Schreibtipp: Mythologie in der Belletristik, aus paganer Sicht

Sandro Botticelli, Die Geburt der Venus (c.1484)


Ich sage es heute mal ganz offen: Ich bin seit einigen Jahren eine pagane Polytheistin, d.h. ich verehre einige Gottheiten, die bereits in der Antike verehrt wurden.

Neulich kam auf Twitter eine Unterhaltung auf dazu, wenn sich Autor*innen an antiken Mythologien bedienen, z.B. an der nordischen, keltischen, altägyptischen, römischen, griechischen oder noch anderen. Ich schreibe dazu nun etwas aus meiner pagan Perspektive, das ich bereits auf Twitter in einem Thread geschrieben habe und hier noch um einige Überlegungen ergänze.

Für viele pagane oder polytheistische Menschen sind antike Mythologien nicht einfach nur alte Geschichten, die man nach Belieben nehmen und nach eigenem Gutdünken verändern kann. Diese alten Mythen haben für viele pagane Menschen eine religiöse Bedeutung.

Wenn sich nun Autor*innen daran machen, diese Mythen neu zu interpretieren, gibt es im Grunde zwei Möglichkeiten:

Methode 1
Die Autor*innen bleiben dicht am Original. Oder an einem der Originale, denn oft ist es so, dass es unterschiedliche Mythen zu ein und derselben Gottheit oder einem Wesen gibt, je nach regionaler (oft zunächst mit mündlicher und erst Jahrzehnte oder Jahrhunderte später schriftlich festgehaltener) Überlieferung, und ja, manche dieser Mythen widersprechen sich auch.

Die Autor*innen adaptieren dann den vorhandenen Stoff so, dass das Original gewissermaßen noch durchscheint, aber neu interpretiert wird. Damit erweist man den historischen Überlieferungen und der Kultur, in der diese Mythen entstanden sind, einen gewissen Respekt aus meiner Sicht.

Methode 2
Die Autor*innen nehmen sich, was sie wollen aus der mythologischen Vorlage und drehen ihr ganz eigenes Ding draus, ohne Rücksicht auf die Eigenschaften der verwendeten Wesen/Gottheiten oder der historischen Quellen. Zum Beispiel nehmen sie den Namen einer Gottheit und verleihen diesen einem Dämon.

Oder sie versetzen Figuren aus einer bestimmten Region oder einem bestimmten Pantheon ganz ans andere Ende der Welt, ohne das näher zu begründen. Im schlimmsten Fall werden hier historische Mythen gewissermaßen ausgebeutet und das geht in Richtung kulturelle Aneignung.

Diese Gefahr besteht auch, wenn man sich an den Mythen einer Kultur bedient, in der man nicht selbst aufgewachsen ist. Zum Beispiel wenn eine Autorin aus Deutschland sich mit japanischer Mythologie oder Folklore befasst und dann Methode 2 anwendet.

Und man kann es sich schon denken, ich würde immer zur ersten Methode raten.

In der Twitter Unterhaltung kam das Gegenargument zu meiner Position, dass ja auch zahlreiche Motive aus der christlichen Religion auf unterschiedlichste Weise Einzug in die Popkultur gefunden haben und da auch viele Autor*innen einfach machen, was ihnen gefällt (z.B. in der Phantastik Engel, Teufel, Dämonen, im Horror-Genre Exorzismen, oder auch neue Interpretationen biblischer Geschichten in verschiedenen Genres).

Ich möchte allerdings zu Bedenken geben, dass die christliche Religion im Gegensatz zu heutigen paganen Glaubensgemeinschaften seit Jahrhunderten weltweit bestens etabliert ist. Christ*innen werden eher nicht diskriminiert (oder in einigen Fällen nur dort, weltweit gesehen, wo sie eine Minderheit bilden). Von daher haben Christ*innen größtenteils, zumindest was ihren Glauben betrifft, eine privilegierte Position.

Pagane/heidnische Menschen sind dagegen überall eine Minderheit und müssen sich oft mit Vorurteilen oder diskriminierendem Verhalten herumschlagen, wenn sie offen von ihrer Religion sprechen – das zeigt z.B. dieser englischsprachige Bericht über eine Umfrage der Pagan Federation in Schottland:
https://wildhunt.org/2021/03/scottish-pagan-federation-to-release-results-of-discrimination-survey.html

Insofern tut man aus meiner Sicht als Autor*in diesen Menschen einen großen Gefallen, wenn man die alten Mythen, die vielen von ihnen heilig sind, mit Respekt behandelt. Und deshalb würde ich wie gesagt, immer zur ersten Methode raten.

Einige Probleme in der deutschsprachigen Literaturszene

Die Literaturszene in Deutschland hat einige Probleme und hier und da zeigen sich dieselben Muster, z.B. dass so einige buchige Events keinen Safe Space für marginalisierte Menschen darstellen. Mit anderen Worten: Es gibt Veranstaltungen, auf denen sich marginalisierte Menschen nicht rundum sicher und wertgeschätzt fühlen können.

Dieser Blogbeitrag handelt von dem, was mir in den letzten Monaten so aufgefallen ist. Da ich natürlich bei weitem nicht die gesamte Literaturszene überblicke, handelt es sich um einen mehr oder weniger subjektiven Bericht.

