Romane mit nichtbinären Hauptfiguren

Mittlerweile gibt es im deutschsprachigen Raum immer mehr Romane mit nichtbinären Nebenfiguren, die oft auch ein Neopronomen nutzen (z.B. dey, xier, sier, they …)

Wenn ihr die Buchliste »Phantastik mit Diversität« am PC aufruft und mit den Tasten Strg, F das Suchfeld öffnet, könnt ihr dort »nichtbinär« und »nonbinary« eingeben, dann werden euch mehrere Bücher mit nichtbinären Figuren angezeigt.

Nichtbinäre Protagonist*innen gibt es in der deutschsprachigen Literatur bisher noch nicht so viele. Ich habe mich vor einiger Zeit in Social Media nach entspechenden Büchern umgehört und mir wurden die folgenden genannt – und sicherlich gibt es auch noch mehr, diese Auflistung ist nicht vollständig.

»Yanis« von Fabian Elfeld, gratis online lesbar
https://fabianelfeld.com/2020/05/03/yanis-1/

»Felix Ever After« von Kacen Callender ist ein Coming-of-Age Roman mit einer nichtbinären, transidenten Hauptfigur. Ich habe ihn vor kurzem gelesen und finde ihn empfehlenswert.
https://www.goodreads.com/book/show/58624750-felix-ever-after

Ein Interview zur Entstehungsgeschichte des Romans gibt es hier auf Englisch:
https://www.booktrust.org.uk/news-and-features/features/2021/may/felix-was-gifted-to-me-kacen-callender-shares-how-their-experiences-of-exploring-gender-identity-inspired-their-latest-novel/

»The Curse of Time and Taste« von Anne Herzel, ein Fantasyroman mit einem nichtbinären Piratenkäpt’n als Hauptfigur.

»Magnus Chase« (Band 1-3) von Rick Riordan. Die Love Interest Person des Protagonisten ist nichtbinär/genderfluid. Das Genre ist YA/Urban Fantasy. Auch darüber hinaus mit sehr diversen Figuren besetzt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Rick_Riordan#Magnus_Chase

In »Bus 57: Eine wahre Geschichte« von Dashka Slater geht es um eine agender Person. Das Buch basiert, wie der Titel es sagt, auf einer wahren Begebenheit (Inhaltswarnungen: Queerfeindlichkeit bzw. Nichtbinärfeindlichkeit, Gewalt, Feuer, Rassismus)
https://www.goodreads.com/book/show/42964498-bus-57—eine-wahre-geschichte

Nike aus dem historischen Fantasyroman »Anarchie Déco« von Judith und Christian Vogt ist nicht binär (auch wenn sie dieses Label aufgrund der historischen Verortung nicht für sich nutzt).
https://www.fischerverlage.de/buch/j-c-vogt-anarchie-deco-9783596002214

Im Gegenwartsroman »Irgendwie dazwischen oder: Das mit Percy« von Sabine Nagel gibt es eine nichtbinäre Hauptfigur. Das wird aber nicht gleich zu Beginn deutlich, schrieb mir die Autorin. https://www.goodreads.com/book/show/59478451-irgendwie-dazwischen-oder

In dem Queer Romance Roman »Kissbull« von Kaye Alden ist Mari genderfluid.
https://www.goodreads.com/book/show/51888503-kissbull—mari-ethan

In »Chéri: Weil du mich siehst« (Queer Romance) von Karo Stein ist eine der Hauptfiguren genderfluid.
https://www.goodreads.com/book/show/42091628-ch-ri

»Amra und Amir« von Maria Braig ist Gegenwartsliteratur:
https://www.fairbuch.de/shop/article/44580189/maria_braig_amra_und_amir.html

»Spanische Dörfer – Wege zur Freiheit«, ebenfalls von Maria Braig, ist auch Gegenwartsliteratur. Bei der Figur Enrique bleibt allerdings offen, ob er in erster Linie transident oder nichtbinär oder beides ist.
https://www.goodreads.com/book/show/29616255-spanische-d-rfer—wege-zur-freiheit

