Die Welt ist gemein zu marginalisierten Menschen

Inhaltshinweise zu diesem Artikel
Erwähnung von: Queerfeindlichkeit, Rassismus, Ableismus, Suizid, Diskriminierung von marginalisierten Menschen, Gewalt gegen marginalisierte Menschen, Misgendering, psychische Erkrankungen, Neurodivergenz
, Islamfeindlichkeit, Mobbing, Bodyshaming

Es gibt Leute, die von marginalisierten Menschen sagen, diese würden immer jammern und behaupten, die Welt sei so gemein zu ihnen. Gerade heute las ich solch einen Kommentar in einem sozialen Netzwerk.

Dieses sogenannte „Jammern” hat seinen Grund und ist in meinen Augen gerechtfertigt. Denn die Welt ist gemein zu marginalisierten Menschen.

Lasst mich euch mehr darüber erzählen…

People of Color, Black People of Color (oft abgekürzt Bl_PoC), Migrant*innen, Menschen mit Migrationshintergrund, sie erleben ständig Alltagsrassismus. Der ist vielleicht nicht mal beabsichtigt oder tarnt sich gar als nettgemeintes Kompliment, ist aber dennoch Rassismus. Sie erleben auch Rassismus bei der Jobsuche, der Wohnungssuche, bei Ausweiskontrollen und vielem mehr. Manche werden Opfer von verbaler oder auch körperlicher Gewalt.

Muslimische Frauen werden, wenn sie Kopftuch tragen, in vielen beruflichen und auch anderen Bereichen, diskriminiert.

Queere (LGBTIAQ*) Menschen müssen sich immer wieder in ihrem Leben entscheiden, ob sie sich outen, wo und wie und vor wem, oder lieber doch nicht, um ihre Sicherheit oder einfach ihr Wohlbefinden nicht zu gefährden. Für manche ist es eine Strategie, als heterosexuell oder cisgender durchgehen zu können, um beides nicht in Gefahr zu bringen. Manche können oder wollen diese Art von Versteckspiel nicht. Oftmals ist selbst eine simple Zuneigungsbezeugung zu gleichgeschlechtlichen Partner*innen in der Öffentlichkeit, wie Händehalten oder ein einfacher Kuss, etwas, das manche andere Menschen als Provokation betrachten und mit Aggression bis hin zu körperlicher Gewalt beantworten.

Genderqueere oder nonbinäre Menschen müssen immer wieder erklären, dass sie weder Männer noch Frauen sind, wenn sie als das eine oder andere von ihren Mitmenschen gelesen werden. Oft müssen sie immer wieder an ihre Pronomen erinnern – was von manchen Menschen vehement abgelehnt wird, so dass es zu für betroffene Personen zu schmerzhaftem Misgendering kommt. Dabei sind diese Pronomen häufig ein wichtiger Teil ihren genderqueeren Identität.

Misgendering, das erleben auch trans Menschen immer wieder. Sie müssen für die Transition, wenn sie diese erreichen wollen, einen langen und steinigen Weg durch Ämter, Behörden, Therapiepraxen etc. gehen, zumal das entsprechende Transsexuellengesetz noch immer unzureichend ist. Das kostet eine Menge Kraft.

Die Identität von trans Menschen werden außerdem von TERFs (trans excluding radical feminists) angezweifelt, z.B. werden sie mit Argumenten des sogenannten Gender Essentialismus in Frage gestellt.

Trans Menschen sind wie viele queere Menschen oft außerdem Gewalt ausgesetzt, bis hin zu Mord. Deshalb gibt es jährlich den Trans Remembrance Day, der an die Opfer von Transfeindlichkeit erinnert.

Viele queere Menschen werden strukturell diskriminiert, z.B. wenn es um Fragen des Familienrechts geht, um Namens- und Personenstandsänderungen und noch einiges mehr.

Menschen mit Behinderungen werden in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens nicht „mitgedacht”, was auch eine Form struktureller Diskriminierung sein kann – überall gibt es Barrieren, sei es für Menschen mit Gehbehinderungen, Gehörlöse, Menschen mit Sehbehinderung, Lernbehinderungen, geistige Behinderungen oder noch andere.
Entsprechend haben diese Menschen in ihrem Alltag immer wieder mit allerhand Problemen zu kämpfen, die sich viele Menschen aus der Mehrheit der Bevölkerung kaum vorstellen können. Sie erleben außerdem oft Ableismus, manche von ihnen tagtäglich.

Menschen mit Neurodiversitäten erleben oft Probleme im Umgang mit anderen Menschen, und Alltagssituationen, die für neurotypische Leute vollkommen einfach sind, erleben diese mitunter als sehr stressig, z.B. mit einer starken Reizüberflutung oder anderen Wahrnehmung und Empfindungen, die sich mitunter deutlich von denen neurotypischer Menschen entscheiden.