Es gibt zum einen ein grundsätzliches Problem, das genreübergreifend ist. Manche Autor*innen sehen angesichts eines innovativen Umgangs mit Sprache, zum Beispiel gendergerechter Formulierungen, aber auch angesichts von Triggerwarnungen/Content Notes oder Sensitivity Reading (noch immer) den Untergang des Abendlandes heraufziehen und beklagen sich über angebliche Zensur. Sie pochen auf die Freiheit der Kunst. Und meinen damit meistens vor allem die Freiheit, verletzende, herabwürdige Formulierungen oder Handlungen in ihren Texten unterzubringen (Beispiel), oder generell problematische Inhalte. Sie meinen oft auch die Freiheit, vor entsprechenden Inhalten nicht mit Triggerwarnungen o.ä. zu warnen.

Funfact: In einigen Ländern sind Autor*innen und der Literaturbetrieb schon wesentlich weiter, wenn es um Diversität, Repräsentation und Inklusion in der Literatur geht. Da könnten wir uns im deutschsprachigen Raum die eine oder andere Scheibe abschneiden. Hier reden sich marginalisierte Menschen oft den Mund fusselig, leisten oftmals kostenlose Aufklärungsarbeit in Social Media oder Blogs und stoßen dabei immer wieder auf unbelehrbare Zeitgenoss*innen, denen die eigenen Privilegien nicht bewusst sind und auch nicht bewusst werden wollen und die Probleme oder problematische Inhalte kleinreden.

Der größte deutschsprachige Phantastikautor*innen Verein, das Phantastik Autoren Netzwerk e.V.(PAN e.V), hatte im Programm seiner Veranstaltung für 2020 (die wegen der Pandemie letztendlich abgesagt wurde) den Programmpunkt „Retten wir die Kunst vor den Moralaposteln“. Wohlgemerkt, nachdem sich mehrere Leute im Verein für Diversität und Inklusion stark gemacht hatten und sich nun fragten, warum eine solche kontroverse, polarisierende Position – anders formuliert: „Die Kunst ist frei und darf alles! Meinungsfreiheit!!“ – wieder und wieder zur Diskussion gestellt werde. Es hagelte Kritik in den Social Media, der Programmpunkt wurde gestrichen. Mehrere Leute traten aus dem Verein aus – ich ebenfalls, was in meinem Fall übrigens noch andere persönliche Gründe hatte, die nichts direkt mit dem Verein zu tun hatten.

Und es gab noch weitere Probleme, die ich persönlich nicht überblicke. Unter anderem kündigte die neue multimediale Phantastik-Veranstaltung MetropolCon an, für ihre erste Con im Jahr 2023 eng mit PAN e.V. zusammenarbeiten zu wollen. Auch das führte zu einiger Kritik auf Twitter, unter anderem gab es auch Bedenken, wie die MetropolCon mit ihrem Team ihre Veranstaltung diskriminierungssensibel gestalten möchte, angesichts ihrer Vision,
MetropolCon versteht sich als inklusive, barrierefreie, diverse und nachhaltige Veranstaltung. Sie ist ein safe space für alle Teilnehmenden. Austausch, Diskussion und Vernetzung finden auf Basis von Respekt, Offenheit und einem generell wertschätzenden Umgang miteinander statt.„(1)

Ich war sehr angetan, als ich von dieser Vision gelesen habe und hoffe, dass diesen guten Worten auch Taten folgen.

Edit am 14.12.:
Die MetropolCon hat folgendes Statement veröffentlicht:
https://www.metropolcon.eu/2021/12/14/statement-diversitaet-pan-und-unsere-vision/

PAN e.V. hat übrigens in einer Kurzstellungnahme am 13.12. 2021 auf Twitter angekündigt:

Wir haben die Diskussionen der letzten 24 Stunden aufmerksam verfolgt. Es wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die es sich zum Ziel gemacht hat, die Vorwürfe an den Verein aufzuarbeiten und Lösungen für vorhandene Probleme zu entwickeln. Für konkrete Hinweise zu rassistischen Übergriffen wären wir sehr dankbar, denn ein solches Verhalten wird von PAN nicht geduldet. Es war unser Versäumnis, dass die Betroffenen der im Raum stehenden Vorfälle sich nicht sicher genug gefühlt haben, um sich direkt bei uns zu melden. Wir stehen für ein vielfältiges Miteinander und Diversität. Dass uns nicht gelungen ist, das auch deutlich zu kommunizieren, tut uns aufrichtig leid. Wir wollen es besser machen. Informationen zu weiteren Schritten folgen in den nächsten Tagen.“ (2)

Ich hoffe, das sich dieses Vorhaben konstruktiv und positiv entwickelt.

Die Aktion „Fair Lesen“

… führte zu zahlreichen Diskussionen um Bibliotheken und die Onleihe. Dazu hat sich auch der Deutsche Bibliotheksverband (DBV) geäußert und ist darin auf einige Fehlinformationen der Aktion eingegangen:

https://dbv-cs.e-fork.net/sites/default/files/2021-10/PM_dbv%20zur%20Kampagne%20Fair%20Lesen_20210118_final_1.pdf

Ein deutscher Literaturpreis sorgte mehrfach für Kritik angesichts eines queerfeindlichen Beitrags und es wurde nicht besser, als es im September 2021 um das Thema Trennung von Werk und Autor ging. (3)

Bereits 2017 kam es auf der Frankfurter Buchmesse zu Gewalt, die in Zusammenhang mit Rechtsextremismus stand. (4)

In diesem Jahr sagten mehrere Schwarze Autor*innen, der Aktivist Raul Krauthausen und weitere marginalisierte Personen ihre Teilnahme an der Frankfurter Buchmesse ab, weil dort an prominenter Stelle ein rechtsextremer Verlag ausstellen durfte und generell unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit dort rechtsextremen, menschenverachtenden Verlagen der Zugang gewährt wird.

