Interview mit der Krimi-Autorin Alexandra Krebs

Das folgende Interview ist entstanden im Rahmen der „Buchparty für die Daheimgebliebenen zur LBM“

Alexandra schreibt über sich selbst:
Ich bin Alexandra Krebs und komme aus dem schönen Hamburg. Dies ist das Erste, was mich mit Amalia verbindet. Hamburg ist die Stadt, in der auch meine beiden Bücher spielen:
Rache Lieferung frei Haus“ und „Organ auf Bestellung“. Beides Bücher mit dem Ermittler Thomas Eickhoff. Nun aber zu deinen Fragen.

Krimi01

Was oder vielleicht auch wer inspiriert dich?

Alexandra Krebs: Bei „Rache Lieferung frei Haus“ war es im letzten Jahr. Es war Spargelsaison und ich habe in einem dieser Häuser, wo man den leckeren Spargel kaufen konnte, gesessen und habe ihn verkauft. Na Ja noch nichts Weltbewegendes. Aber es wurde auch Schinken verkauft. Leckerer Heideschinken. Einer dieser Blöckchen hatte die Form eines Fußes. Damit war die Idee geboren, dass es um Körperteile im Buch gehen musste. So kam eins zum anderen. Und wieso im Paket werde ich immer wieder gefragt, dann ist meine Antwort: „Du kennst doch die Post, da kann man sich doch alles weitere erklären.“

Bei „Organ auf Bestellung“ war es ein wenig anders. Ich hatte zum Buch „Rache Lieferung frei Haus“ recherchiert und bin dabei, wie auch immer, auf die Organmafia in der Türkei gestoßen. Also habe ich einen Organhandelring nach Deutschland kommen lassen. Es ist also eine kleine Mischung aus dem Organhandel in Deutschland und der Organmafia geworden.

Aber kurz gesagt, das ganz normale Leben ist meine Inspiration. Dazu kommt natürlich wie bei jedem Autor eine dicke Portion Fantasie dazu.

Hast du einen Lieblingskrimiautoren oder ein Vorbild?
Alexandra Krebs: Ich glaube das haben wir alle. Ganz klar vorne ist bei mir Stephen King. Nicht wegen seinem Inhalt, denn ich kann nur etwa die Hälfte seiner Bücher lesen, weil er schon ziemlich gruselig schreibt, sondern aufgrund seiner Geschichte.

Stephen King leidet bekanntlich an der Leserechtschreibschwäche und ohne ein Lektorat und Korrektorat käme er keine zehn Zeilen weit bei den Lesern.

Er wurde bestimmt an die hundert Mal abgelehnt bis eine Freundin einmal sagte: „Komm wir setzen uns gemeinsam ran und überarbeiten es mal. Was daraus geworden ist.“ Ich habe ihn mir aus zwei Gründen als Vorbild genommen.

Erstens ich leide auch an der Leserechtschreibschwäche und zweitens, man muss immer nur weiter machen und an sich arbeiten, dann kann man es schaffen.

Meine Hoffnung ist also, dass ich in einigen Jahren genauso bekannt bin.

Veranstaltest du auch Lesungen? Wenn ja, wo?

Alexandra Krebs: Auch, wenn mir das nie einer abnimmt, ich bin unheimlich schüchtern und unsicher. Ich kann das meistens ganz gut mit Hilfe meiner großen Klappe verheimlichen. Aber noch habe ich es mir nicht getraut.

Dann darf man auch nicht vergessen. Mein Debüt „Rache Lieferung frei Haus“ ist wirklich mein Debüt gewesen und es kam im November heraus. Ich möchte es zum Herbst hin in Angriff nehmen. Aber dafür werde ich dann auch die Werbetrommel schlagen.

Woran arbeitest du aktuell? Magst du uns schon etwas darüber verraten?

Alexandra Krebs: Aktuell arbeite ich an zwei Projekten. Das eine ist ein Fantasybuch über verschiedene Geisterarten und ein Mädchen, welches immer dachte, es sei ein normales Menschenkind. Aber es entsteht ein Kampf zwischen den Erd-Wasser-Luftgeistern und den Feuergeistern um sie. Denn sie könnte die Geisterwelt retten.
Das andere ist wieder ein Krimi. Aber dieses Mal kein Thomas Eickhoff Fall, sondern ein „einfacher“ Hamburg-Krimi. Ein junger Mann gesteht den Mord an seiner Mutter, doch es fehlt jede Spur von der Leiche. Was wohl die Sekte damit zu tun hat, in der er war? Ihm fehlen im Gedächtnis zwei Jahre. Können Martin Phillips und Paula Rhode den Fall lösen?
Hier soll übrigens das erste Mal ein Mann in meinen Büchern sterben. Irgendwie lasse ich gerne Frauen sterben, ich weiß nur noch nicht wieso.

Inwieweit ist die Stadt Hamburg wichtig für deinen Krimi?

Alexandra Krebs: Hamburg ist einfach eine tolle Stadt, sie pulsiert. Es ist egal ob du Tags oder nachts hier lang gehst, es ist immer etwas los. Aber es gibt auch die abgelegenen Ecken von Hamburg. Besonders genannt sei da die Vier und Marschlanden. Dort wohne ich zum Beispiel. Du kannst glaube ich jede Woche eine Geschichte von Hamburg schreiben und du wirst mehr als ein Leben brauchen, um alle Plätze zu beschreiben.

