Vorbestellaktion für das Taschenbuch von „Hexen in Hamburg:Vergoldet“

Ihr möchtet eine eher unbekannte, queere, mehrfach marginalisierte Autorenperson unterstützen, die Selfpublishing macht?

Ihr mögt Cosy Urban Fantasy, mit modernen paganen Hexen? Dann habe ich etwas für euch, ich mache wieder eine Vorbestell-Aktion, diesmal für das Taschenbuch von „Hexen in Hamburg: Vergoldet“. Das ist Band 4 der Reihe, aber wie alle anderen ist er unabhängig von den vorherigen lesbar.

Details zur Vorbestellung:

Schreibt mir eine DM oder eine E-Mail an amaliazeichnerin(at)gmx.de dass ihr das Taschenbuch bestellen möchtet.

Darin nennt mir bitte folgendes: Eure Postadresse für den Versand.
Wenn ihr eine Signierung wünscht, für wen (Name) soll ich das Buch signieren?

Der Preis beträgt 13 € mit 2,70 € Versandkosten, also insgesamt 15,70 €.
Dazu lege ich für euch noch einige gratis Goodies dazu: einen dekorativen Bleistift, Sticker und Tee. Ihr erhaltet das vorbestellte Taschenbuch im Juni als Warensendung, eine Rechnung füge ich mit bei (den Betrag bitte erst nach dem Erhalt des Buches bezahlen).

Hier gehts es zur Buchreihe, auch mit Leseproben.

Inhaltshinweise und Inhaltswarnungen zum Roman „Vergoldet“:

Inhaltshinweise
Freundschaft, Magie, Hexenkunst, Heidentum, moderne Hexen, aromantische Hauptfigur

Inhaltswarnungen
Alkohol, problematischer Umgang mit der eigenen Mental Health (manische Phase), Erbrechen, Gruppe mit sektenartigen Zügen, Sucht, Mobbing, Misgendering (wenig). Folgendes wird erwähnt, nicht näher geschildert: Krebserkrankung, Verlust von geliebten Menschen, Unfall, Suizid, Fehlgeburt, Vergewaltigung, Traumata

Kleines Diversitäts-Lexikon

Ich beschäftige mich schon seit mehreren Jahren mit Diversitätsthemen, sodass ich manchmal vergesse, dass es Menschen gibt, die sich damit (noch) nicht gut auskennen. Deshalb erkläre ich hier in diesem Beitrag einige Begriffe, für Einsteiger*innen, von A bis Z.

Lesezeit (ohne weiterführende Literatur): ca. 12 Minuten

Able-bodied
Das Gegenstück zu behindert, ein Begriff aus dem Englischen

Ableismus
Die Abwertung, Diskriminierung und Unterdrückung von behinderten Menschen. Ähnlich wie bei Rassismus reicht das teilweise Jahrhunderte zurück und ist eine systemische und strukturelle Benachteiligung, z.B. durch Barrieren, die den Alltag für behinderte Menschen sehr erschweren. Im kapitalistischen System werden Menschen zudem stark nach ihrer Leistungsfähigkeit beurteilt und wer aufgrund einer Behinderung nicht in dieses System passt, der erfährt häufig Ableismus. Während in vielen Ländern aktiv an einer Barrierefreiheit gearbeitet wird und behinderte Menschen gut in den Alltag integriert werden, sieht die Situation in Deutschland weniger gut aus, obwohl Behindertenaktivist*innen schon seit Jahren Veränderungen anmahnen.
Zum Thema ableistische Schimpfwörter: Siehe unten bei weiterführender Literatur.

Alltagsrassismus
(siehe auch Mikroagression)
Alltäglich auftretende Formen von Rassismus, die vielleicht weniger schwer erscheinen, aber dennoch für die Betroffenen sehr belastend sein können. (Zum Beispiel ohne zu fragen das Haar einer Schwarzen Person anfassen.)

Antisemitismus
Die jahrhundertealte Diskriminierung von jüdischen Menschen, die unter anderem zu Progromen in mehreren Ländern geführt hat, sowie zum Holocaust.

Behinderung
Erwünschte und neutrale Selbstbezeichnung von behinderten Menschen. Viele von ihnen lehnen Euphemismen ab, z.B. „Handicap“, „Menschen mit besonderen Bedürfnissen“ oder ähnliches. Es ist völlig in Ordnung, „Behinderung“ oder „behindert“ zu sagen.

Bi_PoC
Abkürzung für Black, Indigenous, People of Colour. Der Unterstrich steht dabei für weitere Menschen, die nicht weiß sind.

Bodyshaming

Die Abwertung von Körpern, die nicht den gängigen Schönheitsidealen entsprechen, z.B. nicht schlank sind. Das betrifft insbesondere Leute, die sehr dünn oder dick sind. Bodyshaming kann aber auch kleinwüchsige Menschen treffen, Männer, die unterdurchschnittlich klein sind oder Frauen, die überdurchschnittlich groß sind. Darüber hinaus kann Bodyshaming auch behinderte Menschen treffen, deren Behinderungen sehr sichtbar sind (z.B. manche blinde Menschen oder Leute mit deformierten oder fehlenden Gliedmaßen). Auch Veränderungen in der Körperbehaarung oder beim Kopfhaar können Bodyshaming hervorrufen (z.B. kreisrunder Haarausfall). Besonders verbreitet ist Fatshaming, also die Abwertung von dicken Menschen. Ein weiteres Problem ist außerdem, dass manche betroffene Menschen beispielsweise in medizinischen Kontexten abgewertet werden.


Catcalling

(siehe auch Sexismus): Anmachsprüche, Hinterherpfeifen oder andere sexistische Verhaltensweisen, häufig von fremden Männern gegenüber Frauen, die ihnen fremd sind und denen sie zufällig im Alltag, auf Partys o.ä. begegnen.

Coming-Out
Anderen mitteilen, dass man queer ist (vom Englischen „Coming out of the closet“, „aus dem Schrank kommen“). Coming-outs sind eine sehr persönliche Entscheidung und niemand sollte eine Person gegenüber anderen outen – außer die betreffende Person ist ausdrücklich damit einverstanden. Je nach Umfeld und Lebenssituation kann es gefährlich oder ungünstig sein, sich zu outen. Coming-outs finden häufig auch nicht nur einmal statt, sondern immer wieder, z.B. wenn die betroffene Person neue Leute kennenlernt. Coming-outs können auch anderen Formen von Marginalisierung betreffen, z.B. eine unsichtbare Behinderung offenbaren. Aber der Begriff an sich ist in erster Linie mit der queeren Community verbunden und sollte nicht für andere Bereiche verwendet werden.

Diversität
Diversität ist ein anderer Begriff für (soziale, gesellschaftliche, menschliche) Vielfalt oder auch Vielseitigkeit. Diversität gibt es nicht nur in Bezug auf Menschen, sondern auch bei Pflanzen und Tieren (Bio-Diversität) und beschreibt auch Neurodivergenz – mit dem Begriff Neurodiversität.

Diskriminierung
Handlungen, Vorurteile und Ansichten, die Menschen aufgrund bestimmter Merkmale (z.B. Geschlecht, Ethnie, Religion, Gender-Identität, Behinderung …) herabwürdigen, beleidigen, mit Vorurteilen begegnen oder stark benachteiligen, z.B. bei der Suche nach Arbeit, einer Wohnung, bzw. auch im Alltag.