Die Mitteilung der Buchmesse dazu liest sich aus meiner Sicht recht fadenscheinig und zeigt, dass hier offenbar privilegierte weiße Menschen nicht verstehen, was das eigentliche Problem ist: Dass diese Haltung dazu führt, dass sich marginalisierte Menschen auf der Messe nicht wohl, geschweige denn sicher fühlen können. (5)

Ich zitiere einen Tweet von mir:

„Man stelle sich nur mal vor, es gäbe eine Buchmesse dieser Größe, die es sich auf die Fahnen geschrieben hat, inklusiv zu sein und zwar so, dass sich auch marginalisierte Menschen dort uneingeschränkt sicher fühlen können. Das wäre doch mal was. (Utopischer Gedanke, ich weiß.)“

Um diesen Blogbeitrag nicht völlig pessimistisch enden zu lassen, möchte ich auch auf einige positive Entwicklungen eingehen. Mittlerweile kommt es auch in großen Verlagen an, dass die Repräsentation von marginalisierten Menschen von der Leserschaft erwünscht ist, z.B. gibt es mehr Romane mit queeren Figuren, die nicht nur eine Nebenrolle spielen. Einige Verlage arbeiten bereits mit Sensitivity Readern zusammen, das finde ich sehr gut. Ebenso gibt es engagierte Kleinverlage (und auch einige größere Verlage), die ganz selbstverständlich Content Notes/Triggerwarnungen in ihre Bücher einbinden. Der Publikumspreis „Goldener Stephan“ verfügte in diesem Jahr über sehr viele nominierte Bücher mit Diversitätsthemen. Engagierte Kleinverlage und auch Selfpublisher*innen machen sich wie schon seit mehreren Jahren oft besonders stark in Sachen Diversität, das ist klasse.

(1) https://www.metropolcon.eu/vision/

(2) https://twitter.com/PAN_eV_DE/status/1470362885847146499

(3) https://skoutz.de/autor-und-werk-ist-das-wirklich-unzertrennlich/

(4) https://www.zeit.de/kultur/literatur/2017-10/frankfurt-am-main-buchmesse-bjoern-hoecke-rechte-gewalt

(5)
Die Statements von Jasmina Kuhnke und Raul Krauthausen zu ihren Absagen:

und

Das Statement der Messe:

Eine lesenswerte Kolumne zu diesem Thema von Margarete Stokowski: https://www.spiegel.de/kultur/literatur/frankfurter-buchmesse-boykott-wir-muessen-gar-nichts-aushalten-kolumne-a-b28c47c0-9d03-45f6-bf29-27de62d83bc3

Über inklusive Phantastikwelten

Abbildung: Ольга Бережна, Boaphotostudio

Heute möchte ich gern wieder mal über ein Thema schreiben, das mir persönlich am Herzen liegt: Diversität und Inklusion in der Literatur, in der Phantastik.

Der Weltenbau, das ist ein zentraler Bestandteil jeglicher Phantastik. Gerade die Phantastik hat in all ihren vielen Subgenres (Fantasy, Science-Fiction, Steampunk, Horror, Dystopien, Hopepunk und viele mehr) die wortwörtlich phantastische Möglichkeit, Gesellschaft(en), politische Systeme, ja ganze Welten oder Universen anders zu denken.

Manche Phantastikautor*innen orientieren sich sehr nah an realen historischen Vorbildern und übernehmen dann auch gleich als das Negative, was es in der Geschichte der Menschheit gegeben hat und häufig noch immer gibt, z.B. Frauenfeindlichkeit, Queerfeindlichkeit, Rassismus, Unterdrückung von Minderheiten. Manche Phantastikautor*innen tun dies reflektiert, mit entsprechender immanenter Gesellschaftskritik, indem sie zum Beispiel aufzeigen, was Unterdrückung und menschenverachtende Verhaltensmuster so alles anrichten kann.

Andere Autor*innen machen dies nicht, sie zeigen all solche negativen, destruktiven gesellschaftlichen Verhältnsse, ohne daran immanent Kritik zu üben, und verkaufen das dann als historisch inspirierten Realismus („Das war halt so im Mittelalter!” wird dann gern gesagt – ja, auch wenn es sich um Fantasy handelt). Zu diesem Thema hat Aurelia vom Blog „Geekgeflüster“ einen interessanten Essay geschrieben, den ich unten bei den weiterführenden Texten verlinkt habe.

Aber es gibt auch ganz andere Phantastik. Phantastik, die vollkommen ohne Queerfeindlichkeit, Rassismus, Fremdenhass, Sexismus, Ableismus oder andere schädliche, menschenverachtende -ismen auskommt.
Ich habe in den letzten Jahren Fantasyromane gelesen, in denen Männer ganz selbstverständlich andere Männer heiraten konnten (1). Ich habe einen dystopischen Steampunk Roman gelesen, in dem die lesbische Protagonistin ganz einfach lesbisch sein kann, ohne dass dies zu dramatischen Verwicklungen führte oder als Plotdevice eingesetzt wurde (2). Zurzeit lese ich einen mit Preisen ausgezeichneten, fünfzig Jahre alten Science-Fiction Roman, in dem Gender und Sexualität vollkommen anders gedacht werden und auch ganz andere Auswirkungen auf Politik, Kultur und Gesellschaft haben (3).
Es gibt Fantasy und Science-Fiction, in denen um Polyamorie kein Drama gemacht wird, sondern sie einfach als eine alternative Beziehungsform etabliert ist (4).
Ich habe einen Hopepunk-Roman und einen Science-Fiction-Zweiteiler gelesen, in dem Neopronomen und nonbinäre Personen ganz selbstverständlich in die Handlung einbezogen wurden (5). Und das sind nur einige Beispiele für inklusive Phantastik.

