Meine Empfehlungen für mehr Vielfalt im Bücherregal

Dieses Thema gibt es im Rahmen des #Autor_innensonntags von Justine Pust.

Wenn ihr gern Phantastik lest, schaut gern mal auf diese Liste – die dort aufgelisteten Autor*innen sind queer, BI_PoC oder auf andere Weise divers, zum Teil auch intersektional (Teil mehrerer marginalisierter Gruppen):
https://bit.ly/diversePhantastikAutor_innen (oder den QR Code im Bild nutzen).

Und hier folgen einige weitere Empfehlungen:

Tommy Herzsprung schreibt Gay Bücher und Thriller

Der Buchblog »Like a dream« berichtet seit über 15 Jahren über queere Literatur, darunter auch Jugendbücher.

Linus Giese hat ein Buch über seine Lebensgeschichte als trans Mann veröffentlicht (»Ich bin Linus«) und ist als Buchblogger aktiv.

Schwarzrund ist Autor*in der Bücher »Biskaya« und »Quasi«.

Abschließend einige empfehlenswerte (nonfiction) Bücher zum Thema Antirassismus:

exit RACISM: rassismuskritisch denken lernen
von Tupoka Ogette
Unrast Verlag
ISBN: 978-3897712300

Deutschland Schwarz Weiß: Der alltägliche Rassismus
von Noah Sow
Books on Demand
ISBN: 978-3746006819

Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten
von Alice Hasters
Hanserblau Verlag
ISBN: 978-3446264250

Unter Weißen – Was es heißt, privilegiert zu sein
von Mohamed Amjahid
Hanser Literaturverlage
ISBN: 978-3-446-25472-5

Der weiße Fleck. Eine Anleitung zu antirassistischem Denken
von Mohamed Amjahid
Piper Verlag, München 2021
ISBN: 978-3-492-06216-9

Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche
Von Reni Eddo-Lodge 
Tropen-Verlag 
ISBN: 978-3608504194

Aktion: #QueerBuchMontag

In den Social Media, vor allem auf Instagram, gibt es verschiedene wöchentliche oder monatliche Beitragsaktionen für Autor*innen oder Buchblogger*innen, die über Hashtags gefunden werden können. (Hier ist eine Auflistung zu finden, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt: https://bit.ly/Autor_innen_Aktionstage.)

Ich möchte ebenfalls eine Aktion starten, speziell für queere Literatur, unter dem Hashtag #QueerBuchMontag. Die Aktion läuft vorerst vom 28. Juni bis 22. November, immer montags. Die Themen gebe ich vor. Manche davon richten sich speziell an Autor*innen, aber auch für Leser*innen ist etwas dabei.

Die Teilnahme verpflichtet zu nichts, man muss auch nicht jede Woche teilnehmen. Ich kündige das jeweilige Thema für den Montag sonntags um 15 Uhr an, auf meinem Twitterprofil – https://twitter.com/AZeichnerin (das ist öffentlich sichtbar, also auch für Leute, die nicht bei Twitter registriert sind).
Wenn euch etwas zum jeweiligen Thema einfällt, zeigt ein Bild und schreibt etwas dazu. Nutzt unbedingt den Hashtag #QueerBuchMontag, damit man euren Beitrag leicht und zeitnah finden kann. Ihr könnt eure Beiträge z.b. auf Instagram, Facebook, Twitter oder im eigenen Blog schreiben.

Autor_innensonntag: Wie können wir LGBTQ+ unterstützen?

Ich bin queer, entsprechend ist auch mein Blickwinkel auf dieses Thema. Hier sind einige Vorschläge von mir dazu, mit mehreren verlinkten Seiten.

