Tipps für Nachwuchsautor*innen, für den Einstieg

Lesedauer, ohne die verlinkten Texte: ca. 6 Minuten.

Du bist gerade dabei, dein erstes Buch zu schreiben, oder eine Kurzgeschichte für eine Verlagsausschreibung? Dann sind diese Tipps für dich.

Kurz zu mir: Ich habe seit 11 Jahren Erfahrung mit dem Veröffentlichungen von Romanen, Novellen und Kurzgeschichten – teilweise im Selfpublishing, teilweise bei Kleinverlagen. Seit 2024 mache ich außerdem regelmäßig Lektorate, vor allem für einen Kleinverlag, sowie für Selfpublisher*innen.

Großverlag
Du möchtest deinen Roman am liebsten in einem großen Publikumsverlag unterbringen? Dann wirst du um eine Literaturagentur für die Vermittlung nicht herumkommen

Hier findest du eine entsprechende Liste und weitere Informationen:

https://text-manufaktur.de/service/liste-deutschsprachiger-literaturagenturen

Kleinverlag
Du möchtest dich mit deinem Manuskript bei einem Kleinverlag bewerben? Das kannst du direkt machen – ohne eine Literaturagentur -, sofern der Verlag aktuell Manuskripte annimmt. Entsprechende Infos findest du auf der Webseite des Verlags oder in dessen Social Media. Halte dich genau an die Vorgaben, wie ein Manuskript und Exposé aussehen sollte und wie sie eingereicht werden sollen.

Hier habe ich eine Liste mit deutschsprachigen Kleinverlagen, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Die Genres und Webseiten sind mit aufgelistet.
https://yopad.eu/p/deutschsprachige_Kleinverlage-365days

Ich empfehle auch diesen Blogbeitrag von mir:„Tipps für Autor*innen: Wenn ihr ein Manuskript bei einem Verlag einreichen wollt…“

Druckkostenzuschussverlage? Lieber nicht.
Mehr dazu hier:
https://amalia-zeichnerin.net/druckkostenzuschussverlage-und-andere-methoden-autorinnen-zur-kasse-zu-bitten/

Selfpublishing

Du hast dich für Selfpublishing entschieden? Dann musst du vieles selbst machen.

Hier gibt es von mir einen kostenlosen Ratgeber als PDF mit vielen Tipps.
https://amalia-zeichnerin.net/gratis-texte/

Eine Fundgrube an Informationen, Themen rund ums Selfpublishing und Tipps bietet die Selfpublisherbibel von Matthias Matting: https://www.selfpublisherbibel.de/

Ein Buchportal speziell für Selfpublishing-Bücher, das auf Spendenbasis arbeitet und kostenlos nutzbar ist, ist https://www.indiependables.com/.

Das Besondere daran? Hier können Autor*innen zahlreiche Infos und Metadaten zu ihren Büchern eintragen und Leser*innen können anhand vieler Suchkriterien sehr gezielt nach dem gewünschten Lesestoff suchen (nicht nur Genres und Subgenres, sondern auch Themen, romantische Beziehungen oder auch nicht, Tropes, Diversitätsthemen, Spice oder kein Spice, Hörbücher und vieles mehr)

Exposé

Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen an ein Exposé. Besonders gut finde ich die Tipps der Autorin Sandra Florean zu diesem Thema: https://sandraflorean-autorin.blogspot.com/2014/03/das-expose-so-hab-ich-es-gemacht.html

Normseiten

Hier wird erklärt was das ist und es gibt kostenlose Vorlagen zum Download, für Word, LibreOffice, Pages und alle Textverarbeitungen:

https://www.literaturcafe.de/normseite-dokumentvorlage-download

Generative KI (abgekürzt meistens gen. KI)

Mit gen. KI können ganze Texte, Bilder, Videos und Musik erstellt werden, oft in kürzester Zeit. In buchigen Diskursen ist der Einsatz von gen. KI sehr umstritten. Einige Autor*innen lehnen diese strikt ab für ihre Texte, haben aber keine Probleme damit, Social-Media-Beiträge, Charakterkarten oder auch Buchcover mit gen KI zu erstellen. Meine Meinung dazu: Das ist gegenüber Illustrator*innen und Buchcoverdesigner*innen, die ohne KI arbeiten, nicht fair. Übrigens: Viele Leser*innen lehnen KI-generiertes Material (Buchcover, Texte, Charakterillustrationen, auch KI-generierte Social-Media-Beiträge) so sehr ab, dass sie keine entsprechenden Bücher kaufen würden.
Auch von daher kann ich nur dazu raten: Verwendet lieber keine gen. KI für euer Buchmarketing.

Zwei Blogbeiträge von mir zum Thema:

„No to AI: Warum KI nichts der Kunst verloren haben sollte“

„Alternativen zu KI generierten Bildern“

Buchmarketing

Als Autor*in kommst du nicht darum herum, dein Buch auch selbst zu bewerben. Falls du Verlagsautor*in wirst, macht zwar dein Verlag etwas Werbung für dein Buch, aber auch du wirst das machen müssen.

Und da kommen Social Media ins Spiel. Bau dir eine Community auf. Ja, das ist langwierig und kann mühsam sein, aber du wirst auf diese Weise andere Autor*innen, Buchbloggende und Leute finden, die deine Bücher lesen möchten, und kannst dich mit ihnen vernetzen und austauschen. Weitere Tipps zum Buchmarketing findest du in meinem gratis Ratgeber oder in der Selfpublisherbibel.

