Lasst uns hoffen! Eine Charity-Aktion

Hoffnung zu Weihnachten spenden und die Chance, ein Buchpaket zu gewinnen? Ich habe mich 15 Autor*innen und Verleger*innen angeschlossen für diese Aktion – zu gewinnen gibt es viele Goodies und Phantastikbücher, in denen Diversität großgeschrieben wird. Weitere Einzelheiten:
https://queerwelten.de/lasst-uns-hoffen/

#DiversityChallenge2020

Ich rufe auf zur Diversity Challenge 2020.

Im Zuge meines Beitrages „Macht Diversität sichtbar“ fiel mir folgende Challenge ein:

1. Lies im Jahr 2020 fünf Bücher von dieser Liste für Phantastikbücher mit Diversität und Repräsentation:
Google Docs

PDF (online lesbar/herunterladbar)

2. Schreibe Rezensionen zu den fünf Büchern und nenne in deiner Rezension die vorhandenen Diversitätsthemen im jeweiligen Buch.
3. Verwende den Hashtag #DiversityChallenge2020 in deinen social media Kanälen, wenn du von der Challenge berichtest.
4. Die Challenge startet am 01.01.2020 und endet am 31.12.2020

Über die Liste
Darauf findest du rund 80 Bücher von deutschsprachigen und internationalen Autor_innen. Die jeweiligen Subgenres der Phantastik stehen jeweils dabei, z.B. Science Fiction, Dystopie, High Fantasy, Urban Fantasy u.a.
Mehr über mögliche Diversitätsthemen gibt es am Anfang der Liste und bei den einzelnen Büchern. Viel Spaß mit den bunten, vielfältigen Phantastikwelten dieser Romane und Anthologien!

Ich selbst werde an der Challenge natürlich auch teilnehmen. Einige Bücher von der Liste kenne ich bereits und nun freue ich mich darauf, noch mehr zu entdecken.



Macht Diversität sichtbar.

In meiner Twitterbubble setzen sich mehrere Menschen für Diversität und positive Repräsentation von marginalisierten Gruppen in Romanen ein. Es sind einige Autor*innen und Blogger*innen dabei, die das in ihren eigenen Romanen umsetzen oder aber gezielt nach entsprechenden Büchern suchen.
Ich habe bereits darüber geschrieben, warum ich Diversität und eine positive Repräsentation für wichtig halte (siehe verlinkte Beiträge unten).

Nun gibt es allerdings ein Problem.
Oftmals wird in Klappentexten und Buchbeschreibungen die Diversität eines Romans nicht erwähnt. Auch in der Werbung zu Büchern ist mir Entsprechendes bisher kaum aufgefallen. In Rezensionen weisen Buchblogger*innen und Leser*innen auch nicht immer darauf hin und das ist schade, denn: Viele Leser*innen aus marginalisierten Gruppen und solche, die diese unterstützen („Allys“) möchten natürlich gern Bücher mit Diversität lesen, also solche, in denen sie sich selbst oder ihre Freunde/Angehörige etc. repräsentiert sehen. Da aber bisher selten die Diversität von entsprechenden Büchern erwähnt wird, ist es schwer, diese überhaupt in der Flut an Neuerscheinungen zu finden.

Deshalb meine Bitte an euch, liebe Buchblogger*innen: Wenn ihr Bücher mit Diversität lest, weist darauf in euren Rezensionen hin.

Ich selbst habe einen kleinen Buchblog auf Facebook und schreibe seit einiger Zeit ebenfalls darüber, wenn ein Buch Diversität oder auch z.B. Content Notes (Inhaltswarnungen, Trigger Warnungen) enthält.

Wenn ihr unsicher seid, was denn eigenlich zur Diversität gehört, hier sind einige mögliche Diversitätsthemen:
queer = queere Protagonist*innen oder wichtige queere Nebenfiguren (LGBTQ*, also lesbisch, schwul, bisexuell, pansexuell, transgender, intersexuell, asexuell, nonbinär, genderqueer u.a.)
Gender = Geschlechterrollen und andere Themen, die sich rund um Geschlechter drehen
People of Color = Menschen mit nicht weißer Hautfarbe, Abkürzung PoC
feministische Themen
Religionen/Spiritualität, Atheismus
alternative Beziehungsformen (z. B. Polyamorie)
Behinderungen 
psychische Erkrankungen und Neurodiversität (z. B. Asperger Syndrom, ADHS, Depressionen, Schizophrenie)
Gesellschaftskritik, z. B. über Rassismus, Sexismus, Queermisia (Hass/ feindliches Verhalten gegenüber queeren Menschen), Body-Shaming
Body Positivity

Ich habe übrigens eine Liste erstellt zu Phantastik-Büchern mit Diversität und positiver Repräsentation, an der auch weitere Leute mitgewirkt haben und in der die oben genannten Themen zu finden sind:
https://docs.google.com/document/d/1VQHMAOkYWz-4d-scnGkCd6jyO1FA3m0eabdDRYb6W7Q/

Außerdem habe ich die Facebookgruppe „Diversität und Repräsentation“ gegründet. Diese verstehe ich als „Safe Space“, d.h. wir diskutieren dort nicht, ob Diversität wichtig und wünschenswert ist, denn darüber gibt es schon anderswo viele Diskussionen. Wir freuen uns dort über neue Mitglieder.