Menschen mit chronischen Erkrankungen oder auch chronischen psychischen Erkrankungen kämpfen häufig ihr ganzes Leben lang gegen die Auswirkungen ihrer Erkrankung an, was unglaublich viel Kraft kosten kann. Zugleich werden sie oft von ihrem Umfeld oder von Arbeitgeber*innen stigmatisiert, falls sie überhaupt längerfristig arbeiten können. Manche von ihnen leben mit ständigen Schmerzen, körperlicher oder seelischer Art.

Menschen, die offen einer heidnischen Religion (Paganismus) anhängen, werden oft belächelt, lächerlich gemacht oder gar von manchen Menschen mit anderer Religionszugehörigkeit einer schweren Sünde bezichtigt, als ob ihre Glaubensrichtung nicht ebenso valide sei wie eine der großen Weltreligionen.

Menschen, die mit Aussehen oder Körpertyp nicht den gängigen Schönheitsidealen entsprechen, erleben Bodyshaming, werden gemobbt, beschimpft, ausgelacht …

Und das sind noch nicht mal alle marginalisierten Gruppen, die es gibt. Denken wir z.B. mal an obdachlose Menschen, an Menschen in dauerhaft prekären Lebensverhältnissen oder Alleinerziehende, oder indigene Menschen, wie z.B. die Native Americans und noch viele mehr. Und von mehrfach Marginalisierten fange ich jetzt mal nicht an.

Eines möchte ich betonen: All solche Formen von Diskriminierungen, von Mikroaggressionen im Alltag, Vorurteile oder auch offen feindseligem Verhalten, das erleben viele marginalisierte Menschen nicht nur ein paar Mal, sondern immer wieder und wieder. Nicht jede*r kann oder will das alles einfach „wegstecken“, ignorieren, weglächeln oder einfach schweigend erdulden.

Diskriminierung, Vorurteile, Hatespeech und feindliches Verhalten, in ihren vielseitigen Ausprägungen, verletzen, machen wütend, traurig, enttäuschen, lassen mitunter Zweifel an sich selbst aufkommen, an der eigenen Identität, oder sind auf andere Weise destruktiv.

Ich lade dich zu einem Gedankenspiel ein.
Nimm einmal an, du bist in einer vollkommen privilegierten Position.
Das heißt in diesem Fall: Du bist Weiß. Männlich und cisgender. Nicht intersexuell. Heterosexuell. Christlich oder konfessionslos. Außerdem hast du Idealgewicht, bist neurotypisch und psychisch gesund.
Und nun geht es weiter …
Jeden Tag sagen Leute Dinge zu dir, die du nicht mit deinem Selbstbild in Einklang bringen kannst.
„Du bist krank.“
„Du bist pervers.“
„Dein Hautton ist zu hell.“
„Mit deiner Figur stimmt etwas nicht.“
Sie mögen es nicht, wenn du deine Freundin küsst oder mit ihr Hände hältst. Das solltest du besser sein lassen, sagen sie dir, sonst kriegst du Ärger. Oder Prügel.
Sie sagen: „Deine Religion ist nicht die wahre.“ Oder: Ihre Religion sei die einzig wahre.
Sie sagen verletzende Dinge über deine Männlichkeit, über deine Art, dich zu zeigen oder die Art, wie du dich bewegst oder kleidest. Sie lästern über deine Herkunft.

Vielleicht bist du erst irritierst. Fängst an, dagegen anzureden. Oder du schweigst und wunderst dich nur. Aber die Leute hören nicht auf, diese Dinge über dich zu sagen, hinter deinem Rücken (aber so, dass du es hören kannst) oder dir ins Gesicht. Und sie hören nicht damit auf. So geht das Tag für Tag. Woche für Woche. Monat für Monat. Jahr für Jahr. Wie würdest du dich damit auf Dauer fühlen? Was würdest du tun?

Nicht jede Person hat ihr Leben lang die Resilienz, ständige Diskriminierungen, verletzende Bemerkungen oder gar physische Gewalt unbeschadet an Körper, Geist und Seele zu überstehen. Wie kann man da als marginalisierter Mensch anders reagieren als zu „jammern“?

Übrigens: Die meisten marginalisierten Gruppen haben eines gemeinsam: Die Suizidraten dieser Gruppen sind, statistisch gesehen, um einiges höher als in der nicht-marginalisierten Mehrheit der Bevölkerung. Viele marginalisierten Menschen erkranken auch häufiger an psychischen Erkrankungen.

Hier dazu einige Quellen:

https://www.epochtimes.de/gesundheit/studie-belegt-hohe-rate-an-selbstmordgedanken-und-versuchen-unter-transgendern-a2126446.html

https://edition.cnn.com/2019/10/14/health/black-teen-suicide-attempts-study/index.html

https://www.sprc.org/racial-ethnic-disparities

https://www.welt.de/regionales/hamburg/article178152402/Migration-Mehr-als-110-Suizidversuche-von-Fluechtlingen-im-Norden.html

https://www.thieme.de/de/psychiatrie-psychotherapie-psychosomatik/migration-und-depression-43315.htm

Und noch etwas: In Social Media lese ich immer wieder, dass manche marginalisierte Menschen keine Lust haben, wieder und wieder den „Erklärbär” für ihre nicht-marginalisierten Mitmenschen zu spielen – um zu erklären, wie sich dieses oder jenes in ihrer marginalisierten Gruppe verhält oder bei ihnen persönlich, oder was für Probleme sie in ihrem Leben haben. Denn auch dieses ständige Erklären kostet Kraft.

