#Autorensonntag

Verantwortung als Autor*innen. Haben wir Verantwortung? Wie gehen wir damit um?

Um es vorwegzunehmen, ich finde, ja.Wir schreiben nicht nur im stillen Kämmerlein für uns allein, sondern für ein lesendes Publikum. Wir tragen Verantwortung für die Geschichten, die wir in die Welt setzen, denn es ist ja nicht so, dass irgendeine Muse ganz losgelöst von unserer Person uns Geschichten einflüstert, die wir dann vollkommen unbewusst zu Papier bringen. Jeder Plot, jegliche Gestaltung von Figuren beinhaltet viele bewusste Entscheidungen. Als Autor*innen können wir uns für oder gegen Diversität in unseren Geschichten entscheiden. Wir können uns für oder gegen problematische Tropes entscheiden. Ich habe einmal eine ganze Romanidee komplett verworfen, als mir durch einen Blogbeitrag und einen Videobeitrag einer Own Voices Bloggerin klar wurde, dass ich in jenem Fall fast ein sehr problematisches Trope als Plotdevice verwendet hätte.

In manchen Fällen reproduzieren Autor*innen unbewusst problematische Tropes und reagieren entsetzt oder überrascht, wenn Lektor*innen sie darauf aufmerksam machen. Die Autorin und Lektorin Susanne Pavlovic hat darüber einen Beitrag geschrieben:
https://www.tor-online.de/feature/buch/2020/05/twilights-kinder-toxische-beziehungsmuster/


Ich habe einen Blogbeitrag geschrieben über die fatale Romantisierung von toxischen Beziehungen.

… und darüber, dass Konsens sexy ist (denn viel zu oft fehlt Konsens zwischen zwei Figuren in einer Geschichte) http://amalia-zeichnerin.net/konsens-ist-sexy/

Ich habe mehrfach Beiträge geschrieben zum Thema Diversität in der Literatur, sowie über Triggerwarnungen (hier zu finden:
http://amalia-zeichnerin.net/category/diversitaet-inklusion-representation/) und plane dazu einen Essayband, um diese Beiträge in gebündelter Form anzubieten.

Neuerscheinung: Ein göttliches Paar


Ein Unfall während eines Gewitters zwingt den jungen Tarys aus Ithyrios dazu, in einem Tempel Zuflucht zu suchen. Dort lernt er Eli kennen. Sier zählt zu den Semilx – Leute, die jenseits der Geschlechterzuordnungen von „Mann” und „Frau” sind. Eli und Tarys fühlen sich zueinander hingezogen und wollen sich wiedersehen. Doch ihrem gemeinsamen Glück steht mehr als ein Problem im Weg …

In dieser Novelle haben Sex und Sexualität spirituelle Aspekte, diese basieren zum Teil auf Tantra. Außerdem gibt es eine genderqueere Hauptfigur, die für sich das Neopronomen „sier” nutzt. Die Fantasywelt Ithyrios ist lose von der römischen Antike inspiriert.

Seitenanzahl: 97

Leseprobe (als PDF): https://bit.ly/Leseprobe_EingöttlichesPaar

Weiteres zum Buch: http://amalia-zeichnerin.net/queer-fantasy/

Warum ich diese Novelle geschrieben habe?
Zum einen wollte ich gern eine genderqueere Figur schreiben, da ich einige genderqueere/nonbinäre Menschen im realen Leben kenne und sie kaum in der Literatur repräsentiert werden. Zum anderen habe ich mich mit Tantra befasst und über entsprechende Texte herausgefunden: Dabei geht es nicht allein um Sex, sondern vor allem um eine intensive spirituelle Verbindung zwischen zwei (oder mehr) Menschen. Es hat mich gereizt, dieses Thema einmal in einer Geschichte zu erforschen und es drückt sich unter anderem darin aus, dass die beiden Hauptfiguren Tarys und Eli einen sehr wertschätzenden Umgang miteinander pflegen.

Was war zuerst da, der Plot oder die Figuren?

Maarten van den Heuvel, Unsplash

Beim Schreiben gibt es grob gesagt, plot-getriebene Ansätze und figuren-getriebene Ansätze. Beides ist absolut valide und lasst euch bitte nichts anderes erzählen. Warum ich darauf komme? Anfang des Jahres war ich auf der Veranstaltung „Crime Day“ für Krimiautor*innen und andere Interessierte. Im Interview zu Gast auf der Bühne waren unter anderem die beiden Bestseller-Autor*innen Charlotte Link und Andreas Gruber. Beide sind bekannt für Krimis und Thriller. Charlotte Link erzählte, dass sie immer von den Figuren ausgeht, ihre Geschichten aus den Figuren heraus entwickelt. Andreas Gruber dagegen beginnt mit dem Plot und „lenkt“ seine Figuren dementsprechend anders gewissermaßen. Beide Autor*innen sind mit ihren unterschiedlichen Herangehensweisen sehr erfolgreich.

