Tipp für Autor*innen: Lest keine 1-Sterne-Rezensionen über eure Bücher

Lesezeit: ca. 3 Minuten

Um meinen Tipp zu erklären, muss ich ein bisschen weiter ausholen. Ich gehe davon aus, dass ihr eure Bücher nicht mit gen. KI geschrieben habt und dass sie vor der Veröffentlichung bereits durch mehrere Hände gegangen sind: Testlesende (bzw. Betalesende), Lektorat, Korrekturlesung… und von all diesen Leuten habt ihr Feedback erhalten und eure Bücher entsprechend bearbeitet. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung habt ihr also euer Bestes gegeben. Und dann habt ihr das Buch losgelassen, es sozusagen hinaus in die Welt getragen.

Und nun kommt ein großes Aber: Ihr habt keinen Einfluss darauf, ob Leser*innen, die euer Buch kaufen oder ausleihen, es mögen oder nicht. Es wird Menschen geben, die eure Bücher ganz schlecht finden oder sogar hassen. Und auch wenn es unglaublich klingt: Das ist okay, akzeptiert das. Nach meiner Erfahrung kann man es einfach nie allen Lesenden recht machen. Das ist ja auch kein Wunder, denn alle Bookies haben unterschiedliche Vorlieben, bisherige Leseerfahrungen, verschiedene Erwartungen an Bücher und das kann sich auch im Laufe der Zeit verändern. Ich habe schon mehrfach Bücher abgebrochen, und das geschah nur selten, weil ich sie ganz schlecht fand. Sie trafen einfach meinen persönlichen Geschmack nicht oder ich hatte etwas anderes erwartet.

Kommen wir zu den 1-Sterne-Rezensionen und warum ich dazu rate, sie nicht zu beachten. Negative Erfahrungen werden im Gehirn viel stärker abgespeichert als positive Erfahrungen, was auch evolutionäre Gründe hat, aber ich möchte jetzt hier keine Biologie 101-Stunde starten. Entsprechend werden euch negative Rezensionen viel mehr zusetzen, als positive euch erfreuen, um es mal überspitzt zu formulieren.

Ich habe früher oft die 1-Sterne-Rezensionen zu meinen Büchern gelesen. Bis ich festgestellt habe, wie unglaublich mich das herunterzieht. Es hat mich demotiviert und teilweise richtig fertiggemacht. Ich kam mindestens zwei Mal an einen Punkt, an dem ich alles hinwerfen und nie wieder ein Buch veröffentlichen wollte. Und das nur, weil einige Person sich an meinem Buch abgearbeitet hatten und in der Rezension lange Rants darüber verfasst hatten, wie schrecklich es doch sei. Während andere Lesende genau dieses Buch gern gelesen hatten oder es sogar sehr gut fanden.

Häufig zeigen negative Rezensionen vor allem eines: Dass der persönliche Geschmack der lesenden Person nicht getroffen wurde. Klar, es gibt auch negative Rezensionen mit konstruktiver Kritik, die einen als Autor*in weiterbringen könnte. Aber solche Rezensionen sind zumindest nach meiner Erfahrung eher selten. Bitte bedenkt auch: In erster Linie werden Rezensionen von Leser*innen für andere Leser*innen geschrieben – fragt Buchblogger*innen, wenn ihr mir nicht glaubt. Und nicht selten sind negative Rezensionen auch sehr kurz und wenig aussagekräftig. Oder auf einen Rezensionstext wird ganz verzichtet und stattdessen gibt es nur eine 1-Stern-Bewertung. Und dann gibt es leider auch noch die Fälle, in denen sehr negative Rezensionen häufig mit einem anonymen Nickname geschrieben werden, um bestimmten Autor*innen gezielt zu schaden. Ja, das gibt es leider wirklich, ich habe schon mehrfach von entsprechenden Fällen gehört.

Ihr müsst euch übrigens auch nicht mit jeder Meinung zu eurem Buch beschäftigen. Ihr seid kein Kummerkasten, in dem frustrierte Lesende ihren Frust über ein aus ihrer Sicht misslungenes Buch abladen können.

Und wenn ihr trotz allem wissen wollt, was in den negativen Rezensionen zu euren Büchern steht – fragt vielleicht eine befreundete Person, die etwas Abstand zum Thema hat, ob sie diese an eurer Stelle liest – ist konstruktive Kritik dabei, könnte eure befreundete Person sie euch mitteilen und über den Rest schweigen, um damit eure Nerven zu schonen.

Ich möchte diesen Beitrag mit einem Zitat beschließen, das ich immer wieder gern hervorhole: „Was sie rezensieren, ist nicht das, was ich geschrieben habe. Was sie rezensieren, ist ihre Erfahrung mit dem, was ich geschrieben habe.“
(Misha Magdalene)

Buchtipps zum International Asexuality Day (6. April)

Jedes Jahr am 6. April ist der International Asexuality Day und ich habe hier im Blogbeitrag passende Buchtipps, darunter auch einige eigene Bücher.

Ich selbst bin auf dem asexuellen Spektrum und ein weiteres meiner Mikrolabels ist Aegosexualität.