Und angesichts all dessen ist es vielleicht auch nicht verwunderlich, dass sich manche dieser Menschen lieber in einen „safe space” zurückziehen und unter ihresgleichen bleiben, weil sie dort mehr Verständnis finden, als bei vielen Nicht-Marginalisierten.

Die Welt ist gemein zu marginalisierten Menschen. Und es wäre schön, wenn sie es ein bisschen weniger wäre.

Einige weitere Texte:

Über rassistische Diskriminierung in der Arbeitswelt
https://www.zeit.de/arbeit/2020-01/rassismus-job-arbeitsplatz-alltag-diskriminierung-kollegen

Über verschiedene Diskriminierungsformen, darunter auch strukturelle und institutionelle:
https://www.humanrights.ch/de/menschenrechte-themen/diskriminierungsverbot/konzept/formen/?gclid=Cj0KCQiA0ZHwBRCRARIsAK0Tr-oaR9hBNHMp53rPcxnUa8ULqmwtMvtOJiFvbiYgGY20fnWxM4cFFS0aAghmEALw_wcB

Stigmatisierung, Diskriminierung und Exklusion psychisch kranker Menschen https://www.kerbe.info/files/Kerbe_ausgaben/2010-10-22_Kerbe4_10-Artikel-Kardorff.pdf

Studie: Fast 40 Prozent der Europäer sind psychisch krank
https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/studie-fast-40-prozent-der-europaeer-sind-psychisch-krank-a-784400.html

Was man gegen Alltagsrassismus tun kann
https://www.fluter.de/was-man-gegen-alltagsrassismus-machen-kann

Transidentität – ein Erfahrungsbericht
https://ze.tt/transidentitaet-wie-viktoria-nach-ihrem-zwangsouting-ihre-familie-verlor/

Über transidente Kinder
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-05/transidente-kinder-trans-maedchen-forschung

Transfeindlichkeit unter Frauen: Besorgte Feministinnen
https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/queerspiegel/transfeindlichkeit-unter-frauen-besorgte-feministinnen/24182500.html

Ein Kummerkastenbrief zum Thema Queerfeindlichkeit
https://queer-lexikon.net/tag/queerfeindlichkeit/

Ein rassismuskritischer Leitfaden
https://www.elina-marmer.com/wp-content/uploads/2015/03/IMAFREDU-Rassismuskritischer-Leiftaden_Web_barrierefrei-NEU.pdf

Der Kopftuchstreit
https://de.wikipedia.org/wiki/Kopftuchstreit

Studie zur Diskriminierung muslimischer Frau auf dem Arbeitsmarkt
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-09/arbeitsmarkt-kopftuch-musliminnen-bewerbung-diskriminierung-studie

Wie queere Menschen diskriminiert werden
https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/queerspiegel/alltag-von-homosexuellen-wie-queere-menschen-in-berlin-diskriminiert-werden/22810292.html

Jeder vierte Migrant beklagt alltägliche Diskriminierung
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2013-08/diskriminierung-schulen-universitaeten-migranten

Der Mediendienst Integration über Diskriminierung:
https://mediendienst-integration.de/desintegration/diskriminierung.html

Diskriminierung in Deutschland – 3. Bericht der Antidiskriminierungsstelle des Bundes
https://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/Downloads/DE/publikationen/BT_Bericht/Gemeinsamer_Bericht_dritter_2017.pdf?__blob=publicationFile&v=10

Gedanken zu neurotypischen und neurodivergenten Menschen
https://aspiesolutions.blog/2018/05/22/gedanken-zu-neurotypischen-und-neurodivergenten-menschen/

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Verlosung zur Phantastik-Blogtour

Gewinne eins von zwei Paketen
In jedem Paket ist:
ein Adler-Anhänger (silberfarbenes Metall) mit Kette
ein Wolfs-Pin (Anstecker, silberfarbenes Metall)
ein musikalisches Goodie
sowie Leseproben und Lesezeichen

Teilnahmebedingungen:
Die Teilnahmefrist beginnt am 02.01.2020 und endet am: 31.01.2020, 20 Uhr
Schreibe einfach eine E-Mail an amaliazeichnerin(at)gmx.de mit dem Betreff: Verlosung, dann bist du bei der Verlosung dabei.
Optional und just for fun: Löse das Silbenrätsel, das du im Januar in der Blogtour machen kannst – zehn Silben, in zehn verschiedenen Texten. Schreibe mir dafür eine E-Mail mit dem Lösungswort bis 31.01.2020 um 20 Uhr.


