Rund um den Roman „Der Tempel der flammenden Herzen“

Lesezeit des Blogbeitrags: ca. 5 Minuten

Der Tempel der flammenden Herzen
Davon handelt der Roman:
Einige Jahre sind vergangen, seit eine Untotenarmee das Land Vanfarin verwüstet und mit einem Krieg überzogen hat. Der junge Jhorin hat alles verloren: seine Familie, sein Heim in einem Dorf, eine mögliche Ausbildungsstelle. Mittlerweile lebt er in der Hauptstadt Semvansin auf der Straße und schlägt sich mit gelegentlichen Tagelöhnerarbeiten durch. Der Vertreter einer Sekte lockt ihn und eine Freundin in seine Gemeinschaft. Zunächst scheint dort alles ganz wunderbar zu sein, außerdem lernt Jhorin einen Mann kennen, zu dem er sich sehr hingezogen fühlt. Aber der schöne Schein trügt …

Ein in sich abgeschlossener Fantasyroman mit einer Slowburn MM Romance.
Die Leseprobe zum Roman.
Das E-Book erscheint am 7.11.2026 und ist vorbestellbar (fast überall, nur nicht erhältlich bei Amazon). Das Taschenbuch erscheint voraussichtlich im September 2026 und wird überall im Buchhandel bestellbar sein.

Der Roman ist in meiner High-Fantasy-Welt „Vanfarin“ angesiedelt, wie auch mein Roman „Vanfarin – Von Untoten und Totems“. Es handelt sich jedoch nicht um eine Fortsetzung und es geht auch um andere Figuren. Daher kann dieser Roman auch ganz unabhängig von dem ersten „Vanfarin“-Roman gelesen werden.

Warum mich das Thema Sekten so sehr interessiert, dass ich in zwei Romanen darüber geschrieben habe?

Mit Mitte Zwanzig war ich auf spiritueller Suche und habe mich sehr für Meditation interessiert. Als ich in einer mental labilen Phase war, kam mir ein entsprechendes kostenloses Wochenendangebot gerade recht. Dann stellte sich heraus, der Meditationslehrer machte das für einen indischen Guru und erzählte von einer Gruppe in meiner Stadt, die sich regelmäßig traf, um sich den Lehren dieses Gurus zu widmen (mit Videos, in denen er Vorträge auf Englisch hielt) und um gemeinsam zu meditieren. Ich war wie gesagt labil und habe mir von den entsprechenden Treffen viel erhofft. Und dann habe ich bald einiges aus dem typischen „Playbook“ von Sekten kennengelernt:

Lovebombing:
Die Gruppe war super freundlich, alles sehr harmonisch, keine Konflikte, zumindest nicht nach außen hin.

Kontrolle:
Der Guru stellte, vermittelt durch schriftliche Texte und seine Vortragsvideos, zahlreiche Regeln für seine Anhängerschaft auf. Zum Beispiel eine bestimmte Form von vegetarischer Ernährung und Abstinenz/Enthaltsamkeit (bezogen auf Drogen, Alkohol, S3x). Außerdem gab es auch Vorschriften, wie genau, wie oft und wie lange man zu meditieren habe. Außerdem verbot er andere spirituelle Praktiken, Aktivitäten aus anderen Traditionen und so weiter.

Versprechungen:
Der Guru versprach seiner Anhängerschaft allerhand wundersame Veränderungen in ihrem Leben, wenn sie sich an all die Regeln halten würde, die er aufgestellt hatte.

Die finanzielle Seite:
Das war nicht ganz so krass wie in manchen anderen Sekten. Die Treffen in gemieteten Räumlichkeiten waren auf Spendenbasis, aber wer kein Geld spenden konnte, durfte dennoch hinkommen.

Auch nach mehreren Wochen, in denen ich regelmäßig in dieser Gruppe meditierte und mir Vorträge anhörte, stellten sich bei mir keine wundersamen Veränderungen ein. Mir wurde auch klar, dass ich es hier mit einer Sekte zu tun hatte. Daraufhin ging ich nicht mehr zu den Treffen und brach den Kontakt zu diesen Leuten völlig ab.

Viele Jahre später wurden Sekten für mich ein Hyperfokus-Thema und ich habe sehr viel und lange darüber recherchiert. Und so sind einige Ideen für meine Geschichten entstanden.

In „Hexen in Hamburg: Vergoldet“ (im Juni 2026 erschienen) gibt es eine sektenartige Gruppe rund um die charismatische Vera. In „Der Tempel der flammenden Herzen“ gerät der junge Jhorin, wie oben geschildert, in eine Sekte, die in einer eigenen Siedlung lebt.

Einige Textschnipsel aus dem Roman:

Bei meinen Recherchen über Sekten/destruktive Kulte bin ich im Magazin Gurumag auf ein “How to Start a Cult” Playbook in mehreren Schritten gestoßen, die ich hier zitiere und übersetze. (Quelle: siehe unten)

Inhaltswarnung: Erwähnung von Suizid.

1. Behaupte, dass du über göttliche bist und übernatürliche gottgleiche Fähigkeiten verfügst.
2. Normalisiere verbalen Missbrauch als Teil des spirituellen Pfaden und nimm dir als Guru Straffreiheit heraus.
3. Habe Sex mit deiner Anhängerschaft.
4. Verwende desorientierende Methoden um deine Anhänger*innen zu verwirren, abzulenken und in tranceartigen Zuständen zu halten.
5. Attackiere die Familien deiner Anhänger*innen und ermutige sie, keinen Kontakt mehr mit ihren Familienmitgliedern zu haben.
6. Überzeuge deine Anhängerschaft davon, sich selbst zu verlieren, kritisches Denken aufzugeben und reframe als das als positiv.
7. Stelle den Tod als etwas dar, das ganz einfach ist [eigene Anmerkung: manche Sektenanführer*innen stellen auch Suizid so dar]
8. Behaupte, deine Lehren seien so fortgeschritten, dass andere sie nicht verstehen können.
9. Verspreche deiner Anhängerschaft Erlösung.
10. Ermutige deine Anhänger*innen dir überall dorthin zu folgen, wo du wohnst.
11. Verbreite Verschwörungstheorien (z.B. über die Regierung) und Gespräche über Außerirdische.
12. Starre deine Anhänger*innen immer wieder lange an („Guru-gaze“)
13. Nimm zwölf Anhänger*innen mit in die Wüste, als „Versuchskaninchen“, um deine Methoden zu testen.
14. Erschaffe eine „erleuchtete“ Stadt.

