Kleines Lexikon für Newbie-Autor*innen und alle, die es werden wollen

Lesedauer (ohne die verlinkten Blogbeiträge): 15 Minuten

A
Anthologie
Ein Buch, bei dem mehrere Autor*innen Texte eingesendet haben. Häufig handelt sich um Kurzgeschichten oder Essays, aber auch andere Textformen sind möglich, z.B. Gedichte.
Anthologie werden häufig, nicht immer von Verlagen ausgeschrieben, mit bestimmten Kriterien für das Thema und Bedingungen für die Einsendung (z.B. ein Zeichen- oder Wortlimit). Anthologien werden von einer oder mehreren Personen herausgegeben (siehe -> Herausgeber*in)

Auflage
Bezeichnung für eine Menge an Büchern, die von einem bestimmten Titel gedruckt werden.
In Kleinverlagen sind die Auflagen meistens deutlich niedriger als in Großverlagen.

B
Benefizanthologie
Anthologie, deren Erlöse für einen gemeinnützigen Zweck gespendet werden, häufig an eine oder mehrere entsprechende Organisation

Betalesen -> siehe Testlesen

Belletristik
umfasst Literatur, die fiktiv ist, also keine Memoiren, Biografien, Sachbücher und Fachliteratur im Bildungsbereich. Belletristik meint sowohl -> Genreliteratur als auch „ernsthafte Literatur“ (letztere mit hohem künstlerischen Anspruch).

Bookie
englischer Ausdruck für einen Mensch, der sich für Bücher begeistert, z.B. Leserin, Autory, Buchbloggende, Verleger, Buchhändlerin, Bibliothekar*in … Der Begriff hat sich auch im deutschsprachigen Raum eingebürgert.

Book Boyfriend/Girfriend/Friend Person

Das Phänomen, dass manche Figuren aus Büchern so attraktiv, knuffig oder allgemein liebenswert wirken, dass einige Lesende diese Figuren gern als Boyfriend, Girlfriend, Friend Person hätten, und sei es nur in ihren Tagträumen. In diesem Zusammenhang sei auch auf das Phänomen hingewiesen, dass sich manche Menschen in fiktive Figuren verlieben.
Dafür gibt es auch das Mikrolabel „Fiktosexualität“, was z.B. hier erklärt wird.

Bookstagram
Der Teil von Instagram, der sich mit Büchern beschäftigt. Wird gern als Hashtag verwendet, in Deutschland auch als #BookstagramDeutschland, #BookstagramGermany oder ähnlich.

BookTok
Der Teil von TikTok, der sich mit Büchern beschäftigt, vor allem entsprechende Buchblogger*innen. BookTok ist so populär geworden, dass auch der Buchmarkt Trends und Hypes von dort aufgreift.

BookTube
Der Teil von YouTube, der sich mit Büchern befasst, vor allem Buchbloggende, die dort aktiv sind.

Buchclub
Kleine oder größere Interessensgemeinschaft, die sich vor Ort oder online trifft, um über ein bestimmtes Buch zu sprechen, das vorher innerhalb eines vereinbarten Zeitraums (z.B. ein Monat) gelesen wurde. Einige Buchclubs sind dabei auf bestimmte Genres spezialisiert, auf Klassiker oder Gegenwartsliteratur mit hohem künstlerischem Anspruch.

Buchmesse
Größere und kleinere Veranstaltungen mit Autor*innen, Verlagen vor Ort, die dort Verkaufsstände und/oder Lesungen haben oder Workshops, Panels u.ä. halten. Auf den meisten Buchmessen können Stände gemietet werden. Die größten Buchmessen in Deutschland sind die Leipziger Buchmesse (im März) und die Frankfurter Buchmesse (im Oktober).

Buchsatz
Layout eines Buches, präzise Platzierung von Text und eventuellen Illustrationen bezogen.
Bei E-Books gibt es in der Regel etwas weniger Gestaltungsmöglichkeiten in diesem Bereich.

C
Coverdesign
Die Gestaltung eines Buchcovers. Viele Grafikdesigner*innen und Mediengestalter*innen haben sich auf Buchcover spezialisiert. Dabei kann unterschieden werden in ganz individuelle, maßgeschneiderte Designs und sogenannte „Premades“ – bei letzteren ist das Covermotiv schon vorgegeben und mehr oder weniger ausgestaltet, auch die Schriftarten von Titel, Untertitel (falls vorhanden) und Autor*in. Die Titel, Untertitel und Autor*innennamen werden dann individuell eingefügt. Teilweise gibt es auch bei Premades noch weitere Wahlmöglichkeiten.

Con, z.B. Phantastik-Convention oder Comic-Convention
Veranstaltung zu einem übergeordneten Thema, bei der auch teilweise Autor*innen und Verlage anwesend sind mit Ständen, Lesungen, Panels, Workshop. o.ä.

Content Notes -> siehe Inhaltswarnungen

Cozy (amerikanisches Englisch, im Britischen englisch „cosy“)
Bedeutet soviel wie gemütlich und hat sich für einige Subgenres etabliert, z.B. Cozy Krimis und Cozy Fantasy. In entsprechenden Geschichten steht für die Figuren nicht allzu viel Dramatisches auf dem Spiel. Z.B. findet in der Cozy Fantasy eher kein „Wir gegen den Rest der Welt/Wir müssen unsere ganze Welt retten“-Plot statt, stattdessen geht es um kleinere Probleme oder Konflikte. In Cozy Krimis ermitteln fast immer clevere Laien als Amateurdetektiv*innen (das wohl berühmteste Beispiel ist Agatha Christies „Miss Marple“) und häufig, nicht immer, sind sie etwas schrullig oder exzentrisch. Die entsprechenden Krimis sind oft humorvoll und bestechen durch viel Lokalkolorit, z.B. das Leben in einer Kleinstadt oder auf dem Land.

