Interview mit Saskia Dreßler

Im Interview zeige ich auch Bücher von Saskia, die they veröffentlicht bzw. mit herausgegeben hat.
Lesezeit: ca. 10 Minuten

Hallo Saskia, danke, dass du dir die Zeit nimmst für ein Interview.

Du bist als Autor*in und Herausgeber*in tätig und bietest auch Workshops an. Außerdem machst du die wöchentliche Mitmachaktion #Queergelesen (auf Instagram und im Fediverse) zu verschiedenen Themen rund um Queerness in der Literatur. Was gefällt dir an diesen Tätigkeiten besonders?

Ich glaube, das sind zwei Aspekte, die mir bei allen Tätigkeiten besonders gefallen:
Der erste Aspekt ist der Kontakt mit Menschen – sei es live oder online. Ich mag es mich mit anderen über Themen auszutauschen, die mir wichtig sind. Sei es, dass ich bei Workshops mein Wissen weitergeben kann und auch etwas dazu lerne. Oder sei es, dass ich neue Texte durch das Herausgeben von Anthologien kennenlerne und Erfahrungen bei #Queergelesen teilen kann. Auch im Schreiben haben wir Kontakt mit Menschen auf verschiedenen Ebenen, den ich nicht missen möchte.
Der zweite Aspekt ist für mich eher ein ideeller. Ich finde es wichtig Geschichten zu schreiben oder aufzuklären über Marginalisierungen, die mich betreffen. Natürlich finde ich es auch wichtig, dass wir Figuren in Geschichten haben, die nicht alle unsere Marginalisierungen teilen – aber der Umgang mit einem Sensitivity Reading ist etwas anderes. Beim Schreiben meiner Marginalisierung geht es mir vor allem darum auch unterhaltend Aspekte meiner Marginalisierung der lesenden Person näher zu bringen. Hier können sich betroffene Personen wiederfinden, während alle anderen eine neue Sichtweise kennenlernen können – und damit sind wir wieder beim Kontakt und der Kreis zwischen den Aspekten, die mir bei allen verschiedenen Tätigkeiten gefallen.

Erzähl uns bitte etwas über dein neues Buch. Wann und wo erscheint es, und wie bist du auf die Idee dazu gekommen?

Mein neuestes Buch »Geisterfall« ist Band 1 einer vierbänden Yokai-Punkreihe (Fußnote 1). Das Buch erscheint Mitte/Ende Mai beim Weltenruder Verlag und die Geschichte spielt in den 1920ern in Tokyo. Es ist eine Geschichte, die sich zu großen Teilen an der realen Geschichte und realen Gegebenheiten der Zeit orientiert – aber eben nur zum Teil. Es gibt eine enge Verflechtung mit der japanischen Mythologie und einen etwas veränderten Technikstand.
Die Idee der Geschichte begleitet mich seit 2021. Witzigerweise kam mir zuerst die Idee für das Prequel, was 1870 spielen sollte – aber an die Geschichte habe ich mich nicht getraut. Stattdessen habe ich gedacht, dass es leichter wäre 4 Bände zu schreiben. Kleiner Spoiler: Ist es natürlich nicht.
Am Anfang der Idee standen für mich drei Dinge: Erstens meine Faszination für die japanische Geisterwelt und den spannenden Hintergründen dazu und zweitens ein Gesellschaftskonzept, was ich gerne erzählen wollte. Und drittens hatte ich die letzte Szene zuerst bildlich im Kopf – bevor ich meine Figuren oder irgendwas wirklich kannte. Von dieser Szene und meinen theoretischen Ausgangsgedanken zum Gesellschaftskonzept, bin ich dann weitergegangen und alles hat sich entwickelt.

Klappentext:
Vor Jahren hat ein Pakt das Verhältnis der japanischen mythologischen Wesen Yōkai und Yūrei zu den Menschen neu geregelt – aber nicht alle halten sich daran.
Der berühmte Schriftsteller Nakahara-san wird von der jungen Sai tot aufgefunden. Noch bevor sie den Fund melden kann, wird sie von einer Gruppe Yōkai und Yūrei entführt.
Deren Detektivbüro Himitsu glaubt an eine übernatürliche Einmischung und möchte den Fall aufklären – kann dabei aber keine menschliche Einmischung gebrauchen. Doch ein mächtiger Kami hat andere Pläne. Er trägt Sai auf, als Vermittlerin zwischen Himitsu und den Menschen zu dienen. Das ist auch notwendig, denn der totgeglaubte Schriftsteller ist wieder sehr lebendig.
Spannende Urban Fantasy in einem technisch alternativen Tōkyo der 1920er – mit einem sprechenden Kater.
Das Buch erscheint am 28. Mai 2026 im Weltenruder Verlag.


Welche Figur im Roman, abgesehen von deinen Hauptfiguren, magst du besonders, und warum?

Ich möchte vier Nebenfiguren euch mitgeben, die ich besonders gerne mag und ich zähle sie mal in der Reihenfolge ihres Erscheinens im Buch auf: Da haben wir die Vermieterin von Sais Schlafplatz (Sai ist dabei unsere menschliche Hauptfigur) Frau Yamada. Diese ist für mich so nahbar. Sie lästert gerne und hat ein bisschen eine konservative Lebensauffassung, aber genau das macht sie als Figur mich so lebendig.
Und dann möchte ich noch meinen zweiköpfigen Tanuki Makoto hervorheben. Dey wäre gerne ein Tanuki, der große Erfindungen machen würde – doch leider schlägt das immer … ein bisschen fehl.
Außerdem habe ich Keiko als Figur (hier bleibe ich mit Absicht ein bisschen vage) so ins Herz geschlossen, dass sie in anderen Teilen definitiv wieder vorkommen wird. Keiko ist als Figur einfach wunderbar direkt und kämpft für ihren eigenen Platz im Leben und in der Gesellschaft. Außerdem ist sie eine der Figuren, die Sai in Tokyo relativ offen aufnimmt – wo es sonst eher Probleme gibt.

Was steht als nächstes für dich an? Auf Instagram und auf deiner Webseite hast du eine ganze Reihe an Buchprojekten vorgestellt, an denen du arbeitest – schreibst du an mehreren parallel, oder eines nach dem anderen, wenn du das verraten magst?

Das ist eine gute Frage! Ich habe ja bei Schreibprojekten immer das Problem mit der Motivation. Das hängt sehr eng mit meiner Neurodivergenz bzw. den Neurodivergenzen zusammen. Bei Kurzgeschichten ist das nicht so ein großes Problem, aber je länger ein Projekt dauert, desto mehr muss ich mir Strategien überlegen, um am Projekt zu bleiben. Parallel arbeiten funktioniert bei mir nur bedingt. Eine Kurzgeschichte dazwischen zu schieben, ist immer möglich – bei längeren Projekten müssen die in unterschiedlichen Zuständen sein. Beispielsweise schreibe ich an einem die Rohfassung und versuche beim anderen einen Teil zu überarbeiten.
Im Moment gerade warte ich noch auf eine Verlagsrückmeldung für ein Projekt. Für dieses gebe ich einfach das Stichwort »Pirat*innen«. Sonst habe ich am Anfang des Jahres eine Abstimmung auf Patreon gemacht. Diese war für alle zugänglich und es konnte entschieden werden, welches meiner Projekte gerade am interessantesten ist. Hier hat – mit weitem Abstand – mein Arcanepunk-Gerichtsdrama gewonnen. Hier muss ich noch ein bisschen etwas am Weltenbau arbeiten, aber es freut mich schon sehr ein Gerichtsdrama zu schreiben. So was habe ich in der Phantastik noch nicht so oft gelesen.

Du gibst auch manchmal Workshops für Autor*innen. Was für Erfahrungen hast du damit gemacht? Schreibe auch gern, wo man deine Workshops finden kann.

Mit den Schreibworkshops habe ich im letzten Jahr begonnen. Meine kleine Premiere hatte ich auf der Leipziger Autor*innenrunde, bei der ich über die Darstellung von neurodivergenten Figuren und Mental Health in Geschichten gesprochen habe. Daraus hat sich mein erster Workshop »Neurodivergenz & Schreiben« entwickelt.
Mir hat die Erfahrung super viel Spaß gemacht. Ich kenne Lehre bisher vor allem im Studiumsumfeld und es ist schon ein kleiner Unterschied, ob ich vor Studierenden einen Lehrinhalt halte oder vor Autor*innen. Ich war echt überrascht, dass es doch einige Personen gab, die sich für meinen Themenbereich interessieren.

In diesem Jahr gibt es bei mir drei neue Workshops zu den Themen »Mental Health Repräsentation«, »Let’s get Punk – Ein Überblick über Punkgenre« und »Anime und Manga: Was können wir von ihnen vom Schreiben lernen?«, und dazu kommt die Wiederholung des Workshops »Neurodivergenz & Schreiben«. Die Workshops sind alle etwas unterschiedlich aufgebaut und für mehr Informationen würde ich meine Webseite (siehe unten) empfehlen. Die Terminabstimmung für die Workshops beginnt im April, und wer sich davor bei mir per E-Mail auf die Interessent*innenliste gesetzt hat, kann beim Termin mitbestimmen. Der offizielle Anmeldungsstart ist im Mai – und ich freue mich natürlich über alle, die sich für die Themen interessieren!

Sprechen wir kurz über progressive Phantastik und Diversität. Was hat sich aus deiner Sicht in den vergangenen paar Jahren diesbezüglich auf dem Buchmarkt verändert? Ist die Phantastik zumindest teilweise progressiver geworden oder war mehr Diversität in der Literatur nur eine Art kurzer Trend?

Ich glaube, dass gleichzeitig viel Gutes und viel Negatives passiert. Ich sehe positive Trends in Bezug auf Awareness und das Aufkommen von diversen Figuren und Plots in der Kleinverlagsebene und bei Selfpublishenden. Auf der anderen Seite sind Großverlage, meiner Meinung nach, noch sehr hinterher. Da ist der englische Buchmarkt uns meilenweit voraus. Unsere Wirtschaftslage und unser Konsumverhalten zieht das Problem mit sich nach, dass die Gruppen, die progressiver sind (eben die Kleinverlage und Selfpublishenden) sehr große Probleme haben zu überleben. Viele müssen irgendwann aufgeben, weil die Kapazität (sowohl finanziell wie auch mental) nicht mehr reicht. Diese Entwicklung sehe ich sehr kritisch – und hier habe ich noch gar nicht begonnen über die Verwendung von KI in der Buchbranche zu reden.