Quelle: https://gurumag.com/tech-bro-guru-inside-the-sedona-cult-of-bentinho-massaro/

Ihr könnt es euch sicher schon denken, mehrere Punkte dieses Playbooks habe ich auch in „Der Tempel der flammenden Herzen“ mit eingearbeitet.

Rund um den Roman „Hexen in Hamburg: Vergoldet“

Davon handelt er:
Der queere Student Fabian hat die bipolare Störung und gerät in eine manische Phase. Das ist aber nicht sein einziges Problem: Der nordische Gott Loki, den er verehrt, lässt sich schon seit Längerem nicht blicken. Fabians Freund Stefan ist außerdem in den Dunstkreis einer sektenartigen Gruppe rund um die charismatische Vera geraten. Fabian forscht nach, auch gemeinsam mit seinem Hexenfreundeskreis. Denn mit einer App, die Vera kostenlos für ihre Follower anbietet, scheint etwas faul zu sein …

Eine ausführliche Leseprobe (die ersten 2 Kapitel als PDF) gibt es hier.

In „Hexen in Hamburg: Vergoldet“ beschäftige ich mich mit mehreren ganz verschiedenen Themen: die bipolare Störung, Aromantik, den nordischen Gott Loki und eine sektenartige Gruppierung. Für die bipolare Störung bin ich own voice und konnte eigene Erfahrungen mit manischen Phasen einfließen lassen. Was Aromantik betrifft, dafür fehlt mir die Lebenserfahrung. Eine aromantische Freundin von mir hat freundlicherweise ein Sensitivity Reading für mich gemacht, das mir sehr weitergeholfen hat.

In diesem Zusammenhang zeige ich euch hier die Sachbücher, die ich für Recherchen und darüber hinaus gelesen habe und sehr empfehlen kann – vier davon erwähne ich auch im Buch:

Laura Tempest Zakroff: Sigil Witchery
Misha Magdalene: Outside the Charmed Circle: Exploring Gender & Sexuality in Magical Practice
Dagulf Loptson: Pagan Portals: Loki – Trickster and Transformer
Katharina Kroschel, Annika Baumgart: (un)sichtbar gemacht – Perspektiven auf Aromantik und Asexualität
Thomas Bock: Achterbahn der Gefühle – Mit Manie und Depression leben lernen
Fabian Maysenhölder: Die Spur des Bösen – Wenn Fanatismus tödlich endet. Wahre Sektenverbrechen

Das folgende Meme finde ich wunderbar, deshalb habe ich es in den Roman mit eingebaut, weil Fabian wie ich auch davon träumt, so resilient wie die Löwenzahnpflanze zu werden. Darüber hinaus wird der Löwenzahn im modernen Heidentum auch in Verbindung mit dem nordischen Gott Loki gebracht. Im Buchcover habe ich eine Makrofotografie einer Löwenzahnblüte mit eingebaut.

Fabian hört im Roman in einem Club den Song „Girls just wanna have fun“, in einer Cover-Version von Emilie Autumn. Emilie hat wie Fabian die bipolare Störung und geht offen damit um. Das kann man auch auf ihrer Wikipediaseite lesen.

Hier ihre Version von „Girls just wanna have fun“ bei YouTube.

Im Roman steht der Song symbolisch auch für Fabians manische Phase, in der er sehr sorglos und risikobereit wird, außerdem einfach nur Spaß haben will.

Eine Inspiration für „Hexen in Hamburg: Vergoldet“

Im Roman treffen der Protagonist Fabian und ein guter Freund von ihm auf die charismatische Vera, die den Besucher*innen ihrer Kurse verspricht, dass ihre selbstentwickelte Methode „Golden Angel Flow“ für alles Mögliche gut sei, vor allem auch gesundheitlich und in Sachen Mental Health.

Vera hat außerdem eine sektenartige Struktur um sich geschaffen. Die Inspiration dafür kam durch New-Age-Esoterik-Werbungen, die mir im Internet aufgefallen sind, sowie durch kritische Dokus, z.B. über spirituelle Life Coaches.

Da gibt es selbsternannte spirituelle Lehrer*innen (nicht selten mit hochtrabenden, aber frei erfundenen oder geklauten Titeln), die eine Methode entwickelt haben, die Wunder wirken soll. Häufig basieren diese Methoden allerdings auf schon real existierenden, z.B. Yoga.

Oft geht es da auch um angebliche Heilmethoden, die aber nicht evidenzbasiert sind, zu denen auch keine medizinischen Studien existieren, und die gefährlich sein können. In mehr als einer Doku habe ich z.B. von Fällen gehört, bei denen die Betroffenen eine potenziell tödliche Erkankung hatten, dann eine mehr als fragwürdige Methode ausprobiert haben statt evidenzbasierter Medizin … und nicht überlebt haben.

Und all das hat mich inspiriert, Vera und ihre angeblich Wunder wirkende Methode zu schreiben und das kritisch zu beleuchten.

23. April 2026 – Welttag des Buches

Dieses Jahr mit einer Empfehlung für alle, die gern Selfpublishing-Autor*innen unterstützen wollen, bzw. nach entsprechenden Büchern suchen.

Schaut euch mal um bei Indiependables.

Diese unkommerziell ausgerichtete Plattform erleichtert die Suche nach dem gewünschten Selfpublishing-Lesestoff sehr, denn ihr könnt dort verschiedene Kriterien auswählen:

Hauptgenre
Subgenres
Themen aller Art (auch zu Diversität),
Tropes
Spice-Level
Und es kommt noch weitere Auswahlmöglichkeiten.

Das ist kostenfrei und läuft ohne eine Registrierung. Selfpublishing-Autor*innen können Metadaten zu ihren Büchern ebenfalls kostenlos und ohne Registrierung eintragen. Es findet kein Bewerbungsverfahren/keine Kuratierung bzw. Auswahl statt.

Alle Genres sind willkommen, sowie verschiedene Bucharten, z.B. Romane, Novellen, Anthologien, Sachbücher, Comics und noch mehr.

Die Plattform ist vor wenigen Tagen an den Start gegangen und es sind bereits über 1000 Bücher dort vertreten. Wer das Projekt unterstützen möchte, kann auf Ko-Fi etwas spenden (den Link gibt es unten auf der Webseite.)

Falls ihr die Metadaten zu euren Büchern eintragen wollt, lest bitte unbedingt erst die FAQ (diese sind unten auf der Seite verlinkt, ebenso eine Anleitung als PDF.)

