Kleines Lexikon für Newbie-Autor*innen und alle, die es werden wollen

Lesedauer (ohne die verlinkten Blogbeiträge): 15 Minuten

A
Anthologie
Ein Buch, bei dem mehrere Autor*innen Texte eingesendet haben. Häufig handelt sich um Kurzgeschichten oder Essays, aber auch andere Textformen sind möglich, z.B. Gedichte.
Anthologie werden häufig, nicht immer von Verlagen ausgeschrieben, mit bestimmten Kriterien für das Thema und Bedingungen für die Einsendung (z.B. ein Zeichen- oder Wortlimit). Anthologien werden von einer oder mehreren Personen herausgegeben (siehe -> Herausgeber*in)

Auflage
Bezeichnung für eine Menge an Büchern, die von einem bestimmten Titel gedruckt werden.
In Kleinverlagen sind die Auflagen meistens deutlich niedriger als in Großverlagen.

B
Benefizanthologie
Anthologie, deren Erlöse für einen gemeinnützigen Zweck gespendet werden, häufig an eine oder mehrere entsprechende Organisation

Betalesen -> siehe Testlesen

Belletristik
umfasst Literatur, die fiktiv ist, also keine Memoiren, Biografien, Sachbücher und Fachliteratur im Bildungsbereich. Belletristik meint sowohl -> Genreliteratur als auch „ernsthafte Literatur“ (letztere mit hohem künstlerischen Anspruch).

Bookie
englischer Ausdruck für einen Mensch, der sich für Bücher begeistert, z.B. Leserin, Autory, Buchbloggende, Verleger, Buchhändlerin, Bibliothekar*in … Der Begriff hat sich auch im deutschsprachigen Raum eingebürgert.

Book Boyfriend/Girfriend/Friend Person

Das Phänomen, dass manche Figuren aus Büchern so attraktiv, knuffig oder allgemein liebenswert wirken, dass einige Lesende diese Figuren gern als Boyfriend, Girlfriend, Friend Person hätten, und sei es nur in ihren Tagträumen. In diesem Zusammenhang sei auch auf das Phänomen hingewiesen, dass sich manche Menschen in fiktive Figuren verlieben.
Dafür gibt es auch das Mikrolabel „Fiktosexualität“, was z.B. hier erklärt wird.

Bookstagram
Der Teil von Instagram, der sich mit Büchern beschäftigt. Wird gern als Hashtag verwendet, in Deutschland auch als #BookstagramDeutschland, #BookstagramGermany oder ähnlich.

BookTok
Der Teil von TikTok, der sich mit Büchern beschäftigt, vor allem entsprechende Buchblogger*innen. BookTok ist so populär geworden, dass auch der Buchmarkt Trends und Hypes von dort aufgreift.

BookTube
Der Teil von YouTube, der sich mit Büchern befasst, vor allem Buchbloggende, die dort aktiv sind.

Buchclub
Kleine oder größere Interessensgemeinschaft, die sich vor Ort oder online trifft, um über ein bestimmtes Buch zu sprechen, das vorher innerhalb eines vereinbarten Zeitraums (z.B. ein Monat) gelesen wurde. Einige Buchclubs sind dabei auf bestimmte Genres spezialisiert, auf Klassiker oder Gegenwartsliteratur mit hohem künstlerischem Anspruch.

Buchmesse
Größere und kleinere Veranstaltungen mit Autor*innen, Verlagen vor Ort, die dort Verkaufsstände und/oder Lesungen haben oder Workshops, Panels u.ä. halten. Auf den meisten Buchmessen können Stände gemietet werden. Die größten Buchmessen in Deutschland sind die Leipziger Buchmesse (im März) und die Frankfurter Buchmesse (im Oktober).

Buchsatz
Layout eines Buches, präzise Platzierung von Text und eventuellen Illustrationen bezogen.
Bei E-Books gibt es in der Regel etwas weniger Gestaltungsmöglichkeiten in diesem Bereich.

C
Coverdesign
Die Gestaltung eines Buchcovers. Viele Grafikdesigner*innen und Mediengestalter*innen haben sich auf Buchcover spezialisiert. Dabei kann unterschieden werden in ganz individuelle, maßgeschneiderte Designs und sogenannte „Premades“ – bei letzteren ist das Covermotiv schon vorgegeben und mehr oder weniger ausgestaltet, auch die Schriftarten von Titel, Untertitel (falls vorhanden) und Autor*in. Die Titel, Untertitel und Autor*innennamen werden dann individuell eingefügt. Teilweise gibt es auch bei Premades noch weitere Wahlmöglichkeiten.

Con, z.B. Phantastik-Convention oder Comic-Convention
Veranstaltung zu einem übergeordneten Thema, bei der auch teilweise Autor*innen und Verlage anwesend sind mit Ständen, Lesungen, Panels, Workshop. o.ä.

Content Notes -> siehe Inhaltswarnungen

Cozy (amerikanisches Englisch, im Britischen englisch „cosy“)
Bedeutet soviel wie gemütlich und hat sich für einige Subgenres etabliert, z.B. Cozy Krimis und Cozy Fantasy. In entsprechenden Geschichten steht für die Figuren nicht allzu viel Dramatisches auf dem Spiel. Z.B. findet in der Cozy Fantasy eher kein „Wir gegen den Rest der Welt/Wir müssen unsere ganze Welt retten“-Plot statt, stattdessen geht es um kleinere Probleme oder Konflikte. In Cozy Krimis ermitteln fast immer clevere Laien als Amateurdetektiv*innen (das wohl berühmteste Beispiel ist Agatha Christies „Miss Marple“) und häufig, nicht immer, sind sie etwas schrullig oder exzentrisch. Die entsprechenden Krimis sind oft humorvoll und bestechen durch viel Lokalkolorit, z.B. das Leben in einer Kleinstadt oder auf dem Land.

D
Drabble
sehr kurzer Prosatext, mit exakt 100 Worten

Druckkostenzuschussverlag
Kurz gesagt: Nicht illegal, aber unseriös. Bitte lasst euch nicht auf solche Verlage ein. Mehr dazu erfahrt ihr in diesem Blogbeitrag.

E
E-Book
Elektronisches Buch, bzw. eine Datei, die ein gesamtes Buch enthält. Es gibt teilweise Apps für Handy, mit denen sich E-Books lesen lassen, außerdem spezielle E-Book Reader, in Deutschland, z.B. von Tolino und Kindle (Amazon). Ein übliches E-Book-Dateiformat ist epub.

Exposé
Vorstellung eines Romans, zur Einreichung bei Verlagen oder Literaturagenturen: Mit dem Pitch oder einem Entwurf für den Klappentext, Genre, Zielgruppe (z.B. „für Fans von …“), einer Kurzvorstellung der wichtigsten Figuren (auch Antagonist*innen, sofern vorhanden) und dem gesamten Handlungsverlauf, auch dem Ende/der Auflösung (z.B. im Krimi oder Thriller).
Einen guten Überblick über eine gelungene Gestaltung eines Exposés gibt es z.B. bei der Autorin Sandra Florean:
https://sandraflorean-autorin.blogspot.com/2014/03/das-expose-so-hab-ich-es-gemacht.html

F
Fanfiction
Im Gegensatz zu Originalfiktion befasst sich Fanfiction mit bereits existierenden Figuren, Welten und Handlungsmustern aus schon existierenden Werken. Das können Klassiker der Weltliteratur ebenso sein wie moderne Literatur, Games, Filme, Serien, Comics, Graphic Novels, Mangas, Animés und noch mehr. Fanfiction darf nicht kommerziell verbreitet werden, das würde gegen das Urheberrecht verstoßen. Eine der größten Fanfiction-Plattformen ist das aus meiner Sicht empfehlenswerte unabhängige Archive Of Our Own. Hier gibt es Millionen Fanfictions in verschiedenen Sprachen (wobei Englisch am häufigsten verwendet wird). Manchmal verwandeln Autor*innen Fanfictions in Originalfiktion, z.B. um diese kommerziell nutzen zu können. Einige Beispiele: „Fifty Shades of Grey“ von E. L. James war ursprünglich eine Fanfiction zur „Twilight“-Reihe von Stephenie Meyer, „Alchemised“ von SenLinYu beruht auf einer düsteren Fanfiction zur „Harry Potter“-Reihe von J. K. Rowling.
Eine Variante der Fanfiction ist „Alternative Universe“ (Abkürzung: AU). Das bedeutet, dass entscheidende Dinge oder auch Details aus dem Originalwerk verändert werden. Hier einige Beispiele: übernatürliche Figuren werden zu Menschen oder umgekehrt, das Genre wird verändert, die Figuren werden in ein völlig anderes Setting versetzt, sind deutlich jünger oder älter, oder noch andere Änderungen.

Farbschnitt
Druckverfahren, bei dem drei Seiten eines Buches farbig bedruckt werden, meistens mit dekorativen Motiven, die zum Buchcovermotiv passen. In den letzten Jahren sind Farbschnitte vor allem in der -> Genreliteratur sehr beliebt geworden.