Es gibt Fantasy und Science-Fiction, in denen Menschen, oder auch humanoide Aliens und Fantasykreaturen, mit verschiedenen Hautfarben und Herkünften, oder auch als Anhänger verschiedener Glaubensgemeinschaften, ganz selbstverständlich und ohne Drama zusammen an Aufgaben, Rätseln, Fällen oder anderen Problemen arbeiten, ohne Rassismen oder Diskussionen um ihre verschiedenen Religionen.

Es gibt Phantastik, die inklusiv ist, die Protagonist*innen und/oder Nebenfiguren mit Behinderungen, Neurodiversität, psychischen Erkrankungen (von Betroffenen oft als Neurodivergenzen bezeichnet) oder chronischen Erkrankungen als Handlungsträger*innen hat und zwar ohne, dass sich diese Leute ständig mit Ableismus konfrontiert sehen, wie es viele Betroffene ganz real im Alltag erleben.

Menschen, die von all solchen Dingen nicht im Geringsten betroffen sind, können sich vielleicht gar nicht vorstellen, was es für Betroffene, für Menschen aus marginalisierten Gruppen bedeutet, wenn sie sich selbst in der Literatur, in der Phantastik, oder auch in Filmen, Serien, Spielen etc. repräsentiert finden – und zwar auf eine Weise, die nicht in erster Linie das real immer wieder erlebte (Alltags-)Leid mit all den Diskriminierungen und -ismen widerspiegelt, sondern als Held*in einer Geschichte – oder wenigstens als starke Nebenfigur.

Dafür gibt es im englischsprachigen Raum den Hashtag #RepresentationMatters

Phantastik bietet wie kein anderer Bereich der Literatur die Möglichkeit, Welten zu erschaffen. Wenn du selbst als Autor*in solche Welten erschaffen willst – bitte geh in dich und frage dich, was für eine Welt soll es sein? Was soll sie widerspiegeln? Können die Kulturen, die Gesellschaften dort ganz anders sein als in unserer realen Welt? Was würde sich dadurch verändern? Phantasie kann eine Menge Macht haben, denn du kannst mit ihr ganze Welten kreieren. Nutze sie weise.

Weiterführende Texte:

Das Märchen von der unpolitischen Fiktion
https://geekgefluester.de/das-maerchen-von-der-unpolitischen-fiktion

Fantastisch Politisch
https://eleabrandt.de/2019/05/06/fantastisch-politisch/

Weltenbau 101: Fantastische Genderrollen?
https://alpakawolken.de/weltenbau-101-fantastische-genderrollen/

„Historische Korrektheit“ von Fantasy-Welten ist Quatsch
https://geekgefluester.de/historische-korrektheit-fantasy

(1) Die „Inselreich“-Reihe von Jona Dreyer
(2) „Berlin: Rostiges Herz“ von Sarah Stoffers
(3) „Die linke Hand der Dunkelheit“ (auch veröffentlich als „Winterplanet“) von Ursula K. Le Guin
(4) z.B. in „An Accident Of Stars“ von Foz Meadows
(5) „Wasteland“ von Judith Vogt und Christian Vogt sowie die „Sternenbrand“-Dilogie von Annette Juretzki

Verlosung zur Phantastik-Blogtour

Gewinne eins von zwei Paketen
In jedem Paket ist:
ein Adler-Anhänger (silberfarbenes Metall) mit Kette
ein Wolfs-Pin (Anstecker, silberfarbenes Metall)
ein musikalisches Goodie
sowie Leseproben und Lesezeichen

Teilnahmebedingungen:
Die Teilnahmefrist beginnt am 02.01.2020 und endet am: 31.01.2020, 20 Uhr
Schreibe einfach eine E-Mail an amaliazeichnerin(at)gmx.de mit dem Betreff: Verlosung, dann bist du bei der Verlosung dabei.
Optional und just for fun: Löse das Silbenrätsel, das du im Januar in der Blogtour machen kannst – zehn Silben, in zehn verschiedenen Texten. Schreibe mir dafür eine E-Mail mit dem Lösungswort bis 31.01.2020 um 20 Uhr.


Die Links zu den Buchblogs, die an der Blogtour teilnehmen:
Like a Dream
Letannas Bücherblog
Yuuras bunte Bücherwelt
Bucheule
Letterheart Bücherblog
Lisas Bücherleben
Mein Regal voller Regenbögen
Same Nature
Trimagie
Die Büchernixe


Das Kleingedruckte:
Teilnahme ab 18. Für den Versand des Gewinns benötige ich die Postadresse der Gewinner*innen. Diese wird von mir ausschließlich für die Verlosung verwendet, nicht an Dritte weitergegeben und auch nicht gespeichert.

Lasst uns hoffen! Eine Charity-Aktion

Hoffnung zu Weihnachten spenden und die Chance, ein Buchpaket zu gewinnen? Ich habe mich 15 Autor*innen und Verleger*innen angeschlossen für diese Aktion – zu gewinnen gibt es viele Goodies und Phantastikbücher, in denen Diversität großgeschrieben wird. Weitere Einzelheiten:
https://queerwelten.de/lasst-uns-hoffen/

#DiversityChallenge2020

Ich rufe auf zur Diversity Challenge 2020.

