Bad Boys? Nicht bei mir.

(Oder: Warum ich keine Arschloch-Protagonist*innen schreibe.)

Vera vom YouTube Kanal Council of Geeks hat kürzlich eine sehr positive Video-Review über „Heated Rivalry“ gemacht und darin gesagt: „There are no assholes in this story.“ Damit meinte sie, dass es in Heated Rivalry keine Figuren gibt, die ihre Love Interests schlecht behandeln oder sich diesen gegenüber wie Arschlöcher aufführen – weder Ilya, noch Shane, noch Scott oder Kip, auch Svetlana und Rose nicht.

Daraufhin habe ich reflektiert, wie ich Romance schreibe. Und ich kann sagen, bei mir gibt es auch keine Bad Boys, keine Arschlöcher, die ihre Partner*innen (oder potenzielle Partner*innen) mies behandeln. Ich könnte an solch einem Verhalten nichts, aber auch gar nichts Romantisches entdecken.

Stattdessen erleben meine Protagonist*innen innere Konflikte: Dani aus „Hexen in Hamburg: Verliebt“ und Francis aus „Francis und das Gasthaus der Geister“ haben soziale Ängste, was sich auch auf ihr Liebesleben auswirkt.

Esteban aus „Die Rolle seines Lebens“ und „An seiner Seite“ hat Depressionen und muss damit für sich und auch für seinen Freund einen Umgang finden.

Andere meiner Hauptfiguren sehen sich mit äußeren Konflikten konfrontiert: Jay und Nicholas aus „Frei und doch verbunden“ kämpfen um ihr Überleben, als sie auf einer abgelegenen Insel stranden.

Leroy und Clay aus „Love & Crime 101“ haben einige Struggles, die mit ihrem beruflichen Umfeld zusammenhängen.

Die nichtbinäre Person Ashley aus „Regency Park“ hat einen Stalker am Hals – der nicht Ashleys Love Interest ist.

In „Ein göttliches Paar“ hat eine der Hauptfiguren Konflikte mit ihrem Vater.

Der Vampir Richard und der Engel Turiel aus „Blutige Flügel“ müssen sich gegen Dämonen und ein Vampirjägerduo zur Wehr setzen, gegen Richards Schöpfer, aber auch Turiels Vorgesetze aus dem Himmel.

Grundsätzlich schreibe ich Hauptfiguren, die einander unterstützen, füreinander da sind, die einfühlsam mit ihrem Love Interest umgehen. Figuren, die sich bei Problemen nicht gegenseitig an die Gurgel gehen, sondern sich zusammenraufen, um die Probleme gemeinsam zu lösen.

Entsprechend sind meine Romances eher wholesome und ein weiterer Punkt, der mir wichtig ist: Konsens ist sexy.

Das, was wir lieben und das, was wir fürchten…

Abbildungen: Pixabay

Neulich habe ich mir mal Gedanken darüber gemacht, warum Menschen eigentlich Geschichten lieben, und oft ganz bestimmte Arten von Geschichten. Nach einiger Überlegung ist mir dann aufgefallen, dass im Grunde fast alle Geschichten, wenn man es stark herunterbricht, in eine von zwei Kategorien fallen – die einen erzählen in erster Linie von all dem, nach dem wir uns sehnen oder was wir lieben, die anderen erzählen vor allem davon, was wir fürchten.
Sehnsucht und Liebe spielt natürlich eine Große Rolle bei Liebesromanen aller Art, aber auch bei Familiengeschichten sowie Kinder- und Jugendbüchern.
Furcht wiederum ist ein zentrales Element im Krimi, Thriller und im Horror-Genre. Außerdem gibt es dann noch jene Geschichten, in denen sich diese beiden so unterschiedlichen Gefühlswelten mischen, z.B. im Dark Romance Genre, im Romantic Thriller, in Genre-Crossovern oder auch im Gothic Horror, der meistens sowohl Gruselelemente als auch romantische Tendenzen enthält. Gerade in letzter Zeit werden Antiheld*innen immer beliebter und solche Geschichten bieten dem Leser oft ein Auf und Ab an ganz unterschiedlichen Emotionen.

Auch die Phantastik lässt sich im Grunde in diese beiden Kategorien einteilen – da gibt es die teilweise romantisch verklärte Fantasy, die oft an eine vergangene Epoche angelehnt ist und auf der anderen Seite zum Beispiel eher düstere Dark Fantasy, die häufig ebenfalls historische Vorbilder hat. Auch Science-Fiction ist oft entweder utopisch-optimistisch, oder aber eher dystopisch. Historische Romane orientieren sich nicht selten nostalgisch, z.B. historische Liebesromane, oder aber sie beschreiben ein eher düsteres Setting.

Natürlich heißt das alles nicht, dass nicht auch andere Gefühle in unterschiedlichen Geschichten angesprochen werden. Und auch der Verstand will ja unterhalten werden. So bieten gerade Krimis und Thriller oft jede Menge Rätsel und Möglichkeiten für den Leser, selbst im Geiste mit zu ermitteln. Aber wie gesagt, wenn man es stark herunterbricht, passen eigentlich alle so gut wie die meisten Geschichten in eine der beiden genannten Kategorien.

Ich selbst schreibe sowohl gern das eine als auch das andere, weil dies mehr Abwechslung bringt, oder ich schreibe Genremischungen, in denen beides vorkommt, z.B. die Buchreihe „Berlingtons Geisterjäger“.