Fluff
umgangssprachlicher Ausdruck für Szenen, Handlungen oder Beschreibungen, die zwar wenig oder gar nichts zur Handlung beitragen, aber eine angenehme, gemütliche, entspannende oder ruhige Atmosphäre kreieren. In sehr actionreichen Geschichten mit schnellen -> Pacing, können Fluff-Szenen den Figuren (und auch den Leser*innen) helfen,
ein bisschen „herunterzukommen“, bzw. eine Verschnaufpause zu haben, bevor es wieder mitten in die Action geht. Fluff ist ansonsten insbesondere beliebt in -> wholesome und -> cozy Geschichten.

G
Generative KI (abgekürzt meistens gen. KI)
Mit gen. KI können ganze Texte, Bilder, Videos und Musik erstellt werden, oft in kürzester Zeit. In buchigen Diskursen ist der Einsatz von gen KI umstritten. Einige Autor*innen lehnen diese strikt ab für ihre Texte, haben aber keine Probleme damit, Social-Media-Beiträge, Charakterkarten oder auch Buchcover mit gen KI zu erstellen. Meine Meinung dazu: Das ist gegenüber Illustrator*innen und Buchcoverdesigner*innen, die ohne KI arbeiten, nicht fair. Zwei Blogbeiträge von mir zum Thema.
„No to AI: Warum KI nichts der Kunst verloren haben sollte“
„Alternativen zu KI generierten Bildern“

Genre
umschreibt die grundlegende Art einer Geschichte, einer Novelle, eines Romans, bezogen auf typische Themen. Besonders bekannte Genres sind -> Phantastik, Romance, Krimis, Thriller. Zu jedem Genre gibt es -> Subgenres, die das Buch noch näher eingrenzen können, z.B. High Fantasy, Romantic Thriller.

Großverlag
Auch Publikumsverlag genannt. Großverlage sind die großen Player auf dem Buchmarkt, mit hohen Auflagen, Bestseller-Autor*innen und oft auch höheren Werbebudgets. Ohne eine -> Literaturagentur kommt man als unbekannte*r Autor*in kaum in einen solchen Verlag hinein.

H
Herausgeber*in
Person, die Einsendungen für eine Anthologie sichtet, liest und teilweise auch lektoriert.

Hybridautor*in
Autor*innen, die sowohl im Selfpublishing als auch in Verlagen veröffentlichen

I
Illustration
Bild, das etwas in einem Buch veranschaulicht, z.B. eine Figur, einen technischen Gegenstand oder eine Szene. In einigen Genres sind Illustrationen auch als Titelmotiv beliebt.

Impressum
rechtlich vorgeschriebene Nennung der Adresse eines Verlags oder von Autor*innen.
Das Impressum wird auf deren Webseiten und in Büchern genannt.

Inhaltswarnungen (auch bekannt als Triggerwarnungen oder Content Notes, Content Warnings)
Auflistung an Dingen, die potenzielle Trigger für manche Menschen darstellen können.
In diesem Blogbeitrag habe ich mehr darüber geschrieben.

J

K
Klappentext
Gewissermaßen das Etikett zum Buch, das neugierig auf den Inhalt machen soll und
eine kleine Inhaltsangabe bietet – die natürlich nicht wichtige Punkte der Handlung spoilern sollte.

Kleinverlag
Unabhängiger Verlag mit wenig Mitarbeiter*innen, teilweise auch als Kleinstverlag. Kleinverlage sind häufig sehr spezialisiert auf wenige Buchformen bzw. Genres.

Korrektorat
Im Korrektorat werden Rechtschreib-, Grammatik- und Zeichensetzungsfehler korrigiert, teilweise auch Schwächen im Sprachstil. Nicht zu verwechseln mit dem -> Lektorat.

Kontinuitätsfehler (auch Anschlussfehler genannt)
Beispiel für einen solchen Fehler: In der ersten Szene hält die Protagonistin einer Tasse Tee in der Hand, kurz darauf aber einen Becher Kaffee (ohne eine logische Erklärung, wie es zu diesem Wechsel kam)

L
Leseprobe
längerer Auszug aus einem Buch, häufig zu Werbezwecken. Meistens werden dafür die ersten paar Seiten oder ein Prolog und das erste Kapitel verwendet.

Lektorat
Professionelle Bearbeitung eines Manuskript, mit Hinblick auf Schreibstil, eventuelle Logik- oder -> Kontinuitätsfehler, Charakterentwicklung, -> Spannungsbogen, -> Pacing und noch weitere Kriterien.
Lektor*innen machen entsprechende Vorschläge und Anmerkungen in intensiver Zusammenarbeit mit den Autor*innen, teilweise auch mit dem Verlag.
Lektor*innen arbeiten meistens freiberuflich, für Verlage und/oder Selfpublisher*innen.
Nicht zu verwechseln mit einem -> Korrektorat.

Lesung
(wird gelegentlich verwechselt mit dem Begriff „Vorlesung“. Bei dieser handelt es sich allerdings um Unterricht an einer Hochschule, Uni. etc.)

Literaturagentur
Literaturagenturen vermitteln Manuskripte an (Groß-)Verlage. Bei erfolgreicher Vermittlung
bekommt die Agentur eine Provision. Autor*innen müssen sich mit ihren Werken bei Agenturen bewerben und häufig werden nur wenig angenommen. Wer sein Manuskript bei einem -> Kleinverlag unterbringen möchte, kann das in der Regel selbst machen, ohne eine
Literaturagentur.

Literaturfestival
Im Gegensatz zu einer -> Buchmesse kann sich nicht jeder Verlag oder jede*r Autor*in
für solch eine Veranstaltung bewerben, stattdessen haben Literaturfestival meistens ein übergeordnetes Thema und laden gezielt Autor*innen und/oder Verlage ein, die dazu passen.

M
Manuskript
Der Text eines noch unveröffentlichten Buches, handgeschrieben oder am Computer/Laptop getippt als Textdatei.

Marketing
Werbemaßnahmen für Bücher, Verlage und Autor*innen, teilweise auch schon längerer Zeit vor der Veröffentlichung, z.B. für Vorbestellaktionen und Vorabrezensionsexemplare (im Englischen heißen diese ARC – advanced reader copy)

Microfiction
sehr kurze Geschichte, oft nur wenige Sätze lang

N
New Adult
Geschichten mit Protagonist*innen und Nebenfiguren, die ca. 18 bis 30 Jahre alt sind.
Häufig drehen sich diese Geschichten um die erste oder zweite Liebe, von zu Hause ausziehen, Studium, Ausbildung, erste Berufserfahrungen und weiteres aus dem Alltag
dieser Altersgruppe. New Adult gibt es in mehreren Genres, z.B. auch Romance, Phantastik oder Thriller. Siehe auch -> Young Adult.

Normseite
Eine formatierte Textdatei-Seite mit 30 Zeilen á 60 Zeichen, also 1800 Zeichen. Teilweise gelten aber auch andere Zeichenlimits pro Seite, z.B. 1500. Einige Verlage verlangen bei Manuskripteinsendungen eine durchgehende Formatierung in Normseiten. Bitte beachtet die entsprechenden Kriterien, bevor ihr etwas bei einem Verlag einreicht. Hier könnt ihr eine Vorlage für eine Normseite gratis herunterladen.

Novelle
Literaturwissenschaftlich gesehen, lassen sich Novellen (Prosatexte von kurzer oder mittlerer Länge) oft nicht klar abgrenzen von Kurzromanen, siehe z.B. https://de.wikipedia.org/wiki/Novelle

O
Own Voice
Autor*in, die mit dem, über das sie schreibt, eigene Lebenserfahrung hat. Zum Beispiel ein behinderter Autor, der eine Figur mit seiner Behinderung schreibt, eine queere Person, die queere Figuren schreibt. Weitere typische Own Voices Themen sind Bi_PoC (Black, Indigenous, People of Colour), Neurodiversität, religiöse und ethnische Minderheiten, chronische Erkrankungen, Mental Health oder auch Subkulturen.


P
Pacing
Das Erzähltempo einer Geschichte. Im Allgemeinen wird z.B. dazu geraten temporeiche, actionlastige Szenen auch sprachlich „schnell“ zu gestalten, z.B. durch kurze oder verknappte Sätze, während ruhige Szenen auch ruhig bzw. langsam gestaltet werden können. Einige Autor*innen neigen zu einem sehr ausführlichen Stil, z.B. mit vielen Beschreibungen, oder Füllerszenen und viel „Fluff“. Das passt nicht gut für jede Szene oder jedes Genre und kann langatmig wirken.


Phantastik
Überbegriff für alle Genres mit übernatürlichen oder hochfiktiven Elementen, z.B. Magie, übernatürliche Wesen, Außerirdischen oder Techniken und Technologien, die in der Realität in dieser Form nicht existieren. Zu den Genres zählen alle Formen von Fantasy, Science-Fiction, Dystopien, Utopien, verschiedene -punk Genres (z.B. Solarpunk, Hopepunk, Cyberpunk, Steampunk) sowie Horror.

