Begriffe rund um die schriftstellerische Tätigkeit, für Newbies erklärt

Ich werde diesen Post gelegentlich updaten, wenn mir weitere Begriffe einfallen, die ich hier aufführen möchte.

Achillean Romance
Liebesromane über Männer, die Männer lieben. Der Begriff gilt als inklusiver
als Gay Romance, vergleiche -> Sapphic Romance

Anthologie
Eine Sammlung an Kurzgeschichten oder anderen Textformen, die von verschiedenen Autor*innen verfasst wurden, zusammengefasst in einem Buch (oder einer Buchreihe)

Biografischer Roman
Eine teilweise fiktionalisierte Biografie

Blogtour
Aktion von -> Buchblogger*innen, typischerweise zur Veröffentlichung eines neuen Buches: Mehrere von ihnen sprechen sich untereinander ab, bzw. mit den betreffenden Autor*innen und gestalten einen Beitrag über das Buch, zu einem abgesprochenen Thema. So entstehen rund um ein Buch mehrere interessante Inhalte, die auf den verschiedenen Blogs und/oder in Social Media präsentiert werden.

Bookie, bookish, auch buchig
Umgangssprache: Ein*e Bookie ist eine Person, die Bücher liebt, sei es als Leser*in, Autor*in, Buchblogger*in oder noch anders. Eine deutsche Entsprechung ist „Buchmensch“. Bookish bezeichnet auf Englisch potenziell alles, was mit Büchern zu tun hat, und wird als Adjektiv verwendet, die deutsche Entsprechung ist „buchig“.

BookTok
Der Teil von TikTok, der sich mit Büchern beschäftigt, wird auch als Hashtag verwendet. Eine Entsprechung auf Instagram ist „Bookstagram“.
Das hat insofern Relevanz, weil seit einiger Zeit auch der deutschsprachige Buchmarkt
auf BookTok Trends reagiert und diese z.B. im Marketing mit einbezieht.

Buchblogger*innen
Viele Buchblogger*innen lesen gern und viel in ihrer Freizeit und bloggen darüber, z.B. machen sie Buchvorstellungen, nehmen Teil an -> Blogtouren, schreiben Rezensionen, einige interviewen auch Autor*innen, sie besuchen Buchmessen und Lesungen oder machen noch andere Dinge. Für viele ist dies ein Hobby, einige sehr reichweitenstarke Buchblogger*innen verdienen damit teilweise auch Geld (z.B. durch monetarisierte Videos auf YouTube)

Buchsatz
Das Layout eines Buches, bei dem der Text in die abschließende Form gebracht wird, wie sie später nach der Veröffentlichung in Printbüchern und E-Books zu sehen ist. Auch die Platzierung von Kapitelzierden, Grafiken oder Illustrationen wird in diesem Zusammenhang gemacht.

Coverrelease, Coverreveal
Das erste Zeigen eines neuen Buchcovers, z.B. in Social Media. Auf Instagram machen viele Autor*innen Buchcover-Flashmobs, mit der Unterstützung von Buchblogger*innen, anderen Autor*innen oder anderen ihrer Follower: Zu einer verabredeten Zeit bzw. Datum
zeigen alle das neue Buchcover, eventuell auch schon den Klappentext und weitere Informationen rund um das Buch.

Drabble
Kurzprosa mit genau 100 Worten

Druckkostenzuschussverlag
Finger weg, solche Verlage sind zwar nicht illegal, aber nicht seriös.
In diesem Blogbeitrag erfahrt ihr mehr darüber.

E
Fanfiction
Text beliebiger Länge (bis hin zu Romanlänge) über bekannte oder weniger bekannte
Figuren aus einem Buch, Film, Serie, Game oder ähnlich von anderen Autor*innen.
Entsprechende Texte gibt es unkommerziell in Fanfiction-Portalen. Einige Autor*innen
wandeln ihre Fanfictions um in -> Original-Fiktion, indem sie die Figuren und den Weltenbau
verändern. Bekanntes Beispiel dafür ist „Fifty Shades of Grey“ von E. L. James, das ursprünglich auf einer „Twilight“-Fanfiction basierte, oder in jüngerer Zeit „Alchemised“ von SenLinYu, das auf einer Fanfiction basierte, die teilweise in der Welt von „The Handmaid’s Tale“ und teilweise im „Harry Potter“-Universum angesiedelt war, mit einer Liebesgeschichte zwischen den Figuren Hermione und Draco.


G
Herausgeber*in
Person, die die Texte für eine -> Anthologie prüft und diese in einem Buch herausgibt.
I
J
Kleinverlag
Kleiner, unabhängiger Verlag, oft mit wenig Personal oder auch als Ein-Personen-Betrieb. Hier gibt es eine Liste mit deutschsprachigen Kleinverlagen (Der Link führt zu einem Google Doc)

Korrektorat
Korrekturlesende korrigieren Rechtschreib-, Zeichensetzungs- und Grammatikfehler, sowie teilweise auch Stilistisches. In manchen Fällen übernehmen Korrekturlesende auch ein Lektorat, wenn dies so abgesprochen wurde.

Lektorat
Lektor*innen prüfen Manuskripte hin auf Stil, Charakterentwicklung, Plotfehler- oder -Lücken, Weltenbau, Dialoge, Beschreibungen, Handlungsverlauf, Spannungsbogen und noch mehr. Nicht zu verwechseln mit einem -> Korrektorat.
In manchen Fällen übernehmen Lektor*innen auch ein Korrektorat, wenn dies so abgesprochen wurde.

Literaturagentur
Literaturagent*innen vermitteln die Arbeit von Autor*innen, in der Regel an Großverlage.
Umgekehrt gilt, dass für die Einreichung von Manuskripten bei Kleinverlagen eine Literaturagentur eher nicht notwendig ist.

Mikrofiktion
Eine sehr kurze Geschichte, kürzer als eine Kurzgeschichte

New Adult (abgekürzt NA)

Bücher, die sich vor allem um junge Erwachsene drehen (ca. 18 bis 30 Jahre). Der Übergang von Schule in Ausbildung oder Studium, Sex, Liebesbeziehungen, Arbeitswelt, Freundschaften sind häufige Themen. Aber es gibt auch Phantastik NA in zahlreichen Subgenres, sodass es hier eine ganze Vielfalt an Themen geben kann, auch in frei erfunden Fantasy- oder Science-Fiction Welten.

Normseite
Übliches Format für die Einreichung von Manuskripten.
Mehr dazu erfahrt ihr z.B. hier:
https://www.literaturcafe.de/normseite-dokumentvorlage-download/

Novelle
Eine literaturwissenschaftliche Erklärung dazu.
Oft sind die Grenzen zwischen Kurzromanen und Novellen fließend.

Original Fiktion
Geschichten, in denen alles von den Autor*innen erfunden worden ist, im Gegensatz zu -> Fanfiction.

Phantastik
Der Überbegriff für alle Genres mit übernatürlichen oder frei erfundenen Elementen, z.B. Fantasy, Science-Fiction, Dystopie, Utopie, Horror. Diese Genres haben zahlreiche weitere Subgenres, z.B. High Fantasy, Low Fantasy, Urban Fantasy, Romantasy, Space Opera, Space Western, Cyberpunk, Steampunk, Solarpunk, Hopepunk, Cosmic Horror, Schauerliteratur und noch viele weitere.