Bestseller und Verfilmungen?

Neulich las ich auf Reddit einen Post von einer Person mit einem Debütroman. Sie wollte diesen nicht nur in einem Großverlag unterbringen, sondern auch gern verfilmt haben. Mehrere Leute kommentierten daraufhin, dass es in der Regel nur Bestseller schaffen, überhaupt verfilmt zu werden. Aber auch ein Bestseller bietet keine Garantie auf eine Verfilmung. Solltest du davon träumen, mit deinem Debütroman, einen Bestseller zu landen, der außerdem verfilmt wird, muss ich dich enttäuschen. Die wenigsten Autor*innen im deutschsprachigen Raum schaffen es, einen Bestseller zu veröffentlichen – vor allem ist das schwer, wenn es ihr Debüt ist, aber nicht nur dann.

Und die, die den großen Durchbruch schaffen? Da spielt nicht nur das schriftstellerische Talent eine Rolle, sondern auch die Vermarktbarkeit und die Marke der jeweiligen Autor*innen. Kaum zu glauben? Ich habe im Laufe der Jahre immer wieder Bestseller beobachtet (z.B. in den Genres Thriller, Romantasy und Dark Romance), die vielfach aufgrund ihrer schlechten literarischen Qualität kritisiert wurden.

Followerzahlen

Mittlerweile ist es auch so, dass zumindest einige Verlage danach gehen, wie viele Follower Autor*innen (bereits vor einer Veröffentlichung) in Social Media haben. Das ist kein Scherz. Teilweise bekommen auch z.B. Influencer*innen und Buchblogger*innen oder Prominente, die sehr viele Follower haben, die Chance, ein Buch zu schreiben und zu veröffentlichen.
Auch hier geht es natürlich wieder um die Vermarktung des Buches und die Annahme: Viele Follower, viele Käufer*innen. Dass das so nicht einfach aufgeht, zeigt z.B. dieses Audiovideo:
„Instagram und Autoren – Schluss mit dem Stress“ von Isa Nanoadmin:
https://www.youtube.com/watch?v=UHn23higV1M

Tropes

Tropes und Tags, um die Inhalte von Geschichten näher zu beschreiben, stammen ursprünglich aus dem Fanfiction-Bereich, mittlerweile sind sie in der Buchbubble überpräsent. Ich habe sogar Ausschreibungen von Verlagen gesehen, in denen Romane bestimmte Tropes haben sollten. Einige lieben Tropes, andere hassen sie, weil sie sich dadurch in ihrer Kreativität eingeschränkt fühlen. Fakt ist aber auch, dass viele Leser*innen gezielt nach ihren Lieblingstropes suchen. Schau am besten für dich, welchen Umgang du damit finden möchtest.

Inhaltswarnungen

Zu diesem Thema habe ich hier einen Blogbeitrag:
https://amalia-zeichnerin.net/triggerwarnungen-in-der-literatur/

Sensitivity Reading

Auch zu diesem Thema habe ich einen Blogbeitrag:

Social Media

Für die deutschsprachige Buchbubble sind vor allem diese Social Media relevant: Instagram, (#Bookstagram), TikTok (#BookTok), Threads, Bluesky, Facebook. Weniger los in Sachen Buchbubble ist im Fediverse/auf Mastodon, auf YouTube und auf Tumblr, aber auch dort sind natürlich Lesefans, Buchbloggende und Autor*innen.

Meine Empfehlung: Du musst nicht sämtliche dieser Social Media bedienen, egal wie sehr das empfohlen wird. Finde einige, die für dich besonders gut passen und wo du dich im Großen und Ganzen wohlfühlst. Und dann konzentriere dich auf diese.

Testleser*innen

Es gibt Leute, die ernsthaft behaupten, sie bräuchten keine Testleser*innen. Das halte ich für sehr unklug. Testlesende können dir einen wertvollen ersten Eindruck zu deiner Geschichte, deinem Buch schildern und sie können dich auch auf grobe Fehler hinweisen. Du kannst auch einen Fragebogen für deine Testlesenden entwerfen.

Hier einige Beispiele für entsprechende Fragen:
Sind Räumlichkeiten/Orte, Gefühle/Empfindungen, Gedankengänge anschaulich genug beschrieben?
Gibt es irgendwo Logikfehler oder Plotlücken?
Sind die Handlungen der Charaktere nachvollziehbar (selbst wenn du vielleicht in der Situation anders handeln würdest?)

Was Testlesende in der Regel nicht leisten: Korrekturen von Rechtschreib-, Grammatik- und Zeichensetzungsfehlern. Testlesende können außerdem kein Lektorat ersetzen.

Testlesen ist in der Regel kostenlos. Einige Autor*innen senden als Dankeschön Goodies, ein signiertes Printexemplar oder etwas anderes, am besten nach Vereinbarung.