Pitch
Eine sehr kurze, möglichst prägnante Vorstellung des eigenen schriftstellerischen Projekts, typischerweise in einem bis zwei Sätzen. Ein Beispiel, was ich meine: Meinen Roman „Berlingtons Geisterjäger 2 – Mördernächte“ umschreibe ich gern als „Jack the Ripper meets Fantasy meets Steampunk“.
Variante: Der Elevator-Pitch
Stell dir vor, du machst eine Fahrt mit einem Aufzug (englisch: elevator) und hast nur 5 Minuten Zeit, dein schriftstellerisches Projekt vorzustellen. Wie würdest du es dann beschreiben?


Printing-on-demand
Drucken nach Nachfrage. Es gibt mehrere Anbieter für diese Dienstleistung. Dabei wird keine größere -> Auflage gedruckt, sondern immer nur, wenn Bedarf ist, z.B. durch aktuelle Buchbestellungen. Auf diese Weise können Selfpublishing-Autor*innen verhindern, dass sie auf den Kosten von vielen gedruckten Büchern sitzenbleiben, falls nicht alle verkauft werden können.

Pseudonym (geschlossen und offen)
auch bekannt als Künstlername. Bei einem geschlossenen Pseudonym geben die Autor*innen nicht preis, wie ihr eigentlicher Name ist, bei einem offenen Pseudonym durchaus. Es gibt verschiedene Gründe, ein Pseudonym zu verwenden. Eine Person, die im öffentlichen Dienst arbeitet und nebenbei Erotik veröffentlicht, möchte vielleicht vermeiden, dass Kolleg*innen oder Kundschaft von diesen Büchern erfahren.
Manche Autor*innen schreiben verschiedene Genres und wählen für jedes Genre zur gezielteren Vermarktung ein eigenes Pseudonym.

Q
Queere Literatur
Es ist in der Buchbubble umstritten, ob queere Literatur ein eigenes Genre darstellt oder nicht (mit zahlreichen Subgenres, z.B. Phantastik, Krimis, Romance, Thriller…). Ebenfalls
umstritten ist, was queere Literatur – wenn man sie denn als eigenes Genre betrachten will – beinhalten muss. Reichen queere Figuren? Casual Queerness? Muss es um eine queere Beziehung gehen? Und was ist mit dem Worldbuilding und der Sprache? Zu all diesen Fragen gibt es unterschiedliche Ansichten.

R
Rezension
(wird gern verwechselt mit Rezession)
Bewertung eines Buches in Textform. Dabei gehen die Rezensent*innen auf beliebig viele oder wenige Punkte ein, die ihnen wichtig sind. Sie beschreiben, wie ihnen das Buch gefallen hat. Typische Punkte hierbei sind die Figuren, die Charakterentwicklung, die Spannung, die Atmosphäre, Beschreibungen, das Hervorrufen von Emotionen beim Lesen oder noch anderes.

Romantasy
Zusammengesetzter Begriff aus Fantasy und Romance. Romantasy ist in den letzten paar Jahren zunehmend beliebt. Es handelt sich um ein Subgenre, bei dem eine oder mehrere romantische Beziehungen zwischen den Figuren eine entscheidende Rolle für die Handlung spielen. Im Gegensatz dazu gibt es Romantic Fantasy oder Romance Fantasy: In entsprechenden Bücher gibt es zwar ebenfalls romantische Beziehungen, aber „nur“ als Nebenhandlung, die für die Haupthandlung weniger entscheidend ist.

S
Schreibprogramm
Abseits von Textprogrammen wie MS Word oder Libre Office gibt es einige Softwares speziell für Autor*innen, z.B. Papyrus und Scrivener. Deren Funktionsumfang und Preise können sich stark unterscheiden, daher lohnt es sich, Erfahrungsberichte und Reviews zu lesen, bevor man sich für ein Schreibprogramm entscheidet.

Selfpublishing
Das Selbstverlegen von Bücher, mit einem eigenen Verlag oder ohne. Im Selfpublishing
übernehmen Autor*innen vieles selbst, auch die Werbung, oder beauftragen Dienstleistende damit. Viele Tipps für Selfpublisher*innen gibt es z.B. in der Selfpublishing-Bibel.
Selfpublishingbücher können z.B. auf der Plattform Indiependables gesucht und auch eingetragen werden (kostenlos und ohne Registrierung).

Sensitivity Reading
Hier habe ich einen Blogbeitrag über dieses Thema geschrieben.

Social Media
Für Autor*innen bieten Social Media die Möglichkeit, sich mit anderen Autor*innen, Buchbloggenden und Verlagen zu vernetzen, den Arbeitsalltag als Autor*in zu zeigen und eigene (oder auch andere) Bücher zu bewerben. Es gibt mehrere kommerziell ausgerichtete Social Media mit Algorithmen: Facebook, Instagram, TikTok, YouTube, Threads, Bluesky sowie das unabhängige, unkommerzielle Fediverse, über das ich einen Blogbeitrag geschrieben habe.

Spannungsbogen
beschreibt, wie sehr sich die Spannung in einer Geschichte steigert, idealerweise in einem Bogen von niedriger zu hoher Spannung und danach am Ende wieder abfallend.

Spoiler
Häufiges Problem in -> Rezensionen, wenn Rezensent*innen die gesamte Handlung eines Buches wiedergeben. Spoiler verraten wichtige Teile der Handlung, häufig auch das Ende, oder unerwartete Plotttwist. Tipp dazu: Bitte macht das nicht.

Subgenre siehe -> Genre

T
Testlesen
Testlesen wird teilweise auch Betalesen genannt. Testlesende lesen ein Manuskript vor der Veröffentlichungen, schreiben Anmerkungen (z.B. für Verbesserungsvorschläge) oder zumindest ihren allgemeinen Eindruck von der Geschichte. Testlesende sind häufig keine Profis in Sachen Textarbeit. Es gibt aber auch Autor*innen, die für andere Autor*innen testlesen. Im Gegensatz zu Lektor*innen werden Testlesende in der Regel nicht bezahlt, stattdessen sind kleine Dankeschöns teilweise üblich, z.B. ein Exemplar des später veröffentlichten Buches, Goodies oder noch etwas anderes.

Textschnipsel
kurzes, prägnantes Zitat aus einem Buch, das meistens der Buchwerbung dient. Textschnipsel sind kürzer als -> Leseproben und eignen sich z.B. für Content/Inhalte auf -> Bookstagram oder -> BookTok.

Trope (englischer Begriff)
beliebte, häufig verwendete Handlungsmuster, z.B. „enemies to lovers“, „forced proximity“, „found family“, „grumpy vs. sunshine“ und noch viele andere. Besonders oft vertreten in Romance und ihren Subgenres, aber es gibt auch noch viele Tropes in anderen Genres.
Die Tropes werden meistens auf englisch genannt und dienen auch dem -> Marketing.

U
Unterhaltungsliteratur
Damit ist in der Regel -> Genreliteratur gemeint. In der Literaturkritik wird häufig noch unterschieden in Unterhaltungs- und „ernste Literatur“ (Literatur, mit hohem künstlerischem Anspruch, allerdings ist diese Unterteilung umstritten, da es auch z.B. Phantastik mit einem hohen künstlerischen Anspruch gibt.

Urheberrecht
Das ist ein komplexes Thema, das ich nicht in diesem kleinen Lexikon umfassend darstellen kann. Ich kann aber diesen Beitrag dazu empfehlen, der auch Verwertungsrechte und Copyright erläutert, speziell für Autor*innen.
https://textgefaehrtin.de/deutsches-urheberrecht-fuer-autoren/

V
Verlag
Verlage verlegen Bücher, siehe auch -> Kleinverlag, -> Druckkostenzuschussverlag
-> Großverlag

W
Warnhinweise
Worauf Autor*innen achten sollten, darüber habe ich hier einen Blogbeitrag geschrieben, auch mit einigen Warnungen: https://amalia-zeichnerin.net/warnhinweise-und-weitere-tipps-fuer-autorinnen/

Werbung -> siehe Marketing

X
Y
Young Adult
Die Protagonist*innen und eventuelle weitere Nebenfiguren in Young Adult Büchern sind üblicherweise ca. 14 bis 18 Jahre alt. Entsprechende Geschichten drehen sich häufig um die Themen Schule und Schulabschluss, Freundschaften, erste Liebe, bei queeren Bücher oft auch Coming Outs. Wie -> New Adult gibt es hier mehrere Genres, wie Phantastik und Romance

Z

Warnhinweise und weitere Tipps für Autor*innen

Lesezeit ohne die verlinkten Beiträge: ca. 4 Minuten

Ihr seid Nachwuchs-Autor*innen? Ihr seid gerade erst eingestiegen in die schriftstellerische Tätigkeit und kennt euch noch nicht gut aus? Dieser Beitrag ist für euch. Gern auch mit Personen teilen, für die das interessant sein könnte.

Ich habe schon häufiger etwas zu diesem Themenfeld geschrieben und dachte mir, ich fasse mal alles übersichtlich in einem Blogbeitrag zusammen. Eventuell ergänze ich diesen Beitrag später noch um weitere Warnhinweise.