Gegenwartsliteratur ist auch »Außer sich« von Sasha Marianna Salzmann, mit einer genderfluiden Hauptfigur.
https://www.goodreads.com/book/show/35098480-au-er-sich

In »Nur eine (schicksalhafte) Nacht?« (Queer Romance) von Robin Lang gibt es eine genderqueere Hauptfigur.
https://www.goodreads.com/book/show/48653874-nur-eine-schicksalhafte-nacht

Karlabyrinths »Die Haptik der Wände« ist eine Gegenwartsnovelle mit romantischen Anteilen, darin gibt es eine nichtbinäre Hauptfigur.
https://www.karlabyrinth.org/books/DieHaptikDerWaende.html

Ein Dark Fantasy Roman mit 13 Perspektivträger*innen, vier davon nichtbinär, das ist »Die Flotte der Maare«, ebenfalls von Karlabyrinth
https://www.karlabyrinth.org/books/DieFlotteDerMaare.html

In dem Gegenwartsroman »Atalanta Läufer_in« von Lilly Axster geht es um eine nichtbinäre Hauptfigur
https://www.goodreads.com/book/show/25631262-atalanta-l-ufer-in

Und zum Schluss noch eine Werbeeinblendung: In meinem Roman »Regency Park« (Queer Romance) ist Hauptfigur Ashley nichtbinär.
https://amalia-zeichnerin.net/contemporary-queer-romance/

Hier noch ein Tipp:

Illi Anna Heger dokumentiert die Verwendung von Neopronomen in Büchern, Comics, Filmen, Serien, Videospielen, etc., darunter gibt es entsprechend auch nichtbinäre Figuren: https://annaheger.de/pronomentexte

Bildnachweise: Die Urheberrechte der Buchcover liegen bei den jeweiligen Verlagen, Buchcoverdesigner*innen bzw. den Autor*innen.

Über ein älteres Buch von mir – oder was ich seitdem dazu gelernt habe

An diesem Wochenende habe ich zwei Verrisse für ein älteres Buch von mir gelesen, das 2016 erschien. Normalerweise würde ich sagen, okay, hier hat jemand seine ehrliche Meinung zum Buch abgegeben. Diese zwei Verrisse treffen mich aber insofern, weil mir darin eine problematische Repräsentation queerer Menschen vorgeworfen wird. Ich bin selbst queer und wie man sich vorstellen kann, möchte ich eigentlich keine problematische Repräsentation von queeren Menschen schreiben.

Aber ich bin, wie viele andere queeren Menschen, mit allerhand Stereotypen und schlechter Repräsentation – bzw. auch mit internalisierter Queerfeindlichkeit – aufgewachsen. Offenbar habe ich in diesem Buch einiges davon unbewusst eingebaut.

Wie kommt das? 2015/2016, als das Buch entstand, habe ich mich noch gar nicht mit Diversität und Repräsentation auseinandergesetzt und auch nicht viel mit Diskursen zum Thema Queerness in der Literatur. Das kam erst ab ca. 2018/2019. Mit anderen Worten: Ich befinde mich seitdem in einem Lernprozess und würde dieses Buch heute mit Sicherheit anders schreiben. Zum Beispiel würde ich einen problematischen Plotanteil – mit einem queeren Antagonisten, der sich in der Tat höchst problematisch verhält – streichen. Was ich mit all dem sagen möchte: Als Autorin habe ich einiges in Sachen Diversität dazu gelernt und würde so manches heute wie gesagt anders schreiben als vor sechs, sieben Jahren.

Ich habe allerdings nicht die Kapazitäten frei, um meine älteren Bücher in dieser Hinsicht zu überarbeiten. Insofern kann ich nur dazu raten, wenn ihr Interesse an meinen Büchern habt, lest vielleicht lieber die, die ich ab 2019 veröffentlicht habe. Zu der Zeit bin ich übrigens auch auf Sensitivity Reading aufmerksam geworden und habe seitdem mit mehreren Sensitivity Readern zusammengearbeitet.