Die Links zu den Buchblogs, die an der Blogtour teilnehmen:
Like a Dream
Letannas Bücherblog
Yuuras bunte Bücherwelt
Bucheule
Letterheart Bücherblog
Lisas Bücherleben
Mein Regal voller Regenbögen
Same Nature
Trimagie
Die Büchernixe


Das Kleingedruckte:
Teilnahme ab 18. Für den Versand des Gewinns benötige ich die Postadresse der Gewinner*innen. Diese wird von mir ausschließlich für die Verlosung verwendet, nicht an Dritte weitergegeben und auch nicht gespeichert.

Viktorianisch und queer schreiben…

ein viktorianisches Portrait, das mich inspiriert hat

… das ist für mich immer wieder eine Herausforderung, aktuell in „Die mysteriösen Fälle der Miss Murray“. Für mich geht das nur, wenn einige Charaktere dabei sind, die progressive Ansichten haben, die ihrer Zeit weit voraus sind. Denn ansonsten fürchte ich, wäre wohl arg viel Queerfeindlichkeit darin, einfach weil es damals die gesellschaftliche „Norm“ war.
Miss Murray ist lesbisch und transgender. Ihre Freundin Constance ist cisgender und lesbisch. Nach heutigem Verständnis. Miss Murray begegnet immer mal wieder Leuten, die irritiert auf ihr Äußeres reagieren bis hin zu offener Feindseligkeit. Auf der anderen Seite gibt es in ihrem Umfeld aber auch progressive Menschen wie die bisexuelle Lady Thelma und deren Lebensgefährtin oder ihr Verleger, Mister Bostwick, der sie so akzeptiert wie sie ist und einfach ihre Arbeit als Autorin schätzt.
Mir ist bewusst, dass all das manche Freunde historischer Romane für ganz und gar abwegig oder unrealistisch halten würden. Aber historische Romane sind kein 100 % authentisches Abbild historischer Gegebenheiten. Das können sie gar nicht sein. Sie sind eine historische Imagination, ein „so hätte es sein können“.
Und da ich keine Zeitreisemaschine habe und meine Leser*innen auch keine Viktorianer*innen von damals sind, sondern heutige Menschen, möchte ich sensible Themen wie Queerness auch sensibel und modern behandeln.

Einige Texte dazu:

https://zeitfaeden.de/2019/07/21/wie-geht-recherche-wie-ein-historischer-roman-entsteht/

https://zeitfaeden.de/2019/03/30/historische-queerness-das-histo-genre-hat-ein-problem/

https://zeitfaeden.de/2019/08/08/queering-history-wie-man-queere-figuren-im-historischen-roman-nicht-schreibt/

https://geekgefluester.de/historische-korrektheit-fantasy


Buchmessenzeit

Ich auf der BuchBerlin 2018, Foto von Fantasyguide.de

Ein paar Gedanken dazu…

Autorin sein, das kann ein einsamer Job sein. Ich verbringe sehr viel Zeit allein, mit dem Schreiben.Für 1000 Worte brauche ich ca. ein bis zwei Stunden. Mehr schaffe ich pro Tag nur selten. Für einen Roman mit 50.000 Worten gehen also zwischen 50 und 100 Stunden drauf, in denen ich Satz an Satz reihe, und da ist vieles noch nicht mit drin – Recherchen, Überarbeitungen, Plotten, Korrekturen und noch so einiges mehr. Ich schreibe also ein Buch und veröffentliche es. Meine Leser*innen bekomme ich meistens nicht zu Gesicht und auch viele Rezensent*innen kenne ich nicht oder nur durch einen online Kontakt.

Zugleich sind die meisten Autor*innen, die ich kenne, gesellige Menschen, die fürs Schreiben brennen und die an Austausch mit anderen Schreibenden interessiert sind – auf Stammtischen, in Schreibgruppen, in Literaturcamps, Branchentreffen, in Workshops und Seminaren, online und offline.

Und ein paar Mal im Jahr werden wir Autor*innen aus unseren Schreibstuben „befreit“. Dann reisen wir auf Buchmessen und Conventions, veranstalten Lesungen oder Aktionen mit Buchblogger*innen. Das sind Momente, die ich nicht missen möchte, auch wenn das ganze Drumherum manchmal anstrengend ist.Ich bin eine Geschichtenerzählerin, aber letzendlich geht es nicht nur um die einzelne Geschichte, sondern auch um das, was die Leser*innen darin für sich entdecken, was sie damit erleben und was sie beim Lesen empfinden.

Und deshalb ist es mir immer eine Freude, auf Buchmessen und anderen Veranstaltungen Leute zu treffen, die meine und andere Bücher lesen, gelesen haben, lesen möchten … Ich wünsche uns allen viel Freude auf der BuchBerlin 2019 und auf den buchigen Veranstaltungen im kommenden Jahr.

Lasst uns hoffen! Eine Charity-Aktion

Hoffnung zu Weihnachten spenden und die Chance, ein Buchpaket zu gewinnen? Ich habe mich 15 Autor*innen und Verleger*innen angeschlossen für diese Aktion – zu gewinnen gibt es viele Goodies und Phantastikbücher, in denen Diversität großgeschrieben wird. Weitere Einzelheiten:
https://queerwelten.de/lasst-uns-hoffen/

#DiversityChallenge2020

Ich rufe auf zur Diversity Challenge 2020.