Finger weg von Druckkostenzuschuss-Verlagen

Mehr dazu in diesem Beitrag, der außerdem noch auf Kurzgeschichten und Anthologien eingeht:


Wenn ihr ein Manuskript bei einem Verlag einreichen möchtet, beachtet bitte das, was ich in diesem Blogbeitrag geschrieben habe:

Generative KI
Der Einsatz generativer KI (für Texte, Bilder, wie z.B. Social Media Posts oder Charakterportrais, Reels/Videos, Musik etc.) ist in der Buchbranche sehr umstritten. Wenn ihr häufig und ungekennzeichnet gen. KI verwendet, müsst ihr damit rechnen, dass euch Leute entfolgen, die das ablehnen. Oder auch, dass sie eure Bücher nicht kaufen. Ich selbst lehne gen. KI in der Kunst ab (und damit meine ich alle Kunstformen, auch die Literatur) und habe hier einen Blogbeitrag darüber geschrieben:
https://amalia-zeichnerin.net/no-to-ai-warum-ki-in-der-kunst-nichts-verloren-haben-sollte/

Über Alternativen zu KI-generiertem Bildmaterial:
https://amalia-zeichnerin.net/alternatives-to-ai-generated-images-alternativen-zu-ki-generierten-bildern/

Weiteres:

Charakterportraits, die kein Geld kosten und nicht KI-generiert wurden?

Viele Autor*innen verwenden gen. KI, um Figurenportraits zu ihren Büchern zu erstellen. Ich habe nun mehrfach den Take gelesen, anstatt das zu machen, könnten Autor*innen doch selbst üben zu malen/zeichnen und dann ihre eigene Illustrationen machen.

Das mag für manche machbar sein. Aber das ist halt nicht die Lösung für alle, denn: Das erfordert Zeit. Viele Autor*innen haben einen Brotjob, Familienverpflichtungen, Carearbeit und so weiter, und müssen auch noch on top in Social Media regelmäßig Content bringen, für ihre Reichweite und die Sichtbarkeit.

Und selbst wenn eine Autorin Zeit und Löffel hat, sich selbst mit Malen/Zeichnen zu beschäftigen, heißt das noch lange nicht, dass sie mit den Ergebnissen so zufrieden ist, dass sie diese online zeigen mag.

Zwei andere Lösungen, die nicht gen. KI beinhalten und kein Geld kosten:
Tauschhandel: In diesem Fall also „tausche Illustration gegen eine andere Leistung“. Fragt doch einfach mal hier auf Instagram, vielleicht ergeben sich entsprechende Möglichkeiten. Ich habe kürzlich zum 2. Mal eine Tauschaktion angeboten, „Charakterportrait gegen das betreffende E-Book“ – dabei ist dann ein Cyberpunk-Charakterportrait entstanden, und ich freue mich über den Roman, den ich dafür erhalten habe.

Eine weitere Möglichkeit, die für einige Genres (z.B. Fantasy und Historisches) gut passen kann: Gemeinfreie Abbildungen klassischer Portraitgemälde zeigen.

Ich habe z.B. für meine Regency-Novelle „Frei und doch verbunden“ zwei Gemälde aus der Regency-Ära gefunden; die abgebildeten Männer fand ich sehr passend für meine Protagonisten.

Ja, ich weiß, das setzt einiges an Suche voraus und dauert länger, als mal eben ein KI-Bild zu generieren. Aber ihr vermeidet damit halt KI-generiertes Bildmaterial.

Apropos: Zahlreiche große Museen/Bibliotheken (z.B. die British Library), verfügen über große Bilddatenbanken und die Bilder dürfen teilweise unter bestimmten Bedingungen (z.B. Quellennennung) kostenlos verwendet werden. Auch in der Wikimedia Commons gibt es viele klassische Gemälde. Bitte stöbert bei Interesse selbst einmal im Internet.

Spam und Scams:
Wenn ihr Mails bekommt, die eines oder mehrere eurer Bücher über den Klee loben und dann anbieten, euch gegen Gebühr ein Marketing-Tool anbieten oder ähnliches Gedöns zur Verfügung zu stellen – bitte lasst die Finger davon. Solche E-Mails sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Spam oder Scams und ich würde den Absender sofort sperren. Es gibt einen Haufen unseriöser Anbieter auf dem Markt, die solche kalte Akquise betreiben. Ich gehe davon aus, dass sie ihre E-Mails noch dazu mit gen. KI schreiben und die betreffenden Bücher gar nicht gelesen haben, sondern anhand des Klappentexts KI generierten Lob erstellt haben.

Bezahlte Testleser*innen?
Lasst euch nicht auf bezahlte Testlesende/ Betalesende ein. Die gibts vor allem im englischspr. Raum, aber ich bin auch hierzulande schon einer solchen Person begegnet, die von mir Geld fürs Testlesen haben wollte. Übrigens ohne mir Referenzen oder eine Qualifizierung zu nennen, oder ein kostenloses Probe-Betalesen anzubieten. Ich habe mich nicht darauf eingelassen.
Testlesen wird in der Regel kostenlos gemacht oder gegen ein kleines Dankeschön (z.B. ein Belegexemplar und/oder Goodies, oder etwas anderes). Lektorate und Korrektorate werden bezahlt. Diese Arbeit ist in der Regel wesentlich gründlicher als die von Test-/Betalesenden. Die Profis in diesem Bereich haben oft auch etwas in dieser Richtung gelernt oder studiert, oder sich entsprechend fortgebildet.

Tipps für Autor*innen: Wenn ihr ein Manuskript bei einem Verlag einreichen wollt…

In letzter Zeit gab es eine Kontroverse um den ab morgen geschlossenen Phantorion Verlag. Mehrere Autor*innen und Buchbloggende haben darüber u.a. auf Instagram berichtet, außerdem kann ich einen Artikel vom Literaturcafé empfehlen (siehe Fußnoten).

Und das ist bei weitem nicht der erste Skandal um einen Verlag. Einige von euch erinnern sich vielleicht noch an die Kontroversen um den Papierverzierer Verlag und „Bundesamt für magische Wesen“ (beide existieren nicht mehr).

Hier meine Tipps:

Zunächst mal, reicht wirklich nur dann Manuskripte ein, wenn der Verlag deutlich gemacht hat, dass sie aktuell Manuskripte annehmen. Entsprechende Hinweise findet ihr entweder in Social Media, oder auf der Verlagswebseite.

Prüft, auf wen ihr euch einlasst.
Schaut euch das Impressum der Verlagswebseite an. Fehlen dort Angaben, z.B. eine Adresse? Und welche Person(en) werden im Impressum genannt?

Schaut euch auch die Webseite genauer an. Macht sie einen guten Eindruck auf euch? Sind Bücher leicht zu finden, bzw. gibt es gut strukturierte Kategorien, falls der Verlag mehrere Genres verlegt? Gefällt euch das Buchcoverdesign?

Hört euch unter anderen Autor*innen um, ob sie den Verlag empfehlen können. Das muss nicht öffentlich sein, ihr könnt z.B. eine DM schreiben. Wie konstruktiv ist die Zusammenarbeit? Gibt es ein gutes Lektorat und Korrektorat? Dürfen sie beim Buchcoverdesign ein Wort mitreden? Werden Tantiemen regelmäßig gezahlt? Gibt es häufiger Probleme?

Ist der Verlag auch auf Buchmessen dabei? (Nicht jeder Kleinverlag kann das leisten, aber mehrere schon.)

Lest euch auch Verträge ganz genau durch. Fragt im Zweifelsfall bei anderen Autor*innen nach, falls euch etwas unklar ist.

Bitte beachten: Manche Kleinverlage sind sehr kleine Eine-Person-Betriebe, die mehrere Freiberufler*innen engagieren (für Lektorate, Korrektorate, Buchcoverdesign…). Manche Kleinverleger*innen arbeiten zusätzlich in einem Brotjob. Entsprechend kann es sein, dass es lange dauert, bis ihr eine Antwort auf eure Manuskripteinreichung erhaltet.

Fußnoten:
Reel von Jenny Magical auf Instagram:
https://www.instagram.com/reel/DWeO6D3igfb/

Artikel vom Literaturcafé:
https://www.literaturcafe.de/phantorion-verlag-am-ende-wo-ist-das-new-adult-magazin-bookframe/

Weiteres:
„Druckkostenzuschussverlage und andere Methoden, Autor*innen zur Kasse zu bitten“
https://amalia-zeichnerin.net/druckkostenzuschussverlage-und-andere-methoden-autorinnen-zur-kasse-zu-bitten/

Weitere gute Tipps von Nora Bendzko auf Instagram:
https://www.instagram.com/p/DWwVDQuDQUl/

Tipps von Iva Moor:
„Wie erkennt man einen seriösen Verlag? – Teil 1: Grundsätze“
https://silbenalchemie.wordpress.com/2016/07/04/wie-erkennt-man-einen-serioesen-verlag-teil-1-grundsaetze/

Tipp für Autor*innen: Lest keine 1-Sterne-Rezensionen über eure Bücher

Lesezeit: ca. 3 Minuten

Um meinen Tipp zu erklären, muss ich ein bisschen weiter ausholen. Ich gehe davon aus, dass ihr eure Bücher nicht mit gen. KI geschrieben habt und dass sie vor der Veröffentlichung bereits durch mehrere Hände gegangen sind: Testlesende (bzw. Betalesende), Lektorat, Korrekturlesung… und von all diesen Leuten habt ihr Feedback erhalten und eure Bücher entsprechend bearbeitet. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung habt ihr also euer Bestes gegeben. Und dann habt ihr das Buch losgelassen, es sozusagen hinaus in die Welt getragen.