Entgendern ( siehe Gendern)

Fatshaming (→ siehe Bodyshaming)

Feminismus

Jahrzehntelanger Aktivismus für die Gleichberechtigung von Frauen und FLINTA*, im Vergleich zu Männern. Die Ursprünge des Feminismus reichen zurück ins 19. Jahrhundert. Seitdem gab es in zahlreichen Ländern mehrere Wellen des Feminismus, mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
Mittlerweile wird häufig auch von Queerfeminismus gesprochen, um deutlich zu machen, dass nicht nur cis Frauen besonders unter dem Patriarchat leiden, sondern auch FLINTA* Personen. Feminismus gründet sich, entgegen vieler Aussagen aus der Manosphere, nicht auf Männerhass, sondern möchte die Lebensbedingungen aller Menschen verbessern (u.a. auch deshalb, weil cis Männer ebenfalls unter dem Patriarchat leiden, siehe Fußnote 1)

Gendern, gendersensible/genderneutrale Sprache
Eine Verwendung von Sprache, die alle Gender mit einbezieht und nicht nur das generische Maskulinum verwendet. Manchmal, nicht immer, kommen dabei Sonderzeichen zum Einsatz, zum Beispiel Unterstriche, Gendersternchen oder Doppelpunkte innerhalb eines Wortes. Es ist teilweise umstritten, welche dieser Sonderzeichen am besten lesbar sind.
Viele Leute lehnen solche Sonderzeichen komplett ab und regen sich darüber auf.
Bei genderneutralen Begriffen (z.B. Lehrkraft statt Lehrer) kann auf Sonderzeichen oft verzichtet werden.
In diesem Zusammenhang kann ich das gratis online Lexikon „Geschickt Gendern“ empfehlen. Entgendern ist übrigens der korrekte Begriff für diese Form des Sprachgebrauchs, weil dabei das generische Maskulinum entgendert wird.
Im alltäglichen Sprachgebrauch sagen viele Leute dazu stattdessen allerdings „gendern“.

Inklusion
Das bewusste Einbeziehen von allen Menschen in soziale Gefüge aller Art und die Gesellschaft, ungeachtet ihrer Marginalisierungsformen, beziehungsweise unter Berücksichtigung dieser und ihrer jeweiligen Bedürfnisse. Inklusion wird häufig genannt im Zusammenhang mit behinderten Menschen, bezieht sich aber letztendlich auf alle marginalisierten Leute.

Intersektionalität
Im Zusammenhang mit Diversität beschreibt dies das Ineinandergreifen verschiedener Marginalisierungen. Hier ein Beispiel: Eine trans Frau of Colour, die behindert ist, ist intersektional marginalisiert und von noch mehr Diskriminierungsformen betroffen, als wenn sie z.B. eine able-bodied cis Frau of Colour wäre.
Mehr dazu siehe auch unten bei weiterführender Literatur.


Klassismus

Die Benachteiligung, Abwertung, Herabwürdigung oder Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres sozialen Status, häufig bezogen auf die finanzielle Situation, z.B. Geringverdiener*innen, Arbeitslose, von Armut betroffene Erwachsene und Kinder, Alleinerziehende mit wenig Einkommen, Obdachlose. Diese Form der Diskriminierung reicht jahrhundertelang zurück und war in früheren Jahrhunderten eng verbunden mit dem jeweiligen Stand oder der jeweiligen gesellschaftlichen Klasse, in der sich eine Person befand, daher der Begriff „Klassismus“ (z.B. Arbeiterschicht vs. Oberschicht).

Kolonialismus
Die jahrhundertelange hochproblematische Praxis der gewaltsamen Aneignung von Gebieten, die ursprünglich nicht zum eigenen Land gehörten, auch im Rahmen des Imperialismus. In diesem Zusammenhang wurden einheimische Bevölkerungen vor Ort massiv ausgebeutet, versklavt, ermordet, häufig auch ihrer ursprünglichen Religionen durch christliche Missionarierung beraubt, außerdem kam es vielfach zu verschiedenen Formen von kultureller Aneignung. Die Rohstoffe und angebauten Produkte (z.B. Lebensmittel, Gold und andere Edelmetalle) waren ein hoher Anreiz für die Kolonialisten, die entsprechende Gebiete auszubeuten.
Es gibt auch heutzutage noch modernen Formen des Kolonialismus, z.B. der Stellvertreterkrieg, der zurzeit im Sudan herrscht.

Kulturelle Aneignung
Gemeint ist hier eine respektlose Aneignung von kulturellen Objekten, Praktiken oder Verhaltensweisen, die nicht aus der eigenen Kultur stammen, für eigene Zwecke – häufig auch zur Bereicherung, durch Kommerzialisierung. Beispiele hierfür sind verschiedene spirituelle Praktiken aus aller Welt, die im Westen populär wurden, z.B. Schamanismus, aber im Zuge der Aneignung aus ihren ursprünglichen kulturellen Zusammenhang gerissen wurden. Außerdem gibt es sogenannte geschlossene Traditionen, die für Außenstehende tabu sind (Beispiel dafür sind Hoodoo, die lateinamerikanische Brujeria-Tradition und das westafrikanische Vodún). Weitere Beispiele: exotische Karnevalskostüme oder Buddhafiguren, die rein als Dekoration dienen. In Diskursen ist teilweise umstritten, was als kulturelle Aneignung zählt und was nicht.

marginalisiert, Marginalisierung
Das kommt vom englischen Begriff „margin“ und bedeutet Rand. Es handelt sich um Menschen, die gewissermaßen am Rand der Gesellschaft leben, als Minderheit.
Hier eine Auflistung an möglichen Marginalisierungen, von A bis Z, die keinen Anspruch
auf Vollständigkeit erhebt:

Arme Menschen
Behinderte
Chronisch Kranke (z.B. psychische chronische Krankheiten wie Depressionen und Schizophrenie, Long Covid, ME/CFS, Migräne u.a.)
FLINTA* (das steht für Frauen, Lesben, Intergeschlechtliche, Nichtbinäre, Trans und Agender Menschen.)
Menschen mit Migrationshintergrund
Neurodivergente Menschen (z.B. ADHS, Autismus)
People of Colour, oft abgekürzt als Bi_PoC
Queere (LGBTIAQ*)
Religiöse Minderheiten
Roma, Sinti (bzw. gegendert als Sinti*zze und Rom*nja)
Wohnungslose Menschen

Mikro-Aggression
kleine, häufig subtile Formen von Abwertung, z.B. durch Anstarren, Stirnrunzeln, räumlich deutlich ausweichen (z.B. Straßenseite wechseln, in Öffis anderen Sitzplatz suchen) oder auch abwertende Bemerkungen.

Neurodivergenz
Eine Abweichung (Divergenz) von sogenannten neurotypischen Gehirnen – am bekanntesten sind Autismus, ADHS oder eine Kombination aus beidem, AuDHS. Aktivist*innen setzen sich dafür ein, dass Neurodiversität nicht als eine Störung betrachtet wird, sondern als Teil der menschlichen Vielfalt.
Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Neurodiversit%C3%A4t
In diesem Zusammenhang ist auch die Neurodiversitätsbewegung interessant.

Own Voice
Das beschreibt in der Kunst, Literatur, Filmen etc., dass die verfassende Person eigene direkte Lebenserfahrung mit einem Thema hat, z.B. ein schwuler Autor, der über schwule Figuren schreibt, eine behinderte Drehbuchautorin, die eine Figur mit ihrer Behinderung schreibt oder eine kunstschaffende neurodivergente Person, die sich künstlerisch mit ihrer Neurodivergenz auseinandersetzt. Dabei gilt zu beachten, dass der Hinweis auf Own Voices schwierig sein kann, z.B. wenn sich die betreffende Person dann gezwungen sähe, sich zu outen, dies aber aus persönlichen Gründen nicht möchte (siehe Coming-Out).