Im Zuge meines Beitrages „Macht Diversität sichtbar“ fiel mir folgende Challenge ein:

1. Lies im Jahr 2020 fünf Bücher von dieser Liste für Phantastikbücher mit Diversität und Repräsentation:
Google Docs

PDF
(online lesbar/herunterladbar, Stand: Januar 2020. Die aktualisierte Liste gibt es immer in dem oben verlinkten Google Document. Du kannst sie dir dort auch als PDF herunterladen.)

2. Schreibe Rezensionen zu den fünf Büchern und nenne in deiner Rezension die vorhandenen Diversitätsthemen im jeweiligen Buch.
3. Verwende den Hashtag #DiversityChallenge2020 in deinen social media Kanälen, wenn du von der Challenge berichtest.
4. Die Challenge startet am 01.01.2020 und endet am 31.12.2020

Über die Liste
Darauf findest du 120 Titel (darunter auch Buchreihen) von deutschsprachigen und internationalen Autor_innen. Die jeweiligen Subgenres der Phantastik stehen jeweils dabei, z.B. Science Fiction, Dystopie, High Fantasy, Urban Fantasy u.a.
Mehr über mögliche Diversitätsthemen gibt es am Anfang der Liste und bei den einzelnen Büchern. Viel Spaß mit den bunten, vielfältigen Phantastikwelten dieser Romane und Anthologien!

Du hast keinen Buchblog und möchtest trotzdem teilnehmen?
Kein Problem. Hier einige Vorschläge, wo du deine Rezensionen teilen kannst:

Social Media:
Facebook und Instagram (bitte den Hashtag nutzen: #DiversityChallenge2020)

Buchportale:
http://buechertreff.de
http://lovelybooks.de
http://goodreads.com
https://whatchareadin.de
https://buechereule.de

Einige Onlineshops, in denen man Buchrezensionen verfassen kann:

https://www.thalia.de
https://www.weltbild.de/
https://www.hugendubel.de
https://www.amazon.de/
https://buecher.de

(Bitte beachte, dass manche Bücher, z.B. von einigen Selfpublisher*innen, nicht in allen Onlineshops verfügbar sind.)

Such dir eine oder mehrere für dich passende Seite(n) aus, um deine Rezensionen dort zu teilen.

Ich selbst werde an der Challenge natürlich auch teilnehmen. Einige Bücher von der Liste kenne ich bereits und nun freue ich mich darauf, noch mehr zu entdecken.



Macht Diversität sichtbar.

In meiner Twitterbubble setzen sich mehrere Menschen für Diversität und positive Repräsentation von marginalisierten Gruppen in Romanen ein. Es sind einige Autor*innen und Blogger*innen dabei, die das in ihren eigenen Romanen umsetzen oder aber gezielt nach entsprechenden Büchern suchen.
Ich habe bereits darüber geschrieben, warum ich Diversität und eine positive Repräsentation für wichtig halte (siehe verlinkte Beiträge unten).

Nun gibt es allerdings ein Problem.
Oftmals wird in Klappentexten und Buchbeschreibungen die Diversität eines Romans nicht erwähnt. Auch in der Werbung zu Büchern ist mir Entsprechendes bisher kaum aufgefallen. In Rezensionen weisen Buchblogger*innen und Leser*innen auch nicht immer darauf hin und das ist schade, denn: Viele Leser*innen aus marginalisierten Gruppen und solche, die diese unterstützen („Allys“) möchten natürlich gern Bücher mit Diversität lesen, also solche, in denen sie sich selbst oder ihre Freunde/Angehörige etc. repräsentiert sehen. Da aber bisher selten die Diversität von entsprechenden Büchern erwähnt wird, ist es schwer, diese überhaupt in der Flut an Neuerscheinungen zu finden.

Deshalb meine Bitte an euch, liebe Buchblogger*innen: Wenn ihr Bücher mit Diversität lest, weist darauf in euren Rezensionen hin.

Ich selbst habe einen kleinen Buchblog auf Facebook und schreibe seit einiger Zeit ebenfalls darüber, wenn ein Buch Diversität oder auch z.B. Content Notes (Inhaltswarnungen, Trigger Warnungen) enthält.

Wenn ihr unsicher seid, was denn eigenlich zur Diversität gehört, hier sind einige mögliche Diversitätsthemen:
queer = queere Protagonist*innen oder wichtige queere Nebenfiguren (LGBTQ*, also lesbisch, schwul, bisexuell, pansexuell, transgender, intersexuell, asexuell, nonbinär, genderqueer u.a.)
Gender = Geschlechterrollen und andere Themen, die sich rund um Geschlechter drehen
People of Color = Menschen mit nicht weißer Hautfarbe, Abkürzung PoC
feministische Themen
Religionen/Spiritualität, Atheismus
alternative Beziehungsformen (z. B. Polyamorie)
Behinderungen 
psychische Erkrankungen und Neurodiversität (z. B. Asperger Syndrom, ADHS, Depressionen, Schizophrenie)
Gesellschaftskritik, z. B. über Rassismus, Sexismus, Queermisia (Hass/ feindliches Verhalten gegenüber queeren Menschen), Body-Shaming
Body Positivity