Und nun kommt ein großes Aber: Ihr habt keinen Einfluss darauf, ob Leser*innen, die euer Buch kaufen oder ausleihen, es mögen oder nicht. Es wird Menschen geben, die eure Bücher ganz schlecht finden oder sogar hassen. Und auch wenn es unglaublich klingt: Das ist okay, akzeptiert das. Nach meiner Erfahrung kann man es einfach nie allen Lesenden recht machen. Das ist ja auch kein Wunder, denn alle Bookies haben unterschiedliche Vorlieben, bisherige Leseerfahrungen, verschiedene Erwartungen an Bücher und das kann sich auch im Laufe der Zeit verändern. Ich habe schon mehrfach Bücher abgebrochen, und das geschah nur selten, weil ich sie ganz schlecht fand. Sie trafen einfach meinen persönlichen Geschmack nicht oder ich hatte etwas anderes erwartet.

Kommen wir zu den 1-Sterne-Rezensionen und warum ich dazu rate, sie nicht zu beachten. Negative Erfahrungen werden im Gehirn viel stärker abgespeichert als positive Erfahrungen, was auch evolutionäre Gründe hat, aber ich möchte jetzt hier keine Biologie 101-Stunde starten. Entsprechend werden euch negative Rezensionen viel mehr zusetzen, als positive euch erfreuen, um es mal überspitzt zu formulieren.

Ich habe früher oft die 1-Sterne-Rezensionen zu meinen Büchern gelesen. Bis ich festgestellt habe, wie unglaublich mich das herunterzieht. Es hat mich demotiviert und teilweise richtig fertiggemacht. Ich kam mindestens zwei Mal an einen Punkt, an dem ich alles hinwerfen und nie wieder ein Buch veröffentlichen wollte. Und das nur, weil einige Person sich an meinem Buch abgearbeitet hatten und in der Rezension lange Rants darüber verfasst hatten, wie schrecklich es doch sei. Während andere Lesende genau dieses Buch gern gelesen hatten oder es sogar sehr gut fanden.

Häufig zeigen negative Rezensionen vor allem eines: Dass der persönliche Geschmack der lesenden Person nicht getroffen wurde. Klar, es gibt auch negative Rezensionen mit konstruktiver Kritik, die einen als Autor*in weiterbringen könnte. Aber solche Rezensionen sind zumindest nach meiner Erfahrung eher selten. Bitte bedenkt auch: In erster Linie werden Rezensionen von Leser*innen für andere Leser*innen geschrieben – fragt Buchblogger*innen, wenn ihr mir nicht glaubt. Und nicht selten sind negative Rezensionen auch sehr kurz und wenig aussagekräftig. Oder auf einen Rezensionstext wird ganz verzichtet und stattdessen gibt es nur eine 1-Stern-Bewertung. Und dann gibt es leider auch noch die Fälle, in denen sehr negative Rezensionen häufig mit einem anonymen Nickname geschrieben werden, um bestimmten Autor*innen gezielt zu schaden. Ja, das gibt es leider wirklich, ich habe schon mehrfach von entsprechenden Fällen gehört.

Ihr müsst euch übrigens auch nicht mit jeder Meinung zu eurem Buch beschäftigen. Ihr seid kein Kummerkasten, in dem frustrierte Lesende ihren Frust über ein aus ihrer Sicht misslungenes Buch abladen können.

Und wenn ihr trotz allem wissen wollt, was in den negativen Rezensionen zu euren Büchern steht – fragt vielleicht eine befreundete Person, die etwas Abstand zum Thema hat, ob sie diese an eurer Stelle liest – ist konstruktive Kritik dabei, könnte eure befreundete Person sie euch mitteilen und über den Rest schweigen, um damit eure Nerven zu schonen.

Ich möchte diesen Beitrag mit einem Zitat beschließen, das ich immer wieder gern hervorhole: „Was sie rezensieren, ist nicht das, was ich geschrieben habe. Was sie rezensieren, ist ihre Erfahrung mit dem, was ich geschrieben habe.“
(Misha Magdalene)

Begriffe rund um die schriftstellerische Tätigkeit, für Newbies erklärt

Ich werde diesen Post gelegentlich updaten, wenn mir weitere Begriffe einfallen, die ich hier aufführen möchte.

Achillean Romance
Liebesromane über Männer, die Männer lieben. Der Begriff gilt als inklusiver
als Gay Romance, vergleiche -> Sapphic Romance

Anthologie
Eine Sammlung an Kurzgeschichten oder anderen Textformen, die von verschiedenen Autor*innen verfasst wurden, zusammengefasst in einem Buch (oder einer Buchreihe)

Biografischer Roman
Eine teilweise fiktionalisierte Biografie

Blogtour
Aktion von -> Buchblogger*innen, typischerweise zur Veröffentlichung eines neuen Buches: Mehrere von ihnen sprechen sich untereinander ab, bzw. mit den betreffenden Autor*innen und gestalten einen Beitrag über das Buch, zu einem abgesprochenen Thema. So entstehen rund um ein Buch mehrere interessante Inhalte, die auf den verschiedenen Blogs und/oder in Social Media präsentiert werden.

Bookie, bookish, auch buchig
Umgangssprache: Ein*e Bookie ist eine Person, die Bücher liebt, sei es als Leser*in, Autor*in, Buchblogger*in oder noch anders. Eine deutsche Entsprechung ist „Buchmensch“. Bookish bezeichnet auf Englisch potenziell alles, was mit Büchern zu tun hat, und wird als Adjektiv verwendet, die deutsche Entsprechung ist „buchig“.

BookTok
Der Teil von TikTok, der sich mit Büchern beschäftigt, wird auch als Hashtag verwendet. Eine Entsprechung auf Instagram ist „Bookstagram“.
Das hat insofern Relevanz, weil seit einiger Zeit auch der deutschsprachige Buchmarkt
auf BookTok Trends reagiert und diese z.B. im Marketing mit einbezieht.

Buchblogger*innen
Viele Buchblogger*innen lesen gern und viel in ihrer Freizeit und bloggen darüber, z.B. machen sie Buchvorstellungen, nehmen Teil an -> Blogtouren, schreiben Rezensionen, einige interviewen auch Autor*innen, sie besuchen Buchmessen und Lesungen oder machen noch andere Dinge. Für viele ist dies ein Hobby, einige sehr reichweitenstarke Buchblogger*innen verdienen damit teilweise auch Geld (z.B. durch monetarisierte Videos auf YouTube)

Buchsatz
Das Layout eines Buches, bei dem der Text in die abschließende Form gebracht wird, wie sie später nach der Veröffentlichung in Printbüchern und E-Books zu sehen ist. Auch die Platzierung von Kapitelzierden, Grafiken oder Illustrationen wird in diesem Zusammenhang gemacht.

Coverrelease, Coverreveal
Das erste Zeigen eines neuen Buchcovers, z.B. in Social Media. Auf Instagram machen viele Autor*innen Buchcover-Flashmobs, mit der Unterstützung von Buchblogger*innen, anderen Autor*innen oder anderen ihrer Follower: Zu einer verabredeten Zeit bzw. Datum
zeigen alle das neue Buchcover, eventuell auch schon den Klappentext und weitere Informationen rund um das Buch.

Drabble
Kurzprosa mit genau 100 Worten

Druckkostenzuschussverlag
Finger weg, solche Verlage sind zwar nicht illegal, aber nicht seriös.
In diesem Blogbeitrag erfahrt ihr mehr darüber.

E
Fanfiction
Text beliebiger Länge (bis hin zu Romanlänge) über bekannte oder weniger bekannte
Figuren aus einem Buch, Film, Serie, Game oder ähnlich von anderen Autor*innen.
Entsprechende Texte gibt es unkommerziell in Fanfiction-Portalen. Einige Autor*innen
wandeln ihre Fanfictions um in -> Original-Fiktion, indem sie die Figuren und den Weltenbau
verändern. Bekanntes Beispiel dafür ist „Fifty Shades of Grey“ von E. L. James, das ursprünglich auf einer „Twilight“-Fanfiction basierte, oder in jüngerer Zeit „Alchemised“ von SenLinYu, das auf einer Fanfiction basierte, die teilweise in der Welt von „The Handmaid’s Tale“ und teilweise im „Harry Potter“-Universum angesiedelt war, mit einer Liebesgeschichte zwischen den Figuren Hermione und Draco.


G
Herausgeber*in
Person, die die Texte für eine -> Anthologie prüft und diese in einem Buch herausgibt.
I
J
Kleinverlag
Kleiner, unabhängiger Verlag, oft mit wenig Personal oder auch als Ein-Personen-Betrieb. Hier gibt es eine Liste mit deutschsprachigen Kleinverlagen (Der Link führt zu einem Google Doc)

Korrektorat
Korrekturlesende korrigieren Rechtschreib-, Zeichensetzungs- und Grammatikfehler, sowie teilweise auch Stilistisches. In manchen Fällen übernehmen Korrekturlesende auch ein Lektorat, wenn dies so abgesprochen wurde.