Was die verschiedenen Facetten von Diversität betrifft, habe ich das Gefühl, dass es bestimmte Facetten gibt, die akzeptierter sind als andere. Allein im queeren Spektrum sehen wir dieses Phänomen: So sind Geschichten mit schwulen Protagonisten (jetzt mal die Darstellung davon herausgenommen) relativ weitverbreitet. Schwieriger wird es da schon mit Geschichten mit lesbischen Figuren und von weiteren Aspekten des queeren Spektrums will ich da gar nicht anfangen. Ähnliches lässt sich auch auf andere Arten von Diversität übertragen. Ich glaube, dass wir auf einen guten Weg sind, aber insgesamt gibt es doch noch einiges zu tun.

Wenn du zwei Wünsche frei hättest, was würdest du dir von Leser*innen und dem deutschsprachigen Buchmarkt wünschen?

Ich glaube, mein erster Wunsch ist »Offenheit« und das auf verschiedenen Ebenen. Ich wünsche mir die Offenheit von Lesenden sich auf Geschichten einzulassen, die vielleicht diverser oder jenseits von Erzählkonventionen sind, die wir kennen. Außerdem wünsche ich mir die Offenheit von Verlagen, dass sie Autor*innen und Literatur, die divers sind, fördern. Wagt doch etwas, denn nur so kann sich langfristig die Literaturlandschaft ändern.

Und mein zweiter Wunsch ist speziell an Lesende gerichtet: »Euer Konsumverhalten bestimmt den Markt mit«. Ich glaube nämlich, dass das ein Punkt ist, der sehr vergessen wird. Wir sind nicht einfach den Verlagen ausgeliefert. Mit unserem Kaufverhalten, den Trends, auf die wir aufspringen, oder die Bücher und Verlage, die wir supporten, werden gesehen, und Verlage passen sich daran an. Feiert doch einfach mal diverse Geschichten und zeigt, dass wir so etwas lesen wollen!

Gibt es noch etwas, was du gern ansprechen möchtest?

Tatsächlich möchte ich allgemein erwähnen: Wenn ihr diverse Literatur sucht, dann schaut euch die Kleinverlagslandschaft und Selfpublishende an. Gebt den Büchern eine Chance und unterstützt diesen Personenkreis. Da reicht es schon, wenn ihr einen Social Media-Beitrag teilt oder kommentiert. Ich glaube, wer sich da ein bisschen rein wagt, kann da ziemlich gute Bücher entdecken!

Wo kann man dich online finden?

Hier meine kleine Auflistung:
Webseite: https://saskiadressler.com/
Mastodon: @seitenweiser.literatur.social
Bluesky: @ seitenweiser.bsky.social
Instagram: @dresslersaskia
Twitch: https://www.twitch.tv/saskiadressler

Kann man dich in diesem Jahr irgendwo auf Lesungen, Messen, Conventions treffen?

Es ist zwar noch ein bisschen in der Bewegung, aber auf folgenden Veranstaltungen könnt ihr mich treffen:

16.05. & 17.05.: FaRK
29.05. – 31.05.: DoKomi (hier aber wahrscheinlich nur Samstag und Sonntag)
31.10. & 01.11.: Buch Berlin

Sonst ist noch in der Planung:
01.08. & 02.08.: Krähenfee
22.08 & 23.08.: Contaku Magdeburg

Alles weitere – auch was Lesungen betrifft – wird sich wohl noch ergeben. Da findet ihr in meinem Newsletter oder auf Social Media dann die aktuellen Informationen.

Fußnote:
(1) Yokai: Yōkai (japanisch 妖怪) sind Figuren des japanischen Volksglaubens, die mit unerklärlichen Geschehnissen und Phänomenen assoziiert werden. Sie sind mit Dämonen, Kobolden, Gestaltwandlern, Gespenstern und Geistern im deutschen Volksglauben vergleichbar. Heutzutage ist Yōkai ein Oberbegriff für übernatürliche Wesen.

(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Y%C5%8Dkai)

Kleines Lexikon für Newbie-Autor*innen und alle, die es werden wollen

Lesedauer (ohne die verlinkten Blogbeiträge): 15 Minuten

A
Anthologie
Ein Buch, bei dem mehrere Autor*innen Texte eingesendet haben. Häufig handelt sich um Kurzgeschichten oder Essays, aber auch andere Textformen sind möglich, z.B. Gedichte.
Anthologie werden häufig, nicht immer von Verlagen ausgeschrieben, mit bestimmten Kriterien für das Thema und Bedingungen für die Einsendung (z.B. ein Zeichen- oder Wortlimit). Anthologien werden von einer oder mehreren Personen herausgegeben (siehe -> Herausgeber*in)

Auflage
Bezeichnung für eine Menge an Büchern, die von einem bestimmten Titel gedruckt werden.
In Kleinverlagen sind die Auflagen meistens deutlich niedriger als in Großverlagen.

B
Benefizanthologie
Anthologie, deren Erlöse für einen gemeinnützigen Zweck gespendet werden, häufig an eine oder mehrere entsprechende Organisationen.

Betalesen -> siehe Testlesen

Belletristik
Umfasst Literatur, die fiktiv ist, also keine Memoiren, Biografien, Sachbücher und Fachliteratur im Bildungsbereich. Belletristik meint sowohl -> Genreliteratur als auch „ernsthafte Literatur“ (letztere mit einem hohen künstlerischen Anspruch).

Bookie
Englischer Ausdruck für einen Mensch, der sich für Bücher begeistert, z.B. Leserin, Autory, Buchbloggende, Verleger, Buchhändlerin, Bibliothekar*in … Der Begriff hat sich auch im deutschsprachigen Raum eingebürgert.

Book Boyfriend/Girfriend/Friend Person

Das Phänomen, dass manche Figuren aus Büchern so attraktiv, knuffig oder allgemein liebenswert wirken, dass einige Lesende diese Figuren gern als Boyfriend, Girlfriend, Friend Person hätten, und sei es nur in ihren Tagträumen. In diesem Zusammenhang sei auch auf das Phänomen hingewiesen, dass sich manche Menschen in fiktive Figuren verlieben.
Dafür gibt es auch das Mikrolabel „Fiktosexualität“, was z.B. hier erklärt wird.

Bookstagram
Der Teil von Instagram, der sich mit Büchern beschäftigt. Wird gern als Hashtag verwendet, in Deutschland auch als #BookstagramDeutschland, #BookstagramGermany oder ähnlich.

BookTok
Der Teil von TikTok, der sich mit Büchern beschäftigt, vor allem entsprechende Buchblogger*innen. BookTok ist in den letzten so populär geworden, dass auch der Buchmarkt Trends und Hypes von dort aufgreift.

BookTube
Der Teil von YouTube, der sich mit Büchern befasst, vor allem Buchbloggende, die dort aktiv sind.

Buchclub
Kleine oder größere Interessensgemeinschaft, die sich vor Ort oder online trifft, um über ein bestimmtes Buch zu sprechen, das vorher innerhalb eines vereinbarten Zeitraums (z.B. ein Monat) gelesen wurde. Einige Buchclubs sind dabei auf bestimmte Genres spezialisiert, auf Klassiker oder Gegenwartsliteratur mit hohem künstlerischem Anspruch.

Buchmesse
Größere und kleinere Veranstaltungen mit Autor*innen, Verlagen vor Ort, die dort Verkaufsstände und/oder Lesungen haben oder Workshops, Panels u.ä. halten. Auf den meisten Buchmessen können von Verlagen und Autor*innen Stände gemietet werden. Die größten Buchmessen in Deutschland sind die Leipziger Buchmesse (im März) und die Frankfurter Buchmesse (im Oktober).

Buchsatz
Layout eines Buches, präzise Platzierung von Text und eventuellen Illustrationen bezogen.
Bei E-Books gibt es in der Regel etwas weniger Gestaltungsmöglichkeiten in diesem Bereich.

C
Coverdesign
Die Gestaltung eines Buchcovers. Viele Grafikdesigner*innen und Mediengestalter*innen haben sich auf Buchcover spezialisiert. Dabei kann unterschieden werden in ganz individuelle, maßgeschneiderte Designs und sogenannte „Premades“ – bei letzteren ist das Covermotiv schon vorgegeben und mehr oder weniger ausgestaltet, auch die Schriftarten von Titel, Untertitel (falls vorhanden) und Autor*in. Die Titel, Untertitel und Autor*innennamen werden dann individuell eingefügt. Teilweise gibt es auch bei Premades noch weitere Wahlmöglichkeiten.

Con, z.B. Phantastik-Convention oder Comic-Convention
Veranstaltung zu einem übergeordneten Thema, bei der auch teilweise Autor*innen und Verlage anwesend sind, mit Ständen, Lesungen, Panels, Workshops o.ä.

Content Notes -> siehe Inhaltswarnungen

Cozy (amerikanisches Englisch, im britischen Englisch „cosy“)
Bedeutet soviel wie gemütlich und hat sich für einige Subgenres etabliert, z.B. Cozy Krimis und Cozy Fantasy. In entsprechenden Geschichten steht für die Figuren nicht allzu viel Dramatisches auf dem Spiel. Z.B. findet in der Cozy Fantasy eher kein „Wir gegen den Rest der Welt/Wir müssen unsere ganze Welt retten“-Plot statt, stattdessen geht es um kleinere Probleme oder Konflikte. In Cozy Krimis ermitteln fast immer clevere Laien als Amateurdetektiv*innen (das wohl berühmteste Beispiel ist Agatha Christies „Miss Marple“) und häufig, nicht immer, sind sie etwas schrullig oder exzentrisch. Die entsprechenden Krimis sind oft humorvoll und bestechen durch viel Lokalkolorit, z.B. das Leben in einer Kleinstadt oder auf dem Land.

D
Drabble
sehr kurzer Prosatext, mit exakt 100 Worten

Druckkostenzuschussverlag
Kurz gesagt: Nicht illegal, aber unseriös. Bitte lasst euch nicht auf solche Verlage ein. Mehr dazu erfahrt ihr in diesem Blogbeitrag.

E
E-Book
Elektronisches Buch, bzw. eine Datei, die ein gesamtes Buch enthält. Es gibt teilweise Apps für Handy, mit denen sich E-Books lesen lassen, außerdem spezielle E-Book-Reader, in Deutschland, z.B. von Tolino und Kindle (Amazon). Ein übliches E-Book-Dateiformat ist epub.

