Bin ich zu alt für Goth? Oder: Was mir mein Goth-Dasein bedeutet

Foto von Nick, Shinsane Photography

Ich bin Jahrgang 1978 und hatte als Teenager eine Phase, in der ich sehr viel Goth Musik gehört habe. Ich bin allerdings damals nicht in die Subkultur gekommen – auf dem Land in einem winzigen Dorf leben, ohne Internet, hat das damals erschwert. Außerdem hatte ich schon damals einen recht vielseitigen Musikgeschmack, ich habe nicht nur Goth Musik gehört, sondern auch noch andere Genres.

Fast forward rund 29 Jahre: Ich fange wieder an die Goth Musik von damals zu hören – und fühle mich instant wieder sehr angekommen, sehr zu Hause.

Dass ich dann als Babybat wieder in die Goth Subkultur geflogen und geblieben bin, das verdanke ich unter anderem dem Goth Shop Nyctophilia, der auch regelmäßig Veranstaltungen für die Community macht (über ihren monatlichen „Grufti-Treff“ habe ich hier berichtet).

Kürzlich las ich im Nyctophilia einen Beitrag aus dem Magazin Spontis zur Frage, ob mensch eigentlich irgendwann zu alt für Goth sei. Dazu gab es mehrere Meinungsbeiträge und ich selbst habe auch darüber nachgedacht. Aus oben genannten Gründen bin ich nicht schon seit 29 Jahren in der Szene unterwegs, sondern noch recht frisch dabei.

Die Subkultur war und ist immer auch eine Jugendkultur – allerdings eine, in der viele Mitglieder mittlerweile mittleren Alters oder älter sind, also so wie ich.

Im Gegensatz zu vielen Teens rebelliere ich mit meinem Gothdasein nicht gegen meine Eltern. Wogegen ich allerdings damit rebelliere, ist das konformistische, der Mainstream und die „Normies“. Normies, das ist ein Ausdruck aus der Subkultur für die „normalen Leute“. (Lassen wir heute mal die Frage beiseite, was denn eigentlich „normal“ ist, und wer das definiert. Darüber könnte ich einen eigenen Blogbeitrag schreiben.)

Und das konformistische? Hier ein paar Beispiele, was ich meine: Dass praktisch alle Leute die gleiche, aktuell angesagte Markenkleidung tragen – oder heute speziell: die angesagte Markenkleidung, die von ebenfalls angesagten Influencer*innen auf TikTok, Instagram und YouTube angepriesen wird. Oder auch Fast Fashion von den bekannten großen Versandhandelshäusern aus dem In- und Ausland, die ich jetzt nicht namentlich nenne. Es gab auch mal eine Zeit, da hatte ich den Eindruck, dass sehr viele junge und auch ältere Frauen plötzlich alle wie die Frauen der Kardashian-Familie gekleidet und gestylt waren.

Mit anderen Worten: Ich rebelliere dagegen, all die Mainstream-Trends mitzumachen, die die breite Masse anstrebt. Schon bevor ich um 2023 in die Goth Subkultur gekommen bin, war ich Team „T-Shirt/Pullover und Hose“ und habe meine Kleidung gern solange getragen, bis sie quasi zerfallen ist. Also nichts von wegen jeden neuen Trend mitmachen.

Interessanterweise gibt es für diese Art mit Kleidung umzugehen, mittlerweile den mir sympathischen TikTok Trend „Underconsumption Core“, in dem es u.a. auch um das Reparieren von Kleidung und anderen Objekten geht, Upcycling, visual mending und Ähnliches.