Patriarchat
Jahrhundertlang weltweit gewachsene Strukturen und Systeme, die auf der Dominanz und Macht von Männern basieren (das lateinische Wort bedeutet soviel wie: „Herrschaft der Väter“). Dies führt insgesamt gesehen zu zahlreichen strukturellen Problemen und schweren gesellschaftlichen Missständen, darunter Femizide und häusliche Gewalt, weniger Rechte für Frauen und FLINTA* in mehreren Ländern, bis hin zu Kriegen und schweren Kriegsverbrechen.
In heutigen Diskursen wird aber immer wieder deutlich gemacht, dass sogar Männer selbst unter dem Patriarchat leiden (siehe Fußnote 1)

Privilegien

Viele Menschen, die ein Teil der Mehrheitsgesellschaft sind, haben bestimmte Privilegien. Sie sind z.B. weiß, männlich, cisgender, heterosexuell, verdienen gut oder haben vielleicht viel Geld geerbt, eine gute Ausbildung oder ein Studium absolviert, sind able-bodied, grundsätzlich gesund, schlank, ihre Wohnsituation ist angenehm oder noch anderes. Marginalisierten Menschen fehlen solche Privilegien oder sie haben nur wenige. Wenn Menschen sagen, „Jeder ist seines Glückes Schmied“, vergessen sie häufig, dass man nicht alles durch harte Arbeit erreichen kann, wenn in der eigenen Lebenssituation viele der genannten oder noch andere Privilegien fehlen – man kann also eine schwierige Ausgangsbasis habt.
Der Spruch „Check your privileges“ soll Menschen, die sehr privilegiert sind, daran erinnern, dass sie gegenüber marginalisierten Menschen viele Vorteile haben.

Queer
Umfassender Begriff für alle Menschen, die nicht cisgender oder heterosexuell, bzw. dyageschlechtlich (2), romantisch (3) oder allosexuell (4) sind. Ursprünglich stand der Begriff im Englischen eher abwertend für „schräg“ oder „seltsam“, wurde aber von der LGBTIAQ*-Community zumindest in Teilen reclaimed. Einige Mitglieder der Community lehnen den Begriff allerdings ab. Andere argumentieren, dass dieser Begriff politisch ist.

Queerfeindlichkeit
Oft einfach als Homophobie bezeichnet, was allerdings der Diversität der queeren Community nicht ausreichend gerecht wird: Queerfeindlichkeit beschreibt diskriminierende Verhaltensweisen gegenüber queeren Leuten, von Mikroaggressionen bis hin zu Hassverbrechen.

Queerfeminismus (siehe → Feminimus)

Rassismus
Die Abwertung, Diskriminierung, Vorurteile gegen und Unterdrückung von Menschen, die nicht weiß sind (Bi_PoC) – meistens basierend auf der Hautfarbe und Ethnie. Dies ist über Jahrhunderte hinweg entstanden, z.B. durch Kolonialismus, bis hin zur Sklaverei. Es handelt sich um eine systemische und strukturelle Form der Unterdrückung. Übrigens gibt es keinen systemischen und strukturellen Rassismus gegen weiße Menschen. (Ja, auch manche weiße Menschen werden benachteiligt, aber es handelt sich nicht um systemischen oder strukturellen Rassismus.)

Repräsentation
Gemeint ist hier die Darstellung von marginalisierten Menschen (oder in der Phantastik auch Wesen) in der Kultur, z.B. in Filmen, Serien, Büchern, Theater, Games u.a. Durch eine authentische, gelungene Repräsentation können sich auf gleiche oder ähnliche Weise marginalisierte Menschen besonders gut mit den entsprechenden Figuren identifizieren und fühlen sich dadurch gesehen.
Entsprechende Repräsentationen können auch zu einem Empowerment beitragen und sich positiv auf das Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein auswirken. Sie können außerdem teilweise helfen, mit eigenen Bewältigungsschwierigkeiten, die durch die Marginalisierung entstehen, besser umgehen zu können oder eine andere Perspektive darauf zu erhalten.

Safe(r) Space
Ein Raum, in denen marginalisierte Menschen unter sich sind und den sie als sicher erleben. Solche Räume bieten Möglichkeit für Austausch und einige Menschen können sich dort auch leichter gegenüber anderen öffnen, da diese für sie aus eigener Lebenserfahrung heraus ein tieferes Verständnis aufbringen, als Nichtbetroffene. Safe(r) Spaces sind aber nicht automatisch sicher für alle, die dort sind, deshalb wird hier häufig von „safer“ statt dem bestimmteren „safe“ gesprochen. Die jeweilige Community muss aktiv, z.B. durch bestimmte Regeln, dafür sorgen, dass sich alle sicher fühlen können. Solche Räume können z.B. sein: queere oder migrantische Kultureinrichtungen, Meet-ups und Stammtische, Vereine oder noch andere.

Saneismus
Vorurteile, Diskriminierungen und Stigmatisierungen von Menschen mit chronischen oder akuten psychischen Erkrankungen (von englisch „sane“: psychisch gesund) oder aber basierend auf der Annahme, dass Betroffene psychisch krank seien, obwohl sie es nicht sind. Im Alltag häufig verwendete abwertend gemeinte Schimpfworte wie „wahnsinnig“ oder „schizophren“ zählen auch zum Saneismus.

Schwarz
stets großgeschriebene Eigenbezeichnung Schwarzer Menschen (nicht nur am Satzanfang, sondern auch mitten im Satz, als Adjektiv). Dazu ein Zitat von Amnesty International: „Schwarze Menschen ist eine Selbstbezeichnung und beschreibt eine von Rassismus betroffene gesellschaftliche Position. „Schwarz wird großgeschrieben, um zu verdeutlichen,dass es sich um ein konstruiertes Zuordnungsmuster handelt und keine reelle‘ Eigenschaft‘, die auf die Farbe der Haut zurückzuführen ist. So bedeutet Schwarz-Sein in diesem Kontext nicht, einer tatsächlichen oder angenommenen ‚ethnischen Gruppe‘ zugeordnet zu werden, sondern ist auch mit der gemeinsamen Rassismuserfahrung verbunden, auf eine bestimmte Art und Weise wahrgenommen zu werden.“  (Quelle: Jamie Schearer, Hadija Haruna, Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD), Über Schwarze Menschen in Deutschland berichten, Blogbeitrag, 2013)

Sexismus
Handlungen und Ansichten, die Menschen aufgrund ihres Geschlechts diskriminieren, herabwürdigen, beleidigen oder anderweitig schädigen. Häufig sind Frauen und FLINTA* hiervon betroffen. Einige Beispiele von Sexismus sind die Bevorzugung von Männer bei der Vergabe von Arbeitsstellen, Cat-Calling, herablassende Witze über Frauen.

SWERF
Die Abkürzung steht für „Sex Worker Excluding Radical Feminist“ – sich selbst als „Feminist*innen“ bezeichnende Leute, die sich nicht für die Rechte von Sex-Arbeiter*innen einsetzen und/oder diese ganz aus ihren Kreisen und ihrem Aktivismus ausschließen.

TERF
Die Abkürzung steht für „Trans Excluding Radical Feminist“ – selbsternannte Feminist*innen,
die trans Frauen und trans Männer, sowie häufig auch nichtbinäre Personen aus ihrem Aktivismus ausschließen. Nicht selten verhalten sich diese „Feminist*innen“ auch offen feindselig gegenüber trans und nichtbinären Personen.