Im Zuge meines Beitrages „Macht Diversität sichtbar“ fiel mir folgende Challenge ein:

1. Lies im Jahr 2020 fünf Bücher von dieser Liste für Phantastikbücher mit Diversität und Repräsentation: http://bit.ly/phantastikmitdiversität

2. Schreibe Rezensionen zu den fünf Büchern und nenne in deiner Rezension die vorhandenen Diversitätsthemen im jeweiligen Buch.
3. Verwende den Hashtag #DiversityChallenge2020 in deinen social media Kanälen, wenn du von der Challenge berichtest.
4. Die Challenge startet am 01.01.2020 und endet am 31.12.2020

Über die Liste
Darauf findest du rund 150 Titel (darunter auch Buchreihen) von deutschsprachigen und internationalen Autor_innen. Die jeweiligen Subgenres der Phantastik stehen jeweils dabei, z.B. Science Fiction, Dystopie, High Fantasy, Urban Fantasy u.a.
Mehr über mögliche Diversitätsthemen gibt es am Anfang der Liste und bei den einzelnen Büchern. Viel Spaß mit den bunten, vielfältigen Phantastikwelten dieser Romane und Anthologien!

Du hast keinen Buchblog und möchtest trotzdem teilnehmen?
Kein Problem. Hier einige Vorschläge, wo du deine Rezensionen teilen kannst:

Social Media:
Facebook und Instagram (bitte den Hashtag nutzen: #DiversityChallenge2020)

Buchportale:
http://buechertreff.de
http://lovelybooks.de
http://goodreads.com
https://whatchareadin.de
https://buechereule.de

Einige Onlineshops, in denen man Buchrezensionen verfassen kann:

https://www.thalia.de
https://www.weltbild.de/
https://www.hugendubel.de
https://www.amazon.de/
https://buecher.de

(Bitte beachte, dass manche Bücher, z.B. von einigen Selfpublisher*innen, nicht in allen Onlineshops verfügbar sind.)

Such dir eine oder mehrere für dich passende Seite(n) aus, um deine Rezensionen dort zu teilen.

Ich selbst werde an der Challenge natürlich auch teilnehmen. Einige Bücher von der Liste kenne ich bereits und nun freue ich mich darauf, noch mehr zu entdecken.



Verlagsvorstellung: Der Art Skript Phantastik Verlag

Grit Richter vom Art Skript Phantastik Verlag Foto: © David Knospe – http://davidknospe.de/

Ich verfolge schon seit längerem die Aktivitäten diesen engagierten Kleinverlags. Positiv aufgefallen sind mir die zahlreichen hochwertigen Anthologien zu verschiedenen Themen der Phantastik – mehrere davon, sowie einige Romane, wurden für Preise nominiert oder haben diese gewonnen, darunter den Deutschen Phantastik Preis. Auch in diesem Jahr gibt es für den Verlag wieder entsprechende Nominierungen. Zuletzt habe ich im Clockworker Magazin die Anthologie „Aeronautica – Logbuch der Lüfte” rezensiert.

Die Genres des Verlags sind:
Dark Fantasy
Steampunk
Space Opera

Ein Zitat von der Verlagsseite:
„Weg vom Mainstream und Kopien amerikanischer Bestseller, hin zu deutschsprachigen Originalen, willkommen auf der dunklen Seite der Phantastik. Nach diesem Motto führt Verlegerin und Grafik-Designerin Grit Richter den Verlag seit dem 01.01.2012 und konnte bereits einige Aufmerksamkeit erregen. Diverse Nominierungen und Gewinne des Deutschen Phantastik Preis für die Romane und Anthologien des Verlages zeigen, dass die ungewöhnlichen Geschichten auf dem Markt Anklang finden. (…)
Verlagsgründerin Grit Richter ist staatlich geprüfte Grafik-Designerin und kam eher durch eine Verkettung glücklicher Umstände zu ihrer Berufung. Eines Tages las sie das Roh-Manuskript von Michael Zandts Erstling und dachte sich, ,So geilen Scheiß, will ich auch machen.‘ Kaum ein halbes Jahr später wurde der Art Skript Phantastik Verlag geboren.”

Der Verlag arbeitet übrigens gern mit Bloggern zusammen. Hinweise dazu gibt es hier: https://www.artskriptphantastik.de/blogger.html

Wer als Autor*in gern ein Manuskript einsenden möchte, muss sich gedulden, denn aktuell nimmt der Verlag keine Manuskripte oder Exposées an.

Wo Ihr die Verlegerin und ihre Bücher demnächst live vor Ort antreffen könnt?
Grit Richter wird mit ihrem Verlag beim BuCon in Dreieich (19. Oktober 2019) und auf der Buchmesse BuchBerlin sein (23./24. November 2019). Geplant ist außerdem eine Teilnahme an der Leipziger Buchmesse 2020.

Die Webseite des Verlags: http://artskriptphantastik.de/
Twitter: @ASPhantastik
Instagram: https://www.instagram.com/asp_verlag/
Facebook: https://www.facebook.com/ArtSkriptPhantastikVerlag/

Interview mit der Autorin Marie Gräff

Welches war dein erstes veröffentlichtes Buch? Erzähl uns gern ein bisschen darüber.

Mein erstes veröffentlichtes Buch ist tatsächlich das ‚Amulett des Trebeta‘. Ich schreibe zwar schon seit einer Ewigkeit, hatte aber lange Zeit massive Selbstzweifel und habe mich so sabotiert, dass ich nichts bis zur Veröffentlichung gebracht habe. Als ich aber den Trebeta entworfen habe, wusste ich irgendwie, das wird etwas Besonderes. Das gab mir den Mut, endlich eine meiner Geschichten zu veröffentlichen.