Zurück zu den alternativen Subkulturen, zu denen auch Goth zählt.
In diesem Instagram-Beitrag schreibt die Sophie Lancaster Foundation (übersetzt von mir aus dem Englischen):

„Für viele Leute fußt ihr alternatives Dasein auf geteilten Werten, Kreativität und Community. Es kann ihre Identität formen, Sicherheit bieten und für lebenslange Verbindungen sorgen.“

Außerdem: „Alternativ sein bedeutet sich Lifestyles, Moden oder Interessen anzueignen, die außerhalb des Mainstreams und konventioneller Normen existieren. Gängig in Subkulturen wie Punk, Goth und Emo, geht es dabei um ein Mindset, das Authentizität über Konformität stellt.“

Und darin finde ich mich sehr wieder. Ich möchte ganz authentisch ich selbst sein, aber das kann ich nicht, wenn ich mich an gängige Konventionen halte oder konformistisch bin. Das habe ich früher jahrelang versucht, aber ich bin nicht glücklich damit geworden. In meinem Fall spielt auch meine agender Identität dabei eine Rolle. Bevor ich dieses Label für mich fand, habe ich mich als „gender-nonconforming“ gelabelt. Und das ist etwas, das ich auch oft in der Goth Subkultur sehe: ein kreatives Spiel mit dem Gender-Ausdruck, in der Mode, Frisuren, Makeup, Accessoires und so weiter.

Und dann habe ich auch noch Interessen, mit denen viele Normies nichts anfangen können. Das Horror-Genre oder auch einfach sanft gruselnde Geistergeschichten und Gothic Fiction. Ich liebe Friedhöfe, Fledermäuse, Raben und Krähen. Ich lasse auch Spinnen in meiner Wohnung friedlich existieren. Ich mache mir oft Gedanken über den Tod und die Vergänglichkeit. Vermutlich mehr als viele Normies, die lieber gar nicht erst darüber nachdenken, weil ihnen das Angst macht oder sie traurig stimmt, bzw. auch weil das in unserer Gesellschaft eher ein Tabuthema ist. Ich beschäftige mich mit Hexenkunst, was zugegebenermaßen nicht alle Goths machen, aber es gibt Überschneidungen dieser verschiedenen Communitys. Ich fühle mich sehr wohl in schwarzer Kleidung und stehe nicht mehr ratlos vor meinem Kleiderschrank, weil ich mich fragen muss, ob die Farben von Kleidungsstücken A, B und C gut zusammenpassen.

Das alles ist, ihr ahnt es schon, nicht altersgebunden.

Last but not least habe ich über das Nyctophilia und auch online eine interessante, kreative und herzliche Community gefunden, in der ich mich sehr wohl fühle. Im Gegensatz zu manchen Klischees und Vorurteilen sind viele Goths nicht depressiv, verbittert oder leiden nonstop an Weltschmerz oder Melancholie. Ja, die gibt es sicherlich auch und natürlich kann das auch phasenweise so sein. Aber meine Erfahrung ist auch: Im Laufe der Zeit habe ich viele Goths mit Humor, Offenheit, freundlicher Neugier auf ihre Fellow Goths und einer sozialen Einstellung gefunden. Und das alles möchte ich nicht mehr missen.

Der Grufti-Treff im Nyctophilia (Hamburg)

Foto: von mir, eines der Schaufenster des Nyctophilia

Lesezeit: ca. 3 Minuten.
Seit rund zwei Jahren gehe ich fast jeden Monat zu diesem monatlichen offenen Treffen für Goths und Interessierte. Mir gefällt diese Veranstaltung sehr, deshalb möchte ich sie heute einmal vorstellen.

Wann?
Der kostenlose Treff findet jeden 2. Samstag im Monat statt, von 15 bis 19 Uhr. Das hängt auch damit zusammen, dass die langjährig etablierte Goth-Party „Return of the Living Dead“ (oder abgekürzt: die „Return“) ebenfalls jeden 2. Samstag im Monat in der Markthalle (Nähe Hauptbahnhof) stattfindet. So kann man bei Interesse den Treff-Besuch und die Party gut miteinander verbinden.

