer Elfenmagierin zu: „Hast du mal Feuer?“
Viel zu modern für epische High Fantasy. Außerdem machen die keine Raucherpause.

In einem Gegenwartsroman:
„Beziehungsweise, was hältst du davon, wenn wir eine Runde jobben?”
„Dir fehlt dein tägliches Kaufen, oder?“ (Gemeint waren „joggen” und „Laufen”.)

„Der Morderator”
Das kommt davon, wenn man Krimis schreibt. Der Morderator tauchte allerdings in einem ganz anderen Manuskript auf. Was der wohl verbrochen hat?

„Schnappschnuss“.
Was immer das sein soll… Vielleicht eine beschwipste Nuss?

6 Fakten zur Entstehung einiger meiner Bücher

Manchmal ist die Entstehungsgeschichte eines Romans fast ebenso spannend wie der Roman selbst. Autorin Melanie Vogltanz (http://www.melanie-vogltanz.net/) interessiert sich sehr für die Geschichten hinter der Geschichte und findet es immer ein wenig schade, wenn diese irgendwo hinten in einem Nachwort versauern oder gar nie erzählt werden können. Deswegen hat sie letztes Jahr den Hashtag #6fakten ins Leben gerufen – sechs spannende, skurrile oder witzige Fakten über ein Buch, die man nicht einfach in der Produktbeschreibung findet.

Einen ersten Beitrag dazu gab es im letzten Jahr auf meiner Autorenseite bei Facebook:
https://www.facebook.com/amaliazeichnerin/posts/1890805287655742

Hier nun ein zweiter…

1. „Vanfarin – von Untoten und Totems”

Ich befand mich weit hinter der Frontlinie eines Schlachtfeldes und vor mir lag ein verwundeter, blutender Krieger. Mir zitterten die Hände vor Aufregung und Nervosität, als ich mich um seine Verwundung kümmerte, denn dieser hier durfte auf gar keinen Fall sterben. Natürlich sagte ich mir das bei jedem Patienten, doch dieser war ein Freund von mir. Das ist mir tatsächlich passiert – im Jahr 2016 spielte ich eine schamanische Heilerin auf einem der größten Liverollenspielcons der Welt, mit mehr als 8000 TeilnehmerInnen. Ein Freund von mir spielte einen Totemkrieger, der gerade im Kampf verwundet worden war. Unsere Begegnung hier war nicht außerhalb des Spiels abgesprochen, sondern zufällig. Unmittelbar nach diesen dramatischen Momenten auf dem Schlachtfeld kam mir eine erste Szene für diesen Fantasyroman in den Sinn. Natürlich habe ich unsere beiden Charaktere nicht eins zu eins übernommen, sondern eher als grobe Inspiration betrachtet, nachdem ich die Erlaubnis von diesem Freund erhielt, seinen Charakter als Vorbild für Brynjar zu nehmen.
(Text aus meinem Nachwort zum Roman)

2. Der Stern des Seth
Liverollenspiel und Pen & Paper Rollenspiel hat mich immer mal wieder für meine schriftstellerischen Projekte inspiriert. Die Journalistin Gemma Hawthorne, eine aus dem Team der ProtagonistInnen, basiert auf meinem allerersten, gleichnamigen Pen & Paper Rollenspielcharakter, den ich ab 2004 ca. 3 Jahre lang in einer „Call of Cthulhu”-Runde regelmäßig gespielt habe (viktorianisches Setting mit Horror- und Fantasy-Elementen).

3. An seiner Seite
Zu „Die Rolle seines Lebens” war eigentlich gar keine Fortsetzung von mir geplant. Im Gespräch mit Leserinnen hörte ich allerdings mehrfach den Wunsch nach einer, und mir kamen selbst auch weitere Ideen für Esteban und Oliver. Diese Fortsetzung schließt allerdings nicht an den Epilog von „Die Rolle seines Lebens” an. Dort wird erwähnt, dass seit der bisherigen Handlung über ein Jahr vergangen ist. Was in dieser Zeit passiert, habe ich allerdings nur angedeutet. „An seiner Seite” erzählt nun ausführlicher, was Esteban und Oliver in diesem Jahr erlebt haben … und geht noch darüber hinaus.
(Text aus der Vorbemerkung zum Roman)

4. „Die mysteriösen Fälle der Miss Murray: Mörderische Ostern”
Die Idee zu diesem Krimi kam mir, weil ich schon länger einen Krimi mit einen geschlossenen Schauplatz schreiben wollte. Die Charaktere sitzen an einem Ort fest (in diesem Fall wurden sie in einem abgelegenen Herrenhaus auf dem Land eingeschneit) und kommen weder von dort weg, noch können sie Hilfe von außen anfordern. Um wem das bekannt vorkommt – geschlossene Schauplätze haben in der Kriminalliteratur schon eine längere Tradition.

5. „Frei und doch verbunden”
Die Geschichte, sehr lose inspiriert von Daniel Defoes „Robinson Crusoe” und anderen Robinsonaden, ist mir rund zwei Jahre lang immer mal wieder durch den Kopf gespukt, aber ich habe mich damals nicht getraut, sie aufzuschreiben. Ich wusste zu dem Zeitpunkt auch noch nicht, dass queere Bücher und insbesondere welche mit schwulen Liebesgeschichten zunehmend im deutschsprachigen Raum populärer werden. Erst Facebook-Gruppen wie „Homoerotische Lektüre für alle”, „Queere Literatur” und andere haben mir das gezeigt und mich ermutigt, die Geschichte zu schreiben und zu veröffentlichen.

6. „Orangen und Schokolade”
Wenn Protagonistinnen in Liebesromanen Übergewicht haben, hadern sie meistens damit, machen die xte Diät, quälen sich durch Sportprogramme etc. Ich wollte gern mal eine Geschichte schreiben, in der das nicht so ist. Sarah ist Plus-size-Trägerin, genießt aber ihr Leben und tritt für Body Positivity ein. Außerdem hat es mich gereizt, eine Geschichte über zwei sehr unterschiedliche Menschen zu schreiben, zumindest, was ihren Lifestyle betrifft.