Ich habe übrigens eine Liste erstellt zu Phantastik-Büchern mit Diversität und positiver Repräsentation, an der auch weitere Leute mitgewirkt haben und in der die oben genannten Themen zu finden sind:
https://docs.google.com/document/d/1VQHMAOkYWz-4d-scnGkCd6jyO1FA3m0eabdDRYb6W7Q/

Außerdem habe ich die Facebookgruppe „Diversität und Repräsentation“ gegründet. Diese verstehe ich als „Safe Space“, d.h. wir diskutieren dort nicht, ob Diversität wichtig und wünschenswert ist, denn darüber gibt es schon anderswo viele Diskussionen. Wir freuen uns dort über neue Mitglieder.

Weitere Beiträge von mir zum Thema:
http://amalia-zeichnerin.net/diversitaet-und-repraesentation-in-der-literatur/

http://amalia-zeichnerin.net/ein-plaedoyer-fuer-diversitaet-triggerwarnungen-political-correctness-und-sensitivity-reading-in-der-literatur/



Gute Vorsätze …

Foto: AngelaL_17, Pixabay

… oder vom Ausbrennen und Kürzertreten

In den vergangenen 4 Jahren habe ich sehr viel geschrieben und veröffentlicht: 18 Bücher. Rund 4000 Buchseiten, circa eine Million Worte. Und falls ihr euch fragt: Nein, ein Bestseller war bisher nicht dabei. Ich rechne auch in den kommenden Jahren nicht damit, denn ich schreibe „Nischen”-Bücher ohne Bestseller-Potential, einfach, weil sie nicht massentauglich sind. Ich kann auch weiterhin, wie sehr viele Autor*innen, nicht von dieser Tätigkeit leben.

Ich bin nun an einem Punkt angelangt, an dem ich merke, dass ich nicht mehr in diesem Maße weiter arbeiten kann. Ich sage, wie es ist, ich fühle mich ausgebrannt. Monatelang habe ich mich selbst unter Druck gesetzt, mit diesem Kreislauf aus Schreiben, auf Testleser-Feedback für das eine Buch warten und währenddessen schon das nächste schreiben, dann überarbeiten und schließlich veröffentlichen, Werbung fürs neue Buch machen, gleichzeitig ein anderes Buch überarbeiten oder schon ein neues Projekt beginnen, zwischendurch dann noch Werbung und Buchcover gestalten, Plotten und noch andere Dinge rund ums Schreiben. Nebenbei mache ich noch sehr viel in den Social Media, nicht nur auf meinen jeweiligen Seiten, ich bin auch Admin in mehreren Facebook-Gruppen. Das macht mir Freude, aber auch das ist Arbeit.

Ich habe fast zwei Jahre sehr viel geschrieben und darüber viel vernachlässigt, auch meinen Freundeskreis und Hobbys.
Ich muss zugeben, dass ich ein ziemlicher Workaholic bin – was mir aber nicht immer gut tut, zumal ich eine chronische psychische Erkrankung und eine Gehbehinderung habe. Von daher muss ich auf mich achten. Ich habe darüber bisher nur wenig geschrieben, aber ich bin nun an einem Punkt in meinem Leben angelangt, wo es mir schwerfällt, nach außen hin stets die unbeschwerte Autorin zu präsentieren, wenn ich mich eigentlich oft ganz anders fühle. So war das auch im vergangenen Herbst und Winter, da hatte ich eine starke Depression.

Das soll nun kein „Jammer“-Beitrag werden, aber ich möchte hier gern einmal offen meine Situation beschreiben: Von meiner schriftstellerischen Tätigkeit kann ich nicht leben und bin zugleich auf den geringen Verdienst mit angewiesen, da ich aus gesundheitlichen Gründen nicht (mehr) auf dem ersten Arbeitsmarkt arbeiten kann.

Abbildung: creative commons, Bru-nO

Damit ihr eine Vorstellung bekommt vom Verdienst einer Autorin: An jedem verkauften E-Book verdiene ich zwischen ca. 1 und 2 €. Bei Taschenbüchern, die ich auf Veranstaltungen verkaufe, sind es zwischen ca. 3 und 4 €, aber insgesamt habe ich beobachtet, dass zumindest von meinen Büchern wenig Taschenbücher, sondern mehr E-Books gekauft werden.
Auch bei Verlagsautor*innen sieht die Gewinnspanne ähnlich aus oder ist sogar noch geringer, wie ich von Kolleg*innen weiß.
Weitere Einnahmen erreiche ich durch gelesene E-Books bei Kindle Unlimited, aber auch das ist nicht viel. Kein Wunder, meine Werke sind „Nischen“-Bücher und haben kein Bestseller-Potential. Während andere Kolleg*innen hunderte oder gar tausende Bücher von einem Titel verkaufen, sind es bei mir pro Titel selten mehr als hundert oder zweihundert, oft auch darunter. Von drei meiner nun insgesamt 18 Bücher habe ich bis heute gerade mal 25 Stück verkauft. In letzterem Fall habe ich also nach einer mehrmonatigen Arbeit an einem Buch gerade mal um die 50 bis 60 Euro damit verdient.