Wer?
Willkommen sind Goths bzw. Gruftis und alle, die sich für die Goth Subkultur und Verwandtes interessieren, also auch Newbies/Baby Bats. Ich habe dort auch schon mehrere Leute getroffen, die eher Punk oder Metal hören, oder auch viele verschiedene Genres, nicht nur die Goth-Subgenres.
Aus meiner Sicht ist der Treff außerdem ein Safer Space: Auch Queers sowie anderweitig marginalisierte Menschen sind gern gesehen und das ist nach meiner Erfahrung nicht einfach so dahingesagt. Ich trage dort übrigens (als Risikopatientin, was Covid betrifft) immer noch eine FFP2-Maske und habe in dieser Hinsicht noch nie abwertende Kommentare oder Blicke bekommen.

Was?
Der Treff ist vor allem eine Möglichkeit, sich entspannt mit anderen auszutauschen. Dabei ist mir aufgefallen, dass viele der Anwesenden offen sind, auch mit Leuten, die sie noch nicht kennen, ins Gespräch zu kommen. Bei solchen Gelegenheiten frage ich z.B. gern, welche Musik jemand besonders gern hört. Daraus haben sich schon einige interessante Gespräche ergeben und ich habe einen Haufen Musiktipps bekommen.
Einige bringen gern Karten- oder andere Spiele mit.* Ich habe auch schon einige Leute über Tarotkarten fachsimpeln gehört. Andere bringen ihre kreativen Projekte mit (z.B. Häkeln, Stricken, Skizzenbücher zum Zeichnen oder anderes) und arbeiten daran, während sie sich unterhalten. Und wer mag, kann einen Eintrag im Gästebuch des Ladens schreiben oder etwas darin zeichnen.

Im Nyctophilia gibt es mehrere Sitzgelegenheiten und Tische, außerdem gibt es Limonaden zu kaufen. Beim Grufti-Treff gibt es auch kostenlos Kaffee und häufig Kekse (alles vegan). Für den Kaffee gebe ich etwas in die „Kopfgeld“-Kasse. Das ist gern gesehen, aber kein Muss.

Apropos kein Muss: Der Shop hat während des Treffs ganz regulär geöffnet, also eine gute Gelegenheit zum Stöbern, für Fragen oder das Anprobieren von Kleidung, Schmuck oder Accessoires. Es gibt aber weder einen Kaufs- noch einen Verzehrzwang.

Für mich als Buchmenschen ist außerdem die Bücherecke besonders interessant: Dort gibt es Bücher, DVDs und CDs. Einige davon kann man gegen eine Spende erwerben, andere gehören dem Laden und sind zur Ansicht/zum Hineinlesen da. Bei Interesse am besten beim Team des Nyctophilia fragen. Auch von mir gibt es einige Bücher in der Bücherecke (sie bleiben im Laden).

Wo?
Die Adresse des Nyctophilia ist Landwehr 5, 22087 Hamburg.
Das ist gut zu Fuß erreichbar, über die U-Bahnstation Wartenau, die S-Bahnstation Landwehr, bzw. auch Bushaltestellen in der Nähe.

Die Webseite: https://nyctophilia-shop.de/

Nyctophilia auf Instagram: https://www.instagram.com/nyctophilia_shop/

Nyctophilia auf Facebook: https://www.facebook.com/NyctophiliaShopHamburg

Fußnote
* Im Nyctophilia gibt es übrigens auch immer mal wieder Spielnachmittage, bei denen vor allem düstere, morbide, schwarzhumorige oder anderweitig Gothic-mäßige Spiele gern gesehen sind. Weitere Veranstaltungen sind ein Tatoo und Piercing Walk-In-Day, Community-Flohmärkte, Kunsthandwerksmärkte (z.B. für Frühling und Winter) und gelegentlich auch abendliche Vorträge (z.B. über Fledermäuse)

World Goth Day – meine Bücher mit Goth Hauptfiguren

Happy World Goth Day! Dieser Tag wurde 2010 in England begründet, unter anderem, um die Vielfalt der Goth Subkultur zu feiern. Ich wünsche mir mehr Repräsentation von Goths in der Belletristik. Aber im deutschsprachigen Raum gibt es nicht so viel davon. Also habe ich selbst einige Goth Hauptfiguren geschrieben, in den folgenden Büchern:

Ein Konzert für einen guten Zweck mit den Demonettes
Der Post-Punk-Star Gavin ist wegen gesundheitlicher Probleme größtenteils im Ruhestand und kennt Ainsley Moore schon seit Jahren. Die beiden streiten sich gern über alles Mögliche, auch Musik. Als ihre gemeinsame Bekannte Cassandra ihren Plattenladen in Soho mit einem Crowdfunding retten möchte, schlägt Ainsley ein Benefizkonzert mit Gavins Band The Demonettes vor. Aber werden Ainsley und Gavin jemals über ihre Gefühle füreinander reden?

