
Es ist ein offenes Geheimnis: Von allen Dienstleistungen rund um eine Buchveröffentlichung (Lektorat, Korrektorat, Buchcoverdesign, Vertrieb u.a.) verdienen die Autor*innen selbst am wenigsten. Sie werden von Verlagen nicht für ihre Arbeitszeit bezahlt, sondern gewissermaßen für die Vermarktung ihrer Bücher, bzw. Lizenzen.
Im deutschsprachigen Raum bezahlen die meisten Verlage auch keine Vorschüsse. Das heißt: wer keine Bestseller landet oder am laufenden Band Bücher produziert, wird vom Schreiben allein nicht leben können (statistische Zahlen dazu lassen sich online suchen).
Im Selfpublishing machen es viele Autor*innen so, dass sie Crowdfundings machen, um all die Dienstleistungen rund um ihre Veröffentlichung bezahlen zu können. Ich habe vor mehreren Jahren einmal ein Crowdfunding gemacht, um die Teilnahme mit einem Stand an der Buchmesse Berlin finanzieren zu können. Es ist gelungen, war allerdings sehr zeitaufwändig. Ich weiß auch von anderen Leuten, die Crowdfundings gemacht haben, dass dies sehr viel Arbeit bedeutet. Außerdem gibt es keine Garantie, dass das Crowdfunding erfolgreich ist.
Das andere Modell im Selfpublishing, das ich teilweise mache, ist Arbeitstausch, dadurch lassen sich Kosten reduzieren. Meine Buchcover und Werbebanner etc. kann ich selbst gestalten, auch dank eines Grafikdesignstudiums.
Ich bin Hybridautorin: vier meiner Bücher sind in Kleinverlagen erschienen, den Rest habe ich im Selfpublishing veröffentlicht.
Für bezahlte Werbung habe ich kein Budget, also bin ich auf meine eigenen Werbebeiträge in Social Media angewiesen. Und dort treffe ich auf tausende andere Autor*innen, die ebenfalls Werbung für ihre Bücher machen. Wir alle kämpfen mit den Algorithmen und sinkender Reichweite. Und die Anzahl der Follower oder der Likes entspricht nie der Zahl der Buchkäufe (siehe Fußnote 1).
Nach rund zehn Jahren als Autor*in mit Veröffentlichungen bin ich ziemlich desillusioniert, was den Buchmarkt und meine persönlichen Möglichkeiten betrifft. Ich habe nie damit gerechnet, einen Bestseller zu schreiben. Das ist einfach unrealistisch, weil es nur den wenigsten gelingt. Aber wenn ich, so wie in den vergangenen zwei Jahren, Monate an einem Buch arbeite und sich dieses dann nur zwanzig Mal verkauft, nimmt mir das die Motivation.
Ja, ich hatte auch Bücher, die sich sehr gut verkauft haben, insbesondere die Reihe „Die mysteriösen Fälle der Miss Murray“. Ich bin sehr dankbar für all die Menschen, die dieser Reihe ihre Lesezeit gewidmet haben. Aber ganz ehrlich, ich konnte diese Reihe nicht endlos fortsetzen, weil mir die Ideen für weitere Kriminalfälle ausgegangen sind.
Ich habe noch eine anstehende Veröffentlichung und zwei weitere eigene Buchprojekte, die ich umsetzen möchte, aber danach werde ich voraussichtlich keine weiteren in Angriff nehmen, oder vielleicht nur noch ein Buch pro Jahr schreiben und wie bisher auch, hin und wieder Fanfictions. Mir geht es mittlerweile so: Ich verdiene mehr mit Lektoraten als mit meinen Buchveröffentlichungen. Also werde ich mich in Zukunft mehr auf diese Tätigkeit konzentrieren.
Fußnote:
(1) In diesem Zusammenhang empfehle ich immer wieder gern das folgende Video, in dem die Situation für Instagram analysiert wird: „Instagram und Autoren – Schluss mit dem Stress“ (ca. 39 Minuten)
https://www.youtube.com/watch?v=UHn23higV1M