Rund um den Roman „Der Tempel der flammenden Herzen“

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Der Tempel der flammenden Herzen
Davon handelt der Roman:
Einige Jahre sind vergangen, seit eine Untotenarmee das Land Vanfarin verwüstet und mit einem Krieg überzogen hat. Der junge Jhorin hat alles verloren: seine Familie, sein Heim in einem Dorf, eine mögliche Ausbildungsstelle. Mittlerweile lebt er in der Hauptstadt Semvansin auf der Straße und schlägt sich mit gelegentlichen Tagelöhnerarbeiten durch. Der Vertreter einer Sekte lockt ihn und eine Freundin in seine Gemeinschaft. Zunächst scheint dort alles ganz wunderbar zu sein, außerdem lernt Jhorin einen Mann kennen, zu dem er sich sehr hingezogen fühlt. Aber der schöne Schein trügt …

Ein in sich abgeschlossener Fantasyroman mit einer Slowburn MM Romance.
Die Leseprobe zum Roman.
Das E-Book erscheint am 7.11.2026 und ist vorbestellbar (fast überall, nur nicht erhältlich bei Amazon). Das Taschenbuch erscheint voraussichtlich im September 2026 und wird überall im Buchhandel bestellbar sein.

Der Roman ist in meiner High-Fantasy-Welt „Vanfarin“ angesiedelt, wie auch mein Roman „Vanfarin – Von Untoten und Totems“. Es handelt sich jedoch nicht um eine Fortsetzung und es geht auch um andere Figuren. Daher kann dieser Roman auch ganz unabhängig von dem ersten „Vanfarin“-Roman gelesen werden.

Warum mich das Thema Sekten so sehr interessiert, dass ich in zwei Romanen darüber geschrieben habe?

Mit Mitte Zwanzig war ich auf spiritueller Suche und habe mich sehr für Meditation interessiert. Als ich in einer mental labilen Phase war, kam mir ein entsprechendes kostenloses Wochenendangebot gerade recht. Dann stellte sich heraus, der Meditationslehrer machte das für einen indischen Guru und erzählte von einer Gruppe in meiner Stadt, die sich regelmäßig traf, um sich den Lehren dieses Gurus zu widmen (mit Videos, in denen er Vorträge auf Englisch hielt) und um gemeinsam zu meditieren. Ich war wie gesagt labil und habe mir von den entsprechenden Treffen viel erhofft. Und dann habe ich bald einiges aus dem typischen „Playbook“ von Sekten kennengelernt:

Lovebombing:
Die Gruppe war super freundlich, alles sehr harmonisch, keine Konflikte, zumindest nicht nach außen hin.

Kontrolle:
Der Guru stellte, vermittelt durch schriftliche Texte und seine Vortragsvideos, zahlreiche Regeln für seine Anhängerschaft auf. Zum Beispiel eine bestimmte Form von vegetarischer Ernährung und Abstinenz/Enthaltsamkeit (bezogen auf Drogen, Alkohol, S3x). Außerdem gab es auch Vorschriften, wie genau, wie oft und wie lange man zu meditieren habe. Außerdem verbot er andere spirituelle Praktiken, Aktivitäten aus anderen Traditionen und so weiter.

Versprechungen:
Der Guru versprach seiner Anhängerschaft allerhand wundersame Veränderungen in ihrem Leben, wenn sie sich an all die Regeln halten würde, die er aufgestellt hatte.

Die finanzielle Seite:
Das war nicht ganz so krass wie in manchen anderen Sekten. Die Treffen in gemieteten Räumlichkeiten waren auf Spendenbasis, aber wer kein Geld spenden konnte, durfte dennoch hinkommen.

Auch nach mehreren Wochen, in denen ich regelmäßig in dieser Gruppe meditierte und mir Vorträge anhörte, stellten sich bei mir keine wundersamen Veränderungen ein. Mir wurde auch klar, dass ich es hier mit einer Sekte zu tun hatte. Daraufhin ging ich nicht mehr zu den Treffen und brach den Kontakt zu diesen Leuten völlig ab.

Viele Jahre später wurden Sekten für mich ein Hyperfokus-Thema und ich habe sehr viel und lange darüber recherchiert. Und so sind einige Ideen für meine Geschichten entstanden.

In „Hexen in Hamburg: Vergoldet“ (im Juni 2026 erschienen) gibt es eine sektenartige Gruppe rund um die charismatische Vera. In „Der Tempel der flammenden Herzen“ gerät der junge Jhorin, wie oben geschildert, in eine Sekte, die in einer eigenen Siedlung lebt.

Einige Textschnipsel aus dem Roman:

Bei meinen Recherchen über Sekten/destruktive Kulte bin ich im Magazin Gurumag auf ein “How to Start a Cult” Playbook in mehreren Schritten gestoßen, die ich hier zitiere und übersetze. (Quelle: siehe unten)

Inhaltswarnung: Erwähnung von Suizid.

1. Behaupte, dass du über göttliche bist und übernatürliche gottgleiche Fähigkeiten verfügst.
2. Normalisiere verbalen Missbrauch als Teil des spirituellen Pfaden und nimm dir als Guru Straffreiheit heraus.
3. Habe Sex mit deiner Anhängerschaft.
4. Verwende desorientierende Methoden um deine Anhänger*innen zu verwirren, abzulenken und in tranceartigen Zuständen zu halten.
5. Attackiere die Familien deiner Anhänger*innen und ermutige sie, keinen Kontakt mehr mit ihren Familienmitgliedern zu haben.
6. Überzeuge deine Anhängerschaft davon, sich selbst zu verlieren, kritisches Denken aufzugeben und reframe als das als positiv.
7. Stelle den Tod als etwas dar, das ganz einfach ist [eigene Anmerkung: manche Sektenanführer*innen stellen auch Suizid so dar]
8. Behaupte, deine Lehren seien so fortgeschritten, dass andere sie nicht verstehen können.
9. Verspreche deiner Anhängerschaft Erlösung.
10. Ermutige deine Anhänger*innen dir überall dorthin zu folgen, wo du wohnst.
11. Verbreite Verschwörungstheorien (z.B. über die Regierung) und Gespräche über Außerirdische.
12. Starre deine Anhänger*innen immer wieder lange an („Guru-gaze“)
13. Nimm zwölf Anhänger*innen mit in die Wüste, als „Versuchskaninchen“, um deine Methoden zu testen.
14. Erschaffe eine „erleuchtete“ Stadt.