Weitere Beiträge von mir zum Thema:
http://amalia-zeichnerin.net/diversitaet-und-repraesentation-in-der-literatur/

http://amalia-zeichnerin.net/ein-plaedoyer-fuer-diversitaet-triggerwarnungen-political-correctness-und-sensitivity-reading-in-der-literatur/



Über Gewinnspiele und meine schriftstellerische Tätigkeit

Ein Rückblick auf die vergangenen vier Jahre: Bei jeder Neuveröffentlichung habe ich in dieser Zeit mindestens ein Gewinnspiel oder eine Verlosung gemacht. Außerdem hatte ich zwei Gratisaktionen über Amazon (mit E-Books) , eine zum Welttag des Buches und eine zur Aktion #AllHallowsRead – Verschenk ein Buch zu Halloween. Mehr als zwanzig Mal habe ich Bücher verlost. Ich habe nicht mitgezählt, wie viele Exemplare ich insgesamt auf diesem Weg verschenkt habe.

Allgemein wird gern gesagt. Gewinnspiele sind beliebt unter Leser*innen und sorgen für Reichweite in den sozialen Netzwerken sowie auf Buchportalen. Nach meinen Beobachtungen der letzten vier Jahre ist der Werbeeffekt für mich persönlich allerdings gering. Einen spürbaren Anstieg an Buchverkäufen habe ich nach Gewinnspielen in diesen fünf Jahren nie beobachtet. Zum Teil habe ich auch aufwändige Gewinnspiele gestaltet, z.B. mit Buchstabenrätseln. Die Beteiligung daran war meistens eher gering.

Ich habe auch regelmäßig Buchverlosungen in einem großen deutschen Buchportal angeboten, teilweise mit einer guten Resonanz. Ich hatte mir dadurch auch die für uns Autor*innen so wichtigen Rezensionen erhofft und darum gebeten. Es gibt sehr zuverlässige Blogger*innen und andere Leser*innen, die gern rezensieren. Leider habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass manche Leute trotz der Bitte keine Rezension schrieben oder dass das gewonnene Buch nicht einmal heruntergeladen wurde. Vor allem letzteres fand ich schade.

Das soll nun kein „Jammer“-Beitrag werden, aber ich ich schreibe hier einmal offen über meine Situation: Ich kann von meiner schriftstellerischen Tätigkeit nicht leben und bin zugleich auf den geringen Verdienst mit angewiesen, da ich aus gesundheitlichen Gründen nicht (mehr) auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeiten kann.
Damit ihr eine Vorstellung bekommt vom Verdienst einer Autorin: An jedem verkauften E-Book verdiene ich zwischen ca. 1 und 2 €. Bei Taschenbüchern, die ich auf Veranstaltungen verkaufe, sind es zwischen ca. 3 und 4 €, aber insgesamt habe ich beobachtet, dass zumindest von meinen Büchern wenig Taschenbücher, sondern mehr E-Books gekauft werden. Auch bei Verlagsautor*innen sieht die Gewinnspanne ähnlich aus oder ist sogar noch geringer, wie ich von Kolleg*innen weiß.
Weitere Einnahmen erreiche ich durch gelesene E-Books bei Kindle Unlimited, aber auch das ist nicht viel. Kein Wunder, meine Werke sind „Nischen“-Bücher und haben kein Bestseller-Potential. Es ist halt so: Nicht jede*r Autor*in ist dazu geboren, die nächste J K Rowling zu werden. Davon mal abgesehen, wäre mir ehrlich gesagt auch das damit verbundene Rampenlicht zu viel, allein schon aus gesundheitlichen Gründen.

Mein Fazit aus all dem…
So gerne ich an sich Gewinnspiele und Verlosungen anbiete, ich kann es mir schlichtweg nicht leisten, so viele Bücher zu verschenken. Deshalb wird es nur noch ein, zwei Gewinnspiele/Verlosungen jährlich von mir geben und nicht mehr zu jeder Neuveröffentlichung. Dafür bitte ich um Verständnis.



Gute Vorsätze …

Foto: AngelaL_17, Pixabay

… oder vom Ausbrennen und Kürzertreten

In den vergangenen 4 Jahren habe ich sehr viel geschrieben und veröffentlicht: 18 Bücher. Rund 4000 Buchseiten, circa eine Million Worte. Und falls ihr euch fragt: Nein, ein Bestseller war bisher nicht dabei. Ich rechne auch in den kommenden Jahren nicht damit, denn ich schreibe „Nischen”-Bücher ohne Bestseller-Potential, einfach, weil sie nicht massentauglich sind. Ich kann auch weiterhin, wie sehr viele Autor*innen, nicht von dieser Tätigkeit leben.

Ich bin nun an einem Punkt angelangt, an dem ich merke, dass ich nicht mehr in diesem Maße weiter arbeiten kann. Ich sage, wie es ist, ich fühle mich ausgebrannt. Monatelang habe ich mich selbst unter Druck gesetzt, mit diesem Kreislauf aus Schreiben, auf Testleser-Feedback für das eine Buch warten und währenddessen schon das nächste schreiben, dann überarbeiten und schließlich veröffentlichen, Werbung fürs neue Buch machen, gleichzeitig ein anderes Buch überarbeiten oder schon ein neues Projekt beginnen, zwischendurch dann noch Werbung und Buchcover gestalten, Plotten und noch andere Dinge rund ums Schreiben. Nebenbei mache ich noch sehr viel in den Social Media, nicht nur auf meinen jeweiligen Seiten, ich bin auch Admin in mehreren Facebook-Gruppen. Das macht mir Freude, aber auch das ist Arbeit.

