Interview mit Fantasy-Autorin Nadja Losbohm

Auf der Buchmesse Buch Berlin habe ich die Fantasyautorin Nadja Losbohm kennengelernt. In meinem Buchblog verlose ich am Jahresende ihren Roman „Die Tagebücher des Michael Iain Ryan“. Im Interview erzählt Nadja unter anderem, wie es zu diesem Spinoff  zu ihrer Buchreihe „Die Jägerin“ kam.

Nadja Losbohm
© Nadja Losbohm


Hallo Nadja, vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Seit wann schreibst du und wie bist du zum Schreiben gekommen?

Meine erste Fantasy-Geschichte habe ich mit neunzehn Jahren angefangen zu schreiben. Ich habe schon von Kindesbeinen an sehr gern gemalt und gezeichnet. Allerdings habe ich das alles nur mit halbem Herzen gemacht. Eines Tages habe ich dann die Arbeiten eines Künstlers/ Schauspielers kennengelernt, der sich so wahnsinnig vielen verschiedenen Dingen widmete, u.a. auch dem Schreiben. Das hat mich dazu inspiriert, etwas Neues auszuprobieren, sprich das Schreiben anzufangen. Das Malen und Zeichnen, und auch alles andere wie die Fotografie und das Musizieren, was ich zwischenzeitlich auch angefangen hatte, habe ich an den Nagel gehängt. Geblieben ist das Schreiben, doch genau das ist es, was ich bin.

Schreibst du denn mittlerweile haupt- oder nebenberuflich?
Ich habe einen ganz normalen Brot-Job, wie viele andere Autoren vermutlich auch. Es wäre schön, wenn ich es hauptberuflich machen könnte. Leider ist dem (noch) nicht so. Ich träume also weiterhin davon.

Buch 2
© Nadja Losbohm, Coverdesign: Tom Jay

Bitte erzähl einmal ein wenig über deine fünfteilige Reihe „Die Jägerin“, für diejenigen, die sie noch nicht kennen. Kann man sich deine Heldin Ada Pearce als eine Art Monsterjägerin vorstellen? Mir fiel da spontan die Serie „Buffy the Vampire Slayer“ („Buffy im Bann der Dämonen“) ein, aber ich nehme an, bei dir gibt es keine Vampire? Wenn du soviel verraten magst?

Es ist interessant, dass du „Buffy“ erwähnst. Lustigerweise hatte ich diese Serie beim Schreiben so gar nicht im Kopf. Manch einer mag sich vielleicht an sie erinnert fühlen, aber beim Lesen wird man merken, dass „Die Jägerin“ anders ist. Ada ist eine ganz normale, durchschnittliche, unsportliche Frau, die eines Tages erfährt, dass sie auserwählt ist, die Menschen vor den Kreaturen der Nacht zu beschützen. Diese sind übelriechende, langarmige Monster und auch Vampire, die nicht im Tageslicht glitzern und auch nicht in Liebesgeschichten zur Jägerin verwickelt sind. Ihr zur Seite gestellt ist Pater Michael, ihr Lehrer und Ausbilder. „Die Jägerin“ ist keine reine Fantasy-Geschichte. Es geht vielmehr um die zwischenmenschlichen Beziehungen. Es gibt jede Menge Herzschmerz, aber auch Lacher, denn Ada ist nicht auf den Mund gefallen und bringt ihren Mentor nicht selten zum Erröten mit ihren kessen Aussagen.

Buch 1
© Nadja Losbohm, Coverdesign: Tom Jay

Ich persönlich bin ja immer froh, wenn Vampire nicht glitzern. Und wie kam es zu dem Spinoff, “Die Tagebücher des Michael Iain Ryan“?