Bei mir ist es so, meine Geschichten sind „character-driven“. Am Anfang steht meistens bei mir ein Szenario, z.B. „Geisterjäger sind aktiv im viktorianischen London“ Als nächstes stehen bei mir die Charaktere im Mittelpunkt.

Ich schreibe ihnen kurze Steckbriefe, suche mir Bilder, die mich inspirieren, z.B. für „Moodboards“ oder Portraits. Ich überlege mir, wen ich für einen Charakter casten würde, wenn es um eine Verfilmung ginge.

Klingt komisch, aber mir hilft das, mein inneres „Kopfkino“ beim Schreiben anzuwerfen. Und erst nach all dem entwickle ich für diese Charaktere eine Geschichte, die ich durchplotte bis zu einem gewissen Grad. Ich lasse den Charakteren aber auch einen gewissen Spielraum.

Das ist meine Herangehensweise. Aber wie gesagt, auch der plot-getriebene Ansatz ist vollkommen valide. Damit möchte ich auch sagen – nicht jede Methode funktioniert für alle Autor*innen. Das gilt auch für das entdeckende Schreiben (auch bekannt als Pantser) vs. Plotten.

Konsens ist sexy

Ava Sol, Unsplash

CN: In diesem Text erwähne ich Sex, Alkohol, Drogen, Genitalien, BDSM, Übergriffigkeit, Rape Fiction

Konsens in der Literatur betrifft natürlich vor allem das Romance Genre. Romance und Erotik gibt es als Nebenhandlung aber auch in vielen anderen Genres, wie der Phantastik, im historischen Roman, in Krimis oder Thrillern. In Büchern zeigt sich immer wieder auch die Abwesenheit von Konsens. Ich habe im letzten Jahr einen Beitrag geschrieben über problematische Tropes im Romance Bereich und deren Romantisierung und gehe darin auch auf Rape Fiction ein.

Als ich vor vielen Jahren mit dem Schreiben angefangen habe, habe ich mir über Konsens relativ wenig Gedanken gemacht. Mir war die Relevanz dessen nicht wirklich bewusst, zumal mir aktiver Konsens in meinen Jahrzehnten als Leserin nur selten in der Literatur begegnet ist. Mittlerweile sehe ich das anders und mir ist bewusst: Übergriffigkeit kann schon im Kleinen anfangen. Ein Beispiel, das jede*r von uns schon mal gelesen haben dürfte: Eine Figur küsst eine andere einfach so zum ersten Mal und fragt nicht vorher, ob sie das darf. Mitunter ist das dann auch ein eher harter, rücksichtsloser Kuss, der anzeigt, dass hier gerade jemand „erobert“ worden ist. Küsse, bei denen nicht um Erlaubnis gefragt wird, sind in der Literatur, im Romance-Genre wie ein unverrückbarer Standard schon seit Jahrzehnten, nein, Jahrhunderten so geschrieben.
Besonders deutlich wird das auch in dem alten Grimmschen Märchen „Dornröschen“ – die Titelfigur wird hier vom Prinz ohne den Hauch einer Einwilligung geküsst, denn sie schläft.
Ein Kuss ohne aktive Einwilligung kann für die beteiligten Charaktere passen, aber es kann auch sein, dass das zu Unbehagen bei der geküssten Person führt.
Kommt dazu noch Alkohol ins Spiel, verschwimmen die Grenzen von Konsens meistens ziemlich schnell. Als Autor*in sollte man sich daher sehr gut überlegen, ob die eigenen Figuren angetrunken oder berauscht sind sind, und wie sie sich dann verhalten.
Konsens ist auch im Zusammenhang mit Verhütung wichtig. Dazu mehr weiter unten.

Berührungen sind generell eine Sache für sich. Im Romance Genre scheint das alles immer sehr selbstverständlich zu sein, dass jeder Charakter Berührungen in jeder Situation mag, also Küsse, Umarmungen, Streicheln oder auch das Händehalten und ähnliches. In Hetero-Romanzen sind die Rollenbilder oft sehr traditionell und auch da wird meist nicht viel hinterfragt. Ein Beispiel: Sex beinhaltet da praktisch immer Penetration und alles andere wird als quasi minderwertiger Ersatz betrachtet.