Ich muss auch zugeben, dass ich ein ziemlicher Workaholic bin – was mir aber nicht immer gut tut, zumal ich eine chronische psychische Erkrankung habe und von daher auf mich achten muss.

In den vergangenen Jahren habe ich immer mal wieder von Autor*innen gehört, die ihre Tätigkeit ganz oder teilweise an den Nagel gehängt haben. Manche von ihnen hatten einen Burn-Out, andere hatte enttäuschende Erlebnisse mit Verlagen oder es gab private oder berufliche Gründe, kürzer zu treten oder ganz aufzuhören.

Vielleicht kommt jede*r Autor*in irgendwann zu dem Punkt, wo er*sie sich fragt, wofür man eigentlich all die vielen (meist einsamen) Stunden am Schreibtisch verbringt. Schreiben gehört heutzutage zu den brotlosen Künsten und die Arbeitszeit, die in einem Manuskript steckt, das ja nicht nur geschrieben, sondern auch überarbeitet und feingeschliffen werden will, die lässt sich nicht mit einem üblichen Stundenlohn beziffern. Als Vollzeitautorin kann ich übrigens nicht arbeiten, denn 6 bis 8 Stunden am Stück schreiben, das gibt meine Konzentrationsfähigkeit nicht her.

Ich möchte trotz allem das Schreiben nicht aufgeben. Für mich ist es eine Tätigkeit, die mir Spaß bringen soll. Und genau das fehlt mir seit einiger Zeit.

Deshalb ist mein Vorsatz für 2020:
Ich werde kürzer treten und die metaphorische Notbremse ziehen. Auch wenn das heißen sollte, dass ich im kommenden Jahr weniger Bücher schreibe und veröffentliche. Ich werde entsprechend eventuell auch weniger über meine „Works-in-progress“ berichten, einfach weil es dann weniger zu berichten gibt. Ich werde voraussichtlich auch nicht mehr täglich Beiträge auf meiner Facebook-Autorenseite und bei Instagram haben, auch wenn darunter möglicherweise meine Reichweite leidet. Für all das bitte ich um Verständnis.

Ich möchte für mich einen guten Weg finden, damit mir das Schreiben auch weiterhin Freude bringt. Denn Schreiben ist harte Arbeit, auch wenn es nach außen hin nicht immer so aussieht.

Diesen Beitrag hatte ich eigentlich für den Januar geplant, aber WordPress möchte gerade nicht so wie ich will, deshalb veröffentliche ich den Text schon jetzt.

Ein „Best of“ lustiger Tippfehler

Ich habe einige skurrile Tippfehler und Verschreiber aus diversen Manuskripten gesammelt, just for fun. Hier sind sie, mit Kommentaren.

Vor ihm lag eine mit Marmelade beschmierte Toastschreibe.
Also, liebe Autor*innen, schreibt mehr Toast!

„Lassen Sie uns ein Stück gehen, ja? Ich könnte etwas frische Lust vertragen.”
Ja, nee … wobei das in einem Erotikroman vielleicht passend wäre.

„Ich wollte gern heute Abend noch etwas weiterfroschen.”
Da musste ich an René Mariks Comedyprogramm mit dem „Froschen” denken:

Die Beschreibung einer historischen Inneneinrichtung:
„Allerhand Bric-à-Brac zierte die Wände, zusammen mit Holzschnitten und antiken Schwestern.“
Ob deren Brüder wohl auch an der Wand hängen?

Der Tod hatte vom ihm Begriff ersitzen.

Er biss die Szene zusammen.

Er schaltete die Stereoanklage ein.

Eine Kriegerin ruft einer Elfenmagierin zu: „Hast du mal Feuer?“
Viel zu modern für epische High Fantasy. Außerdem machen die keine Raucherpause.

In einem Gegenwartsroman:
„Beziehungsweise, was hältst du davon, wenn wir eine Runde jobben?”
„Dir fehlt dein tägliches Kaufen, oder?“ (Gemeint waren „joggen” und „Laufen”.)

„Der Morderator”
Das kommt davon, wenn man Krimis schreibt. Der Morderator tauchte allerdings in einem ganz anderen Manuskript auf. Was der wohl verbrochen hat?

„Schnappschnuss“.
Was immer das sein soll… Vielleicht eine beschwipste Nuss?

Ein Protagonisten-Interview mit Cilana aus „Der Orden der Geweihten: Die Veräterin“ von Jan Gießmann

Hallo Cilana, erzähle uns doch bitte ein bisschen von dem Land, aus dem du kommst. Wie lebt es sich dort, was sind seine Besonderheiten? Oder was würdest du Fremden raten, die dort zum ersten Mal hinkommen?

Hallo. Also so viel kann ich über Silam gar nicht sagen. Ich habe einen Großteil meines Lebens in Legas Des, der Festung meines Ordens verbracht. Silam ist ein Königreich, wobei die Macht des Hofes nicht bis in die Dörfer dringt. In den Städten kämpfen Kirche, König und Militär um Macht und Einfluss. Die kleinen Dörfer hingegen bleiben davon verschont und sind zumeist autark. Die Obrichtkeit bleibt meist unter sich, hat im Moment genug damit zu tun die Grenzen zu sichern und ihre kleinen Spiele zu spielen. Silam ist eher länglich, es regnet viel und eigentlich geht es den Menschen nicht schlecht. Die Abwesenheit der Königstruppen auf dem Land macht das Reisen aber nicht gerade sicher. Der beste Rat, den ich einem Fremden geben kann, ist ,nicht unbewaffnet zu kommen, die Umgebung im Auge zu behalten und entweder über einen schnellen Schwertarm oder noch schnellere Beine zu verfügen.