Hier ist eine Auflistung meiner Bücher, die seit 2019 erschienen sind:
Vanfarin – Von Untoten und Totems
Das Herz eines Rebellen
Die Rolle seines Lebens
An seiner Seite
Miss Murray: Mörderische Ostern
Miss Murray: Kunstraub in Kensington
Miss Murray: Manege frei für einen Mord
Orangen & Schokolade
Ein göttliches Paar
Love & Crime 101
Post Mortem
Queer durch die Märchenwelt
In Vino Veritas
und im Sommer 2022 erscheint „Regency Park“

Alle sind hier zu finden: Veröffentlichungen
Außerdem habe ich Inhaltswarnungen und Inhaltshinweise zu allen meinen Büchern erstellt.

Update am 16.04.2022
Siehe diesen Beitrag zu Inhaltswarnungen in meinen Selfpublishing-E-Books:
https://amalia-zeichnerin.net/jetzt-neu-e-books-mit-inhaltswarnungen/

#DiverserDonnerstag – Internationaler Tag der Sichtbarkeit von trans Menschen

#DiverserDonnerstag von Xenia ( Auf Instagram: @equalwritesde). Heute geht es um den Internationalen Tag der Sichtbarkeit von trans Menschen.

CN: In diesem Beitrag erwähne ich TERFs und Transfeindlichkeit

Buchempfehlungen
Hier gibt es zahlreiche interessante Buchempfehlungen, von Linus Giese: http://buzzaldrins.de/2018/04/01/bucher-zum-thema-trans-meine-empfehlungen/
Linus selbst hat das Buch »Ich bin Linus« veröffentlicht.

Bücher mit nichtbinären oder trans Figuren gibt es auch auf der Buchliste »Phantastik mit Diversität«. Bitte am PC mit den Tasten Strg, F die Suchfunktion einschalten und ins Suchfeld »trans« bzw. »nichtbinär« oder »nonbinary« eingeben, dann werden euch entsprechende Bücher angezeigt. http://bit.ly/phantastikmitdiversität

Einige empfehlenswerte Webseiten/Profile

https://www.bundesverband-trans.de/linktree (Instagram: @bv_trans)
https://www.trans-kinder-netz.de/wer-sind-wir.html (Instagram: @transkindernetz)
https://www.transfabel.de/ (Instagram: @transfabel)
http://buzzaldrins.de/ (Instagram @linus_giese)

Das von der Regierung geplante Selbstbestimmungsgesetz wird ja zurzeit stark diskutiert. Emma Kohler (auf Instagram: @_emmanzipation_) hat unter anderem diese Petition erstellt, die bereits von zahlreichen Menschen unterzeichnet wurde: #Selbstbestimmung2022 – TSG abschaffen https://www.change.org/p/selbstbestimmung2022-tsgabschaffen

Weiteres

Ein interessanter Artikel von Felicia Ewert: „Trans ist einfach ein Teil meines Frauseins“ https://www.rnd.de/lifestyle/felicia-ewert-trans-ist-einfach-ein-teil-meines-frauseins-SGR5CVA44JEU5LKBFY2WWFBSLI.html

Felicia (auf Twitter: https://twitter.com/redhidinghood_) hat außerdem unter anderem das Buch »Trans. Frau. Sein. Aspekte geschlechtlicher Marginalisierung« veröffentlicht: https://www.edition-assemblage.de/buecher/trans-frau-sein/

Zu der leider oft sehr negativen Repräsentation von trans Menschen insbesondere in Krimis und Thrillern hat Elea Brandt einen lesenswerten Blogbeitrag geschrieben:
https://eleabrandt.de/2021/04/08/transfeindliche-motive-krimis/

Ich selbst war diese negative Repräsentation leid und das war einer der Gründe, warum ich eine lesbische trans Frau als Protagonistin in meiner viktorianischen Cosy Krimi Reihe »Die mysteriösen Fälle der Miss Murray« geschrieben habe. Da ich selbst cis bin, habe ich dafür auch mit Sensitivity Readern zusammengearbeitet.

Apropos Transfeindlichkeit: Vielleicht habt ihr den Begriff TERF (trans exclusionary radical feminist) gehört und fragt euch, was damit gemeint ist. Dieser Artikel erklärt das gut:

https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/queerspiegel/transfeindlichkeit-unter-frauen-besorgte-feministinnen/24182500.html

Meine Empfehlungen für mehr Vielfalt im Bücherregal

Dieses Thema gibt es im Rahmen des #Autor_innensonntags von Justine Pust.