Eine Kurzgeschichte von mir mit einer asexuellen Märchenprinzessin ist erschienen in „Beweisstück A – eine a_sexuelle Anthologie“, herausgegeben von Carmilla DeWinter und Carmen Keßler. Das ist eine Benefizanthologie, die auch fortgesetzt wurde, mit „Beweisstück A – Neue Indizien: Eine ace und aro Anthologie“

Carmilla DeWinter hat auch das Sachbuch „Das asexuelle Spektrum – eine Erkundungstour“ veröffentlicht.

Empfehlen kann ich auch das Sachbuch „(und)sichtbar gemacht: Perspektiven auf Aromantik und Asexualität“ von Katharina Kroschel und Annika Baumgart. Beide bieten übrigens ace und aro Bildung und Aktivismus, sie sind online hier zu finden:
https://linktr.ee/ace_arovolution

Carmilla DeWinter hat auch mehrere Romane mit ace Figuren veröffentlicht, z.B. „Die A-Karte“ und „Albenbrut“ (in einer Neuausgabe erschienen als Sammelband im Dead Soft Verlag)

„Upside Down – Die Welt steht Kopf“ von N.R. Walker hat ebenfalls asexuelle Protagonisten und erscheint am 9. April in deutscher Übersetzung im Second Chances Verlag (hier zu sehen ist das Cover der englischspr. Originalausgabe)

Der aus meiner Sicht sehr lesenswerte New Adult Roman „Loveless“ von Alice Oseman erzählt von einer asexuellen, aromantischen Hauptfigur, die außerdem aegosexuell ist.

Bücher von mir mit asexuellen Protagonist*innen:

„Blutige Fügel“ (Urban Fantasy Roman mit Queer Romance)

Die Novelle „Ein Konzert für einen guten Zweck mit den Demonettes“ (Queer Rockstar Romance) – da stelle ich übrigens auch das Klischee von „Sex, Drugs and Rock’n’Roll“ auf den Kopf.

„Hexen in Hamburg: Verbrannt“ (Die Hexe Alannah und ihre Lebensgefährtin sind beide auf dem asexuellen Spektrum und homoromantisch). Dieser Roman ist übrigens auch ganz unabhängig von den anderen lesbar.

Tauschaktion: Charakterportrait gegen E-Book

Update am 8. April 2026:
Ich habe mittlerweile insgesamt 3 Charakterportraits gezeichnet und dafür von den Autor*innen E-Books erhalten. Bitte erfragt bei Interesse, ob ich freie Kapazitäten dafür habe. Bitte beachten: Diese Aktion richtet sich ab sofort ausschließlich an FLINTA*Autor*innen. (Frauen, Lesben, Intergeschlechtliche, Nichtbinäre, Trans, Agender Personen)

Der Beitrag:
Ich finde es traurig, dass viele Autor*innen Charakterportraits mit KI generieren. Auf der anderen Seite verstehe ich den Struggle, dass nicht alle es sich leisten können, Künstler*innen zu beauftragen, für sie ein solches Portrait zu malen oder zeichnen.

Deshalb die Tauschaktion.
Ich zeichne/male für dich kostenlos ein Charakterportrait für eine Figur von dir (bzw. maximal zwei Figuren) und erhalte dafür nach der Veröffentlichung ein E-Book-Exemplar des betreffenden Buches von dir. Auch möglich für bereits erschienene Bücher.

Du darfst das Portrait so verwenden, wie du magst – auch als Abbildung im Buch, gedruckt auf einer Postkarte oder noch anders.

Alle Genres willkommen bis auf: Jugend- und Kinderbücher, harter Horror, Dark Romance mit toxischen Beziehungen, die romantisiert werden.

Meine Portraits sind hier zu sehen:

https://www.deviantart.com/amalias-dream/gallery/84891131/portraits-of-all-kinds-portraits-aller-art

Angaben, die ich von dir benötige:

Soll das Portrait in schwarz-weiß oder in Farbe angefertigt werden?
Angaben zum Aussehen der Figur(en): Haarfarbe, Augenfarbe, Hautfarbe, Alter, Gesichtsausdruck, Kleidung
Gern auch die Figur etwas näher beschreiben: Wie ist sie so drauf?
Draufgängerisch? Eher schüchtern? Misstrauisch oder locker und offen? Rundum liebenswert oder ganz anders?
Sollen die Gesichter abgebildet werden oder auch der Oberkörper?
Hat die Figur besondere Accessoires, Gerätschaften, Symbole, ein Haustier, das mit aufs Bild soll?
Du kannst mir auch sagen, ob die Figur ein wenig Ähnlichkeit mit einer bekannten realen Person haben soll (z.B. eine Prominente oder eine bekannte historische Persönlichkeit, die nicht mehr lebt)

Ich arbeite mit traditionellen Mitteln, z.B. Bleistift, Buntstifte, Aquarellfarbe, Fineliner, immer im Format Din A4. Das Portrait bekommst du als digitale Datei, hochauflösend und groß (mit 300 dpi, das ist druckbar), außerdem als verkleinerte Webansicht mit 72 dpi.

Was ich bei dieser Aktion nicht zeichne/male:

Karikaturen, Comic- oder Manga-artige Zeichnungen.
Freizügige Kleidung ist okay, aber keine Nudity, auch keine sehr spicy Szenen
(Küsse sind okay)
Ich zeichne/male keine blutüberströmten oder stark verstümmelte Figuren.