Exposé
Vorstellung eines Romans, zur Einreichung bei Verlagen oder Literaturagenturen: Mit dem Pitch oder einem Entwurf für den Klappentext, Genre, Zielgruppe (z.B. „für Fans von …“), einer Kurzvorstellung der wichtigsten Figuren (auch Antagonist*innen, sofern vorhanden) und dem gesamten Handlungsverlauf, auch dem Ende/der Auflösung (z.B. im Krimi oder Thriller).
Einen guten Überblick über eine gelungene Gestaltung eines Exposés gibt es z.B. bei der Autorin Sandra Florean:
https://sandraflorean-autorin.blogspot.com/2014/03/das-expose-so-hab-ich-es-gemacht.html

F
Fanfiction
Im Gegensatz zu Originalfiktion befasst sich Fanfiction mit bereits existierenden Figuren, Welten und Handlungsmustern aus schon existierenden Werken. Das können Klassiker der Weltliteratur ebenso sein wie moderne Literatur, Games, Filme, Serien, Comics, Graphic Novels, Mangas, Animés und noch mehr. Fanfiction darf nicht kommerziell verbreitet werden, das würde gegen das Urheberrecht verstoßen. Eine der größten Fanfiction-Plattformen ist das aus meiner Sicht empfehlenswerte unabhängige Archive Of Our Own. Hier gibt es Millionen Fanfictions in verschiedenen Sprachen (wobei Englisch am häufigsten verwendet wird). Manchmal verwandeln Autor*innen Fanfictions in Originalfiktion, z.B. um diese kommerziell nutzen zu können. Einige Beispiele: „Fifty Shades of Grey“ von E. L. James war ursprünglich eine Fanfiction zur „Twilight“-Reihe von Stephenie Meyer, „Alchemised“ von SenLinYu beruht auf einer düsteren Fanfiction zur „Harry Potter“-Reihe von J. K. Rowling.
Eine Variante der Fanfiction ist „Alternative Universe“ (Abkürzung: AU). Das bedeutet, dass entscheidende Dinge oder auch Details aus dem Originalwerk verändert werden. Hier einige Beispiele: übernatürliche Figuren werden zu Menschen oder umgekehrt, das Genre wird verändert, die Figuren werden in ein völlig anderes Setting versetzt, sind deutlich jünger oder älter, oder noch andere Änderungen.

Farbschnitt
Druckverfahren, bei dem drei Seiten eines Buches farbig bedruckt werden, meistens mit dekorativen Motiven, die zum Buchcovermotiv passen. In den letzten Jahren sind Farbschnitte vor allem in der -> Genreliteratur sehr beliebt geworden.

Fluff
Umgangssprachlicher Ausdruck für Szenen, Handlungen oder Beschreibungen, die zwar wenig oder gar nichts zur Handlung beitragen, aber eine angenehme, gemütliche, entspannende oder ruhige Atmosphäre kreieren. In sehr actionreichen Geschichten mit schnellen -> Pacing, können Fluff-Szenen den Figuren (und auch den Leser*innen) helfen,
ein bisschen „herunterzukommen“, bzw. eine Verschnaufpause zu haben, bevor es wieder mitten in die Action geht. Fluff ist ansonsten insbesondere beliebt in -> wholesome und -> cozy Geschichten.

G
Generative KI (abgekürzt meistens gen. KI)
Mit gen. KI können ganze Texte, Bilder, Videos und Musik erstellt werden, oft in kürzester Zeit. In buchigen Diskursen ist der Einsatz von gen. KI umstritten. Einige Autor*innen lehnen diese strikt ab für ihre Texte, haben aber keine Probleme damit, Social-Media-Beiträge, Charakterkarten oder auch Buchcover mit gen KI zu erstellen. Meine Meinung dazu: Das ist gegenüber Illustrator*innen und Buchcoverdesigner*innen, die ohne KI arbeiten, nicht fair. Zwei Blogbeiträge von mir zum Thema.
„No to AI: Warum KI nichts der Kunst verloren haben sollte“
„Alternativen zu KI generierten Bildern“

Genre
Umschreibt die grundlegende Art einer Geschichte, einer Novelle, eines Romans, bezogen auf typische Themen. Besonders bekannte Genres sind -> Phantastik, Romance, Krimis, Thriller. Zu jedem Genre gibt es -> Subgenres, die das Buch noch näher eingrenzen können, z.B. High Fantasy, Romantic Thriller.

Großverlag
Auch Publikumsverlag genannt. Großverlage sind die großen Player auf dem Buchmarkt, mit hohen Auflagen, Bestseller-Autor*innen und oft auch höheren Werbebudgets. Ohne eine -> Literaturagentur kommt man als unbekannte*r Autor*in kaum in einen solchen Verlag hinein.

H
Herausgeber*in
Person, die Einsendungen für eine Anthologie sichtet, liest und teilweise auch lektoriert.

Hybridautor*in
Autor*innen, die sowohl im Selfpublishing als auch in Verlagen veröffentlichen.

I
Illustration
Bild, das etwas in einem Buch veranschaulicht, z.B. eine Figur, einen technischen Gegenstand oder eine Szene. In einigen Genres sind Illustrationen auch als Titelmotiv beliebt.

Impressum
Rechtlich vorgeschriebene Nennung der Adresse eines Verlags oder von Autor*innen.
Das Impressum wird auf deren Webseiten und in Büchern genannt.

Inhaltswarnungen
(auch bekannt als Triggerwarnungen oder Content Notes, Content Warnings) Auflistung an Dingen, die potenzielle Trigger für manche Menschen darstellen können. In diesem Blogbeitrag habe ich mehr darüber geschrieben.

J

K
Klappentext
Gewissermaßen das Etikett zum Buch, das neugierig auf den Inhalt machen soll und
eine kleine Inhaltsangabe bietet – die natürlich nicht wichtige Punkte der Handlung spoilern sollte.

Kleinverlag
Unabhängiger Verlag mit wenig Mitarbeiter*innen, teilweise auch als Kleinstverlag. Kleinverlage sind häufig sehr spezialisiert auf wenige Buchformen bzw. Genres.

Korrektorat
Im Korrektorat werden Rechtschreib-, Grammatik- und Zeichensetzungsfehler korrigiert, teilweise auch Schwächen im Sprachstil. Nicht zu verwechseln mit dem -> Lektorat.

Kontinuitätsfehler (auch Anschlussfehler genannt)
Beispiel für einen solchen Fehler: In der ersten Szene hält die Protagonistin einer Tasse Tee in der Hand, kurz darauf aber einen Becher Kaffee (ohne eine logische Erklärung, wie es zu diesem Wechsel kam).

L
Leseprobe
Längerer Auszug aus einem Buch, häufig zu Werbezwecken. Meistens werden dafür die ersten paar Seiten oder ein Prolog und das erste Kapitel verwendet.

Lektorat
Professionelle Bearbeitung eines Manuskript, mit Hinblick auf Schreibstil, eventuelle Logik- oder -> Kontinuitätsfehler, Charakterentwicklung, -> Spannungsbogen, -> Pacing und noch weitere Kriterien.
Lektor*innen machen entsprechende Vorschläge und Anmerkungen in intensiver Zusammenarbeit mit den Autor*innen, teilweise auch mit dem Verlag.
Lektor*innen arbeiten meistens freiberuflich, für Verlage und/oder Selfpublisher*innen.
Nicht zu verwechseln mit einem -> Korrektorat.

Lesung
(wird gelegentlich verwechselt mit dem Begriff „Vorlesung“. Bei dieser handelt es sich allerdings um Unterricht an einer Hochschule, Uni. etc.) Veranstaltung, bei dem Autor*innen vor Publikum aus eigenen Büchern lesen. Das kann auch kreativ gestaltet werden, z.B. als szenische Lesung mit Requisiten und Kostümen, mit mehreren Personen und verteilten Sprechrollen, mit Musikuntermalung oder noch anders. Online gibt es teilweise auch Livestream-Lesungen.

Literaturagentur
Literaturagenturen vermitteln Manuskripte an (Groß-)Verlage. Bei erfolgreicher Vermittlung
bekommt die Agentur eine Provision. Autor*innen müssen sich mit ihren Werken bei Agenturen bewerben und häufig werden nur wenige angenommen. Wer sein Manuskript bei einem -> Kleinverlag unterbringen möchte, kann das in der Regel selbst machen, ohne eine
Literaturagentur.

Literaturfestival
Im Gegensatz zu einer -> Buchmesse kann sich nicht jeder Verlag oder jede*r Autor*in
für solch eine Veranstaltung bewerben, stattdessen haben Literaturfestival meistens ein übergeordnetes Thema und laden gezielt Autor*innen und/oder Verlage ein, die dazu passen.

M
Manuskript
Der Text eines noch unveröffentlichten Buches, handgeschrieben oder am Computer/Laptop getippt als Textdatei.

Marketing
Werbemaßnahmen für Bücher, Verlage und Autor*innen, teilweise auch schon längerer Zeit vor der Veröffentlichung, z.B. für Vorbestellaktionen und Vorabrezensionsexemplare (im Englischen heißen diese ARC – advanced reader copy).

Microfiction
Sehr kurze Geschichte, oft nur wenige Sätze lang

N
New Adult
Geschichten mit Protagonist*innen und Nebenfiguren, die ca. 18 bis 30 Jahre alt sind.
Häufig drehen sich diese Geschichten um die erste oder zweite Liebe, von zu Hause ausziehen, Studium, Ausbildung, erste Berufserfahrungen und weiteres aus dem Alltag
dieser Altersgruppe. New Adult gibt es in mehreren Genres, z.B. auch Romance, Phantastik oder Thriller. Siehe auch -> Young Adult.

Normseite
Eine formatierte Textdatei-Seite mit 30 Zeilen á 60 Zeichen, also 1800 Zeichen. Teilweise gelten aber auch andere Zeichenlimits pro Seite, z.B. 1500. Einige Verlage verlangen bei Manuskripteinsendungen eine durchgehende Formatierung in Normseiten. Bitte beachtet die entsprechenden Kriterien, bevor ihr etwas bei einem Verlag einreicht. Hier könnt ihr eine Vorlage für eine Normseite gratis herunterladen.

Novelle
Literaturwissenschaftlich gesehen, lassen sich Novellen (Prosatexte von kurzer oder mittlerer Länge) oft nicht klar abgrenzen von Kurzromanen, siehe z.B. https://de.wikipedia.org/wiki/Novelle

O
Own Voice
Autor*in, die mit dem, über das sie schreibt, eigene Lebenserfahrung hat. Zum Beispiel ein behinderter Autor, der eine Figur mit seiner Behinderung schreibt, eine queere Person, die queere Figuren schreibt. Weitere typische Own Voices Themen sind Bi_PoC (Black, Indigenous, People of Colour), Neurodiversität, religiöse und ethnische Minderheiten, chronische Erkrankungen, Mental Health oder auch Subkulturen.


P
Pacing
Das Erzähltempo einer Geschichte. Im Allgemeinen wird z.B. dazu geraten temporeiche, actionlastige Szenen auch sprachlich „schnell“ zu gestalten, z.B. durch kurze oder verknappte Sätze, während ruhige Szenen auch ruhig bzw. langsam gestaltet werden können. Einige Autor*innen neigen zu einem sehr ausführlichen Stil, z.B. mit vielen Beschreibungen, oder Füllerszenen und viel „Fluff“. Das passt nicht gut für jede Szene oder jedes Genre und kann langatmig wirken.


