Tipps für Autor*innen: Wenn ihr ein Manuskript bei einem Verlag einreichen wollt…

In letzter Zeit gab es eine Kontroverse um den ab morgen geschlossenen Phantorion Verlag. Mehrere Autor*innen und Buchbloggende haben darüber u.a. auf Instagram berichtet, außerdem kann ich einen Artikel vom Literaturcafé empfehlen (siehe Fußnoten).

Und das ist bei weitem nicht der erste Skandal um einen Verlag. Einige von euch erinnern sich vielleicht noch an die Kontroversen um den Papierverzierer Verlag und „Bundesamt für magische Wesen“ (beide existieren nicht mehr).

Hier meine Tipps:

Zunächst mal, reicht wirklich nur dann Manuskripte ein, wenn der Verlag deutlich gemacht hat, dass sie aktuell Manuskripte annehmen. Entsprechende Hinweise findet ihr entweder in Social Media, oder auf der Verlagswebseite.

Prüft, auf wen ihr euch einlasst.
Schaut euch das Impressum der Verlagswebseite an. Fehlen dort Angaben, z.B. eine Adresse? Und welche Person(en) werden im Impressum genannt?

Schaut euch auch die Webseite genauer an. Macht sie einen guten Eindruck auf euch? Sind Bücher leicht zu finden, bzw. gibt es gut strukturierte Kategorien, falls der Verlag mehrere Genres verlegt? Gefällt euch das Buchcoverdesign?

Hört euch unter anderen Autor*innen um, ob sie den Verlag empfehlen können. Das muss nicht öffentlich sein, ihr könnt z.B. eine DM schreiben. Wie konstruktiv ist die Zusammenarbeit? Gibt es ein gutes Lektorat und Korrektorat? Dürfen sie beim Buchcoverdesign ein Wort mitreden? Werden Tantiemen regelmäßig gezahlt? Gibt es häufiger Probleme?

Ist der Verlag auch auf Buchmessen dabei? (Nicht jeder Kleinverlag kann das leisten, aber mehrere schon.)

Lest euch auch Verträge ganz genau durch. Fragt im Zweifelsfall bei anderen Autor*innen nach, falls euch etwas unklar ist.

Bitte beachten: Manche Kleinverlage sind sehr kleine Eine-Person-Betriebe, die mehrere Freiberufler*innen engagieren (für Lektorate, Korrektorate, Buchcoverdesign…). Manche Kleinverleger*innen arbeiten zusätzlich in einem Brotjob. Entsprechend kann es sein, dass es lange dauert, bis ihr eine Antwort auf eure Manuskripteinreichung erhaltet.

Fußnoten:
Reel von Jenny Magical auf Instagram:
https://www.instagram.com/reel/DWeO6D3igfb/

Artikel vom Literaturcafé:
https://www.literaturcafe.de/phantorion-verlag-am-ende-wo-ist-das-new-adult-magazin-bookframe/

Weiteres:
„Druckkostenzuschussverlage und andere Methoden, Autor*innen zur Kasse zu bitten“
https://amalia-zeichnerin.net/druckkostenzuschussverlage-und-andere-methoden-autorinnen-zur-kasse-zu-bitten/

Tipps von Iva Moor:
„Wie erkennt man einen seriösen Verlag? – Teil 1: Grundsätze“
https://silbenalchemie.wordpress.com/2016/07/04/wie-erkennt-man-einen-serioesen-verlag-teil-1-grundsaetze/

Tipp für Autor*innen: Lest keine 1-Sterne-Rezensionen über eure Bücher

Lesezeit: ca. 3 Minuten

Um meinen Tipp zu erklären, muss ich ein bisschen weiter ausholen. Ich gehe davon aus, dass ihr eure Bücher nicht mit gen. KI geschrieben habt und dass sie vor der Veröffentlichung bereits durch mehrere Hände gegangen sind: Testlesende (bzw. Betalesende), Lektorat, Korrekturlesung… und von all diesen Leuten habt ihr Feedback erhalten und eure Bücher entsprechend bearbeitet. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung habt ihr also euer Bestes gegeben. Und dann habt ihr das Buch losgelassen, es sozusagen hinaus in die Welt getragen.

Und nun kommt ein großes Aber: Ihr habt keinen Einfluss darauf, ob Leser*innen, die euer Buch kaufen oder ausleihen, es mögen oder nicht. Es wird Menschen geben, die eure Bücher ganz schlecht finden oder sogar hassen. Und auch wenn es unglaublich klingt: Das ist okay, akzeptiert das. Nach meiner Erfahrung kann man es einfach nie allen Lesenden recht machen. Das ist ja auch kein Wunder, denn alle Bookies haben unterschiedliche Vorlieben, bisherige Leseerfahrungen, verschiedene Erwartungen an Bücher und das kann sich auch im Laufe der Zeit verändern. Ich habe schon mehrfach Bücher abgebrochen, und das geschah nur selten, weil ich sie ganz schlecht fand. Sie trafen einfach meinen persönlichen Geschmack nicht oder ich hatte etwas anderes erwartet.

Kommen wir zu den 1-Sterne-Rezensionen und warum ich dazu rate, sie nicht zu beachten. Negative Erfahrungen werden im Gehirn viel stärker abgespeichert als positive Erfahrungen, was auch evolutionäre Gründe hat, aber ich möchte jetzt hier keine Biologie 101-Stunde starten. Entsprechend werden euch negative Rezensionen viel mehr zusetzen, als positive euch erfreuen, um es mal überspitzt zu formulieren.