Vorbestellaktion für das Taschenbuch von „Hexen in Hamburg:Vergoldet“

Ihr möchtet eine eher unbekannte, queere, mehrfach marginalisierte Autorenperson unterstützen, die Selfpublishing macht?

Ihr mögt Cosy Urban Fantasy, mit modernen paganen Hexen? Dann habe ich etwas für euch, ich mache wieder eine Vorbestell-Aktion, diesmal für das Taschenbuch von „Hexen in Hamburg: Vergoldet“. Das ist Band 4 der Reihe, aber wie alle anderen ist er unabhängig von den vorherigen lesbar.

Details zur Vorbestellung:

Schreibt mir eine DM oder eine E-Mail an amaliazeichnerin(at)gmx.de dass ihr das Taschenbuch bestellen möchtet.

Darin nennt mir bitte folgendes: Eure Postadresse für den Versand.
Wenn ihr eine Signierung wünscht, für wen (Name) soll ich das Buch signieren?

Der Preis beträgt 13 € mit 2,70 € Versandkosten, also insgesamt 15,70 €.
Dazu lege ich für euch noch einige gratis Goodies dazu: einen dekorativen Bleistift, Sticker und Tee. Ihr erhaltet das vorbestellte Taschenbuch im Juni als Warensendung, eine Rechnung füge ich mit bei (den Betrag bitte erst nach dem Erhalt des Buches bezahlen).

Hier gehts es zur Buchreihe, auch mit Leseproben.

Inhaltshinweise und Inhaltswarnungen zum Roman „Vergoldet“:

Inhaltshinweise
Freundschaft, Magie, Hexenkunst, Heidentum, moderne Hexen, aromantische Hauptfigur

Inhaltswarnungen
Alkohol, problematischer Umgang mit der eigenen Mental Health (manische Phase), Erbrechen, Gruppe mit sektenartigen Zügen, Sucht, Mobbing, Misgendering (wenig). Folgendes wird erwähnt, nicht näher geschildert: Krebserkrankung, Verlust von geliebten Menschen, Unfall, Suizid, Fehlgeburt, Vergewaltigung, Traumata

Liebe Romantasy-Autor*innen, wir müssen reden

Lesezeit: ca. 3 Minuten (ohne die weiteren verlinkten Texte)

Was hypermaskuline Figuren und zierliche Protagonistinnen zu tun haben mit viralen Trends wie Looksmaxxing, SkinnyTok und wie sie mit modernem Faschismus und Rechtsextremismus verbunden sind.

Ich lese nicht viel Romantasy, aber ich sehe häufig Werbung dafür und in dem Zusammenhang auch Charakterportraits. Ich sehe auch immer mal wieder Videos von Buchblogger*innen, die Romantasy vorstellen. Und das, was ich da sehe und höre, macht mir Sorgen. Denn die Schönheitsideale, die da repräsentiert werden, gab es teilweise auch schon in den 1930ern im Faschismus.

Was meine ich damit? Hypermaskuline Figuren mit stark definierten Kiefern, „Hunter Eyes“ und Body-Building-mäßig trainierten muskulösen Körpern, die außerdem meistens sehr groß und kräftig sind. Der Trend Looksmaxxing lässt grüßen. Schaut euch Propagandabilder aus der NS-Zeit an. Schaut euch Bilder an aus den nationalsozialistischen Propagandafilmen von Leni Riefenstahl. Und dann vergleicht diese mal mit den Charakterportraits oder Beschreibungen der männlichen Figuren in der Romantasy.

Dem gegenüber stehen fast immer kleine, sehr zierliche, dünne Frauenfiguren, die buchstäblich schwach sind. Aber aus irgendwelchen unrealistischen Gründen können sie dann trotzdem oft kämpfen „wie ein Mann“. Hier sehe ich Parallelen zum aktuellen Schönheitsideal für Frauen, der auch in Richtung klein, petite, zierlich geht. Warum das eigentlich überhaupt nicht romantisch, sondern schlecht ist? Dazu habe ich einen Blogbeitrag geschrieben: „Wie das Patriarchat Frauen und FLINTA* Personen kontrolliert“ (Fußnote 1)

Im rechten Backlash der letzten Jahre wünschen sich offenbar viele, in der Realität oder in der Fiktion, traditionelle, aber überholte Rollenbilder zurück. Um es mal überspitzt zu formulieren: Der starke, kompetente Mann, der für die (kleine, schwache) Frau sorgt und sie auf Händen trägt.

Und da ist nun meine Frage an euch: Wollt ihr wirklich diese völlig überholten Rollenbilder in euren Romantasy-Geschichten repräsentieren? Hate to break it to you: Das ist nicht romantisch, und das ist auch nicht hot. Das ist ein konservatives oder auch faschistisches Ideal.

Hier ein Gegenvorschlag: Body-Diversity. Wie wäre es mit einem Helden, der nicht super durchtrainiert ist, und sich trotzdem mutig ins Abenteuer stürzt? Auch Kämpfe lassen sich anders bewältigen als durch reine Muskelkraft, z.B. mit Geschmeidigkeit und Beweglichkeit. Wie wäre es mit dem Love Interest, der ein weiches Kinn hat, statt eines harten Kiefers? Wie wäre es mit einem Protagonisten, der keine „Hunter Eyes“ hat, sondern einen anderen Augenausdruck? Wie wäre es mit einer Protagonistin, die so groß (oder fast so groß) wie ihr Love Interest ist, sodass sie sich buchstäblich auf Augenhöhe begegnen können? Wie wäre es mit einer Heldin, die nicht dünn und zierlich ist? Und wie wäre es grundsätzlich mit Figuren, die irgendeinen körperlichen „Makel“ haben, also nicht perfekt sind? Das kann alles mögliche sein. Eine Körperbehinderung. Muttermale oder Narben. Eine Kriegsverletzung, die nicht vollständig heilbar ist. Kreisrunder Haarausfall. Vielleicht fällt euch noch etwas anderes ein?

Denn mal ganz ehrlich: Perfektion ist langweilig. Vor allem, wenn die Helden und Heldinnen in sämtlichen Romantasy-Romanen alle als so perfekt beschrieben werden, dass sie völlig austauschbar wirken. Gönnt euren Figuren Body-Diversity. Das macht sie interessanter und unverwechselbarer.