D
Drabble
sehr kurzer Prosatext, mit exakt 100 Worten

Druckkostenzuschussverlag
Kurz gesagt: Nicht illegal, aber unseriös. Bitte lasst euch nicht auf solche Verlage ein. Mehr dazu erfahrt ihr in diesem Blogbeitrag.

E
E-Book
Elektronisches Buch, bzw. eine Datei, die ein gesamtes Buch enthält. Es gibt teilweise Apps für Handy, mit denen sich E-Books lesen lassen, außerdem spezielle E-Book Reader, in Deutschland, z.B. von Tolino und Kindle (Amazon). Ein übliches E-Book-Dateiformat ist epub.

Exposé
Vorstellung eines Romans, zur Einreichung bei Verlagen oder Literaturagenturen: Mit dem Pitch oder einem Entwurf für den Klappentext, Genre, Zielgruppe (z.B. „für Fans von …“), einer Kurzvorstellung der wichtigsten Figuren (auch Antagonist*innen, sofern vorhanden) und dem gesamten Handlungsverlauf, auch dem Ende/der Auflösung (z.B. im Krimi oder Thriller).
Einen guten Überblick über eine gelungene Gestaltung eines Exposés gibt es z.B. bei der Autorin Sandra Florean:
https://sandraflorean-autorin.blogspot.com/2014/03/das-expose-so-hab-ich-es-gemacht.html

F
Fanfiction
Im Gegensatz zu Originalfiktion befasst sich Fanfiction mit bereits existierenden Figuren, Welten und Handlungsmustern aus schon existierenden Werken. Das können Klassiker der Weltliteratur ebenso sein wie moderne Literatur, Games, Filme, Serien, Comics, Graphic Novels, Mangas, Animés und noch mehr. Fanfiction darf nicht kommerziell verbreitet werden, das würde gegen das Urheberrecht verstoßen. Eine der größten Fanfiction-Plattformen ist das aus meiner Sicht empfehlenswerte unabhängige Archive Of Our Own. Hier gibt es Millionen Fanfictions in verschiedenen Sprachen (wobei Englisch am häufigsten verwendet wird). Manchmal verwandeln Autor*innen Fanfictions in Originalfiktion, z.B. um diese kommerziell nutzen zu können. Einige Beispiele: „Fifty Shades of Grey“ von E. L. James war ursprünglich eine Fanfiction zur „Twilight“-Reihe von Stephenie Meyer, „Alchemised“ von SenLinYu beruht auf einer düsteren Fanfiction zur „Harry Potter“-Reihe von J. K. Rowling.
Eine Variante der Fanfiction ist „Alternative Universe“ (Abkürzung: AU). Das bedeutet, dass entscheidende Dinge oder auch Details aus dem Originalwerk verändert werden. Hier einige Beispiele: übernatürliche Figuren werden zu Menschen oder umgekehrt, das Genre wird verändert, die Figuren werden in ein völlig anderes Setting versetzt, sind deutlich jünger oder älter, oder noch andere Änderungen.

Farbschnitt
Druckverfahren, bei dem drei Seiten eines Buches farbig bedruckt werden, meistens mit dekorativen Motiven, die zum Buchcovermotiv passen. In den letzten Jahren sind Farbschnitte vor allem in der -> Genreliteratur sehr beliebt geworden.

Fluff
umgangssprachlicher Ausdruck für Szenen, Handlungen oder Beschreibungen, die zwar wenig oder gar nichts zur Handlung beitragen, aber eine angenehme, gemütliche, entspannende oder ruhige Atmosphäre kreieren. In sehr actionreichen Geschichten mit schnellen -> Pacing, können Fluff-Szenen den Figuren (und auch den Leser*innen) helfen,
ein bisschen „herunterzukommen“, bzw. eine Verschnaufpause zu haben, bevor es wieder mitten in die Action geht. Fluff ist ansonsten insbesondere beliebt in -> wholesome und -> cozy Geschichten.

G
Generative KI (abgekürzt meistens gen. KI)
Mit gen. KI können ganze Texte, Bilder, Videos und Musik erstellt werden, oft in kürzester Zeit. In buchigen Diskursen ist der Einsatz von gen KI umstritten. Einige Autor*innen lehnen diese strikt ab für ihre Texte, haben aber keine Probleme damit, Social-Media-Beiträge, Charakterkarten oder auch Buchcover mit gen KI zu erstellen. Meine Meinung dazu: Das ist gegenüber Illustrator*innen und Buchcoverdesigner*innen, die ohne KI arbeiten, nicht fair. Zwei Blogbeiträge von mir zum Thema.
„No to AI: Warum KI nichts der Kunst verloren haben sollte“
„Alternativen zu KI generierten Bildern“

Genre
umschreibt die grundlegende Art einer Geschichte, einer Novelle, eines Romans, bezogen auf typische Themen. Besonders bekannte Genres sind -> Phantastik, Romance, Krimis, Thriller. Zu jedem Genre gibt es -> Subgenres, die das Buch noch näher eingrenzen können, z.B. High Fantasy, Romantic Thriller.