Phantastik
Überbegriff für alle Genres mit übernatürlichen oder hochfiktiven Elementen, z.B. Magie, übernatürliche Wesen, Außerirdischen oder Techniken und Technologien, die in der Realität in dieser Form nicht existieren. Zu den Genres zählen alle Formen von Fantasy, Science-Fiction, Dystopien, Utopien, verschiedene -punk Genres (z.B. Solarpunk, Hopepunk, Cyberpunk, Steampunk) sowie Horror.

Pitch
Eine sehr kurze, möglichst prägnante Vorstellung des eigenen schriftstellerischen Projekts, typischerweise in einem bis zwei Sätzen. Ein Beispiel, was ich meine: Meinen Roman „Berlingtons Geisterjäger 2 – Mördernächte“ umschreibe ich gern als „Jack the Ripper meets Fantasy meets Steampunk“.
Variante: Der Elevator-Pitch
Stell dir vor, du machst eine Fahrt mit einem Aufzug (englisch: elevator) und hast nur 5 Minuten Zeit, dein schriftstellerisches Projekt vorzustellen. Wie würdest du es dann beschreiben?


Printing-on-demand
Drucken nach Nachfrage. Es gibt mehrere Anbieter für diese Dienstleistung. Dabei wird keine größere -> Auflage gedruckt, sondern immer nur, wenn Bedarf ist, z.B. durch aktuelle Buchbestellungen. Auf diese Weise können Selfpublishing-Autor*innen verhindern, dass sie auf den Kosten von vielen gedruckten Büchern sitzenbleiben, falls nicht alle verkauft werden können.

Pseudonym (geschlossen und offen)
Auch bekannt als Künstlername. Bei einem geschlossenen Pseudonym geben die Autor*innen nicht preis, wie ihr eigentlicher Name ist, bei einem offenen Pseudonym durchaus. Es gibt verschiedene Gründe, ein Pseudonym zu verwenden. Eine Person, die im öffentlichen Dienst arbeitet und nebenbei Erotik veröffentlicht, möchte vielleicht vermeiden, dass Kolleg*innen oder Kundschaft von diesen Büchern erfahren.
Manche Autor*innen schreiben verschiedene Genres und wählen für jedes Genre zur gezielteren Vermarktung ein eigenes Pseudonym.

Q
Queere Literatur
Es ist in der Buchbubble umstritten, ob queere Literatur ein eigenes Genre darstellt oder nicht (mit zahlreichen Subgenres, z.B. Phantastik, Krimis, Romance, Thriller…). Ebenfalls
umstritten ist, was queere Literatur – wenn man sie denn als eigenes Genre betrachten will – beinhalten muss. Reichen queere Figuren? Casual Queerness? Muss es um eine queere Beziehung gehen? Und was ist mit dem Worldbuilding und der Sprache? Zu all diesen Fragen gibt es unterschiedliche Ansichten.

R
Rezension
(wird gern verwechselt mit Rezession)
Bewertung eines Buches in Textform. Dabei gehen die Rezensent*innen auf beliebig viele oder wenige Punkte ein, die ihnen wichtig sind. Sie beschreiben, wie ihnen das Buch gefallen hat. Typische Punkte hierbei sind die Figuren, die Charakterentwicklung, die Spannung, die Atmosphäre, Beschreibungen, das Hervorrufen von Emotionen beim Lesen oder noch anderes.

Romantasy
Zusammengesetzter Begriff aus Fantasy und Romance. Romantasy ist in den letzten paar Jahren zunehmend beliebt geworden. Es handelt sich um ein Subgenre, bei dem eine oder mehrere romantische Beziehungen zwischen den Figuren eine entscheidende Rolle für die Handlung spielen. Im Gegensatz dazu gibt es Romantic Fantasy oder Romance Fantasy: In entsprechenden Bücher gibt es zwar ebenfalls romantische Beziehungen, aber „nur“ als Nebenhandlung, die für die Haupthandlung weniger entscheidend ist.

S
Schreibprogramm
Abseits von Textprogrammen wie MS Word oder Libre Office gibt es einige Softwares speziell für Autor*innen, z.B. Papyrus und Scrivener. Deren Funktionsumfang und Preise können sich stark unterscheiden, daher lohnt es sich, Erfahrungsberichte und Reviews zu lesen, bevor man sich für ein Schreibprogramm entscheidet.

Selfpublishing
Das Selbstverlegen von Bücher, mit einem eigenen Verlag oder ohne. Im Selfpublishing
übernehmen Autor*innen vieles selbst, auch die Werbung, oder beauftragen Dienstleistende damit. Viele Tipps für Selfpublisher*innen gibt es z.B. in der Selfpublishing-Bibel.
Selfpublishingbücher können z.B. auf der Plattform Indiependables gesucht und auch eingetragen werden (kostenlos und ohne Registrierung).

Sensitivity Reading
Hier habe ich einen Blogbeitrag über dieses Thema geschrieben.

Social Media
Für Autor*innen bieten Social Media die Möglichkeit, sich mit anderen Autor*innen, Buchbloggenden und Verlagen zu vernetzen, den Arbeitsalltag als Autor*in zu zeigen und eigene (oder auch andere) Bücher zu bewerben. Es gibt mehrere kommerziell ausgerichtete Social Media mit Algorithmen: Facebook, Instagram, TikTok, YouTube, Threads, Bluesky sowie das unabhängige, unkommerzielle Fediverse, über das ich einen Blogbeitrag geschrieben habe.

Spannungsbogen
Beschreibt, wie sehr sich die Spannung in einer Geschichte steigert, idealerweise in einem Bogen von niedriger zu hoher Spannung und danach am Ende wieder abfallend.

Spoiler
Häufiges Problem in -> Rezensionen, wenn Rezensent*innen die gesamte Handlung eines Buches wiedergeben. Spoiler verraten wichtige Teile der Handlung, häufig auch das Ende, oder unerwartete Plotttwists. Tipp dazu: Bitte macht das nicht.

Subgenre siehe -> Genre

T
Testlesen
Testlesen wird teilweise auch Betalesen genannt. Testlesende lesen ein Manuskript vor der Veröffentlichungen, schreiben Anmerkungen (z.B. für Verbesserungsvorschläge) oder zumindest ihren allgemeinen Eindruck von der Geschichte. Testlesende sind häufig keine Profis in Sachen Textarbeit. Es gibt aber auch Autor*innen, die für andere Autor*innen testlesen. Im Gegensatz zu Lektor*innen werden Testlesende in der Regel nicht bezahlt, stattdessen sind kleine Dankeschöns teilweise üblich, z.B. ein Exemplar des später veröffentlichten Buches, Goodies oder noch etwas anderes.

Textschnipsel
Kurzes, prägnantes Zitat aus einem Buch, das meistens der Buchwerbung dient. Textschnipsel sind kürzer als -> Leseproben und eignen sich z.B. für Content/Inhalte auf -> Bookstagram oder -> BookTok.

Trope (englischer Begriff)
Beliebte, häufig verwendete Handlungsmuster, z.B. „enemies to lovers“, „forced proximity“, „found family“, „grumpy vs. sunshine“ und noch viele andere. Besonders oft vertreten in Romance und ihren Subgenres, aber es gibt auch noch viele Tropes in anderen Genres.
Die Tropes werden meistens auf Englisch genannt und dienen auch dem -> Marketing.

U
Unterhaltungsliteratur
Damit ist in der Regel -> Genreliteratur gemeint. In der Literaturkritik wird häufig noch unterschieden in Unterhaltungs- und „ernste Literatur“ (Literatur mit hohem künstlerischem Anspruch), allerdings ist diese Unterteilung umstritten, da es auch z.B. Phantastik mit einem hohen künstlerischen Anspruch gibt.

Urheberrecht
Das ist ein komplexes Thema, das ich nicht in diesem kleinen Lexikon umfassend darstellen kann. Ich kann aber diesen Beitrag dazu empfehlen, der auch Verwertungsrechte und Copyright erläutert, speziell für Autor*innen.
https://textgefaehrtin.de/deutsches-urheberrecht-fuer-autoren/

V
Verlag
Verlage verlegen Bücher, siehe auch -> Kleinverlag, -> Druckkostenzuschussverlag
-> Großverlag

W
Warnhinweise
Worauf Autor*innen achten sollten, darüber habe ich hier einen Blogbeitrag geschrieben, auch mit einigen Warnungen: https://amalia-zeichnerin.net/warnhinweise-und-weitere-tipps-fuer-autorinnen/

Werbung -> siehe Marketing

X
Y
Young Adult
Die Protagonist*innen und eventuelle weitere Nebenfiguren in Young Adult Büchern sind üblicherweise ca. 14 bis 18 Jahre alt. Entsprechende Geschichten drehen sich häufig um die Themen Schule und Schulabschluss, Freundschaften, erste Liebe, bei queeren Bücher oft auch Coming Outs. Wie -> New Adult gibt es hier mehrere Genres, wie Phantastik und Romance.

Z

Warnhinweise und weitere Tipps für Autor*innen

Lesezeit ohne die verlinkten Beiträge: ca. 4 Minuten

Ihr seid Nachwuchs-Autor*innen? Ihr seid gerade erst eingestiegen in die schriftstellerische Tätigkeit und kennt euch noch nicht gut aus? Dieser Beitrag ist für euch. Gern auch mit Personen teilen, für die das interessant sein könnte.

Ich habe schon häufiger etwas zu diesem Themenfeld geschrieben und dachte mir, ich fasse mal alles übersichtlich in einem Blogbeitrag zusammen. Eventuell ergänze ich diesen Beitrag später noch um weitere Warnhinweise.

Finger weg von Druckkostenzuschuss-Verlagen

Mehr dazu in diesem Beitrag, der außerdem noch auf Kurzgeschichten und Anthologien eingeht:


Wenn ihr ein Manuskript bei einem Verlag einreichen möchtet, beachtet bitte das, was ich in diesem Blogbeitrag geschrieben habe:

Generative KI
Der Einsatz generativer KI (für Texte, Bilder, wie z.B. Social Media Posts oder Charakterportrais, Reels/Videos, Musik etc.) ist in der Buchbranche sehr umstritten. Wenn ihr häufig und ungekennzeichnet gen. KI verwendet, müsst ihr damit rechnen, dass euch Leute entfolgen, die das ablehnen. Oder auch, dass sie eure Bücher nicht kaufen. Ich selbst lehne gen. KI in der Kunst ab (und damit meine ich alle Kunstformen, auch die Literatur) und habe hier einen Blogbeitrag darüber geschrieben:
https://amalia-zeichnerin.net/no-to-ai-warum-ki-in-der-kunst-nichts-verloren-haben-sollte/

Über Alternativen zu KI-generiertem Bildmaterial:
https://amalia-zeichnerin.net/alternatives-to-ai-generated-images-alternativen-zu-ki-generierten-bildern/

Weiteres:

Charakterportraits, die kein Geld kosten und nicht KI-generiert wurden?