Testleser*innen kannst du in deinem Umfeld, in Social Media oder in passenden Gruppen findet, auf Reddit z.B. im Subreddit https://www.reddit.com/r/schreiben/

Weiteres

In meinem Blog findest du mehrere Schreibtipps, hier:
https://amalia-zeichnerin.net/category/schreibtipps/

„Kleines Lexikon für Newbie-Autor*innen und alle, die es werden wollen“

„Warnhinweise und weitere Tipps für Autor*innen“

„Tipp für Autor*innen: Lest keine 1-Sterne-Rezensionen über eure Bücher“

Eine Liste mit Dienstleistenden rund ums Buch findest du hier:
https://amalia-zeichnerin.net/empfehlungen-fuer-buchcoverdesign-lektorat-sensitivity-reading/

Warnhinweise und weitere Tipps für Autor*innen

Lesezeit ohne die verlinkten Beiträge: ca. 4 Minuten

Ihr seid Nachwuchs-Autor*innen? Ihr seid gerade erst eingestiegen in die schriftstellerische Tätigkeit und kennt euch noch nicht gut aus? Dieser Beitrag ist für euch. Gern auch mit Personen teilen, für die das interessant sein könnte.

Ich habe schon häufiger etwas zu diesem Themenfeld geschrieben und dachte mir, ich fasse mal alles übersichtlich in einem Blogbeitrag zusammen. Eventuell ergänze ich diesen Beitrag später noch um weitere Warnhinweise.

Finger weg von Druckkostenzuschuss-Verlagen

Mehr dazu in diesem Beitrag, der außerdem noch auf Kurzgeschichten und Anthologien eingeht:


Wenn ihr ein Manuskript bei einem Verlag einreichen möchtet, beachtet bitte das, was ich in diesem Blogbeitrag geschrieben habe:

Generative KI
Der Einsatz generativer KI (für Texte, Bilder, wie z.B. Social Media Posts oder Charakterportrais, Reels/Videos, Musik etc.) ist in der Buchbranche sehr umstritten. Wenn ihr häufig und ungekennzeichnet gen. KI verwendet, müsst ihr damit rechnen, dass euch Leute entfolgen, die das ablehnen. Oder auch, dass sie eure Bücher nicht kaufen. Ich selbst lehne gen. KI in der Kunst ab (und damit meine ich alle Kunstformen, auch die Literatur) und habe hier einen Blogbeitrag darüber geschrieben:
https://amalia-zeichnerin.net/no-to-ai-warum-ki-in-der-kunst-nichts-verloren-haben-sollte/

Über Alternativen zu KI-generiertem Bildmaterial:
https://amalia-zeichnerin.net/alternatives-to-ai-generated-images-alternativen-zu-ki-generierten-bildern/

Weiteres:

Charakterportraits, die kein Geld kosten und nicht KI-generiert wurden?

Viele Autor*innen verwenden gen. KI, um Figurenportraits zu ihren Büchern zu erstellen. Ich habe nun mehrfach den Take gelesen, anstatt das zu machen, könnten Autor*innen doch selbst üben zu malen/zeichnen und dann ihre eigene Illustrationen machen.

Das mag für manche machbar sein. Aber das ist halt nicht die Lösung für alle, denn: Das erfordert Zeit. Viele Autor*innen haben einen Brotjob, Familienverpflichtungen, Carearbeit und so weiter, und müssen auch noch on top in Social Media regelmäßig Content bringen, für ihre Reichweite und die Sichtbarkeit.

Und selbst wenn eine Autorin Zeit und Löffel hat, sich selbst mit Malen/Zeichnen zu beschäftigen, heißt das noch lange nicht, dass sie mit den Ergebnissen so zufrieden ist, dass sie diese online zeigen mag.

Zwei andere Lösungen, die nicht gen. KI beinhalten und kein Geld kosten:
Tauschhandel: In diesem Fall also „tausche Illustration gegen eine andere Leistung“. Fragt doch einfach mal hier auf Instagram, vielleicht ergeben sich entsprechende Möglichkeiten. Ich habe kürzlich zum 2. Mal eine Tauschaktion angeboten, „Charakterportrait gegen das betreffende E-Book“ – dabei ist dann ein Cyberpunk-Charakterportrait entstanden, und ich freue mich über den Roman, den ich dafür erhalten habe.

Eine weitere Möglichkeit, die für einige Genres (z.B. Fantasy und Historisches) gut passen kann: Gemeinfreie Abbildungen klassischer Portraitgemälde zeigen.

Ich habe z.B. für meine Regency-Novelle „Frei und doch verbunden“ zwei Gemälde aus der Regency-Ära gefunden; die abgebildeten Männer fand ich sehr passend für meine Protagonisten.

Ja, ich weiß, das setzt einiges an Suche voraus und dauert länger, als mal eben ein KI-Bild zu generieren. Aber ihr vermeidet damit halt KI-generiertes Bildmaterial.

Apropos: Zahlreiche große Museen/Bibliotheken (z.B. die British Library), verfügen über große Bilddatenbanken und die Bilder dürfen teilweise unter bestimmten Bedingungen (z.B. Quellennennung) kostenlos verwendet werden. Auch in der Wikimedia Commons gibt es viele klassische Gemälde. Bitte stöbert bei Interesse selbst einmal im Internet.

Spam und Scams:
Wenn ihr Mails bekommt, die eines oder mehrere eurer Bücher über den Klee loben und dann anbieten, euch gegen Gebühr ein Marketing-Tool anbieten oder ähnliches Gedöns zur Verfügung zu stellen – bitte lasst die Finger davon. Solche E-Mails sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Spam oder Scams und ich würde den Absender sofort sperren. Es gibt einen Haufen unseriöser Anbieter auf dem Markt, die solche kalte Akquise betreiben. Ich gehe davon aus, dass sie ihre E-Mails noch dazu mit gen. KI schreiben und die betreffenden Bücher gar nicht gelesen haben, sondern anhand des Klappentexts KI generierten Lob erstellt haben.