Fußnote 1:
https://amalia-zeichnerin.net/wie-das-patriarchat-frauen-und-flinta-personen-kontrolliert/

Weiteres zum Lesen und Anschauen:

„The Necessity for Diversity: Beauty Standards in Novels“ by E Dunsmuir.
https://www.strikemagazines.com/blog-2-1/the-necessity-for-diversity-beauty-standards-in-novels

„Wie problematisch virale Schönheitsideale wirklich sind: Das steckt hinter #Skinnytok & Looksmaxxing“ von Nicole Hofmarcher
https://wienerin.at/lifestyle/skinnytok-looksmaxxing/

Doku: Gefährlicher Trend „Looksmaxxing“: Wie weit gehen junge Männer für Schönheit?

„Looksmaxxing: ein gefährlicher TikTok-Trend für unsichere junge Männer, aus toxischer Männlichkeit und Körperscham“ von Dr. Dirk Stemper

„Body Fascism: SkinnyTok, the Far Right, and Why You Think You Want to Be Thin. How diet culture, wellness aesthetics, and authoritarian politics collide — and what it’s costing women’s health, autonomy, and power“ by Bec Cameron
https://beccameron.substack.com/p/body-fascism-skinnytok-the-far-right

„How the far right is using thinness to radicalise women and teen girls – The far right has normalised much of its ideology within mainstream politics – and ‘body fascism’ is part of that“ by Lois Shearing https://www.opendemocracy.net/en/far-right-radicalise-thin-skinny-fat-shame-women-girls-social-media-tiktok

„Looksmaxxing, Mogging & the Sexual Market Place: the latest far-right manosphere subculture“ by Harper Cleves
https://www.solidarity.ie/2026/03/looksmaxxing-mogging-the-sexual-market-place-the-latest-far-right-manosphere-subculture

Dear Romantasy Authors, We Need To Talk


Reading time: ca. 3 minutes (without the further reading suggestions)

What hyper-masculine male characters and petite female protagonists have to do with viral trends like looksmaxxing, SkinnyTok and their connection to modern day fascism and right wing extremism.

I don’t read a lot of romantasy, but I often see promo content about it and also character portraits. I also see videos by book bloggers who present romantasy. And what I read and see makes me worry. Because the beauty standards which are presented have already been a thing in the 1930ies, in fascism.

What do I mean? Hyper-masculine characters with defined jawlines, „hunter eyes“ and extremely muscular bodies who are also mostly very tall and very strong. The trend „Looksmaxxing“ says hi.

Take a look at historical propaganda images from Nazi Germany. Take a look at propaganda film images of the films of Leni Riefenstahl. And then compare these with the descriptions of male characters in Romantasy novels, or with respective character portraits.

On the other side, there are almost always very small, tiny, petite female characters, which are literally weak on a physical level. Yet somehow, for no realistic reason, they often can fight „like a man“. I see parallels here to the recenty beauty ideal for women which gets promoted by SkinnyTok and such: very thin women. Why this is not romantic at all, but bad? I have written a blog post about this – sorry, only in German. But I have linked a couple of other articles about this topic down below, as further reading suggestions.

Following the right-wing backlash of recent years, apparently a lot of folks long for, in reality or in fiction, old role models to be brought back. To put it bluntly: The strong, competent man who takes care of the (weak, tiny) woman.

So my question to you is, do you really want to represent these old-fashioned and out-of-touch gender roles and beauty standards in your romantasy stories? Hate to break it to you: This isn’t romantic and it’s also not hot. It’s a conversative, right-wing, fascist ideal.

I have another suggestion for you: Body Diversity. How about a hero who is not super trained and brawny, yet still sets out for his adventure bravely? Battles and fights do not always need muscular strength, you can also use flexibility. How about the male love interest with a soft chin instead of a hard jaw line? How about a protagonist without „hunter eyes“, but a different expression to his eyes? How about a female main character who is as tall (or almost as tall) as her love interest, so that both can literally be on a par with each other? How about a heroine who isn’t petite and small. And how about characters who have some kind of physical „flaw“, so they are not perfect? This can be a range of this. A physical disability. Moles or scars. A battle wound which cannot be healed. Alopecia (loss of hair). Or maybe you have another idea?

Because to be honest, perfection is boring. Especially when all the heroes and heroines in all the romantasy novels are described as so perfectly looking, that they become completely interchangeable. Treat your characters with body diversity. This makes them more interesting and unmistakable.

Further Reading Suggestions:

„The Necessity for Diversity: Beauty Standards in Novels“ by E Dunsmuir.
https://www.strikemagazines.com/blog-2-1/the-necessity-for-diversity-beauty-standards-in-novels

„Body Fascism: SkinnyTok, the Far Right, and Why You Think You Want to Be Thin.
How diet culture, wellness aesthetics, and authoritarian politics collide — and what it’s costing women’s health, autonomy, and power“ by Bec Cameron
https://beccameron.substack.com/p/body-fascism-skinnytok-the-far-right

„How the far right is using thinness to radicalise women and teen girls – The far right has normalised much of its ideology within mainstream politics – and ‘body fascism’ is part of that“ by Lois Shearing
https://www.opendemocracy.net/en/far-right-radicalise-thin-skinny-fat-shame-women-girls-social-media-tiktok

„Looksmaxxing, Mogging & the Sexual Market Place: the latest far-right manosphere subculture“ by Harper Cleves
https://www.solidarity.ie/2026/03/looksmaxxing-mogging-the-sexual-market-place-the-latest-far-right-manosphere-subculture

Buchblogger*innen gesucht

Hast du grundsätzlich Interesse an Rezensionenexemplaren (als E-Book)?
Oder stellst du auch hin und wieder Bücher in deinem Blog vor, die du nicht selbst gelesen hast, aber vom Thema her interessant findest? Vielleicht findest du ein für dich passendes Buch bei mir.

Bei mir gibt es …

Ich biete Rezensionsexemplare als E-Book für alle meine Veröffentlichungen an, bis auf die Reihe „viktorianische Krimis mit Mrs und Mr Fox“.

Ich vergebe keine Frist, bis wann das Buch gelesen werden muss, aber es wäre schön, wenn ich nicht 6 Monate oder so warten muss. Bitte melde dich entsprechend nur, wenn du das Buch innerhalb eines halben Jahres lesen und rezensieren kannst.

Mein längstes Buch ist übrigens nur 362 Seiten lang, die meisten haben so um die 250 Seiten, oder etwas weniger oder etwas mehr. Es sind also keine langen Wälzer.

Bzw. falls du eines meiner Bücher vorstellen magst, sende ich dir gern entsprechende Bilder vom Buchcover, Klappentext und was im Buch enthalten ist als Stichworte.