In Bereich Gay Romance entsteht oft der Eindruck, Analsex wäre die absolute Erfüllung für jede schwule Figur. Dem gegenüber steht die Tatsache, dass viele Schwule Analsex nicht sonderlich mögen oder sogar komplett ablehnen. (1)
In queeren Beziehungen sind die traditionellen heteronormativen Rollenbilder nicht gegeben, hier verhandeln und kommunizieren die Menschen viel eher, was sie mögen und was nicht – und das ist ein weites Spektrum. Entsprechend wäre es nur realistisch, dass in einer queeren Romanze sehr auf Konsens und Kommunikation gesetzt wird. Also dass Figuren, wenn sie sich berühren, ob nun beim ersten Kuss, beim Kuscheln, beim Vorspiel oder beim Sex, einander fragen oder erzählen, was ihnen gefällt und was nicht. Und dass die jeweils andere Figur auch darauf eingeht.

Gleiches gilt auch für BDSM-Beziehungen, die außerdem mit Safety Tools arbeiten, z.B. Safewords, unter anderem um deutlich anzuzeigen, wann für einen persönlich eine Grenze erreicht ist, die nicht überschritten werden soll. BDSM ohne Konsens ist kein BDSM mehr, sondern eine höchstproblematische Grenzüberschreitung. Apropos: „Fifty Shades of Grey” zeigt keine BDSM- Beziehung mit Konsens und lasst euch bitte nichts anderes erzählen. Es gibt deutlich authentischere Romane mit BDSM-Thematik, die auch eine positivere Repräsentation dessen bieten. (2)

Und damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Auch heterosexuelle Menschen, die kein BDSM leben, mögen ganz unterschiedliche Dinge, wenn es um Romantik und Sexualität geht. Auch hier ist Konsens wichtig und das spiegelt sich leider nicht in jedem Buch wieder.

Wie kann man Konsens also in seine Geschichten einbringen?

Das Zauberwort ist Kommunikation. Schreibt Dialoge, in denen eure Figuren darüber offen und ehrlich sprechen, was sie mögen und was nicht. Was sie wollen und was nicht. Macht am besten kein Riesendrama draus und auch keine Plottwists. Meistens lassen sich Kompromisse finden, wenn einem etwas an der anderen Person liegt und nicht nur am eigenen Vergnügen. Und lasst eure Figuren auf ihre Partner*innen und deren Wünsche/Bedürfnisse Rücksicht nehmen, ob nun bei einem One-Night-Stand oder in einer längeren Beziehung.
Überlegt euch sehr gut, wie ihr mit Figuren umgeht, die Alkohol getrunken oder z.B. Partydrogen genommen haben. Eine berauschte Person kann schneller übergriffig handeln oder selbst übergriffig behandelt werden. Von Konsens kann dann kaum noch die Rede sein und an dieser Stelle lauern allerhand problematische Tropes.
Schreibt Dialoge, in denen sich die Figuren über Verhütung und/oder den Schutz vor Geschlechtskrankheiten Gedanken machen. Das muss sich nicht in die Länge ziehen, meistens reichen schon ein, zwei Sätze, in denen z.B. Kondome (für Menschen mit Penis) oder Lecktücher (für Menschen mit Vagina) genannt werden und die dann auch zum Einsatz kommen.
Auch in der Phantastik gibt es Möglichkeiten in dieser Hinsicht: Ein fiktives Verhütungsmittel beispielsweise oder bestimmte sexuelle Praktiken.

Ja, es fällt vielen Menschen schwer, über ihre romantischen und sexuellen Bedürfnisse zu sprechen. Man macht sich dadurch verletzlicher, ist aber gleichzeitig authentischer. In euren Geschichten könnt ihr zeigen, dass man darüber ehrlich sprechen kann und das es kein Beinbruch ist. Dadurch können auch eure Figuren in einem ganz anderen Licht erscheinen oder ein bisschen mehr Tiefe gewinnen. Beziehungen werden durch aktiven Konsens sehr bereichert, auch in der Fiktion.

1) Dazu ein englischsprachiger Artikel des amerikanischen Autors Jamie Fessenden:
https://jamiefessenden.com/2013/01/13/even-in-gay-romance-love-does-not-always-have-to-equal-anal-sex/

2) Ich kann z.B. den Erotikroman „The Boss“ von Abigail Barnette empfehlen
http://jennytrout.com/?page_id=9 – Die Autorin hatte sich vorgenommen, eine ähnliche Ausgangssituation wie in „Fifty Shades of Grey“ zu nehmen und daraus einen BDSM-Roman mit Konsens zu schreiben. Aus meiner Sicht ist ihr das bestens gelungen.