Lektorat
Lektor*innen prüfen Manuskripte hin auf Stil, Charakterentwicklung, Plotfehler- oder -Lücken, Weltenbau, Dialoge, Beschreibungen, Handlungsverlauf, Spannungsbogen und noch mehr. Nicht zu verwechseln mit einem -> Korrektorat.
In manchen Fällen übernehmen Lektor*innen auch ein Korrektorat, wenn dies so abgesprochen wurde.

Literaturagentur
Literaturagent*innen vermitteln die Arbeit von Autor*innen, in der Regel an Großverlage.
Umgekehrt gilt, dass für die Einreichung von Manuskripten bei Kleinverlagen eine Literaturagentur eher nicht notwendig ist.

Mikrofiktion
Eine sehr kurze Geschichte, kürzer als eine Kurzgeschichte

New Adult (abgekürzt NA)

Bücher, die sich vor allem um junge Erwachsene drehen (ca. 18 bis 30 Jahre). Der Übergang von Schule in Ausbildung oder Studium, Sex, Liebesbeziehungen, Arbeitswelt, Freundschaften sind häufige Themen. Aber es gibt auch Phantastik NA in zahlreichen Subgenres, sodass es hier eine ganze Vielfalt an Themen geben kann, auch in frei erfunden Fantasy- oder Science-Fiction Welten.

Normseite
Übliches Format für die Einreichung von Manuskripten.
Mehr dazu erfahrt ihr z.B. hier:
https://www.literaturcafe.de/normseite-dokumentvorlage-download/

Novelle
Eine literaturwissenschaftliche Erklärung dazu.
Oft sind die Grenzen zwischen Kurzromanen und Novellen fließend.

Original Fiktion
Geschichten, in denen alles von den Autor*innen erfunden worden ist, im Gegensatz zu -> Fanfiction.

Phantastik
Der Überbegriff für alle Genres mit übernatürlichen oder frei erfundenen Elementen, z.B. Fantasy, Science-Fiction, Dystopie, Utopie, Horror. Diese Genres haben zahlreiche weitere Subgenres, z.B. High Fantasy, Low Fantasy, Urban Fantasy, Romantasy, Space Opera, Space Western, Cyberpunk, Steampunk, Solarpunk, Hopepunk, Cosmic Horror, Schauerliteratur und noch viele weitere.

Plotbunny
Typischerweise eine neue Idee für einen Plot oder eine Geschichte, während man eigentlich
gerade an etwas anderem arbeitet. Manche Plotbunnys verlangen sehr viel Aufmerksamkeit. Ich rate dann gern dazu, sie sich kurz zu notieren, damit sie Ruhe geben.

Queere Literatur
An diesem Begriff scheiden sich die Geister. Manche Autor*innen sagen, „Queer“ sei kein Genre. Andere fragen sich, wie genau Queere Literatur denn definiert sei, wieviel Queerness muss enthalten sein? Andere Leute wiederum betrachten Bücher mit queeren Figuren, Romances, Themen wie Coming-out, erste Liebe, Erfahrungen mit Queerfeindlichkeit und noch mehr als eigenes Genre.

Romance
Hier gibt es bei den verschiedenen Formen von Liebesromanen verschiedene Abkürzungen, z.B. MM, FF, MF, MMF – das bezeichnet die Figurenkonstellationen, dabei steht M für Mann, F für Frau. WLW steht für Woman loving woman. Gay Romance steht im deutschsprachigen Raum für schwule Liebesromane, Queer Romance für andere Formen von Queerness.

Romantasy
Aktuell ein beliebtes Genre, sehr im Trend. Entsprechende Bücher verfügen über ein Fantasysetting, aber die entsprechende Liebesgeschichte steht eindeutig im Vordergrund und die Handlung würde ohne diese nicht funktionieren. Dem gegenüber steht Romantic Fantasy: Hier gibt es eine romantische Nebenhandlung (Subplot), die aber hypothetisch auch weggelassen werden könnte. In relativ vielen Fantasyromanen gibt es solche Subplots.

Sapphic Romance
Romances über Frauen, die Frauen lieben. Der Begriff gilt als inklusiver als Lesbian Romance, siehe zum Beispiel diesen Blogbeitrag.
Ein Pendant dazu ist -> Achillean Romance

Selfpublishing
Beim Selfpublishing übernehmen die Autor*innen das Verlegen ihrer Bücher selbst, was nicht bedeuten muss, dass sie dafür einen Verlag gründen. Entsprechend müssen die Autor*innen Dienstleistende beauftragen, Verschiedenes für sie zu übernehmen, falls sie dies nicht selbst machen können: Buchcover, Werbebanner, Lektorat, Korrektorat, Buchsatz, Erstellung eines E-Books und anderes. Es gibt verschiedene Anbieter für Selfpublishing, die auch den Vertrieb der Bücher übernehmen, z.B. Epubli, Tolino Media, Tredition und weitere. Bei den gratis Texten auf meiner Webseite habe ich einen Ratgeber zum Thema Selfpublishing, als herunterladbares PDF. Hier gibt es eine Liste mit einigen Dienstleistenden, z.B. Lektor*innen und Buchcoverdesigner*innen.
Tipps für Selfpublisher*innen bietet u.a. die „SelfpublisherBibel“.

Testleser*in (auch Betaleser*in)
Die ersten Leute, die ein Manuskript lesen und dazu Feedback geben. Nicht zu verwechseln mit einem -> Lektorat.

Unterhaltungsliteratur
Manche Leute lehnen eine Unterscheidung von Literatur in Unterhaltungs- und gehobene Literatur ab, weil die Übergänge fließend sein können. Allgemein gelten folgende Genregruppen als der Unterhaltungsliteratur zugehörig: Phantastik, Liebesromane, Krimis/Thriller, historische Romane.
V
Work in progress
auch abgekürzt als WIP: aktuelles Manuskript in Arbeit (kann aber auch pausiert sein), oder ein erster Entwurf bzw. eine Rohfassung, die noch nicht bearbeitet wurde

X
Young Adult (abgekürzt YA)
Bücher, die sich vor allem um jugendliche Figuren drehen, bis hin zu sehr jungen Erwachsenen (ca. 14 bis 18 Jahre). Schule, erste Liebe, (teilweise auch Sex), Freundschaften sind entsprechend häufige Themen. Aber es gibt auch Phantastik YA in zahlreichen Subgenres, sodass es hier eine ganze Vielfalt an Themen geben kann, auch in frei erfunden Fantasy- oder Science-Fiction Welten.
Z

Schreibtipp: Charakternamen finden

Zunächst einmal: Besonders empfehlenswert finde ich die Seite
https://www.behindthename.com/
Auf dieser Webseite findet ihr Namen aus aller Welt, mit ihrer Bedeutung (sofern bekannt), sowie zahlreiche historische Namen und viele aus Mythologien.

Wenn ihr Phantastik schreibt und entsprechend Phantastiknamen für eure Charaktere entwickeln möchtet, sucht am besten im Internet, ob die betreffenden Namen schon irgendwie genutzt werden. Ihr wollt ja sicherlich nicht, dass eure Figuren so heißen wie ein Medikament, eine eingetragene Marke oder eine Kleinstadt irgendwo auf der Welt.

Eine gängige Methode für Phantastiknamen: Man nehme einen realen, schon vorhandenen Namen und ändere einige Buchstaben, oder ordne die Buchstaben anders an. Ein Beispiel aus „Die Tribute von Panem“ ist der Name „Peeta“, der an die englische Aussprache von „Peter“ erinnert.
V.E. Schwab hat in einer ihrer Buchreihen eine Figur namens „Alucard“ und das ist, ihr ahnt es schon, „Dracula“, nur rückwärts geschrieben.
Auf ähnliche Art könnte aus einem „Jörn“ ein „Jorn“ werden, aus „Sabrina“ eine „Sabena“, aus „Elias“ vielleicht „Eljas“ und sicherlich fallen euch noch andere kreative Namensveränderungen ein.

Einige Leute bedienen sich gern an Namen aus den weltweiten Mythologien oder der Folklore. Bei eher unbekannten mythologischen oder folkloristischen Gestalten vielleicht keine schlechte Idee, aber von sehr bekannten würde ich eher abraten, da diese eben schon gewissermaßen „besetzt“ sind. Gleiches gilt für die Namen von Gottheiten, Dämonen, Geistern … Es sei denn, eure Figuren haben Eltern, die ihre Kinder gezielt nach diesen mythologischen/folkloristischen Gestalten benannt haben, dann ergibt das Sinn.