Bitte beachten: Da dieses Angebot kostenlos ist und ich das in meiner Freizeit mache, kann ich das Portrait nicht zu einer bestimmten Frist fertigstellen.

Bei Interesse schreibe mir bitte eine E-Mail an amaliazeichnerin(at)gmx.de – erzähl mir etwas über dein Buch, deine Hauptfigur, oder schreibe mir den Klappentext. Falls sich mehrere Leute bei mir melden sollten,wähle ich aus.

Bookies, wir müssen reden

Lesezeit: ca. 2 Minuten
Ich blogge ungefähr seit 2020 über Diversität, Repräsentation in der Literatur, Inklusion und Queerfeminismus. Aber ich habe nur eine kleine Plattform mit geringer Reichweite. Und selbst wenn ich Leute erreiche, hat natürlich nicht jede Person Zeit und Lust, meine Blogbeiträge zu lesen.

Kürzlich las ich einen Beitrag von Levi Elliott, den ich sehr empfehlen kann, hier zu finden:
https://www.instagram.com/p/DV01ihPE8kd

Und ich selbst habe auch schon an anderer Stelle von diesen Anspruchshaltungen mancher Leser*innen gehört: Leute, die sich Bi_PoC Figuren als weiß vorstellen, weil das für sie bequemer sei. Neopronomen in einem Buch seien zu anstrengend und genderneutrale Sprache (oder Gendersternchen und vergleichbare Sonderzeichen) ebenso.

Da frage ich mich: Wenn solche Leser*innen schon mit entsprechenden fiktiven Figuren nicht zurechtkommen, wie gehen sie dann eigentlich im Alltag mit ihren marginalisierten Mitmenschen um?

Oder sind manche Leute mittlerweile von ChatGPT und Co. so sehr eine „Yes, man“-Haltung gewohnt, also eine ständige positive Bestätigung ihres Daseins, dass sie sich nicht mehr empathisch auf Lebenserfahrungen einlassen können oder wollen, die ihrer eigenen nicht entspricht?

Und dann der Anspruch, der Book Space solle doch bitte unpolitisch sein. Ich möchte euch gern etwas dazu sagen, das ich schon öfter angesprochen habe: Wer eine Community, einen Space, eine Subkultur oder eine andere Gruppierung „unpolitisch“ haben möchte, lädt damit praktisch rechtskonservative und rechtsextreme Leute ein. Und damit nicht genug, diese Leute bringen ihren rechtskonservativen und rechtsextreme Freundeskreis mit, während marginalisierte Leute erst an den Rand gedrängt werden und letztendlich aus der entsprechenden Community vertrieben werden, weil sie sich darin nicht (mehr) sicher fühlen können. Und das kann nicht in eurem Sinne sein, oder?

Ich lade euch ein, euch weiterzubilden. Das geht auch kostenlos. Hier gibt es von mir eine „Literaturliste rund um Diversität“, mit Artikel, Büchern, Podcasts und mehr. Viele, nicht alle, beziehen sich auf Literatur und richten sich an Autor*innen, aber es sind auch mehrere dabei, die allgemein auf die betreffenden Themen eingehen.

Auch in meinem Blog gibt es zahlreiche Artikel, alle ebenfalls kostenlos.
Bitte ins Suchfeld beim Blog Stichworte nach Wunsch eingeben, z.B. „Diversität“, „Repräsentation“, „Inklusion“, „Feminismus“, „Patriarchat“, „Ableismus“, „Rassismus“, „queer“, „Queerfeindlichkeit“ oder andere, die zu diesem Themenbereich passen.

Liebe und Romantik – „Frauensache“?

Lesezeit: ca. 6 Minuten

Anlässlich der Leipziger Buchmesse melden sich wieder Stimmen zu Wort, die die beliebten Genres Young Adult und New Adult Romance kategorisch als „Schund“ oder „minderwertige Literatur“ abwerten. Wir leben generell in einer Gesellschaft, in der Liebe und Romantik größtenteils als „Frauensache“ gilt. Gern wird alles, was damit zu tun hat, von Männern abgewertet: als Gefühlsduselei, als verweichlicht, als „nicht männlich“.

Das ist leider kein Wunder, denn vielen Männern wurde bereits in der Kindheit vermittelt, dass sie auf gar keinen Fall Gefühle oder Verhaltensweisen zeigen dürfen, die als „ typisch feminin“ gelten. Nichts wird von vielen Männern als schlimmer erachtet, als in irgendeiner Form feminin zu wirken. Man könnte sie ja für schwul halten (oder queer), und wo kämen wir denn dahin? Ja, das war sarkastisch.

Entsprechend wird auch in der Kunst alles in dieser Richtung häufig abgewertet, weil es als „nicht männlich“ wahrgenommen wird. Nicht nur YA und NA Romance, auch Erotikliteratur, häufig von Frauen für Frauen geschrieben, wird kategorisch von weißen, männlichen cis hetero Feuilletonjournalisten zum literarischem Müll erklärt (ich nenne jetzt mal keine Namen. If you know, you know.) Diese Literaturkritiker schreiben auch gern, Romantasy sei total seicht und nur etwas für die „Booktok Girlies“, die dann wiederum auch für ihre Vorlieben abgewertet werden. Dahinter steckt nicht selten eine Menge Misogynie, anstelle einer differenzierten Betrachtung des Genres.