Ich habe früher oft die 1-Sterne-Rezensionen zu meinen Büchern gelesen. Bis ich festgestellt habe, wie unglaublich mich das herunterzieht. Es hat mich demotiviert und teilweise richtig fertiggemacht. Ich kam mindestens zwei Mal an einen Punkt, an dem ich alles hinwerfen und nie wieder ein Buch veröffentlichen wollte. Und das nur, weil einige Person sich an meinem Buch abgearbeitet hatten und in der Rezension lange Rants darüber verfasst hatten, wie schrecklich es doch sei. Während andere Lesende genau dieses Buch gern gelesen hatten oder es sogar sehr gut fanden.

Häufig zeigen negative Rezensionen vor allem eines: Dass der persönliche Geschmack der lesenden Person nicht getroffen wurde. Klar, es gibt auch negative Rezensionen mit konstruktiver Kritik, die einen als Autor*in weiterbringen könnte. Aber solche Rezensionen sind zumindest nach meiner Erfahrung eher selten. Bitte bedenkt auch: In erster Linie werden Rezensionen von Leser*innen für andere Leser*innen geschrieben – fragt Buchblogger*innen, wenn ihr mir nicht glaubt. Und nicht selten sind negative Rezensionen auch sehr kurz und wenig aussagekräftig. Oder auf einen Rezensionstext wird ganz verzichtet und stattdessen gibt es nur eine 1-Stern-Bewertung. Und dann gibt es leider auch noch die Fälle, in denen sehr negative Rezensionen häufig mit einem anonymen Nickname geschrieben werden, um bestimmten Autor*innen gezielt zu schaden. Ja, das gibt es leider wirklich, ich habe schon mehrfach von entsprechenden Fällen gehört.

Ihr müsst euch übrigens auch nicht mit jeder Meinung zu eurem Buch beschäftigen. Ihr seid kein Kummerkasten, in dem frustrierte Lesende ihren Frust über ein aus ihrer Sicht misslungenes Buch abladen können.

Und wenn ihr trotz allem wissen wollt, was in den negativen Rezensionen zu euren Büchern steht – fragt vielleicht eine befreundete Person, die etwas Abstand zum Thema hat, ob sie diese an eurer Stelle liest – ist konstruktive Kritik dabei, könnte eure befreundete Person sie euch mitteilen und über den Rest schweigen, um damit eure Nerven zu schonen.

Ich möchte diesen Beitrag mit einem Zitat beschließen, das ich immer wieder gern hervorhole: „Was sie rezensieren, ist nicht das, was ich geschrieben habe. Was sie rezensieren, ist ihre Erfahrung mit dem, was ich geschrieben habe.“
(Misha Magdalene)

Begriffe rund um die schriftstellerische Tätigkeit, für Newbies erklärt

Ich werde diesen Post gelegentlich updaten, wenn mir weitere Begriffe einfallen, die ich hier aufführen möchte.

Achillean Romance
Liebesromane über Männer, die Männer lieben. Der Begriff gilt als inklusiver
als Gay Romance, vergleiche -> Sapphic Romance

Anthologie
Eine Sammlung an Kurzgeschichten oder anderen Textformen, die von verschiedenen Autor*innen verfasst wurden, zusammengefasst in einem Buch (oder einer Buchreihe)

Biografischer Roman
Eine teilweise fiktionalisierte Biografie

Blogtour
Aktion von -> Buchblogger*innen, typischerweise zur Veröffentlichung eines neuen Buches: Mehrere von ihnen sprechen sich untereinander ab, bzw. mit den betreffenden Autor*innen und gestalten einen Beitrag über das Buch, zu einem abgesprochenen Thema. So entstehen rund um ein Buch mehrere interessante Inhalte, die auf den verschiedenen Blogs und/oder in Social Media präsentiert werden.

Bookie, bookish, auch buchig
Umgangssprache: Ein*e Bookie ist eine Person, die Bücher liebt, sei es als Leser*in, Autor*in, Buchblogger*in oder noch anders. Eine deutsche Entsprechung ist „Buchmensch“. Bookish bezeichnet auf Englisch potenziell alles, was mit Büchern zu tun hat, und wird als Adjektiv verwendet, die deutsche Entsprechung ist „buchig“.

BookTok
Der Teil von TikTok, der sich mit Büchern beschäftigt, wird auch als Hashtag verwendet. Eine Entsprechung auf Instagram ist „Bookstagram“.
Das hat insofern Relevanz, weil seit einiger Zeit auch der deutschsprachige Buchmarkt
auf BookTok Trends reagiert und diese z.B. im Marketing mit einbezieht.

Buchblogger*innen
Viele Buchblogger*innen lesen gern und viel in ihrer Freizeit und bloggen darüber, z.B. machen sie Buchvorstellungen, nehmen Teil an -> Blogtouren, schreiben Rezensionen, einige interviewen auch Autor*innen, sie besuchen Buchmessen und Lesungen oder machen noch andere Dinge. Für viele ist dies ein Hobby, einige sehr reichweitenstarke Buchblogger*innen verdienen damit teilweise auch Geld (z.B. durch monetarisierte Videos auf YouTube)

Buchsatz
Das Layout eines Buches, bei dem der Text in die abschließende Form gebracht wird, wie sie später nach der Veröffentlichung in Printbüchern und E-Books zu sehen ist. Auch die Platzierung von Kapitelzierden, Grafiken oder Illustrationen wird in diesem Zusammenhang gemacht.

Coverrelease, Coverreveal
Das erste Zeigen eines neuen Buchcovers, z.B. in Social Media. Auf Instagram machen viele Autor*innen Buchcover-Flashmobs, mit der Unterstützung von Buchblogger*innen, anderen Autor*innen oder anderen ihrer Follower: Zu einer verabredeten Zeit bzw. Datum
zeigen alle das neue Buchcover, eventuell auch schon den Klappentext und weitere Informationen rund um das Buch.

Drabble
Kurzprosa mit genau 100 Worten

Druckkostenzuschussverlag
Finger weg, solche Verlage sind zwar nicht illegal, aber nicht seriös.
In diesem Blogbeitrag erfahrt ihr mehr darüber.