Ein weiterer Beitrag über Konsens:
https://wirliebenkonsens.wordpress.com/was-ist-konsens/


Goodbye Steampunk?

Abbildung: PrettySleepy, Pixabay

Einige Jahre lang war ich sehr aktiv in der Steampunk-Szene: ab ca. 2012 habe ich mehrere Treffen in Hamburg organisiert, z.B. mit Restaurant- und Museumsbesuchen, außerdem das jährliche Hamburger Steampunk-Picknick. Es waren ein paar schöne Treffen, allerdings haben sie sich irgendwann im Sand verlaufen, bzw. ich muss auch ehrlich sagen, es wurde mir zu anstrengend, immer wieder Terminabstimmungen zu machen und bei zig Leuten nachzuhaken, ob sie denn wirklich kommen würden oder nicht. Wir alle waren nicht eng miteinander befreundet, eher eine Gruppe an Bekannten, die Steampunk als gemeinsames Interesse hatte, mit ganz unterschiedlichen Zugängen dazu.

Der Clockworker

Eine ganze Zeitlang habe ich regelmäßig Beiträge für das Steampunk-Magazin „Clockworker“ geschrieben, das leider aus organisatorischen Gründen im Herbst 2019 eingestellt werden musste. Mit dem Clockworker geht es dennoch weiter, auf Facebook und Discord (unten findet ihr die Links dazu). Ich bin dort auch dort nicht mehr aktiv, da mich meine sonstigen Aktivitäten, auch in Social Media, stark beschäftigen.

Das Amt für Aetherangelegenheiten

Ich war auch eine Weile aktiv für das Amt für Aetherangelegenheit mit ihren Zeitreisepässen, aber auch das habe ich reduziert auf wenige Veranstaltungen. In diesem Jahr werden ja reihenweise Events abgesagt wegen der Coronakrise, auch das Aethercircus Steampunk Festival ist davon betroffen. Ich war jedes Mal auf diesen Festival und bin für eine anderen Veranstaltung einmal bis nach Witten in NRW gereist. Aber ich bin nie kreuz und quer durch Deutschland oder ins Ausland für Steampunk-Veranstaltungen gereist. Das habe ich schon früher nicht und weder meine Finanzen noch meine Gesundheit geben das her, vor allem in den letzten zwei, drei Jahren.

Warum ich nur einen einzigen Steampunk-Roman geschrieben habe?

Das hat mehrere Gründe. Zum einen ist die Inspiration für weitere Steampunk-Romane nach „Der Stern des Seth”, meinem Debütroman sind ausgeblieben. Ich erhielt mehrfach das Feedback, der Roman enthalte zu wenig Steampunk. Das kann man nun so oder so sehen. Ich muss ganz ehrlich sagen, auch wenn es wie ein problematisches Klischee klingt („Frauen und Technik!”): Ich interessiere mich nicht genug für Technik und habe auch zu wenig Fachkenntnisse, als dass ich das in einem Steampunk-Roman verstärkt einbringen könnte. Ich habe auch keine Lust, dazu viel zu recherchieren. Kleinigkeiten, das ja. Hard Science? Also schräge, nie dagewesene Erfindungen, die nach den Gesetzen der Physik, Thermodynamik, Mechanik etc. tatsächlich funktionieren würden? No, Sir. Nicht mein Thema. Nicht, dass wir uns falsch verstehen, ich bewundere Maker und Tüftler für ihre Kreationen, aber Technik an sich? Die finde ich persönlich nicht so spannend, dass ich sie schwerpunktmäßig in meinen Büchern verarbeiten möchte.

Wie geht es weiter mit der deutschsprachigen Steampunk-Community?

Auf dem letzten Aethercircus, das war 2018, hielt Dr. Jürgen Lautner einen Vortrag über Steampunk und widmete sich der Frage, wie es wohl mit dem Steampunk in Deutschland weitergehen würde. Er gab dem ganzen noch etwa fünf Jahre, danach würde dieser Trend oder die Subkultur/Szene sich seiner Meinung nach möglicherweise auflösen. Die Szene ist schon jetzt recht zersplittert, aufgeteilt in viele kleine regionale Gruppen. Aber wer weiß, vielleicht werden die Steampunks irgendwann sagen „Steampunk is not dead” – und das auch zeigen? So wie es auch Montague „Monty” Jaques Fromage von Steampunkfunk Bizarre in einem seiner Songs singt. Allerdings ist Monty Amerikaner und in USA und UK ist Steampunk um einiges größer als im deutschsprachigen Raum. Immer noch. Die Zeit wird zeigen, wie sich die deutschsprachige Community weiterentwickelt.