Großverlag
Auch Publikumsverlag genannt. Großverlage sind die großen Player auf dem Buchmarkt, mit hohen Auflagen, Bestseller-Autor*innen und oft auch höheren Werbebudgets. Ohne eine -> Literaturagentur kommt man als unbekannte*r Autor*in kaum in einen solchen Verlag hinein.

H
Herausgeber*in
Person, die Einsendungen für eine Anthologie sichtet, liest und teilweise auch lektoriert.

Hybridautor*in
Autor*innen, die sowohl im Selfpublishing als auch in Verlagen veröffentlichen

I
Illustration
Bild, das etwas in einem Buch veranschaulicht, z.B. eine Figur, einen technischen Gegenstand oder eine Szene. In einigen Genres sind Illustrationen auch als Titelmotiv beliebt.

Impressum
rechtlich vorgeschriebene Nennung der Adresse eines Verlags oder von Autor*innen.
Das Impressum wird auf deren Webseiten und in Büchern genannt.

Inhaltswarnungen (auch bekannt als Triggerwarnungen oder Content Notes, Content Warnings)
Auflistung an Dingen, die potenzielle Trigger für manche Menschen darstellen können.
In diesem Blogbeitrag habe ich mehr darüber geschrieben.

J

K
Klappentext
Gewissermaßen das Etikett zum Buch, das neugierig auf den Inhalt machen soll und
eine kleine Inhaltsangabe bietet – die natürlich nicht wichtige Punkte der Handlung spoilern sollte.

Kleinverlag
Unabhängiger Verlag mit wenig Mitarbeiter*innen, teilweise auch als Kleinstverlag. Kleinverlage sind häufig sehr spezialisiert auf wenige Buchformen bzw. Genres.

Korrektorat
Im Korrektorat werden Rechtschreib-, Grammatik- und Zeichensetzungsfehler korrigiert, teilweise auch Schwächen im Sprachstil. Nicht zu verwechseln mit dem -> Lektorat.

Kontinuitätsfehler (auch Anschlussfehler genannt)
Beispiel für einen solchen Fehler: In der ersten Szene hält die Protagonistin einer Tasse Tee in der Hand, kurz darauf aber einen Becher Kaffee (ohne eine logische Erklärung, wie es zu diesem Wechsel kam)

L
Leseprobe
längerer Auszug aus einem Buch, häufig zu Werbezwecken. Meistens werden dafür die ersten paar Seiten oder ein Prolog und das erste Kapitel verwendet.

Lektorat
Professionelle Bearbeitung eines Manuskript, mit Hinblick auf Schreibstil, eventuelle Logik- oder -> Kontinuitätsfehler, Charakterentwicklung, -> Spannungsbogen, -> Pacing und noch weitere Kriterien.
Lektor*innen machen entsprechende Vorschläge und Anmerkungen in intensiver Zusammenarbeit mit den Autor*innen, teilweise auch mit dem Verlag.
Lektor*innen arbeiten meistens freiberuflich, für Verlage und/oder Selfpublisher*innen.
Nicht zu verwechseln mit einem -> Korrektorat.

Lesung
(wird gelegentlich verwechselt mit dem Begriff „Vorlesung“. Bei dieser handelt es sich allerdings um Unterricht an einer Hochschule, Uni. etc.)

Literaturagentur
Literaturagenturen vermitteln Manuskripte an (Groß-)Verlage. Bei erfolgreicher Vermittlung
bekommt die Agentur eine Provision. Autor*innen müssen sich mit ihren Werken bei Agenturen bewerben und häufig werden nur wenig angenommen. Wer sein Manuskript bei einem -> Kleinverlag unterbringen möchte, kann das in der Regel selbst machen, ohne eine
Literaturagentur.

Literaturfestival
Im Gegensatz zu einer -> Buchmesse kann sich nicht jeder Verlag oder jede*r Autor*in
für solch eine Veranstaltung bewerben, stattdessen haben Literaturfestival meistens ein übergeordnetes Thema und laden gezielt Autor*innen und/oder Verlage ein, die dazu passen.

M
Manuskript
Der Text eines noch unveröffentlichten Buches, handgeschrieben oder am Computer/Laptop getippt als Textdatei.

Marketing
Werbemaßnahmen für Bücher, Verlage und Autor*innen, teilweise auch schon längerer Zeit vor der Veröffentlichung, z.B. für Vorbestellaktionen und Vorabrezensionsexemplare (im Englischen heißen diese ARC – advanced reader copy)

Microfiction
sehr kurze Geschichte, oft nur wenige Sätze lang

N
New Adult
Geschichten mit Protagonist*innen und Nebenfiguren, die ca. 18 bis 30 Jahre alt sind.
Häufig drehen sich diese Geschichten um die erste oder zweite Liebe, von zu Hause ausziehen, Studium, Ausbildung, erste Berufserfahrungen und weiteres aus dem Alltag
dieser Altersgruppe. New Adult gibt es in mehreren Genres, z.B. auch Romance, Phantastik oder Thriller. Siehe auch -> Young Adult.

Normseite
Eine formatierte Textdatei-Seite mit 30 Zeilen á 60 Zeichen, also 1800 Zeichen. Teilweise gelten aber auch andere Zeichenlimits pro Seite, z.B. 1500. Einige Verlage verlangen bei Manuskripteinsendungen eine durchgehende Formatierung in Normseiten. Bitte beachtet die entsprechenden Kriterien, bevor ihr etwas bei einem Verlag einreicht. Hier könnt ihr eine Vorlage für eine Normseite gratis herunterladen.