E
Fanfiction
Text beliebiger Länge (bis hin zu Romanlänge) über bekannte oder weniger bekannte
Figuren aus einem Buch, Film, Serie, Game oder ähnlich von anderen Autor*innen.
Entsprechende Texte gibt es unkommerziell in Fanfiction-Portalen. Einige Autor*innen
wandeln ihre Fanfictions um in -> Original-Fiktion, indem sie die Figuren und den Weltenbau
verändern. Bekanntes Beispiel dafür ist „Fifty Shades of Grey“ von E. L. James, das ursprünglich auf einer „Twilight“-Fanfiction basierte, oder in jüngerer Zeit „Alchemised“ von SenLinYu, das auf einer Fanfiction basierte, die teilweise in der Welt von „The Handmaid’s Tale“ und teilweise im „Harry Potter“-Universum angesiedelt war, mit einer Liebesgeschichte zwischen den Figuren Hermione und Draco.


G
Herausgeber*in
Person, die die Texte für eine -> Anthologie prüft und diese in einem Buch herausgibt.
I
J
Kleinverlag
Kleiner, unabhängiger Verlag, oft mit wenig Personal oder auch als Ein-Personen-Betrieb. Hier gibt es eine Liste mit deutschsprachigen Kleinverlagen (Der Link führt zu einem Google Doc)

Korrektorat
Korrekturlesende korrigieren Rechtschreib-, Zeichensetzungs- und Grammatikfehler, sowie teilweise auch Stilistisches. In manchen Fällen übernehmen Korrekturlesende auch ein Lektorat, wenn dies so abgesprochen wurde.

Lektorat
Lektor*innen prüfen Manuskripte hin auf Stil, Charakterentwicklung, Plotfehler- oder -Lücken, Weltenbau, Dialoge, Beschreibungen, Handlungsverlauf, Spannungsbogen und noch mehr. Nicht zu verwechseln mit einem -> Korrektorat.
In manchen Fällen übernehmen Lektor*innen auch ein Korrektorat, wenn dies so abgesprochen wurde.

Literaturagentur
Literaturagent*innen vermitteln die Arbeit von Autor*innen, in der Regel an Großverlage.
Umgekehrt gilt, dass für die Einreichung von Manuskripten bei Kleinverlagen eine Literaturagentur eher nicht notwendig ist.

Mikrofiktion
Eine sehr kurze Geschichte, kürzer als eine Kurzgeschichte

New Adult (abgekürzt NA)

Bücher, die sich vor allem um junge Erwachsene drehen (ca. 18 bis 30 Jahre). Der Übergang von Schule in Ausbildung oder Studium, Sex, Liebesbeziehungen, Arbeitswelt, Freundschaften sind häufige Themen. Aber es gibt auch Phantastik NA in zahlreichen Subgenres, sodass es hier eine ganze Vielfalt an Themen geben kann, auch in frei erfunden Fantasy- oder Science-Fiction Welten.

Normseite
Übliches Format für die Einreichung von Manuskripten.
Mehr dazu erfahrt ihr z.B. hier:
https://www.literaturcafe.de/normseite-dokumentvorlage-download/

Novelle
Eine literaturwissenschaftliche Erklärung dazu.
Oft sind die Grenzen zwischen Kurzromanen und Novellen fließend.

Original Fiktion
Geschichten, in denen alles von den Autor*innen erfunden worden ist, im Gegensatz zu -> Fanfiction.

Phantastik
Der Überbegriff für alle Genres mit übernatürlichen oder frei erfundenen Elementen, z.B. Fantasy, Science-Fiction, Dystopie, Utopie, Horror. Diese Genres haben zahlreiche weitere Subgenres, z.B. High Fantasy, Low Fantasy, Urban Fantasy, Romantasy, Space Opera, Space Western, Cyberpunk, Steampunk, Solarpunk, Hopepunk, Cosmic Horror, Schauerliteratur und noch viele weitere.

Plotbunny
Typischerweise eine neue Idee für einen Plot oder eine Geschichte, während man eigentlich
gerade an etwas anderem arbeitet. Manche Plotbunnys verlangen sehr viel Aufmerksamkeit. Ich rate dann gern dazu, sie sich kurz zu notieren, damit sie Ruhe geben.

Queere Literatur
An diesem Begriff scheiden sich die Geister. Manche Autor*innen sagen, „Queer“ sei kein Genre. Andere fragen sich, wie genau Queere Literatur denn definiert sei, wieviel Queerness muss enthalten sein? Andere Leute wiederum betrachten Bücher mit queeren Figuren, Romances, Themen wie Coming-out, erste Liebe, Erfahrungen mit Queerfeindlichkeit und noch mehr als eigenes Genre.

Romance
Hier gibt es bei den verschiedenen Formen von Liebesromanen verschiedene Abkürzungen, z.B. MM, FF, MF, MMF – das bezeichnet die Figurenkonstellationen, dabei steht M für Mann, F für Frau. WLW steht für Woman loving woman. Gay Romance steht im deutschsprachigen Raum für schwule Liebesromane, Queer Romance für andere Formen von Queerness.

Romantasy
Aktuell ein beliebtes Genre, sehr im Trend. Entsprechende Bücher verfügen über ein Fantasysetting, aber die entsprechende Liebesgeschichte steht eindeutig im Vordergrund und die Handlung würde ohne diese nicht funktionieren. Dem gegenüber steht Romantic Fantasy: Hier gibt es eine romantische Nebenhandlung (Subplot), die aber hypothetisch auch weggelassen werden könnte. In relativ vielen Fantasyromanen gibt es solche Subplots.

