Tipps für Nachwuchsautor*innen, für den Einstieg

Lesedauer, ohne die verlinkten Texte: ca. 6 Minuten.

Du bist gerade dabei, dein erstes Buch zu schreiben, oder eine Kurzgeschichte für eine Verlagsausschreibung? Dann sind diese Tipps für dich.

Kurz zu mir: Ich habe seit 11 Jahren Erfahrung mit dem Veröffentlichungen von Romanen, Novellen und Kurzgeschichten – teilweise im Selfpublishing, teilweise bei Kleinverlagen. Seit 2024 mache ich außerdem regelmäßig Lektorate, vor allem für einen Kleinverlag, sowie für Selfpublisher*innen.

Großverlag
Du möchtest deinen Roman am liebsten in einem großen Publikumsverlag unterbringen? Dann wirst du um eine Literaturagentur für die Vermittlung nicht herumkommen

Hier findest du eine entsprechende Liste und weitere Informationen:

https://text-manufaktur.de/service/liste-deutschsprachiger-literaturagenturen

Kleinverlag
Du möchtest dich mit deinem Manuskript bei einem Kleinverlag bewerben? Das kannst du direkt machen – ohne eine Literaturagentur -, sofern der Verlag aktuell Manuskripte annimmt. Entsprechende Infos findest du auf der Webseite des Verlags oder in dessen Social Media. Halte dich genau an die Vorgaben, wie ein Manuskript und Exposé aussehen sollte und wie sie eingereicht werden sollen.

Hier habe ich eine Liste mit deutschsprachigen Kleinverlagen, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Die Genres und Webseiten sind mit aufgelistet.
https://yopad.eu/p/deutschsprachige_Kleinverlage-365days

Ich empfehle auch diesen Blogbeitrag von mir:„Tipps für Autor*innen: Wenn ihr ein Manuskript bei einem Verlag einreichen wollt…“

Druckkostenzuschussverlage? Lieber nicht.
Mehr dazu hier:
https://amalia-zeichnerin.net/druckkostenzuschussverlage-und-andere-methoden-autorinnen-zur-kasse-zu-bitten/

Selfpublishing

Du hast dich für Selfpublishing entschieden? Dann musst du vieles selbst machen.

Hier gibt es von mir einen kostenlosen Ratgeber als PDF mit vielen Tipps.
https://amalia-zeichnerin.net/gratis-texte/

Eine Fundgrube an Informationen, Themen rund ums Selfpublishing und Tipps bietet die Selfpublisherbibel von Matthias Matting: https://www.selfpublisherbibel.de/

Ein Buchportal speziell für Selfpublishing-Bücher, das auf Spendenbasis arbeitet und kostenlos nutzbar ist, ist https://www.indiependables.com/.

Das Besondere daran? Hier können Autor*innen zahlreiche Infos und Metadaten zu ihren Büchern eintragen und Leser*innen können anhand vieler Suchkriterien sehr gezielt nach dem gewünschten Lesestoff suchen (nicht nur Genres und Subgenres, sondern auch Themen, romantische Beziehungen oder auch nicht, Tropes, Diversitätsthemen, Spice oder kein Spice, Hörbücher und vieles mehr)

Exposé

Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen an ein Exposé. Besonders gut finde ich die Tipps der Autorin Sandra Florean zu diesem Thema: https://sandraflorean-autorin.blogspot.com/2014/03/das-expose-so-hab-ich-es-gemacht.html

Normseiten

Hier wird erklärt was das ist und es gibt kostenlose Vorlagen zum Download, für Word, LibreOffice, Pages und alle Textverarbeitungen:

https://www.literaturcafe.de/normseite-dokumentvorlage-download

Generative KI (abgekürzt meistens gen. KI)

Mit gen. KI können ganze Texte, Bilder, Videos und Musik erstellt werden, oft in kürzester Zeit. In buchigen Diskursen ist der Einsatz von gen. KI sehr umstritten. Einige Autor*innen lehnen diese strikt ab für ihre Texte, haben aber keine Probleme damit, Social-Media-Beiträge, Charakterkarten oder auch Buchcover mit gen KI zu erstellen. Meine Meinung dazu: Das ist gegenüber Illustrator*innen und Buchcoverdesigner*innen, die ohne KI arbeiten, nicht fair. Übrigens: Viele Leser*innen lehnen KI-generiertes Material (Buchcover, Texte, Charakterillustrationen, auch KI-generierte Social-Media-Beiträge) so sehr ab, dass sie keine entsprechenden Bücher kaufen würden.
Auch von daher kann ich nur dazu raten: Verwendet lieber keine gen. KI für euer Buchmarketing.