Literarisch gesehen nur ein Nischengenre

Als Literaturgenre ist Steampunk eine Nische innerhalb der Phantastik, die leider nur sehr wenig gelesen wird. Zwischendurch war Steampunk bzw. die Goggle- und Zahnradästhetik kurzzeitig voll im Trend, selbst in Deutschland, aber davon ist mittlerweile nichts mehr zu spüren. Das ist jedenfalls mein Eindruck.

Vor ca. 4 Jahren habe ich einen langjährigen Autor für Phantastik und Krimis (ein Vollzeit-Autor) gefragt, ob er sich vorstellen könnte, auch mal einen Steampunk-Roman zu schreiben. Seine Antwort: Das lohne sich für ihn nicht, das Thema sei nicht im Mainstream angekommen und entsprechende Bücher würden sich zu wenig verkaufen. In deutschsprachigen Raum fehle dafür ein entsprechendes „Zugpferd”.
Auch beispielsweise die Verfilmung von „Mortal Engines” von Peter Jackson, auf die einige die Hoffnung gesetzt hatten, damit Steampunk populärer zu machen, war nicht erfolgreich genug, um etwas derartiges zu schaffen.

Und was wird aus dem Hamburger Steampunk Picknick?
Für 2020 hat die Organisation ein Bekannter von mir übernommen, der es auch 2019 organisiert hat, da meine bessere Hälfte und ich an jenem Datum umgezogen sind. Ob es dieses Jahr stattfindet wird, ist fraglich. Wer sich dafür interessiert, kann die entsprechenden Infos hier finden, auch im Fall einer Absage:
https://www.facebook.com/events/1129577773914502/

Auf Facebook bin ich weiterhin Admin in der Gruppe „Steampunkbibliothek” und werde sie auch weiterführen, solange daran Interesse besteht. Aber auch da ist zu sehen, dass Steampunk ein Nischengenre ist.

https://www.facebook.com/groups/steampunkbibliothek/

Rund sechs Jahre lang habe ich mich in dieser Szene sehr zu Hause gefühlt, aber mittlerweile haben sich meine Interessen verändert und ich möchte meine Zeit mehr mit anderen Dingen verbringen. Fast alle meine Steampunkkleider habe ich verkauft – nicht nur, weil sie mir nicht mehr passen, sondern weil meine prekäre finanzielle Situation in den letzten Jahren mir zu schaffen gemacht hat und es noch immer tut. (Ich habe auch viele andere gebrauchte Dinge verkauft, auch aus meinem Hobby LARP.)

Ich mag Steampunk immer noch gern, aber ich bin nicht mehr aktiv in der entsprechenden Szene, abgesehen von einigen Ausnahmen wie der genannten virtuellen Bibliothek. Ich habe Hopepunk für mich entdeckt und möchte eventuell einmal etwas schreiben, was dem nah kommt. Ich schreibe nun schon länger rein viktorianische Krimis, ohne übernatürliche Elemente, ohne Steampunk-Gagdets.

Es folgen einige Linktipps:

Wenn ihr euch für Steampunk interessiert und gern Podcasts hört, inzwischen gibt es den ersten deutschsprachigen: „Tentakel Debakel” mit Fräulein Clara und Fräulein Rosalinde.

Link: https://www.podcast.de/podcast/758257/

Auf Facebook gibt es mehrere deutschsprachige Steampunk-Gruppen, auch regionale

Hier sind vier:

https://www.facebook.com/groups/steampunk.germany/

https://www.facebook.com/groups/clockworker/

https://www.facebook.com/groups/817434611763893/

https://www.facebook.com/groups/447926382043322/

Für Leute, die Facebook nicht nutzen, empfehle ich dieses Forum, die „HMS Anastasia“

Die Facebookseite des Steampunk Magazins „Clockworker“:
https://www.facebook.com/clockworker.de/
Sie haben auch einen eigenen Discord-Server eröffnet: https://discord.gg/nJdud8v


Über Gefühle schreiben

Foto: Christopher Sardegna, Unsplash

Wieder was gelernt: Neulich habe ich auf Facebook einen Beitrag geschrieben über Schreibstile und dass meiner nicht besonders emotional sei. Die Emotionen der Charaktere werden oft nicht fühlbar für die Leser*innen. Das haben mir immer wieder Testlesende und auch Rezensent*innen zurückgemeldet. Damit kämpfe ich schon, seit ich als Teenager mit dem Schreiben begonnen habe. Irgendwann dachte ich, ich kann das einfach nicht gut und müsse damit klarkommen. Weil ich den Knackpunkt des Problems nicht gefunden habe.