Fußnoten:
(1) siehe z.B. diesen Beitrag von Rising Gaze: „Wie Männer unter dem Patriarchat leiden“
https://www.instagram.com/p/DPru2FFCIXn
bzw. ohne Instagram zu öffnen: https://imginn.com/p/DPru2FFCIXn/
(2) dyageschlechtlich: Das Gegenstück zu intergeschlechtlich
(3) als Gegenstück zu aromantischen Menschen
(4) allosexuell: Ein Gegenstück zu asexuell (wobei das ein Spektrum ist)

Weiterführende Literatur

Das Glossar des Queer Lexikons erläutert viele queere Begriffe:
https://queer-lexikon.net/lexikon/glossar/

„Vielfalt · Das andere Wörterbuch: 100 Wörter – 100 Menschen – 100 Beiträge“
(hrsg. von Sebastian Pertsch, Duden Verlag)
aus dem Jahr 2023
ISBN: 978-3-411-75601-8
https://shop.duden.de/Vielfalt/9783411756018

Der englischsprachige Essay, der den Begriff „Intersektionalität“ geprägt hat:
„Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination – Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics
von Kimberle Crenshaw
https://chicagounbound.uchicago.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1052&context=uclf

„Blind, taub, dumm: Wie Ableismus sich in unserer Sprache zeigt“
https://www.neuenarrative.de/magazin/wie-ableismus-sich-in-unserer-sprache-zeigt

Liebe Romantasy-Autor*innen, wir müssen reden

Lesezeit: ca. 3 Minuten (ohne die weiteren verlinkten Texte)

Was hypermaskuline Figuren und zierliche Protagonistinnen zu tun haben mit viralen Trends wie Looksmaxxing, SkinnyTok und wie sie mit modernem Faschismus und Rechtsextremismus verbunden sind.

Ich lese nicht viel Romantasy, aber ich sehe häufig Werbung dafür und in dem Zusammenhang auch Charakterportraits. Ich sehe auch immer mal wieder Videos von Buchblogger*innen, die Romantasy vorstellen. Und das, was ich da sehe und höre, macht mir Sorgen. Denn die Schönheitsideale, die da repräsentiert werden, gab es teilweise auch schon in den 1930ern im Faschismus.

Was meine ich damit? Hypermaskuline Figuren mit stark definierten Kiefern, „Hunter Eyes“ und Body-Building-mäßig trainierten muskulösen Körpern, die außerdem meistens sehr groß und kräftig sind. Der Trend Looksmaxxing lässt grüßen. Schaut euch Propagandabilder aus der NS-Zeit an. Schaut euch Bilder an aus den nationalsozialistischen Propagandafilmen von Leni Riefenstahl. Und dann vergleicht diese mal mit den Charakterportraits oder Beschreibungen der männlichen Figuren in der Romantasy.

Dem gegenüber stehen fast immer kleine, sehr zierliche, dünne Frauenfiguren, die buchstäblich schwach sind. Aber aus irgendwelchen unrealistischen Gründen können sie dann trotzdem oft kämpfen „wie ein Mann“. Hier sehe ich Parallelen zum aktuellen Schönheitsideal für Frauen, der auch in Richtung klein, petite, zierlich geht. Warum das eigentlich überhaupt nicht romantisch, sondern schlecht ist? Dazu habe ich einen Blogbeitrag geschrieben: „Wie das Patriarchat Frauen und FLINTA* Personen kontrolliert“ (Fußnote 1)

Im rechten Backlash der letzten Jahre wünschen sich offenbar viele, in der Realität oder in der Fiktion, traditionelle, aber überholte Rollenbilder zurück. Um es mal überspitzt zu formulieren: Der starke, kompetente Mann, der für die (kleine, schwache) Frau sorgt und sie auf Händen trägt.

Und da ist nun meine Frage an euch: Wollt ihr wirklich diese völlig überholten Rollenbilder in euren Romantasy-Geschichten repräsentieren? Hate to break it to you: Das ist nicht romantisch, und das ist auch nicht hot. Das ist ein konservatives oder auch faschistisches Ideal.

Hier ein Gegenvorschlag: Body-Diversity. Wie wäre es mit einem Helden, der nicht super durchtrainiert ist, und sich trotzdem mutig ins Abenteuer stürzt? Auch Kämpfe lassen sich anders bewältigen als durch reine Muskelkraft, z.B. mit Geschmeidigkeit und Beweglichkeit. Wie wäre es mit dem Love Interest, der ein weiches Kinn hat, statt eines harten Kiefers? Wie wäre es mit einem Protagonisten, der keine „Hunter Eyes“ hat, sondern einen anderen Augenausdruck? Wie wäre es mit einer Protagonistin, die so groß (oder fast so groß) wie ihr Love Interest ist, sodass sie sich buchstäblich auf Augenhöhe begegnen können? Wie wäre es mit einer Heldin, die nicht dünn und zierlich ist? Und wie wäre es grundsätzlich mit Figuren, die irgendeinen körperlichen „Makel“ haben, also nicht perfekt sind? Das kann alles mögliche sein. Eine Körperbehinderung. Muttermale oder Narben. Eine Kriegsverletzung, die nicht vollständig heilbar ist. Kreisrunder Haarausfall. Vielleicht fällt euch noch etwas anderes ein?

Denn mal ganz ehrlich: Perfektion ist langweilig. Vor allem, wenn die Helden und Heldinnen in sämtlichen Romantasy-Romanen alle als so perfekt beschrieben werden, dass sie völlig austauschbar wirken. Gönnt euren Figuren Body-Diversity. Das macht sie interessanter und unverwechselbarer.

Fußnote 1:
https://amalia-zeichnerin.net/wie-das-patriarchat-frauen-und-flinta-personen-kontrolliert/

Weiteres zum Lesen und Anschauen:

„The Necessity for Diversity: Beauty Standards in Novels“ by E Dunsmuir.
https://www.strikemagazines.com/blog-2-1/the-necessity-for-diversity-beauty-standards-in-novels

„Wie problematisch virale Schönheitsideale wirklich sind: Das steckt hinter #Skinnytok & Looksmaxxing“ von Nicole Hofmarcher
https://wienerin.at/lifestyle/skinnytok-looksmaxxing/

Doku: Gefährlicher Trend „Looksmaxxing“: Wie weit gehen junge Männer für Schönheit?

„Looksmaxxing: ein gefährlicher TikTok-Trend für unsichere junge Männer, aus toxischer Männlichkeit und Körperscham“ von Dr. Dirk Stemper

„Body Fascism: SkinnyTok, the Far Right, and Why You Think You Want to Be Thin. How diet culture, wellness aesthetics, and authoritarian politics collide — and what it’s costing women’s health, autonomy, and power“ by Bec Cameron
https://beccameron.substack.com/p/body-fascism-skinnytok-the-far-right

„How the far right is using thinness to radicalise women and teen girls – The far right has normalised much of its ideology within mainstream politics – and ‘body fascism’ is part of that“ by Lois Shearing https://www.opendemocracy.net/en/far-right-radicalise-thin-skinny-fat-shame-women-girls-social-media-tiktok

„Looksmaxxing, Mogging & the Sexual Market Place: the latest far-right manosphere subculture“ by Harper Cleves
https://www.solidarity.ie/2026/03/looksmaxxing-mogging-the-sexual-market-place-the-latest-far-right-manosphere-subculture

Dear Romantasy Authors, We Need To Talk


Reading time: ca. 3 minutes (without the further reading suggestions)

What hyper-masculine male characters and petite female protagonists have to do with viral trends like looksmaxxing, SkinnyTok and their connection to modern day fascism and right wing extremism.

I don’t read a lot of romantasy, but I often see promo content about it and also character portraits. I also see videos by book bloggers who present romantasy. And what I read and see makes me worry. Because the beauty standards which are presented have already been a thing in the 1930ies, in fascism.

What do I mean? Hyper-masculine characters with defined jawlines, „hunter eyes“ and extremely muscular bodies who are also mostly very tall and very strong. The trend „Looksmaxxing“ says hi.

Take a look at historical propaganda images from Nazi Germany. Take a look at propaganda film images of the films of Leni Riefenstahl. And then compare these with the descriptions of male characters in Romantasy novels, or with respective character portraits.

On the other side, there are almost always very small, tiny, petite female characters, which are literally weak on a physical level. Yet somehow, for no realistic reason, they often can fight „like a man“. I see parallels here to the recenty beauty ideal for women which gets promoted by SkinnyTok and such: very thin women. Why this is not romantic at all, but bad? I have written a blog post about this – sorry, only in German. But I have linked a couple of other articles about this topic down below, as further reading suggestions.