Eine Novelle mit 47 Buchseiten. Eine Hommage an die Gothic Community und das Musikgenre Post-Punk. Die Hauptfiguren sind beide auf dem asexuellen Spektrum, eine von ihnen ist außerdem agender/genderless.



Nox and the Shadows

Nox ist ein englischer Goth Musiker in einer Band. Aufgrund einer Autopanne lernt er den Automechaniker Aidan kennen, der gern Gedichte schreibt. Gemeinsam arbeiten sie später an einem Song und kommen sich näher, aber es gibt einige Probleme für die beiden …

„Nox and the Shadows“ ist eine wholesome, cosy Gay Romance Novelle, eine Hommage an die Goth-Musik und -Community.

Francis und das Gasthaus der Geister
Als Francis Bailey ein altes Gasthaus in Yorkshire erbt, beschließt er, seine Zelte in London abzubrechen, um ein Bed & Breakfast zu eröffnen. Doch bald muss er feststellen, dass es in dem alten Haus spukt. Eine Zumutung für ihn – und für potenzielle Gäste.
Dazu kommt, dass einer der Geister sich offenbar zu ihm hingezogen fühlt, was es noch komplizierter macht.
Als Francis den Handwerker Aaron kennenlernt und die beiden sich näherkommen, droht die Situation zu eskalieren. Doch was soll Francis tun, wenn sich die Geister nicht vertreiben lassen?

Ein Gay Romance Roman mit einer Geistergeschichte und einer Prise Magie. Francis ist außerdem ein Goth.

Unser Vorstadtidyll
Gale und Freddy führen ein Bilderbuchleben in der Vorstadt, aber hinter der schönen Fassade bröckelt ihre Beziehung. Dann ziehen Abby und Brian ins Nachbarhaus ein, die ihr Weltbild ganz schön durcheinanderbringen. Gale und Freddy müssen sich schon bald eingestehen, dass sie für die beiden mehr als nur freundschaftliche Gefühle empfinden …

Eine Queer Romance Novelle über Polyamorie, ohne explizite Sexszenen. Die Handlung ist in einer fiktiven amerikanischen Kleinstadt angesiedelt. Brian und Abby sind Goths und hören auch gern Metal.

Mehr über diese Bücher gibt es hier, auch Leseproben:
https://amalia-zeichnerin.net/contemporary-queer-romance/

Darüber hinaus ist Jannis aus der Buchreihe „Hexen in Hamburg“ ebenfalls ein Goth, ebenso seine Freundin Claire. Ich plane auch einen Band mit Jannis als Hauptfigur. In den bisher erschienenen Bänden ist er eine Nebenfigur.

Unkommerzielles Buchprojekt: Stimmen aus der schwarzen Szene – Interviews mit Goths

Update am 21.11. 2025

Der Klappentext
Aktuelle Sachbücher über die Goth-Subkultur gibt es im deutschsprachigen Raum nur wenige und sie konzentrieren sich vor allem auf die Prominenz der Szene, die Musiker*innen und andere Kunstschaffende. Der Interviewband „Stimmen aus der schwarzen Szene: Interviews mit Goths“ aus dem Jahr 2025 verleiht 40 vielfältigen Stimmen aus der Szene Gehör, unabhängig davon, ob sie in der Subkultur beruflich tätig sind oder nicht. Langjährige Goths sind ebenso vertreten wie „Baby Bats“, also Neulinge. Mal tiefgründig, mal mit Humor, auch mit kritischer Reflexion zeigen sich hier vielschichtige Erfahrungen mit dem Dasein als Goth und der Subkultur.