Quelle: https://gurumag.com/tech-bro-guru-inside-the-sedona-cult-of-bentinho-massaro/

Ihr könnt es euch sicher schon denken, mehrere Punkte dieses Playbooks habe ich auch in „Der Tempel der flammenden Herzen“ mit eingearbeitet.

Rund um den Roman „Hexen in Hamburg: Vergoldet“

Davon handelt er:
Der queere Student Fabian hat die bipolare Störung und gerät in eine manische Phase. Das ist aber nicht sein einziges Problem: Der nordische Gott Loki, den er verehrt, lässt sich schon seit Längerem nicht blicken. Fabians Freund Stefan ist außerdem in den Dunstkreis einer sektenartigen Gruppe rund um die charismatische Vera geraten. Fabian forscht nach, auch gemeinsam mit seinem Hexenfreundeskreis. Denn mit einer App, die Vera kostenlos für ihre Follower anbietet, scheint etwas faul zu sein …

Eine ausführliche Leseprobe (die ersten 2 Kapitel als PDF) gibt es hier.

In „Hexen in Hamburg: Vergoldet“ beschäftige ich mich mit mehreren ganz verschiedenen Themen: die bipolare Störung, Aromantik, den nordischen Gott Loki und eine sektenartige Gruppierung. Für die bipolare Störung bin ich own voice und konnte eigene Erfahrungen mit manischen Phasen einfließen lassen. Was Aromantik betrifft, dafür fehlt mir die Lebenserfahrung. Eine aromantische Freundin von mir hat freundlicherweise ein Sensitivity Reading für mich gemacht, das mir sehr weitergeholfen hat.

In diesem Zusammenhang zeige ich euch hier die Sachbücher, die ich für Recherchen und darüber hinaus gelesen habe und sehr empfehlen kann – vier davon erwähne ich auch im Buch:

Laura Tempest Zakroff: Sigil Witchery
Misha Magdalene: Outside the Charmed Circle: Exploring Gender & Sexuality in Magical Practice
Dagulf Loptson: Pagan Portals: Loki – Trickster and Transformer
Katharina Kroschel, Annika Baumgart: (un)sichtbar gemacht – Perspektiven auf Aromantik und Asexualität
Thomas Bock: Achterbahn der Gefühle – Mit Manie und Depression leben lernen
Fabian Maysenhölder: Die Spur des Bösen – Wenn Fanatismus tödlich endet. Wahre Sektenverbrechen

Das folgende Meme finde ich wunderbar, deshalb habe ich es in den Roman mit eingebaut, weil Fabian wie ich auch davon träumt, so resilient wie die Löwenzahnpflanze zu werden. Darüber hinaus wird der Löwenzahn im modernen Heidentum auch in Verbindung mit dem nordischen Gott Loki gebracht. Im Buchcover habe ich eine Makrofotografie einer Löwenzahnblüte mit eingebaut.

Fabian hört im Roman in einem Club den Song „Girls just wanna have fun“, in einer Cover-Version von Emilie Autumn. Emilie hat wie Fabian die bipolare Störung und geht offen damit um. Das kann man auch auf ihrer Wikipediaseite lesen.

Hier ihre Version von „Girls just wanna have fun“ bei YouTube.

Im Roman steht der Song symbolisch auch für Fabians manische Phase, in der er sehr sorglos und risikobereit wird, außerdem einfach nur Spaß haben will.

Eine Inspiration für „Hexen in Hamburg: Vergoldet“

Im Roman treffen der Protagonist Fabian und ein guter Freund von ihm auf die charismatische Vera, die den Besucher*innen ihrer Kurse verspricht, dass ihre selbstentwickelte Methode „Golden Angel Flow“ für alles Mögliche gut sei, vor allem auch gesundheitlich und in Sachen Mental Health.

Vera hat außerdem eine sektenartige Struktur um sich geschaffen. Die Inspiration dafür kam durch New-Age-Esoterik-Werbungen, die mir im Internet aufgefallen sind, sowie durch kritische Dokus, z.B. über spirituelle Life Coaches.

Da gibt es selbsternannte spirituelle Lehrer*innen (nicht selten mit hochtrabenden, aber frei erfundenen oder geklauten Titeln), die eine Methode entwickelt haben, die Wunder wirken soll. Häufig basieren diese Methoden allerdings auf schon real existierenden, z.B. Yoga.

Oft geht es da auch um angebliche Heilmethoden, die aber nicht evidenzbasiert sind, zu denen auch keine medizinischen Studien existieren, und die gefährlich sein können. In mehr als einer Doku habe ich z.B. von Fällen gehört, bei denen die Betroffenen eine potenziell tödliche Erkankung hatten, dann eine mehr als fragwürdige Methode ausprobiert haben statt evidenzbasierter Medizin … und nicht überlebt haben.

Und all das hat mich inspiriert, Vera und ihre angeblich Wunder wirkende Methode zu schreiben und das kritisch zu beleuchten.