Following the right-wing backlash of recent years, apparently a lot of folks long for, in reality or in fiction, old role models to be brought back. To put it bluntly: The strong, competent man who takes care of the (weak, tiny) woman.

So my question to you is, do you really want to represent these old-fashioned and out-of-touch gender roles and beauty standards in your romantasy stories? Hate to break it to you: This isn’t romantic and it’s also not hot. It’s a conversative, right-wing, fascist ideal.

I have another suggestion for you: Body Diversity. How about a hero who is not super trained and brawny, yet still sets out for his adventure bravely? Battles and fights do not always need muscular strength, you can also use flexibility. How about the male love interest with a soft chin instead of a hard jaw line? How about a protagonist without „hunter eyes“, but a different expression to his eyes? How about a female main character who is as tall (or almost as tall) as her love interest, so that both can literally be on a par with each other? How about a heroine who isn’t petite and small. And how about characters who have some kind of physical „flaw“, so they are not perfect? This can be a range of this. A physical disability. Moles or scars. A battle wound which cannot be healed. Alopecia (loss of hair). Or maybe you have another idea?

Because to be honest, perfection is boring. Especially when all the heroes and heroines in all the romantasy novels are described as so perfectly looking, that they become completely interchangeable. Treat your characters with body diversity. This makes them more interesting and unmistakable.

Further Reading Suggestions:

„The Necessity for Diversity: Beauty Standards in Novels“ by E Dunsmuir.
https://www.strikemagazines.com/blog-2-1/the-necessity-for-diversity-beauty-standards-in-novels

„Body Fascism: SkinnyTok, the Far Right, and Why You Think You Want to Be Thin.
How diet culture, wellness aesthetics, and authoritarian politics collide — and what it’s costing women’s health, autonomy, and power“ by Bec Cameron
https://beccameron.substack.com/p/body-fascism-skinnytok-the-far-right

„How the far right is using thinness to radicalise women and teen girls – The far right has normalised much of its ideology within mainstream politics – and ‘body fascism’ is part of that“ by Lois Shearing
https://www.opendemocracy.net/en/far-right-radicalise-thin-skinny-fat-shame-women-girls-social-media-tiktok

„Looksmaxxing, Mogging & the Sexual Market Place: the latest far-right manosphere subculture“ by Harper Cleves
https://www.solidarity.ie/2026/03/looksmaxxing-mogging-the-sexual-market-place-the-latest-far-right-manosphere-subculture

Buchblogger*innen gesucht

Hast du grundsätzlich Interesse an Rezensionenexemplaren (als E-Book)?
Oder stellst du auch hin und wieder Bücher in deinem Blog vor, die du nicht selbst gelesen hast, aber vom Thema her interessant findest? Vielleicht findest du ein für dich passendes Buch bei mir.

Bei mir gibt es …

Ich biete Rezensionsexemplare als E-Book für alle meine Veröffentlichungen an, bis auf die Reihe „viktorianische Krimis mit Mrs und Mr Fox“.

Ich vergebe keine Frist, bis wann das Buch gelesen werden muss, aber es wäre schön, wenn ich nicht 6 Monate oder so warten muss. Bitte melde dich entsprechend nur, wenn du das Buch innerhalb eines halben Jahres lesen und rezensieren kannst.

Mein längstes Buch ist übrigens nur 362 Seiten lang, die meisten haben so um die 250 Seiten, oder etwas weniger oder etwas mehr. Es sind also keine langen Wälzer.

Bzw. falls du eines meiner Bücher vorstellen magst, sende ich dir gern entsprechende Bilder vom Buchcover, Klappentext und was im Buch enthalten ist als Stichworte.

Meine Veröffentlichungen findest du hier. Sie sind auf meiner Webseite nach Genres sortiert und dort gibt es auch jeweils Leseproben bei den Büchern und eine Übersichtsseite mit Inhaltswarnungen.

Wenn du Fragen oder Interesse hast, schreib mir gern eine E-Mail an amaliazeichnerin(at)gmx.de

Es ist mir übrigens egal, wie viele Follower du hast oder wie viele Leute deinen Blog regelmäßig lesen. Ich würde mich einfach über eine Zusammenarbeit mit Buchblogger*innen freuen.

Mein einziges No-Go: Ich lehne gen. KI in der Kunst ab. Wenn du in deinem Buchblog Bilder oder Videos, Musik etc. mit gen. KI verwendest, oder deine Text mit gen. KI schreibst, dann schreibe mich bitte nicht an.

Bestellaktion

Foto: Thought Catalogue, Unsplash

Ich bin auch in diesem Jahr nicht auf Messen oder Cons mit einem Stand. Ich lebe mit Existenzminimum und kann mir es nicht leisten, auf gut Glück Bücher für eine Veranstaltung drucken zu lassen, ohne zu wissen, ob sie alle verkauft werden. Darüber hinaus bin ich Risikopatient*in, was Covid betrifft und vermeide Großveranstaltungen.

Deshalb freue ich mich um so mehr, wenn Leute bei mir Taschenbücher bestellen, die ich gern signiere und dazu gibt es dann auch einige Goodies.

Also mache ich nun eine allgemeine Bestellaktion:
Sucht euch bei Interesse ein Buch von mir (oder auch mehrere) aus.
Meine Veröffentlichungen gibt es hier, nach Genres sortiert und mit
Leseproben: https://amalia-zeichnerin.net/veroeffentlichungen/
Viel Spaß beim Stöbern.

Das gewünschte Buch bestelle ich dann für euch, signiere es auf Wunsch und obendrauf gibt es wie gesagt noch einige Goodies, z.B. Sticker und Tee. Ihr bekommt das Buch als Warensendung per Post, mit einer Rechnung. Bitte erst nach Erhalt der Sendung zahlen, das ist mit Paypal oder Banküberweisung möglich.

Versandkosten:
Bei einem einzelnen Buch kostet der Versand 2,70 € (Porto für eine Warensendung),
bei mehreren Bücher versende ich ein DHL-Päckchen oder Paket (Preis für die Versandkosten auf Nachfrage).

Bitte schreibt mir eine E-Mail an amaliazeichnerin(at)gmx.de mit dem gewünschten
Buch, eurer Postadresse für den Versand und einer Angabe, ob ihr eine Signierung
haben möchtet oder nicht (und falls ja, mit welchem Namen von euch oder einer anderen Person, falls ihr das Buch verschenken möchtet).
Alternativ könnt ihr mir auch eine Nachricht in Social Media schreiben, hier im Linktree sind meine Profile zu finden.

Mental Health Aufklärung: Was sind Psychosen?

Foto: Luke Jones, Unsplash

Mental Health Aufklärung: Was sind Psychosen?

Lesezeit: ca. 4 Minuten

Vorweg: Ich schreibe diesen Beitrag auch für Autor*innen, die über dieses Phänomen schreiben wollen oder sich erst einmal grundsätzlich informieren möchten. Ich biete auch Sensitivity Readings zu diesem Thema an.

Die kurze Antwort auf die oben genannte Frage: Psychosen sind ein starker Realitätsverlust, bei dem Denken, Fühlen und Wahrnehmungen sehr beeinträchtig werden. Häufig werden sie von Halluzinationen begleitet.

Nun ausführlicher:

Wodurch werden sie ausgelöst?

Psychosen können innerhalb von psychischen Erkrankungen auftreten, z.B. bei Schizophrenie und bipolarer Störung. Sie können auch die Folge eines traumatischen Erlebnisses sein. Psychosen können außerdem durch psychoaktive Drogen ausgelöst oder verstärkt werden. (Das ist übrigens ein Grund, warum ich persönlich nie Drogen konsumiert habe.)