Und wie kann man sich den Orden der Geweihten vorstellen? Darfst du mir darüber etwas verraten, oder ist das ein Geheimorden?
Unsere Macht kommt daher, dass man zu wenig weiß, um uns einschätzen zu können, aber genug um uns zu fürchten. Wir wurden während des letzten großen Krieges gegründet, als sich der ganze Kontinent bekämpfte und Silam vor dem Untergang stand. Wir sind autark und keiner Macht unterstellt. Es ist unsere Aufgabe ein Gleichgewicht der Mächte herzustellen und Silam vor Feinden von innen und außen zu schützen. Wir sind ein Kriegerorden, der seit drei Jahrhunderten den Frieden wahrt. Weiter möchte ich mich nicht dazu äußern.

Was würdest du jemandem als erstes raten, der Schwertkampf erlernen möchte? Worauf sollte man besonders achten?
Schwertkampf lebt von Distanz und der Aktion und Reaktion im richtigen Augenblick. Sei nah an deinem Gegner dran oder weit von ihm weg, aber lass ihn das niemals bestimmen. Anfangen sollte man aber wahrscheinlich damit die Grundtechniken zu lernen. Ich weiß, das klingt nicht nach einem eindrucksvollen Rat, aber es ist die Grundlage für alles Weitere. Jeder kann mit einem Schwert herumfuchten, es wirklich zu meistern ist da schon etwas anderes.

Hast du Freunde oder Begleiter? Und falls ja, was magst du an ihnen?
Ich habe Tyrgarn. Er hat mir das Leben gerettet und ich war kurz davor ihn zu töten. Aber er war bei mir und er ist mir ein guter Freund, fast ein Bruder geworden. Ich schätze an ihm seine Offenheit, seinen Humor und durchaus seine Fähigkeiten mit dem Bogen. Er gehört zu den wenigen Menschen, denen ich mein Leben anvertrauen würde. Genauso die Drigorn, der uns begleitet. Er hat mir damals meine Geweihte Klinge geschmiedet. Er hat mich viel gelehrt und ist eine Art Vaterfigur für mich, denke ich. Er hat mich zum Nachdenken gebracht. Er mag nach außen grob und hart wirken, aber er ist der loyalste und tugendreichste Mann, dem ich je begegnet bin.

Und wie würden sie dich jemandem beschreiben, der dich nicht kennt?
Ich glaube sie würden mich unterschiedlich beschreiben. Tyrgarn würde mich wohl als etwas abweisend und vorsichtig charakterisieren. Als jemanden, der seine Gedenken nur teilt, wenn es nicht anders geht. Drigorn kennt mich schon länger. Er kennt meinen Tatendrang, meinen Willen das Richtige zu tun und auch die nachdenkliche, hinterfragende Art, die beim Orden nicht immer gut ankommt.

In „Der Orden der Geweihten – die Verräterin“ kann man ja einiges über dich lesen. Wird deine Geschichte danach noch weitergehen?
Ähm … nun, das … will ich ehrlich hoffen. Ich weiß, dass der Orden jemanden geschickt hat, der mich jagt, aber ich werde mich nicht ergeben oder töten lassen. Es gibt noch Schlachten zu schlagen und ob der Orden mich nun als Verräterin sieht, oder nicht – sie werden mich brauchen.

Mehr über das Buch erfahrt ihr hier: http://www.geweiht-roman.de/

MBTI-Persönlichkeitstest für die Hauptcharaktere von „Berlingtons Geisterjäger“

Vor längerer Zeit habe ich mir mal den Spaß erlaubt, für die Protagonist*innen aus „Berlingtons Geisterjäger den Meyer-Briggs-Typen-Indikator-Test zu machen. Ich habe mir dafür einfach vorgestellt, wie jeder von ihnen die verschiedenen Fragen des Tests (hier auf englisch) beantworten würde. Das hier kam dabei heraus:

Victor Berlington – ENFP Persönlichkeit
http://www.16personalities.com/enfp-personality

Es interessiert mich nicht, womit du dein Geld verdienst. Ich möchte wissen, wonach du dich sehnst – und ob du wagst, davon zu träumen, deine Herzenswünsche zu erfüllen. Es interessiert mich nicht, wie alt du bist. Ich möchte wissen, ob du es riskierst, wie ein Narr zu erscheinen – für die Liebe – für deine Träume – für das Abenteuer, am Leben zu sein.

(Oriah Mountain Dreamer )

Die ENFP Persönlichkeit ist ein wahrer Freigeist. Sie sind oft der Mittelpunkt einer Party, aber anders als die „Entdecker” sind sie weniger an der reinen Aufregung und dem Vergnügen interessiert als an den sozialen und gefühlsmäßigen Bindungen, die sie mit anderen eingehen. Diese Menschen sind charmant, unabhängig, energetisch und mitfühlend.

Eliott Breeches – ESTJ Persönlichkeit
http://www.16personalities.com/estj-personality

ESTJs sind Repräsentation von Tradition und Ordnung. Die Werte von Würde, Ehrlichkeit und sich einer Sache ganz zu widmen, werden diese Persönlichkeiten dafür geschätzt, dass sie klare Ratschläge erteilen und sie leiten andere auch gern dann an, wenn der Weg schwierig ist.