E-Book und PDF, dauerhaft kostenfrei
Das E-Book (im Format epub3) und das PDF können hier in meiner Dropbox dauerhaft gratis heruntergeladen werden. Das ist ohne eine Registrierung oder Anmeldung bei Dropbox möglich, siehe Screenshot mit grüner Markierung bei „Herunterladen“

Taschenbuch
Das Taschenbuch (mit 204 Seiten) kann seit dem 21.11. 2025 hier bestellt werden sowie auch überall im Buchhandel, mit der ISBN 9783565097654
https://www.epubli.com/shop/stimmen-aus-der-schwarzen-szene-interviews-mit-goths-9783565097654

Die Druck- und Vertriebskosten müssen gedeckt sein. Das Taschenbuch kostet 9 €.
Unten im Bild ist zu sehen, wie sich dieser Preis aufschlüsselt (bei meinem Print-on-demand- Anbieter Epubli). Dazu muss ich sagen, dass nach meiner Erfahrung kaum Leute direkt Bücher von mir im Epubli-Shop bestellen. Daher rechne ich eher damit, dass ich pro verkauftem Buch nur 2 Cent verdiene.
Dieses Geld möchte ich übrigens in den Druck von Flyern investieren, die auf das Buch hinweisen. Ich rechne außerdem nicht mit sehr vielen Buchverkäufen insgesamt, da ich keine hohe Reichweite habe.


Die Infos zum Projekt, aus meinem ursprünglichen Aufruf:
Aktuelle Sachbücher über die deutschsprachige Goth Community gibt es nur wenige. Deshalb möchte ich gern Interviews machen und diese in einem kostenlosen Buch zusammenfassen. Ich habe dieses unkommerzielle Buchprojekt auch deshalb begonnen, weil ich gern einmal ein Buch herausbringen möchte, das Erfahrungen von Goths mit dieser Subkultur näher beleuchtet, in ihren eigenen Worten.

Folgende Bedingung, wenn du teilnehmen möchtest:
Du zählst dich zur Goth Community. Es ist egal, ob du erst seit kurzem dabei bist, seit ein paar Jahren oder schon Jahrzehnte.
Willkommen sind natürlich auch Goths, die Teil marginalisierter Gruppen sind (z.B. Person of Color, behindert, queer, neurodivergent, von Armut betroffen oder anderes)

Du kannst selbst entscheiden, ob du manche der Fragen nicht beantworten kannst oder möchtest.

Du kannst dich auch entscheiden, ob du mit einem Vornamen oder Nickname und deinen Pronomen genannt werden möchtest, oder ob du ganz anonym teilnehmen möchtest.

Die Interviews werden von mir nicht verändert, ich prüfe lediglich Rechtschreib-, Grammatik- und Zeichensetzungsfehler. Ich selbst werde die Interviewfragen auch beantworten.

Rund um das Buch:

Ich habe langjährige Erfahrung mit Selfpublishing und werde ein E-Book erstellen in den Formaten epub, mobi und PDF. Nach der Fertigstellung kann es kostenlos aus meiner Dropbox heruntergeladen werden, was ohne Anmeldung/Registrierung möglich ist. Ich werde auch eine Taschenbuchausgabe veröffentlichen. Dabei werde ich den Preis so gering wie möglich halten, aber natürlich müssen Vertriebs- und Druckkosten gedeckt sein.

Bitte beachten: Da ich mit diesem Buch entsprechend kein Geld verdiene (oder eventuell nur wenige Cents bei der Taschenbuchausgabe) kann ich den Teilnehmenden kein Honorar zahlen.

Du möchtest mitmachen?
Die Interviewfragen kannst du in den Formaten .docx (für MS Word) und .odt (Libre Office, auch kompatibel mit Word) herunterladen. In den Dateien findest du auch meine Kontakt-E-Mail-Adresse. Sende das beantwortete Interview bitte an diese Adresse.

Die Infos aus diesem Beitrag und die Interviewfragen stehen auch in den Dateien unten auf der Seite, die zum Download bereitstehen.