Sapphic Romance
Romances über Frauen, die Frauen lieben. Der Begriff gilt als inklusiver als Lesbian Romance, siehe zum Beispiel diesen Blogbeitrag.
Ein Pendant dazu ist -> Achillean Romance

Selfpublishing
Beim Selfpublishing übernehmen die Autor*innen das Verlegen ihrer Bücher selbst, was nicht bedeuten muss, dass sie dafür einen Verlag gründen. Entsprechend müssen die Autor*innen Dienstleistende beauftragen, Verschiedenes für sie zu übernehmen, falls sie dies nicht selbst machen können: Buchcover, Werbebanner, Lektorat, Korrektorat, Buchsatz, Erstellung eines E-Books und anderes. Es gibt verschiedene Anbieter für Selfpublishing, die auch den Vertrieb der Bücher übernehmen, z.B. Epubli, Tolino Media, Tredition und weitere. Bei den gratis Texten auf meiner Webseite habe ich einen Ratgeber zum Thema Selfpublishing, als herunterladbares PDF. Hier gibt es eine Liste mit einigen Dienstleistenden, z.B. Lektor*innen und Buchcoverdesigner*innen.
Tipps für Selfpublisher*innen bietet u.a. die „SelfpublisherBibel“.

Testleser*in (auch Betaleser*in)
Die ersten Leute, die ein Manuskript lesen und dazu Feedback geben. Nicht zu verwechseln mit einem -> Lektorat.

Unterhaltungsliteratur
Manche Leute lehnen eine Unterscheidung von Literatur in Unterhaltungs- und gehobene Literatur ab, weil die Übergänge fließend sein können. Allgemein gelten folgende Genregruppen als der Unterhaltungsliteratur zugehörig: Phantastik, Liebesromane, Krimis/Thriller, historische Romane.
V
Work in progress
auch abgekürzt als WIP: aktuelles Manuskript in Arbeit (kann aber auch pausiert sein), oder ein erster Entwurf bzw. eine Rohfassung, die noch nicht bearbeitet wurde

X
Young Adult (abgekürzt YA)
Bücher, die sich vor allem um jugendliche Figuren drehen, bis hin zu sehr jungen Erwachsenen (ca. 14 bis 18 Jahre). Schule, erste Liebe, (teilweise auch Sex), Freundschaften sind entsprechend häufige Themen. Aber es gibt auch Phantastik YA in zahlreichen Subgenres, sodass es hier eine ganze Vielfalt an Themen geben kann, auch in frei erfunden Fantasy- oder Science-Fiction Welten.
Z

Produktionsbedingungen für Autor*innen und ein persönliches Fazit nach rund zehn Jahren

Jocelyn Morales, Unsplash

Es ist ein offenes Geheimnis: Von allen Dienstleistungen rund um eine Buchveröffentlichung (Lektorat, Korrektorat, Buchcoverdesign, Vertrieb u.a.) verdienen die Autor*innen selbst am wenigsten. Sie werden von Verlagen nicht für ihre Arbeitszeit bezahlt, sondern gewissermaßen für die Vermarktung ihrer Bücher, bzw. Lizenzen.

Im deutschsprachigen Raum bezahlen die meisten Verlage auch keine Vorschüsse. Das heißt: wer keine Bestseller landet oder am laufenden Band Bücher produziert, wird vom Schreiben allein nicht leben können (statistische Zahlen dazu lassen sich online suchen).

Im Selfpublishing machen es viele Autor*innen so, dass sie Crowdfundings machen, um all die Dienstleistungen rund um ihre Veröffentlichung bezahlen zu können. Ich habe vor mehreren Jahren einmal ein Crowdfunding gemacht, um die Teilnahme mit einem Stand an der Buchmesse Berlin finanzieren zu können. Es ist gelungen, war allerdings sehr zeitaufwändig. Ich weiß auch von anderen Leuten, die Crowdfundings gemacht haben, dass dies sehr viel Arbeit bedeutet. Außerdem gibt es keine Garantie, dass das Crowdfunding erfolgreich ist.

Das andere Modell im Selfpublishing, das ich teilweise mache, ist Arbeitstausch, dadurch lassen sich Kosten reduzieren. Meine Buchcover und Werbebanner etc. kann ich selbst gestalten, auch dank eines Grafikdesignstudiums.

Ich bin Hybridautorin: vier meiner Bücher sind in Kleinverlagen erschienen, den Rest habe ich im Selfpublishing veröffentlicht.

Für bezahlte Werbung habe ich kein Budget, also bin ich auf meine eigenen Werbebeiträge in Social Media angewiesen. Und dort treffe ich auf tausende andere Autor*innen, die ebenfalls Werbung für ihre Bücher machen. Wir alle kämpfen mit den Algorithmen und sinkender Reichweite. Und die Anzahl der Follower oder der Likes entspricht nie der Zahl der Buchkäufe (siehe Fußnote 1).

Nach rund zehn Jahren als Autor*in mit Veröffentlichungen bin ich ziemlich desillusioniert, was den Buchmarkt und meine persönlichen Möglichkeiten betrifft. Ich habe nie damit gerechnet, einen Bestseller zu schreiben. Das ist einfach unrealistisch, weil es nur den wenigsten gelingt. Aber wenn ich, so wie in den vergangenen zwei Jahren, Monate an einem Buch arbeite und sich dieses dann nur zwanzig Mal verkauft, nimmt mir das die Motivation.

Ja, ich hatte auch Bücher, die sich sehr gut verkauft haben, insbesondere die Reihe „Die mysteriösen Fälle der Miss Murray“. Ich bin sehr dankbar für all die Menschen, die dieser Reihe ihre Lesezeit gewidmet haben. Aber ganz ehrlich, ich konnte diese Reihe nicht endlos fortsetzen, weil mir die Ideen für weitere Kriminalfälle ausgegangen sind.

