Über Gewinnspiele und meine schriftstellerische Tätigkeit

Ein Rückblick auf die vergangenen vier Jahre: Bei jeder Neuveröffentlichung habe ich in dieser Zeit mindestens ein Gewinnspiel oder eine Verlosung gemacht. Außerdem hatte ich zwei Gratisaktionen über Amazon (mit E-Books) , eine zum Welttag des Buches und eine zur Aktion #AllHallowsRead – Verschenk ein Buch zu Halloween. Mehr als zwanzig Mal habe ich Bücher verlost. Ich habe nicht mitgezählt, wie viele Exemplare ich insgesamt auf diesem Weg verschenkt habe.

Allgemein wird gern gesagt. Gewinnspiele sind beliebt unter Leser*innen und sorgen für Reichweite in den sozialen Netzwerken sowie auf Buchportalen. Nach meinen Beobachtungen der letzten vier Jahre ist der Werbeeffekt für mich persönlich allerdings gering. Einen spürbaren Anstieg an Buchverkäufen habe ich nach Gewinnspielen in diesen fünf Jahren nie beobachtet. Zum Teil habe ich auch aufwändige Gewinnspiele gestaltet, z.B. mit Buchstabenrätseln. Die Beteiligung daran war meistens eher gering.

Ich habe auch regelmäßig Buchverlosungen in einem großen deutschen Buchportal angeboten, teilweise mit einer guten Resonanz. Ich hatte mir dadurch auch die für uns Autor*innen so wichtigen Rezensionen erhofft und darum gebeten. Es gibt sehr zuverlässige Blogger*innen und andere Leser*innen, die gern rezensieren. Leider habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass manche Leute trotz der Bitte keine Rezension schrieben oder dass das gewonnene Buch nicht einmal heruntergeladen wurde. Vor allem letzteres fand ich schade.

Das soll nun kein „Jammer“-Beitrag werden, aber ich ich schreibe hier einmal offen über meine Situation: Ich kann von meiner schriftstellerischen Tätigkeit nicht leben und bin zugleich auf den geringen Verdienst mit angewiesen, da ich aus gesundheitlichen Gründen nicht (mehr) auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeiten kann.
Damit ihr eine Vorstellung bekommt vom Verdienst einer Autorin: An jedem verkauften E-Book verdiene ich zwischen ca. 1 und 2 €. Bei Taschenbüchern, die ich auf Veranstaltungen verkaufe, sind es zwischen ca. 3 und 4 €, aber insgesamt habe ich beobachtet, dass zumindest von meinen Büchern wenig Taschenbücher, sondern mehr E-Books gekauft werden. Auch bei Verlagsautor*innen sieht die Gewinnspanne ähnlich aus oder ist sogar noch geringer, wie ich von Kolleg*innen weiß.
Weitere Einnahmen erreiche ich durch gelesene E-Books bei Kindle Unlimited, aber auch das ist nicht viel. Kein Wunder, meine Werke sind „Nischen“-Bücher und haben kein Bestseller-Potential. Es ist halt so: Nicht jede*r Autor*in ist dazu geboren, die nächste J K Rowling zu werden. Davon mal abgesehen, wäre mir ehrlich gesagt auch das damit verbundene Rampenlicht zu viel, allein schon aus gesundheitlichen Gründen.

Mein Fazit aus all dem…
So gerne ich an sich Gewinnspiele und Verlosungen anbiete, ich kann es mir schlichtweg nicht leisten, so viele Bücher zu verschenken. Deshalb wird es nur noch ein, zwei Gewinnspiele/Verlosungen jährlich von mir geben und nicht mehr zu jeder Neuveröffentlichung. Dafür bitte ich um Verständnis.