Bezahlte Testleser*innen?
Lasst euch nicht auf bezahlte Testlesende/ Betalesende ein. Die gibts vor allem im englischspr. Raum, aber ich bin auch hierzulande schon einer solchen Person begegnet, die von mir Geld fürs Testlesen haben wollte. Übrigens ohne mir Referenzen oder eine Qualifizierung zu nennen, oder ein kostenloses Probe-Betalesen anzubieten. Ich habe mich nicht darauf eingelassen.
Testlesen wird in der Regel kostenlos gemacht oder gegen ein kleines Dankeschön (z.B. ein Belegexemplar und/oder Goodies, oder etwas anderes). Lektorate und Korrektorate werden bezahlt. Diese Arbeit ist in der Regel wesentlich gründlicher als die von Test-/Betalesenden. Die Profis in diesem Bereich haben oft auch etwas in dieser Richtung gelernt oder studiert, oder sich entsprechend fortgebildet.

Tipps für Autor*innen: Wenn ihr ein Manuskript bei einem Verlag einreichen wollt…

In letzter Zeit gab es eine Kontroverse um den ab morgen geschlossenen Phantorion Verlag. Mehrere Autor*innen und Buchbloggende haben darüber u.a. auf Instagram berichtet, außerdem kann ich einen Artikel vom Literaturcafé empfehlen (siehe Fußnoten).

Und das ist bei weitem nicht der erste Skandal um einen Verlag. Einige von euch erinnern sich vielleicht noch an die Kontroversen um den Papierverzierer Verlag und „Bundesamt für magische Wesen“ (beide existieren nicht mehr).

Hier meine Tipps:

Zunächst mal, reicht wirklich nur dann Manuskripte ein, wenn der Verlag deutlich gemacht hat, dass sie aktuell Manuskripte annehmen. Entsprechende Hinweise findet ihr entweder in Social Media, oder auf der Verlagswebseite.

Prüft, auf wen ihr euch einlasst.
Schaut euch das Impressum der Verlagswebseite an. Fehlen dort Angaben, z.B. eine Adresse? Und welche Person(en) werden im Impressum genannt?

Schaut euch auch die Webseite genauer an. Macht sie einen guten Eindruck auf euch? Sind Bücher leicht zu finden, bzw. gibt es gut strukturierte Kategorien, falls der Verlag mehrere Genres verlegt? Gefällt euch das Buchcoverdesign?

Hört euch unter anderen Autor*innen um, ob sie den Verlag empfehlen können. Das muss nicht öffentlich sein, ihr könnt z.B. eine DM schreiben. Wie konstruktiv ist die Zusammenarbeit? Gibt es ein gutes Lektorat und Korrektorat? Dürfen sie beim Buchcoverdesign ein Wort mitreden? Werden Tantiemen regelmäßig gezahlt? Gibt es häufiger Probleme?

Ist der Verlag auch auf Buchmessen dabei? (Nicht jeder Kleinverlag kann das leisten, aber mehrere schon.)

Lest euch auch Verträge ganz genau durch. Fragt im Zweifelsfall bei anderen Autor*innen nach, falls euch etwas unklar ist.

Bitte beachten: Manche Kleinverlage sind sehr kleine Eine-Person-Betriebe, die mehrere Freiberufler*innen engagieren (für Lektorate, Korrektorate, Buchcoverdesign…). Manche Kleinverleger*innen arbeiten zusätzlich in einem Brotjob. Entsprechend kann es sein, dass es lange dauert, bis ihr eine Antwort auf eure Manuskripteinreichung erhaltet.

Fußnoten:
Reel von Jenny Magical auf Instagram:
https://www.instagram.com/reel/DWeO6D3igfb/

Artikel vom Literaturcafé:
https://www.literaturcafe.de/phantorion-verlag-am-ende-wo-ist-das-new-adult-magazin-bookframe/

Weiteres:
„Druckkostenzuschussverlage und andere Methoden, Autor*innen zur Kasse zu bitten“
https://amalia-zeichnerin.net/druckkostenzuschussverlage-und-andere-methoden-autorinnen-zur-kasse-zu-bitten/

Weitere gute Tipps von Nora Bendzko auf Instagram:
https://www.instagram.com/p/DWwVDQuDQUl/

Tipps von Iva Moor:
„Wie erkennt man einen seriösen Verlag? – Teil 1: Grundsätze“
https://silbenalchemie.wordpress.com/2016/07/04/wie-erkennt-man-einen-serioesen-verlag-teil-1-grundsaetze/

Produktionsbedingungen für Autor*innen und ein persönliches Fazit nach rund zehn Jahren

Jocelyn Morales, Unsplash

Es ist ein offenes Geheimnis: Von allen Dienstleistungen rund um eine Buchveröffentlichung (Lektorat, Korrektorat, Buchcoverdesign, Vertrieb u.a.) verdienen die Autor*innen selbst am wenigsten. Sie werden von Verlagen nicht für ihre Arbeitszeit bezahlt, sondern gewissermaßen für die Vermarktung ihrer Bücher, bzw. Lizenzen.