Plotbunny
Typischerweise eine neue Idee für einen Plot oder eine Geschichte, während man eigentlich
gerade an etwas anderem arbeitet. Manche Plotbunnys verlangen sehr viel Aufmerksamkeit. Ich rate dann gern dazu, sie sich kurz zu notieren, damit sie Ruhe geben.

Queere Literatur
An diesem Begriff scheiden sich die Geister. Manche Autor*innen sagen, „Queer“ sei kein Genre. Andere fragen sich, wie genau Queere Literatur denn definiert sei, wieviel Queerness muss enthalten sein? Andere Leute wiederum betrachten Bücher mit queeren Figuren, Romances, Themen wie Coming-out, erste Liebe, Erfahrungen mit Queerfeindlichkeit und noch mehr als eigenes Genre.

Romance
Hier gibt es bei den verschiedenen Formen von Liebesromanen verschiedene Abkürzungen, z.B. MM, FF, MF, MMF – das bezeichnet die Figurenkonstellationen, dabei steht M für Mann, F für Frau. WLW steht für Woman loving woman. Gay Romance steht im deutschsprachigen Raum für schwule Liebesromane, Queer Romance für andere Formen von Queerness.

Romantasy
Aktuell ein beliebtes Genre, sehr im Trend. Entsprechende Bücher verfügen über ein Fantasysetting, aber die entsprechende Liebesgeschichte steht eindeutig im Vordergrund und die Handlung würde ohne diese nicht funktionieren. Dem gegenüber steht Romantic Fantasy: Hier gibt es eine romantische Nebenhandlung (Subplot), die aber hypothetisch auch weggelassen werden könnte. In relativ vielen Fantasyromanen gibt es solche Subplots.

Sapphic Romance
Romances über Frauen, die Frauen lieben. Der Begriff gilt als inklusiver als Lesbian Romance, siehe zum Beispiel diesen Blogbeitrag.
Ein Pendant dazu ist -> Achillean Romance

Selfpublishing
Beim Selfpublishing übernehmen die Autor*innen das Verlegen ihrer Bücher selbst, was nicht bedeuten muss, dass sie dafür einen Verlag gründen. Entsprechend müssen die Autor*innen Dienstleistende beauftragen, Verschiedenes für sie zu übernehmen, falls sie dies nicht selbst machen können: Buchcover, Werbebanner, Lektorat, Korrektorat, Buchsatz, Erstellung eines E-Books und anderes. Es gibt verschiedene Anbieter für Selfpublishing, die auch den Vertrieb der Bücher übernehmen, z.B. Epubli, Tolino Media, Tredition und weitere. Bei den gratis Texten auf meiner Webseite habe ich einen Ratgeber zum Thema Selfpublishing, als herunterladbares PDF. Hier gibt es eine Liste mit einigen Dienstleistenden, z.B. Lektor*innen und Buchcoverdesigner*innen.
Tipps für Selfpublisher*innen bietet u.a. die „SelfpublisherBibel“.

Testleser*in (auch Betaleser*in)
Die ersten Leute, die ein Manuskript lesen und dazu Feedback geben. Nicht zu verwechseln mit einem -> Lektorat.

Unterhaltungsliteratur
Manche Leute lehnen eine Unterscheidung von Literatur in Unterhaltungs- und gehobene Literatur ab, weil die Übergänge fließend sein können. Allgemein gelten folgende Genregruppen als der Unterhaltungsliteratur zugehörig: Phantastik, Liebesromane, Krimis/Thriller, historische Romane.
V
Work in progress
auch abgekürzt als WIP: aktuelles Manuskript in Arbeit (kann aber auch pausiert sein), oder ein erster Entwurf bzw. eine Rohfassung, die noch nicht bearbeitet wurde

X
Young Adult (abgekürzt YA)
Bücher, die sich vor allem um jugendliche Figuren drehen, bis hin zu sehr jungen Erwachsenen (ca. 14 bis 18 Jahre). Schule, erste Liebe, (teilweise auch Sex), Freundschaften sind entsprechend häufige Themen. Aber es gibt auch Phantastik YA in zahlreichen Subgenres, sodass es hier eine ganze Vielfalt an Themen geben kann, auch in frei erfunden Fantasy- oder Science-Fiction Welten.
Z

Schreibtipp: Charakternamen finden

Zunächst einmal: Besonders empfehlenswert finde ich die Seite
https://www.behindthename.com/
Auf dieser Webseite findet ihr Namen aus aller Welt, mit ihrer Bedeutung (sofern bekannt), sowie zahlreiche historische Namen und viele aus Mythologien.

Wenn ihr Phantastik schreibt und entsprechend Phantastiknamen für eure Charaktere entwickeln möchtet, sucht am besten im Internet, ob die betreffenden Namen schon irgendwie genutzt werden. Ihr wollt ja sicherlich nicht, dass eure Figuren so heißen wie ein Medikament, eine eingetragene Marke oder eine Kleinstadt irgendwo auf der Welt.

Eine gängige Methode für Phantastiknamen: Man nehme einen realen, schon vorhandenen Namen und ändere einige Buchstaben, oder ordne die Buchstaben anders an. Ein Beispiel aus „Die Tribute von Panem“ ist der Name „Peeta“, der an die englische Aussprache von „Peter“ erinnert.
V.E. Schwab hat in einer ihrer Buchreihen eine Figur namens „Alucard“ und das ist, ihr ahnt es schon, „Dracula“, nur rückwärts geschrieben.
Auf ähnliche Art könnte aus einem „Jörn“ ein „Jorn“ werden, aus „Sabrina“ eine „Sabena“, aus „Elias“ vielleicht „Eljas“ und sicherlich fallen euch noch andere kreative Namensveränderungen ein.

Einige Leute bedienen sich gern an Namen aus den weltweiten Mythologien oder der Folklore. Bei eher unbekannten mythologischen oder folkloristischen Gestalten vielleicht keine schlechte Idee, aber von sehr bekannten würde ich eher abraten, da diese eben schon gewissermaßen „besetzt“ sind. Gleiches gilt für die Namen von Gottheiten, Dämonen, Geistern … Es sei denn, eure Figuren haben Eltern, die ihre Kinder gezielt nach diesen mythologischen/folkloristischen Gestalten benannt haben, dann ergibt das Sinn.

Ich beobachte häufiger in Romance-Romanen, dass die Hauptfiguren sehr ungewöhnliche oder seltene Namen haben. Manchmal sind das englischsprachige in einem deutschsprachigen Setting, was durchaus passen kann, da solche Namen auch im deutschsprachigen Raum gern verwendet werden. Teilweise sind es Namen aus ganz anderen Kulturkreisen, obwohl der Hintergrund der Figur eigentlich nicht dazu passt. Da wäre eine passende Hintergrundgeschichte (wie kam es zu diesem Namen?) aus meiner Sicht eine gute Idee. Meine Schwester beispielsweise wurde in Peru geboren und ihr zweiter Vorname ist ein spanischer, wie man ihn auch in Peru finden kann.
Vielleicht wählen einige Autor*innen seltene Namen, um sich von der Masse abzuheben, oder weil diese Namen gerade im Trend liegen? Aus meiner Sicht ist nichts dagegen einzuwenden, gängige, „gewöhnliche“ Namen zu verwenden, vor allem, wenn das zur Familie der Figur passt (Fragt euch: Welchen Namen haben die Eltern für ihr Kind ausgewählt und mit welcher Motivation?)