Die Autorin Rebecca Humpert schrieb kürzlich in einer Story auf Instagram: „Man könnte ja vielleicht auch erwähnen, dass viele NA-Bücher female pleasure empowern und entabuisieren, anstatt Spice nur zu verteufeln“, und das sehe ich auch so – aber im deutschen Feuilleton ist diese Message vieler Bücher offenbar noch nicht angekommen.

Männliche Künstler, die sich mit Romantik und Liebe befassen, „dürfen“ das. Ihnen wird zugestanden, kreativ und künstlerisch mit Emotionen aller Art umzugehen. Sie werden dafür von anderen Männern (und Menschen anderer Gender) gefeiert – also z.B. Popstars, die über die große Liebe singen oder Schauspieler, die in einem Liebesfilm den romantic Lead oder den Love Interest spielen. Mehrere Liebesromane von Nicholas Sparks wurden zu Bestsellern.

Aber bei uns Normalsterblichen gilt oft noch immer: Romantik und Liebe sind Frauensache. Oder auch Sache der Queers. Überzeugt mich gern vom Gegenteil. Kennt ihr cis hetero Männer, die mit Begeisterung Liebesromane lesen? Oder sich mit Genuss eine Rom Com oder eine Weihnachtsromanze ansehen, und nicht nur, um ihrer Freundin zu gefallen?

Da alles politisch ist, ist auch das Private politisch. Auch Liebe ist politisch. An dieser Stelle möchte ich nicht das Fass aufmachen, dass Romantik und romantische Beziehungen in unserer Gesellschaft und Kultur stark überhöht werden, als das ultimativ erstrebenswerte Ziel, und dass dabei andere Lebensentwürfe, z.B. von aromantischen Menschen und Menschen auf dem a_sexuellen Spektrum, oft nicht mitgedacht werden. Dazu ließe sich ein eigener Blogbeitrag schreiben.

Mir geht es heute um etwas anderes. Auf der einen Seite gelten Liebe und Romantik als maximal erstrebenswert, auf der anderen Seite werden sie aber ständig abgewertet, weil im Patriarchat praktisch alles abgewertet und kleingeredet wird, was Frauen und Queers zugeordnet wird.

Dem gegenüber steht der im rechten Backlash der letzten Jahre wieder sehr verbreitete Mythos vom starken Mann, der über Kontrolle, Macht und Dominanz verfügt (die Mens Right Bewegung, Andrew Tate und die Incels lassen grüßen). Und ihr ahnt es schon, bei solchen angeblich „starken“ Männern ist keinerlei Platz für echte Liebe und Romantik. Denn diese Männer müssten sich ja dann mit „zarten“ Gefühlen oder zumindest kleinen Gefühlspflänzchen beschäftigen, diese hegen und pflegen, sie müssten auch emotional erreichbar sein für ihre Partner*innen.

Und das machen diese Männer natürlich nicht, denn das wäre nach ihrer Einschätzung „nicht männlich“. Stattdessen müssen ihre Partner*innen häufig die gesamte emotionale Arbeit in der Beziehung leisten (englisch: emotional labour), mitunter auch, um häusliche Gewalt zu verhindern.

Im christlichen Glauben gibt es die Nächstenliebe, die weder romantisch noch sexuell ist. Aber auch dafür ist bei diesen angeblich starken und dominanten Männern kein Platz (und ich rede hier von christlichen Nationalisten und Fundamentalisten, wie es sie so viele in den USA, aber nicht nur dort, gibt). Denn die einzige Liebe zu ihren Nächsten bezieht sich bei diesen Männern auf einen kleinen Kreis vertrauter Leute, z.B. der eigenen Familie und maximal noch der eigenen Kirchengemeinde. Ihre „Nächstenliebe“ erstreckt sich weder auf ihre andersgläubigen, immigrantischen Nachbar*innen, noch auf Queers oder andere marginalisierte Menschen.

Überall dort, wo sich Menschen solidarisch und menschlich verhalten (wie z.B. im friedlichen Kampf und Protest gegen die Behörde ICE in Minnesota und weiteren Orten in USA zu sehen), wo sie ihre Nachbar*innen unterstützen, zeigen sie eine Form der bedingungslosen Nächstenliebe. Das mag christlich motiviert oder auch nicht, und man muss das auch nicht unbedingt mit diesem Begriff bezeichnen, wenn man das nicht möchte, aber darauf läuft es hinaus.

Und das ist wichtig. Ich zucke immer zusammen, wenn Politiker*innen von Liebe sprechen (und ich meine hier nicht die „Liebe zum Vaterland“), weil ich es schlichtweg nicht gewohnt bin, dass dieser Begriff in politischen Zusammenhängen genannt wird. Aber bedingungslose Nächstenliebe, Solidarität und Menschlichkeit sind genau das, was wir in diesen Zeiten mehr denn je brauchen.