Nun hat sich etwas Neues in dieser Hinsicht für mich entwickelt. Auch im Austausch mit einer neuen Lektorin kam dieses Thema mit den fehlenden Emotionen vor kurzem auf. Dann habe ich einen Beitrag der Autorin und Literaturwissenschaftlerin Barbara Drucker/B.D. Winter dazu gefunden:

Wenig später hatte ich eine Art persönliche Offenbarung, warum es mir so schwerfällt, über Gefühle so zu schreiben, dass sie spürbar werden: Es hat mit der Art zu tun, wie ich jahrzehntelang mit meinen eigenen Gefühlen umgegangen bin. Das ist wieder eine Geschichte für sich, die ich hier jetzt nicht vertiefe.

Mir ist dadurch jedenfalls schlagartig klar geworden, warum es mir so schwerfällt, über Gefühle zu schreiben. Denn Schreiben, das ist zwar zum einen Handwerk, das klaren Regeln folgt, aber zum anderen fließt auch viel Unbewusstes mit ein, bei dem ich oft gar nicht konkret benennen kann, wo die Inspiration dafür herkommt. Ich habe also den Knackpunkt des Problems gefunden, was mich sehr freut.

Ich bin oft heute noch sehr sachlich und distanziert. Das wäre sicher kein Problem, wenn ich Sachbücher schreiben würde. Aber wenn es um fiktionale Charaktere geht, müssen deren Gefühle einfach präsent sein.

Also werde ich nun anders über Emotionen schreiben und der Text von Barbara Drucker hat mir da bereits weitergeholfen. Das heißt nun natürlich nicht, dass ich quasi von 0 auf 100 gehen und auf einmal sehr emotional schreiben kann. Es ist für mich immer noch ein Lernprozess. Aber ich habe nun einen Weg gefunden, das besser anzugehen.

Vorankündigung: „Post Mortem – ein viktorianischer Krimi mit Mrs und Mr Fox“

© Dryas Verlag

Vorankündigung: Neuerscheinung

Ich freue mich sehr auf meine erste Veröffentlichung im Dryas Verlag:

„Post Mortem – ein viktorianischer Krimi mit Mrs und Mr Fox“

Klappentext
London, 1878. Als die junge Sängerin Pauline Westray in einem Fotoatelier überraschend stirbt, stehen der Fotograf Clarence Fox und seine Ehefrau Mabel vor einem Rätsel – war die Praline, die sie kurz vor ihrem Tod aß, vergiftet?
Während die Polizei keine Erklärung für den Tod finden kann und den Fall bald als natürlichen Tod zu den Akten legt, kann Mabel, die die junge Frau kannte, das nicht glauben. Mabel und Clarence beginnen, weitere Nachforschungen anzustellen. Schon bald stoßen sie auf mehr als nur einen Verdächtigen aus Miss Westrays Umfeld …

Das Buch erscheint am 15. November 2020 im Taschenbuchformat und kann bereits vorbestellt werden, u.a. bei Thalia, Hugendubel, bei Amazon und in der Bakerstreet Buchhandlung. Eine E-Book-Version wird es später auch geben.

Meine Bücher in verschiedenen Online-Buchhandlungen

Einige meiner Bücher gibt es nun als E-Books nicht nur bei Amazon, sondern auch in weiteren Online-Buchhandlungen, in Einzelfällen auch als Taschenbuch.
Hier eine Auflistung dazu mit direkten Links zu meinen Büchern:

Thalia

Hugendubel

Weltbild

ebook.de

buecher.de

Epubli

Buch7 – der soziale Buchhandel

Außerdem sind viele meiner Bücher bei Osiander erhältlich, bitte dort „Amalia Zeichnerin“ in die Suchleiste eingeben.

Die Buchreihen „Berlingtons Geisterjäger“ und „Die mysteriösen Fälle der Miss Murray“ gibt es vorerst weiterhin nur bei Amazon, können aber auch direkt bei mir als Taschenbücher bestellt werden.

