Kurzer Bericht vom Nordcon 2018

© Marco Ansing

Wow, was für ein Nordcon! So viele interessante Gespräche, z.B. über Bücher und über Steampunk, Spaß mit AutorenkollegInnen, außerdem habe ich endlich mal Leute „live und in Farbe“ getroffen, die ich bisher nur via Facebook kenne, darunter Christian und Judith Vogt, die mit ihrem Rollenspiel Scherbenland den Deutschen Rollenspiel-Preis auf der Abschlussveranstaltung der Nordcon entgegen nehmen konnten.

Außerdem habe ich mich ein bisschen fortgebildet mit dem Workshop „CSI Viktoriana“ von Ulrike Pelchen über Kriminal-Ermittlungsmethoden im 19. Jh. – was dann wohl auch weiteren viktorianischen Krimis zugute kommen wird.

Dankeschöns vom Crowdfunding für das Rollenspielsystem Seelenfänger hab ich auch abgeholt am Stand der Redaktion Phantastik. Der Soundtrack von Erdenstern dazu, IMMORTALIS, ist sehr hörenswert, finde ich.

Für meine Mutter habe ich bei Autor Tom Daut außerdem ein passendes Geschenk gefunden – die von Anja Bagus herausgegebene Anthologie „Mütter“, die in der Edition Roter Drache erschienen ist und der er ebenfalls eine Geschichte beigesteuert hat.

Last but not least hatte ich am Sonntagabend eine schöne, teilweise interaktive Lesung und durfte ein weiteres Mal nicht nur mein eigenes Buch sondern auch Steffi Foitziks „Galway Hunters: Feuertaufe“ vorstellen.

Auf der Nordcon gab es wie jedes Jahr natürlich noch Dutzende weitere Programmpunkte,
aber da ich fast ausschließlich im „Skriptorium“ bei den anderen AutorInnen war, konnte ich mir nicht mehr ansehen.

Wie häufig war ich mal wieder ohne eigene Kamera unterwegs und kann diesen Bericht deshalb nicht mit Bildern füttern. Dank Marco Ansing hab ich aber ein „Beweisfoto“, das ich da war.

Fazit: Es war mir ein Fest und ich freue mich schon auf die nächste Nordcon.

Protagonisten-Interview mit den Galway Hunters von Stefanie Foitzik

Machen wir eine kleine Zeitreise ins Jahr 2015…
Ich sitze mit Michael O‘Hara, seiner jungen Mitarbeiterin Cathrine „Cat“ Gallagher und seinem Mitarbeiter Duncan McClary im Galwayer Pub Paddy’s. An unserem Tisch sind außerdem der Chief Inspector Brendon Nolan von der Galwayer Polizei (Garda Síochána), sein Kollege Detective Sergeant Alex Donovan, sowie der verdeckte Ermittler und Anderswelt-Cop Connor O‘Sullivan.

Hier im Pub läuft an diesem Abend Musik aus der Jukebox und in einem Fernseher wird das Spiel der Aran-Islands gegen die Four Roads übertragen.

[Passende Musik dazu gibt es z.B. von Erdenstern: „The Pub“ aus dem Album „The Urban Files“, kostenlos hier zum Probehören: https://erdenstern.bandcamp.com/track/the-pub]

Nolan blickt immer mal mit gerunzelter Stirn auf den Fernsehbildschirm, er scheint das Spiel zu verfolgen. O’Hara besorgt eine Runde Pints. Alex Donovan scheint fast unter seiner Schirmmütze zu verschwinden und ist recht schweigsam Miss Gallagher sieht sich von Zeit zu Zeit sichtlich nervös um. McClary und O’Sullivan scheinen sich nicht ganz grün zu sein, aber vielleicht täuscht dieser Eindruck auch …

Vorlage Duncan und Connor 72dpi

Duncan McClary, Connor O’Sullivan © Amalia Zeichnerin[/caption]

Nolan zuckt zusammen, als in der Jukebox der Song „Bye bye Miss American Pie“ ertönt und sieht zum Tresen hinüber. Ich warte, bis O’Hara mit den Getränken zurückkehrt.

Vielen Dank, dass Sie sich alle die Zeit nehmen für dieses Interview. Mister McClary, Sie sind ein Daywalker. Für die Nichteingeweihten, die sich mit den paranormalen Wesen nicht gut auskennen, die auch einfach gern Paras genannt werden – was ist ein Daywalker?

Duncan McClary schlägt die Beine übereinander. „Bei uns Daywalkern handelt es sich um Halbvampire. Ein Elternteil ist dabei stets menschlich. Das macht auch den wahrscheinlich wichtigsten Unterschied zu reinrassigen Vampiren aus: Wir werden als Halbvampire geboren und nicht verwandelt, wir leben.“

Ich gehe davon aus, dass Sie wesentlich älter sind als Sie wirken? Ich meine, wenn man es in menschlichen Jahren rechnet? Ist das eigentlich eine unhöfliche Frage?

„Nein, natürlich ist das nicht unhöflich“. beruhigt Duncan McClary mich.“Ich wurde 1819 geboren, bin nun also 196 Jahre alt“

Ah, dann haben Sie gewiss eine ganze Menge erlebt… Wie ist das Verhältnis zwischen Menschen und Paras in Galway? Oder in Irland im allgemeinen? Das Outing der Paranormalen war ja 2005, also schon einige Jahre her.

„Das Verhältnis ist nicht gerade einfach“, beginnt Duncan zögernd. „Weder in Galway, noch in Irland allgemein. Nicht jeder ist bereit, seinem ’neuen‘ Nachbarn zu vertrauen. Sie waren in den Legenden schon immer eine Gefahr.“

„Woran die Presse eindeutig ihren Teil dazu beiträgt“, ergänzt Michael O’Hara.

„Manche schaffen das aber auch ganz alleine für einen schlechten Eindruck zu sorgen“, wirft Chief Inspector Brendon Nolan mit düsterem Blick ein.

Oh, das klingt nach vielen Vorurteilen … und so einigen Problemen zwischen den Paras und den Menschen. Hoffentlich wird sich dies mit der Zeit noch zum Besseren verändern.

Miss Gallagher, Mister O‘Hara und Mister McClary wie kamen Sie auf die Idee, als Kopfgeldjäger zu arbeiten, haben Sie dafür entsprechend passende Ausbildungen gemacht?