Viele Autor*innen verwenden gen. KI, um Figurenportraits zu ihren Büchern zu erstellen. Ich habe nun mehrfach den Take gelesen, anstatt das zu machen, könnten Autor*innen doch selbst üben zu malen/zeichnen und dann ihre eigene Illustrationen machen.

Das mag für manche machbar sein. Aber das ist halt nicht die Lösung für alle, denn: Das erfordert Zeit. Viele Autor*innen haben einen Brotjob, Familienverpflichtungen, Carearbeit und so weiter, und müssen auch noch on top in Social Media regelmäßig Content bringen, für ihre Reichweite und die Sichtbarkeit.

Und selbst wenn eine Autorin Zeit und Löffel hat, sich selbst mit Malen/Zeichnen zu beschäftigen, heißt das noch lange nicht, dass sie mit den Ergebnissen so zufrieden ist, dass sie diese online zeigen mag.

Zwei andere Lösungen, die nicht gen. KI beinhalten und kein Geld kosten:
Tauschhandel: In diesem Fall also „tausche Illustration gegen eine andere Leistung“. Fragt doch einfach mal hier auf Instagram, vielleicht ergeben sich entsprechende Möglichkeiten. Ich habe kürzlich zum 2. Mal eine Tauschaktion angeboten, „Charakterportrait gegen das betreffende E-Book“ – dabei ist dann ein Cyberpunk-Charakterportrait entstanden, und ich freue mich über den Roman, den ich dafür erhalten habe.

Eine weitere Möglichkeit, die für einige Genres (z.B. Fantasy und Historisches) gut passen kann: Gemeinfreie Abbildungen klassischer Portraitgemälde zeigen.

Ich habe z.B. für meine Regency-Novelle „Frei und doch verbunden“ zwei Gemälde aus der Regency-Ära gefunden; die abgebildeten Männer fand ich sehr passend für meine Protagonisten.

Ja, ich weiß, das setzt einiges an Suche voraus und dauert länger, als mal eben ein KI-Bild zu generieren. Aber ihr vermeidet damit halt KI-generiertes Bildmaterial.

Apropos: Zahlreiche große Museen/Bibliotheken (z.B. die British Library), verfügen über große Bilddatenbanken und die Bilder dürfen teilweise unter bestimmten Bedingungen (z.B. Quellennennung) kostenlos verwendet werden. Auch in der Wikimedia Commons gibt es viele klassische Gemälde. Bitte stöbert bei Interesse selbst einmal im Internet.

Spam und Scams:
Wenn ihr Mails bekommt, die eines oder mehrere eurer Bücher über den Klee loben und dann anbieten, euch gegen Gebühr ein Marketing-Tool anbieten oder ähnliches Gedöns zur Verfügung zu stellen – bitte lasst die Finger davon. Solche E-Mails sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Spam oder Scams und ich würde den Absender sofort sperren. Es gibt einen Haufen unseriöser Anbieter auf dem Markt, die solche kalte Akquise betreiben. Ich gehe davon aus, dass sie ihre E-Mails noch dazu mit gen. KI schreiben und die betreffenden Bücher gar nicht gelesen haben, sondern anhand des Klappentexts KI generierten Lob erstellt haben.

Bezahlte Testleser*innen?
Lasst euch nicht auf bezahlte Testlesende/ Betalesende ein. Die gibts vor allem im englischspr. Raum, aber ich bin auch hierzulande schon einer solchen Person begegnet, die von mir Geld fürs Testlesen haben wollte. Übrigens ohne mir Referenzen oder eine Qualifizierung zu nennen, oder ein kostenloses Probe-Betalesen anzubieten. Ich habe mich nicht darauf eingelassen.
Testlesen wird in der Regel kostenlos gemacht oder gegen ein kleines Dankeschön (z.B. ein Belegexemplar und/oder Goodies, oder etwas anderes). Lektorate und Korrektorate werden bezahlt. Diese Arbeit ist in der Regel wesentlich gründlicher als die von Test-/Betalesenden. Die Profis in diesem Bereich haben oft auch etwas in dieser Richtung gelernt oder studiert, oder sich entsprechend fortgebildet.

23. April 2026 – Welttag des Buches

Dieses Jahr mit einer Empfehlung für alle, die gern Selfpublishing-Autor*innen unterstützen wollen, bzw. nach entsprechenden Büchern suchen.

Schaut euch mal um bei Indiependables.

Diese unkommerziell ausgerichtete Plattform erleichtert die Suche nach dem gewünschten Selfpublishing-Lesestoff sehr, denn ihr könnt dort verschiedene Kriterien auswählen:

Hauptgenre
Subgenres
Themen aller Art (auch zu Diversität),
Tropes
Spice-Level
Und es kommt noch weitere Auswahlmöglichkeiten.

Das ist kostenfrei und läuft ohne eine Registrierung. Selfpublishing-Autor*innen können Metadaten zu ihren Büchern ebenfalls kostenlos und ohne Registrierung eintragen. Es findet kein Bewerbungsverfahren/keine Kuratierung bzw. Auswahl statt.

Alle Genres sind willkommen, sowie verschiedene Bucharten, z.B. Romane, Novellen, Anthologien, Sachbücher, Comics und noch mehr.

Die Plattform ist vor wenigen Tagen an den Start gegangen und es sind bereits über 1000 Bücher dort vertreten. Wer das Projekt unterstützen möchte, kann auf Ko-Fi etwas spenden (den Link gibt es unten auf der Webseite.)

Falls ihr die Metadaten zu euren Büchern eintragen wollt, lest bitte unbedingt erst die FAQ (diese sind unten auf der Seite verlinkt, ebenso eine Anleitung als PDF.)

Vorbestellaktion für das Taschenbuch von „Hexen in Hamburg:Vergoldet“

Ihr möchtet eine eher unbekannte, queere, mehrfach marginalisierte Autorenperson unterstützen, die Selfpublishing macht?

Ihr mögt Cosy Urban Fantasy, mit modernen paganen Hexen? Dann habe ich etwas für euch, ich mache wieder eine Vorbestell-Aktion, diesmal für das Taschenbuch von „Hexen in Hamburg: Vergoldet“. Das ist Band 4 der Reihe, aber wie alle anderen ist er unabhängig von den vorherigen lesbar.

Details zur Vorbestellung:

Schreibt mir eine DM oder eine E-Mail an amaliazeichnerin(at)gmx.de dass ihr das Taschenbuch bestellen möchtet.

Darin nennt mir bitte folgendes: Eure Postadresse für den Versand.
Wenn ihr eine Signierung wünscht, für wen (Name) soll ich das Buch signieren?

Der Preis beträgt 13 € mit 2,70 € Versandkosten, also insgesamt 15,70 €.
Dazu lege ich für euch noch einige gratis Goodies dazu: einen dekorativen Bleistift, Sticker und Tee. Ihr erhaltet das vorbestellte Taschenbuch im Juni als Warensendung, eine Rechnung füge ich mit bei (den Betrag bitte erst nach dem Erhalt des Buches bezahlen).

Hier gehts es zur Buchreihe, auch mit Leseproben.

Inhaltshinweise und Inhaltswarnungen zum Roman „Vergoldet“:

Inhaltshinweise
Freundschaft, Magie, Hexenkunst, Heidentum, moderne Hexen, aromantische Hauptfigur

Inhaltswarnungen
Alkohol, problematischer Umgang mit der eigenen Mental Health (manische Phase), Erbrechen, Gruppe mit sektenartigen Zügen, Sucht, Mobbing, Misgendering (wenig). Folgendes wird erwähnt, nicht näher geschildert: Krebserkrankung, Verlust von geliebten Menschen, Unfall, Suizid, Fehlgeburt, Vergewaltigung, Traumata

Kleines Diversitäts-Lexikon

Ich beschäftige mich schon seit mehreren Jahren mit Diversitätsthemen, sodass ich manchmal vergesse, dass es Menschen gibt, die sich damit (noch) nicht gut auskennen. Deshalb erkläre ich hier in diesem Beitrag einige Begriffe, für Einsteiger*innen, von A bis Z.

Lesezeit (ohne weiterführende Literatur): ca. 12 Minuten

Able-bodied
Das Gegenstück zu behindert, ein Begriff aus dem Englischen

Ableismus
Die Abwertung, Diskriminierung und Unterdrückung von behinderten Menschen. Ähnlich wie bei Rassismus reicht das teilweise Jahrhunderte zurück und ist eine systemische und strukturelle Benachteiligung, z.B. durch Barrieren, die den Alltag für behinderte Menschen sehr erschweren. Im kapitalistischen System werden Menschen zudem stark nach ihrer Leistungsfähigkeit beurteilt und wer aufgrund einer Behinderung nicht in dieses System passt, der erfährt häufig Ableismus. Während in vielen Ländern aktiv an einer Barrierefreiheit gearbeitet wird und behinderte Menschen gut in den Alltag integriert werden, sieht die Situation in Deutschland weniger gut aus, obwohl Behindertenaktivist*innen schon seit Jahren Veränderungen anmahnen.
Zum Thema ableistische Schimpfwörter: Siehe unten bei weiterführender Literatur.

Alltagsrassismus
(siehe auch Mikroagression)
Alltäglich auftretende Formen von Rassismus, die vielleicht weniger schwer erscheinen, aber dennoch für die Betroffenen sehr belastend sein können. (Zum Beispiel ohne zu fragen das Haar einer Schwarzen Person anfassen.)

Antisemitismus
Die jahrhundertealte Diskriminierung von jüdischen Menschen, die unter anderem zu Progromen in mehreren Ländern geführt hat, sowie zum Holocaust.

Behinderung
Erwünschte und neutrale Selbstbezeichnung von behinderten Menschen. Viele von ihnen lehnen Euphemismen ab, z.B. „Handicap“, „Menschen mit besonderen Bedürfnissen“ oder ähnliches. Es ist völlig in Ordnung, „Behinderung“ oder „behindert“ zu sagen.

Bi_PoC
Abkürzung für Black, Indigenous, People of Colour. Der Unterstrich steht dabei für weitere Menschen, die nicht weiß sind.

Bodyshaming

Die Abwertung von Körpern, die nicht den gängigen Schönheitsidealen entsprechen, z.B. nicht schlank sind. Das betrifft insbesondere Leute, die sehr dünn oder dick sind. Bodyshaming kann aber auch kleinwüchsige Menschen treffen, Männer, die unterdurchschnittlich klein sind oder Frauen, die überdurchschnittlich groß sind. Darüber hinaus kann Bodyshaming auch behinderte Menschen treffen, deren Behinderungen sehr sichtbar sind (z.B. manche blinde Menschen oder Leute mit deformierten oder fehlenden Gliedmaßen). Auch Veränderungen in der Körperbehaarung oder beim Kopfhaar können Bodyshaming hervorrufen (z.B. kreisrunder Haarausfall). Besonders verbreitet ist Fatshaming, also die Abwertung von dicken Menschen. Ein weiteres Problem ist außerdem, dass manche betroffene Menschen beispielsweise in medizinischen Kontexten abgewertet werden.