Im deutschsprachigen Raum bezahlen die meisten Verlage auch keine Vorschüsse. Das heißt: wer keine Bestseller landet oder am laufenden Band Bücher produziert, wird vom Schreiben allein nicht leben können (statistische Zahlen dazu lassen sich online suchen).

Im Selfpublishing machen es viele Autor*innen so, dass sie Crowdfundings machen, um all die Dienstleistungen rund um ihre Veröffentlichung bezahlen zu können. Ich habe vor mehreren Jahren einmal ein Crowdfunding gemacht, um die Teilnahme mit einem Stand an der Buchmesse Berlin finanzieren zu können. Es ist gelungen, war allerdings sehr zeitaufwändig. Ich weiß auch von anderen Leuten, die Crowdfundings gemacht haben, dass dies sehr viel Arbeit bedeutet. Außerdem gibt es keine Garantie, dass das Crowdfunding erfolgreich ist.

Das andere Modell im Selfpublishing, das ich teilweise mache, ist Arbeitstausch, dadurch lassen sich Kosten reduzieren. Meine Buchcover und Werbebanner etc. kann ich selbst gestalten, auch dank eines Grafikdesignstudiums.

Ich bin Hybridautorin: vier meiner Bücher sind in Kleinverlagen erschienen, den Rest habe ich im Selfpublishing veröffentlicht.

Für bezahlte Werbung habe ich kein Budget, also bin ich auf meine eigenen Werbebeiträge in Social Media angewiesen. Und dort treffe ich auf tausende andere Autor*innen, die ebenfalls Werbung für ihre Bücher machen. Wir alle kämpfen mit den Algorithmen und sinkender Reichweite. Und die Anzahl der Follower oder der Likes entspricht nie der Zahl der Buchkäufe (siehe Fußnote 1).

Nach rund zehn Jahren als Autor*in mit Veröffentlichungen bin ich ziemlich desillusioniert, was den Buchmarkt und meine persönlichen Möglichkeiten betrifft. Ich habe nie damit gerechnet, einen Bestseller zu schreiben. Das ist einfach unrealistisch, weil es nur den wenigsten gelingt. Aber wenn ich, so wie in den vergangenen zwei Jahren, Monate an einem Buch arbeite und sich dieses dann nur zwanzig Mal verkauft, nimmt mir das die Motivation.

Ja, ich hatte auch Bücher, die sich sehr gut verkauft haben, insbesondere die Reihe „Die mysteriösen Fälle der Miss Murray“. Ich bin sehr dankbar für all die Menschen, die dieser Reihe ihre Lesezeit gewidmet haben. Aber ganz ehrlich, ich konnte diese Reihe nicht endlos fortsetzen, weil mir die Ideen für weitere Kriminalfälle ausgegangen sind.

Ich habe noch eine anstehende Veröffentlichung und zwei weitere eigene Buchprojekte, die ich umsetzen möchte, aber danach werde ich voraussichtlich keine weiteren in Angriff nehmen, oder vielleicht nur noch ein Buch pro Jahr schreiben und wie bisher auch, hin und wieder Fanfictions. Mir geht es mittlerweile so: Ich verdiene mehr mit Lektoraten als mit meinen Buchveröffentlichungen. Also werde ich mich in Zukunft mehr auf diese Tätigkeit konzentrieren.

Fußnote:
(1) In diesem Zusammenhang empfehle ich immer wieder gern das folgende Video, in dem die Situation für Instagram analysiert wird: „Instagram und Autoren – Schluss mit dem Stress“ (ca. 39 Minuten)
https://www.youtube.com/watch?v=UHn23higV1M

#DiversityDienstag: Support für marginalisierte Autor_innen… die nicht preisverdächtige Literatur schreiben

Lesezeit: 1 Minute
In Social Media wird recht oft dazu aufgerufen, queere oder anderweitig margi­nalisierte Autorys zu unterstützen, z.B. indem man ihre Bücher kauft oder darauf hinweist. Aber die Bücher, die dann empfoh­len werden, sind praktisch immer dieselben von so ungefähr 5 bis 10 Autorys, zumindest habe ich das öfter so beobachtet.

Oftmals geht es um Bücher, die als besonders herausragend und lesenswert erachtet werden und/oder die für Preise nomi­niert wurden oder mit welchen ausgezeichnet wurden. Teilwei­se sind das auch englischsprachige Bücher oder Bücher aus großen Verlagen. Das ist natürlich einerseits sehr schön.

Andererseits entsteht für mich der Eindruck, als ob die Bücher marginalisierter Autor*innnen nur dann beachtenswert sind, wenn sie überdurchschnittlich gut sind.

Die eher durch­schnittlich schreibenden Autorys, zu denen ich ebenfalls zähle, kommen bei solchen Empfehlungen nicht oder kaum vor. Gleiches gilt oft auch für Kleinverlage und marginalisierte Selfpublisherinnen. Deshalb: Wenn ihr Autorys unterstützen wollt, auch solche, die vielleicht nicht preisverdächtig schreiben: Traut euch auch an Bücher aus Kleinverlagen und an welche von Selfpublisherinnen.

Das alles erinnert mich übrigens schmerzhaft an etwas, das so einigen marginalisierten Autor*innen bekannt vorkommen dürfte: marginalisierten Leuten, z.B. mit Behinderungen, wird oft schon von Kindheit an vermittelt, dass sie immer mehr als 100 % geben müssten, dass sie besonders viel leisten müssten, um von der Mehrheitsgesellschaft anerkannt zu werden.