Sucht am besten den Vor- und Nachnamen eurer Figuren im Internet, z.B. bei Wikipedia oder in einer Suchmaschine. So könnt ihr vermeiden, dass es zufällig derselbe Name ist wie der eines heutigen Promis, eines Verbrechers, einer historischen Persönlichkeit oder der einer anderen bekannten Person. Ich hatte mal überlegt, eine Figur Thomas Müller zu nennen. So heißt allerdings auch ein bekannter Fußballer, sodass ich bei meiner Figur lieber den Nachnamen weggelassen habe.

Was macht für mich einen guten Weltenbau bezogen auf Queerness aus?

DreamyArt, Pixabay

Lesezeit: 4 Minuten

Inhaltswarnung: In diesem Beitrag erwähne ich Queerfeindlichkeit.

Saskia Dreßler hat die Aktion #Queergelesen ins Leben gerufen, vielen Dank dafür. Ich beteilige mich heute mit diesem Blogbeitrag.
In der Phantastik beobachte ich da teilweise die Tendenz zu Queer-Positivität oder Queer-Normativität. Das bedeutet, in dem betreffenden Weltenbau sind die Figuren ganz selbstverständlich queer und das wird in der Gesellschaft völlig akzeptiert. Es findet keine oder kaum Diskriminierung statt, gleichgeschlechtliche Paare (oder auch andere Gender abseits von männlich und weiblich) können ohne Probleme heiraten oder einfach so zusammenleben, vielleicht Kinder adoptieren oder selbst welche bekommen.

Auf der anderen Seite gibt es natürlich weiterhin Phantastik, die Queerfeindlichkeit thematisiert. Das betrifft dann natürlich auch Themen wie internalisierte Queerfeindlichkeit, Coming-Out, Freundschaften, romantische Beziehungen, Sexualität, wie eine Person ihr Gender nach außen hin auslebt (Verhalten, Kleidung, Frisur, Berufswahl oder noch anderes) und noch mehr.

Ich finde beides sehr wichtig. Auch oder gerade queere Menschen haben einen Bedarf an wholesome oder vielleicht auch cosy Eskapismus – Geschichten, in denen sie sich durch Figuren repräsentiert finden, die keine Probleme mit Queerfeindlichkeit haben. Figuren, die andere Probleme und Konflikte statt Queerfeindlichkeit erleben. Beziehungsweise auch einfach vielschichtige Figuren, die nicht auf ihre Queerness reduziert werden.

Auf der anderen Seite ist auch Phantastik, wie jede Kunstform, politisch. Wer das nicht glaubt, lese bitte nach bei Elea Brandt (1). Und in der Realität ist die schiere Existenz queerer Menschen politisch, da wir immer noch bzw. schon wieder um unsere Rechte kämpfen müssen. Man denke nur an die aktuelle Diskussion um das Selbstbestimmungsgesetz, das die rechtskonservativen und rechtsextremen Parteien in Deutschland wieder abschaffen wollen, mit ewig gestrigen Narrativen wie dem, dass es angeblich nur zwei Geschlechter gibt.

Literatur ist ein Spiegel der Realität, sie erforscht die menschliche Existenz und wie wir als Menschen zusammenleben. Entsprechend lassen sich literarisch auch all die Missstände erforschen, die es in unserer Welt gibt. Und dazu zählt natürlich auch Queerfeindlichkeit in all ihren Formen.

In meinem aktuellen Work in Progress, einem High-Fantasy-Roman, der von einer mörderischen Sekte handelt, habe ich beides untergebracht: In der fortschrittlich ausgerichteten Gesellschaft des Landes ist Queerness völlig selbstverständlich und weithin akzeptiert. In der Sekte allerdings ist das nicht der Fall. Dort sind gleichgeschlechtliche Beziehungen aus Gründen verboten und Menschen/Wesen, die weder Frauen noch Männer sind, werden nicht als Mitglieder für die Sekte zugelassen. Das sorgt dann natürlich bei dem queeren Protagonisten und einer anderen queeren Figur für so einige innere und äußere Konflikte.

Ihr möchtet über Queerness in eurem Phantastik-Werk schreiben? Hier ein Schreibtipp, in dem ich auf einige Fallstricke hinweisen möchte:

Wenn ihr nur eine einzelne queere Figur in eurem Phantastik-Werk unterbringt, lasst nicht ausgerechnet diese auf dramatische Weise sterben, während alle heterosexuellen Figuren überleben. Warum? Auch hierzu kann ich wieder einen Blogbeitrag von Elea Brandt empfehlen (2).

Schreibt am besten nicht nur eine queere Figur. In der Realität suchen sich Queers gern andere Queers, nicht nur für Beziehungen, sondern auch für Freundschaften oder als Found Family.

Ihr seid selbst nicht queer und habt wenig persönlichen Kontakt mit der LGBTIAQ+ Community? Wenn ihr über queere Figuren schreiben wollt, sucht euch queere Testlesende, Lektor*innen oder Sensitivity Reader. (3)

Schaut euch generell mal queere Tropes an, die klischeehaft oder stereotyp sind – und vermeidet es, diese zu schreiben. Hier sind zwei Beispiele:

„Sissy Villain“ https://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/SissyVillain

„Depraved Bisexual“ https://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/DepravedBisexual

Einen Überblick über viele queere Tropes mit Stereotypen gibt es hier:
https://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/QueerAsTropes

Fußnoten:

(1) Eleas Blogbeitrag „Fantastisch Politisch“
https://eleabrandt.de/2019/05/06/fantastisch-unpolitisch/

(2) Eleas Blogbeitrag „Don’t bury your Gays“

(3) Sensitivity Reader könnt ihr zum Beispiel hier finden:
https://sensitivity-reading.de/themen

Schreibtipps für Autor*innen – Wann und wo kommen die Ideen für Geschichten?

Lesezeit: ca. 2 Minuten

Vielleicht kennt ihr das, den „Horror“ vor dem leeren Blatt. Oder virtuell am PC, die leere Seite. Man setzt sich hin, möchte schreiben, starrt auf die weiße Fläche, aber die Ideen fehlen. In dem Fall hilft es natürlich meistens wenig, weiter auf das Papier oder den Bildschirm zu starren und sich Druck zu machen, dass man doch Jetzt. Bitte. Sofort. Ideen produzieren muss!

Hier deshalb ein paar Tipps. Ich habe schon öfter von Autor*innen gehört, dass ihnen am leichtesten Ideen kommen, wenn sie sich in einem angenehm entspannten Zustand befinden. Zum Beispiel, und das kann nervig sein, kurz vor dem Einschlafen. Unter der Dusche oder in der Badewanne. Bei der Hausarbeit oder beim Handarbeiten – während die Hände mit etwas anderem beschäftigt sind, gehen die Gedanken auf Wanderschaft. Beim Sport – wenn man diesen allein betreibt. Bei einem Mannschaftssport oder zu zweit dürfte das eher schwierig sein.

Ich selbst wende gern verschiedene Methoden an:

Entweder lege ich mich einfach ganz bequem aufs Sofa, schließe die Augen und fange an mit einer Art Tagtraum: Ich werfe mein Kopfkino an und warte darauf, dass mir Details zu der Geschichte einfallen, an der ich gerade arbeite. Ich versuche dabei nichts zu erzwingen. Die Ideen kommen nach meiner Erfahrung eher nicht, wenn man verzweifelt danach sucht, sondern wie gesagt, wenn man sich in einem eher ruhigen, meditativen Zustand befindet.