Es erfüllt sie mit Stolz, Menschen zusammenzubringen, daher sind sie oft in einer Gemeinde oder Gemeinschaft tätig und halten traditionelle Werte hoch.

Giselle Butler – INFJ Persönlichkeit
http://www.16personalities.com/infj-personality

Die INFJ Persönlichkeit ist recht selten. Diese Menschen sind sehr diplomatisch und haben einen angeborenen Sinn für Idealismus und Moral. Zugleich sind sie keine müßigen Träumer, sondern haben die Fähigkeit, konkrete Schritte zu wählen und ihre Ziele zu erreichen und einen nachhaltigen positiven Eindruck zu hinterlassen.

Fiona O-Reilly – INFP Persönlichkeit
http://www.16personalities.com/infp-personality

Nicht alles, was Gold ist, glänzt; Nicht alle, die wandern, verirren sich; Das Alte, das stark ist, verwittert nicht; tiefe Wurzeln werden nicht vom Frost erreicht.

(J. R. R. Tolkien )

INFP-Persönlichkeiten sind wahre Idealisten, immer auf der Suche nach dem Guten, selbst in den schlechtesten Menschen und Ereignissen und danach, wie man die Dinge verbessern kann. Während sie oft ruhig, zurückhaltend oder sogar schüchtern wirken, haben INFPs eine innere Leidenschaft, die richtig glänzen kann. Die Gefahr ist groß, dass sie missverstanden werden, aber wenn sie Menschen finden, die ähnlich sind wie sie, ist das Zusammenleben eine Quelle der Freude und Inspiration.

Veronica „Nica” Chester – ENFJ Persönlichkeit
http://www.16personalities.com/enfj-personality

ENFJs sind geborene Anführer*innen, voller Leidenschaft und Charisma. Sie versuchen andere zu inspirieren, Dinge zu bewerkstelligen und Gutes in der Welt zu tun. Mit einem natürlichen Selbstbewusstsein, dass ihnen Einfluss verschafft, gefällt es ENFJs sehr, mit anderen zusammen zu arbeiten und diese anzuleiten, sich selbst und ihre Gemeinschaft zu verbessern.

Ein Plädoyer für Diversität, Triggerwarnungen, Political Correctness und Sensitivity Reading in der Literatur

CN: Rassismus, Ableismus, Sexismus, Queerfeindlichkeit, Mord, Todesstrafe, Suizid, psychische Erkrankungen, Behinderungen, Misogynie, Gewalt

In letzter Zeit habe ich häufiger Diskussionen in den sozialen Netzwerken über Triggerwarnungen, Diversität, Political correctness, gendergerechte Sprache, Sensitivity Reading in Medien verfolgt und mich teilweise ebenfalls beteiligt. Sei es, dass ein Autor in der Glosse eines Autorenmagazins über Triggerwarnungen herzog, oder ein anderer Autor in einem Literatur-Online-Magazin sich polemisch über Triggerwarnungen, Diversität, Political correctness, gendergerechte Sprache und Sensitivity Reading ausließ. Die Autorin Theresa Hannig und noch andere setzten sich für gendergerechte Sprache in der deutschsprachigen Wikipedia ein und ernteten mehr als einen Shitstorm. Sachliche Argumente gegen all diese Dinge waren in diesen Texten und auch in so mancher Diskussion übrigens kaum zu finden.

All diesen Themen ist eines gemeinsam – bezogen auf Literatur gibt es zahlreiche Autor*innen und Leser*innen, die genervt aufstöhnen und fragen, „darf man denn jetzt gar nichts mehr schreiben/sagen?”

Hier sei eine Entwarnung gegeben: Man darf. Auch dürften Kabarettist*innen und Comedians weiterhin Witze über Minderheiten machen. In der Kunst ist alles erlaubt, was nicht gegen bestehende sonstige Gesetze verstößt, wie ich bereits neulich in einem anderen Blogbeitrag erwähnt habe (siehe: http://www.kunst-ist-frei.de/).

Und natürlich ist Kunst auch immer eine subjektive Angelegenheit, sie ist keine Wissenschaft, sondern liegt ganz im Ermessen der Kunstschaffenden und gegebenfalls noch mehr oder weniger von deren Auftraggeber*innen. Die Frage nach einem „dürfen” stellt sich also gar nicht. Sondern eher danach, ob gewisse Inhalte denn empfehlenswert sind. Denn Kunstschaffende kreieren ihre Werke ja in der Regel nicht allein für sich selbst, sondern für andere Menschen.

Wer sich allerdings zu rassistischen, sexistischen, ableistischen, queerfeindlichen und anderen Inhalten entschließt, die Minderheiten negativ darstellen, ins Lächerliche ziehen oder diskriminieren, der muss mit Kritik von Menschen rechnen, die eben zu diesen Minderheiten oder marginalisierten Gruppen zählen – und auch von Menschen, welche diese Minderheiten unterstützen, z.B. die „Allys” der queeren Community.

Mitunter geht es hier um marginalisierte Menschen, die über Jahrhunderte nicht gehört wurden oder aus verschiedenen Gründen zum Schweigen gezwungen waren – ein Beispiel: männliche Homosexualität war in Deutschland bis 1968 und teilweise noch bis 1994 strafbar.
Es handelt sich um Menschen, die sich nicht zuletzt dank sozialer Netzwerke wie Facebook und Twitter (diese gibt es beide seit Ende 2006) erst seit relativ kurzer Zeit öffentlich Gehör verschaffen können und die das auch tun.