Novelle
Literaturwissenschaftlich gesehen, lassen sich Novellen (Prosatexte von kurzer oder mittlerer Länge) oft nicht klar abgrenzen von Kurzromanen, siehe z.B. https://de.wikipedia.org/wiki/Novelle

O
Own Voice
Autor*in, die mit dem, über das sie schreibt, eigene Lebenserfahrung hat. Zum Beispiel ein behinderter Autor, der eine Figur mit seiner Behinderung schreibt, eine queere Person, die queere Figuren schreibt. Weitere typische Own Voices Themen sind Bi_PoC (Black, Indigenous, People of Colour), Neurodiversität, religiöse und ethnische Minderheiten, chronische Erkrankungen, Mental Health oder auch Subkulturen.


P
Pacing
Das Erzähltempo einer Geschichte. Im Allgemeinen wird z.B. dazu geraten temporeiche, actionlastige Szenen auch sprachlich „schnell“ zu gestalten, z.B. durch kurze oder verknappte Sätze, während ruhige Szenen auch ruhig bzw. langsam gestaltet werden können. Einige Autor*innen neigen zu einem sehr ausführlichen Stil, z.B. mit vielen Beschreibungen, oder Füllerszenen und viel „Fluff“. Das passt nicht gut für jede Szene oder jedes Genre und kann langatmig wirken.


Phantastik
Überbegriff für alle Genres mit übernatürlichen oder hochfiktiven Elementen, z.B. Magie, übernatürliche Wesen, Außerirdischen oder Techniken und Technologien, die in der Realität in dieser Form nicht existieren. Zu den Genres zählen alle Formen von Fantasy, Science-Fiction, Dystopien, Utopien, verschiedene -punk Genres (z.B. Solarpunk, Hopepunk, Cyberpunk, Steampunk) sowie Horror.

Pitch
Eine sehr kurze, möglichst prägnante Vorstellung des eigenen schriftstellerischen Projekts, typischerweise in einem bis zwei Sätzen. Ein Beispiel, was ich meine: Meinen Roman „Berlingtons Geisterjäger 2 – Mördernächte“ umschreibe ich gern als „Jack the Ripper meets Fantasy meets Steampunk“.
Variante: Der Elevator-Pitch
Stell dir vor, du machst eine Fahrt mit einem Aufzug (englisch: elevator) und hast nur 5 Minuten Zeit, dein schriftstellerisches Projekt vorzustellen. Wie würdest du es dann beschreiben?


Printing-on-demand
Drucken nach Nachfrage. Es gibt mehrere Anbieter für diese Dienstleistung. Dabei wird keine größere -> Auflage gedruckt, sondern immer nur, wenn Bedarf ist, z.B. durch aktuelle Buchbestellungen. Auf diese Weise können Selfpublishing-Autor*innen verhindern, dass sie auf den Kosten von vielen gedruckten Büchern sitzenbleiben, falls nicht alle verkauft werden können.

Pseudonym (geschlossen und offen)
auch bekannt als Künstlername. Bei einem geschlossenen Pseudonym geben die Autor*innen nicht preis, wie ihr eigentlicher Name ist, bei einem offenen Pseudonym durchaus. Es gibt verschiedene Gründe, ein Pseudonym zu verwenden. Eine Person, die im öffentlichen Dienst arbeitet und nebenbei Erotik veröffentlicht, möchte vielleicht vermeiden, dass Kolleg*innen oder Kundschaft von diesen Büchern erfahren.
Manche Autor*innen schreiben verschiedene Genres und wählen für jedes Genre zur gezielteren Vermarktung ein eigenes Pseudonym.

Q
Queere Literatur
Es ist in der Buchbubble umstritten, ob queere Literatur ein eigenes Genre darstellt oder nicht (mit zahlreichen Subgenres, z.B. Phantastik, Krimis, Romance, Thriller…). Ebenfalls
umstritten ist, was queere Literatur – wenn man sie denn als eigenes Genre betrachten will – beinhalten muss. Reichen queere Figuren? Casual Queerness? Muss es um eine queere Beziehung gehen? Und was ist mit dem Worldbuilding und der Sprache? Zu all diesen Fragen gibt es unterschiedliche Ansichten.

R
Rezension
(wird gern verwechselt mit Rezession)
Bewertung eines Buches in Textform. Dabei gehen die Rezensent*innen auf beliebig viele oder wenige Punkte ein, die ihnen wichtig sind. Sie beschreiben, wie ihnen das Buch gefallen hat. Typische Punkte hierbei sind die Figuren, die Charakterentwicklung, die Spannung, die Atmosphäre, Beschreibungen, das Hervorrufen von Emotionen beim Lesen oder noch anderes.

Romantasy
Zusammengesetzter Begriff aus Fantasy und Romance. Romantasy ist in den letzten paar Jahren zunehmend beliebt. Es handelt sich um ein Subgenre, bei dem eine oder mehrere romantische Beziehungen zwischen den Figuren eine entscheidende Rolle für die Handlung spielen. Im Gegensatz dazu gibt es Romantic Fantasy oder Romance Fantasy: In entsprechenden Bücher gibt es zwar ebenfalls romantische Beziehungen, aber „nur“ als Nebenhandlung, die für die Haupthandlung weniger entscheidend ist.