Ich habe noch eine anstehende Veröffentlichung und zwei weitere eigene Buchprojekte, die ich umsetzen möchte, aber danach werde ich voraussichtlich keine weiteren in Angriff nehmen, oder vielleicht nur noch ein Buch pro Jahr schreiben und wie bisher auch, hin und wieder Fanfictions. Mir geht es mittlerweile so: Ich verdiene mehr mit Lektoraten als mit meinen Buchveröffentlichungen. Also werde ich mich in Zukunft mehr auf diese Tätigkeit konzentrieren.

Fußnote:
(1) In diesem Zusammenhang empfehle ich immer wieder gern das folgende Video, in dem die Situation für Instagram analysiert wird: „Instagram und Autoren – Schluss mit dem Stress“ (ca. 39 Minuten)
https://www.youtube.com/watch?v=UHn23higV1M

Buch-Aktivismus

Sunita Sukhana hat vier Fragen:

  1. Was ist der Fokus eures Aktivismus auf Instagram?
    2. Was wünscht ihr euch, das sich in der Buchbranche ändern soll?
    3. Was können wir (Lesende und Arbeitende in der Buchwelt) tun, um diesem 2026 Ziel näher zu kommen?
    4. Habt ihr sonstige interessante Projekte, die ihr empfehlen wollt?

Was ist der Fokus eures Aktivismus?

Mir liegen Diversität, Queerfeminismus, Inklusion, Repräsentation von marginalisierten Menschen am Herzen, außerdem versuche ich marginalisierte Autor*innen zu unterstützen. Ein weiteres Thema: Ich bin gegen den Einsatz von generativer KI in der Kunst und zwar in allen Bereichen: Texte, Bilder, Videos, Musik… (siehe Fußnote 1)

Was wünscht ihr euch, das sich in der Buchbranche ändern soll?

Die Produktionsbedingungen. Dazu habe ich schon mehrfach geschrieben, siehe Fußnote 2 und 3. Vor allem marginalisierte Autor*innen werden strukturell auf dem Buchmarkt benachteiligt. Ich habe schon mal an anderer Stelle darüber geschrieben: Oft ist es so, dass marginalisierte Autor*innen gar nicht erst einen Fuß in die Tür von Verlagshäusern bekommen. Und wenn es ihnen doch gelingt, dann wird oft von ihnen erwartet, dass sie in erster Linie über ihre Marginalisierung und marginalisiertes Leid schreiben. Oder dass ihr Werk als Quelle von Inspiration Porn dient, z.B. wenn sie behindert sind. Oder aber ihnen wird gesagt, „Tut uns leid, wir haben hier schon eine Autorin mit deiner Marginalisierung und wir haben hier keinen Platz für eine zweite“.

Was können wir (Lesende und Arbeitende in der Buchwelt) tun, um diesem 2026 Ziel näher zu kommen?

Lesende:
Liebe Booktoker, liebe Buchbloggende, schaut bitte mal abseits all der Hypes und der super populären Bücher. Traut euch an die Bücher von Kleinverlagen und von Selfpublisher*innen.

Schaut euch die Werke marginalisierter Autor*innen an. Und stöbert mal in den Backlists von Verlagen und Autor*innen – es muss nicht immer das neueste Buch sein, auch ältere Bücher können wahre Schätze sein.

Aktuell erinnert mich die Buchbubble sehr an Fast Fashion: Unmassen an Bücher werden gekauft, in kürzester Zeit konsumiert, dann aussortiert und zack, der nächste Buch-Haul und so geht es immer weiter, in einem irrsinnigen Tempo. Aber ihr müsst da nicht mitmachen.

Lasst euch Zeit beim Lesen. Es ist ein Hobby, kein Leistungssport. Anders ausgedrückt, ihr müsst nicht jährlich 100 Bücher oder mehr lesen, egal was andere Buchbloggende sagen.

Autor*innen:
Unterstützt andere Autor*innen, vor allem marginalisierte: queere, People of Colour, neurodivergente, chronisch kranke, behinderte… Selbst wenn ihr deren Werke nicht (oder nicht alle) kennt, könnt ihr darauf hinweisen, denn es kann ja immer sein, dass andere Leute genau solche Werke suchen und mögen. Ihr könnt die Beiträge anderer Autor*innen z.B. auf Instagram reposten oder Storys machen.

„Say no to AI“: Wenn es euch möglich ist, nutzt Alternativen für KI-Bilder, z.B. indem ihr Illustrator*innen beauftragt, euch Charakterbilder zu zeichnen oder malen.

Aber es gibt auch viele kostenlose Alternativen zu KI Bildern (siehe Fußnote 4).


Kennt ihr sonstige interessante Projekte, die ihr empfehlen wollt?

Victoria Linnea, Nora Bendzko und Noah Stoffers bieten regelmäßig Workshops für Autor*innen an, die sich mit Diversität befassen. https://www.victorialinnea.de/seminare-workshops

Auch Lena Richter bietet regelmäßig Workshops an:

Empfehlen kann ich auch das halbjährlich erscheinende Phantastik-Magazin „Queer*Welten“, das im Amrûn Verlag erscheint: https://amrun-verlag.de/cat/verlagsbuchhandlung/lgbt/

Ein eigenes Projekt von mir auf Instagram ist der #DiversityDienstag, ohne vorgegebene Themen.

Jeden Dienstag schreibe ich zu einem Thema, das etwas mit Diversität zu tun hat. Teilweise geht es da auch um Bücher und den Buchmarkt oder um marginalisierte Autor*innen, aber auch um andere Themen.