Länge des Interviews?
Bitte beschränke dich auf maximal 3000 Worte, inklusive der Interviewfragen (diese bitte nicht löschen). Das entspricht ungefähr 12 Buchseiten.

Einsendeschluss: Halloween, 31.10. 2025 (Gern früher einsenden)

Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten, sich über die Veröffentlichung des Buches zu informieren: Du kannst eine Nachricht von mir per E-Mail erhalten oder mir in Social Media folgen, wo ich die Veröffentlichung ankündige.

Die Interviewfragen

Name oder Nickname:
Pronomen: (optional)
Ich möchte lieber anonym bleiben.
(Nicht zutreffendes bitte streichen)

1. Wie lange oder seit wann bist du schon in der Goth Subkultur?

2. Die Community ist seit ihren Anfängen eng verbunden mit Musik. Welche Bands und Interpret*innen magst du besonders? Bitte beschränke dich auf maximal zehn, oder schreibe die Subgenres, die du besonders magst (z.B. Dark Wave, Postpunk, Goth Rock …)

3. Arbeitest du in irgendeiner Form in der Community, z.B. als Musiker*in, im Bereich Kunsthandwerk, organisierst du Community-Treffen in deiner Region oder engagierst du dich auf andere Weise?

4. Wie lebst du dein Goth-Sein vor allem aus? (z.B. Musik hören zu Hause und unterwegs, Clubbesuche, Festivals, Konzerte, Medien wie Kunst, Literatur, Film, Podcasts etc., Kunsthandwerk, Schneidern, DIY, Mode, Ästhetik, oder etwas anderes)

5. Wenn du schon länger in der Szene bist, was hat sich aus deiner Sicht verändert, seit du dabei bist?

6. Was gefällt dir besonders an der Goth Szene? Wie bist du darauf gestoßen? (Die Frage richtet sich an Newbies/Baby Bats ebenso wie an langjährige Goths.)

7. Wie reagiert dein Umfeld darauf, dass du Goth bist (Familie, Nachbar*innen, Kolleg*innen, Freundeskreis …)? Und wie gehst du damit um?

8. Wenn du einen Wunsch oder auch zwei an die Community frei hättest, welche wären das? Oder anders gefragt, was würdest du ändern, wenn du es könntest? Oder bist du wunschlos glücklich mit der Szene?

9. Was war für dich bisher das schönste Erlebnis im Zusammenhang mit dem Goth-Sein?

10. Gibt es noch etwas, das du gern ansprechen möchtest in Bezug auf die Goth Subkultur/Community?

Goth Community Repräsentation

Julia Kadel, Unsplash

Lesezeit: ca. 2 Minuten
Seit Juli 2023 bin ich wieder ein bisschen in der Gothic Community unterwegs. Ich hatte schon in den frühen 2000ern eine kurze Gothic-Phase und nun bin ich zurückgekommen, um zu bleiben. Oder passend ausgedrückt: Ich bin eine Wiedergängerin! Seitdem habe ich viel Goth Musik gehört, mich mit Leuten auf einem Communitytreffen (dem „Grufti-Treff“ im Hamburger Goth Shop Nyctophilia) ausgetauscht, Sachbücher gelesen, den Goth Community Podcast Schwarzgesagt gehört, recherchiert …

Dabei ist mir aufgefallen, dass es kaum deutschsprachige Belletristik mit Goths als Hauptfiguren gibt. Hier die wenigen, die ich kenne:

„Besser als nix“ von Nina Pourlak (von 2009). Ich kenne bisher nur die Verfilmung. Im Film ist ein bisschen unklar, ob die Hauptfigur Tom ein Goth oder ein Emo ist oder für sich gar kein Label in dieser Richtung beansprucht, sondern einfach lookmäßig in diese Richtung tendiert.

Never Dull Studio, Unsplash

Die „Thor und Dylan“-Reihe von Justin C. Skylark – Dylan ist grob gesagt Goth, Thor ein Metaller, beide sind in Bands.