Meine Veröffentlichungen findest du hier. Sie sind auf meiner Webseite nach Genres sortiert und dort gibt es auch jeweils Leseproben bei den Büchern und eine Übersichtsseite mit Inhaltswarnungen.

Wenn du Fragen oder Interesse hast, schreib mir gern eine E-Mail an amaliazeichnerin(at)gmx.de

Es ist mir übrigens egal, wie viele Follower du hast oder wie viele Leute deinen Blog regelmäßig lesen. Ich würde mich einfach über eine Zusammenarbeit mit Buchblogger*innen freuen.

Mein einziges No-Go: Ich lehne gen. KI in der Kunst ab. Wenn du in deinem Buchblog Bilder oder Videos, Musik etc. mit gen. KI verwendest, oder deine Text mit gen. KI schreibst, dann schreibe mich bitte nicht an.

Gute Buch-Alternativen zu „Harry Potter“ und der „Wizarding World“

Lesezeit: ca. 4 Minuten
Inhaltswarnung: Transfeindlichkeit, anti-trans Aktivismus (erwähnt)

Kürzlich wurde bekannt: Die erste Staffel der HBO-Serienverfilmung von „Harry Potter“ soll ab Weihnachten 2026 gezeigt werden. Und ich rufe hiermit dazu auf, sie sich nicht anzuschauen. Es sei denn, ihr wollt eine Milliardärin finanziell unterstützen, die sich seit mehreren Jahren aktiv gegen trans Rechte einsetzt, auch massiv mit ihrem Geld – und dieser anti-trans Aktivismus, auch von anderen Akteuren, hat in UK unter anderem zu transfeindlichen Gesetzesänderungen geführt. Wenn ihr dies nachlesen wollt, weil es so unglaublich klingt, befragt bitte eine Suchmaschine eures Vertrauens oder schaut z. B. hier (Fußnote 1). Besagte Milliardärin wird auch an dieser neuen Serienverfilmung mitverdienen. Zu diesem Thema kann ich auch einen Instagrambeitrag von Cosplaytearoom empfehlen (Fußnote 2).

Ich weiß, dass viele Leute mit „Harry Potter“ angenehme Kindheits- oder Jugenderinnerungen verbinden, sei es mit den Büchern, den Filmen, Games oder dem Gemeinschaftsgefühl im Fandom, oder noch aus anderen Gründen. Wenn ihr euch von all dem nicht trennen könnt, was ihr im Laufe der Zeit gekauft habt, behaltet es. Schreibt weiter Fanfictions oder kreiert Fanart, wenn ihr dieses Fandom nicht loslassen könnt.

Aber kauft bitte keinen neuen Merch, keine neuen „Harry Potter“ oder „Wizarding World“-Produkte. Denn auch damit unterstützt ihr die Milliardärin, deren Name ich hier nicht nenne.

Und wenn ihr meine Ansichten in dieser Angelegenheit zu radikal oder übertrieben findet, dann entfolgt mir bitte in Social Media oder blockiert mich. Trans Rights are Human Rights. Und ich kann die Kunst nicht von den Kunstschaffenden trennen, wie ich hier in diesem Blogbeitrag geschrieben habe.

Und nun etwas Positives: Es gibt inklusive Fantasy-Literatur von diversen Autor*innen, die sich mit Magie, Hexen, Zauberern, Hexen- oder Zauberschulen befassen (oder Ähnlichem) und die diverser sind als „Harry Potter“ und die „Wizarding World“. Von mir gibt es außerdem die Reihe „Hexen in Hamburg“ (keine Jugendbücher, sondern für junge und ältere Erwachsene).

Hier einige Bücher und Buchreihen, die mir empfohlen wurden:

Aiden Thomas: „SOL. Die Rache der Obsidians“ Starke Freundschaften und queere Rivals to Lovers | Fantasywelt voller Götter und Monster | Für Leserinnen und Leser ab 12

Aiden Thomas „Yadriel und Julian. Cemetery Boys“ Nominiert für den Jugendliteraturpreis 2023 | New York Times Bestseller Autor | Urban Fantasy mit queerer Romance #OwnVoices

Und die Fortsetzung. Aiden Thomas: „Espíritu. Cemetery Boys“ Geister, Dämonen und queere Romance | Urban Fantasy mit einfühlsamer LGBTQ+-Representation | Band 1 nominiert für den Jugendliteraturpreis

Theresa Bells Reihe „Sepia“ – Band 1: „Sepia und das Erwachen der Tintenmagie“

Rick Riordan: „Percy Jackson 1: Diebe im Olymp“ Moderne Teenager, griechische Götter und nachtragende Monster – die Fantasy-Bestsellerserie ab 12 Jahren

Rick Riordan: „Magnus Chase 1: Das Schwert des Sommers“ – Ein Loser soll Ragnarök aufhalten? Lustiges Fantasy-Abenteuer ab 12 Jahren über nordische Mythen und einen (fast) normalen Typen

Rick Riordan hat mehrere Jugendbuchreihen geschrieben, hier eine Übersicht über sein gesamtes Werk auf Deutsch:

https://de.wikipedia.org/wiki/Rick_Riordan#Werke

Noah Stoffers: „A Midsummer’s Nightmare“ Dark Academia – Schottland – Shakespeare – queere Own-Voice-Fantasy an einem Elite-College

Zu einem Aufruf von mir für Buchtipps schrieb Desiderius Rainbow:
„Ich schmeiße mal meine Magier aus meiner Mânil-Reihe in die Runde! Contemporary-Fantasy zum Wohlfühlen: ein intensiver, skurriler und magischer Mix aus cozy Happyplace und düster-bösem Psychochaos mit Tiefgang, Casual Queerness, Neurodivergenz, own voice und viel Subtext. „Mânil – Einfach nur der Anfang“, „Mânil 2 – Keine Leinenpflicht in Katurath’ka“ und am 30.4. erscheint „Mânil 3 – Irgendwas mit neuen Jacken“, ist auch schon vorbestellbar. Ich bin Selfpublisher und zusätzlich zu meiner Geschichte stammen auch die Cover und sämtliches Design aus meiner Feder.“ Diese Buchreihe ist für Erwachsene.