Zwei Blogbeiträge von mir zum Thema:

„No to AI: Warum KI nichts der Kunst verloren haben sollte“

„Alternativen zu KI generierten Bildern“

Buchmarketing

Als Autor*in kommst du nicht darum herum, dein Buch auch selbst zu bewerben. Falls du Verlagsautor*in wirst, macht zwar dein Verlag etwas Werbung für dein Buch, aber auch du wirst das machen müssen.

Und da kommen Social Media ins Spiel. Bau dir eine Community auf. Ja, das ist langwierig und kann mühsam sein, aber du wirst auf diese Weise andere Autor*innen, Buchbloggende und Leute finden, die deine Bücher lesen möchten, und kannst dich mit ihnen vernetzen und austauschen. Weitere Tipps zum Buchmarketing findest du in meinem gratis Ratgeber oder in der Selfpublisherbibel.

Bestseller und Verfilmungen?

Neulich las ich auf Reddit einen Post von einer Person mit einem Debütroman. Sie wollte diesen nicht nur in einem Großverlag unterbringen, sondern auch gern verfilmt haben. Mehrere Leute kommentierten daraufhin, dass es in der Regel nur Bestseller schaffen, überhaupt verfilmt zu werden. Aber auch ein Bestseller bietet keine Garantie auf eine Verfilmung. Solltest du davon träumen, mit deinem Debütroman, einen Bestseller zu landen, der außerdem verfilmt wird, muss ich dich enttäuschen. Die wenigsten Autor*innen im deutschsprachigen Raum schaffen es, einen Bestseller zu veröffentlichen – vor allem ist das schwer, wenn es ihr Debüt ist, aber nicht nur dann.

Und die, die den großen Durchbruch schaffen? Da spielt nicht nur das schriftstellerische Talent eine Rolle, sondern auch die Vermarktbarkeit und die Marke der jeweiligen Autor*innen. Kaum zu glauben? Ich habe im Laufe der Jahre immer wieder Bestseller beobachtet (z.B. in den Genres Thriller, Romantasy und Dark Romance), die vielfach aufgrund ihrer schlechten literarischen Qualität kritisiert wurden.

Followerzahlen

Mittlerweile ist es auch so, dass zumindest einige Verlage danach gehen, wie viele Follower Autor*innen (bereits vor einer Veröffentlichung) in Social Media haben. Das ist kein Scherz. Teilweise bekommen auch z.B. Influencer*innen und Buchblogger*innen oder Prominente, die sehr viele Follower haben, die Chance, ein Buch zu schreiben und zu veröffentlichen.
Auch hier geht es natürlich wieder um die Vermarktung des Buches und die Annahme: Viele Follower, viele Käufer*innen. Dass das so nicht einfach aufgeht, zeigt z.B. dieses Audiovideo:
„Instagram und Autoren – Schluss mit dem Stress“ von Isa Nanoadmin:
https://www.youtube.com/watch?v=UHn23higV1M

Tropes

Tropes und Tags, um die Inhalte von Geschichten näher zu beschreiben, stammen ursprünglich aus dem Fanfiction-Bereich, mittlerweile sind sie in der Buchbubble überpräsent. Ich habe sogar Ausschreibungen von Verlagen gesehen, in denen Romane bestimmte Tropes haben sollten. Einige lieben Tropes, andere hassen sie, weil sie sich dadurch in ihrer Kreativität eingeschränkt fühlen. Fakt ist aber auch, dass viele Leser*innen gezielt nach ihren Lieblingstropes suchen. Schau am besten für dich, welchen Umgang du damit finden möchtest.

Inhaltswarnungen

Zu diesem Thema habe ich hier einen Blogbeitrag:
https://amalia-zeichnerin.net/triggerwarnungen-in-der-literatur/

Sensitivity Reading

Auch zu diesem Thema habe ich einen Blogbeitrag:

Social Media

Für die deutschsprachige Buchbubble sind vor allem diese Social Media relevant: Instagram, (#Bookstagram), TikTok (#BookTok), Threads, Bluesky, Facebook. Weniger los in Sachen Buchbubble ist im Fediverse/auf Mastodon, auf YouTube und auf Tumblr, aber auch dort sind natürlich Lesefans, Buchbloggende und Autor*innen.