Was viele Männer dagegen von klein auf gelernt haben: Wut ist in Ordnung. Wut sei eine „männliche“ Emotion. Das lernen viele Männer auch in wettbewerbsorientierten Sportarten, oder im Beruf, wenn dort eine aggressive Ellenbogenmentalität herrscht. Aber Wut kann konstruktiv oder destruktiv sein. Und bei zu vielen Männer schlägt die Wut (oder manchmal auch unterdrückte Angst oder eine innere Unsicherheit, oder eine Kombination aus all dem) irgendwann um in Hass. Hass auf Frauen. Hass auf die Regierung. Hass auf die eigene Familie. Hass auf alle, die anders sind als sie selbst. Und zu häufig fallen sie dabei auf destruktive Narrative herein, von rechten oder rechtsextremen Parteien, die genau all das befeuern. Und dieser Hass bereitet den Boden für all die menschenfeindlichen -ismen, die es gibt, wie Rassismus und Sexismus, Ableismus, Misogynie und Queerfeindlichkeit.

Vielleicht sollten wir den Begriff Liebe einfach etwas mehr normalisieren. Speziell im Hinblick darauf, dass es eben nicht nur romantische Liebe gibt, sondern auch eine unromantische, unsexuelle Liebe zu seinen Mitmenschen. Und ich wäre sehr dafür, dass nicht nur Frauen, Queers und FLINTA* diesen Begriff normalisieren, sondern auch Männer.

Und das geht aus meiner Sicht nur, wenn wir Jungen und amab (assigned male at birth) Personen so erziehen, dass sie alle ihre Gefühle fühlen und ausdrücken können, ohne sich fürchten zu müssen, dass sie dann abgewertet oder ausgelacht werden. Und was die erwachsenen Männer betrifft: Fangt bitte an, in euch hineinzuhorchen, wenn ihr das noch nicht getan habt. In euch ist ein ganzer Schatz an vielseitigen Emotionen, und ihr dürft sie alle fühlen. Ihr dürft sie auch benennen und euch mit euren Partner*innen oder Freund*innen darüber austauschen. Und wenn ihr schon mal darüber nachgedacht habt, eine Therapie zu machen, auch das ist ein Weg, sich seinen Emotionen zu nähern und diese zu reflektieren.

Übrigens: Wusstet ihr, wie hoch die Suizidrate bei Männern im Vergleich zu Frauen ist? Sehr viel höher (Fußnote 1). Und einer der traurigen Gründe dafür ist, dass viele der betroffenen Männer ihre Gefühle wegsperren, unterdrücken, in sich hineinfressen oder ähnliches, sich niemandem anvertrauen, bis sie keinen anderen Ausweg mehr sehen.

Definitiv ein weiterer Grund, sich mit seinen Emotionen zu befassen.

Fußnote
(1) siehe z.B. diese Statistik:
https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/Tabellen/suizide.html


Weiteres:
Ein Reel von Interstellar Isabellar auf Instagram analysiert die Serie „Heated Rivalry“ und zeigt auf, wie politisch Liebe ist – und wie hier die zwei Protagonisten (über einen Zeitraum von mehreren Jahren!) lernen, mit ihrer Liebe umzugehen und füreinander da zu sein, aller Widrigkeiten zum Trotz. https://www.instagram.com/reel/DU8bBTtDfgf/

Ein empfehlenswertes Sachbuch:
„Boys don’t cry – Identität, Gefühl und Männlichkeit“ von Jack Urwin, auf Deutsch erschienen in der Edition Nautilus

Spendenaktion für Ärzte ohne Grenzen im Sudan

Mein Debüt, der Steampunk-Abenteuer Roman „Der Stern des Seth“ (Neuauflage von 2018) spielt zu einem großen Teil im Sudan, in der viktorianischen Ära. Bereits damals gab es dort einen realen Bürgerkrieg.

Und hier ein Zitat von der Webseite der Ärzte ohne Grenzen, die ich mit dieser Spendenaktion unterstützen möchte:

„Im Sudan spielt sich aktuell die größte humanitäre Katastrophe der Welt ab, so die Vereinten Nationen. Seit April 2023 bekriegen sich die Sudanese Armed Forces (SAF) und die Miliz Rapid Support Forces (RSF) und verursachen enormes Leid: Sie töten, vergewaltigen und attackieren Menschen, zerstören zivile Lebensgrundlagen und Infrastruktur und vertreiben Millionen Menschen.“

Die Spendenaktion, so geht’s:
Spende einen Beitrag deiner Wahl, bitte mindestens 5 €, an Ärzte ohne Grenzen:

https://www.aerzte-ohne-grenzen.de/unsere-arbeit/einsatzlaender/sudan

Sende mir einen Nachweis deiner Spende, auch die Summe (z.B. mit einen Screenshot) an amaliazeichnerin(at)gmx.de und schreibe mir, welches E-Book von mir du haben möchtest. Du erhältst es dann ebenfalls per E-Mail von mir, im Format epub (das ist für die meisten E-Book- Reader und E-Book-Apps geeignet).

Das kann „Der Stern des Seth“ sein, oder ein anderes, bereits erschienenes E-Book.

Alle meine Veröffentlichungen findest du hier, sie sind nach Genres sortiert und es gibt dort auch Leseproben.

Ausgenommen von dieser Aktion sind diese drei Bücher:
Post Mortem, In Vino Veritas, Memento Mori (viktorianische Krimis mit Mrs und Mr Fox)

Ich werde später auf der Unterseite Charity transparent machen, wie viel Spendengeld mit dieser Aktion zusammengekommen ist. Deine E-Mail-Adresse verwende ich nur für diese Aktion und gebe sie nicht an Dritte weiter.