Wie lange dauern Psychosen?
Das ist extrem unterschiedlich, oftmals dauern sie mehrere Stunden oder Tage. Unbehandelt können sie unter ungünstigen Bedinungen wochenlang andauern oder länger und sich immer weiter verstärken. Oder auch, unter günstigen Umständen, wieder abklingen.

Welche Symptome gibt es?
Da gibt es eine große Bandbreite. Psychosen können mit Wahnvorstellungen und Paranoia einhergehen. Wahnvorstellungen können z.B. sein, dass man sich für eine andere Person hält oder an einer anderen wahnhaften Idee festhält, die nicht der Realität entspricht. Es kann auch zu Wahrnehmungen kommen, bei denen sich das eigene Selbst quasi auflöst und man sich grenzenlos fühlt, oder auch ganz stark verbunden mit allem, ohne die sonst übliche Distanz zu anderen Personen, Objekten, Tieren, Pflanzen und so weiter.
Manche Personen mit Psychosen erleben auch eine Art Zersplitterung des eigenen Selbst,
was sehr beängstigend sein kann.

Ein weiteres häufiges Symptom sind Halluzinationen visueller oder auditiver Art. Bekannt ist aus dem Bereich der Schizophrenie das „Hören von Stimmen“.

Aus meiner Sicht hilft eine Analogie aus dem Bereich des Drogenkonsums weiter, um Psychosen zu verstehen: Je nach Droge und Situation können „Trips“ als sehr beängstigend oder erschütternd erlebt werden, oder aber eher als etwas Angenehmes. Auch Psychosen können von den Betroffenen sehr unterschiedlich wahrgenommen werden, je nach den Themen und Symbolen, die darin auftreten.

Manche Psychologen und Psychiater raten dazu, sich diese Themen oder Symbole nach dem Abklingen der Psychose genauer anzuschauen und zu interpretieren. Zum Beispiel in diesem Sinne: „Was möchte diese Wahnvorstellung dir über dein Leben sagen?“ Ein religiöser Mensch wird unter Umständen im Rahmen einer Psychose mit religiösen Inhalten konfrontiert, bei einem atheistischen Menschen sind es wohl eher andere Inhalte.

Übrigens: Sicherlich habt ihr schon mal historische Geschichten über katholische Heilige und andere bekannte Menschen gehört, die der Überlieferung nach göttliche Visionen hatten. Beispiele hierfür sind die katholische Heilige Teresa von Ávila (1) und die Benediktinerin Hildegard von Bingen.

Ich wage zu behaupten, dass einige Menschen wie Theresa und Hildegard in der heutigen Zeit und in den westlichen Gesellschaften eher in einer Psychiatrie landeten, wenn sie ihrem Umfeld von göttlichen Visionen erzählen würden.

Der Übergang von spirituellen Visionen und Erlebnissen zu einer Psychose mit starkem Leidensdruck kann jedenfalls fließend sein. Aber das ist ein Thema für sich und würde diesen Blogbeitrag sprengen. Unter „Weiteres“ habe ich unteneinen interessanten Blogbeitrag von Ellen Olivia Hawthorn aka That HelPolWitch zu diesem Thema verlinkt, in dem they auch von eigenen Psychoseerfahrungen berichtet.

Bei diesem Thema finde ich ein Zitat von Joseph Campbell passend: „The psychotic drowns in the same waters in which the mystic swims with delight.” (Übersetzt: „Der psychotische Mensch ertrinkt in denselben Gewässern, in denen ein Mystiker mit Freude schwimmt.“)

Sind psychotische Menschen gefährlich?

Fangen wir mit einem Extremthema an: Man kennt es aus blutrünstigen Thrillern, Horrorfilmen und Krimis: Ein psychotischer Mörder macht eine Stadt unsicher, oder Ähnliches.

Es ist richtig, dass psychotische Menschen unter negativen Umständen eine Gefahr für sich selbst oder andere Personen darstellen können. Aber das ist längst nicht bei allen der Fall. Viele psychotische Menschen haben vor allem Probleme, ihren Alltag zu meistern und benötigen Unterstützung: aus ihrem Umfeld, therapeutisch, mit Medikamenten.

Wer mitten in einer schweren Psychose steckt, kann außerdem oft kaum noch klar denken und auch nichts Langfristiges planen. Entsprechend ist das Stereotyp aus Thriller/Horror/Krimi falsch, dass ein psychotischer Mörder (meistens als „wahnsinnig“ bezeichnet) seine Morde kaltblütig und durchdacht plant. Ein wirklich psychotischer Mensch wäre dazu kaum in der Lage.

Ich selbst hatte mehrfach in meinem Leben Psychosen, die letzte zum Glück im Jahr 2008.
Nicht zuletzt dank Therapien und guten Medikamenten (auch Anti-Psychotika) hatte ich seitdem diese Form von Realitätsverlust nicht mehr.

Last but not least: Verwendet bitte im Alltag den Begriff „psychotisch“ nicht umgangssprachlich für etwas oder eine Person, die ihr „verrückt“ findet. Ihr habt das sicherlich schon mal gehört, Phrasen wie: „Der ist ja voll der Psycho!“ oder „Das ist so psychotisch!“ (Oder auch „Das ist so schizophren!“)
Damit würdet ihr nämlich zu einer Stigmatisierung beitragen, mit der sich viele Betroffene sowieso schon ständig herumschlagen müssen. Bitte macht das nicht.

Und noch etwas: In einem Video von Marie Joan habe ich mit Schrecken erfahren, dass manche Leute Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Neurodivergenz fetischisieren. (3) Bitte macht das nicht. Und wenn ihr Leute kennt, die das tun, weist sie auf Folgendes hin: Das ist nie ein Kompliment an die betroffene Person, sondern eine Form von ekliger Objektifizierung (in lack of a better word).

Fußnoten:
(1) Teresa von Ávila https://de.wikipedia.org/wiki/Teresa_von_%C3%81vila
(2) https://de.wikipedia.org/wiki/Hildegard_von_Bingen
(3) Marie Joans Video auf YouTube: „crazy, hot, gestört: die LÜGE des „CRAZY GIRLS“ – von Hexen zu Borderline…“

Weiteres
„I am Blessed, I am Damned: On Having Psychosis With Religious Themes When You’re a Witch“ von Ellen Olivia Hawthorn | That HelPolWitch
https://thathelpolwitch.com/psychosis-witchcraft/

Ein empfehlenswertes Sachbuch zum Thema, in dem auch viele Betroffene zu Wort kommen: „Stimmenreich – Mitteilungen über den Wahnsinn“ von Th. Bock, J.E. Deranders und I. Esterer, Psychiatrie Verlag, Bonn, 2001
Zitat daraus: „Versuche der Verständigung von Psychose*-Erfahrenen, Angehörigen und Psychiatrie-MitarbeiterInnen im Hamburger Psychose*-Seminar“

In diesem Zusammenhang auch sehr interessant:
„We’re all mad here? Darstellung von Schizophrenie in den Medien“ von der Autorin und Psychologin Elea Brandt
https://eleabrandt.de/2020/01/30/schizophrenie-in-den-medien/

Ein aus meiner Sicht empfehlenswertes englischsprachiges Buch über „Spiritual Emergencies“, mit vielen Erfahrungsberichten betroffener Leute: „Breaking Open: Finding a Way Through Spiritual Emergency“, herausgegeben von Jules Evans und Tim Read

Tipps für Autor*innen: Wenn ihr ein Manuskript bei einem Verlag einreichen wollt…

In letzter Zeit gab es eine Kontroverse um den ab morgen geschlossenen Phantorion Verlag. Mehrere Autor*innen und Buchbloggende haben darüber u.a. auf Instagram berichtet, außerdem kann ich einen Artikel vom Literaturcafé empfehlen (siehe Fußnoten).

Und das ist bei weitem nicht der erste Skandal um einen Verlag. Einige von euch erinnern sich vielleicht noch an die Kontroversen um den Papierverzierer Verlag und „Bundesamt für magische Wesen“ (beide existieren nicht mehr).