In den vergangenen Jahren habe ich immer mal wieder von Autor*innen gehört, die ihre Tätigkeit ganz oder teilweise an den Nagel gehängt haben. Manche von ihnen hatten einen Burn-Out, andere hatte enttäuschende Erlebnisse mit Verlagen oder es gab private oder berufliche Gründe, kürzer zu treten oder ganz aufzuhören.

Vielleicht kommt jede*r Autor*in irgendwann zu dem Punkt, wo er*sie sich fragt, wofür man eigentlich all die vielen (meist einsamen) Stunden am Schreibtisch verbringt. Schreiben gehört heutzutage zu den „brotlosen Künsten“ und die Arbeitszeit, die in einem Manuskript steckt, das ja nicht nur geschrieben, sondern auch überarbeitet und feingeschliffen werden will, die lässt sich nicht mit einem üblichen Stundenlohn beziffern. Und aus oben genannten Gründen kann ich auch nicht als Vollzeitautorin arbeiten, denn 6 bis 8 Stunden am Stück schreiben, das gibt meine Konzentrationsfähigkeit nicht her.

Ich möchte trotz allem das Schreiben nicht aufgeben. Für mich persönlich ist es eine Tätigkeit, die mir nicht nur Freude bringt, sondern auch eine therapeutische Wirkung hat. Für mich ist das Schreiben so wie für andere Menschen Meditation.

Mein Vorsatz für 2020:
Ich werde kürzer treten und die metaphorische Notbremse ziehen. Auch wenn das heißen sollte, dass ich im kommenden Jahr weniger Bücher schreibe und veröffentliche. Ich werde entsprechend eventuell auch weniger über meine „Works-in-progress“ berichten, einfach weil es dann weniger zu berichten gibt. Ich werde voraussichtlich auch nicht mehr täglich Beiträge auf meiner Facebook-Autorenseite und bei Instagram haben, auch wenn darunter möglicherweise meine Reichweite leidet. Für all das bitte ich um Verständnis.

Ich möchte für mich einen guten Weg finden, damit mir das Schreiben auch weiterhin Freude bringt. Denn Schreiben ist harte Arbeit, auch wenn es nach außen hin nicht immer so aussieht.

Wenn ihr mich auf meinem weiteren Weg unterstützen möchtet,
gibt es dafür einige Möglichkeiten:

Kauft meine Bücher oder lest sie bei Kindle Unlimited, falls ihr das nutzt. Wenn sie euch gefallen, empfehlt sie gern weiter oder verschenkt sie. Ihr könnt auch Taschenbücher direkt bei mir bestellen und ich signiere sie dann für euch oder für die Person, die das Buch als Geschenk erhalten soll.
http://amalia-zeichnerin.net/veroeffentlichungen/

Oder empfehlt mich gern weiter als Illustratorin. Ich habe mich spezialisiert auf Fantasywelt-Landkarten und Zeichnungen: http://amalia-zeichnerin.net/illustrationen/

Oder spendet mir etwas für meine gratis Texte und die gratis Extras. Das geht hier bei „Ko-Fi“: (Zahlungsmittel ist Paypal)

Vielen Dank fürs Lesen.

Diesen Beitrag hatte ich eigentlich für Anfang 2020 geplant, aber WordPress möchte gerade nicht so wie ich will, deshalb ist der Text schon online gegangen.

Ein „Best of“ lustiger Tippfehler

Ich habe einige skurrile Tippfehler und Verschreiber aus diversen Manuskripten gesammelt, just for fun. Hier sind sie, mit Kommentaren.

Vor ihm lag eine mit Marmelade beschmierte Toastschreibe.
Also, liebe Autor*innen, schreibt mehr Toast!

„Lassen Sie uns ein Stück gehen, ja? Ich könnte etwas frische Lust vertragen.”
Ja, nee … wobei das in einem Erotikroman vielleicht passend wäre.

„Ich wollte gern heute Abend noch etwas weiterfroschen.”
Da musste ich an René Mariks Comedyprogramm mit dem „Froschen” denken:

Die Beschreibung einer historischen Inneneinrichtung:
„Allerhand Bric-à-Brac zierte die Wände, zusammen mit Holzschnitten und antiken Schwestern.“
Ob deren Brüder wohl auch an der Wand hängen?

Der Tod hatte vom ihm Begriff ersitzen.

Er biss die Szene zusammen.

Er schaltete die Stereoanklage ein.

Eine Kriegerin ruft einer Elfenmagierin zu: „Hast du mal Feuer?“
Viel zu modern für epische High Fantasy. Außerdem machen die keine Raucherpause.

In einem Gegenwartsroman:
„Beziehungsweise, was hältst du davon, wenn wir eine Runde jobben?”
„Dir fehlt dein tägliches Kaufen, oder?“ (Gemeint waren „joggen” und „Laufen”.)