Das Folgende klingt nun sicherlich schräg, aber ich finde es hilfreich: Ich habe in solchen Tagträumen schon manchmal Gespräche mit meinen Figuren gehabt, in denen sie mir so manches über sich erzählt haben, oder über andere Figuren, den Verlauf der Handlung oder noch etwas anderes. Ich habe auch schon laut Gespräche dieser Art geführt, das half mir dann auch dabei, meine Gedanken zu strukturieren. Auf eine außenstehende Person würde das vermutlich nach einem seltsamen Selbstgespräch aussehen, aber da ich allein wohne, habe ich in der Hinsicht keine Probleme.

Was ich auch sehr praktisch finde, sind Spaziergänge ohne Druck, ohne festes Ziel, einfach ein Drauflosschlendern. Dabei kommen mir oft auch Ideen, ich denke, dass dabei auch die Bewegung hilfreich sein kann.

Und was die Ideen kurz vor dem Einschlafen betrifft: Ich habe ein Notizbuch direkt auf meinem Nachttisch liegen, so dass ich im Fall der Fälle nicht extra wieder aufstehen muss, um eine zündende Idee zu notieren.

Mir ist bewusst, dass ich mich insofern in einer privilegierten Position befinde, weil ich allein wohne (also ungehört „Selbstgespräche“ führen kann), außerdem habe ich keine Kinder, Haustiere oder andere Verpflichtungen, mit denen ich die genannten Methoden nicht oder nur eingeschränkt anwenden könnte.

Tipps zum Schreiben von Rezensionen

Lesezeit: ca. 5 Minuten

Ich hatte vier Jahre lang einen Buchblog und habe regelmäßig Rezensionen geschrieben. Ich schreibe auch heute noch welche, aber nicht mehr zu jedem Buch, das ich lese. Bzw. manchmal beschränke ich mich auf eine Kurzmeinung.

Natürlich kann jede Person so Rezensionen schreiben, wie sie kann und möchte. Ich nenne hier einige allgemeine Tipps, vielleicht inspiriert euch das ja.

Inhaltsangaben?
Ziemlich viele Buchblogger*innen oder andere Rezensent*innen schreiben in ihren Rezensionen nicht nur ungefähr, worum es im Buch geht, sondern zeigen den gesamten Handlungsverlauf auf, manchmal sogar bis zum Ende. Das ist aber keine gute Idee, wegen der Spoiler. Die heißen so, weil sie Leser*innen, die das Buch noch nicht kennen, dieses verderben (englisch: to spoil) können. Besonders deutlich wird das im Krimi. Wird in einer Rezension verraten oder auch nur sehr stark angedeutet, wer für den Mord bzw. das Verbrechen verantwortlich ist, kann das dazu führen, dass manche Leute den Krimi gar nicht erst lesen wollen. Rezensionen sind keine Arbeiten aus dem Deutschunterricht, eine komplette Inhaltsangabe eines Buches ist hier nicht notwendig, sondern würde das Lesevergnügen für andere schmälern.

Deshalb mein Tipp: Zeigt in euren Rezensionen nicht den gesamten Handlungsverlauf und schreibt keine Spoiler. Bzw. wenn ihr sie aus bestimmten Gründen doch schreiben wollt, dann kündigt das an, z.B. mit einem „ab hier Spoiler“, kennzeichnet sie eventuell zusätzlich durch Leerzeilen oder ähnliches.

Wenn ihr ausführliche Rezensionen schreibt, könntet ihr zu den folgenden Themen etwas schreiben:

1. Wie wirken die Figuren auf euch? Sind sie euch sympathisch, sind es grummelige Anti-Held*innen, „morally grey“ oder ganz anders?

2. Der Schreibstil. Ist dieser eher schlicht? Blumig oder gar kitschig? Hochliterarisch oder poetisch?

3. Der Spannungsbogen. Baut sich die Spannung stetig auf oder hat sie mittendrin ungünstige Schwankungen?

4. Ist die Geschichte langatmig erzählt aus eurer Sicht oder auf den Punkt verdichtet? Oder liegt die Erzählweise irgendwo dazwischen?

5. Werden die Gedanken, Emotionen der Figuren, die Räumlichkeiten, Landschaften, Orte etc. anschaulich und lebendig geschildert? Konntet ihr euch gut in die Figuren hineinversetzen und mit ihnen „mitfiebern“? Oder wirkten sie auf euch eher blass oder flach?

6. Gibt es überraschende Wendungen (Plot-Twists)? Falls ja, lieber diese nicht spoilern.

7. Gibt es Figuren aus marginalisierten Gruppen, z.B. queer, BI_PoC, neurodivergent, behindert oder andere?

8. Was für eine Stimmung herrscht im Buch vor? Zum Beispiel mysteriös, heiter, melancholisch, traurig … Oder wechseln die Stimmungen häufig?

Natürlich könntet ihr euch auch einzelne dieser Themen heraussuchen, ihr müsst nicht zu jedem etwas schreiben.

Weitere Themen
In mehreren Genres gibt es noch spezielle Themen, über die man sich in Rezensionen Gedanken machen kann. Hier eine kleine Auswahl, die natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

Phantastik: Wie wirkt der Weltenbau auf euch? Ist er sehr detailliert oder eher oberflächlich? Ist er in sich logisch und stimmig? Das muss übrigens nicht unbedingt heißen, dass alles darin nach Maßstäben gängiger Naturwissenschaften funktionieren muss. Der Weltenbau sollte aber innerhalb der geschilderten Welt Sinn ergeben.

Romance (auch Romantasy): Gibt es im Buch typische Tropes aus dem Romance-Bereich, z.B. „Enemies to Lovers“? Findet ihr die Figuren auf irgendeine Weise liebenswert, bzw. konnte ihr deren romantische/sexuelle/sinnliche Empfindungen füreinander nachempfinden?

Krimis/Thriller: War es euch möglich, mitzurätseln, wer für das oder die Verbrechen verantwortlich war?

Horror: Konntet ihr euch bei der Lektüre schön gruseln? Hattet ihr nachts Albträume mit einem Bezug zum Buch? Oder eine andere Reaktion auf das Buch?

Manche Bücher sind so spannend oder „fesselnd“, dass man sie kaum aus der Hand legen kann. Falls ihr solche Bücher gelesen habt, könnt ihr das natürlich auch in den Rezensionen erwähnen. Oder auch umgekehrt – habt ihr ein aus eurer Sicht sehr langatmiges, langweiliges Buch gelesen? Vielleicht könnt ihr auch benennen, woran es lag?

Über den Begriff „man“

Manche Rezensent*innen verstecken sich gern hinter einem vagen „man“, z.B. in Sätzen wie: „man wird sofort in die Handlung hineingezogen“, „man kann sich nicht gut in die Figuren hineinversetzen“ oder auch Sätze wie: „als Leser*in kann man die Motivation des Protagonisten oft nicht nachvollziehen“.

Macht das besser nicht so. In eurer Rezension geht es nicht um fremde Leute, nicht um andere Leser*innen und deren Bewertungen, es geht um euren ganz persönlichen Eindruck von einem Buch. Schreibt also z.B. „ich fühlte mich sofort in die Handlung hineingezogen“ oder „als Leser*in konnte ich nicht so richtig mit den Figuren mitfiebern und zwar weil …“ oder ähnliches.