Wenn ihr gern Phantastik lest, schaut gern mal auf diese Liste – die dort aufgelisteten Autor*innen sind queer, BI_PoC oder auf andere Weise divers, zum Teil auch intersektional (Teil mehrerer marginalisierter Gruppen):
https://bit.ly/diversePhantastikAutor_innen (oder den QR Code im Bild nutzen).

Und hier folgen einige weitere Empfehlungen:

Tommy Herzsprung schreibt Gay Bücher und Thriller

Der Buchblog »Like a dream« berichtet seit über 15 Jahren über queere Literatur, darunter auch Jugendbücher.

Linus Giese hat ein Buch über seine Lebensgeschichte als trans Mann veröffentlicht (»Ich bin Linus«) und ist als Buchblogger aktiv.

Schwarzrund ist Autor*in der Bücher »Biskaya« und »Quasi«.

Abschließend einige empfehlenswerte (nonfiction) Bücher zum Thema Antirassismus:

exit RACISM: rassismuskritisch denken lernen
von Tupoka Ogette
Unrast Verlag
ISBN: 978-3897712300

Deutschland Schwarz Weiß: Der alltägliche Rassismus
von Noah Sow
Books on Demand
ISBN: 978-3746006819

Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten
von Alice Hasters
Hanserblau Verlag
ISBN: 978-3446264250

Unter Weißen – Was es heißt, privilegiert zu sein
von Mohamed Amjahid
Hanser Literaturverlage
ISBN: 978-3-446-25472-5

Der weiße Fleck. Eine Anleitung zu antirassistischem Denken
von Mohamed Amjahid
Piper Verlag, München 2021
ISBN: 978-3-492-06216-9

Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche
Von Reni Eddo-Lodge 
Tropen-Verlag 
ISBN: 978-3608504194

Aktion: #QueerBuchMontag

In den Social Media, vor allem auf Instagram, gibt es verschiedene wöchentliche oder monatliche Beitragsaktionen für Autor*innen oder Buchblogger*innen, die über Hashtags gefunden werden können. (Hier ist eine Auflistung zu finden, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt: https://bit.ly/Autor_innen_Aktionstage.)

Ich möchte ebenfalls eine Aktion starten, speziell für queere Literatur, unter dem Hashtag #QueerBuchMontag. Die Aktion läuft vorerst vom 28. Juni bis 22. November, immer montags. Die Themen gebe ich vor. Manche davon richten sich speziell an Autor*innen, aber auch für Leser*innen ist etwas dabei.

Die Teilnahme verpflichtet zu nichts, man muss auch nicht jede Woche teilnehmen. Ich kündige das jeweilige Thema für den Montag sonntags um 15 Uhr an, auf meinem Twitterprofil – https://twitter.com/AZeichnerin (das ist öffentlich sichtbar, also auch für Leute, die nicht bei Twitter registriert sind).
Wenn euch etwas zum jeweiligen Thema einfällt, zeigt ein Bild und schreibt etwas dazu. Nutzt unbedingt den Hashtag #QueerBuchMontag, damit man euren Beitrag leicht und zeitnah finden kann. Ihr könnt eure Beiträge z.b. auf Instagram, Facebook, Twitter oder im eigenen Blog schreiben.

Autor_innensonntag: Wie können wir LGBTIAQ+ unterstützen?

Ich bin queer, entsprechend ist auch mein Blickwinkel auf dieses Thema. Hier sind einige Vorschläge von mir dazu, mit mehreren verlinkten Seiten.