S
Schreibprogramm
Abseits von Textprogrammen wie MS Word oder Libre Office gibt es einige Softwares speziell für Autor*innen, z.B. Papyrus und Scrivener. Deren Funktionsumfang und Preise können sich stark unterscheiden, daher lohnt es sich, Erfahrungsberichte und Reviews zu lesen, bevor man sich für ein Schreibprogramm entscheidet.

Selfpublishing
Das Selbstverlegen von Bücher, mit einem eigenen Verlag oder ohne. Im Selfpublishing
übernehmen Autor*innen vieles selbst, auch die Werbung, oder beauftragen Dienstleistende damit. Viele Tipps für Selfpublisher*innen gibt es z.B. in der Selfpublishing-Bibel.
Selfpublishingbücher können z.B. auf der Plattform Indiependables gesucht und auch eingetragen werden (kostenlos und ohne Registrierung).

Sensitivity Reading
Hier habe ich einen Blogbeitrag über dieses Thema geschrieben.

Social Media
Für Autor*innen bieten Social Media die Möglichkeit, sich mit anderen Autor*innen, Buchbloggenden und Verlagen zu vernetzen, den Arbeitsalltag als Autor*in zu zeigen und eigene (oder auch andere) Bücher zu bewerben. Es gibt mehrere kommerziell ausgerichtete Social Media mit Algorithmen: Facebook, Instagram, TikTok, YouTube, Threads, Bluesky sowie das unabhängige, unkommerzielle Fediverse, über das ich einen Blogbeitrag geschrieben habe.

Spannungsbogen
beschreibt, wie sehr sich die Spannung in einer Geschichte steigert, idealerweise in einem Bogen von niedriger zu hoher Spannung und danach am Ende wieder abfallend.

Spoiler
Häufiges Problem in -> Rezensionen, wenn Rezensent*innen die gesamte Handlung eines Buches wiedergeben. Spoiler verraten wichtige Teile der Handlung, häufig auch das Ende, oder unerwartete Plotttwist. Tipp dazu: Bitte macht das nicht.

Subgenre siehe -> Genre

T
Testlesen
Testlesen wird teilweise auch Betalesen genannt. Testlesende lesen ein Manuskript vor der Veröffentlichungen, schreiben Anmerkungen (z.B. für Verbesserungsvorschläge) oder zumindest ihren allgemeinen Eindruck von der Geschichte. Testlesende sind häufig keine Profis in Sachen Textarbeit. Es gibt aber auch Autor*innen, die für andere Autor*innen testlesen. Im Gegensatz zu Lektor*innen werden Testlesende in der Regel nicht bezahlt, stattdessen sind kleine Dankeschöns teilweise üblich, z.B. ein Exemplar des später veröffentlichten Buches, Goodies oder noch etwas anderes.

Textschnipsel
kurzes, prägnantes Zitat aus einem Buch, das meistens der Buchwerbung dient. Textschnipsel sind kürzer als -> Leseproben und eignen sich z.B. für Content/Inhalte auf -> Bookstagram oder -> BookTok.

Trope (englischer Begriff)
beliebte, häufig verwendete Handlungsmuster, z.B. „enemies to lovers“, „forced proximity“, „found family“, „grumpy vs. sunshine“ und noch viele andere. Besonders oft vertreten in Romance und ihren Subgenres, aber es gibt auch noch viele Tropes in anderen Genres.
Die Tropes werden meistens auf englisch genannt und dienen auch dem -> Marketing.

U
Unterhaltungsliteratur
Damit ist in der Regel -> Genreliteratur gemeint. In der Literaturkritik wird häufig noch unterschieden in Unterhaltungs- und „ernste Literatur“ (Literatur, mit hohem künstlerischem Anspruch, allerdings ist diese Unterteilung umstritten, da es auch z.B. Phantastik mit einem hohen künstlerischen Anspruch gibt.

Urheberrecht
Das ist ein komplexes Thema, das ich nicht in diesem kleinen Lexikon umfassend darstellen kann. Ich kann aber diesen Beitrag dazu empfehlen, der auch Verwertungsrechte und Copyright erläutert, speziell für Autor*innen.
https://textgefaehrtin.de/deutsches-urheberrecht-fuer-autoren/

V
Verlag
Verlage verlegen Bücher, siehe auch -> Kleinverlag, -> Druckkostenzuschussverlag
-> Großverlag

W
Warnhinweise
Worauf Autor*innen achten sollten, darüber habe ich hier einen Blogbeitrag geschrieben, auch mit einigen Warnungen: https://amalia-zeichnerin.net/warnhinweise-und-weitere-tipps-fuer-autorinnen/

Werbung -> siehe Marketing

X
Y
Young Adult
Die Protagonist*innen und eventuelle weitere Nebenfiguren in Young Adult Büchern sind üblicherweise ca. 14 bis 18 Jahre alt. Entsprechende Geschichten drehen sich häufig um die Themen Schule und Schulabschluss, Freundschaften, erste Liebe, bei queeren Bücher oft auch Coming Outs. Wie -> New Adult gibt es hier mehrere Genres, wie Phantastik und Romance

Z

Begriffe rund um die schriftstellerische Tätigkeit, für Newbies erklärt

Ich werde diesen Post gelegentlich updaten, wenn mir weitere Begriffe einfallen, die ich hier aufführen möchte.