Aber nicht jeder marginalisierte Autorin ist ein literarisches Genie, um es mal überspitzt zu formulieren, oder schreibt preisverdächtig. Und das hängt natürlich auch teilweise mit der eigenen Lebenssituation, aber auch dem Buchmarkt und den Produktionsbedingungen zusammen, bei der marginalisierte Autorinnen oft strukturell benachteiligt werden.

Goodbye, meine Selfpublishing Kindle E-Books

Ich werde im Januar 2026 alle meine Selfpublishing E-Books bei Amazon deaktivieren. Das heißt, dass neue Käufe nicht mehr möglich sind. Sie werden weiterhin via Tolino Media (d. h., in allen online Buchhandlungen außer Amazon) erhältlich sein.

Es tut mir leid für diejenigen von euch, die Kindle nutzen. Auf der anderen Seite fällt mir diese Entscheidung nicht schwer, da ich seit Monaten beobachte, dass meine E-Book Verkäufe auf Amazon stark eingebrochen sind. Davon berichten auch andere Autor*innen. Ein möglicher Grund ist die zunehmende Flut an KI-generierten Büchern auf Amazon.

Wenn ihr zurzeit überlegt, ein Kindle E-Book von mir kaufen zu wollen, jetzt wäre noch Gelegenheit dazu. Es tut mir leid, dass diese Ankündigung so kurzfristig kommt, aber ich hatte die entsprechenden Informationen nicht früher.

Der Grund für meine Entscheidung? Dafür zeige ich euch hier ein längeres Zitat:

Golden Czermak schrieb auf Facebook (übersetzt aus dem Englischen):
„Was haltet ihr davon, dass Amazon einen Chatbot in Büchern implementiert, mit dem man „das Buch, das man gerade liest, weiterverfolgen kann – aber nur bis zu der Stelle, die man bereits gelesen hat, ohne Spoiler. Für unsere unendlich neugierigen Leser bietet Ask this Book die Möglichkeit, während des Lesens eine beliebige Textstelle zu markieren und spoilerfreie Antworten auf Fragen zu erhalten, beispielsweise zum Motiv einer Figur oder zur Bedeutung einer Szene.“ Außerdem wird angedeutet, dass der Bot den Lesern die Gedanken der Autor*innen vermittelt …
Das scheint harmlos zu sein, bis man sich bewusst wird, dass das gesamte Buch von Amazons KI analysiert werden muss, damit dies funktioniert (und daher wahrscheinlich für weitere Trainingszwecke verwendet wird).
Auf Nachfrage war Amazon nicht bereit, näher darauf einzugehen, wies jedoch darauf hin, dass „Ask This Book“ für Rechteinhaber*innen nicht optional ist: „Um ein einheitliches Leseerlebnis zu gewährleisten, ist die Funktion immer aktiviert, und Autoren oder Verlage haben keine Möglichkeit, Titel davon auszunehmen.“
Diese Funktion ist derzeit in der Kindle-iOS-App verfügbar und wird 2026 auf alle Geräte und Apps ausgeweitet.“

Ein englischsprachiger Artikel mit weiteren Infos zu diesem Thema:

Schreibtipps für Autor*innen – Wann und wo kommen die Ideen für Geschichten?

Lesezeit: ca. 2 Minuten

Vielleicht kennt ihr das, den „Horror“ vor dem leeren Blatt. Oder virtuell am PC, die leere Seite. Man setzt sich hin, möchte schreiben, starrt auf die weiße Fläche, aber die Ideen fehlen. In dem Fall hilft es natürlich meistens wenig, weiter auf das Papier oder den Bildschirm zu starren und sich Druck zu machen, dass man doch Jetzt. Bitte. Sofort. Ideen produzieren muss!

Hier deshalb ein paar Tipps. Ich habe schon öfter von Autor*innen gehört, dass ihnen am leichtesten Ideen kommen, wenn sie sich in einem angenehm entspannten Zustand befinden. Zum Beispiel, und das kann nervig sein, kurz vor dem Einschlafen. Unter der Dusche oder in der Badewanne. Bei der Hausarbeit oder beim Handarbeiten – während die Hände mit etwas anderem beschäftigt sind, gehen die Gedanken auf Wanderschaft. Beim Sport – wenn man diesen allein betreibt. Bei einem Mannschaftssport oder zu zweit dürfte das eher schwierig sein.

Ich selbst wende gern verschiedene Methoden an:

Entweder lege ich mich einfach ganz bequem aufs Sofa, schließe die Augen und fange an mit einer Art Tagtraum: Ich werfe mein Kopfkino an und warte darauf, dass mir Details zu der Geschichte einfallen, an der ich gerade arbeite. Ich versuche dabei nichts zu erzwingen. Die Ideen kommen nach meiner Erfahrung eher nicht, wenn man verzweifelt danach sucht, sondern wie gesagt, wenn man sich in einem eher ruhigen, meditativen Zustand befindet.

Das Folgende klingt nun sicherlich schräg, aber ich finde es hilfreich: Ich habe in solchen Tagträumen schon manchmal Gespräche mit meinen Figuren gehabt, in denen sie mir so manches über sich erzählt haben, oder über andere Figuren, den Verlauf der Handlung oder noch etwas anderes. Ich habe auch schon laut Gespräche dieser Art geführt, das half mir dann auch dabei, meine Gedanken zu strukturieren. Auf eine außenstehende Person würde das vermutlich nach einem seltsamen Selbstgespräch aussehen, aber da ich allein wohne, habe ich in der Hinsicht keine Probleme.