Formulierungen wie „ich persönlich finde, dass …“ zeigen auch an, dass es um eure persönliche Meinung geht, nicht um eine allgemein gültige Wahrheit über ein Buch. Denn letztendlich nimmt jede*r Leser*in ein Buch anders wahr, es gibt also nicht eine einzige Meinung, die alles umfasst, was sich zu einem Buch sagen lässt.

Ich hoffe, diese Tipps helfen euch ein bisschen weiter. Viel Spaß beim Lesen und Rezensieren.

Tipps für Selfpublisher*innen: Was ich so alles mache rund um eine Veröffentlichung


Rund um eine Selfpublishing Veröffentlichung – nach Buchcoverdesign, Testlesungen, Lektorat, Korrektorat und Buchsatz – gibt es viel zu tun. Ich habe entsprechend einmal aufgelistet, was ich so alles gestalte und mache. Ich hoffe, diese Anregungen sind hilfreich für Leute, die ins Selfpublishing einsteigen oder schon länger dabei sind.

Hier die Auflistung:

Inhaltswarnungen ins Buch integrieren

E-Book für Kindle (Amazon) erstellen und hochladen

E-Book bei Tolino Media hochladen

Taschenbuchausgabe bei Epubli veröffentlichen

Leseprobe auf der eigenen Webseite hochladen

Inhaltshinweise und Inhaltswarnungen auf der Webseite schreiben

Werbebanner- und Header erstellen

kurze Buchvideos oder Trailer erstellen, für Social Media und YouTube

Lesungsvideo erstellen (maximal 5 bis 10 Minuten lang ist ideal)

Textschnipsel oder Mini-Leseproben als Bilder oder Fließtexte erstellen und in Social Media teilen. Im Falle von Bildern Bildbeschreibungen ergänzen.

Buchblogger*innen finden, die Rezensionsexemplare haben möchten oder buchige Aktionen machen, die passend sind (z.B. Blogtouren)

Buch im Buchportal »TheStoryGraph« anlegen

eventuell Buchverlosung auf Lovelybooks

Buch im Form buechertreff.de ankündigen

Buchcoverflash in Social Media

Beiträge rund ums Buch in Social Media, z.B. interessante Fakten, Recherchefunde, Lustiges …

Werbung: Kurz vor, während und nach der Veröffentlichung Buchwerbung überall, wo es passend und erlaubt ist, z.B. in Facebook-Büchergruppen, die thematisch passen.

Weiterer Marketingtipp: Saisonale Bücher immer wieder aufs Neue in der passenden Saison oder zum passenden Anlass bewerben (z.B. Ostern, Weihnachten, queere Aktionstage, Urlaubslektüre im Sommer …)


Alternative Beziehungsmodelle und unglückliche Liebesdreiecke

eine Polyamorie Pride Flagge

Ich lebe seit einigen Jahren in einem Polycule (polyamores Beziehungsgeflecht). Als Autorin habe ich bisher fast ausschließlich mononormativ geschrieben, aber inzwischen habe ich mit Henny aus „Hexen in Hamburg: Verflucht“ auch eine polyamore Hauptfigur. Mononormativität ist die gesellschaftliche Annahme bzw auch das Vorurteil, dass ausschließlich (romantisch-sexuelle) Beziehungen zu zweit erstrebens- und wünschenswert sind. Oft in Verbindung mit Heteronormativitität: darin werden gegengeschlechtliche/heterosexuelle Beziehungen zu zweit zur »Norm« erklärt.

Bei Polyamorie dagegen gibt es Beziehungen mit mehreren Personen – mit dem ausdrücklichen Konsens aller Beteiligten.

Eine weitere alternative Beziehungsform ist die Beziehungsanarchie. Auf Wikipedia kann man darüber lesen: »Beziehungsanarchie ist die Praxis, zwischenmenschliche Beziehungen auf der Basis individueller Wünsche anstatt feststehender Normen und Regeln zu führen. Sie unterscheidet sich von der Polyamorie dadurch, dass sie annimmt, man brauche keine formelle Unterscheidung zwischen verschiedenen Typen von Beziehungen. Beziehungsanarchisten betrachten jede Beziehung (Liebesbeziehungen und andere) individuell, im Gegensatz zu der üblichen Kategorisierung nach gesellschaftlichen Normen wie „nur Freunde“, „in einer Beziehung“, „in einer offenen Beziehung“.(1)

Und dann gibt es natürlich auch noch die offene Beziehung. Diese gestaltet sich häufig so, dass eine Person sexuelle Kontakte zu mehreren Personen hat, aber »nur« eine romantische (und/oder sexuelle Haupt-)Beziehung. Auch hier besteht ein Konsens der beteiligten Personen.

In der Belletristik ist Mononormativität so verbreitet, dass das Handlungsmuster »Dreiecksbeziehung«/ »Love Triangle« in 99% der Fälle bedeutet, dass die beteiligten drei Personen vorübergehend unglücklich sind – weil sie sich früher oder später zwischen zwei Personen als Partner*in entscheiden müssen. Als polyam Person frustriert mich das mittlerweile so sehr, dass ich einen weiten Bogen um solche Geschichten mache.

Auch ist es standardmäßig in diesen Geschichten so, dass die Figuren noch nie von Polyamorie, offenen Beziehungen oder Beziehungsanarchie gehört haben und noch nicht mal zumindest kurz darüber nachdenken, ob das für sie in Frage käme. Und das finde ich noch frustrierender als solche unglücklichen Liebesdreiecke. Weil das jegliche alternative Beziehungsform ausblendet und so tut, als gäbe es diese gar nicht. Über genau dieses Thema denken übrigens zwei Figuren in einer Novelle von mir nach – in dieser Geschichte geht es um Polyamorie mit vier Personen und wenn alles klappt, veröffentliche ich sie 2024.

Meine Bitte an die Autor*innen hier – wenn ihr über dramatische, unglückliche Liebesdreiecke schreiben wollt – lasst eure Figuren doch mal kurz über alternative Beziehungsmodelle nachdenken. Vielleicht kommen sie dann zu dem Schluss, dass das nichts für sie sei, aber sie haben dann zumindest nebenbei aufgezeigt, dass es noch mehr gibt als mononormative Beziehungen zu zweit.

Weiterführendes
Jährlich am 23. November ist der »Polyamory Day«, mehr dazu gibt es hier: https://polyamoryday.com/

Mehr über Polyamorie kann man auf dieser deutschsprachigen Webseite erfahren: http://www.polyamorie.de/

Mehr über Beziehungsanarchie ist z.B. hier zu lesen:
https://www.polyamorie-ev.de/beziehungsanarchie/

Fußnote
(1) siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Beziehungsanarchie

Sensitivity Reading

Lesezeit: ca. 3 Minuten

Inhaltswarnung: Erwähnung von Queermisia und Rassismus

Dieser Essay stammt aus meinem Essayband »Diversity in der Literatur«

Zunächst einmal: Was ist das eigentlich?