Meine Empfehlung: Du musst nicht sämtliche dieser Social Media bedienen, egal wie sehr das empfohlen wird. Finde einige, die für dich besonders gut passen und wo du dich im Großen und Ganzen wohlfühlst. Und dann konzentriere dich auf diese.

Testleser*innen

Es gibt Leute, die ernsthaft behaupten, sie bräuchten keine Testleser*innen. Das halte ich für sehr unklug. Testlesende können dir einen wertvollen ersten Eindruck zu deiner Geschichte, deinem Buch schildern und sie können dich auch auf grobe Fehler hinweisen. Du kannst auch einen Fragebogen für deine Testlesenden entwerfen.

Hier einige Beispiele für entsprechende Fragen:
Sind Räumlichkeiten/Orte, Gefühle/Empfindungen, Gedankengänge anschaulich genug beschrieben?
Gibt es irgendwo Logikfehler oder Plotlücken?
Sind die Handlungen der Charaktere nachvollziehbar (selbst wenn du vielleicht in der Situation anders handeln würdest?)

Was Testlesende in der Regel nicht leisten: Korrekturen von Rechtschreib-, Grammatik- und Zeichensetzungsfehlern. Testlesende können außerdem kein Lektorat ersetzen.

Testlesen ist in der Regel kostenlos. Einige Autor*innen senden als Dankeschön Goodies, ein signiertes Printexemplar oder etwas anderes, am besten nach Vereinbarung.

Testleser*innen kannst du in deinem Umfeld, in Social Media oder in passenden Gruppen findet, auf Reddit z.B. im Subreddit https://www.reddit.com/r/schreiben/

Weiteres

In meinem Blog findest du mehrere Schreibtipps, hier:
https://amalia-zeichnerin.net/category/schreibtipps/

„Kleines Lexikon für Newbie-Autor*innen und alle, die es werden wollen“

„Warnhinweise und weitere Tipps für Autor*innen“

„Tipp für Autor*innen: Lest keine 1-Sterne-Rezensionen über eure Bücher“

Eine Liste mit Dienstleistenden rund ums Buch findest du hier:
https://amalia-zeichnerin.net/empfehlungen-fuer-buchcoverdesign-lektorat-sensitivity-reading/

Bestellaktion

Foto: Thought Catalogue, Unsplash

Ich bin auch in diesem Jahr nicht auf Messen oder Cons mit einem Stand. Ich lebe mit Existenzminimum und kann mir es nicht leisten, auf gut Glück Bücher für eine Veranstaltung drucken zu lassen, ohne zu wissen, ob sie alle verkauft werden. Darüber hinaus bin ich Risikopatient*in, was Covid betrifft und vermeide Großveranstaltungen.

Deshalb freue ich mich um so mehr, wenn Leute bei mir Taschenbücher bestellen, die ich gern signiere und dazu gibt es dann auch einige Goodies.

Also mache ich nun eine allgemeine Bestellaktion:
Sucht euch bei Interesse ein Buch von mir (oder auch mehrere) aus.
Meine Veröffentlichungen gibt es hier, nach Genres sortiert und mit
Leseproben: https://amalia-zeichnerin.net/veroeffentlichungen/
Viel Spaß beim Stöbern.

Das gewünschte Buch bestelle ich dann für euch, signiere es auf Wunsch und obendrauf gibt es wie gesagt noch einige Goodies, z.B. Sticker und Tee. Ihr bekommt das Buch als Warensendung per Post, mit einer Rechnung. Bitte erst nach Erhalt der Sendung zahlen, das ist mit Paypal oder Banküberweisung möglich.

Versandkosten:
Bei einem einzelnen Buch kostet der Versand 2,70 € (Porto für eine Warensendung),
bei mehreren Bücher versende ich ein DHL-Päckchen oder Paket (Preis für die Versandkosten auf Nachfrage).

Bitte schreibt mir eine E-Mail an amaliazeichnerin(at)gmx.de mit dem gewünschten
Buch, eurer Postadresse für den Versand und einer Angabe, ob ihr eine Signierung
haben möchtet oder nicht (und falls ja, mit welchem Namen von euch oder einer anderen Person, falls ihr das Buch verschenken möchtet).
Alternativ könnt ihr mir auch eine Nachricht in Social Media schreiben, hier im Linktree sind meine Profile zu finden.