Hier meine Tipps:

Zunächst mal, reicht wirklich nur dann Manuskripte ein, wenn der Verlag deutlich gemacht hat, dass sie aktuell Manuskripte annehmen. Entsprechende Hinweise findet ihr entweder in Social Media, oder auf der Verlagswebseite.

Prüft, auf wen ihr euch einlasst.
Schaut euch das Impressum der Verlagswebseite an. Fehlen dort Angaben, z.B. eine Adresse? Und welche Person(en) werden im Impressum genannt?

Schaut euch auch die Webseite genauer an. Macht sie einen guten Eindruck auf euch? Sind Bücher leicht zu finden, bzw. gibt es gut strukturierte Kategorien, falls der Verlag mehrere Genres verlegt? Gefällt euch das Buchcoverdesign?

Hört euch unter anderen Autor*innen um, ob sie den Verlag empfehlen können. Das muss nicht öffentlich sein, ihr könnt z.B. eine DM schreiben. Wie konstruktiv ist die Zusammenarbeit? Gibt es ein gutes Lektorat und Korrektorat? Dürfen sie beim Buchcoverdesign ein Wort mitreden? Werden Tantiemen regelmäßig gezahlt? Gibt es häufiger Probleme?

Ist der Verlag auch auf Buchmessen dabei? (Nicht jeder Kleinverlag kann das leisten, aber mehrere schon.)

Lest euch auch Verträge ganz genau durch. Fragt im Zweifelsfall bei anderen Autor*innen nach, falls euch etwas unklar ist.

Bitte beachten: Manche Kleinverlage sind sehr kleine Eine-Person-Betriebe, die mehrere Freiberufler*innen engagieren (für Lektorate, Korrektorate, Buchcoverdesign…). Manche Kleinverleger*innen arbeiten zusätzlich in einem Brotjob. Entsprechend kann es sein, dass es lange dauert, bis ihr eine Antwort auf eure Manuskripteinreichung erhaltet.

Fußnoten:
Reel von Jenny Magical auf Instagram:
https://www.instagram.com/reel/DWeO6D3igfb/

Artikel vom Literaturcafé:
https://www.literaturcafe.de/phantorion-verlag-am-ende-wo-ist-das-new-adult-magazin-bookframe/

Weiteres:
„Druckkostenzuschussverlage und andere Methoden, Autor*innen zur Kasse zu bitten“
https://amalia-zeichnerin.net/druckkostenzuschussverlage-und-andere-methoden-autorinnen-zur-kasse-zu-bitten/

Weitere gute Tipps von Nora Bendzko auf Instagram:
https://www.instagram.com/p/DWwVDQuDQUl/

Tipps von Iva Moor:
„Wie erkennt man einen seriösen Verlag? – Teil 1: Grundsätze“
https://silbenalchemie.wordpress.com/2016/07/04/wie-erkennt-man-einen-serioesen-verlag-teil-1-grundsaetze/

Gute Buch-Alternativen zu „Harry Potter“ und der „Wizarding World“

Lesezeit: ca. 4 Minuten
Inhaltswarnung: Transfeindlichkeit, anti-trans Aktivismus (erwähnt)

Kürzlich wurde bekannt: Die erste Staffel der HBO-Serienverfilmung von „Harry Potter“ soll ab Weihnachten 2026 gezeigt werden. Und ich rufe hiermit dazu auf, sie sich nicht anzuschauen. Es sei denn, ihr wollt eine Milliardärin finanziell unterstützen, die sich seit mehreren Jahren aktiv gegen trans Rechte einsetzt, auch massiv mit ihrem Geld – und dieser anti-trans Aktivismus, auch von anderen Akteuren, hat in UK unter anderem zu transfeindlichen Gesetzesänderungen geführt. Wenn ihr dies nachlesen wollt, weil es so unglaublich klingt, befragt bitte eine Suchmaschine eures Vertrauens oder schaut z. B. hier (Fußnote 1). Besagte Milliardärin wird auch an dieser neuen Serienverfilmung mitverdienen. Zu diesem Thema kann ich auch einen Instagrambeitrag von Cosplaytearoom empfehlen (Fußnote 2).

Ich weiß, dass viele Leute mit „Harry Potter“ angenehme Kindheits- oder Jugenderinnerungen verbinden, sei es mit den Büchern, den Filmen, Games oder dem Gemeinschaftsgefühl im Fandom, oder noch aus anderen Gründen. Wenn ihr euch von all dem nicht trennen könnt, was ihr im Laufe der Zeit gekauft habt, behaltet es. Schreibt weiter Fanfictions oder kreiert Fanart, wenn ihr dieses Fandom nicht loslassen könnt.

Aber kauft bitte keinen neuen Merch, keine neuen „Harry Potter“ oder „Wizarding World“-Produkte. Denn auch damit unterstützt ihr die Milliardärin, deren Name ich hier nicht nenne.

Und wenn ihr meine Ansichten in dieser Angelegenheit zu radikal oder übertrieben findet, dann entfolgt mir bitte in Social Media oder blockiert mich. Trans Rights are Human Rights. Und ich kann die Kunst nicht von den Kunstschaffenden trennen, wie ich hier in diesem Blogbeitrag geschrieben habe.

Und nun etwas Positives: Es gibt inklusive Fantasy-Literatur von diversen Autor*innen, die sich mit Magie, Hexen, Zauberern, Hexen- oder Zauberschulen befassen (oder Ähnlichem) und die diverser sind als „Harry Potter“ und die „Wizarding World“. Von mir gibt es außerdem die Reihe „Hexen in Hamburg“ (keine Jugendbücher, sondern für junge und ältere Erwachsene).

Hier einige Bücher und Buchreihen, die mir empfohlen wurden:

Aiden Thomas: „SOL. Die Rache der Obsidians“ Starke Freundschaften und queere Rivals to Lovers | Fantasywelt voller Götter und Monster | Für Leserinnen und Leser ab 12

Aiden Thomas „Yadriel und Julian. Cemetery Boys“ Nominiert für den Jugendliteraturpreis 2023 | New York Times Bestseller Autor | Urban Fantasy mit queerer Romance #OwnVoices

Und die Fortsetzung. Aiden Thomas: „Espíritu. Cemetery Boys“ Geister, Dämonen und queere Romance | Urban Fantasy mit einfühlsamer LGBTQ+-Representation | Band 1 nominiert für den Jugendliteraturpreis

Theresa Bells Reihe „Sepia“ – Band 1: „Sepia und das Erwachen der Tintenmagie“

Rick Riordan: „Percy Jackson 1: Diebe im Olymp“ Moderne Teenager, griechische Götter und nachtragende Monster – die Fantasy-Bestsellerserie ab 12 Jahren

Rick Riordan: „Magnus Chase 1: Das Schwert des Sommers“ – Ein Loser soll Ragnarök aufhalten? Lustiges Fantasy-Abenteuer ab 12 Jahren über nordische Mythen und einen (fast) normalen Typen

Rick Riordan hat mehrere Jugendbuchreihen geschrieben, hier eine Übersicht über sein gesamtes Werk auf Deutsch:

https://de.wikipedia.org/wiki/Rick_Riordan#Werke

Noah Stoffers: „A Midsummer’s Nightmare“ Dark Academia – Schottland – Shakespeare – queere Own-Voice-Fantasy an einem Elite-College

Zu einem Aufruf von mir für Buchtipps schrieb Desiderius Rainbow:
„Ich schmeiße mal meine Magier aus meiner Mânil-Reihe in die Runde! Contemporary-Fantasy zum Wohlfühlen: ein intensiver, skurriler und magischer Mix aus cozy Happyplace und düster-bösem Psychochaos mit Tiefgang, Casual Queerness, Neurodivergenz, own voice und viel Subtext. „Mânil – Einfach nur der Anfang“, „Mânil 2 – Keine Leinenpflicht in Katurath’ka“ und am 30.4. erscheint „Mânil 3 – Irgendwas mit neuen Jacken“, ist auch schon vorbestellbar. Ich bin Selfpublisher und zusätzlich zu meiner Geschichte stammen auch die Cover und sämtliches Design aus meiner Feder.“ Diese Buchreihe ist für Erwachsene.