Wolf September: „Grisper Castle: Eine Gay-Romantasy“ (Grisper Castle – Ein Schloss in Schottland – Cosy-Mystery 1) Vierteilige Buchreihe

Wolf schreibt: „[Meine Buchreihe] spielt in einem alten Schloss in Schottland, mit Magie, Geistern, alten Geheimnissen und einer Gruppe Figuren, die gemeinsam Rätsel lösen. Also eher Mystery/Cozy mit magischen Elementen. Ich würde die ersten beiden Bände ab 16 empfehlen, das es dort spicy Szenen gibt, ab Band 3 ab 12“

Jamie Enderlein: Die sechsteilige Buchreihe „Abra Kandelabra“
Band 1: „Hexenhut und Hokuspokus“

Fußnoten

(1) Inhaltswarnung zum englischsprachigen Artikel: sehr viel Transfeindlichkeit, Ace-Spektrum-Feindlichkeit.
„A Complete Breakdown of the J.K. Rowling Transgender-Comments Controversy“ https://www.glamour.com/story/a-complete-breakdown-of-the-jk-rowling-transgender-comments-controversy

(2) Der Instagrambeitrag von Cosplaytearoom:
„“This is why, in 2026, you should stop to cosume any Harry Potter related content – if you care at all about trans people.“
https://www.instagram.com/p/DWWPxiVisS9/

Deutschsprachige Phantastik ohne Romance und Spice, von FLINTA* Autor*innen

Romantasy ist überall, aber was ist eigentlich mit deutschsprachiger Phantastik ohne Romance und Spice? Oder nur mit ganz wenig Romance, in Nebenhandlungen? Darum ging es kürzlich auf Bookstagram. Ich tauschte mich mit einigen Leuten aus, fragte nach Empfehlungen, aber nicht für die „üblichen Verdächtigen“ – sehr erfolgreiche cis-männliche Autoren. Stattdessen fragte ich nach FLINTA* Autor*innen, die entsprechende Bücher veröffentlicht haben.
Ich habe in diesem Beitrag rund 30 Bücher und Buchreihen ganz ohne Spice und Romance gesammelt, sowie einige, die einen geringen Romance- oder Spice-Anteil haben (als Nebenhandlung, Subplot).
Bitte beachten: Bis auf einige habe ich nicht alle diese Bücher selbst gelesen. Schaut sie euch näher an, wenn ihr mögt, bildet euch gern selbst eine Meinung darüber.
Ich habe nicht alle Buchcover herausgesucht, sondern eine zufällige Auswahl getroffen, die keine Wertung darstellt. Die Webseiten oder Instagram-Profile der Autor*innen sind ebenfalls verlinkt, sofern es mir möglich war.

Patricia Eckermann: „Elektro Krause“ (Urban Fantasy)

Roxane Bicker: In den Buchreihen „Herren des Schakals“ und „Gezeitenwechsel“ gibt es queere romantische Subplots, aber keinerlei Spice.

Iva Moor: „Die Alchemie des Träumens“ (Dark Fantasy) und „Liminal Creatures“ (Dark Fantasy), letzteres enthält Spice mit Succubi-Figuren, aber keine Romance.
https://ivamoor.carrd.co

Lena Richter: „Dies ist mein letztes Lied“ (Science-Fiction)

https://lenarichter.com/veroeffentlichungen-2/dies-ist-mein-letztes-lied/

Melanie Vogltanz: „Wolfswille“ (1. Band der Reihe „Weißer Wolf“) und „Road to Ombos“

Freya Peterson: “Die Mutter der Masken” von Freya Petersen
(Sci-Fi Fantasy mit sehr wenig Romance)
https://linktr.ee/petersenfreya

Saskia Dreßler: Sternenleuchten (Fantasy-Novelle)
https://saskiadressler.com/novellen/

Kathrin Tordasi: „Nightowls. Boten der Dämmerung“ (Urban Fantasy)
https://kathrintordasi.de/meine-buecher-kathrin-tordasi/

Sophie Grossalber: „Blut und Dunkelheit“ (Fantasy-Novelle)

Lumen Milites: „Remoire – Echos der Vergessenen“ (Dark und High Fantasy), ganz ohne Romance, der erste Band einer Dilogie.
https://www.alealibris.de/produkt/remoire-echos-der-vergessenen-lumen-milites/

Evelyne Aschwanden: „Die Diebe von Alderport“ (Fantasy, viktorianisch inspiriert)
https://www.evelyneaschwanden.ch/die-diebe-von-alderport

Noah Stoffers: „A Midsummer’s Nightmare“ (Urban Fantasy, Dark Academia)
mit einem Romance-Subplot, der nicht im Fokus steht.
https://wonderl.ink/@noahstoffers

Tessa Maelle: „Der Riss im Traumnetz“ (High Fantasy)
https://www.instagram.com/tessa.maelle

C. I. Ryze (Christine Ina Ryze): „Spirits of Violence“ (Science Fiction Fantasy, Einzelband) „Splitter der Unendlichkeit“ (Fantasy mit Drachen, Trilogie)
https://www.ciryze.de/buecher

Jamie Enderlein: „Schmiedefeuer“ Trilogie (High Fantasy)
https://www.jamie-enderlein.com/linktree

Desiderius M. Rainbow: Buchreihe „Mânil“ (Academy Fantasy/ Contemporary-Fantasy/ Low Fantasy)
https://desideriusrainbow.jimdofree.com


Katja Jansen: „Nach dem Reset“ (dystopische Fantasy mit SciFi Elementen) und „Schatten über Yagrolor“ (Portalfantasy), beides Einzelbände.

Dee van Lux: „Das Erbe von Elvendahl“ (Buchreihe, Dark High Fantasy)
https://www.instagram.com/deevanlux/

Nadja Fischlin: „Jawra“ (Buchreihe)
https://www.novumverlag.com/onlineshop/belletristik/science-fiction-fantasy/jawra.html

I.R. Leys: „Chroniken der Gefallenen“ (Buchreihe, Dark Fantasy)
https://wonderl.ink/@irleys

Alessandra Reß: „Spielende Götter“ (GameLit), „Die Türme von Eden“ (Space Fantasy), „Sommerlande“ (High Fantasy) und „Liminale Personae“ (Postapokalypse)
https://www.instagram.com/fragmentansichten/

Dorothee Zürcher: „Der schwarze Garten“ (Urban Fantasy)
https://www.dorothe-zürcher.ch

Myra Çakan: „Hier kommt die Flut – When The Music’s Over“ (Science Fiction)

Ria Winter: „Sonnenerben“ (Urban Fantasy, Einzelband), die Protagonistin ist aro-ace.
https://riawinter.de/sonnenerben/

Amrei Lafort: „Weitezeit“ (Fantasy, ab 12 Jahre, All Age)
https://www.instagram.com/lyrik.a.l/


Ein passendes Buch von mir: „Vanfarin – Von Untoten und Totems“ (High Fantasy, Einzelband), komplett ohne Romance und Spice.