Catcalling

(siehe auch Sexismus): Anmachsprüche, Hinterherpfeifen oder andere sexistische Verhaltensweisen, häufig von fremden Männern gegenüber Frauen, die ihnen fremd sind und denen sie zufällig im Alltag, auf Partys o.ä. begegnen.

Coming-Out
Anderen mitteilen, dass man queer ist (vom Englischen „Coming out of the closet“, „aus dem Schrank kommen“). Coming-outs sind eine sehr persönliche Entscheidung und niemand sollte eine Person gegenüber anderen outen – außer die betreffende Person ist ausdrücklich damit einverstanden. Je nach Umfeld und Lebenssituation kann es gefährlich oder ungünstig sein, sich zu outen. Coming-outs finden häufig auch nicht nur einmal statt, sondern immer wieder, z.B. wenn die betroffene Person neue Leute kennenlernt. Coming-outs können auch anderen Formen von Marginalisierung betreffen, z.B. eine unsichtbare Behinderung offenbaren. Aber der Begriff an sich ist in erster Linie mit der queeren Community verbunden und sollte nicht für andere Bereiche verwendet werden.

Diversität
Diversität ist ein anderer Begriff für (soziale, gesellschaftliche, menschliche) Vielfalt oder auch Vielseitigkeit. Diversität gibt es nicht nur in Bezug auf Menschen, sondern auch bei Pflanzen und Tieren (Bio-Diversität) und beschreibt auch Neurodivergenz – mit dem Begriff Neurodiversität.

Diskriminierung
Handlungen, Vorurteile und Ansichten, die Menschen aufgrund bestimmter Merkmale (z.B. Geschlecht, Ethnie, Religion, Gender-Identität, Behinderung …) herabwürdigen, beleidigen, mit Vorurteilen begegnen oder stark benachteiligen, z.B. bei der Suche nach Arbeit, einer Wohnung, bzw. auch im Alltag.

Entgendern ( siehe Gendern)

Fatshaming (→ siehe Bodyshaming)

Feminismus

Jahrzehntelanger Aktivismus für die Gleichberechtigung von Frauen und FLINTA*, im Vergleich zu Männern. Die Ursprünge des Feminismus reichen zurück ins 19. Jahrhundert. Seitdem gab es in zahlreichen Ländern mehrere Wellen des Feminismus, mit unterschiedlichen Schwerpunkten.
Mittlerweile wird häufig auch von Queerfeminismus gesprochen, um deutlich zu machen, dass nicht nur cis Frauen besonders unter dem Patriarchat leiden, sondern auch FLINTA* Personen. Feminismus gründet sich, entgegen vieler Aussagen aus der Manosphere, nicht auf Männerhass, sondern möchte die Lebensbedingungen aller Menschen verbessern (u.a. auch deshalb, weil cis Männer ebenfalls unter dem Patriarchat leiden, siehe Fußnote 1)

Gendern, gendersensible/genderneutrale Sprache
Eine Verwendung von Sprache, die alle Gender mit einbezieht und nicht nur das generische Maskulinum verwendet. Manchmal, nicht immer, kommen dabei Sonderzeichen zum Einsatz, zum Beispiel Unterstriche, Gendersternchen oder Doppelpunkte innerhalb eines Wortes. Es ist teilweise umstritten, welche dieser Sonderzeichen am besten lesbar sind.
Viele Leute lehnen solche Sonderzeichen komplett ab und regen sich darüber auf.
Bei genderneutralen Begriffen (z.B. Lehrkraft statt Lehrer) kann auf Sonderzeichen oft verzichtet werden.
In diesem Zusammenhang kann ich das gratis online Lexikon „Geschickt Gendern“ empfehlen. Entgendern ist übrigens der korrekte Begriff für diese Form des Sprachgebrauchs, weil dabei das generische Maskulinum entgendert wird.
Im alltäglichen Sprachgebrauch sagen viele Leute dazu stattdessen allerdings „gendern“.

Inklusion
Das bewusste Einbeziehen von allen Menschen in soziale Gefüge aller Art und die Gesellschaft, ungeachtet ihrer Marginalisierungsformen, beziehungsweise unter Berücksichtigung dieser und ihrer jeweiligen Bedürfnisse. Inklusion wird häufig genannt im Zusammenhang mit behinderten Menschen, bezieht sich aber letztendlich auf alle marginalisierten Leute.

Intersektionalität
Im Zusammenhang mit Diversität beschreibt dies das Ineinandergreifen verschiedener Marginalisierungen. Hier ein Beispiel: Eine trans Frau of Colour, die behindert ist, ist intersektional marginalisiert und von noch mehr Diskriminierungsformen betroffen, als wenn sie z.B. eine able-bodied cis Frau of Colour wäre.
Mehr dazu siehe auch unten bei weiterführender Literatur.


Klassismus

Die Benachteiligung, Abwertung, Herabwürdigung oder Diskriminierung von Menschen aufgrund ihres sozialen Status, häufig bezogen auf die finanzielle Situation, z.B. Geringverdiener*innen, Arbeitslose, von Armut betroffene Erwachsene und Kinder, Alleinerziehende mit wenig Einkommen, Obdachlose. Diese Form der Diskriminierung reicht jahrhundertelang zurück und war in früheren Jahrhunderten eng verbunden mit dem jeweiligen Stand oder der jeweiligen gesellschaftlichen Klasse, in der sich eine Person befand, daher der Begriff „Klassismus“ (z.B. Arbeiterschicht vs. Oberschicht).

Kolonialismus
Die jahrhundertelange hochproblematische Praxis der gewaltsamen Aneignung von Gebieten, die ursprünglich nicht zum eigenen Land gehörten, auch im Rahmen des Imperialismus. In diesem Zusammenhang wurden einheimische Bevölkerungen vor Ort massiv ausgebeutet, versklavt, ermordet, häufig auch ihrer ursprünglichen Religionen durch christliche Missionarierung beraubt, außerdem kam es vielfach zu verschiedenen Formen von kultureller Aneignung. Die Rohstoffe und angebauten Produkte (z.B. Lebensmittel, Gold und andere Edelmetalle) waren ein hoher Anreiz für die Kolonialisten, die entsprechende Gebiete auszubeuten.
Es gibt auch heutzutage noch modernen Formen des Kolonialismus, z.B. der Stellvertreterkrieg, der zurzeit im Sudan herrscht.

Kulturelle Aneignung
Gemeint ist hier eine respektlose Aneignung von kulturellen Objekten, Praktiken oder Verhaltensweisen, die nicht aus der eigenen Kultur stammen, für eigene Zwecke – häufig auch zur Bereicherung, durch Kommerzialisierung. Beispiele hierfür sind verschiedene spirituelle Praktiken aus aller Welt, die im Westen populär wurden, z.B. Schamanismus, aber im Zuge der Aneignung aus ihren ursprünglichen kulturellen Zusammenhang gerissen wurden. Außerdem gibt es sogenannte geschlossene Traditionen, die für Außenstehende tabu sind (Beispiel dafür sind Hoodoo, die lateinamerikanische Brujeria-Tradition und das westafrikanische Vodún). Weitere Beispiele: exotische Karnevalskostüme oder Buddhafiguren, die rein als Dekoration dienen. In Diskursen ist teilweise umstritten, was als kulturelle Aneignung zählt und was nicht.

marginalisiert, Marginalisierung
Das kommt vom englischen Begriff „margin“ und bedeutet Rand. Es handelt sich um Menschen, die gewissermaßen am Rand der Gesellschaft leben, als Minderheit.
Hier eine Auflistung an möglichen Marginalisierungen, von A bis Z, die keinen Anspruch
auf Vollständigkeit erhebt:

Arme Menschen
Behinderte
Chronisch Kranke (z.B. psychische chronische Krankheiten wie Depressionen und Schizophrenie, Long Covid, ME/CFS, Migräne u.a.)
FLINTA* (das steht für Frauen, Lesben, Intergeschlechtliche, Nichtbinäre, Trans und Agender Menschen.)
Menschen mit Migrationshintergrund
Neurodivergente Menschen (z.B. ADHS, Autismus)
People of Colour, oft abgekürzt als Bi_PoC
Queere (LGBTIAQ*)
Religiöse Minderheiten
Roma, Sinti (bzw. gegendert als Sinti*zze und Rom*nja)
Wohnungslose Menschen

Mikro-Aggression
kleine, häufig subtile Formen von Abwertung, z.B. durch Anstarren, Stirnrunzeln, räumlich deutlich ausweichen (z.B. Straßenseite wechseln, in Öffis anderen Sitzplatz suchen) oder auch abwertende Bemerkungen.

Neurodivergenz
Eine Abweichung (Divergenz) von sogenannten neurotypischen Gehirnen – am bekanntesten sind Autismus, ADHS oder eine Kombination aus beidem, AuDHS. Aktivist*innen setzen sich dafür ein, dass Neurodiversität nicht als eine Störung betrachtet wird, sondern als Teil der menschlichen Vielfalt.
Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Neurodiversit%C3%A4t
In diesem Zusammenhang ist auch die Neurodiversitätsbewegung interessant.

Own Voice
Das beschreibt in der Kunst, Literatur, Filmen etc., dass die verfassende Person eigene direkte Lebenserfahrung mit einem Thema hat, z.B. ein schwuler Autor, der über schwule Figuren schreibt, eine behinderte Drehbuchautorin, die eine Figur mit ihrer Behinderung schreibt oder eine kunstschaffende neurodivergente Person, die sich künstlerisch mit ihrer Neurodivergenz auseinandersetzt. Dabei gilt zu beachten, dass der Hinweis auf Own Voices schwierig sein kann, z.B. wenn sich die betreffende Person dann gezwungen sähe, sich zu outen, dies aber aus persönlichen Gründen nicht möchte (siehe Coming-Out).