An die Autor*innen unter euch:
Sensitivity Reading

Wenn ihr als Autor*innen über queere (LGBTQ+) Menschen schreibt, aber selbst nicht queer seid (oder auf andere Weise als eure Figuren) macht euch bitte auf die Suche nach Sensitivity Readern, die es sind. Sie können euch helfen, schädliche Stereotypen, unabsichtliche Darstellungen von Mikroaggressionen oder andere problematische Dinge zu eliminieren, die ihr möglicherweise versehentlich in euren Text bringt, einfach weil ihr nicht die entsprechende Lebenserfahrungen teilt. Auf diese Weise könnt ihr problematische Darstellungen von LGBTQ+ Menschen vermeiden, z.B. das fürchterliche Handlungsmuster »Bury your gays«, zu dem die Autorin Elea Brandt kürzlich einen interessanten Beitrag in ihrem Blog geschrieben hat. Auf dieser Seite findet ihr Sensitivity Reader, oder fragt in Social Media:
https://sensitivity-reading.de/

Recherchieren
Sicherlich recherchiert ihr allerhand für eure schriftstellerischen Projekte, nicht wahr? Hier gibt es Recherchematerial in Sachen Diversität – auf dieser Liste findet ihr Links zu zahlreichen Texten, z.B. Blogbeiträge, Artikel, außerdem Bücher, Podcasts u.a., die sich mit Diversität und auch mit der Repräsentation von queeren Menschen befassen (Google Doc):

http://bit.ly/literaturundlinksdiversität

Hier außerdem einige englischsprachige Texte (Google Doc):

http://bit.ly/linksandtextsdiversity

Mein Essayband »Diversity in der Literatur« beschäftigt sich ebenfalls mit vielen Diversitätsthemen, auch mit queeren Menschen.

An die Leserinnen unter euch
Werft einmal einen kritischen Blick in euer Bücherregal. Seht ihr da ausschließlich Bücher von cisgender, heterosexuellen Autor*innen? Klar, bei vielen ist das nicht auf Anhieb ersichtlich und natürlich muss jede Person ganz individuell für sich entscheiden, ob, wann oder wie sie sich outet. Aber es gibt online Listen und Buchempfehlungen zu queeren (auch genannt »Own Voices«) Autor*innen – z.B. aus Buchblogs, die sich auf queere Bücher spezialisiert haben. Zwei dieser Blogs:
QueerBuch – https://queerbuch.wordpress.com/
Like a dream – https://www.like-a-dream.de/

Der sehr engagierte Blog »Wir schreiben queer« hat einen großen Autor*innen-Katalog auf seiner Webseite: https://www.wir-schreiben-queer.de/ und ist auf Facebook und Instagram aktiv.

Auch auf dieser Liste für Phantastik findet ihr Bücher von Own Voices Autor*innen:
http://bit.ly/phantastikmitdiversität

Und hier englischsprachig für Phantastik: https://queersff.theillustratedpage.net/

Last but not least hier der Vorschlag: Lest mehr Bücher mit queeren Figuren, mit queeren Geschichten. Das bietet nicht nur eine Abwechslung zur heteronormativ geprägten Mainstream-Literatur, es könnte auch euren Horizont erweitern.


Tu Gutes und sprich darüber: Eine Charity-Kurzgeschichte

2017 habe ich eine Kurzgeschichte für Charity-Zwecke geschrieben und habe die Erlöse an Exit Deutschland gespendet. Kürzlich habe ich das wieder gemacht und das kam so: Ich habe zufällig die Tanzperformance des Schauspielers Tom Holland beim Lip Sync Battle (2017) wiedergesehen, die wirklich sehenswert ist:

Und in diesem Zusammenhang kam mir eine Idee für eine Kurzgeschichte, in der ich direkt auf die Tanzperformance eingehe. Eine kurze Recherche ergab, dass Tom Holland und seine Familie einen Charity Fundraiser aufgezogen haben, mit dem sie über 14 gemeinnützige Organisationen unterstützen: The Brothers Trust. Die Erlöse der Kurzgeschichte spende ich diesem Trust.

Mein Regenbogenschirm

Klappentext:
Mein Name ist Adrian und mein Pronomen ist sier. Ich gehe zur High School, aber ich habe mich noch nicht als queer geoutet. Wenn ich mir nur trauen würde! Als ich mit meinem Kumpel Rodrigo eine Drag Tanzperformance von Tom Holland gesehen habe, hat er mit mir gewettet, dass ich es nicht wagen würde, auch so aufzutreten – in der Talentshow der High School. Also stehe ich nun vor zwei Herausforderungen: ein gewagter Auftritt und ein Coming-out …

Umfang: 22 Seiten
Link zum Kindle-E-Book: https://smile.amazon.de/Mein-Regenbogenschirm-Amalia-Zeichnerin-ebook/dp/B08NXMHPD8/
Außerdem überall erhältlich, wo es E-Books gibt, außer in Leihservices.