Der Trebeta, oder korrekt: ‚Das Amulett des Trebeta – oder wie Gott dem Schicksal ein Schnippchen schlägt‘ ist ein Buch, das in jeder Hinsicht ungewöhnlich ist und schwer einem bestimmten Genre zuzuordnen. Am ehsten gehört es zur Urban Fantasy / Historischen Fantasy oder in den Magischen Realismus. Die Geschichte dreht sich um den freien Willen und eine Wette mit Gott und wird von niemand anderem erzählt als Gott selbst. Elfen. Orks und andere klassische Vertreter der Fantasy gibt es bei mir nicht, dafür aber lebendige lokale Sagengestalten, Geister und einen verrückten Statuengeist, der sich ins Herz der Leser geschlichen hat.

Und woran arbeitest du aktuell?

Aktuell arbeite ich an einem richtigen Großprojekt, das mich schon seit einer Weile auf Trab hält: Ich überarbeite und veröffentliche das Buch, das ich mit ca. 12-14 Jahren geschrieben habe, das aber nie veröffentlicht wurde. Es handelt sich um eine sehr komplexe Trilogie im Bereich klassische Fantasy. Ich bin jetzt fast 20 Jahre lang um dieses Projekt herumgeschlichen, habe es beäugt, wieder verworfen und konnte dann doch nicht die Finger davon lassen. Es scheint irgendwie wichtig zu sein. 😉

Details kann ich zu dem Projekt noch nicht geben, aber auf meiner Facebook-Seite gibt es regelmäßig Einblicke in den Entstehungsprozess und auch Textschnipsel.

Was interessiert oder begeistert dich besonders am Phantastik-Genre?

Phantastik und Fantasy haben mich einfach schon immer begeistert. Ich liebe es, in andere Welten zu reisen oder mir vorzustellen, wie phantastische Elemente in unsere Welt einbrechen und sie zu einem magischen Ort werden lassen. Ich mag es, in jeder Hinsicht über die Grenzen des Möglichen hinauszudenken.

In „Das Amulett des Trebeta” lässt du Gott persönlich erzählen. Wie war es für dich, eine so ungewöhnliche Erzählperspektive zu schreiben?

Ehrlich gesagt hat sich das einfach so ergeben. 🙂 Das Ganze ist so entstanden: Eines Abends saß ich mit meinem Partner da und wir haben einen ziemlich schlechten Film mit Totenbeschwörung/Nekromantie oder so etwas geschaut. Ich erinnere mich nicht mehr daran, welcher Film es war, wohl aber, dass ich erbost darüber war, dass jemand einen so guten Stoff so schlecht umgesetzt hatte. Ich hatte das Gefühl, dringend etwas schreiben zu müssen, das besser ist. Also setzte ich mich hin und plötzlich war da diese Erzählstimme, die aufgeschrieben werden wollte. Dass da eine Art Gott spricht, hab ich erst viel später gemerkt.

Sorgen hat mir die Möglichkeit gemacht, damit in irgendeine religiöse Ecke gesteckt zu werden oder irgendjemandem gewaltig auf die Füße zu treten. Aber der Trebeta ist tatsächlich reine Fiktion und versteht sich nicht als eine tatsächlich von Gott erzählte Geschichte. Jedenfalls nicht mehr als jede andere Geschichte auch. 😉

Gibt es etwas, auf das du beim Schreiben nicht verzichten kannst? Und zu welcher Tageszeit schreibst du am Liebsten oder am Besten?

Ich bin ein überzeugter Morgenmuffel. 😉
Ansonsten habe ich keine festen Schreibzeiten, sondern ich baue das Schreiben in meinen Alltag ein, wo immer es passt. Das Allerwichtigste für mich ist, mich nicht unter Druck zu setzen und dem Kritiker in meinem Kopf keine Stimme zu geben. Ich schreibe, wenn ich mich danach fühle. Mein Schreibrythmus ist sehr unkonventionell. Mal schreibe ich 20 Seiten an einem Tag, dann wiederum passiert wochenlang kaum etwas. Früher hat mich das schrecklich nervös gemacht, mittlerweile habe ich aber einfach verstanden, dass ich eben so ticke und das Buch genau so am schnellsten geschrieben wird.

Wenn du eine berühmte Persönlichkeit (lebend oder tot) treffen könntest, wer wäre es und was würdest du sie/ihn gern fragen?

Verdammt, jetzt sitze ich hier mit dieser Frage und mir fällt niemand ein. 😉
Es gibt sehr viele Menschen, die ich gerne treffen würde. Mit J. K. Rowling würde ich gerne mal übers Schreiben quatschen und sehr gerne würde ich die bereits verstorbene Maya Angelou treffen und an ihrer Lebensweisheit teilhaben.

Wie bist du zum Schreiben gekommen?

Ich schreibe gefühlt schon mein ganzes Leben. Schon als kleines Kind war ich verrückt nach Geschichten und meine Eltern mussten mir ständig vorlesen. Sobald ich lesen konnte, verschlang ich den Inhalt der örtlichen Bibliothek in beängstigendem Tempo und sobald ich schreiben konnte, begann ich auch damit, selbst Geschichten zu entwerfen. Sie wurden selten fertig und waren meist sehr kurz, weil ich schon damals starke Zweifel an meinen Fähigkeiten hatte, aber ich habe nie wirklich aufgegeben. Ich konnte einfach nicht. Denn wenn ich über längere Zeit hinweg nicht schreibe, ist das sehr unangenehm für meine Mitmenschen. 😉

Kann man dich in diesem Jahr auf Veranstaltungen antreffen?