Fußnoten:
1) siehe z.B. meinen Blogbeitrag „No to AI: Warum KI in der Kunst nichts verloren haben sollte“

2) „Der Buchmarkt, BookTok-Hypes und KI-generierte Bücher oder: Wo bleiben wir Autor*innen?“

3)„Farbschnitte und was das mit Kapitalismus und Produktionsbedingungen zu tun hat“
https://www.instagram.com/p/DPyred4jq_V/

4) Alternativen zu KI generierten Bildern (Beitrag in Deutsch und Englisch):

#DiversityDienstag: Support für marginalisierte Autor_innen… die nicht preisverdächtige Literatur schreiben

Lesezeit: 1 Minute
In Social Media wird recht oft dazu aufgerufen, queere oder anderweitig margi­nalisierte Autorys zu unterstützen, z.B. indem man ihre Bücher kauft oder darauf hinweist. Aber die Bücher, die dann empfoh­len werden, sind praktisch immer dieselben von so ungefähr 5 bis 10 Autorys, zumindest habe ich das öfter so beobachtet.

Oftmals geht es um Bücher, die als besonders herausragend und lesenswert erachtet werden und/oder die für Preise nomi­niert wurden oder mit welchen ausgezeichnet wurden. Teilwei­se sind das auch englischsprachige Bücher oder Bücher aus großen Verlagen. Das ist natürlich einerseits sehr schön.

Andererseits entsteht für mich der Eindruck, als ob die Bücher marginalisierter Autor*innnen nur dann beachtenswert sind, wenn sie überdurchschnittlich gut sind.

Die eher durch­schnittlich schreibenden Autorys, zu denen ich ebenfalls zähle, kommen bei solchen Empfehlungen nicht oder kaum vor. Gleiches gilt oft auch für Kleinverlage und marginalisierte Selfpublisherinnen. Deshalb: Wenn ihr Autorys unterstützen wollt, auch solche, die vielleicht nicht preisverdächtig schreiben: Traut euch auch an Bücher aus Kleinverlagen und an welche von Selfpublisherinnen.

Das alles erinnert mich übrigens schmerzhaft an etwas, das so einigen marginalisierten Autor*innen bekannt vorkommen dürfte: marginalisierten Leuten, z.B. mit Behinderungen, wird oft schon von Kindheit an vermittelt, dass sie immer mehr als 100 % geben müssten, dass sie besonders viel leisten müssten, um von der Mehrheitsgesellschaft anerkannt zu werden.

Aber nicht jeder marginalisierte Autorin ist ein literarisches Genie, um es mal überspitzt zu formulieren, oder schreibt preisverdächtig. Und das hängt natürlich auch teilweise mit der eigenen Lebenssituation, aber auch dem Buchmarkt und den Produktionsbedingungen zusammen, bei der marginalisierte Autorinnen oft strukturell benachteiligt werden.

Der Buchmarkt, BookTok-Hypes und KI-generierte Bücher oder: Wo bleiben wir Autor*innen?

Lesezeit: ca. 5 Minuten

Die Anregung zu diesem Blogbeitrag kam durch einen Beitrag, den Judith Vogt auf BlueSky geschrieben hat. Danke dafür und auch für den Austausch.

Seit ich vor zehn Jahren mit Buchveröffentlichungen begonnen habe, hat sich der Buchmarkt im Bereich der Unterhaltungsliteratur, wozu ich auch die Phantastik zähle, sehr verändert. (Generell finde ich die Unterscheidung in E- und U-Literatur fragwürdig, aber das ist ein anderes Thema, dieses Fass mache ich nun hier nicht auf.)

Dieser Bereich des Buchmarkt lässt sich mittlerweile sehr stark von Booktok- und anderen buchigen Social Media-Trends beeinflussen, die sich schnell verändern. Vor wenigen Jahren war Dark Academia populär, heute ist z.B. Romantasy und Dark Romance sehr gefragt, morgen vielleicht etwas ganz anderes. Aber es ist schwer vorherzusagen, welcher neue Trend als nächstes ganz an der Spitze steht, weil die Social-Media-Landschaft so pluralistisch und zersplittert ist.

In einem Beitrag auf Instagram zu meiner Aktion #DiversityDienstag habe ich geschrieben (1): In immer kürzeren Abständen werden neue Bücher auf den Markt geworfen, die dann möglichst schnell konsumiert werden. Nach dem kapitalistischen Motto: mehr, weiter, schneller, Gewinnmaximierung.

Viele Buchbloggende und andere Leser*innen beklagen schon seit längerem, dass die Qualität vieler dieser schnell auf den Markt geworfenen Bücher zu wünschen übrig lässt, selbst aus großen Verlagen. Ich sehe das vor allem im englischsprachigen Raum, aber nicht nur. Oftmals würden z.B. nur bestimmte Tropes checklistenmäßig, aber eher lieblos abgearbeitet. Tropes, die in manchen Verlagsausschreibungen mittlerweile vorgegeben werden.

Dass die Qualität leidet, ist wohl kein Wunder, wenn Autor*innen und andere, die an einer Buchveröffentlichung beteiligt sind, auch Lektor*innen, dazu angehalten werden, in erster Linie schnell zu arbeiten.

Die Flut der KI-generierten Bücher
Mehrere Selfpublishing-Autor*innen berichten, dass ihre Buchverkäufe auf Amazon stark zurückgegangen sind. Dafür mag es viele Gründe geben, und einer davon ist sicherlich die Flut an komplett KI-generierten Büchern auf Amazon, die echten Autor*innen die Sichtbarkeit nehmen. (2)

Und wo bleiben wir Autor*innen?
Autor*innen (und damit meine ich alle, die Bücher ohne KI schreiben), die jetzt im Bereich der Unterhaltungsliteratur durchstarten oder schon länger dabei sind, haben also im wesentlichen zwei Probleme: Wenn sie Selfpublishing machen möchten, müssen sie dabei gegen eine Flut KI-generierter Bücher anschreiben. Wenn sie in Verlagen veröffentlichen wollen, müssen sie damit rechnen, dass viele ihrer kreativen Ideen dort abgelehnt werden, weil sie nicht zu den aktuell gehypten Trends oder Tropes passen.