Belletristik mit Figuren, die vegan leben

Auf die Idee zu diesem Beitrag kam ich durch einen Austausch mit Simon, danke dafür. Mein persönlicher Bezug zum Thema Veganismus: Ich bin seit ca. 1994 Vegetarierin, kaufe und esse aber mittlerweile, soweit es mir möglich ist, vegan. Das gilt nicht nur fürs Essen, sondern auch für Haushaltsmittel, Kosmetik und Kleidung.

Ich erinnere mich noch an Zeiten, in denen sich Vegetarier*innen und Veganer*innen ständig Witze oder herablassende Kommentare über ihre Lebensweise anhören mussten. Ich frage mich, ob Entsprechendes früher auch in der Belletristik zu finden war, habe aber keine entsprechenden Geschichten gelesen, bzw. kann mich nicht daran erinnern.

Nach und nach gab es dann immer mehr vegane Produkte in Supermärkten, Drogerien und anderen Geschäften. Zum Glück ist das bis heute so. Mittlerweile haben auch die Witze und abwertenden Kommentare nachgelassen, zumindest ist das meine Erfahrung. Bzw. ich bewege mich nun wohl offline und online mehr in „Bubbles“, die veganfriendly sind. Aber es gibt immer noch viele Leute, die sich schon allein durch das Stichwort Veganismus provoziert fühlen, bzw. in ihrer omnivoren Lebensweise angegriffen fühlen. Dazu muss man sich nur mal entsprechende Kommentarspalten im Internet ansehen. (Spoiler: Kann ich nicht empfehlen, es sei denn, ihr habt Lust auf Diskussionen mit beratungsresistenten Menschen.)

Nun möchte ich euch gern einige Bücher mit Figuren vorstellen, die vegan leben. Bitte beachten: Ich habe die meisten dieser Bücher (noch) nicht selbst gelesen, sie wurden mir empfohlen. In drei Fällen kann ich aber Rezensionen von mir verlinken. Ich verlinke auch die Seiten der Autor*innen oder Verlage, wo es möglich ist. Es sind verschiedene Genres dabei, darunter einiges an Romance und verschiedene Subgenres der Phantastik.


„A Kind (of) Demon“ von Simon Rhys Beck
(Urban Fantasy) Der gefallene Engel Daraqael ist im Himmel durch unbequeme Fragen unangenehm aufgefallen und hat sich für Tierschutz eingesetzt, z.B. war er gegen Tieropferungen in der Antike. Das Thema Veganismus und Tierschutz kommt im Roman mehrfach vor. Der Autor beschreibt den Roman auch als „Engel/Dämon Rom Com“
und das finde ich sehr passend, weil das Buch viel Humor bietet.

Meine Rezension: https://www.lovelybooks.de/autor/Simon-Rhys-Beck/A-Kind-of-Demon-12270855919-w/rezension/12485008667/
Die Verlagsseite des Buches: https://www.deadsoft.de/detail/index/sArticle/582

Ergänzung im Mai 2024: In „Liebe auf den zweiten Zufall“ von Anja Slauf
lebt eine der Hauptfiguren vegan und auch das Sortiment der Bäckerei,
in der sie arbeitet ist komplett vegan.
Die Verlagseite des Buches:
https://www.digital-publishers.com/de/romane/liebe-auf-den-zweiten-zufall-liebe-ebook

Die Buchreihe „Umwege“ von Sonja Bethke-Jehle erzählt von mehreren Figuren, die alle vegan leben und das spielt auch für die Handlung eine wichtige Rolle.
https://www.sonja-bethke-jehle.de/ver%C3%B6ffentlichungen/umwege/


„Yadriel und Julian – Cemetery Boys“ von Aiden Thomas
Die Nebenfigur Maritza ist Veganerin und lässt sich auch in Bezug auf ihre spirituelle Praxis als Bruja (eine Art Hexe) nicht davon abbringen. Für Veganer*innen ist der Roman allerdings eventuell schwer zu lesen, denn die übrigen Brujx verwenden häufig Tierblut für ihre magischen Aktivitäten. Aiden Thomas‘ Webseite: https://www.aiden-thomas.com/