Ich beobachte häufiger in Romance-Romanen, dass die Hauptfiguren sehr ungewöhnliche oder seltene Namen haben. Manchmal sind das englischsprachige in einem deutschsprachigen Setting, was durchaus passen kann, da solche Namen auch im deutschsprachigen Raum gern verwendet werden. Teilweise sind es Namen aus ganz anderen Kulturkreisen, obwohl der Hintergrund der Figur eigentlich nicht dazu passt. Da wäre eine passende Hintergrundgeschichte (wie kam es zu diesem Namen?) aus meiner Sicht eine gute Idee. Meine Schwester beispielsweise wurde in Peru geboren und ihr zweiter Vorname ist ein spanischer, wie man ihn auch in Peru finden kann.
Vielleicht wählen einige Autor*innen seltene Namen, um sich von der Masse abzuheben, oder weil diese Namen gerade im Trend liegen? Aus meiner Sicht ist nichts dagegen einzuwenden, gängige, „gewöhnliche“ Namen zu verwenden, vor allem, wenn das zur Familie der Figur passt (Fragt euch: Welchen Namen haben die Eltern für ihr Kind ausgewählt und mit welcher Motivation?)

Sucht am besten den Vor- und Nachnamen eurer Figuren im Internet, z.B. bei Wikipedia oder in einer Suchmaschine. So könnt ihr vermeiden, dass es zufällig derselbe Name ist wie der eines heutigen Promis, eines Verbrechers, einer historischen Persönlichkeit oder der einer anderen bekannten Person. Ich hatte mal überlegt, eine Figur Thomas Müller zu nennen. So heißt allerdings auch ein bekannter Fußballer, sodass ich bei meiner Figur lieber den Nachnamen weggelassen habe.

Was macht für mich einen guten Weltenbau bezogen auf Queerness aus?

DreamyArt, Pixabay

Lesezeit: 4 Minuten

Inhaltswarnung: In diesem Beitrag erwähne ich Queerfeindlichkeit.

Saskia Dreßler hat die Aktion #Queergelesen ins Leben gerufen, vielen Dank dafür. Ich beteilige mich heute mit diesem Blogbeitrag.
In der Phantastik beobachte ich da teilweise die Tendenz zu Queer-Positivität oder Queer-Normativität. Das bedeutet, in dem betreffenden Weltenbau sind die Figuren ganz selbstverständlich queer und das wird in der Gesellschaft völlig akzeptiert. Es findet keine oder kaum Diskriminierung statt, gleichgeschlechtliche Paare (oder auch andere Gender abseits von männlich und weiblich) können ohne Probleme heiraten oder einfach so zusammenleben, vielleicht Kinder adoptieren oder selbst welche bekommen.

Auf der anderen Seite gibt es natürlich weiterhin Phantastik, die Queerfeindlichkeit thematisiert. Das betrifft dann natürlich auch Themen wie internalisierte Queerfeindlichkeit, Coming-Out, Freundschaften, romantische Beziehungen, Sexualität, wie eine Person ihr Gender nach außen hin auslebt (Verhalten, Kleidung, Frisur, Berufswahl oder noch anderes) und noch mehr.

Ich finde beides sehr wichtig. Auch oder gerade queere Menschen haben einen Bedarf an wholesome oder vielleicht auch cosy Eskapismus – Geschichten, in denen sie sich durch Figuren repräsentiert finden, die keine Probleme mit Queerfeindlichkeit haben. Figuren, die andere Probleme und Konflikte statt Queerfeindlichkeit erleben. Beziehungsweise auch einfach vielschichtige Figuren, die nicht auf ihre Queerness reduziert werden.

Auf der anderen Seite ist auch Phantastik, wie jede Kunstform, politisch. Wer das nicht glaubt, lese bitte nach bei Elea Brandt (1). Und in der Realität ist die schiere Existenz queerer Menschen politisch, da wir immer noch bzw. schon wieder um unsere Rechte kämpfen müssen. Man denke nur an die aktuelle Diskussion um das Selbstbestimmungsgesetz, das die rechtskonservativen und rechtsextremen Parteien in Deutschland wieder abschaffen wollen, mit ewig gestrigen Narrativen wie dem, dass es angeblich nur zwei Geschlechter gibt.

Literatur ist ein Spiegel der Realität, sie erforscht die menschliche Existenz und wie wir als Menschen zusammenleben. Entsprechend lassen sich literarisch auch all die Missstände erforschen, die es in unserer Welt gibt. Und dazu zählt natürlich auch Queerfeindlichkeit in all ihren Formen.

In meinem aktuellen Work in Progress, einem High-Fantasy-Roman, der von einer mörderischen Sekte handelt, habe ich beides untergebracht: In der fortschrittlich ausgerichteten Gesellschaft des Landes ist Queerness völlig selbstverständlich und weithin akzeptiert. In der Sekte allerdings ist das nicht der Fall. Dort sind gleichgeschlechtliche Beziehungen aus Gründen verboten und Menschen/Wesen, die weder Frauen noch Männer sind, werden nicht als Mitglieder für die Sekte zugelassen. Das sorgt dann natürlich bei dem queeren Protagonisten und einer anderen queeren Figur für so einige innere und äußere Konflikte.

Ihr möchtet über Queerness in eurem Phantastik-Werk schreiben? Hier ein Schreibtipp, in dem ich auf einige Fallstricke hinweisen möchte:

Wenn ihr nur eine einzelne queere Figur in eurem Phantastik-Werk unterbringt, lasst nicht ausgerechnet diese auf dramatische Weise sterben, während alle heterosexuellen Figuren überleben. Warum? Auch hierzu kann ich wieder einen Blogbeitrag von Elea Brandt empfehlen (2).

Schreibt am besten nicht nur eine queere Figur. In der Realität suchen sich Queers gern andere Queers, nicht nur für Beziehungen, sondern auch für Freundschaften oder als Found Family.

Ihr seid selbst nicht queer und habt wenig persönlichen Kontakt mit der LGBTIAQ+ Community? Wenn ihr über queere Figuren schreiben wollt, sucht euch queere Testlesende, Lektor*innen oder Sensitivity Reader. (3)

Schaut euch generell mal queere Tropes an, die klischeehaft oder stereotyp sind – und vermeidet es, diese zu schreiben. Hier sind zwei Beispiele:

„Sissy Villain“ https://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/SissyVillain

„Depraved Bisexual“ https://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/DepravedBisexual

Einen Überblick über viele queere Tropes mit Stereotypen gibt es hier:
https://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/QueerAsTropes

Fußnoten:

(1) Eleas Blogbeitrag „Fantastisch Politisch“
https://eleabrandt.de/2019/05/06/fantastisch-unpolitisch/

(2) Eleas Blogbeitrag „Don’t bury your Gays“

(3) Sensitivity Reader könnt ihr zum Beispiel hier finden:
https://sensitivity-reading.de/themen

Schreibtipps für Autor*innen – Wann und wo kommen die Ideen für Geschichten?

Lesezeit: ca. 2 Minuten

Vielleicht kennt ihr das, den „Horror“ vor dem leeren Blatt. Oder virtuell am PC, die leere Seite. Man setzt sich hin, möchte schreiben, starrt auf die weiße Fläche, aber die Ideen fehlen. In dem Fall hilft es natürlich meistens wenig, weiter auf das Papier oder den Bildschirm zu starren und sich Druck zu machen, dass man doch Jetzt. Bitte. Sofort. Ideen produzieren muss!

Hier deshalb ein paar Tipps. Ich habe schon öfter von Autor*innen gehört, dass ihnen am leichtesten Ideen kommen, wenn sie sich in einem angenehm entspannten Zustand befinden. Zum Beispiel, und das kann nervig sein, kurz vor dem Einschlafen. Unter der Dusche oder in der Badewanne. Bei der Hausarbeit oder beim Handarbeiten – während die Hände mit etwas anderem beschäftigt sind, gehen die Gedanken auf Wanderschaft. Beim Sport – wenn man diesen allein betreibt. Bei einem Mannschaftssport oder zu zweit dürfte das eher schwierig sein.

Ich selbst wende gern verschiedene Methoden an:

Entweder lege ich mich einfach ganz bequem aufs Sofa, schließe die Augen und fange an mit einer Art Tagtraum: Ich werfe mein Kopfkino an und warte darauf, dass mir Details zu der Geschichte einfallen, an der ich gerade arbeite. Ich versuche dabei nichts zu erzwingen. Die Ideen kommen nach meiner Erfahrung eher nicht, wenn man verzweifelt danach sucht, sondern wie gesagt, wenn man sich in einem eher ruhigen, meditativen Zustand befindet.

Das Folgende klingt nun sicherlich schräg, aber ich finde es hilfreich: Ich habe in solchen Tagträumen schon manchmal Gespräche mit meinen Figuren gehabt, in denen sie mir so manches über sich erzählt haben, oder über andere Figuren, den Verlauf der Handlung oder noch etwas anderes. Ich habe auch schon laut Gespräche dieser Art geführt, das half mir dann auch dabei, meine Gedanken zu strukturieren. Auf eine außenstehende Person würde das vermutlich nach einem seltsamen Selbstgespräch aussehen, aber da ich allein wohne, habe ich in der Hinsicht keine Probleme.

Was ich auch sehr praktisch finde, sind Spaziergänge ohne Druck, ohne festes Ziel, einfach ein Drauflosschlendern. Dabei kommen mir oft auch Ideen, ich denke, dass dabei auch die Bewegung hilfreich sein kann.