Patriarchat
Jahrhundertlang weltweit gewachsene Strukturen und Systeme, die auf der Dominanz und Macht von Männern basieren (das lateinische Wort bedeutet soviel wie: „Herrschaft der Väter“). Dies führt insgesamt gesehen zu zahlreichen strukturellen Problemen und schweren gesellschaftlichen Missständen, darunter Femizide und häusliche Gewalt, weniger Rechte für Frauen und FLINTA* in mehreren Ländern, bis hin zu Kriegen und schweren Kriegsverbrechen.
In heutigen Diskursen wird aber immer wieder deutlich gemacht, dass sogar Männer selbst unter dem Patriarchat leiden (siehe Fußnote 1)

Privilegien

Viele Menschen, die ein Teil der Mehrheitsgesellschaft sind, haben bestimmte Privilegien. Sie sind z.B. weiß, männlich, cisgender, heterosexuell, verdienen gut oder haben vielleicht viel Geld geerbt, eine gute Ausbildung oder ein Studium absolviert, sind able-bodied, grundsätzlich gesund, schlank, ihre Wohnsituation ist angenehm oder noch anderes. Marginalisierten Menschen fehlen solche Privilegien oder sie haben nur wenige. Wenn Menschen sagen, „Jeder ist seines Glückes Schmied“, vergessen sie häufig, dass man nicht alles durch harte Arbeit erreichen kann, wenn in der eigenen Lebenssituation viele der genannten oder noch andere Privilegien fehlen – man kann also eine schwierige Ausgangsbasis habt.
Der Spruch „Check your privileges“ soll Menschen, die sehr privilegiert sind, daran erinnern, dass sie gegenüber marginalisierten Menschen viele Vorteile haben.

Queer
Umfassender Begriff für alle Menschen, die nicht cisgender oder heterosexuell, bzw. dyageschlechtlich (2), romantisch (3) oder allosexuell (4) sind. Ursprünglich stand der Begriff im Englischen eher abwertend für „schräg“ oder „seltsam“, wurde aber von der LGBTIAQ*-Community zumindest in Teilen reclaimed. Einige Mitglieder der Community lehnen den Begriff allerdings ab. Andere argumentieren, dass dieser Begriff politisch ist.

Queerfeindlichkeit
Oft einfach als Homophobie bezeichnet, was allerdings der Diversität der queeren Community nicht ausreichend gerecht wird: Queerfeindlichkeit beschreibt diskriminierende Verhaltensweisen gegenüber queeren Leuten, von Mikroaggressionen bis hin zu Hassverbrechen.

Queerfeminismus (siehe → Feminimus)

Rassismus
Die Abwertung, Diskriminierung, Vorurteile gegen und Unterdrückung von Menschen, die nicht weiß sind (Bi_PoC) – meistens basierend auf der Hautfarbe und Ethnie. Dies ist über Jahrhunderte hinweg entstanden, z.B. durch Kolonialismus, bis hin zur Sklaverei. Es handelt sich um eine systemische und strukturelle Form der Unterdrückung. Übrigens gibt es keinen systemischen und strukturellen Rassismus gegen weiße Menschen. (Ja, auch manche weiße Menschen werden benachteiligt, aber es handelt sich nicht um systemischen oder strukturellen Rassismus.)

Repräsentation
Gemeint ist hier die Darstellung von marginalisierten Menschen (oder in der Phantastik auch Wesen) in der Kultur, z.B. in Filmen, Serien, Büchern, Theater, Games u.a. Durch eine authentische, gelungene Repräsentation können sich auf gleiche oder ähnliche Weise marginalisierte Menschen besonders gut mit den entsprechenden Figuren identifizieren und fühlen sich dadurch gesehen.
Entsprechende Repräsentationen können auch zu einem Empowerment beitragen und sich positiv auf das Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein auswirken. Sie können außerdem teilweise helfen, mit eigenen Bewältigungsschwierigkeiten, die durch die Marginalisierung entstehen, besser umgehen zu können oder eine andere Perspektive darauf zu erhalten.

Safe(r) Space
Ein Raum, in denen marginalisierte Menschen unter sich sind und den sie als sicher erleben. Solche Räume bieten Möglichkeit für Austausch und einige Menschen können sich dort auch leichter gegenüber anderen öffnen, da diese für sie aus eigener Lebenserfahrung heraus ein tieferes Verständnis aufbringen, als Nichtbetroffene. Safe(r) Spaces sind aber nicht automatisch sicher für alle, die dort sind, deshalb wird hier häufig von „safer“ statt dem bestimmteren „safe“ gesprochen. Die jeweilige Community muss aktiv, z.B. durch bestimmte Regeln, dafür sorgen, dass sich alle sicher fühlen können. Solche Räume können z.B. sein: queere oder migrantische Kultureinrichtungen, Meet-ups und Stammtische, Vereine oder noch andere.

Saneismus
Vorurteile, Diskriminierungen und Stigmatisierungen von Menschen mit chronischen oder akuten psychischen Erkrankungen (von englisch „sane“: psychisch gesund) oder aber basierend auf der Annahme, dass Betroffene psychisch krank seien, obwohl sie es nicht sind. Im Alltag häufig verwendete abwertend gemeinte Schimpfworte wie „wahnsinnig“ oder „schizophren“ zählen auch zum Saneismus.

Schwarz
stets großgeschriebene Eigenbezeichnung Schwarzer Menschen (nicht nur am Satzanfang, sondern auch mitten im Satz, als Adjektiv). Dazu ein Zitat von Amnesty International: „Schwarze Menschen ist eine Selbstbezeichnung und beschreibt eine von Rassismus betroffene gesellschaftliche Position. „Schwarz wird großgeschrieben, um zu verdeutlichen,dass es sich um ein konstruiertes Zuordnungsmuster handelt und keine reelle‘ Eigenschaft‘, die auf die Farbe der Haut zurückzuführen ist. So bedeutet Schwarz-Sein in diesem Kontext nicht, einer tatsächlichen oder angenommenen ‚ethnischen Gruppe‘ zugeordnet zu werden, sondern ist auch mit der gemeinsamen Rassismuserfahrung verbunden, auf eine bestimmte Art und Weise wahrgenommen zu werden.“  (Quelle: Jamie Schearer, Hadija Haruna, Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD), Über Schwarze Menschen in Deutschland berichten, Blogbeitrag, 2013)

Sexismus
Handlungen und Ansichten, die Menschen aufgrund ihres Geschlechts diskriminieren, herabwürdigen, beleidigen oder anderweitig schädigen. Häufig sind Frauen und FLINTA* hiervon betroffen. Einige Beispiele von Sexismus sind die Bevorzugung von Männer bei der Vergabe von Arbeitsstellen, Cat-Calling, herablassende Witze über Frauen.

SWERF
Die Abkürzung steht für „Sex Worker Excluding Radical Feminist“ – sich selbst als „Feminist*innen“ bezeichnende Leute, die sich nicht für die Rechte von Sex-Arbeiter*innen einsetzen und/oder diese ganz aus ihren Kreisen und ihrem Aktivismus ausschließen.

TERF
Die Abkürzung steht für „Trans Excluding Radical Feminist“ – selbsternannte Feminist*innen,
die trans Frauen und trans Männer, sowie häufig auch nichtbinäre Personen aus ihrem Aktivismus ausschließen. Nicht selten verhalten sich diese „Feminist*innen“ auch offen feindselig gegenüber trans und nichtbinären Personen.

Fußnoten:
(1) siehe z.B. diesen Beitrag von Rising Gaze: „Wie Männer unter dem Patriarchat leiden“
https://www.instagram.com/p/DPru2FFCIXn
bzw. ohne Instagram zu öffnen: https://imginn.com/p/DPru2FFCIXn/
(2) dyageschlechtlich: Das Gegenstück zu intergeschlechtlich
(3) als Gegenstück zu aromantischen Menschen
(4) allosexuell: Ein Gegenstück zu asexuell (wobei das ein Spektrum ist)

Weiterführende Literatur

Das Glossar des Queer Lexikons erläutert viele queere Begriffe:
https://queer-lexikon.net/lexikon/glossar/

„Vielfalt · Das andere Wörterbuch: 100 Wörter – 100 Menschen – 100 Beiträge“
(hrsg. von Sebastian Pertsch, Duden Verlag)
aus dem Jahr 2023
ISBN: 978-3-411-75601-8
https://shop.duden.de/Vielfalt/9783411756018

Der englischsprachige Essay, der den Begriff „Intersektionalität“ geprägt hat:
„Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination – Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics
von Kimberle Crenshaw
https://chicagounbound.uchicago.edu/cgi/viewcontent.cgi?article=1052&context=uclf

„Blind, taub, dumm: Wie Ableismus sich in unserer Sprache zeigt“
https://www.neuenarrative.de/magazin/wie-ableismus-sich-in-unserer-sprache-zeigt

Liebe Romantasy-Autor*innen, wir müssen reden

Lesezeit: ca. 3 Minuten (ohne die weiteren verlinkten Texte)

Was hypermaskuline Figuren und zierliche Protagonistinnen zu tun haben mit viralen Trends wie Looksmaxxing, SkinnyTok und wie sie mit modernem Faschismus und Rechtsextremismus verbunden sind.

Ich lese nicht viel Romantasy, aber ich sehe häufig Werbung dafür und in dem Zusammenhang auch Charakterportraits. Ich sehe auch immer mal wieder Videos von Buchblogger*innen, die Romantasy vorstellen. Und das, was ich da sehe und höre, macht mir Sorgen. Denn die Schönheitsideale, die da repräsentiert werden, gab es teilweise auch schon in den 1930ern im Faschismus.

Was meine ich damit? Hypermaskuline Figuren mit stark definierten Kiefern, „Hunter Eyes“ und Body-Building-mäßig trainierten muskulösen Körpern, die außerdem meistens sehr groß und kräftig sind. Der Trend Looksmaxxing lässt grüßen. Schaut euch Propagandabilder aus der NS-Zeit an. Schaut euch Bilder an aus den nationalsozialistischen Propagandafilmen von Leni Riefenstahl. Und dann vergleicht diese mal mit den Charakterportraits oder Beschreibungen der männlichen Figuren in der Romantasy.

Dem gegenüber stehen fast immer kleine, sehr zierliche, dünne Frauenfiguren, die buchstäblich schwach sind. Aber aus irgendwelchen unrealistischen Gründen können sie dann trotzdem oft kämpfen „wie ein Mann“. Hier sehe ich Parallelen zum aktuellen Schönheitsideal für Frauen, der auch in Richtung klein, petite, zierlich geht. Warum das eigentlich überhaupt nicht romantisch, sondern schlecht ist? Dazu habe ich einen Blogbeitrag geschrieben: „Wie das Patriarchat Frauen und FLINTA* Personen kontrolliert“ (Fußnote 1)

Im rechten Backlash der letzten Jahre wünschen sich offenbar viele, in der Realität oder in der Fiktion, traditionelle, aber überholte Rollenbilder zurück. Um es mal überspitzt zu formulieren: Der starke, kompetente Mann, der für die (kleine, schwache) Frau sorgt und sie auf Händen trägt.

Und da ist nun meine Frage an euch: Wollt ihr wirklich diese völlig überholten Rollenbilder in euren Romantasy-Geschichten repräsentieren? Hate to break it to you: Das ist nicht romantisch, und das ist auch nicht hot. Das ist ein konservatives oder auch faschistisches Ideal.