Ich werde auf der Buchregio Trier am 3. und 4. Mai 2019 einen Stand haben und auch mit einer Lesung aus dem Trebeta vertreten sein. Details dazu gibt es auf meiner Facebook-Seite.

Vielen Dank für das Interview!

Maries Webseite und Facebookseite:
https://schwellentroll.de/
https://www.facebook.com/MarieGraeff.Autorin/

Mein erstes Crowdfunding

Ich starte ein kleines Crowdfunding in eigener Sache, um meine Teilnahme an der Buchmesse BuchBerlin im November 2019 zu finanzieren.Ihr könnt mich kostenlos unterstützen, indem ihr auf „Fan werden“ klickt (dazu ist eine Registrierung bei Startnext erforderlich).
Wer in Erwägung zieht, demnächst ein Taschenbuch oder ein E-Book von mir zu kaufen, den bitte ich, dies über das Crowdfunding zu tun. Bei entsprechender Verfügbarkeit ist eine Lieferung auch schon früher möglich als im angegebenen Zeitraum.
Ihr habt auch die Möglichkeit, meine drei neuen Bücher dort auszuwählen („Vanfarin – Von Untoten und Totems“, „An seiner Seite“ und „Die mysteriösen Fälle der Miss Murray: Mörderische Ostern“)

Ihr könnt mich kostenlos unterstützen, indem ihr auf „Fan werden“ klickt (dazu ist eine Registrierung bei Startnext erforderlich).
Wer in Erwägung zieht, demnächst ein Taschenbuch oder ein E-Book von mir zu kaufen, den bitte ich, dies über das Crowdfunding zu tun. Bei entsprechender Verfügbarkeit ist eine Lieferung auch schon früher möglich als im angegebenen Zeitraum.
Ihr habt auch die Möglichkeit, meine drei neuen Bücher dort auszuwählen („Vanfarin – Von Untoten und Totems“, „An seiner Seite“ und „Die mysteriösen Fälle der Miss Murray: Mörderische Ostern“)

Der Link zum Crowdfunding:

https://www.startnext.com/teilnahme-buchberlin-2019

Warum Weltenbau in der Phantastik so wichtig ist

Neulich las ich einen Low Fantasy Roman, der in einer eigenen Welt angesiedelt ist. Die Geschichte war spannend, die Charaktere hatten ihre Ecken und Kanten und es gab überraschende Wendungen. So weit, so gut. Aber wenn es um die Welt an sich ging, geriet ich ins Schwimmen. Oder vielleicht sollte ich sagen, ich tappte quasi im Nebel herum.
Ich bin mir sicher, der Autor hat sich einiges an Gedanken gemacht zu dieser Welt. Allerdings hat er es nicht geschafft, mir diese wirklich nah zu bringen. Orte wurden genannt, ohne sie näher zu beschreiben. Es ging unter anderem um einen Orden, über dessen Hintergrund man jedoch kaum etwas erfuhr. Hier und da wurde ein König erwähnt, aber dabei blieb es dann auch.

Wer sich schon die Mühe macht, eine eigene Welt zu kreiieren, der sollte sie dem Leser so anschaulich wie möglich machen. Zum Beispiel kann man sich folgenden Fragen widmen:

Wie ist das Regierungssystem in dieser Welt?
Ich schätze, in circa 90 % der Low und High Fantasy ist dies ein feudales, mit einem König oder einer Königin an der Spitze. Das hängt häufig damit zusammen, dass hier das europäische Mittelalter als Vorbild genommen wird. Ich habe aber auch schon Fantasyromane gelesen, in denen es andere Regierungssysteme gibt, z.B. mit verschiedenen Parteien und einer Demokratie.

Städte und Dörfer
Gibt es in dem Fantasyland große Städte, oder eher kleinere, oder fast nur Dörfer? Wie sind die Transportwege zwischen unterschiedlichen Orten? Gibt es größere Flüsse, die auch befahren werden.

Die Völker
Gibt es „nur“ Menschen, oder auch Fantasywesen? Und wie kommen diese untereinander und mit anderen Völkern zurecht? Haben die Völker jeweils eigene Führungspersönlichkeiten oder unterstehen sie alle einem König, oder gibt es eine andere Regierungsform? Und wie sehen die Menschen in dieser Welt aus?
In vielen Fantasyromanen, die sich am europäischen Mittelalter orientieren, sind die Menschen weiß. Und zwar alle. Das muss aber nicht sein, zumal man ja auch verschiedene menschliche Völker erfinden könnte, die eventuell aus verschiedenen Gegenden stammen.

Religion
Nicht in jedem Fantasy-Roman spielt Religion überhaupt eine Rolle. Falls sie es tun soll, kann man sich Gedanken über Gottheiten machen, über ihre Priesterschaft, über Tempel oder andere Gebäude, in denen die Gläubigen zusammen kommen. Auch über Gebete, Festtage, Rituale und Jenseitsvorstellungen kann man sich Gedanken machen. Viele Fantasy-Religionen sind mehr oder weniger an reale Religionen angelehnt, aber das muss nicht so sein. Wer Spaß daran hat, hat hier etwas ganz Eigenes kreiieren.