Und eine Nachricht in Sachen Buchhandlungen: Mayersche wird zu Thalia, was die Online-Buchhandlung betrifft: Wer auf die Webseite der Buchhandlung Mayersche geht, wird zu Thalia weitergeleitet. Zitat: „Während Sie weiterhin in den Mayerschen Buchhandlungen vor Ort stöbern können, wird der Webshop unter www.mayersche.de nicht mehr zur Verfügung stehen. Thalia.de wird als Online-Shop für die Mayersche und Thalia weitergeführt.“

Was ist bitte „normal“?

Abbildung: bs-matsunaga

Kürzlich fragte ein Mann auf Twitter, warum er denn das Label „cisgender“ haben müsse. Er wolle kein „Cis-Mann” sein. Daraufhin entspann sich eine längere Diskussion.

U.a. schrieb der Autor F.B. Knauder:
Aber du bist es halt. Und warum sollte es ein Wort für trans geben aber nicht für cis? Du brauchst das, weil sonst heißt cis quasi „normal“ und das ist viel schlimmer. In other words: Wir brauchen Schubladen, damit wir nicht Sachen als normal bezeichnen.”

Ich schrieb dazu:

Gilt übrigens in ähnlicher Weise auch für Hautfarben. Manche Leute wollen nichts davon wissen, dass sie weiß sind. Weil das für sie „normal” ist. Weil das für sie der Standard ist. Weil sie Menschen mit anderer Hautfarbe immer als „anders” betrachten.

Den Ausdruck cisgender gibt es übrigens seit 1991, um auszudrücken, dass das als „normal“ unterstellte Zusammenfallen von Körpergeschlecht und Geschlechtsidentität keine Selbstverständlichkeit ist. Kann man hier nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Cisgender

Was ist bitte normal?
Ihr ahnt es vielleicht schon. Das ist eine rhetorische Frage. Es gibt kein „normal“. Alles, wirklich alles ist relativ. Ja, es gibt Menschen, die sind heterosexuell, cisgender, allosexuell, dyasexuell, neurotypisch, ohne Behinderungen und weiß*. Diese Menschen bilden in Europa die Mehrheit. Sie genießen allein aufgrund dieser Eigenschaften Privilegien, die marginalisierte Menschen** nicht haben. Aber bedeutet das, dass sie normal sind? Die Norm? Der Standard?

Das zu behaupten, würde im Gegenzug bedeuten, dass alle anderen nicht normal sind. Dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Weil sie nicht zu dieser „Norm” gehören. Und ich glaube, niemand, der sich als Menschenfreund sieht, möchte andere Menschen so eingrenzen und damit ausgrenzen, denn eine solche Zuschreibung ist verletzend und herabwürdigend.

Und deshalb brauchen wir Schubladen. Sogar ziemlich viele. Um bei allem, was wir gemeinsam haben als Menschen, auch auf die Unterschiede zwischen uns aufmerksam machen zu können.

Es ist doch auch so, dass wir in vielen anderen Bereichen ebenfalls unterschiedlich sind. Wir alle haben unterschiedliche Interessen und Vorlieben und benennen diese auch. Niemand verlangt von uns, dass wir das nicht tun. Der eine mag dieses, die andere jenes, sier verträgt dieses nicht, xier freut sich jedes Mal über das und so weiter. Mit anderen Worten: Wir sind alle Menschen. Und wir sind alle unterschiedlich.

Hinzu kommt: Viele Menschen denken sehr binär. Schwarz. Weiß. Ja. Nein. Frau. Mann. Sie denken gern in absoluten Gegensätzen. So sind die meisten von uns aufgewachsen und geprägt worden. Was viele dabei nicht sehen: Es gibt auch vieles, das sich auf einem Spektrum bewegt. Die Kinsey Skala ist dafür ein Beispiel. Alfred Charles Kinsey war ein Sexualforscher, der in seinen Studien herausfand, dass sich die Sexualität vieler Menschen auf einem Spektrum bewegt, das z.B. irgendwo zwischen absoluter Heterosexualität und absoluter Homosexualität liegt. Asexualität und Grau-Asexualität zum Beispiel sind oft ebenfalls in einem Spektrum angesiedelt.