Fangen wir mit einem fiktiven Beispiel an. Susanne ist eine deutsche Autorin. Sie ist weiß, heterosexuell, cisgender und lebt in der Mittelschicht, ist auch darin aufgewachsen. Susanne möchte gern einen Roman über Naomi schreiben, eine Schwarze Frau in Deutschland, eine Afrodeutsche, die lesbisch und cisgender ist und ebenfalls zur Mittelschicht zählt. Die einzigen Lebenswelten, die Susanne und ihre fiktive Naomi gemeinsam haben: Sie sind beide cisgender Frauen und in der Mittelschicht heimisch. Aber Susanne weiß nicht, wie es sich anfühlt und was es mit sich bringt, eine Afrodeutsche zu sein. Sie hat auch keine Lebenserfahrung als lesbische Frau.

Nun könnte Susanne einfach drauflos schreiben und dabei respektvoll mit der fiktiven Naomi umgehen. Aber ihr Bild dieser Frau wäre sehr ausgedacht und wenig an den Lebenswelten lesbischer, cisgender afrodeutscher Frauen orientiert. Vielleicht kennt Susanne eine lesbische Afrodeutsche und hat sich intensiv mit ihr ausgetauscht. Das wäre ganz klar ein Vorteil für ihr schriftstellerisches Projekt. Vielleicht hat sie Own-Voices-Romane oder Artikel von lesbischen afrodeutschen Frauen gelesen oder Podcasts gehört oder auf andere Weise die entsprechenden Lebenswelten recherchiert. Ihre fiktive Naomi und deren Leben mag zwar ähnlich sein, aber es ist immer noch eine ausgedachte Figur, die gewissermaßen durch eine „weiße Brille” gesehen wird.

Und hier kommt Sensitivity Reading ins Spiel. Susanne könnte sich an eine lesbische Schwarze Frau wenden, die bereit ist, ihren Roman über Naomi zu lesen. Sie könnte sich auch zum einen an eine Schwarze Frau und zum anderen an eine lesbische Frau wenden, die bereit sind, ein Sensitivity Reading zu übernehmen.

Beim Sensitivity Reading werden Texte testgelesen, mit einem bestimmten Fokus. Wer über marginalisierte Menschen schreibt, mit deren Lebenswelt aber keine eigene Erfahrung hat, für den sind Sensitivity Readings eine gute Möglichkeit, auf möglicherweise verletzende Formulierungen und Stereotypen über diese marginalisierten Menschen aufmerksam gemacht zu werden. So etwas kann sich übrigens auch ganz ohne böse Absicht in einen Text schleichen, einfach aus Unwissen – das gilt bei weißen Menschen zum Beispiel für unabsichtlich rassistische Aussagen.

Sensitivity Reader zählen selbst zu einer oder mehreren marginalisierten Gruppen, z.B. Menschen mit Behinderung, queere (LGBTIAQ*) Menschen, BI_PoC (Black, Indigenous, People of Color), Menschen mit Neurodiversität, einer psychischen oder chronischen Erkrankung, Menschen, die in Armut leben oder noch andere. Sensitivity Reader sind somit gewissermaßen Expert*innen für die entsprechenden Lebenswelten und -erfahrungen. Das Beispiel oben mit Naomi ist intersektional – das bedeutet, diese Figur ist zweifach marginalisiert, als Schwarze Frau und als lesbische Frau.

Das heißt natürlich nicht, dass ein Sensitivity Reader allein für die gesamten Lebenserfahrungen aller aus seiner marginalisierten Gruppe sprechen kann. Aber Sensitivity Reading kann zumindest Tendenzen aufzeigen und gröbste Fehler oder Probleme in der Beschreibung marginalisierter Menschen ausmerzen.

Wozu dient es nicht?

Entgegen so manchem Vorurteil gegenüber Sensitivity Reading ist es keine Zensur und will auch nicht die Freiheit der Kunst beschneiden. Ganz im Gegenteil hilft Sensitivity Reading dabei, authentischer, vorurteilsfreier und lebensechter über Menschen aus ganz unterschiedlichen Kulturen und/oder aus marginalisierten Gruppen zu schreiben. Das sollte doch eigentlich im Interesse aller Autor*innen sein.

Warum sollte man Sensitivity Reading nutzen?

Das hat mehrere Gründe. Es sensibilisiert zum einen für einen Umgang mit nicht-diskriminierender, nicht-herabwürdigender, inklusiver Sprache. Das geht übrigens auch, ohne dass man um die Freiheit der Kunst bangen muss. Ein weiterer wichtiger Grund: Menschen aus marginalisierten Gruppen, die mithilfe von einem Sensitivity Reading bearbeitete Texte lesen, werden sich darin wahrscheinlich positiver und authentischer repräsentiert finden, in Figuren, die ihrer marginalisierten Gruppe angehören.

Sprache hat einen großen Einfluss darauf, wie wir die Welt sehen. Vorurteile, Diskriminierung und Stereotypen finden nicht nur auf dem Papier statt, wenn wir sie lesen, sie finden auch einen Weg in unsere Köpfe, wenn wir immer wieder darüber lesen. Das zeigen auch psychologische Studien. (1)

Sensitivity Readings können letztlich nicht nur helfen, Vorurteile, Diskriminierungen und Stereotypen in Texten zu vermindern, sondern auch in den Köpfen der Lesenden abzubauen, weil sie helfen, authentischere Figuren abseits von Vorurteilen und Stereotypen zu erschaffen.

Meine eigenen Erfahrungen mit Sensitivity Reading

Ich selbst habe unter anderem ein Sensitivity Reading für eine andere Autorin gemacht, das war für einen großen Publikumsverlag. Die Zusammenarbeit lief über das Lektorat, war sehr professionell und freundlich, außerdem wurde mir meine Tätigkeit auch mit einem fest vorgegebenen, nicht verhandelbaren Betrag vergütet. Ob alle meine Anmerkungen oder die mir wichtigsten umgesetzt wurden, weiß ich allerdings noch nicht, da ich das veröffentlichte Buch noch nicht gelesen habe. Und letztlich liegt diese Entscheidung natürlich beim Verlag.

Als Autorin habe ich mehrfach mit Sensitivity Readern zusammengearbeitet. Bei zwei Sensitivity Readern lief die Zusammenarbeit reibungslos. In einem Fall hatte der Sensitivity Reader ganz andere Vorstellungen als ich zur Geschichte, was einige inhaltliche Fragen betraf. Dieser Reader ist selbst Autor und hätte meine Ausgangsbasis der Geschichte vielleicht lieber anders umgesetzt.

Aber Sensitivity Reading ist in der Regel kein inhaltliches Lektorat. Sensitivity Reader helfen einem eher dabei, auf problematische Beschreibungen und Formulierungen zu verzichten. Ihre Aufgabe ist es nicht, Geschichten komplett inhaltlich zu verändern – es sei denn, dass sich darin ein sehr problematisches Handlungsmuster befindet, das beispielsweise auf rassistischen oder queerfeindlichen Stereotypen beruht. Ein sehr negatives Trope ist beispielsweise Bury your gays (2), das so oft in der Vergangenheit eingesetzt wurde, dass manche Rezensent*innen von Filmen, Büchern etc. extra hervorheben, wenn dieses Trope nicht verwendet wird.