Aber anstatt sich nun anzuhören, was diese Minderheiten zu sagen haben und was sie sich von der Mehrheit der Menschen für den Umgang miteinander wünschen, regen sich viele auf über ein angebliches Übermaß an Political Correctness. Vermutlich, weil es unbequem ist und weil man sich dann Gedanken über Dinge machen müsste, die nicht der eigenen Komfortzone entsprechen.

Kommen wir noch einmal zurück auf die Kabarettist*innen und Comedians. Terry Pratchett hat einmal gesagt: „Satire soll Macht verspotten. Wenn du dich über marginalisierte Menschen lustig machst, ist das keine Satire, es ist Schikane.”

Anstatt sich aber Politiker, Reiche und Mächtige vorzunehmen, macht so mancher Comedian lieber Witze über marginalisierte Gruppen, tritt also nach unten anstatt nach oben.

Ich selbst bin mehrfach marginalisiert – ich habe von Geburt an eine Behinderung, seit über 20 Jahren eine chronische psychische Erkrankung und ich identifiziere mich als queer. Ich kann nicht darüber lachen, wenn Außenstehende Witze machen über Menschen mit psychischen Erkrankungen, Behinderungen, über queere Menschen, wenn sie Sexistisches von sich geben oder Bodyshaming betreiben. Aus meinem Bekanntenkreis weiß ich, dass es anderen marginalisierten Menschen ähnlich geht. Schon allein aus Solidarität kann ich auch nicht über rassistische Witze lachen – und vermutlich würde es mir auch bei Witzen über andere marginalisierte Gruppen so gehen, selbst wenn ich nicht zu diesen gehören würde.

Etwas anderes ist es dagegen, wenn Betroffene selbst Witze über ihre eigene Minderheit machen – und selbst das kann je nach Kontext und Aussage grenzwertig sein. Zumal viele Witze auf Klischees und Vorurteilen herumreiten, anstatt diese abzubauen.

In einer Diskussion dazu gab jemand den offenbar ernstgemeinten Rat, man solle doch bitte die Größe haben, auch als Betroffener über solche Witze zu lachen. Ein solcher Rat ist allerdings nichts anderes als das Vorschreiben von Gefühlen, im Sinne eines „Nun lach doch mal, ist doch halb so wild.”

Viele marginalisierte Menschen erleben weltweit eine Menge Leid, nicht wenige Tag für Tag. Hier einige Beispiele: Es gibt noch immer Länder, in denen die Todesstrafe auf Homosexualität steht oder in denen queere Menschen verfolgt werden. Auch im deutschsprachigen Raum gibt es immer wieder gewalttätige Übergriffe auf queere Menschen. Jahr für Jahr werden überall auf der Welt transgender Menschen ermordet. People of Color haben tagtäglich mit Alltagsrassismus zu tun, Frauen und als Frauen gelesene erleben Misogynie und hören sexistische Sprüche oder werden Opfer von sexueller Übergriffigkeit oder Schlimmerem. Menschen mit Behinderungen erleben ableistisches Verhalten und Menschen, die nicht den gängigen Schönheitsidealen entsprechen, sehen sich Bodyshaming ausgesetzt. Menschen mit psychischen Erkrankungen werden nicht selten stigmatisiert und nicht wenige von ihnen kämpfen häufig oder ständig mit Suizidgedanken (Zwischen 0,5 % und 1,4% der Weltbevölkerung begehen Suizid, im Jahr 2014 starben in Deutschland 10.209 Menschen daran, wobei die Dunkelziffer noch höher sein dürfte).

Dies und noch mehr sorgt für eine Menge Leid, die marginalisierte Menschen auf der ganzen Welt erleben. Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, wie privilegiert sie im Vergleich sind. Angesichts all dieser leidvollen Erfahrungen erscheint es mir als blanker Hohn, auf Kosten dieser Leidtragenden Witze zu machen und sich über Kritik an solchen Witzen oder über angeblich überzogene Political Correctness aufzuregen.

Eine weitere Meinung, die ich in diesem Zusammenhang mehrfach gelesen habe: Man solle sich nicht so anstellen, nicht so empfindlich sein. Aber das wirkt angesichts des oben genannten Leids ebenfalls wie Hohn und ist auch wieder ein Vorschreiben von Gefühlen. Auch die Meinung, früher hätten die Menschen noch ganz andere Dinge ausgehalten, geht in diese Richtung. Dies erscheint mir allerdings verfehlt, weil es ausblendet, dass sich die Gesellschaft in einem ständigen Wandel befindet. Früher wurde es z.B. auch als selbstverständlich angesehen, dass Eltern ihre Kinder als erzieherische Maßnahme mit Schlägen straften und man war damals der Ansicht, dass dies den Kindern nicht schaden würde. Das gilt schon lange als überholt, auch aus psychologischer Sicht, und ist in Deutschland seit 19 Jahren verboten.

In so manchen Zusammenhängen gilt in Gruppen, dass die schwächste Person darin das Tempo vorgibt. Dass die anderen Rücksicht auf diese Person nehmen. Das ist letztendlich auch eine Form von Inklusion – alle können am Gruppengeschehen partizipieren, auch die schwächste Person. Natürlich steht es jedem Kunstschaffenden frei, reißerische Werke voller Stereotypen zu erschaffen oder solche, die andere Menschen verletzen. Aber wie wäre es denn mit ein bisschen mehr Rücksichtnahme? Kunst muss weder reißerisch, noch verletzend und sie muss auch nicht durch den Einsatz von Stereotypen bestehende Vorurteile weiter zementieren.