Achillean Romance
Liebesromane über Männer, die Männer lieben. Der Begriff gilt als inklusiver
als Gay Romance, vergleiche -> Sapphic Romance

Anthologie
Eine Sammlung an Kurzgeschichten oder anderen Textformen, die von verschiedenen Autor*innen verfasst wurden, zusammengefasst in einem Buch (oder einer Buchreihe)

Biografischer Roman
Eine teilweise fiktionalisierte Biografie

Blogtour
Aktion von -> Buchblogger*innen, typischerweise zur Veröffentlichung eines neuen Buches: Mehrere von ihnen sprechen sich untereinander ab, bzw. mit den betreffenden Autor*innen und gestalten einen Beitrag über das Buch, zu einem abgesprochenen Thema. So entstehen rund um ein Buch mehrere interessante Inhalte, die auf den verschiedenen Blogs und/oder in Social Media präsentiert werden.

Bookie, bookish, auch buchig
Umgangssprache: Ein*e Bookie ist eine Person, die Bücher liebt, sei es als Leser*in, Autor*in, Buchblogger*in oder noch anders. Eine deutsche Entsprechung ist „Buchmensch“. Bookish bezeichnet auf Englisch potenziell alles, was mit Büchern zu tun hat, und wird als Adjektiv verwendet, die deutsche Entsprechung ist „buchig“.

BookTok
Der Teil von TikTok, der sich mit Büchern beschäftigt, wird auch als Hashtag verwendet. Eine Entsprechung auf Instagram ist „Bookstagram“.
Das hat insofern Relevanz, weil seit einiger Zeit auch der deutschsprachige Buchmarkt
auf BookTok Trends reagiert und diese z.B. im Marketing mit einbezieht.

Buchblogger*innen
Viele Buchblogger*innen lesen gern und viel in ihrer Freizeit und bloggen darüber, z.B. machen sie Buchvorstellungen, nehmen Teil an -> Blogtouren, schreiben Rezensionen, einige interviewen auch Autor*innen, sie besuchen Buchmessen und Lesungen oder machen noch andere Dinge. Für viele ist dies ein Hobby, einige sehr reichweitenstarke Buchblogger*innen verdienen damit teilweise auch Geld (z.B. durch monetarisierte Videos auf YouTube)

Buchsatz
Das Layout eines Buches, bei dem der Text in die abschließende Form gebracht wird, wie sie später nach der Veröffentlichung in Printbüchern und E-Books zu sehen ist. Auch die Platzierung von Kapitelzierden, Grafiken oder Illustrationen wird in diesem Zusammenhang gemacht.

Coverrelease, Coverreveal
Das erste Zeigen eines neuen Buchcovers, z.B. in Social Media. Auf Instagram machen viele Autor*innen Buchcover-Flashmobs, mit der Unterstützung von Buchblogger*innen, anderen Autor*innen oder anderen ihrer Follower: Zu einer verabredeten Zeit bzw. Datum
zeigen alle das neue Buchcover, eventuell auch schon den Klappentext und weitere Informationen rund um das Buch.

Drabble
Kurzprosa mit genau 100 Worten

Druckkostenzuschussverlag
Finger weg, solche Verlage sind zwar nicht illegal, aber nicht seriös.
In diesem Blogbeitrag erfahrt ihr mehr darüber.

E
Fanfiction
Text beliebiger Länge (bis hin zu Romanlänge) über bekannte oder weniger bekannte
Figuren aus einem Buch, Film, Serie, Game oder ähnlich von anderen Autor*innen.
Entsprechende Texte gibt es unkommerziell in Fanfiction-Portalen. Einige Autor*innen
wandeln ihre Fanfictions um in -> Original-Fiktion, indem sie die Figuren und den Weltenbau
verändern. Bekanntes Beispiel dafür ist „Fifty Shades of Grey“ von E. L. James, das ursprünglich auf einer „Twilight“-Fanfiction basierte, oder in jüngerer Zeit „Alchemised“ von SenLinYu, das auf einer Fanfiction basierte, die teilweise in der Welt von „The Handmaid’s Tale“ und teilweise im „Harry Potter“-Universum angesiedelt war, mit einer Liebesgeschichte zwischen den Figuren Hermione und Draco.


G
Herausgeber*in
Person, die die Texte für eine -> Anthologie prüft und diese in einem Buch herausgibt.
I
J
Kleinverlag
Kleiner, unabhängiger Verlag, oft mit wenig Personal oder auch als Ein-Personen-Betrieb. Hier gibt es eine Liste mit deutschsprachigen Kleinverlagen (Der Link führt zu einem Google Doc)

Korrektorat
Korrekturlesende korrigieren Rechtschreib-, Zeichensetzungs- und Grammatikfehler, sowie teilweise auch Stilistisches. In manchen Fällen übernehmen Korrekturlesende auch ein Lektorat, wenn dies so abgesprochen wurde.

Lektorat
Lektor*innen prüfen Manuskripte hin auf Stil, Charakterentwicklung, Plotfehler- oder -Lücken, Weltenbau, Dialoge, Beschreibungen, Handlungsverlauf, Spannungsbogen und noch mehr. Nicht zu verwechseln mit einem -> Korrektorat.
In manchen Fällen übernehmen Lektor*innen auch ein Korrektorat, wenn dies so abgesprochen wurde.

Literaturagentur
Literaturagent*innen vermitteln die Arbeit von Autor*innen, in der Regel an Großverlage.
Umgekehrt gilt, dass für die Einreichung von Manuskripten bei Kleinverlagen eine Literaturagentur eher nicht notwendig ist.