Mini-Vorschau auf 2026
Saskia Diepold: „Und in mir die Nacht“ (erscheint im März 2026)
https://www.instagram.com/frl.chaos/

Von mir erscheint:„Hexen in Hamburg: Vergoldet“ (im Juni 2026), mit einem aromantischen Protagonisten. Keine Romance, kein Spice. Das ist Band 4 dieser Urban-Fantasy-Reihe.

Interview mit Noah Stoffers

Noah Stoffers, Foto © Marco Ansing

Interview mit Noah Stoffers

Lesezeit: ca. 7 Minuten

Amalia: Hallo Noah, danke, dass du dir die Zeit nimmst für ein Interview. Du bist als Autor*in und Lektor*in tätig. Was gefällt dir an diesen beiden Tätigkeiten besonders? Und magst du das eine lieber als das andere?

Noah: An beiden Tätigkeiten liebe ich die Arbeit mit Geschichten und mit Sprache. Was sie unterscheidet, ist die Perspektive. Beim Schreiben meiner eigenen Romane bin ich automatisch tiefer in der Geschichte. Ich kenne sie irgendwann in- und auswendig. Im Lektorat schaue ich von außen auf eine Geschichte, die jemand anderes geschrieben hat, und kann auf inhaltlicher und stilistischer Ebene Hinweise zur Überarbeitung geben.

Ich liebe es schon sehr, meine eigenen Geschichten zu schreiben. Gleichzeitig merke ich bei einem neuen Lektorat immer wieder, wie bereichernd es sein kann, an anderen Geschichten mitzuarbeiten. Das hat auch mein eigenes Schreiben verändert.

© Droemer Knaur Verlag, Buchcoverdesign: © Alexander Kopainski

Amalia: Deinen neuen Urban-Fantasy-Roman „Cage of the Moon“, der im Januar 2026 erscheint und vorbestellbar ist, durfte ich testlesen und finde ihn schön divers, du gehst auch auf unterschiedliche Kulturen ein, wie es zu einer multikulturellen Stadt wie San Francisco sehr gut passt. Wie hast du für den Roman recherchiert? Und bist du selbst schon mal in San Francisco gewesen?

Noah: San Francisco ist schon seit langem ein Traumziel von mir, aber ich war noch nicht dort. Ich habe einerseits viel zur Stadt recherchiert, durch Reiseberichte, Dokumentationen oder auch Vlogs von Bewohnern, die ihre Heimat online zeigen. Und ich wollte andererseits gerne Figuren, die San Franciscos Vielfalt widerspiegeln. Dafür habe ich zum Beispiel das Buch „American Brujeria: Modern Mexican American Folk Magic“ von J. Allen Cross gelesen oder auch Reportagen von Amerikaner*innen mit Migrationsgeschichte gesehen. Andere Sachbücher handelten zum Beispiel von der Darstellung von Vampiren im Laufe der Zeit oder von Alcatraz, das ein wichtiger Schauplatz ist. Auch Food- und Festivalblogs waren eine wichtige Inspiration. Außerdem hatte ich das Glück, dass ich von dir und auch von meiner Lektorats-Person, Lian Stollenwerk-Ganssehr wertvolle Anmerkungen bekommen habe.

Amalia: Stark, wie viel Recherche in deinem Roman steckt. Wie bist du auf die Idee zu für die Geschichte gekommen?

Noah: Den Anstoß hat ein Gespräch mit meiner damaligen Lektorin Jacqueline Wagner nach einer Lesung gegeben. Wir hatten uns über Vampir- und Werwolf-Romane unterhalten und über die Chancen, polyamore Geschichten zu schreiben. Ich wollte schon lange eine Liebesgeschichte zwischen mehr als zwei Personen schreiben und ich habe Werwölfe sehr gern. Hauptsächlich, weil ich in Pen-&-Paper-Runden regelmäßig Werwölfe gespielt habe. Vampire waren ein neues Feld für mich, aber ich wollte gern eine Heldin haben, die mindestens genauso stark ist, wie die beiden männlichen Hauptfiguren.

Gabhán, Honora und Dan. Charkterportraits
© @jessamyart

Amalia: Das ist dir aus meiner Sicht fantastisch gelungen. Welche Figur im Roman, abgesehen von deinen drei Hauptfiguren, magst du besonders, und warum?

Noah: Es hat tatsächlich Spaß gemacht, den Antagonisten Ryder Mallroy zu schreiben, der ein ziemliches Ekelpaket ist. Und ich bin ein großer Fan von Dans Kollegin, einer Art magischer Polizistin, die alleinerziehende Mutter ist, Mode liebt und sich von niemandem herumschubsen lässt.

Amalia: Mit deinem Dark-Academia/Fantasy-Roman „A Midsummer’s Nightmare“, den ich sehr empfehlenswert finde, warst du auf der Spiegel-Bestseller-Liste. Was war das für ein Gefühl für dich?

Noah: Vielen Dank für das liebe Kompliment! Die Nachricht von der Platzierung auf der Bestseller-Liste habe ich im ersten Moment überhaupt nicht geglaubt. Ich fragte sogar zurück, ob da nicht vielleicht ein Irrtum vorliegen würde, weil ich es für ausgeschlossen gehalten habe. Danach war ich aber ungeheuer glücklich. Obwohl der orange Bestseller-Sticker ja nichts über die Qualität eines Buches aussagt, tut er einiges für die Sichtbarkeit. Deshalb war das schon lange ein großer Traum von mir. Die Nachricht kam am Nachmittag meines Geburtstags an: Ich habe sehr aufgeregt meine Eltern angerufen und war dann noch eine Weile völlig aus dem Häuschen.

Amalia: Das freut mich sehr für dich. Was steht als nächstes für dich an? Schreibst du an einem neuen Projekt (falls du schon etwas darüber verraten kannst) oder arbeitest du eher an Lektoraten oder etwas anderem?

Noah: Ich habe schon zwei Romanideen, die ich sehr gerne schreiben würde, da ist aber im Augenblick noch nichts spruchreif. Außerdem habe ich im Dezember das nächste Lektorat, vorher noch eine Lesung und hoffentlich ein Seminar. Als Selbstständig*er habe ich meistens mehrere Bälle in der Luft und arbeite oft an mehr als einem Projekt.