Was ich auch sehr praktisch finde, sind Spaziergänge ohne Druck, ohne festes Ziel, einfach ein Drauflosschlendern. Dabei kommen mir oft auch Ideen, ich denke, dass dabei auch die Bewegung hilfreich sein kann.

Und was die Ideen kurz vor dem Einschlafen betrifft: Ich habe ein Notizbuch direkt auf meinem Nachttisch liegen, so dass ich im Fall der Fälle nicht extra wieder aufstehen muss, um eine zündende Idee zu notieren.

Mir ist bewusst, dass ich mich insofern in einer privilegierten Position befinde, weil ich allein wohne (also ungehört „Selbstgespräche“ führen kann), außerdem habe ich keine Kinder, Haustiere oder andere Verpflichtungen, mit denen ich die genannten Methoden nicht oder nur eingeschränkt anwenden könnte.

Das Hochstapler-Syndrom – eine Buchempfehlung

© Goldmann Verlag

Immer wieder lese ich in Social Media Beiträge von Autor*innen oder anderen kreativen Leuten, die von argen Selbstzweifeln berichten, die sie mal mehr oder weniger plagen – das Hochstapler Syndrom lässt grüßen (englisch: Imposter Syndrome). Dieses Phänomen ist so weit verbreitet, dass es mir manchmal so scheint, als würden einige Leute es sozusagen als „gottgegeben“ betrachten – in dem Sinne: Haben viele, man kann nichts dagegen machen.

Das ist ein Trugschluss, man kann etwas dagegen unternehmen. Zum Beispiel mit Selbsthilfebüchern wie „Dein Erfolg ist kein Zufall – Vom Gefühl, nie gut genug zu sein. Das Hochstapler-Syndrom erkennen und überwinden“ von Dr. Jessamy Hibberd.

Hier einige Eindrücke aus dem Buch:
Zwei eher schlechte Bewältigungsstrategien, die darin genauer beleuchtet werden, sind Überarbeitung (im Sinne von zu viel arbeiten) und Vermeidung (letzteres auch bekannt als „Aufschieberitis“ bzw. Prokrastination). Das Buch zeigt auf, dass unter anderem Menschen, die zu Perfektionismus neigen, in eine dieser Fallen tappen können, und sich damit selbst sabotieren. Die Autorin gibt Hinweise, was man dagegen unternehmen kann und regt außerdem dazu an, die eigenen Stärken und Schwächen realistisch einzuschätzen. Im Buch ist auch ein englischsprachiger kostenloser online Test zu eigenen Stärken verlinkt (eine Registrierung ist erforderlich).
Die Autorin schreibt im Kapitel 15, »Der beste Schutz vor dem Hochstapler-Syndrom ist es, sich in der eigenen Haut wohlzufühlen und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu haben.« Eines der Gegenmittel gegen das Hochstaplersyndrom ist entsprechend eine liebevolle Haltung gegenüber sich selbst und auch Selbst-Mitgefühl. Das klingt einfach, ist es aber nicht, weil viele Mensch ziemlich hart mit sich ins Gericht gehen und dazu neigen, sich selbst – und auch eigene Erfolge – abzuwerten.
Das Buch richtet sich übrigens nicht nur an Menschen mit kreativen Tätigkeiten, sondern ist branchenübergreifend, da sich das Hochstapler-Syndrom in ganz verschiedenen Berufen zeigen kann.
Weitere Tipps aus dem Buch sind Achtsamkeitsübungen und Visualisationen, bei denen man sich vorab eigene Erfolge bildlich vorstellt. Die Autorin rät dazu, sich ein Notizbuch anzuschaffen, um darin so einiges festzuhalten: objektive Erfolge zum Beispiel, und verschiedene Glaubenssätze, die einem das Leben schwer machen. Es gibt noch weitere Ratschläge und Methoden, die ich hier nicht im Detail verraten möchte, weil das diesen Blogbeitrag sprengen würde. Mir hat dieses Buch gut gefallen, denn es hat mir einige Probleme aufgezeigt, mit denen ich von nun an anders umgehen möchte. Ich finde es empfehlenswert.

Hier ein Link zur Verlagsseite des Buches:
https://www.penguinrandomhouse.de/Taschenbuch/Dein-Erfolg-ist-kein-Zufall/Jessamy-Hibberd/Goldmann/e583918.rhd

Auch empfehlenswert: Dieses englischsprachige Video der Geschwister Kate und Abbie Emmons, die beide schriftstellerisch tätig sind.
»How to Overcome Self-Doubt as a Writer« (ca. 30 Minuten)
https://www.youtube.com/watch?v=FLyQzAiy60o

Von Trollen, die Rezensionen oder Sterne vergeben – oder warum ehrliche Rezensionen so wichtig sind

Sicherlich habt ihr schon das eine oder andere Mal Aufrufe von Autor*innen gelesen, doch bitte Rezensionen zu schreiben, wenn ihr ein Buch gelesen habt. Das ist unter anderem möglich auf Amazon und auch bei anderen online Shops, wie z.B. Thalia, in Buchportalen wie Lovelybooks und Goodreads, in Bücherforen und natürlich auch im eigenen (Buch-)Blog. Warum sind Rezensionen so wichtig? Kurz gesagt: Auf Amazon werden Bücher mit vielen Rezensionen und Bewertungen häufiger angezeigt, ihr Ranking steigt, zumindest bei einer guten Durchschnittsbewertung. Und natürlich sind Rezensionen auch in anderen Portalen eine gute Orientierungshilfe für andere Lesende.