Ähnliches gilt auch für nonbinäre Menschen,z.B. Menschen, die gender-fluid oder genderqueer sind. Ihr Gender sprengt die üblichen binären Vorstellungen. Ihr Gender ist also ebenfalls auf einem Spektrum angesiedelt, und nicht an einem von zwei Polen. Menschen, denen das nicht aus eigener Lebenserfahrung vertraut ist, mag das exzentrisch, ungewöhnlich oder sogar bedrohlich erscheinen, weil dadurch ihr eigenes binäres Verständnis von Gender infrage gestellt wird. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass es die Lebenswelt und Realität nonbinärer Menschen ist.

Betrachten wir es auch einmal so: Die Menschheit hat in ihrer jahrtausendelangen Existenz für alles mögliche Schubladen, Namen, Zuordnungen etc. gefunden, z.B. in den vielen Wissenschaften. Und zwar nicht nur grobe Überkategorien, sondern auch viele, viele mehr. Es gibt auch in der Literatur unzählige Gattungen, die Genres und Subgenres.

Warum sollten wir dann ausgerechnet bei uns selbst, in all unserer Vielfalt (und der immer größeren Freiheit, die wir als Individuen haben, im Vergleich zu früheren Epochen) auf Schubladen und Labels verzichten, die unsere menschliche Vielfalt genauer und präziser abbilden?

* allosexuell: Das Gegenteil von asexuell
dyasexuell: Das Gegenteil von intersexuell
cisgender: Das Gegenteil von transgender
neurotypisch: Das Gegenteil von neurodivers

** über marginalisierte Menschen habe ich u.a. diesen Beitrag geschrieben:
http://amalia-zeichnerin.net/die-welt-ist-gemein-zu-marginalisierten-menschen/

Nicht nur bei Amazon

Organisatorische Neuigkeiten zu meinen Veröffentlichungen

Bisher gab es alle meine bisherigen Veröffentlichungen ausschließlich bei Amazon. Das ist aus vielen Gründen ungünstig, denn
– Amazon steht als Konzern in der Kritik, aus vielen Gründen
– manche Leute boykottieren Amazon deshalb komplett
– zurzeit priorisiert Amazon andere Waren, wodurch die Auslieferung von (Print-)Büchern stark verzögert wird (siehe verlinkten Beitrag unten)
– meine Bücher kann man bisher nicht über den stationären Buchhandel bestellen
– Meine E-Books gibt es bisher nicht im Format epub, z.B. für Tolino

Ich möchte so nicht weitermachen. Nach einem Tipp der Autorin Tanja Rast gehe ich nun folgendermaßen vor:

Neuveröffentlichungen
Diese gibt es drei Monate lang als E-Book bei Kindle Unlimited, danach nehme ich sie bei diesem Leihservice heraus und biete sie parallel bei Amazon und für Tolino an (also auch bei Weltbild, Thalia, Hugendubel, buecher.de u.a.)
Die Printversionen wird es bei Epubli geben (die u.a. auch Amazon, sowie Weltbild, Apple Books, Hugendubel u.a. beliefern). Sie werden auch regulär über stationäre Buchhandlungen bestellbar sein.

Auch die bereits veröffentlichten Bücher nehme ich nach und nach bei Kindle Unlimited heraus und biete sie parallel bei Amazon (Format mobi) und für Tolino (Format epub) an.
Das gilt aktuell für meinen Steampunk-Abenteuer Roman „Der Stern des Seth“, die anderen folgen nach und nach.

Noch etwas zu den Taschenbuchausgaben …
Meine bereits veröffentlichten Bücher wird es weiterhin größtenteils als Prints bei Amazon geben – denn es würde mich sehr viel Zeit kosten, sie alle umzuformatieren. Taschenbücher können aber auch weiterhin bei mir bestellt werden. Ich signiere sie auf Wunsch gern und übernehme die Versandkosten.
Einzelne Titel werde ich zu Epubli umziehen, das gilt bereits für „Das Herz eines Rebellen“ und „Orangen und Schokolade“.

Hier eine Übersicht, welche meiner Bücher wann Kindle Unlimited verlassen – wer also gern noch welche über diesen Leihservice lesen möchte, nun wäre noch die Gelegenheit dazu, in einigen Wochen nicht mehr.




Ein offener Brief an Amazon von Tomas Montasser, Autor und Literaturagent (vom 26.03.2020):

Update am 31.03.2020

Die oben im Bild angezeigten Bücher sind nun als E-Book im epub-Format (für Tolino u.a.) vorbestellbar bei:

Weltbild
Hugendubel
Osiander
buecher.de
ebook.de

Thalia

Bitte bei Interesse auf die Webseite der gewünschten Online-Buchhandlung gehen und dort „Amalia Zeichnerin“ ins Suchfeld eingeben.