Amalia: Du gibst auch manchmal Workshops für Autor*innen zum Thema Schreiben von trans und nichtbinären Figuren, bzw. queere Repräsentation. Was für Erfahrungen hast du damit gemacht? Schreibe auch gern, wo man deine Workshops finden kann.

Noah: Das ist eine Arbeit, die ich sehr gern mag. Gerade durch den Austausch in den Workshops. Ich gestalte sie in der Regel so, dass es einen Vortrag gibt und danach oder zwischen zwei Vortragsblöcken Diskussionen und gemeinsame Aufgaben. Meistens kommen da Menschen mit unterschiedlichen Vorkenntnissen und Lebenserfahrungen zusammen – was oft zu spannenden Gesprächen führen kann. Besonders oft werde ich zur Darstellung von queeren Figuren gebucht. Aber ich gebe auch sehr gern Fortbildungen rund um den Weltenbau.

Am 8. November 2025 gebe ich zum Beispiel ein Seminar für die Bücherfrauen zu queerer Repräsentation in den Medien.
https://www.buecherfrauen.de/termine/artikel/diversitaet-in-romanen-queere-repraesentation-1

Und zusammen mit Victoria Linnea und Nora Bendzko arbeite ich gerade im Hintergrund an einer Seminarreihe. Dafür gibt es hier eine unverbindliche Warteliste:
https://www.victorialinnea.de/diversitaet101-warteliste

Amalia: Apropos Diversität – sprechen wir kurz über progressive Phantastik und Diversität. Was hat sich aus deiner Sicht in den vergangenen paar Jahren diesbezüglich auf dem Buchmarkt verändert? Ist die Phantastik zumindest teilweise progressiver geworden oder war mehr Diversität in der Literatur nur eine Art kurzer Trend?

Noah: Ich habe schon den Eindruck, dass Bücher mehr Diversität zeigen als vor zehn Jahren und dass die Repräsentation auch immer besser gelingt. Sowohl bei deutschsprachigen Autor*innen als auch bei Übersetzungen sehe ich mehr Own-Voice-Romane und auch viele Autor*innen, die sich sichtlich um gute Repräsentation bemühen. Ich glaube, das ist die stärkste Veränderung. Gleichzeitig ist Progressivität in den Medien generell eher ein Marathon als ein Sprint. Die Strukturen in den Verlagen verändern sich nicht so schnell und der Markt ist nicht von jetzt auf gleich ein komplett anderer.

Er ist gefühlt in den letzten Jahren sogar noch härter, noch schnelllebiger geworden – was natürlich gerade mit zum Beispiel chronischen Erkrankungen, geringem Einkommen oder als Alleinerziehende kaum zu stemmen ist. Also können Marginalisierte härtere Produktionsbedingungen im Zweifel noch schlechter wegstecken.

Und natürlich schreibt auch nicht die gesamte Buchbranche nur noch Romane voller Diversität. Viele Alteingesessene bleiben seit Jahren ihren Themen treu und haben schlicht kein Interesse an progressiven Büchern. Manche lehnen sie sogar regelrecht ab, vielleicht weil sie sich von dieser Entwicklung bedroht fühlen.

Also ich würde sagen, es gibt einen merklichen Fortschritt – aber eben auch noch Luft nach oben.

Amalia: Wenn du zwei Wünsche frei hättest, was würdest du dir von Leser*innen und dem deutschsprachigen Buchmarkt wünschen?

Noah: Von den Lesenden würde ich mir wünschen, dass sie sich auf Bücher einlassen, die die Lebensrealität von Marginalisierten oder schlicht anderen Kulturen abbilden – gerade auch dann, wenn es mit Gewohnheiten bricht und vielleicht mal herausfordernd ist. Bitte gebt diesen Büchern eine Chance! Und wenn sie euch gefallen, dann feiert sie genauso, wie berühmte Titel.

Vom Buchmarkt würde ich mir wünschen, dass er anfängt, seine Strukturen aufzubrechen. Wir stecken alle in finanziellen Zwängen, aber wenn Autor*innen unter dem Druck, gleichzeitig im Akkord zu schreiben und ihre Bücher zu bewerben, zusammenbrechen, dann hat der Buchmarkt dauerhaft nichts davon. Gebt uns mehr Zeit und mehr Unterstützung beim Marketing. Gerade auch bei ungewöhnlichen Ideen, die vielleicht ein Risiko darstellen.

Amalia: Danke für deinen Aufruf an die Lesenden und den Buchmarkt. Gibt es noch etwas, was du gern ansprechen möchtest?

Noah: „Cage of the Moon“ ist mein erster romantischer Fantasy-Titel. Ich habe großen Respekt davor, über Liebe, Romantik und Bettgeflüster zu schreiben. Gerade, weil es keine Kleinigkeit ist, diese Gefühle in Worte zu packen. Aber natürlich wird es auch wieder Geheimnisse, Verbrechen und einen magischen Weltenbau geben. Der Roman erscheint Mitte Januar 2026 und ich bin schon sehr gespannt darauf, wie er den Lesenden gefällt.

Herzlichen Dank, dass du ihn noch in der ersten Fassung gelesen hast. Das hat definitiv Spuren auf den Seiten hinterlassen. Und vielen Dank für das Interview!

Amalia: Vielen Dank auch von mir für das Vertrauen beim Testlesen und dass du dir die Zeit für das Interview genommen hast. Last but not least: Wo kann man dich online finden? (Deine Webseiten und/oder Social Media Profile)

Noah:

Am ehesten auf Instragram: https://www.instagram.com/noah.stoffers

Aber auch hier:

Threads: https://www.threads.com/@noah.stoffers

TikTok: https://www.tiktok.com/@noah.stoffers

Lektorats-Webseite: https://www.textpfade-lektorat.de/

Bücher
Die Verlagsseite von „A Midsummer’s Nightmare“
https://www.droemer-knaur.de/buch/noah-stoffers-a-midsummer-s-nightmare-9783426530177

Die Verlagsseite von „Cage of the Moon“
https://www.droemer-knaur.de/buch/noah-stoffers-cage-of-the-moon-9783426564752

Bücher von Noah Stoffers im Amrûn Verlag:
„Berlin – Rostiges Herz“ https://amrun-verlag.de/produkt/berlin/

„Berlin – Magische Knochen“ https://amrun-verlag.de/produkt/berlin-magische-knochen-band-2/