An die Autor*innen unter euch:
Sensitivity Reading

Wenn ihr als Autor*innen über queere (LGBTIAQ+) Menschen schreibt, aber selbst nicht queer seid (oder auf andere Weise als eure Figuren) macht euch bitte auf die Suche nach Sensitivity Readern, die es sind. Sie können euch helfen, schädliche Stereotypen, unabsichtliche Darstellungen von Mikroaggressionen oder andere problematische Dinge zu eliminieren, die ihr möglicherweise versehentlich in euren Text bringt, einfach weil ihr nicht die entsprechende Lebenserfahrungen teilt. Auf diese Weise könnt ihr problematische Darstellungen von LGBTIAQ+ Menschen vermeiden, z.B. das fürchterliche Handlungsmuster »Bury your gays«, zu dem die Autorin Elea Brandt kürzlich einen interessanten Beitrag in ihrem Blog geschrieben hat. Auf dieser Seite findet ihr Sensitivity Reader, oder fragt in Social Media:
https://sensitivity-reading.de/

Recherchieren
Sicherlich recherchiert ihr allerhand für eure schriftstellerischen Projekte, nicht wahr? Hier gibt es Recherchematerial in Sachen Diversität – auf dieser Liste findet ihr Links zu zahlreichen Texten, z.B. Blogbeiträge, Artikel, außerdem Bücher, Podcasts u.a., die sich mit Diversität und auch mit der Repräsentation von queeren Menschen befassen (Google Doc):

http://bit.ly/literaturundlinksdiversität

Hier außerdem einige englischsprachige Texte (Google Doc):

http://bit.ly/linksandtextsdiversity

Mein Essayband »Diversity in der Literatur« beschäftigt sich ebenfalls mit vielen Diversitätsthemen, auch mit queeren Menschen.

An die Leserinnen unter euch
Werft einmal einen kritischen Blick in euer Bücherregal. Seht ihr da ausschließlich Bücher von cisgender, heterosexuellen Autor*innen? Klar, bei vielen ist das nicht auf Anhieb ersichtlich und natürlich muss jede Person ganz individuell für sich entscheiden, ob, wann oder wie sie sich outet. Aber es gibt online Listen und Buchempfehlungen zu queeren (auch genannt »Own Voices«) Autor*innen – z.B. aus Buchblogs, die sich auf queere Bücher spezialisiert haben. Zwei dieser Blogs:
QueerBuch – https://queerbuch.wordpress.com/
Like a dream – https://www.like-a-dream.de/

Der sehr engagierte Blog »Wir schreiben queer« hat einen großen Autor*innen-Katalog auf seiner Webseite: https://www.wir-schreiben-queer.de/ und ist auf Facebook und Instagram aktiv.

Auch auf dieser Liste für Phantastik findet ihr Bücher von Own Voices Autor*innen:
http://bit.ly/phantastikmitdiversität

Und hier englischsprachig für Phantastik: https://queersff.theillustratedpage.net/

Last but not least hier der Vorschlag: Lest mehr Bücher mit queeren Figuren, mit queeren Geschichten. Das bietet nicht nur eine Abwechslung zur heteronormativ geprägten Mainstream-Literatur, es könnte auch euren Horizont erweitern.


Tu Gutes und sprich darüber: Eine Charity-Kurzgeschichte

2017 habe ich eine Kurzgeschichte für Charity-Zwecke geschrieben und habe die Erlöse an Exit Deutschland gespendet. Kürzlich habe ich das wieder gemacht und das kam so: Ich habe zufällig die Tanzperformance des Schauspielers Tom Holland beim Lip Sync Battle (2017) wiedergesehen, die wirklich sehenswert ist:

Und in diesem Zusammenhang kam mir eine Idee für eine Kurzgeschichte, in der ich direkt auf die Tanzperformance eingehe. Eine kurze Recherche ergab, dass Tom Holland und seine Familie einen Charity Fundraiser aufgezogen haben, mit dem sie über 14 gemeinnützige Organisationen unterstützen: The Brothers Trust. Die Erlöse der Kurzgeschichte spende ich diesem Trust.

Mein Regenbogenschirm

Klappentext:
Mein Name ist Adrian und mein Pronomen ist sier. Ich gehe zur High School, aber ich habe mich noch nicht als queer geoutet. Wenn ich mir nur trauen würde! Als ich mit meinem Kumpel Rodrigo eine Drag Tanzperformance von Tom Holland gesehen habe, hat er mit mir gewettet, dass ich es nicht wagen würde, auch so aufzutreten – in der Talentshow der High School. Also stehe ich nun vor zwei Herausforderungen: ein gewagter Auftritt und ein Coming-out …

Umfang: 22 Seiten
Link zum Kindle-E-Book: https://smile.amazon.de/Mein-Regenbogenschirm-Amalia-Zeichnerin-ebook/dp/B08NXMHPD8/
Außerdem überall erhältlich, wo es E-Books gibt, außer in Leihservices.