In einem anderen Fall hatte ich Pech, was die Umsetzung betraf: Zuerst sagte mir eine Sensitivity Readerin ab wegen zu starker Arbeitsbelastung im Brotjob, ein anderer Sensitivity Reader ließ mich mehrere Monate auf sein Feedback warten, da er ebenfalls viel zu tun hatte. Das bringt mich allerdings zu einem wichtigen Punkt: Sensitivity Reading ist nicht unbedingt eine berufliche Tätigkeit – manche Sensitivity Reader übernehmen dies in ihrer Freizeit und es kann sein, dass jemand wenig Zeit dafür erübrigen kann. Deshalb ist es gut, wenn beide Seiten, also Autor*innen und Sensitivity Reader, sich absprechen, auch wenn möglich, über den zeitlichen Rahmen. Und auch über eine mögliche Vergütung oder andere Gegenleistungen sollte man im Vorfeld sprechen, damit es nicht zu Unstimmigkeiten oder Enttäuschungen kommt.

Fußnoten

(1) Einige Studien zu diesem Thema:

https://www.researchgate.net/publication/254084523_The_Impact_of_Stereotypical_Versus_Counterstereotypical_Media_Exemplars_on_Racial_Attitudes_Causal_Attributions_and_Support_for_Affirmative_Action

https://www.researchgate.net/publication/240699945_Processing_Social_Information_in_MessagesSocial_Group_Familiarity_Fiction_Versus_Nonfiction_and_Subsequent_Beliefs

(2)

Bury your gays ist ein Handlungsmuster, bei dem die queeren Figuren (oder die einzige queere Figur) in einem Buch, Film, etc. sterben, oft auf dramatische Weise, während die heterosexuellen Figuren überleben.

Hier eine sehr empfehlenswerte Website:


Ein weiterer Blogbeitrag, in dem ich auch auf Sensitivity Reading eingehe: »Was darf ich denn überhaupt noch schreiben?«
https://amalia-zeichnerin.net/was-darf-ich-denn-ueberhaupt-noch-schreiben/

Eine Podcast-Folge, in der ich zum Thema Sensitivity Reading interviewt wurde:
https://dernerdigetrashtalk.podigee.io/b44-sensitivity-reading4-sensitivity-reading

Schreibtipp Romance: Wie sich Figuren verlieben

Abbildung: Engin Akyurt, Pixabay

Warum verlieben sich Menschen ineinander? Das ist oft gar nicht einfach zu erklären. Das Genre Romance/Liebesroman hat darauf eine Vielfalt an Antworten und ich gehe später auf einige typische Tropes (Handlungsmuster) ein.

Eine Sache ist mir in Liebesromanen immer wieder aufgefallen: Alle paar Seiten schwärmt eine Figur von dem guten Aussehen ihres Love-Interests, mitunter über ganze Absätze hinweg. Manche Autor*innen machen davon so stark Gebrauch, dass es entweder wahlweise komisch wirkt oder zu ungünstigen Wiederholungen führt, die nervig sein können. Und gutes Aussehen als alleiniger Grund, sich zu verlieben? Das kann sehr oberflächlich sein, es kann Lookism (1) sein und ist aus meiner Sicht auch nicht besonders interessant, denn Schönheit an sich ist kein Charakterzug und teilweise auch sehr austauschbar. Klar, man braucht Attraktivität oder gutes Aussehen nicht vollständig ausblenden, aber es immer wieder (und dann vielleicht noch mit Wiederholungen) zu betonen, wird viele Lesende wohl auf Dauer eher langweilen.

Aber was kann es stattdessen beziehungsweise noch zusätzlich an Motiven geben, dass sich eine Figur in eine andere verliebt? Hier ein paar Anregungen.

Gemeinsame Interessen
Die Figuren haben ein gemeinsames Interesse oder ein Hobby, das sie einander näherbringt und ihnen viel Gesprächsstoff bzw. gemeine Erlebnisse bietet. Vielleicht stehen sie dabei auch in Konkurrenz zueinander (z.B. in gegnerischen Sportmannschaften), nähern sich aber letztendlich doch an.

Gemeinsame Probleme
Einige Beispiele: Die Figuren sind Kolleg*innen, doch es gibt Probleme an ihrem Arbeitsplatz. Vielleicht schreibt ihr Unternehmen/ihr Geschäft etc. rote Zahlen und sie müssen um ihre Arbeitsplätze bangen. Oder sie haben gemeinsame Bekannte, die Probleme mit sich bringen und tun sich zusammen, um sich der Probleme anzunehmen.

Typische Tropes

Liebesdreieck
Ein sehr beliebtes, oft verwendetes Trope, das allerdings in den allermeisten Fällen auf folgendes Szenario hinausläuft: Eine Figur muss sich zwischen zwei Love Interests entscheiden. Hinzu kommt jede Menge Eifersucht auf die dritte, unerwünschte Figur. Anregung, um die Klischees dieses Tropes zu durchbrechen: Die Figuren könnten zumindest über eine offene Beziehung oder Polyamorie nachdenken. Selbst wenn sie sich letztendlich dagegen entscheiden, weil es ihnen persönlich nicht liegt, wird damit aufgezeigt, dass es auch noch andere Beziehungsformen gibt.

Friends to Lovers
Beispiele: Sie sind schon seit Jahren Nachbar*innen. Sie kennen sich schon seit dem Kindergarten. Sie arbeiten zusammen und haben sich angefreundet. Sie sind Freizeitpartner*innen. Und ganz plötzlich (oder auch nicht so plötzlich) gibt es ein Ereignis, das alles verändert, und sie zusammenbringt. Für demisexuelle Figuren ist dieses Trope wie gemacht. Ein sehr passender Song zu „Friends to Lovers“ ist übrigens »1000 und 1 Nacht« von Klaus Lage: https://www.youtube.com/watch?v=oNWe7rG9S8w

Stuck Together
Beispiele: Sie kennen sich kaum und stecken fest in einer eingeschneiten Hütte. Draußen tobt ein Gewitter und der Strom ist ausgefallen. Sie sind nach einem Schiffbruch oder einem Flugzeugabsturz auf einer einsamen Insel gestrandet. Figur A hat einen Anhalter mitgenommen, aber das Auto hat mitten im Nirgendwo eine Panne. Oder ähnliche Szenarien, bei denen die Figuren an einem Ort festsitzen, von dem sie zumindest vorübergehend nicht fort können. Nun müssen sie sich zusammenraufen. Und kommen einander näher, durch die gemeinsam erlebten Strapazen. Eine sehr actiongeladende Version dieses Handlungsmusters gibt es im Film „Speed“ (von 1994), in dem die Charaktere von Keanu Reeves und Sandra Bullock in einem Bus festsitzen, der droht, durch eine Bombe zu explodieren. „Stuck Together“ könnte man übrigens auch mit »Enemies to Lovers« verbinden, und damit unter Umständen noch mehr Spannung zu erzielen, siehe den nächsten Abschnitt:

Enemies to Lovers
Mit diesem Trope, das sehr beliebt ist, tue ich mich persönlich schwer, denn ich frage mich oft, wie realistisch ist die Entwicklung Feindschaft zu Liebe? Aber vermutlich ist hier »Gegensätze ziehen sich an« gerade das, was dieses Trope für viele so reizvoll macht. Anregung: Wenn du dieses Trope schreiben möchtest, überlege dir am besten, bei aller Feindschaft der Figuren, auch einige Gemeinsamheiten, die sie letztendlich dazu bringen könnten, ihre Feindschaft zu überwinden. Ein berühmtes Beispiel für dieses Handlungsmuster ist „Stolz und Vorurteil“ von Jane Austen – die beiden Hauptfiguren können sich zunächst überhaupt nicht ausstehen, aber dann kommt alles anders, als sie erwartet haben …

Verbotene Liebe
Das vielleicht berühmteste Beispiel für dieses Trope ist Shakespeares »Romeo und Julia« – die Hauptfiguren stammen aus verfeindeten Familien, von daher steht ihre Liebe unter einem schlechten Stern. Andere Geschichten mit diesem Trope behandeln z.B. Tabuthemen wie Inzest, teilweise verstärkt durch den Twist, dass die verwandten Figuren nicht wissen, dass sie verwandt sind (z.B. die Zwillinge Luke und Leia aus »Star Wars«). Oder es gibt ein starkes Machtgefälle in der Beziehung (z.B. ein Uniprofessor und seine Studentin, eine Herrin und ihre Sklavin, ein Vorgesetzter und sein Mitarbeiter…) Ich persönlich schreibe nicht über solche Tabuthemen und kann hier auch keine Ratschläge erteilen. Wovon ich aber immer dringend abraten würde, sind Geschichten, die von einer Liebesbeziehung zwischen einer minderjährigen und einer erwachsenen Person erzählen. Das ist niemals eine Romanze, sondern Missbrauch.