„Im Bann der Mondklinge“ von Skalabyrinth hat eine vegane Hauptfigur.
Das Genre beschreibt Skalabyrinth als „Splatter-Erotik-Roman, Dark Funtasy, Morbider Humor“
Link zum Buch: https://www.skalabyrinth.org/books/ImBannDerMondklinge.html

In „Die Schwarze Träumerin“ und „Nicht schon wieder Ragnarök“ von Patricia Eckermann ernähren sich die Hauptfigur Josina und ihre WG-Mitbewohnerin Kamille vegan. Das Genre ist eine Mischung aus Urban Fantasy, Romantasy, High Fantasy verbunden mit nordischer Mythologie, und ich kann diesen Zweiteiler sehr empfehlen.
Meine Rezensionen (auf Lovelybooks):
Die Schwarze Träumerin
Nicht schon wieder Ragnarök
Die Seite der Autorin: https://antagonisten.de/romane-sachbuecher

In „Die Mauern um unsere Herzen“ (Gay Romance) von Celia Jansson
zieht die Hauptfigur in eine vegane WG.
Die Webseite der Autorin: https://celiajansson.blogspot.com/p/texte.html

„Vergiss mein nicht – eine tierisch schöne Liebesgeschichte: Nicht nur für Veganer“ von Katja Hildebrandt. Die Protagonistin Line wird im Laufe der Handlung Veganerin.
Die Webseite der Autorin: https://katjahildebrandt.de/

„Veganes Schnitzel zum Verlieben: Liebesroman“ von Annette Böhler
handelt von der veganen Foodbloggerin Ella.
Link zum Buch: https://www.annetteboehler.com/liebesromane/

Ich habe in der Buchbubble nachgefragt, wer noch passende Bücher kennt.
Folgende wurden mir genannt:

Ich zitiere: „Der Mausbiber Gucky aus „Perry Rhodan“ ist selbstverständlich vegan.“

In dem High Fantasy Roman „Die Melodie der Wünsche“ von Anne Herzel gibt es mehrere vegetarische und vegan lebende Figuren.
Anne Herzels Linktree: https://linktr.ee/wellenbuch

In der Trilogie „Wood Love“ (Band 1 heißt „WOOD High LOVE“) von D.C. Odesza ist die Hauptfigur Lova Veganerin. Das Genre wird beschrieben als düstere, verbotene Liebesgeschichte. Die Webseite der Autorin: https://dcodesza.com/

Die „Anno Initium“-Trilogie von Dinko Skopljak (Band 1 heißt: „Die Gestrandeten“)
Das Genre ist Horror/Postzombieapokalypse. Ich zitiere aus einem Beitrag im Fediverse: „Veganismus ist hier zukunftsweisend und unter den Haupt- und positiven Nebencharakteren absolut normalisiert. Es wird höchstens an einer oder zwei Stellen in einem Konflikt mit omnivor lebenden Menschen thematisiert. Hinterfragenswert ist in dem Fall immer omnivor, nie vegan. (Der Autor schreibt daneben auch entgendert.) In Anbetracht des Genres aber nichts für empfindlichere Menschen.“
Link zum Buch: https://abookalypse.com/de/

„Skye – Götter des Nordens“ von Lea McMoon ist ein Young Adult Fantasy Roman/Romantasy mit einer vegan lebenden Hauptfigur.
Link zum Buch: https://www.elavandemaan.de/young-adult-books-lea-mcmoon/skye-goetter-des-nordens/

Nora Bendzko schrieb mir:
„Ich habe eine wichtigere Figur in „Die Götter müssen sterben“, die auch zentral im Sequel „Die Helden sind tot“ eine Rolle spielt. Der junge Orphiker Kaystros lebt vegan, wie alle in seiner Bruderschaft.“
Die Webseite der Autorin: https://norabendzko.com/mein-schreiben/veroeffentlichungen/die-goetter-muessen-sterben/

Das folgende Buch gibt es nur auf Englisch, ich zitiere Lena Richter:
„The Terraformers“ von Annalee Newitz. „Das spielt in einer weit entfernten Zukunft auf einem Planeten, der über mehrere Generationen terraformt und für Menschen bewohnbar gemacht wird. Da es da ein „Uplifting“ gab, also einen Vorgang, bei dem Tiere ein Bewusstsein entwickelt haben, gilt da selbst das halten von Tieren zum Zweck von Melken usw., unter den dort lebenden Humanoiden als schockierend und falsch, gibt es sogar einen Konflikt zu. (Also weil es unter einigen der sich dort ansiedelnden Menschen einen seltsamen Trend gibt, wieder „traditionell“ leben zu wollen, inklusive Herdentieren. Das wird aber, wie gesagt, als falsch und grausam geschildert, es ist also insgesamt eine Welt, in der veganes Leben (natürlich mit futuristischen (Lebens-)Mitteln) der Normalzustand ist.“
Annalee Newitz‘ Webseite: https://www.techsploitation.com/#/sciencefiction/