Und was die Ideen kurz vor dem Einschlafen betrifft: Ich habe ein Notizbuch direkt auf meinem Nachttisch liegen, so dass ich im Fall der Fälle nicht extra wieder aufstehen muss, um eine zündende Idee zu notieren.

Mir ist bewusst, dass ich mich insofern in einer privilegierten Position befinde, weil ich allein wohne (also ungehört „Selbstgespräche“ führen kann), außerdem habe ich keine Kinder, Haustiere oder andere Verpflichtungen, mit denen ich die genannten Methoden nicht oder nur eingeschränkt anwenden könnte.

Tipps zum Schreiben von Rezensionen

Lesezeit: ca. 5 Minuten

Ich hatte vier Jahre lang einen Buchblog und habe regelmäßig Rezensionen geschrieben. Ich schreibe auch heute noch welche, aber nicht mehr zu jedem Buch, das ich lese. Bzw. manchmal beschränke ich mich auf eine Kurzmeinung.

Natürlich kann jede Person so Rezensionen schreiben, wie sie kann und möchte. Ich nenne hier einige allgemeine Tipps, vielleicht inspiriert euch das ja.

Inhaltsangaben?
Ziemlich viele Buchblogger*innen oder andere Rezensent*innen schreiben in ihren Rezensionen nicht nur ungefähr, worum es im Buch geht, sondern zeigen den gesamten Handlungsverlauf auf, manchmal sogar bis zum Ende. Das ist aber keine gute Idee, wegen der Spoiler. Die heißen so, weil sie Leser*innen, die das Buch noch nicht kennen, dieses verderben (englisch: to spoil) können. Besonders deutlich wird das im Krimi. Wird in einer Rezension verraten oder auch nur sehr stark angedeutet, wer für den Mord bzw. das Verbrechen verantwortlich ist, kann das dazu führen, dass manche Leute den Krimi gar nicht erst lesen wollen. Rezensionen sind keine Arbeiten aus dem Deutschunterricht, eine komplette Inhaltsangabe eines Buches ist hier nicht notwendig, sondern würde das Lesevergnügen für andere schmälern.

Deshalb mein Tipp: Zeigt in euren Rezensionen nicht den gesamten Handlungsverlauf und schreibt keine Spoiler. Bzw. wenn ihr sie aus bestimmten Gründen doch schreiben wollt, dann kündigt das an, z.B. mit einem „ab hier Spoiler“, kennzeichnet sie eventuell zusätzlich durch Leerzeilen oder ähnliches.

Wenn ihr ausführliche Rezensionen schreibt, könntet ihr zu den folgenden Themen etwas schreiben:

1. Wie wirken die Figuren auf euch? Sind sie euch sympathisch, sind es grummelige Anti-Held*innen, „morally grey“ oder ganz anders?

2. Der Schreibstil. Ist dieser eher schlicht? Blumig oder gar kitschig? Hochliterarisch oder poetisch?

3. Der Spannungsbogen. Baut sich die Spannung stetig auf oder hat sie mittendrin ungünstige Schwankungen?

4. Ist die Geschichte langatmig erzählt aus eurer Sicht oder auf den Punkt verdichtet? Oder liegt die Erzählweise irgendwo dazwischen?

5. Werden die Gedanken, Emotionen der Figuren, die Räumlichkeiten, Landschaften, Orte etc. anschaulich und lebendig geschildert? Konntet ihr euch gut in die Figuren hineinversetzen und mit ihnen „mitfiebern“? Oder wirkten sie auf euch eher blass oder flach?

6. Gibt es überraschende Wendungen (Plot-Twists)? Falls ja, lieber diese nicht spoilern.

7. Gibt es Figuren aus marginalisierten Gruppen, z.B. queer, BI_PoC, neurodivergent, behindert oder andere?

8. Was für eine Stimmung herrscht im Buch vor? Zum Beispiel mysteriös, heiter, melancholisch, traurig … Oder wechseln die Stimmungen häufig?

Natürlich könntet ihr euch auch einzelne dieser Themen heraussuchen, ihr müsst nicht zu jedem etwas schreiben.

Weitere Themen
In mehreren Genres gibt es noch spezielle Themen, über die man sich in Rezensionen Gedanken machen kann. Hier eine kleine Auswahl, die natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

Phantastik: Wie wirkt der Weltenbau auf euch? Ist er sehr detailliert oder eher oberflächlich? Ist er in sich logisch und stimmig? Das muss übrigens nicht unbedingt heißen, dass alles darin nach Maßstäben gängiger Naturwissenschaften funktionieren muss. Der Weltenbau sollte aber innerhalb der geschilderten Welt Sinn ergeben.

Romance (auch Romantasy): Gibt es im Buch typische Tropes aus dem Romance-Bereich, z.B. „Enemies to Lovers“? Findet ihr die Figuren auf irgendeine Weise liebenswert, bzw. konnte ihr deren romantische/sexuelle/sinnliche Empfindungen füreinander nachempfinden?

Krimis/Thriller: War es euch möglich, mitzurätseln, wer für das oder die Verbrechen verantwortlich war?

Horror: Konntet ihr euch bei der Lektüre schön gruseln? Hattet ihr nachts Albträume mit einem Bezug zum Buch? Oder eine andere Reaktion auf das Buch?

Manche Bücher sind so spannend oder „fesselnd“, dass man sie kaum aus der Hand legen kann. Falls ihr solche Bücher gelesen habt, könnt ihr das natürlich auch in den Rezensionen erwähnen. Oder auch umgekehrt – habt ihr ein aus eurer Sicht sehr langatmiges, langweiliges Buch gelesen? Vielleicht könnt ihr auch benennen, woran es lag?

Über den Begriff „man“

Manche Rezensent*innen verstecken sich gern hinter einem vagen „man“, z.B. in Sätzen wie: „man wird sofort in die Handlung hineingezogen“, „man kann sich nicht gut in die Figuren hineinversetzen“ oder auch Sätze wie: „als Leser*in kann man die Motivation des Protagonisten oft nicht nachvollziehen“.

Macht das besser nicht so. In eurer Rezension geht es nicht um fremde Leute, nicht um andere Leser*innen und deren Bewertungen, es geht um euren ganz persönlichen Eindruck von einem Buch. Schreibt also z.B. „ich fühlte mich sofort in die Handlung hineingezogen“ oder „als Leser*in konnte ich nicht so richtig mit den Figuren mitfiebern und zwar weil …“ oder ähnliches.

Formulierungen wie „ich persönlich finde, dass …“ zeigen auch an, dass es um eure persönliche Meinung geht, nicht um eine allgemein gültige Wahrheit über ein Buch. Denn letztendlich nimmt jede*r Leser*in ein Buch anders wahr, es gibt also nicht eine einzige Meinung, die alles umfasst, was sich zu einem Buch sagen lässt.

Ich hoffe, diese Tipps helfen euch ein bisschen weiter. Viel Spaß beim Lesen und Rezensieren.

Tipps für Selfpublisher*innen: Was ich so alles mache rund um eine Veröffentlichung


Rund um eine Selfpublishing Veröffentlichung – nach Buchcoverdesign, Testlesungen, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz – gibt es viel zu tun. Ich habe entsprechend einmal aufgelistet, was ich so alles gestalte und mache. Ich hoffe, diese Anregungen sind hilfreich für Leute, die ins Selfpublishing einsteigen oder schon länger dabei sind.

Hier die Auflistung:

Inhaltswarnungen ins Buch integrieren

E-Book für Kindle (Amazon) erstellen und hochladen

E-Book bei Tolino Media hochladen

Taschenbuchausgabe bei Epubli veröffentlichen

Leseprobe auf der eigenen Webseite hochladen

Inhaltshinweise und Inhaltswarnungen auf der Webseite schreiben

Werbebanner- und Header erstellen

kurze Buchvideos oder Trailer erstellen, für Social Media und YouTube

Lesungsvideo erstellen (maximal 5 bis 10 Minuten lang ist ideal)

Textschnipsel oder Mini-Leseproben als Bilder oder Fließtexte erstellen und in Social Media teilen. Im Falle von Bildern Bildbeschreibungen ergänzen.

Buchblogger*innen finden, die Rezensionsexemplare haben möchten oder buchige Aktionen machen, die passend sind (z.B. Blogtouren)

Buch im Buchportal »TheStoryGraph« anlegen

eventuell Buchverlosung auf Lovelybooks

Buch im Form buechertreff.de ankündigen

Buchcoverflash in Social Media

Beiträge rund ums Buch in Social Media, z.B. interessante Fakten, Recherchefunde, Lustiges …

Werbung: Kurz vor, während und nach der Veröffentlichung Buchwerbung überall, wo es passend und erlaubt ist, z.B. in Facebook-Büchergruppen, die thematisch passen.

Weiterer Marketingtipp: Saisonale Bücher immer wieder aufs Neue in der passenden Saison oder zum passenden Anlass bewerben (z.B. Ostern, Weihnachten, queere Aktionstage, Urlaubslektüre im Sommer …)