Eine englische Übersetzung gibt es übrigens weltweit auf Amazon, damit ich auch eine englischsprachige Leserschaft erreiche.



Neuerscheinung: Ein göttliches Paar


Ein Unfall während eines Gewitters zwingt den jungen Tarys aus Ithyrios dazu, in einem Tempel Zuflucht zu suchen. Dort lernt er Eli kennen. Sier zählt zu den Semilx – Leute, die jenseits der Geschlechterzuordnungen von „Mann” und „Frau” sind. Eli und Tarys fühlen sich zueinander hingezogen und wollen sich wiedersehen. Doch ihrem gemeinsamen Glück steht mehr als ein Problem im Weg …

In dieser Novelle haben Sex und Sexualität spirituelle Aspekte, diese basieren zum Teil auf Tantra. Außerdem gibt es eine genderqueere Hauptfigur, die für sich das Neopronomen „sier” nutzt. Die Fantasywelt Ithyrios ist lose von der römischen Antike inspiriert.

Seitenanzahl: 97

Leseprobe (als PDF): https://bit.ly/Leseprobe_EingöttlichesPaar

Weiteres zum Buch: https://amalia-zeichnerin.net/queer-fantasy/

Warum ich diese Novelle geschrieben habe?
Zum einen wollte ich gern eine genderqueere Figur schreiben, da ich einige genderqueere/nonbinäre Menschen im realen Leben kenne und sie kaum in der Literatur repräsentiert werden. Zum anderen habe ich mich mit Tantra befasst und über entsprechende Texte herausgefunden: Dabei geht es nicht allein um Sex, sondern vor allem um eine intensive spirituelle Verbindung zwischen zwei (oder mehr) Menschen. Es hat mich gereizt, dieses Thema einmal in einer Geschichte zu erforschen und es drückt sich unter anderem darin aus, dass die beiden Hauptfiguren Tarys und Eli einen sehr wertschätzenden Umgang miteinander pflegen.

Viktorianisch und queer schreiben…

ein viktorianisches Portrait, das mich inspiriert hat

… das ist für mich immer wieder eine Herausforderung, aktuell in „Die mysteriösen Fälle der Miss Murray“. Für mich geht das nur, wenn einige Charaktere dabei sind, die progressive Ansichten haben, die ihrer Zeit weit voraus sind. Denn ansonsten fürchte ich, wäre wohl arg viel Queerfeindlichkeit darin, einfach weil es damals die gesellschaftliche „Norm“ war.
Miss Murray ist lesbisch und transgender. Ihre Freundin Constance ist cisgender und lesbisch. Nach heutigem Verständnis. Miss Murray begegnet immer mal wieder Leuten, die irritiert auf ihr Äußeres reagieren bis hin zu offener Feindseligkeit. Auf der anderen Seite gibt es in ihrem Umfeld aber auch progressive Menschen wie die bisexuelle Lady Thelma und deren Lebensgefährtin oder ihr Verleger, Mister Bostwick, der sie so akzeptiert wie sie ist und einfach ihre Arbeit als Autorin schätzt.
Mir ist bewusst, dass all das manche Freunde historischer Romane für ganz und gar abwegig oder unrealistisch halten würden. Aber historische Romane sind kein 100 % authentisches Abbild historischer Gegebenheiten. Das können sie gar nicht sein. Sie sind eine historische Imagination, ein „so hätte es sein können“.
Und da ich keine Zeitreisemaschine habe und meine Leser*innen auch keine Viktorianer*innen von damals sind, sondern heutige Menschen, möchte ich sensible Themen wie Queerness auch sensibel und modern behandeln.

Ein Text dazu:
https://geekgefluester.de/historische-korrektheit-fantasy

Mehr zur Buchreihe „Die mysteriösen Fälle der Miss Murray“:
https://amalia-zeichnerin.net/miss-murray/