Ich nehme es aber auch gerne, weil ich Hamburg so gut kenne. Wenn ich am Schreibtisch sitze und überlege, dass in Ochsenzoll ein Fundort einer Leiche sein soll, dann sehe ich es vor meinem inneren Auge und es fließt nur. Außerdem mag ich die knurrige Art der Hamburger Polizisten, die ist wirklich einzigartig, und ich kenne viele Polizisten aus anderen Städten Deutschlands.

Außerdem liebe ich meine Stadt und möchte sie durch meine Bücher dem Leser näherbringen.

Wie hast du für dein Buch recherchiert in Sachen Polizei-/Ermittlungsarbeit?

Alexandra Krebs: Für mich ist die wichtigste Adresse die Pressestelle der Polizei Hamburg. Ich vermute die haben meine Telefonnummer schon im Kurzwahlspeicher. Denn ich rufe mit Sicherheit ein bis zwei Mal in der Woche dort an. Ich durfte mir einige Polizeiwachen ansehen und auch das Polizeipräsidium in Alsterdorf. Hier auf dem Land (ja Hamburg hat Land) ist es auch noch ein wenig anders. Hier duzt man sogar den „Dorfsheriff“ und bei einem netten Kaffee erzählt er auch die ein oder andere Sache. Wenn es wiederum um Rechtsmedizin geht oder wie Fallanalytiker arbeiten, dann ist die allerbeste Adresse Dr. Manfred Lukaschewski. Er ist ein Diplomkriminalist und hat sein Doktor zum Thema Fingerabdrücke an Leichen gemacht. Das alles macht ihn zu einem brillanten Kopf in der Kripo und rechtsmedizinischen Arbeit. Ich kann wirklich jedem Krimiautoren nur raten, seine Kompendien zu kaufen. Aber Obacht, man braucht einen starken Magen oder sollte nicht da drinnen lesen, wenn man gegessen hat. Ansonsten ist natürlich eins der besten Dinge, die man haben kann, ein gut funktionierendes Internet und die Schlagworte, die man braucht um Google zu füllen. Aber Achtung, gerade im Bereich Rechtsmedizin ranken sich viele Mythen, hinterfragt alles. Ansonsten ist die Gerichtsmedizin im UKE auch eine sehr gute Adresse. Die brauchen nur Ewigkeiten bis die mal antworten. Aber auf gute Antworten wartet man ja doch gerne.

Kannst du etwas aus deinem Roman oder aus deinem aktuellen Projekt zitieren, ohne zu spoilern?

Alexandra Krebs: Gerne, das erste ist aus „Rache Lieferung frei Haus.“

Mit Handschuhen bewaffnet öffne ich das Paket. Mir kommt ein ekeliger süßlicher Geruch entgegen. Sofort steigen Bilder von Tatorten auf. Der typische Leichengeruch. Ich scheine schon zu lange diesen Beruf auszuüben, da ich gleich daran denken muss. Derjenige, der mir das Paket geschickt hat, hat es mit der Verpackung anscheinend besonders gut gemeint. Es besteht aus mehreren Kartons. Die ineinandergesteckt wurden. Als ich die letzte Pappe freilege, sehe ich Eis, welches helle rote Spuren aufweist, Sorgsam teile ich die Eisschicht und erschrecke mich. Mitten im Eis liegt ein weißlich-bläulicher Finger mit rosa Lack auf dem Nagel.“

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Und aus dem Buch „Organ auf Bestellung“:

„Ich habe die ganze Nacht nicht geschlafen. Ich habe immer wieder nachgedacht, wie man den Fall noch aufarbeiten kann.Gegen fünf Uhr ist mir eine Idee gekommen. Sofort will ich meine These überprüfen und radle ohne zu frühstücken los, unterwegs kaufe ich mir bei einem Bäcker etwas zu Essen, denn der Tag kann wieder lang werden. Gegen halb sieben ist es noch sehr ruhig im Präsidium. Sofort nehme ich mir die Berichte der Rechtsmedizin vor. Ich beginne zu grinsen.“

In deinem Roman „Rache Lieferung frei Haus“ geht es um einen Mord, der mit einer Paketlieferung zusammenhängt. Hast du schon mal ein seltsames Erlebnis im Zusammenhang mit Post gehabt?

Alexandra Krebs: Haben wir das nicht alle schon mal? Aber nein ich habe noch nie Körperteile oder ähnliches bekommen. Post von anderen, wo BARF Essen für Tiere drin waren, das schon, aber das habe ich nur im Gespräch mitbekommen.

Wo ich aber nachgedacht habe, wie die Pakete zu Thomas Eickhoff kommen können, muss ich gestehen war mein erster Gedanke. Mit allem nur nicht mit der Post. Denn wenn die über ein Jahr brauchen unsere Urlaubskarte aus Wismar nach Hamburg zu transportieren, dann verliere ich an Glaubwürdigkeit, würde dann jeden Tag ein Paket bei Thomas Eickhoff ankommen kann. Also eins kann ich dir versichern, niemals werde ich Leichenteile mit der Post verschicken lassen.

Amalia: Das beruhigt mich doch sehr 😉 Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg!

Alexandra Krebs‘ Autorenseite:
https://www.facebook.com/AlexandraKrebsAutorin

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