Auf diese Idee brachte mich eine Leserin von „Die Jägerin“. Michael Iain Ryan ist niemand Geringeres als Pater Michael aus „Die Jägerin“. Meine weibliche Leserschaft hat einen kleinen Narren an ihm gefressen, und die besagte Leserin meinte, es wäre schön, wenn es eine eigenständige Reihe mit ihm geben würde, da er in „Die Jägerin“ zu kurz kommt. Damit war der Grundstein für sein erstes Tagebuch gelegt. Wer nun überlegt, er müsse zuerst die fünf Bände von „Die Jägerin“ gelesen haben, um Michaels Geschichte zu verstehen – von verschiedenen Leserinnen habe ich gehört, dass dem nicht so ist. Es ist eher so, dass man durch „Die Tagebücher des Michael Iain Ryan“ Lust bekommt, auch „Die Jägerin“ zu lesen.

Ah, also hat dich ein Fan darauf gebracht, wie schön! Das ist natürlich klasse, wenn ein Charakter solche Begeisterung hervorruft, dass LeserInnen ein Spinoff haben möchten. Magst du verraten, woran du aktuell arbeitest? Wird es noch mehr über Pater Michael geben?

Ich arbeite an verschiedenen Projekten. Zum einen arbeite ich am zweiten Tagebuch von Michael, zum anderen auch am sechsten Band von „Die Jägerin“. Ein Abenteuer für sie gibt es noch zu bestreiten. Außerdem trage ich noch ein paar Kurzgeschichten zusammen für meine Anthologie „Die Magie der Bücher“, die ich gern erweitern möchte. Sie ist derzeit nur als Ebook erhältlich, aber einige Leser haben den Wunsch nach einem Taschenbuch geäußert. Dafür braucht die Anthologie allerdings noch ein paar mehr Seiten. 🙂

Bist du 2018 auf Veranstaltungen oder eigenen Lesungen anzutreffen? Falls ja, wo?

Ich hoffe, es klappt, dass ich bei der Leipziger Buchmesse im März und der BuchBerlin dabei sein kann. Lesungen sind bisher (noch) nicht geplant.

Dann drücke ich dir die Daumen, dass du auf den beiden Buchmessen sein kannst. Wie schreibst du – brauchst du etwas bestimmtes zum Schreiben (z.B. Musik, Kaffee, fest eingeplante Schreibzeiten…)?

Feste Schreibzeiten habe ich nicht. Immer wenn ich Zeit und Ideen habe, greife ich zum Stift. Am liebsten trinke ich dabei eine Tasse Stracciatella-Cappuccino. Das Radio oder der Fernseher sind dabei meistens aus bzw. leise gestellt. Ich habe auch eher eine sehr unkonventionelle Arbeitsweise, die ein bisschen an Chaos erinnert, bei der manch ein anderer die Hände über dem Kopf zusammenschlägt. Aber so bin ich eben: ein bisschen spontan – wenigstens beim Schreiben. 🙂

Was war bisher dein schönstes Erlebnis im Zusammenhang mit deiner Autorinnentätigkeit?

Ein einziges kann ich gar nicht nennen. Ich hatte besonders in den letzten Wochen des Jahres einige schöne Erlebnisse, Nachrichten, die mich von Lesern erreicht haben. Eine Leserin schrieb mir zum Beispiel: „Du hast mehr Leser verdient.“ Das fand ich wirklich süß. Ich habe auch wunderbare Komplimente von meinem offiziell ersten männlichen Leser erhalten zu „Die Jägerin“, die eher im analogen oder digitalen Buchregal der Frauen zu finden ist. Und ich habe mich riesig gefreut über die Nominierung für den Deutschen Phantastik Preis 2017 in der Kategorie „Beste deutschsprachige Anthologie“ für „Die Magie der Bücher“. Ich hätte nie gedacht, dass ausgerechnet dieses Buch die Menschen so begeistert. Es war eine echte Überraschung für mich.

Das freut mich sehr für dich. Vielen Dank für das Interview und weiterhin ganz viel Erfolg und gutes Gelingen für deine Projekte!

Nadja Losbohms Autorinnenseite auf Facebook:
https://www.facebook.com/AdaMonsterschreck/

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