Hier ein Gegenvorschlag: Body-Diversity. Wie wäre es mit einem Helden, der nicht super durchtrainiert ist, und sich trotzdem mutig ins Abenteuer stürzt? Auch Kämpfe lassen sich anders bewältigen als durch reine Muskelkraft, z.B. mit Geschmeidigkeit und Beweglichkeit. Wie wäre es mit dem Love Interest, der ein weiches Kinn hat, statt eines harten Kiefers? Wie wäre es mit einem Protagonisten, der keine „Hunter Eyes“ hat, sondern einen anderen Augenausdruck? Wie wäre es mit einer Protagonistin, die so groß (oder fast so groß) wie ihr Love Interest ist, sodass sie sich buchstäblich auf Augenhöhe begegnen können? Wie wäre es mit einer Heldin, die nicht dünn und zierlich ist? Und wie wäre es grundsätzlich mit Figuren, die irgendeinen körperlichen „Makel“ haben, also nicht perfekt sind? Das kann alles mögliche sein. Eine Körperbehinderung. Muttermale oder Narben. Eine Kriegsverletzung, die nicht vollständig heilbar ist. Kreisrunder Haarausfall. Vielleicht fällt euch noch etwas anderes ein?

Denn mal ganz ehrlich: Perfektion ist langweilig. Vor allem, wenn die Helden und Heldinnen in sämtlichen Romantasy-Romanen alle als so perfekt beschrieben werden, dass sie völlig austauschbar wirken. Gönnt euren Figuren Body-Diversity. Das macht sie interessanter und unverwechselbarer.

Fußnote 1:
https://amalia-zeichnerin.net/wie-das-patriarchat-frauen-und-flinta-personen-kontrolliert/

Weiteres zum Lesen und Anschauen:

„The Necessity for Diversity: Beauty Standards in Novels“ by E Dunsmuir.
https://www.strikemagazines.com/blog-2-1/the-necessity-for-diversity-beauty-standards-in-novels

„Wie problematisch virale Schönheitsideale wirklich sind: Das steckt hinter #Skinnytok & Looksmaxxing“ von Nicole Hofmarcher
https://wienerin.at/lifestyle/skinnytok-looksmaxxing/

Doku: Gefährlicher Trend „Looksmaxxing“: Wie weit gehen junge Männer für Schönheit?

„Looksmaxxing: ein gefährlicher TikTok-Trend für unsichere junge Männer, aus toxischer Männlichkeit und Körperscham“ von Dr. Dirk Stemper

„Body Fascism: SkinnyTok, the Far Right, and Why You Think You Want to Be Thin. How diet culture, wellness aesthetics, and authoritarian politics collide — and what it’s costing women’s health, autonomy, and power“ by Bec Cameron
https://beccameron.substack.com/p/body-fascism-skinnytok-the-far-right

„How the far right is using thinness to radicalise women and teen girls – The far right has normalised much of its ideology within mainstream politics – and ‘body fascism’ is part of that“ by Lois Shearing https://www.opendemocracy.net/en/far-right-radicalise-thin-skinny-fat-shame-women-girls-social-media-tiktok

„Looksmaxxing, Mogging & the Sexual Market Place: the latest far-right manosphere subculture“ by Harper Cleves
https://www.solidarity.ie/2026/03/looksmaxxing-mogging-the-sexual-market-place-the-latest-far-right-manosphere-subculture

Dear Romantasy Authors, We Need To Talk


Reading time: ca. 3 minutes (without the further reading suggestions)

What hyper-masculine male characters and petite female protagonists have to do with viral trends like looksmaxxing, SkinnyTok and their connection to modern day fascism and right wing extremism.

I don’t read a lot of romantasy, but I often see promo content about it and also character portraits. I also see videos by book bloggers who present romantasy. And what I read and see makes me worry. Because the beauty standards which are presented have already been a thing in the 1930ies, in fascism.

What do I mean? Hyper-masculine characters with defined jawlines, „hunter eyes“ and extremely muscular bodies who are also mostly very tall and very strong. The trend „Looksmaxxing“ says hi.

Take a look at historical propaganda images from Nazi Germany. Take a look at propaganda film images of the films of Leni Riefenstahl. And then compare these with the descriptions of male characters in Romantasy novels, or with respective character portraits.

On the other side, there are almost always very small, tiny, petite female characters, which are literally weak on a physical level. Yet somehow, for no realistic reason, they often can fight „like a man“. I see parallels here to the recenty beauty ideal for women which gets promoted by SkinnyTok and such: very thin women. Why this is not romantic at all, but bad? I have written a blog post about this – sorry, only in German. But I have linked a couple of other articles about this topic down below, as further reading suggestions.

Following the right-wing backlash of recent years, apparently a lot of folks long for, in reality or in fiction, old role models to be brought back. To put it bluntly: The strong, competent man who takes care of the (weak, tiny) woman.

So my question to you is, do you really want to represent these old-fashioned and out-of-touch gender roles and beauty standards in your romantasy stories? Hate to break it to you: This isn’t romantic and it’s also not hot. It’s a conversative, right-wing, fascist ideal.

I have another suggestion for you: Body Diversity. How about a hero who is not super trained and brawny, yet still sets out for his adventure bravely? Battles and fights do not always need muscular strength, you can also use flexibility. How about the male love interest with a soft chin instead of a hard jaw line? How about a protagonist without „hunter eyes“, but a different expression to his eyes? How about a female main character who is as tall (or almost as tall) as her love interest, so that both can literally be on a par with each other? How about a heroine who isn’t petite and small. And how about characters who have some kind of physical „flaw“, so they are not perfect? This can be a range of this. A physical disability. Moles or scars. A battle wound which cannot be healed. Alopecia (loss of hair). Or maybe you have another idea?

Because to be honest, perfection is boring. Especially when all the heroes and heroines in all the romantasy novels are described as so perfectly looking, that they become completely interchangeable. Treat your characters with body diversity. This makes them more interesting and unmistakable.

Further Reading Suggestions:

„The Necessity for Diversity: Beauty Standards in Novels“ by E Dunsmuir.
https://www.strikemagazines.com/blog-2-1/the-necessity-for-diversity-beauty-standards-in-novels

„Body Fascism: SkinnyTok, the Far Right, and Why You Think You Want to Be Thin.
How diet culture, wellness aesthetics, and authoritarian politics collide — and what it’s costing women’s health, autonomy, and power“ by Bec Cameron
https://beccameron.substack.com/p/body-fascism-skinnytok-the-far-right

„How the far right is using thinness to radicalise women and teen girls – The far right has normalised much of its ideology within mainstream politics – and ‘body fascism’ is part of that“ by Lois Shearing
https://www.opendemocracy.net/en/far-right-radicalise-thin-skinny-fat-shame-women-girls-social-media-tiktok

„Looksmaxxing, Mogging & the Sexual Market Place: the latest far-right manosphere subculture“ by Harper Cleves
https://www.solidarity.ie/2026/03/looksmaxxing-mogging-the-sexual-market-place-the-latest-far-right-manosphere-subculture

Buchblogger*innen gesucht

Hast du grundsätzlich Interesse an Rezensionenexemplaren (als E-Book)?
Oder stellst du auch hin und wieder Bücher in deinem Blog vor, die du nicht selbst gelesen hast, aber vom Thema her interessant findest? Vielleicht findest du ein für dich passendes Buch bei mir.

Bei mir gibt es …

Ich biete Rezensionsexemplare als E-Book für alle meine Veröffentlichungen an, bis auf die Reihe „viktorianische Krimis mit Mrs und Mr Fox“.

Ich vergebe keine Frist, bis wann das Buch gelesen werden muss, aber es wäre schön, wenn ich nicht 6 Monate oder so warten muss. Bitte melde dich entsprechend nur, wenn du das Buch innerhalb eines halben Jahres lesen und rezensieren kannst.

Mein längstes Buch ist übrigens nur 362 Seiten lang, die meisten haben so um die 250 Seiten, oder etwas weniger oder etwas mehr. Es sind also keine langen Wälzer.

Bzw. falls du eines meiner Bücher vorstellen magst, sende ich dir gern entsprechende Bilder vom Buchcover, Klappentext und was im Buch enthalten ist als Stichworte.

Meine Veröffentlichungen findest du hier. Sie sind auf meiner Webseite nach Genres sortiert und dort gibt es auch jeweils Leseproben bei den Büchern und eine Übersichtsseite mit Inhaltswarnungen.

Wenn du Fragen oder Interesse hast, schreib mir gern eine E-Mail an amaliazeichnerin(at)gmx.de

Es ist mir übrigens egal, wie viele Follower du hast oder wie viele Leute deinen Blog regelmäßig lesen. Ich würde mich einfach über eine Zusammenarbeit mit Buchblogger*innen freuen.

Mein einziges No-Go: Ich lehne gen. KI in der Kunst ab. Wenn du in deinem Buchblog Bilder oder Videos, Musik etc. mit gen. KI verwendest, oder deine Text mit gen. KI schreibst, dann schreibe mich bitte nicht an.

Bestellaktion

Foto: Thought Catalogue, Unsplash

Ich bin auch in diesem Jahr nicht auf Messen oder Cons mit einem Stand. Ich lebe mit Existenzminimum und kann mir es nicht leisten, auf gut Glück Bücher für eine Veranstaltung drucken zu lassen, ohne zu wissen, ob sie alle verkauft werden. Darüber hinaus bin ich Risikopatient*in, was Covid betrifft und vermeide Großveranstaltungen.

Deshalb freue ich mich um so mehr, wenn Leute bei mir Taschenbücher bestellen, die ich gern signiere und dazu gibt es dann auch einige Goodies.

Also mache ich nun eine allgemeine Bestellaktion:
Sucht euch bei Interesse ein Buch von mir (oder auch mehrere) aus.
Meine Veröffentlichungen gibt es hier, nach Genres sortiert und mit
Leseproben: https://amalia-zeichnerin.net/veroeffentlichungen/
Viel Spaß beim Stöbern.

Das gewünschte Buch bestelle ich dann für euch, signiere es auf Wunsch und obendrauf gibt es wie gesagt noch einige Goodies, z.B. Sticker und Tee. Ihr bekommt das Buch als Warensendung per Post, mit einer Rechnung. Bitte erst nach Erhalt der Sendung zahlen, das ist mit Paypal oder Banküberweisung möglich.

Versandkosten:
Bei einem einzelnen Buch kostet der Versand 2,70 € (Porto für eine Warensendung),
bei mehreren Bücher versende ich ein DHL-Päckchen oder Paket (Preis für die Versandkosten auf Nachfrage).

Bitte schreibt mir eine E-Mail an amaliazeichnerin(at)gmx.de mit dem gewünschten
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haben möchtet oder nicht (und falls ja, mit welchem Namen von euch oder einer anderen Person, falls ihr das Buch verschenken möchtet).
Alternativ könnt ihr mir auch eine Nachricht in Social Media schreiben, hier im Linktree sind meine Profile zu finden.