Bin ich zu alt für Goth? Oder: Was mir mein Goth-Dasein bedeutet

Foto von Nick, Shinsane Photography

Ich bin Jahrgang 1978 und hatte als Teenager eine Phase, in der ich sehr viel Goth Musik gehört habe. Ich bin allerdings damals nicht in die Subkultur gekommen – auf dem Land in einem winzigen Dorf leben, ohne Internet, hat das damals erschwert. Außerdem hatte ich schon damals einen recht vielseitigen Musikgeschmack, ich habe nicht nur Goth Musik gehört, sondern auch noch andere Genres.

Fast forward rund 29 Jahre: Ich fange wieder an die Goth Musik von damals zu hören – und fühle mich instant wieder sehr angekommen, sehr zu Hause.

Dass ich dann als Babybat wieder in die Goth Subkultur geflogen und geblieben bin, das verdanke ich unter anderem dem Goth Shop Nyctophilia, der auch regelmäßig Veranstaltungen für die Community macht (über ihren monatlichen „Grufti-Treff“ habe ich hier berichtet).

Kürzlich las ich im Nyctophilia einen Beitrag aus dem Magazin Spontis zur Frage, ob mensch eigentlich irgendwann zu alt für Goth sei. Dazu gab es mehrere Meinungsbeiträge und ich selbst habe auch darüber nachgedacht. Aus oben genannten Gründen bin ich nicht schon seit 29 Jahren in der Szene unterwegs, sondern noch recht frisch dabei.

Die Subkultur war und ist immer auch eine Jugendkultur – allerdings eine, in der viele Mitglieder mittlerweile mittleren Alters oder älter sind, also so wie ich.

Im Gegensatz zu vielen Teens rebelliere ich mit meinem Gothdasein nicht gegen meine Eltern. Wogegen ich allerdings damit rebelliere, ist das konformistische, der Mainstream und die „Normies“. Normies, das ist ein Ausdruck aus der Subkultur für die „normalen Leute“. (Lassen wir heute mal die Frage beiseite, was denn eigentlich „normal“ ist, und wer das definiert. Darüber könnte ich einen eigenen Blogbeitrag schreiben.)

Und das konformistische? Hier ein paar Beispiele, was ich meine: Dass praktisch alle Leute die gleiche, aktuell angesagte Markenkleidung tragen – oder heute speziell: die angesagte Markenkleidung, die von ebenfalls angesagten Influencer*innen auf TikTok, Instagram und YouTube angepriesen wird. Oder auch Fast Fashion von den bekannten großen Versandhandelshäusern aus dem In- und Ausland, die ich jetzt nicht namentlich nenne. Es gab auch mal eine Zeit, da hatte ich den Eindruck, dass sehr viele junge und auch ältere Frauen plötzlich alle wie die Frauen der Kardashian-Familie gekleidet und gestylt waren.

Mit anderen Worten: Ich rebelliere dagegen, all die Mainstream-Trends mitzumachen, die die breite Masse anstrebt. Schon bevor ich um 2023 in die Goth Subkultur gekommen bin, war ich Team „T-Shirt/Pullover und Hose“ und habe meine Kleidung gern solange getragen, bis sie quasi zerfallen ist. Also nichts von wegen jeden neuen Trend mitmachen.

Interessanterweise gibt es für diese Art mit Kleidung umzugehen, mittlerweile den mir sympathischen TikTok Trend „Underconsumption Core“, in dem es u.a. auch um das Reparieren von Kleidung und anderen Objekten geht, Upcycling, visual mending und Ähnliches.

Zurück zu den alternativen Subkulturen, zu denen auch Goth zählt.
In diesem Instagram-Beitrag schreibt die Sophie Lancaster Foundation (übersetzt von mir aus dem Englischen):

„Für viele Leute fußt ihr alternatives Dasein auf geteilten Werten, Kreativität und Community. Es kann ihre Identität formen, Sicherheit bieten und für lebenslange Verbindungen sorgen.“

Außerdem: „Alternativ sein bedeutet sich Lifestyles, Moden oder Interessen anzueignen, die außerhalb des Mainstreams und konventioneller Normen existieren. Gängig in Subkulturen wie Punk, Goth und Emo, geht es dabei um ein Mindset, das Authentizität über Konformität stellt.“

Und darin finde ich mich sehr wieder. Ich möchte ganz authentisch ich selbst sein, aber das kann ich nicht, wenn ich mich an gängige Konventionen halte oder konformistisch bin. Das habe ich früher jahrelang versucht, aber ich bin nicht glücklich damit geworden. In meinem Fall spielt auch meine agender Identität dabei eine Rolle. Bevor ich dieses Label für mich fand, habe ich mich als „gender-nonconforming“ gelabelt. Und das ist etwas, das ich auch oft in der Goth Subkultur sehe: ein kreatives Spiel mit dem Gender-Ausdruck, in der Mode, Frisuren, Makeup, Accessoires und so weiter.