Aiki Mira schrieb mir:
„Rain in Titans Kinder lebt vegan, ist aber wie Rains Asexualität kein großes Thema sondern Alltag auf der Erde und auf Titan – vegan zu leben wird aber thematisiert, weil es im Roman um Ethik und Leben geht.“ Das Genre ist Space-Utopie.
Aiki Miras Webseite: https://aikimira.webnode.page/projekte/

„Sanguen Daemonis“ von Anna Zabini
Die Figur Sivan lebt vegan. Das Genre des Buches Dark Fantasy/Urban Fantasy/Queer Fantasy.
Die Verlagsseite: https://www.ohneohren.com/sanguen-daemonis

In dem humorvollen Roman „Alles Tofu, oder was?“ von Ellen Berg geht es um eine vegan lebende Protagonistin, die auch ein veganes Restaurant betreibt.

Die Verlagsseite des Buches: https://www.aufbau-verlage.de/aufbau-taschenbuch/alles-tofu-oder-was/978-3-7466-3128-8

Buchbloggerin Simone nannte mir auf Instagram außerdem die folgenden Bücher:

„Conveniently in Bloom“ von Elise Kennedy (nur auf Englisch erhältlich)
Elise Kennedys Webseite: https://elisekbooks.com/

„All of my Friends are Rich“ von Michael Sarais (nur auf Englisch)
Michael Sarais‘ Webseite: https://www.michaelsarais.com/

„Love on the Brain“ von Ali Hazelwood hat zwei vegane Hauptfiguren.
Ali Hazelwoods Webseite: https://alihazelwood.com/

Im zweiten Band der Queer Romance Reihe „Boyfriend Material“ ( mit dem Titel „Husband Material“) von Alexis Hall ist einer der Hauptcharaktere vegan.
Alexis Hall Webseite: https://quicunquevult.com/

„The Charm Offensive – Wenn die Klappe fällt, beginnt die Liebe“ von Alison Cochrun, das ist ein Debütroman. Alison Cochruns Webseite: https://www.alisoncochrun.com/

Mein Liebesroman „Orangen und Schokolade“: Der Protagonist Thomas ist Fitness-Blogger und Veganer. Das bietet auch der Protagonistin Sarah einige Gedankenanstöße im Laufe der Handlung.

Der Goth Francis aus „Francis und das Gasthaus der Geister“ und sein Love Interest leben beide vegan und Francis zieht ein veganes Bed & Breakfast im ländlichen Yorkshire auf.

In meiner Buchreihe „Hexen in Hamburg“ sind alle sechs Hexen veganfriendly, Alannah und ihre Lebensgefährtin Franziska sind außerdem Veganerinnen. Alannah ist in Band 3 der Reihe (mit dem Titel: „Hexen in Hamburg: Verbrannt“) die Hauptfigur. Dieser Band ist 2025 erschienen.

Und hier noch zwei Infos rund um Veganismus:
Im Januar war wie jedes Jahr der Veganuary, auf der entsprechenden Webseite und darüber hinaus finden sich viele Anregungen, Veganismus auszuprobieren, auch eine Fülle an Rezepten.
Am 1. November ist der Welt-Vegan Tag. Mehr zu diesem Aktionstag gibt es z.B. hier: https://vegan-day.org/de/
Aber natürlich gilt, wie bei allen anderen Aktionstagen oder -wochen: Veganer*innen leben das ganze Jahr über vegan. Entsprechend kann mensch natürlich auch die Tipps von der oben genannten Veganuary-Seite das ganze Jahr über ausprobieren. Wenn ihr das macht, wünsche ich euch viel Freude dabei.

Schreibtipp: Mythologie in der Belletristik, aus paganer Sicht

Sandro Botticelli, Die Geburt der Venus (c.1484)


Ich sage es heute mal ganz offen: Ich bin seit einigen Jahren eine pagane Polytheistin, d.h. ich verehre einige Gottheiten, die bereits in der Antike verehrt wurden.