Und das wars. Mehr kenne ich nicht. Falls ihr weitere deutschsprachige Belletristik mit Goths als Hauptfiguren kennt, lasst es mich gern wissen.

Ich möchte ein bisschen Goth Repräsentation in der Belletristik schaffen, für eine oft von Außenstehenden unverstandene Community. Und so sieht das in meinen Büchern aus:

Jannis aus „Hexen in Hamburg“ ist Gothic, seine Freundin ebenfalls. Im letzten Band der Reihe, so mein Plan, wird er zur Hauptfigur werden (bisher ist er eine Nebenfigur). Seine Freundin, ebenfalls eine Goth, wird ebenfalls eine wichtige Rolle in diesem Band spielen. Jannis klärt andere Figuren über typische Vorurteile gegenüber Goths auf (z.B. „Ich bin kein Satanist, ich verwüste auch keine Friedhöfe …“)

In „Francis und das Gasthaus der Geister“ ist der Protagonist Francis ein Goth. Für die Handlung spielt das allerdings keine zentrale Rolle.

Gavin aus der Novelle „Ein Konzert für einen guten Zweck mit den Demonettes“ ist ein Post-Punk-Star und fühlt sich ebenfalls in der Gothic-Community zu Hause.

Nox und seine Bandmitglieder aus „Nox and the Shadows“ sind alle Goths. In dieser Novelle spreche ich unter anderem ein Problem an, das einige Gothics erleben: Sie werden von manchen Leuten fetischisiert, die auf diesen dunklen Look stehen, sich aber nicht für den Menschen dahinter interessieren.
Hier ein Blogbeitrag rund um diese Novelle, darin gibt es auch einige Informationen rund um die Goth Subkultur.

Rund um die Gothic Gay Romance Novelle „Nox and the Shadows“

Ich wünsche mir mehr Goth Repräsentation in der Belletristik, also habe ich selbst welche geschrieben.

Davon handelt das Buch:
Nox ist ein englischer Goth Musiker in einer Band und lernt den Automechaniker Aidan kennen, der gern Gedichte schreibt. Gemeinsam arbeiten sie später an einem Song und kommen sich näher, aber es gibt einige Probleme …

Eine queere Novelle. Eine Hommage an die Gothic-Musik und -Community.

Die Hauptfiguren

Nox
Er ist auf dem Buchcover zu sehen, ich habe das Charakterportrait selbst gezeichnet und digital eingefärbt. Sein Künstlername ist lateinisch und bedeutet „die Nacht“. Nox ist ambivert, eine Mischung aus intro- und extrovertiert. Bei ihm zeigt sich das so, dass er auf der Bühne und beim Musizieren aus sich herausgehen kann, aber ansonsten laugen ihn soziale Interaktionen eher aus – seine „soziale Batterie“ wird schnell leer. Am glücklichsten ist Nox, wenn er an neuen Songs feilen kann … und das macht er später auch gern mit Aidan. Seine Band bedeutet ihm die Welt und er versteht sich sehr gut mit den anderen Bandmitgliedern, Jenny, Jason und Alison. Wie Alison (eine nichtbinäre Person) geht Nox offen damit um, dass er queer ist.

Aidan
Aidan hat sein ganzes Leben in einer Kleinstadt in Essex verbracht, obwohl er als Jugendlicher den Traum hatte, „dieses Kaff“ zu verlassen. Er arbeitet als Automechaniker und in seiner Freizeit schreibt er gern Gedichte. Aber er glaubt nicht daran, dass sie gut genug für eine Veröffentlichung seien – das Impostor Syndrom lässt grüßen. Seine Cousine Cathy ist für ihn wie eine beste Freundin, aber nicht mal ihr hat er seine Gedichte bisher gezeigt. Aidan hat einen vielseitigen Musikgeschmack, das hat er mit Nox gemeinsam. Anders als dieser ist er jedoch kein Goth.