Ich zitiere noch etwas aus dem schon erwähnten Instagrambeitrag:

Autor*innen sehen sich nun zunehmend dem Druck ausgesetzt, möglichst viele Bücher pro Jahr zu schreiben, damit sie mithalten können mit dieser, ich nenne es mal Fast-Books-Produktion. Gleichzeitig können aber die meisten Autor*innen nicht vom Schreiben leben, müssen sich zwischen Brotjob und Familie oder anderen Verpflichtungen irgendwie arrangieren, damit sie weiterhin Bücher schreiben können. Ich lese hier immer wieder von Autor*innen, die psychisch oder physisch erkrankt sind (z.B. Burnout), weil sie diesem Druck auf Dauer nicht gewachsen sind.

Besonders schwer haben es marginalisierte Autor*innen, weil sie häufig noch weitere Belastungen haben (z.B. Diskriminierungserfahrungen wie täglichen Alltagsrassismus).

Hinzu kommt natürlich noch das Phänomen, dass Autor*innen diejenigen sind, die bei einer Buchveröffentlichung von allen beteiligten Personen am wenigsten verdienen, da nicht ihre Arbeitszeit bezahlt wird, sondern eine Form der Lizenz für ihr Werk.

Und was marginalisierte Autor*innen betrifft, gehe ich davon aus, dass in Zukunft weniger solche Leute veröffentlichen werden – wenn sich die Produktionsbedingungen auf dem Buchmarkt nicht strukturell wirklich verbessern. Und das zeichnet sich zurzeit leider nicht ab, soweit ich es sehen kann.

Und wie ist eigentlich das Verhältnis der vielen veröffentlichten Bücher zu tatsächlich gelesenen? In der Buchbubble sehe ich manchmal unglaubliche Zahlen, wie viele Bücher manche Buchblogger*innen jährlich lesen, teilweise über 150 Bücher.

Also habe ich eine Umfrage auf Tumblr gemacht, an der sich immerhin 373 Leute beteiligt haben. Klar, es ist keine repräsentative Umfrage, aber sie ergibt dennoch eine Tendenz. Die Mehrheit, rund ein Viertel der Beteiligten lesen jährlich nur 11 bis 25 Bücher, gefolgt von rund 21%, die bis zu 52 Bücher lesen.

All of that being said – ich denke, die Menschen, die dafür brennen, Geschichten zu erzählen, Geschichten zu schreiben, werden das auch weiterhin tun, aber vielleicht manche von ihnen auf anderen Wegen.

Geschichten zu erzählen und zu hören ist ein menschliches Grundbedürfnis, weil wir auf diese Weise unsere Welt und unsere menschliche Existenz in einem geschützten Rahmen erforschen können. Und das wird eine KI niemals verstehen, denn diese Systeme wissen nicht aus eigener Erfahrung, was es heißt, ein Mensch zu sein. Stattdessen produzieren (oder halluzinieren, wie manche es nennen) sie gewissermaßen nur aneinandergereihte Buchstaben, die nach Wahrscheinlichkeiten berechnet werden.

Was dieses menschliche Grundbedürfnis betrifft, komme ich immer wieder gern auf ein Zitat von Alan Rickman zurück:
„It’s a human need to be told stories. The more we’re governed by idiots and have no control over our destinies, the more we need to tell stories to each other about who we are, why we are, where we come from, and what might be possible.“

Übersetzung: „Es ist ein menschliches Bedürfnis, Geschichten erzählt zu bekommen. Je mehr wir von Idioten regiert werden und keine Kontrolle über unser Schicksal haben, desto mehr müssen wir uns Geschichten darüber erzählen, wer wir sind, warum wir sind, woher wir kommen, und was möglich sein könnte.“

Was mich betrifft, ich ziehe mich aus mehreren Gründen aus dem Schreiben mit Gewinnabsicht ca. 2027 zurück und werde dann „nur“ noch hobbymäßig schreiben, z.B. Fanfictions (die schreibe ich auch jetzt schon immer mal zwischendurch). Ich würde eigentlich liebend gern weiter als Autor*in mit Veröffentlichungen tätig sein. Ich hatte mal gehofft, das bis ins hohe Alter tun zu können. Aber der hohe Aufwand rund um eine Veröffentlichung lohnt sich für mich schlichtweg nicht mehr, wenn ich mir meine Buchverkäufe ansehe. Außerdem finde ich das hobbymäßige Schreiben, z.B. von Fanfictions, im Vergleich zu den Buchveröffentlichungen wunderbar entspannt.

Fußnoten
(1) Instagram-Beitrag: „Farbschnitte und was das mit Kapitalismus und Produktionsbedingungen zu tun hat“ https://www.instagram.com/p/DPyred4jq_V/
(2) siehe z.B. „Wie KI-Bücher Amazon KDP überfluten und den Buchmarkt verändern“ von Patrick Meier https://buchmarkt.de/patrick-meier-amazon-ki/

Meine Pläne für 2026

(Lesezeit: 2 Minuten)
Update am 18.12. 2025 wegen einer Änderung
Ich stehe 2026 für Lektorate und/oder Sensitivity Readings zur Verfügung, aber bitte bei Interesse anfragen, ob ich im gewünschten Zeitraum Kapazitäten habe. So viel kann ich schon einschätzen: Im ersten Quartal des Jahres lege ich teilweise eine Pause ein, damit ich meine eigenen Buchprojekte weiter bearbeiten kann. Aber einzelne Kurzgeschichten kann ich in diesem Zeitraum für ein Lektorat und/oder Sensitivity Reading unterbringen.