Und dann habe ich auch noch Interessen, mit denen viele Normies nichts anfangen können. Das Horror-Genre oder auch einfach sanft gruselnde Geistergeschichten und Gothic Fiction. Ich liebe Friedhöfe, Fledermäuse, Raben und Krähen. Ich lasse auch Spinnen in meiner Wohnung friedlich existieren. Ich mache mir oft Gedanken über den Tod und die Vergänglichkeit. Vermutlich mehr als viele Normies, die lieber gar nicht erst darüber nachdenken, weil ihnen das Angst macht oder sie traurig stimmt, bzw. auch weil das in unserer Gesellschaft eher ein Tabuthema ist. Ich beschäftige mich mit Hexenkunst, was zugegebenermaßen nicht alle Goths machen, aber es gibt Überschneidungen dieser verschiedenen Communitys. Ich fühle mich sehr wohl in schwarzer Kleidung und stehe nicht mehr ratlos vor meinem Kleiderschrank, weil ich mich fragen muss, ob die Farben von Kleidungsstücken A, B und C gut zusammenpassen.

Das alles ist, ihr ahnt es schon, nicht altersgebunden.

Last but not least habe ich über das Nyctophilia und auch online eine interessante, kreative und herzliche Community gefunden, in der ich mich sehr wohl fühle. Im Gegensatz zu manchen Klischees und Vorurteilen sind viele Goths nicht depressiv, verbittert oder leiden nonstop an Weltschmerz oder Melancholie. Ja, die gibt es sicherlich auch und natürlich kann das auch phasenweise so sein. Aber meine Erfahrung ist auch: Im Laufe der Zeit habe ich viele Goths mit Humor, Offenheit, freundlicher Neugier auf ihre Fellow Goths und einer sozialen Einstellung gefunden. Und das alles möchte ich nicht mehr missen.

#SolarpunkSunday: DIY Kerzen

Selbst Kerzen gießen können ist praktisch und als sehr kostengünstiges Upcycling möglich.
Was hat das mit Solarpunk zu tun? Wenn ihr einen kleinen Vorrat an Kerzen habt, habt ihr Licht im Fall eines Stromausfalls und könnt nötigenfalls auch eure Nachbar*innen mit einer Lichtquelle versorgen.

Was ihr braucht:

  • Gläser, z.B. Marmeladengläser oder die kleinen 150 g Gläser, in denen vegane/vegetarische Gemüse-Aufstriche verkauft werden.
  • Dochte:
    Hier gibt es zwei Möglichkeiten, entweder dünne Holzdochte und kleine passende Metallhalter.
    Das wird im Set verkauft, z.B. in Bastel-/Kunsthandswerk-Geschäften (oder entsprechenden Onlineshops, z.B. Butinette) Hier ein Beispiel für Holzdochte:
    https://basteln-de.buttinette.com/shop/a/holzdochte-10-mm-14-mm-6-stueck-602463 Oder fertige Baumwolldochte, die mit einer dünnen Schicht Wachs umhüllt sind, auch diese haben Metallhalter, das wird als Set verkauft.
  • Wachs gibt es in kleinen Stückchen oder Pellets zu kaufen, z.B. Sojawachs. Ich selbst verwende einfach die Reste von Kerzen, habe teilweise auch welche geschenkt bekommen.
  • Einen Kochtopf mittlerer Größe
  • Eine Schmelzschale aus Metall für ein Wasserbad (z.B. eine Schale, in der man Schokolade schmelzen würde)
  • Eine Pinzette
  • Falls ihr Baumwolldochte verwendet, kleine Kartonstreifen mit einem Loch passend für den Docht. Mit diesen Kartonstreifen könnt ihr die Baumwolldochte stabilisieren, während das Wachs im Glas durchtrocknet.

Anleitung

  • Die Wachsreste oder Pellets in die Schmelzschale füllen.
  • Den Kochtopf mit Wasser füllen, wie für ein Wasserbad.
  • Die Schmelzschale in den Topf hängen.
  • Wichtig ist, dass das Wasser im Topf zwar heiß sein sollte, aber nicht kochen.
    Kleine Bläschen im Wasser sind okay, aber kein Brodeln.
    Und bitte darauf achten, dass kein Wachs in das Wasser gerät.
  • Das Schmelzen kann je nach Menge ca. 20 – 30 Minuten dauern.
  • Eventuelle Dochreste im geschmolzenen Wachs vorsichtig mit einer Pinzette entfernen.
  • Die Holzdochte kann man einfach in ihrem Metallhalter in das Glas stellen, sie müssen nicht festgeklebt werden.
  • Baumwolldochte durch das Loch im Kartonstreifen ziehen und mit dem Kartonstreifen stabilisieren, diesen auf dem Glasrand ablegen.
    Das Wachs vorsichtig in die vorbereiteten Gläser gießen. Die Kerzen sollten möglichst über Nacht gut durchtrocknen, während dieser Phase am besten nicht oder nur vorsichtig bewegen.

Bitte beachten: Aufgrund eines thermisch-physikalischen Vorgangs, den ich nicht näher beschreiben kann, weil mir das Wissen fehlt, entsteht meistens um den Docht herum eine kleine oder größere Kuhle, wenn das Wachs getrocknet ist. Das ist normal. Diese Kuhle kann man mit weiterem geschmolzenen Wachs auffüllen und dann die Kerze noch mal trocknen lassen.

Holzdochte knistern, knacken oder knattern beim Brennen, das ist normal.

Bad Boys? Nicht bei mir.

(Oder: Warum ich keine Arschloch-Protagonist*innen schreibe.)