Mikrofiktion
Eine sehr kurze Geschichte, kürzer als eine Kurzgeschichte

New Adult (abgekürzt NA)

Bücher, die sich vor allem um junge Erwachsene drehen (ca. 18 bis 30 Jahre). Der Übergang von Schule in Ausbildung oder Studium, Sex, Liebesbeziehungen, Arbeitswelt, Freundschaften sind häufige Themen. Aber es gibt auch Phantastik NA in zahlreichen Subgenres, sodass es hier eine ganze Vielfalt an Themen geben kann, auch in frei erfunden Fantasy- oder Science-Fiction Welten.

Normseite
Übliches Format für die Einreichung von Manuskripten.
Mehr dazu erfahrt ihr z.B. hier:
https://www.literaturcafe.de/normseite-dokumentvorlage-download/

Novelle
Eine literaturwissenschaftliche Erklärung dazu.
Oft sind die Grenzen zwischen Kurzromanen und Novellen fließend.

Original Fiktion
Geschichten, in denen alles von den Autor*innen erfunden worden ist, im Gegensatz zu -> Fanfiction.

Phantastik
Der Überbegriff für alle Genres mit übernatürlichen oder frei erfundenen Elementen, z.B. Fantasy, Science-Fiction, Dystopie, Utopie, Horror. Diese Genres haben zahlreiche weitere Subgenres, z.B. High Fantasy, Low Fantasy, Urban Fantasy, Romantasy, Space Opera, Space Western, Cyberpunk, Steampunk, Solarpunk, Hopepunk, Cosmic Horror, Schauerliteratur und noch viele weitere.

Plotbunny
Typischerweise eine neue Idee für einen Plot oder eine Geschichte, während man eigentlich
gerade an etwas anderem arbeitet. Manche Plotbunnys verlangen sehr viel Aufmerksamkeit. Ich rate dann gern dazu, sie sich kurz zu notieren, damit sie Ruhe geben.

Queere Literatur
An diesem Begriff scheiden sich die Geister. Manche Autor*innen sagen, „Queer“ sei kein Genre. Andere fragen sich, wie genau Queere Literatur denn definiert sei, wieviel Queerness muss enthalten sein? Andere Leute wiederum betrachten Bücher mit queeren Figuren, Romances, Themen wie Coming-out, erste Liebe, Erfahrungen mit Queerfeindlichkeit und noch mehr als eigenes Genre.

Romance
Hier gibt es bei den verschiedenen Formen von Liebesromanen verschiedene Abkürzungen, z.B. MM, FF, MF, MMF – das bezeichnet die Figurenkonstellationen, dabei steht M für Mann, F für Frau. WLW steht für Woman loving woman. Gay Romance steht im deutschsprachigen Raum für schwule Liebesromane, Queer Romance für andere Formen von Queerness.

Romantasy
Aktuell ein beliebtes Genre, sehr im Trend. Entsprechende Bücher verfügen über ein Fantasysetting, aber die entsprechende Liebesgeschichte steht eindeutig im Vordergrund und die Handlung würde ohne diese nicht funktionieren. Dem gegenüber steht Romantic Fantasy: Hier gibt es eine romantische Nebenhandlung (Subplot), die aber hypothetisch auch weggelassen werden könnte. In relativ vielen Fantasyromanen gibt es solche Subplots.

Sapphic Romance
Romances über Frauen, die Frauen lieben. Der Begriff gilt als inklusiver als Lesbian Romance, siehe zum Beispiel diesen Blogbeitrag.
Ein Pendant dazu ist -> Achillean Romance

Selfpublishing
Beim Selfpublishing übernehmen die Autor*innen das Verlegen ihrer Bücher selbst, was nicht bedeuten muss, dass sie dafür einen Verlag gründen. Entsprechend müssen die Autor*innen Dienstleistende beauftragen, Verschiedenes für sie zu übernehmen, falls sie dies nicht selbst machen können: Buchcover, Werbebanner, Lektorat, Korrektorat, Buchsatz, Erstellung eines E-Books und anderes. Es gibt verschiedene Anbieter für Selfpublishing, die auch den Vertrieb der Bücher übernehmen, z.B. Epubli, Tolino Media, Tredition und weitere. Bei den gratis Texten auf meiner Webseite habe ich einen Ratgeber zum Thema Selfpublishing, als herunterladbares PDF. Hier gibt es eine Liste mit einigen Dienstleistenden, z.B. Lektor*innen und Buchcoverdesigner*innen.
Tipps für Selfpublisher*innen bietet u.a. die „SelfpublisherBibel“.

Testleser*in (auch Betaleser*in)
Die ersten Leute, die ein Manuskript lesen und dazu Feedback geben. Nicht zu verwechseln mit einem -> Lektorat.