Eine englische Übersetzung gibt es übrigens weltweit auf Amazon, damit ich auch eine englischsprachige Leserschaft erreiche.



Neuerscheinung: Ein göttliches Paar


Ein Unfall während eines Gewitters zwingt den jungen Tarys aus Ithyrios dazu, in einem Tempel Zuflucht zu suchen. Dort lernt er Eli kennen. Sier zählt zu den Semilx – Leute, die jenseits der Geschlechterzuordnungen von „Mann” und „Frau” sind. Eli und Tarys fühlen sich zueinander hingezogen und wollen sich wiedersehen. Doch ihrem gemeinsamen Glück steht mehr als ein Problem im Weg …

In dieser Novelle haben Sex und Sexualität spirituelle Aspekte, diese basieren zum Teil auf Tantra. Außerdem gibt es eine genderqueere Hauptfigur, die für sich das Neopronomen „sier” nutzt. Die Fantasywelt Ithyrios ist lose von der römischen Antike inspiriert.

Seitenanzahl: 97

Leseprobe (als PDF): https://bit.ly/Leseprobe_EingöttlichesPaar

Weiteres zum Buch: https://amalia-zeichnerin.net/queer-fantasy/

Warum ich diese Novelle geschrieben habe?
Zum einen wollte ich gern eine genderqueere Figur schreiben, da ich einige genderqueere/nonbinäre Menschen im realen Leben kenne und sie kaum in der Literatur repräsentiert werden. Zum anderen habe ich mich mit Tantra befasst und über entsprechende Texte herausgefunden: Dabei geht es nicht allein um Sex, sondern vor allem um eine intensive spirituelle Verbindung zwischen zwei (oder mehr) Menschen. Es hat mich gereizt, dieses Thema einmal in einer Geschichte zu erforschen und es drückt sich unter anderem darin aus, dass die beiden Hauptfiguren Tarys und Eli einen sehr wertschätzenden Umgang miteinander pflegen.

Viktorianisch und queer schreiben…

ein viktorianisches Portrait, das mich inspiriert hat

… das ist für mich immer wieder eine Herausforderung, aktuell in „Die mysteriösen Fälle der Miss Murray“. Für mich geht das nur, wenn einige Charaktere dabei sind, die progressive Ansichten haben, die ihrer Zeit weit voraus sind. Denn ansonsten fürchte ich, wäre wohl arg viel Queerfeindlichkeit darin, einfach weil es damals die gesellschaftliche „Norm“ war.
Miss Murray ist lesbisch und transgender. Ihre Freundin Constance ist cisgender und lesbisch. Nach heutigem Verständnis. Miss Murray begegnet immer mal wieder Leuten, die irritiert auf ihr Äußeres reagieren bis hin zu offener Feindseligkeit. Auf der anderen Seite gibt es in ihrem Umfeld aber auch progressive Menschen wie die bisexuelle Lady Thelma und deren Lebensgefährtin oder ihr Verleger, Mister Bostwick, der sie so akzeptiert wie sie ist und einfach ihre Arbeit als Autorin schätzt.
Mir ist bewusst, dass all das manche Freunde historischer Romane für ganz und gar abwegig oder unrealistisch halten würden. Aber historische Romane sind kein 100 % authentisches Abbild historischer Gegebenheiten. Das können sie gar nicht sein. Sie sind eine historische Imagination, ein „so hätte es sein können“.
Und da ich keine Zeitreisemaschine habe und meine Leser*innen auch keine Viktorianer*innen von damals sind, sondern heutige Menschen, möchte ich sensible Themen wie Queerness auch sensibel und modern behandeln.

Einige Texte dazu:

https://zeitfaeden.de/2019/07/21/wie-geht-recherche-wie-ein-historischer-roman-entsteht/

https://zeitfaeden.de/2019/03/30/historische-queerness-das-histo-genre-hat-ein-problem/

https://zeitfaeden.de/2019/08/08/queering-history-wie-man-queere-figuren-im-historischen-roman-nicht-schreibt/

https://geekgefluester.de/historische-korrektheit-fantasy