Einige Textschnipsel …

Die Musik

„Music elevates us, it transcends time and space, bringing us to a place of shared experience.“
Ben V. von der Band Ludovico Technique
(mit freundlicher Genehmigung)

(„Musik erhebt uns, sie transzendiert Zeit und Raum, bringt uns an einen Ort gemeinsamen Erlebens.“)

Dieses Zitat darf ich freundlicherweise in der Novelle verwenden und ich habe es auch teilweise ein bisschen als Motto für die Geschichte betrachtet. Das Subgenre der Gothic Musik für die fiktive Band „Nox and the Shadows“ habe ich absichtlich nicht festgelegt. Im Goth Bereich gibt es zahlreiche musikalische Subgenres, z.B. Goth Metal, Goth Rock, Dark Wave, EBM (Electronic Body Music), Dark Electro, Post-Punk, Industrial und noch weitere.
Meine Hauptfiguren Nox und Aidan haben beide Interesse an verschiedenen Musikrichtungen und Nox hört auch gern klassische Musik, z.B. wenn er etwas Ruhiges zum „Herunterkommen“ braucht.

Ich habe eine Playlist im Buch abgedruckt und auch einen Link zu dieser auf Spotify.
https://bit.ly/GothicPlaylist2

In dieser Playlist gibt es auch einige Bands mit queeren Mitgliedern (die offen damit umgehen), außerdem ein klassisches Stück von Johann Sebastian Bach, das spielt in der Handlung eine kleine Rolle.

Die oben erwähnte Band: https://linktr.ee/Ludotechnique

Die Gothic Subkultur

Grob gesagt existiert sie seit den frühen 1980ern. In Deutschland werden meistens die Begriffe Goth, Gothic oder Grufti verwendet, aber es gibt auch noch andere, z.B. „schwarze Szene“.

In London gab es in den 1980ern drei Jahre lang den legendären Club „Batcave“, in dem das Who is Who der damaligen Szene unterwegs war, unter anderem Bands wie The Cure, Siouxie and the Banshees, Bauhaus, Nick Cave, Marc Almond und andere, die übrigens verschiedene Musikstile hatten. Da sich einige von ihnen aus dem Punk herausentwickelt hatten, wurde die Stilrichtung teilweise Post-Punk genannt.

Das Logo des Clubs Batcave

Der größte Einfluss auf die Szene ist bis heute die Musik. Entsprechend sind Konzerte, Festivals und Clubnächte/Partys besonders wichtig für die Community. Das weltweit größte Gothic-Festival ist das „Wave Gotik Treffen“ in Leipzig.

Die Ästhetik:
Der Gothic-Look ist vielfältig. Make-up ist in dieser Szene übrigens im Grunde genderneutral – Goths jeglichen Genders schminken sich, oder auch gar nicht, und das ist alles willkommen.

Viele Goths, auch Nox in meiner Novelle, betrachten Schwarz als ihre Lieblingsfarbe, was sich oft nicht nur in der Kleidung ausdrückt, sondern auch z.B. in den eigenen vier Wänden.

Es gibt aber auch Stile innerhalb der Community, in denen deutlich mehr Farben zum Einsatz kommen (Cybergoths, Pastel-Goths oder noch andere).

Womit beschäftigen sich Goths gern, abgesehen von Musik?

Einige Stichworte: Die Nacht, Gedichte und andere Literatur, Friedhöfe, Auseinandersetzung mit der Vergänglichkeit des Lebens und dem Tod, Horror-, Vampir-, Monster- und Geistergeschichten aller Art, teilweise gibt es Überschneidungen zu Metalfans, zur paganen und Hexencommunity.

Vorurteile?
Nein, Goths sind nicht automatisch Satanist*innen und sie verwüsten auch keine Friedhöfe.
Goths sind nicht alle psychisch krank oder depressiv – ich habe schon viele fröhliche, lebenslustige Goths getroffen. Es gibt auch noch mehr Vorurteile, aber ich belasse es jetzt mal dabei.

Ein Lesungsvideo

Mehr über die Novelle, auch eine ausführliche Leseprobe:
https://amalia-zeichnerin.net/contemporary-queer-romance/