Neulich kam auf Twitter eine Unterhaltung auf dazu, wenn sich Autor*innen an antiken Mythologien bedienen, z.B. an der nordischen, keltischen, altägyptischen, römischen, griechischen oder noch anderen. Ich schreibe dazu nun etwas aus meiner pagan Perspektive, das ich bereits auf Twitter in einem Thread geschrieben habe und hier noch um einige Überlegungen ergänze.

Für viele pagane oder polytheistische Menschen sind antike Mythologien nicht einfach nur alte Geschichten, die man nach Belieben nehmen und nach eigenem Gutdünken verändern kann. Diese alten Mythen haben für viele pagane Menschen eine religiöse Bedeutung.

Wenn sich nun Autor*innen daran machen, diese Mythen neu zu interpretieren, gibt es im Grunde zwei Möglichkeiten:

Methode 1
Die Autor*innen bleiben dicht am Original. Oder an einem der Originale, denn oft ist es so, dass es unterschiedliche Mythen zu ein und derselben Gottheit oder einem Wesen gibt, je nach regionaler (oft zunächst mit mündlicher und erst Jahrzehnte oder Jahrhunderte später schriftlich festgehaltener) Überlieferung, und ja, manche dieser Mythen widersprechen sich auch.

Die Autor*innen adaptieren dann den vorhandenen Stoff so, dass das Original gewissermaßen noch durchscheint, aber neu interpretiert wird. Damit erweist man den historischen Überlieferungen und der Kultur, in der diese Mythen entstanden sind, einen gewissen Respekt aus meiner Sicht.

Methode 2
Die Autor*innen nehmen sich, was sie wollen aus der mythologischen Vorlage und drehen ihr ganz eigenes Ding draus, ohne Rücksicht auf die Eigenschaften der verwendeten Wesen/Gottheiten oder der historischen Quellen. Zum Beispiel nehmen sie den Namen einer Gottheit und verleihen diesen einem Dämon.

Oder sie versetzen Figuren aus einer bestimmten Region oder einem bestimmten Pantheon ganz ans andere Ende der Welt, ohne das näher zu begründen. Im schlimmsten Fall werden hier historische Mythen gewissermaßen ausgebeutet und das geht in Richtung kulturelle Aneignung.

Diese Gefahr besteht auch, wenn man sich an den Mythen einer Kultur bedient, in der man nicht selbst aufgewachsen ist. Zum Beispiel wenn eine Autorin aus Deutschland sich mit japanischer Mythologie oder Folklore befasst und dann Methode 2 anwendet.

Und man kann es sich schon denken, ich würde immer zur ersten Methode raten.

In der Twitter Unterhaltung kam das Gegenargument zu meiner Position, dass ja auch zahlreiche Motive aus der christlichen Religion auf unterschiedlichste Weise Einzug in die Popkultur gefunden haben und da auch viele Autor*innen einfach machen, was ihnen gefällt (z.B. in der Phantastik Engel, Teufel, Dämonen, im Horror-Genre Exorzismen, oder auch neue Interpretationen biblischer Geschichten in verschiedenen Genres).

Ich möchte allerdings zu Bedenken geben, dass die christliche Religion im Gegensatz zu heutigen paganen Glaubensgemeinschaften seit Jahrhunderten weltweit bestens etabliert ist. Christ*innen werden eher nicht diskriminiert (oder in einigen Fällen nur dort, weltweit gesehen, wo sie eine Minderheit bilden). Von daher haben Christ*innen größtenteils, zumindest was ihren Glauben betrifft, eine privilegierte Position.

Pagane/heidnische Menschen sind dagegen überall eine Minderheit und müssen sich oft mit Vorurteilen oder diskriminierendem Verhalten herumschlagen, wenn sie offen von ihrer Religion sprechen – das zeigt z.B. dieser englischsprachige Bericht über eine Umfrage der Pagan Federation in Schottland:
https://wildhunt.org/2021/03/scottish-pagan-federation-to-release-results-of-discrimination-survey.html

Insofern tut man aus meiner Sicht als Autor*in diesen Menschen einen großen Gefallen, wenn man die alten Mythen, die vielen von ihnen heilig sind, mit Respekt behandelt. Und deshalb würde ich wie gesagt, immer zur ersten Methode raten.