„Der Morderator”
Das kommt davon, wenn man Krimis schreibt. Der Morderator tauchte allerdings in einem ganz anderen Manuskript auf. Was der wohl verbrochen hat?

„Schnappschnuss“.
Was immer das sein soll… Vielleicht eine beschwipste Nuss?

Ein Protagonisten-Interview mit Cilana aus „Der Orden der Geweihten: Die Veräterin“ von Jan Gießmann

Hallo Cilana, erzähle uns doch bitte ein bisschen von dem Land, aus dem du kommst. Wie lebt es sich dort, was sind seine Besonderheiten? Oder was würdest du Fremden raten, die dort zum ersten Mal hinkommen?

Hallo. Also so viel kann ich über Silam gar nicht sagen. Ich habe einen Großteil meines Lebens in Legas Des, der Festung meines Ordens verbracht. Silam ist ein Königreich, wobei die Macht des Hofes nicht bis in die Dörfer dringt. In den Städten kämpfen Kirche, König und Militär um Macht und Einfluss. Die kleinen Dörfer hingegen bleiben davon verschont und sind zumeist autark. Die Obrichtkeit bleibt meist unter sich, hat im Moment genug damit zu tun die Grenzen zu sichern und ihre kleinen Spiele zu spielen. Silam ist eher länglich, es regnet viel und eigentlich geht es den Menschen nicht schlecht. Die Abwesenheit der Königstruppen auf dem Land macht das Reisen aber nicht gerade sicher. Der beste Rat, den ich einem Fremden geben kann, ist ,nicht unbewaffnet zu kommen, die Umgebung im Auge zu behalten und entweder über einen schnellen Schwertarm oder noch schnellere Beine zu verfügen.

Und wie kann man sich den Orden der Geweihten vorstellen? Darfst du mir darüber etwas verraten, oder ist das ein Geheimorden?
Unsere Macht kommt daher, dass man zu wenig weiß, um uns einschätzen zu können, aber genug um uns zu fürchten. Wir wurden während des letzten großen Krieges gegründet, als sich der ganze Kontinent bekämpfte und Silam vor dem Untergang stand. Wir sind autark und keiner Macht unterstellt. Es ist unsere Aufgabe ein Gleichgewicht der Mächte herzustellen und Silam vor Feinden von innen und außen zu schützen. Wir sind ein Kriegerorden, der seit drei Jahrhunderten den Frieden wahrt. Weiter möchte ich mich nicht dazu äußern.

Was würdest du jemandem als erstes raten, der Schwertkampf erlernen möchte? Worauf sollte man besonders achten?
Schwertkampf lebt von Distanz und der Aktion und Reaktion im richtigen Augenblick. Sei nah an deinem Gegner dran oder weit von ihm weg, aber lass ihn das niemals bestimmen. Anfangen sollte man aber wahrscheinlich damit die Grundtechniken zu lernen. Ich weiß, das klingt nicht nach einem eindrucksvollen Rat, aber es ist die Grundlage für alles Weitere. Jeder kann mit einem Schwert herumfuchten, es wirklich zu meistern ist da schon etwas anderes.

Hast du Freunde oder Begleiter? Und falls ja, was magst du an ihnen?
Ich habe Tyrgarn. Er hat mir das Leben gerettet und ich war kurz davor ihn zu töten. Aber er war bei mir und er ist mir ein guter Freund, fast ein Bruder geworden. Ich schätze an ihm seine Offenheit, seinen Humor und durchaus seine Fähigkeiten mit dem Bogen. Er gehört zu den wenigen Menschen, denen ich mein Leben anvertrauen würde. Genauso die Drigorn, der uns begleitet. Er hat mir damals meine Geweihte Klinge geschmiedet. Er hat mich viel gelehrt und ist eine Art Vaterfigur für mich, denke ich. Er hat mich zum Nachdenken gebracht. Er mag nach außen grob und hart wirken, aber er ist der loyalste und tugendreichste Mann, dem ich je begegnet bin.

Und wie würden sie dich jemandem beschreiben, der dich nicht kennt?
Ich glaube sie würden mich unterschiedlich beschreiben. Tyrgarn würde mich wohl als etwas abweisend und vorsichtig charakterisieren. Als jemanden, der seine Gedenken nur teilt, wenn es nicht anders geht. Drigorn kennt mich schon länger. Er kennt meinen Tatendrang, meinen Willen das Richtige zu tun und auch die nachdenkliche, hinterfragende Art, die beim Orden nicht immer gut ankommt.

In „Der Orden der Geweihten – die Verräterin“ kann man ja einiges über dich lesen. Wird deine Geschichte danach noch weitergehen?
Ähm … nun, das … will ich ehrlich hoffen. Ich weiß, dass der Orden jemanden geschickt hat, der mich jagt, aber ich werde mich nicht ergeben oder töten lassen. Es gibt noch Schlachten zu schlagen und ob der Orden mich nun als Verräterin sieht, oder nicht – sie werden mich brauchen.

Mehr über das Buch erfahrt ihr hier: http://www.geweiht-roman.de/