Auf Amazon und Goodreads kann man auch einfach nur Sterne-Bewertungen abgeben, ohne eine Rezension zu verfassen. Das ist natürlich sehr leserfreundlich, bietet aber leider auch das Potential für Missbrauch. Zur Vergabe einer Stern-Bewertung muss man das betreffende Buch nämlich gar nicht gelesen haben, außerdem kann man das anonym machen (auf Amazon) und ich fürchte, dass einige Leute dies ausnutzen. Ich habe mittlerweile schon mehrfach von Autor*innen gehört, dass sie häufig 1-Sterne-Bewertungen erhalten, ohne eine entsprechende Rezension. Da liegt der Verdacht nah, dass einige Leute gezielt schlechte Bewertungen verteilen, um bestimmten Autor*innen zu schaden. Besonders stark ist dieser Verdacht, wenn solche Bewertungen schon wenige Stunden oder Tage nach dem Erscheinen eines Buches auftauchen. Gerade habe ich wieder von solch einem Fall gehört.

Dem gegenüber stehen dann aber meistens im Laufe der Zeit deutlich bessere Bewertungen. Und genau das ist wichtig, um solche negativen Bewertungen, die nur aus Sternen bestehen und möglicherweise von Trollen vergeben wurden, auszugleichen: ehrliche Rezensionen, die tatsächlich auf das betreffende Buch eingehen. Das muss kein langer Text sein, einige Zeilen würden schon reichen. Denn ansonsten entsteht unter Umständen ein völlig falscher verzerrter Eindruck von einem Buch, weil es von Trollen bewertet worden ist, die es möglicherweise gar nicht gelesen haben.

Ein ähnliches Phänomen gab es übrigens eine Zeitlang im Film-Bereich. So erhielt der Film „Captain Marvel“ beispielsweise schon vor seiner Premiere haufenweise negative Bewertungen, was natürlich keinen Sinn ergab, da die entsprechenden Leute, den Film noch gar nicht gesehen hatten. (1) Einige Portale, darunter z.B. die IMDB (International Movie Data Base), haben mittlerweile ihre Bewertungssysteme so angepasst, dass man Filme und Serien erst nach dem Erscheinen bewerten kann.

Überlassen wir also den Trollen nicht das Feld, denn deren Beurteilungen würden wie gesagt die Bewertungen verzerren. Dazu ein Zitat aus dem 2019 erschienenen Artikel „Was sind Sterne-Bewertungen bei Büchern heute wert?“ von Stephanie Vonwiller: „Laut dem Institut für Demoskopie Allensbach (AWA) geben nur zehn Prozent der Internetnutzer ihre Meinung ab. Tendenz seit Jahren gleichbleibend. Diese werden von der Branche »Meinungsführer« genannt. Dagegen orientieren sich vor dem Kauf tendenziell immer mehr Menschen an den Bewertungen.“ (2)

Deshalb auch von mir der Aufruf: Wenn ihr Autor*innen unterstützen möchtet, sodass ihre Bücher auf Amazon und Co. mehr Reichweite oder ein besseres Ranking erhalten, schreibt bitte eine ehrliche Rezension. Oder wenn euch das aus Zeitmangel oder anderen Gründen nicht möglich ist, vergebt eine Sterne-Bewertung.

Fußnoten
(1) siehe z.B. diesen Artikel:
https://www.spiegel.de/netzwelt/web/imdb-metacritic-rotten-tomatoes-wie-filmbewertungsportale-funktionieren-a-1301967.html

(2) https://ruprechtfrieling.de/was-sind-sterne-bewertungen-wert/

#DiverserDonnerstag: Hautfarben

Eine Aktion von @equalwritesde

Diesmal mit dem Thema Hautfarben. Mir ist immer wieder aufgefallen, dass Hautfarben gar nicht beschrieben werden, wenn es um weiße Figuren geht. Vielleicht ist da der Gedanke, dass müsse nicht sein, weil Lesende automatisch davon ausgehen, dass die nicht näher beschriebenen Figuren weiß sind. „Weiß als Default“, sozusagen – aber das ist keine gute Einstellung. Ich muss gestehen, dass ich lange Zeit die Hautfarben weißer Figuren auch nicht näher beschrieben habe. Erst in den letzten Jahren ist mir dieses Problem überhaupt bewusst geworden.

Wer Tipps haben möchte, wie man Hautfarben diskriminierungsfrei beschreiben kann, dem empfehle ich die folgenden Texte:

“Warum Hautfarbe allein nichts aussagt” von Victoria Linnea

Und der zweiteilige „Hautfarben-Guide“, eine Übersetzung von Victoria Linnea zu einem Text aus dem Tumblr-Blog „Writing with Color“
Teil 1:

Teil 2:

Und wenn ihr euch gern in diesem oder anderen Bereichen rund um Diversität weiterbilden möchtet, schaut gern mal in meine Literatur- und Linksammlung „Literatur/Links über Diversität, Inklusion und Repräsentation“, diese findet ihr hier (ein Google Doc):
http://bit.ly/literaturundlinksdiversität