Übrigens: Triggerwarnungen und Diversität in Medien nehmen niemandem etwas weg, sie sind viel mehr eine Erweiterung, ein Angebot. Wer Triggerwarnungen nicht lesen will, kann sie einfach ignorieren, während Menschen, die davon profitieren, sich ein genaueres Bild von einem Buch oder einem anderen Medium machen können. Diversität wiederum erweitert die Möglichkeiten für Geschichten erheblich, was Charaktere, deren persönlichen Hintergrund, Figurenkonstellationen und Beziehungen betrifft.

Nun mögen manche Autor*innen vielleicht sagen: „Das ist mir egal – alles was ich schreibe, ist doch Fantasie und hat gar nichts mit der realen Welt zu tun.” Das ist ein Trugschluss, denn auch Fiktion hinterlässt nachweislich Eindrücke bei denen, die sie konsumieren. Dazu möchte ich gern aus einem Artikel der Autorin Elea Brandt zitieren:

Verschiedene Studien konnten zeigen, dass fiktionale Literatur die Einstellung der Leser*innen zu bestimmten Themen oder Personengruppen beeinflussen kann. Dieser Effekt tritt vor allem dann auf, wenn sich die Leserschaft intensiv in das Buch „hineingezogen“ fühlt, d.h. wenn eine starke Identifikation mit den Figuren und der Welt existiert.
Charakteristika von Mitgliedern bestimmter Personengruppen werden sogar besonders von Leser*innen verinnerlicht, wenn diese Mitglieder ihrer Lebenswelt sehr fremd sind. In einer Studie von Michael Slater bekamen amerikanische Studierende Texte zu lesen, die ihnen entweder als Fiktion (Romanausschnitt) oder als Sachtext präsentiert wurden. Ein Teil erhielt zudem Texte über eine vertraute Personengruppe (z.B. Kleinstädter aus Mississippi), ein Teil über eine nicht vertraute (z.B. Partisanen aus Eritrea). Es zeigte sich, dass die Studierenden ihre Einstellung zur dargestellten Personengruppe vor allem dann änderten, wenn sie einen fiktionalen Text lasen und wenn ihnen die Gruppe nicht vertraut war.
Eine andere Studie konnte zeigen, dass Teilnehmer*innen, die mit stereotypen afro-amerikanischen TV-Figuren konfrontiert wurden, im Nachhinein mehr reale Vorurteile gegen Afro-Amerikaner*innen besaßen als Teilnehmer*innen in einer Kontrollbedingungmit nicht-stereotypen Zuschreibungen. Zugleich funktioniert der Effekt aber, erfreulicherweise, auch in die andere Richtung: Werden Personen in Medien mit Aspekten konfrontiert, die bekannten Stereotypen zuwiderlaufen, kann dies zu einem Abbau von Vorurteilen beitragen. Auch die Verwendung geschlechtergerechter Sprache hilft dabei, nicht nur Jungen und Männer, sondern auch Mädchen oder non-binäre Menschen anzusprechen und einzuschließen.
Aus diesen Erkenntnissen lassen sich verschiedene Implikationen ableiten. Zum einen sollten sich Autor*innen bewusst sein, dass ihre Texte die Meinung von Leser*innen über dargestellte Personengruppen oder Szenarien beeinflussen können, auch dann, wenn es sich nachweislich um einen fiktionalen Text handelt. Worte sind eine machtvolle Waffe – deswegen sollten wir sie bewusst einsetzen. Zum anderen wird aus diesen Studien auch deutlich, wie wichtig die (positive) Repräsentation von marginalisierten Gruppen innerhalb fiktionaler Literatur ist. Menschen lernen aus Fiktion, sie nehmen Informationen mit ins Hier und Jetzt und leiten sogar Handlungsoptionen oder individuelle Einstellungen daraus ab.” (Quelle: https://eleabrandt.de/2019/05/06/fantastisch-unpolitisch/)

Dass der Einsatz von gendergerechter Sprache sich positiv auf Frauen, als Frauen gelesene und queere Personen auswirken kann, zeigt dieser Artikel: https://www.derstandard.at/story/2000107213910/geschlechtsneutrale-sprache-hat-tatsaechlich-erwuenschte-wirkungen

Das alles bedeutet nicht, dass man als Autor*in sämtliche problematischen Inhalte aus seinen Geschichten verbannen sollte. Literatur bietet schließlich auch die Möglichkeit, gesellschaftliche Missstände aufzuzeigen. In diesem Zusammenhang wäre es aber in jedem Fall empfehlenswert, sich bewusst zu machen, inwiefern etwas problematisch ist und inwiefern z.B. Charaktere darüber kritisch reflektieren können oder ob man sich beispielsweise in einem Vorwort von problematischen Inhalten distanziert, die z.B. in einem schwierigen historischen Kontext stehen.

Beziehungsweise man könnte auch überlegen, ob es wirkliche diese problematischen Handlungsmuster (Tropes) sein müssen, oder ob man nicht auf andere Weise Spannung und Konflikte in seinen Geschichten erzeugen könnte – was mitunter um einiges origineller und kreativer sein könnte als ein schon hinlänglich bekanntes Handlungsmuster, das es in ähnlicher Form schon tausendfach gibt, in einer weiteren Variante darzustellen.