Magie
Falls es in der Welt Magie gibt, zieht das mehrere Fragen nach sich. Wie funktioniert die Magie? Basiert sie auf den Elementen, oder etwas Anderem? Welche Stellung haben Magier in der Welt, werden sie verachtet, gefürchtet oder sind sie im Gegenteil angesehen? Oder werden sie gar gejagt oder auf andere Weise bedroht. Gibt es Magier-Akademien, oder lernen angehende Magier bei einem Meister oder einer Meisterin? Sind magische Fähigkeiten angeboren, oder kann man sie erlernen?
Können Menschen überhaupt Magie wirken, oder ist das Fantasywesen vorbehalten?

Handel und Handwerk
Auch hierzu kann man Gedanken machen. Gibt es Gilden oder Zünfte? Womit wird gehandelt, welche Handwerke sind besonders wichtig? Wie lernen angehende Handwerker*innen? Bei Meister*innen, oder anders? Gibt es reisende Handelstreibende oder große Handelsstraßen? Welche Stellung haben Handwerksleute und Händler*innen in der Gesellschaft?

Die Landschaft(en):
Ist diese eher gleichförmig, oder gibt es verschiedenes, z.B. Gebirge, Sümpfe, Wälder, Brachland, Weiden, Meer, Seen, Dschungel…

Flora und Fauna
Gibt es besondere Tiere und Pflanzen in dieser Welt? Haben einige davon eine wichtige Bedeutung für die Handlung? Was gibt es für Haus- oder Nutztiere?

Wie ist das Klima?
Auch hier orientieren sich viele Romane an Europa, es gibt aber auch andere, die zum Beispiel ein eher subtropisches bis tropisches Klima als Vorbild nehmen. Und in diesen Zusammmenhang sind auch Stürme und andere Unwetter interessant, sofern sie für die Handlung eine Rolle spielen. Oder auch Naturkatastrophen wie zum Beispiel Erdbeben.

Wie sind die gesellschaftlichen Normen?
Auch hier orientieren sich viele am europäischen Mittelalter. Oftmals, aber nicht immer, haben Frauen eine schlechtere Stellung als Männer, und sei es nur, dass sie typische „Frauenarbeit“ verrichten, anstatt zum Beispiel als Kriegerin in die Schlacht zu ziehen. Häufig haben eine oder mehrere Religionen eine starke Bedeutung. In manchen Fantasyromanen wird eine Art fiktiver Rassismus behandelt, oft anhand von Fantasywesen wie Elfen, Zwergen, Orks oder anderen. Auch Sexismus oder Homophobie spielen mitunter eine Rolle oder noch andere gesellschaftliche Probleme.
Aber auch ein utopisches Gegenteil mag auftreten, so habe ich schon Gay Fantasy gelesen, in denen es in der entsprechenden Welt völlig normal und akzeptiert war, dass zwei Männer (oder zwei Frauen) heiraten. Gesellschaftliche Normen lassen sich meistens gut durch die Interaktion verschiedener Charaktere verdeutlichen. Weitere Fragen hier können sein: Wie ist das Verhältnis zwischen den Geschlechtern? Welche Beziehungsformen gibt es – und welche sind gesellschaftlich akzeptiert?

Der Info-Dump
Wenn es um den Weltenbau geht, gibt es allerdings ein Problem, über das manche Autor*innen stolpern – den sogenannten „Info-Dump“. Der Info-Dump vermittelt mitten im Text einen Haufen an Informationen, ohne gleichzeitig die Handlung weiter voran zu bringen. Bei den meisten Lesenden kommt das nicht gut an, außerdem besteht die Gefahr, dass man damit aus dem Fluss der Handlung gerissen wird. Es ist eine hohe Kunst, Wissenswertes zur Welt dosiert einzubringen, so dass sich Lesende nicht von all den Fakten erschlagen fühlen.

Einige andere Möglichkeiten:
Ein kurzer geschichtlicher Abriss zur Welt, der dem eigentlichen Text vorangestellt wird, ähnlich wie ein Prolog.

Zwei Charaktere unterhalten sich und in diesem Gespräch wird einiges über die Welt deutlich. Zum Beispiel könnte sich ein Charakter über Rassismus beschweren, über die hohen Zölle, mit denen Waren belegt werden, über den unfähigen König. Oder jemand schwärmt von den Sehenswürdigkeiten in der Hauptstadt. Und das sind nur einige Beispiele.

Darüber hinaus kann man wohldosierte Beschreibungen auch zwischendurch erklärend im Text einfließen lassen, oder vielleicht denkt ein Charakter über etwas Entsprechendes nach.

Zuviel des Guten
Manchmal übertreiben es Autor*innen mit ihren Beschreibungen zur Welt. Dann wird seitenweise erzählt über die wunderbaren Speisen, die es in der Taverne XY gibt, oder es gibt ellenlange Beschreibungen der Landschaft, die aber nichts zur Handlung beitragen. Oder jemand denkt sich sämtliche Tiere neu aus, die es in der Welt gibt und beschreibt sie in aller Länge und Breite, obwohl sie nur kurz an den Protagonisten vorbeihuschen. Und das sind nur einige Beispiele.
Entsprechende Romane wirken dann in der Regel langatmig, da solche Beschreibungen meistens wie gesagt die Handlung nicht voranbringen.

Und es gibt noch eine andere Gefahr: Man kann sich im Weltenbau unter Umständen verlieren. Ich kenne z.B. eine angehende Autorin, die seit ein Jahren einen Roman schreiben möchte. Als ich sie neulich traf, war sie immer noch in der Phase Weltenbau, hatte sich aber noch kaum Gedanken zum Plot ihrer Geschichte gemacht. Das ist vielleicht ein Extrembeispiel, aber es zeigt, dass Weltenbau aufwändig ist und manche es damit eventuell übertreiben.