Die zweite Chance
Beispiele: Eine Figur hatte Pech in der Liebe. Sie hat eine Scheidung hinter sich. Sie ist verwitwet oder hat andere Schicksalsschläge in Bezug auf Beziehungen erlebt. Vielleicht hat sie auch erst mal die Nase voll von Beziehungen. Nun lernt sie aber eine interessante Person kennen und bekommt eine zweite Chance auf die große Liebe. Dieses Trope eignet sich gut für Figuren, die schon etwas älter sind, aber auch jüngere Figuren könnten entsprechendes erleben.

Seelenverwandte
Die Figuren sind füreinander bestimmt, fühlen sich meistens auf Anhieb zueinander hingezogen (siehe auch »Liebe auf den ersten Blick«). Vielleicht wird das Ganze auch mystisch überhöht, oder sie haben das Gefühl, sich schon ewig und drei Tage zu kennen. Wie in den meisten Liebesgeschichten müssen aber auch diese Figuren so manches Hindernis überwinden, um letztendlich zusammenzukommen. Dieses Trope hat den Nachteil, dass die entsprechende Geschichte unter Umständen sehr kitschig werden kann, hier ist also Vorsicht geboten.

Vorgetäuschte Beziehung
Aus Gründen beschließen zwei Figuren, eine gemeinsame Beziehung gegenüber ihren Familien, Freundeskreis oder auch Kolleg*innen vorzutäuschen. Sie sind weit davon entfernt, verliebt zu sein (auch hier könnte man wieder »Enemies to Lovers« hinzunehmen, oder aber »Friends to Lovers«). Aber im Laufe der Handlung stellen sie fest, dass sie sich zueinander hingezogen fühlen. Vielleicht fliegt später auf, dass sie die Beziehung zunächst nur vorgetäuscht haben, oder auch nicht. Mehrere romantische Komödien basieren auf diesen Trope und auch die Tragikomödie »Green Card – Schein-Ehe mit Hindernissen« (von 1990).

Liebe auf den ersten Blick
Bei diesem Trope denke ich heute oft, das ist eigentlich ein einfacher, etwas billiger Trick aus der Autoren-Werkzeugkiste, um möglichst schnell Herzklopfen und Schmetterlinge im Bauch in die Geschichte zu bringen. Ich habe dieses Trope aber auch schon mal verwendet. Mittlerweile bin ich damit vorsichtiger, weil es nur bedingt realistisch ist, dass sich zwei Leute auf Anhieb ineinander verlieben. Das Gegenstück dazu nennt sich im englischen »Slow Burn«, (»langsames Brennen«), also wenn die Figuren sich erst nach und nach ineinander verlieben. „Liebe auf den ersten Blick“ funktioniert übrigens nicht bei demisexuellen Figuren, hier passt „Slow Burn“ besser.

Hurt/Comfort
Eine Figur ist verletzt oder krank, die andere kümmert sich fürsorglich um diese. Das kann der Auftakt zu einer Beziehung werden, weil sich die beiden näherkommen, oder aber stattfinden, während die Beziehung bereits besteht.

Fazit: Es gibt eine ganze Reihe an Tropes in der Romance, ich habe hier nur einige der bekanntesten beschrieben, die mögliche Wege aufzeigen, wie Figuren zueinander finden. Teilweise kann man auch verschiedene Tropes gut miteinander verknüpfen, um die Handlung interessanter zu gestalten. Es kann spannend sein, bekannte Tropes auf den Kopf zu stellen, sie ganz anders zu präsentieren und in jedem Fall würde ich davon abraten, zu tief in die Klischeekiste zu greifen.

Fußnote
(1) Ein Zitat zu Lookism: „Lookism ist die Annahme, dass das Aussehen ein Indikator für den Wert einer Person ist. Sie bezieht sich auf die gesellschaftliche Konstruktion einer Schönheits- oder Attraktivitätsnorm und die Unterdrückung durch Stereotype und Verallgemeinerungen über Menschen, die diesen Normen entsprechen und über diejenigen, die ihnen nicht entsprechen.“
Quelle des Zitats: https://de.wikipedia.org/wiki/Lookism#cite_note-2

Weitere Blogbeiträge von mir zum Thema Liebesbeziehungen in der Literatur

Typische Konflikte in Liebesromanen/Romance
https://amalia-zeichnerin.net/konflikte-in-liebesromanen-romance/

Konsens ist sexy
https://amalia-zeichnerin.net/konsens-ist-sexy/

Über die fatale Romantisierung von toxischen Beziehungen und anderen problematischen Tropes in der Fiktion
https://amalia-zeichnerin.net/ueber-die-fatale-romantisierung-von-toxischen-beziehungen-und-anderen-problematischen-tropes-in-der-fiktion/

Bodyshaming (im Beitrag gehe ich auch auf Liebesromane ein)
https://amalia-zeichnerin.net/diverserdonnerstag-bodyshaming/

#DiverserDonnerstag: Hautfarben

Eine Aktion von @equalwritesde

Diesmal mit dem Thema Hautfarben. Mir ist immer wieder aufgefallen, dass Hautfarben gar nicht beschrieben werden, wenn es um weiße Figuren geht. Vielleicht ist da der Gedanke, dass müsse nicht sein, weil Lesende automatisch davon ausgehen, dass die nicht näher beschriebenen Figuren weiß sind. „Weiß als Default“, sozusagen – aber das ist keine gute Einstellung. Ich muss gestehen, dass ich lange Zeit die Hautfarben weißer Figuren auch nicht näher beschrieben habe. Erst in den letzten Jahren ist mir dieses Problem überhaupt bewusst geworden.

Wer Tipps haben möchte, wie man Hautfarben diskriminierungsfrei beschreiben kann, dem empfehle ich die folgenden Texte:

“Warum Hautfarbe allein nichts aussagt” von Victoria Linnea

Und der zweiteilige „Hautfarben-Guide“, eine Übersetzung von Victoria Linnea zu einem Text aus dem Tumblr-Blog „Writing with Color“
Teil 1:

Teil 2:

Und wenn ihr euch gern in diesem oder anderen Bereichen rund um Diversität weiterbilden möchtet, schaut gern mal in meine Literatur- und Linksammlung „Literatur/Links über Diversität, Inklusion und Repräsentation“, diese findet ihr hier (ein Google Doc):
http://bit.ly/literaturundlinksdiversität