Auch Sensitivity Reading kann helfen, problematische Inhalte als solche zu identifizieren. Das mögen Dinge sein, die den Autor*innen selbst gar nicht bewusst sind, die unabsichtlich in einen Text gelangen, aber einer betroffenen Person sehr schnell auffallen. Natürlich kann ein Sensitivity Reader allein nicht für die Gesamtheit seiner marginalisierten Gruppe sprechen, zumal es da je nach Thema große Unterschiede geben kann. Psychische Erkrankungen beispielsweise äußern sich bei jeder Person ein wenig anders, auch wenn es grundlegende Symptome gibt, die ähnlich sind. Aber Sensitivity Reader können in jedem Fall auf grobe Recherchefehler oder ähnliches hinweisen. Ich habe selbst schon Sensitivity Reading für meine eigenen Texte genutzt und möchte diese Möglichkeit nicht missen, denn immerhin wende ich mich damit letztendlich an Expert*innen für ein bestimmtes Thema. Und das tue ich ja auch sonst, wenn ich für ein schriftstellerisches Projekt recherchiere. Und ich sehe noch etwas Positives im Sensitivity Reading:
Manche Autor*innen befürchten eine (Zensur-)Schere im Kopf und haben Angst, dass sie sich vor lauter Gedanken darüber, was sie nun nicht mehr schreiben sollten, gar nicht mehr kreativ ausleben können. Dabei ist es doch im Grunde ganz einfach: Man kann erst mal alles schreiben, ganz ohne „Schere im Kopf” – und dann Testleser*innen und Sensitivity Reader den Text lesen lassen und diese fragen, ob sie darin problematische Inhalte gefunden haben oder nicht.

Auf Political Correctness zu achten, vielleicht zumindest ansatzweise Diversität in seine Geschichten zu bringen, auf problematische Tropes zu verzichten oder diese zumindest innerhalb der Handlung kritisch zu reflektieren, seine Werke mit Triggerwarnungen zu versehen und den Wunsch nach all dem nicht als überzogene Forderungen zu sehen, zeugt letztendlich auch von einem gewissen Feingefühl und Empathie.

Einige weitere Texte:

https://eleabrandt.de/2019/04/12/mythbusting-triggerwarnungen-in-buechern/

https://alpakawolken.de/ein-plaedoyer-fuer-mehr-ruecksichtsnahme/

https://www.tor-online.de/feature/und-der-ganze-rest/2017/04/can-we-talk-ein-plaedoyer-fuer-mehr-diversitaet-in-der-fantastik/

Verlagsvorstellung: Der Art Skript Phantastik Verlag

Grit Richter vom Art Skript Phantastik Verlag Foto: © David Knospe – http://davidknospe.de/

Ich verfolge schon seit längerem die Aktivitäten diesen engagierten Kleinverlags. Positiv aufgefallen sind mir die zahlreichen hochwertigen Anthologien zu verschiedenen Themen der Phantastik – mehrere davon, sowie einige Romane, wurden für Preise nominiert oder haben diese gewonnen, darunter den Deutschen Phantastik Preis. Auch in diesem Jahr gibt es für den Verlag wieder entsprechende Nominierungen. Zuletzt habe ich im Clockworker Magazin die Anthologie „Aeronautica – Logbuch der Lüfte” rezensiert.

Die Genres des Verlags sind:
Dark Fantasy
Steampunk
Space Opera

Ein Zitat von der Verlagsseite:
„Weg vom Mainstream und Kopien amerikanischer Bestseller, hin zu deutschsprachigen Originalen, willkommen auf der dunklen Seite der Phantastik. Nach diesem Motto führt Verlegerin und Grafik-Designerin Grit Richter den Verlag seit dem 01.01.2012 und konnte bereits einige Aufmerksamkeit erregen. Diverse Nominierungen und Gewinne des Deutschen Phantastik Preis für die Romane und Anthologien des Verlages zeigen, dass die ungewöhnlichen Geschichten auf dem Markt Anklang finden. (…)
Verlagsgründerin Grit Richter ist staatlich geprüfte Grafik-Designerin und kam eher durch eine Verkettung glücklicher Umstände zu ihrer Berufung. Eines Tages las sie das Roh-Manuskript von Michael Zandts Erstling und dachte sich, ,So geilen Scheiß, will ich auch machen.‘ Kaum ein halbes Jahr später wurde der Art Skript Phantastik Verlag geboren.”

Der Verlag arbeitet übrigens gern mit Bloggern zusammen. Hinweise dazu gibt es hier: https://www.artskriptphantastik.de/blogger.html

Wer als Autor*in gern ein Manuskript einsenden möchte, muss sich gedulden, denn aktuell nimmt der Verlag keine Manuskripte oder Exposées an.

Wo Ihr die Verlegerin und ihre Bücher demnächst live vor Ort antreffen könnt?
Grit Richter wird mit ihrem Verlag beim BuCon in Dreieich (19. Oktober 2019) und auf der Buchmesse BuchBerlin sein (23./24. November 2019). Geplant ist außerdem eine Teilnahme an der Leipziger Buchmesse 2020.

Die Webseite des Verlags: http://artskriptphantastik.de/
Twitter: @ASPhantastik
Instagram: https://www.instagram.com/asp_verlag/
Facebook: https://www.facebook.com/ArtSkriptPhantastikVerlag/