Unterhaltungsliteratur
Manche Leute lehnen eine Unterscheidung von Literatur in Unterhaltungs- und gehobene Literatur ab, weil die Übergänge fließend sein können. Allgemein gelten folgende Genregruppen als der Unterhaltungsliteratur zugehörig: Phantastik, Liebesromane, Krimis/Thriller, historische Romane.
V
Work in progress
auch abgekürzt als WIP: aktuelles Manuskript in Arbeit (kann aber auch pausiert sein), oder ein erster Entwurf bzw. eine Rohfassung, die noch nicht bearbeitet wurde

X
Young Adult (abgekürzt YA)
Bücher, die sich vor allem um jugendliche Figuren drehen, bis hin zu sehr jungen Erwachsenen (ca. 14 bis 18 Jahre). Schule, erste Liebe, (teilweise auch Sex), Freundschaften sind entsprechend häufige Themen. Aber es gibt auch Phantastik YA in zahlreichen Subgenres, sodass es hier eine ganze Vielfalt an Themen geben kann, auch in frei erfunden Fantasy- oder Science-Fiction Welten.
Z

#DiversityDienstag: Support für marginalisierte Autor_innen… die nicht preisverdächtige Literatur schreiben

Lesezeit: 1 Minute
In Social Media wird recht oft dazu aufgerufen, queere oder anderweitig margi­nalisierte Autorys zu unterstützen, z.B. indem man ihre Bücher kauft oder darauf hinweist. Aber die Bücher, die dann empfoh­len werden, sind praktisch immer dieselben von so ungefähr 5 bis 10 Autorys, zumindest habe ich das öfter so beobachtet.

Oftmals geht es um Bücher, die als besonders herausragend und lesenswert erachtet werden und/oder die für Preise nomi­niert wurden oder mit welchen ausgezeichnet wurden. Teilwei­se sind das auch englischsprachige Bücher oder Bücher aus großen Verlagen. Das ist natürlich einerseits sehr schön.

Andererseits entsteht für mich der Eindruck, als ob die Bücher marginalisierter Autor*innnen nur dann beachtenswert sind, wenn sie überdurchschnittlich gut sind.

Die eher durch­schnittlich schreibenden Autorys, zu denen ich ebenfalls zähle, kommen bei solchen Empfehlungen nicht oder kaum vor. Gleiches gilt oft auch für Kleinverlage und marginalisierte Selfpublisherinnen. Deshalb: Wenn ihr Autorys unterstützen wollt, auch solche, die vielleicht nicht preisverdächtig schreiben: Traut euch auch an Bücher aus Kleinverlagen und an welche von Selfpublisherinnen.

Das alles erinnert mich übrigens schmerzhaft an etwas, das so einigen marginalisierten Autor*innen bekannt vorkommen dürfte: marginalisierten Leuten, z.B. mit Behinderungen, wird oft schon von Kindheit an vermittelt, dass sie immer mehr als 100 % geben müssten, dass sie besonders viel leisten müssten, um von der Mehrheitsgesellschaft anerkannt zu werden.

Aber nicht jeder marginalisierte Autorin ist ein literarisches Genie, um es mal überspitzt zu formulieren, oder schreibt preisverdächtig. Und das hängt natürlich auch teilweise mit der eigenen Lebenssituation, aber auch dem Buchmarkt und den Produktionsbedingungen zusammen, bei der marginalisierte Autorinnen oft strukturell benachteiligt werden.

Anregungen zur Aktion „Buchmesse zu Hause“ für Autor*innen und Buchblogger*innen


Für Autor*innen und Buchblogger*innen, die nicht auf einer der großen Buchmessen sein können oder wollen.

Die Aktion dient dazu, dass sich Autor*innen, Leser*innen und Buchblogger*innen virtuell austauschen und die gemeinsame Liebe zu Büchern feiern können, auf eine angenehme und positive Weise. An diesem Wochenende ist entsprechend aus meiner Sicht weniger ein guter Zeitpunkt, um über alles Mögliche zu ranten/sich aufzuregen, was im Autor*innenleben oder auf dem Buchmarkt u.a. nicht „rund“ läuft. Diese Themen sind natürlich auch wichtig, aber kein Schwerpunkt dieser Aktion.

Für Autor*innen:
Nutzt im Zeitraum der jeweiligen Buchmesse den Hashtag #BuchmesseZuHause in Social Media
Anregungen:
Stellt euch vor
Stellt eure neuen oder alten Bücher vor
Berichtet über eure aktuellen oder zukünftigen Projekte
Stellt Fragen an eure Leserschaft
Was liebt ihr besonders an dem Genre/den Genres, das /die ihr schreibt?
Was ist das Besondere an eurem Buch/euren Büchern? Hat es ein Alleinstellungsmerkmal?
Was war die interessanteste, seltsamste oder lustigste Frage, die ihr mal bekommen habt, zum Beispiel in einem Interview oder auf einem Event?

Für Buchblogger*innen
Nutzt im Zeitraum der jeweiligen Buchmesse den Hashtag #BuchmesseZuHause in Social Media
Anregungen:
Stellt euch und euren Blog vor.
Welches Buch lest ihr gerade?
Welches hat euch zuletzt besonders gut gefallen?
Was ist das nächste Buch, das ihr lesen möchtet?
Habt ihr Lieblingsautorinnen? Und was gefällt euch besonders an ihren Büchern?
Was liebt ihr besonders an dem Genre/den Genres, das /die ihr lest?
Was ist etwas Besonderes an dem Buch, das ihr gerade lest?
Hand aufs Herz, wie hoch ist euer SuB (Stapel ungelesener Bücher), oder habt ihr aufgehört zu zählen?
Was war das interessanteste Erlebnis, das ihr mal im Zusammenhang mit einem Buch oder Autor*innen hattet?

Das sind nur einige Anregungen, die ihr verwenden könnt oder auch nicht. Ich wette, euch fällt noch viel mehr rund um Bücher ein, viel Spaß!