Vera vom YouTube Kanal Council of Geeks hat kürzlich eine sehr positive Video-Review über „Heated Rivalry“ gemacht und darin gesagt: „There are no assholes in this story.“ Damit meinte sie, dass es in Heated Rivalry keine Figuren gibt, die ihre Love Interests schlecht behandeln oder sich diesen gegenüber wie Arschlöcher aufführen – weder Ilya, noch Shane, noch Scott oder Kip, auch Svetlana und Rose nicht.

Daraufhin habe ich reflektiert, wie ich Romance schreibe. Und ich kann sagen, bei mir gibt es auch keine Bad Boys, keine Arschlöcher, die ihre Partner*innen (oder potenzielle Partner*innen) mies behandeln. Ich könnte an solch einem Verhalten nichts, aber auch gar nichts Romantisches entdecken.

Stattdessen erleben meine Protagonist*innen innere Konflikte: Dani aus „Hexen in Hamburg: Verliebt“ und Francis aus „Francis und das Gasthaus der Geister“ haben soziale Ängste, was sich auch auf ihr Liebesleben auswirkt.

Esteban aus „Die Rolle seines Lebens“ und „An seiner Seite“ hat Depressionen und muss damit für sich und auch für seinen Freund einen Umgang finden.

Andere meiner Hauptfiguren sehen sich mit äußeren Konflikten konfrontiert: Jay und Nicholas aus „Frei und doch verbunden“ kämpfen um ihr Überleben, als sie auf einer abgelegenen Insel stranden.

Leroy und Clay aus „Love & Crime 101“ haben einige Struggles, die mit ihrem beruflichen Umfeld zusammenhängen.

Die nichtbinäre Person Ashley aus „Regency Park“ hat einen Stalker am Hals – der nicht Ashleys Love Interest ist.

In „Ein göttliches Paar“ hat eine der Hauptfiguren Konflikte mit ihrem Vater.

Der Vampir Richard und der Engel Turiel aus „Blutige Flügel“ müssen sich gegen Dämonen und ein Vampirjägerduo zur Wehr setzen, gegen Richards Schöpfer, aber auch Turiels Vorgesetze aus dem Himmel.

Grundsätzlich schreibe ich Hauptfiguren, die einander unterstützen, füreinander da sind, die einfühlsam mit ihrem Love Interest umgehen. Figuren, die sich bei Problemen nicht gegenseitig an die Gurgel gehen, sondern sich zusammenraufen, um die Probleme gemeinsam zu lösen.

Entsprechend sind meine Romances eher wholesome und ein weiterer Punkt, der mir wichtig ist: Konsens ist sexy.

Was Gothic Novels sind und einige deutschsprachige Beispiele

Lesezeit: Ca. 3 Minuten

Was sind Gothic Novels?
Das ist eine historische Form der Schauerliteratur, die inbesondere Ende des 18. Jahrhundert und im frühen 19. Jahrhundert im englischsprachigen Raum und darüber hinaus beliebt war. Oft, nicht immer, geht es darin um verwunschene alte Häuser, Geistererscheinungen oder zwielichtige Figuren, die düstere Geheimnisse hüten. In der Epoche der Romantik gab es die Unterströmung der »Schwarzen Romantik«. Wikipedia weiß zu berichten: »Typische Motive der Schwarzen Romantik sind unter anderem das Unheimliche, Dämonische, Abgründiges in der menschlichen Psyche bis hin zum Wahnsinn, Erotik und Gewalt sowie der Tod.«

Einige Beispiele sind die folgenden Werke:
»Udolphos Geheimnisse« von Ann Radcliffe (1794)
»Die Elixiere des Teufels« und »Der Sandmann« von E. T. A. Hoffmann (1815 und 1816)
»Frankenstein« von Mary Shelley (1818)
»Der Glöckner von Notre Dame« von Victor Hugo (1831)
»Der Untergang des Hauses Usher« von Edgar Allan Poe (1839)
»Die Blumen des Bösen« von Charles Baudelaire (Lyrik, erschienen 1857 bis 1868)

Auch Jane Austen greift Gothic Novels auf, in ihrem Roman »Die Abtei von Northanger« (von 1817) schwärmt die Protagonistin Catherine für den Roman »Udolphos Geheimnisse« von Ann Radcliffe.

Gothic Novels heute?
Im englischsprachigen Raum ist das Genre immer noch beliebt, wie unter anderem „Mexican Gothic” von Silvia Moreno-Garcia zeigt. Allerdings sind Gothic Novels, abge-
sehen von einigen Übersetzungen, nicht so wirklich auf dem deutschen Buchmarkt angekommen und vielen ist das Genre kein Begriff.
Es gibt auch nur wenige Verlage, die Gothic Novels verlegen oder verlegt haben. Drei Beispiele für deutschsprachige Gothic Novels sowie meine Gothic Novelle „Geisterhaft“
findet ihr in den Bildern unten.

Nicht in den Bildern: Drei Gaslicht-Romane von Maja Ilisch gehen auch in die Richtung Gothic Novels: „Das Puppenzimmer“, „Die Spiegel von Kettlewood Hall“ und „Die Schatten von Owls End“ siehe hier auf Majas Webseite.

Und last but not least, meine eigene Gothic Novelle „Geisterhaft“, diese habe ich als eine Art Liebeserklärung an das Genre geschrieben.

Die weiteren vorgestellten Bücher sind im Dryas Verlag und im Weltenruder Verlag erschienen.