Wolf September: „Grisper Castle: Eine Gay-Romantasy“ (Grisper Castle – Ein Schloss in Schottland – Cosy-Mystery 1) Vierteilige Buchreihe

Wolf schreibt: „[Meine Buchreihe] spielt in einem alten Schloss in Schottland, mit Magie, Geistern, alten Geheimnissen und einer Gruppe Figuren, die gemeinsam Rätsel lösen. Also eher Mystery/Cozy mit magischen Elementen. Ich würde die ersten beiden Bände ab 16 empfehlen, das es dort spicy Szenen gibt, ab Band 3 ab 12“

Jamie Enderlein: Die sechsteilige Buchreihe „Abra Kandelabra“
Band 1: „Hexenhut und Hokuspokus“

Fußnoten

(1) Inhaltswarnung zum englischsprachigen Artikel: sehr viel Transfeindlichkeit, Ace-Spektrum-Feindlichkeit.
„A Complete Breakdown of the J.K. Rowling Transgender-Comments Controversy“ https://www.glamour.com/story/a-complete-breakdown-of-the-jk-rowling-transgender-comments-controversy

(2) Der Instagrambeitrag von Cosplaytearoom:
„“This is why, in 2026, you should stop to cosume any Harry Potter related content – if you care at all about trans people.“
https://www.instagram.com/p/DWWPxiVisS9/

Die Verantwortung der Männer

Vorweg: Ich schreibe in diesem Beitrag manchmal von Frauen, manchmal von FLINTA*. Auch vorab sei gesagt, ich bin wütend und mit meiner Geduld am Ende.

Inhaltswarnung: sexualisierte Gewalt, digitale Gewalt gegen FLINTA* (keine grafische Schilderungen), Sexismus

Luisa Neubauer sagte sinngemäß auf einer Kundgebung zum Thema „Sexualisierte und digitale Gewalt stoppen!“, dass vielen Männern nicht bewusst ist, was für ein Glück sie haben, dass Frauen und FLINTA* nur Gleichberechtigung fordern und keine Vergeltung. (1)

Denn streng genommen haben Frauen und FLINTA* alle Grund, Vergeltung zu fordern. Jahrhundertelang wurden Frauen unterdrückt, an so vielen Orten auf der Welt und das ist heute noch so, ebenfalls an so vielen Orten der Welt. Jahrhundertelang galten Frauen als Besitz – erst ihrer Väter, dann ihrer Ehemänner, und wehe den Frauen, die sich dagegen zur Wehr setzten oder das heute noch in manchen Ländern und Gemeinschaften tun. Jahrhundertelang wurden Frauen objektifiziert und sie werden es immer noch. Jahrhundertelang wurde Frauen von Männern Gewalt angetan, bis hin zum Femizid, und das passiert immer noch.

Ist es angesichts dessen eigentlich verwunderlich, dass manche Frauen und FLINTA* Männer hassen? Ich finde nicht. Es ist auch nicht verwunderlich, dass viele Frauen und FLINTA* Angst vor Männern haben, an jedem.einzelnen.Tag.

Es ist aus meiner Sicht auch nicht verwunderlich, dass sich vermehrt junge Frauen aus der GenZ oder teilweise auch Millennials dazu entscheiden, Single zu bleiben, nicht mehr zu daten – oder sich zumindest in Social Media darüber austauschen, was eigentlich das bare minimum wäre, dass sie von einem Mann als Beziehungspartner erwarten.

Es ist lange überfällig, dass Männer endlich Verantwortung übernehmen. Verantwortung dafür, dass Frauen geglaubt wird, wenn sie von sexuellen Übergriffen berichten, anstatt die Täter reflexhaft sofort in Schutz zu nehmen. Verantwortung dafür, dass ihre Kumpel, Freunde, Nachbarn, Brüder, Väter und andere männliche Verwandte Frauen/FLINTA* mit Respekt behandeln, anstatt z.B. sexistische Witze zu reißen, Catcalling zu machen, Frauen zu erniedrigen oder sie gar zu bedrohen. Verantwortung dafür, sich zu fragen, was Mann selbst beiträgt zu diesen frauenverachtenden patriarchalen Strukturen, unter denen so viele Menschen leiden – das gilt übrigens nicht nur für Frauen und FLINTA*, sondern auch für Männer. (2)

Übrigens: Ein Mann, der eine solche Verantwortung übernimmt, ist – ganz unabhängig von seinem sozialen Status und Aussehen, zehn Mal, wenn nicht hundert Mal attraktiver als die „Alpha Males“, die Incels, die Men’s Rights Aktivisten, die vor allem eins tun: Hass auf Frauen schüren.

Last but not least wende ich mich einmal an die Autor*innen, die das hier lesen:
Wo reproduziert ihr, vielleicht ganz unbewusst, patriarchale Gewalt in euren Geschichten? Wie genau gehen eure Figuren damit um? Und welche Message sendet ihr damit an eure Leserschaft? Geht bitte mal in euch in dieser Angelegenheit.

Ich denke hier z.B. an sexistische Sprüche und den Male Gaze. Ich denke an weibliche Figuren, die erniedrigt, gedemütigt, geschlagen werden. Ich denke auch Dark Romances mit toxischen Protagonisten, die ihren Love Interest stalken, gaslighten, entführen oder vergewaltigen – und dafür romantisiert werden. Ich denke an düstere Fantasywelten, in denen weibliche Figuren von männlichen vergewaltigt werden und dafür niemand zur Rechenschaft gezogen wird. Oftmals, weil den Autoren vermutlich nichts Originelleres eingefallen ist, wie sie ihren Antagonisten als besonders böse darstellen könnten. Ja, ich gebe zu, ich habe vor zehn Jahren auch eine Vergewaltigung in einem Roman explizit ausgeschrieben. Aber die Täterfigur kam nicht davon, er wurde dafür bestraft. Solche Verhaltensmuster zu romantisieren, das ist einfach keine gute Idee.

Fußnoten:
(1) Luisa Neubauers Rede, siehe z.B. https://www.instagram.com/p/DWMqxrtDK_b/

(2) siehe z.B. diesen Beitrag von Rising Gaze https://www.instagram.com/p/DPru2FFCIXn/?img_index=1

Weiteres

Wenn es euch möglich ist, zeichnet bitte diese Petition mit:
„In Solidarität mit Collien Fernandes – 10 Forderungen an die Bundesregierung“
https://weact.campact.de/petitions/in-solidaritat-mit-collien-fernandes-10-forderungen-an-die-bundesregierung

„Mut beginnt da, wo Widerspruch im eigenen Umfeld unbequem wird“
von Raul Krauthausen, im Magazin „Die Neue Norm“:
https://dieneuenorm.de/gesellschaft/mut-beginnt-da-wo-widerspruch-im-eigenen-umfeld-unbequem-wird/

Auch sehr lesenswert: „Die Schuldvermutung“, eine Kolumne von Jasmin Schreiber
https://www.jasmin-schreiber.de/texte/die-schuldvermutung-23-3-2026

Wichtiger Instagrampost der Autorin Justine Pust: „Sie schreien NICHT ALLE MÄNNER. Wir schreien nach Hilfe“
https://www.instagram.com/p/DWTbCkEihsD/

Blogbeitrag von mir
„Über die fatale Romantisierung von toxischen Beziehungen und anderen problematischen Tropes in der Fiktion“