Das unkommerzielle Buchprojekt „Stimmen aus der schwarzen Szene: Interviews mit Goths“ ist fertig und es war mir ein Fest!

Ich möchte Band 4 von „Hexen in Hamburg“ bearbeiten und veröffentlichen (anvisiert ist der 20. Juni, also kurz vor der Sommersonnenwende – die Geschichte beginnt mit einer Sommersonnenwendfeier.)

Außerdem möchte ich Band 5 der „Hexen in Hamburg“ schreiben (oder zumindest damit anfangen), die Veröffentlichung habe ich geplant für Oktober 2027, denn in der Geschichte sind Samhain und Halloween wichtig. Das ist der finale Band der Reihe. Er schließt auch gewissermaßen den paganen/Hexen-Jahreskreis, denn in Band 1 spielt die Wintersonnenwende eine Rolle.

2026 möchte ich auch meinen Fantasyroman weiter bearbeiten, der von einer Sekte handelt. Angesiedelt ist er übrigens in meiner Fantasywelt Vanfarin, die Handlung spielt einige Jahre nach „Vanfarin – Von Untoten und Totems“. Es handelt sich jedoch nicht um eine Fortsetzung und es geht auch um ganz andere Figuren.

Das sind übrigens die letzten eigenen Buchprojekte, die ich noch umsetzen möchte. Danach ist Schluss, stattdessen konzentriere ich mich auf Lektorate und Sensitivity Readings für andere Autor*innen. Außerdem werde ich wie bisher hobbymäßig Fanfictions und kostenlose Blogbeiträge schreiben, letzteres auch ein bisschen für aktivistische Themen, wie für den Diversity Dienstag – zumindest ist das mein Plan. Aber: meine bisher veröffentlichten Bücher werden weiterhin erhältlich sein, als E-Books und Prints (Mit einer Ausnahme: E-Books nicht mehr auf Amazon, die Gründe dafür habe ich vor kurzem hier beschrieben.)

Wie geht es hier weiter? – Pläne für meine schriftstellerische Tätigkeit

Ich habe zurückgeblickt auf meine schriftstellerische Tätigkeit, seit 2014. Mein Debütroman „Der Stern des Seth“ erschien 2015. Viel hat sich seit damals verändert, auch der Buchmarkt für Genreliteratur, u.a. durch BookTok, den Trends wie Romantasy und Dark Romance, der wachsenden Beliebtheit von Young Adult und New Adult und ich könnte hier noch viel mehr darüber schreiben, aber ich belasse es mal dabei.

Viele meiner Bücher waren und sind größtenteils eine Nische in der Nische der queeren Literatur, entsprechend ist meine Zielgruppe nie groß gewesen. Ich habe Versuche gemacht, mainstreamiger zu schreiben, aber auch das war nicht so erfolgreich wie erhofft.

Ich verdiene mittlerweile mit Lektoraten deutlich mehr als mit meinen Büchern und möchte mich mehr darauf konzentrieren. Hinzu kommt: Meine Motivation für neue Veröffentlichungen hat leider sehr gelitten. Einfach, weil es den ganzen Aufwand und die Zeit kaum noch lohnt, wenn ich mir meine Verkaufszahlen so ansehe.

Folgendes habe ich geplant:

Band 4 meiner Urban Fantasy Reihe „Hexen in Hamburg“ erscheint 2026. Hauptfigur ist diesmal der Student Fabian, der es mit einer sektenartigen Gruppe zu tun bekommt und mit seiner Mental Health kämpft (bipolare Störung). Ein genaues Veröffentlichungsdatum habe ich noch nicht.

Ebenfalls 2026 schreibe ich den fünften, letzten Band der Reihe, mit dem Goth Jannis als Hauptfigur. Ursprünglich hatte ich sechs Bände geplant, bin aber von diesem Plan abgekommen. In diesem finalen Band wird Samhain/Halloween eine wichtige Rolle spielen und ich möchte ihn 2027 veröffentlichen.

Außerdem habe ich noch einen High-Fantasy-Roman in meiner Fantasywelt Vanfarin, dieser handelt von einem jungen schwulen Mann, der in eine Sekte gerät und sich in ein Sektenmitglied verliebt. Wann dieser Roman erscheint, kann ich euch noch nicht sagen.

Ich habe also insgesamt noch drei Veröffentlichungen geplant.

Die Lust am Schreiben ist mir trotz allem geblieben, nur das ganze Drumherum einer Veröffentlichung finde ich zunehmend schwer. Was mache ich also stattdessen? Ich werde nach meinen letzten Veröffentlichungen nach Lust und Laune gratis Kurzgeschichten und (englischspr.) Fanfictions schreiben, zumindest ist das mein Plan. Also Schreiben als reines Hobby ohne Gewinnabsicht.

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an euch – fürs Liken, Kommentieren in Social Media, Feedback zu meinen Büchern, dass ihr Bücher von mir gekauft habt, für das Lesen meiner Blogbeiträge, Gespräche mit mir auf Veranstaltungen vor Ort und online, für eure Unterstützung und auch den Austausch unter Autorenkolleg*innen. Das weiß ich sehr zu schätzen und es bedeutet mir viel.

Anregungen zur Aktion „Buchmesse zu Hause“ für Autor*innen und Buchblogger*innen


Für Autor*innen und Buchblogger*innen, die nicht auf einer der großen Buchmessen sein können oder wollen.

Die Aktion dient dazu, dass sich Autor*innen, Leser*innen und Buchblogger*innen virtuell austauschen und die gemeinsame Liebe zu Büchern feiern können, auf eine angenehme und positive Weise. An diesem Wochenende ist entsprechend aus meiner Sicht weniger ein guter Zeitpunkt, um über alles Mögliche zu ranten/sich aufzuregen, was im Autor*innenleben oder auf dem Buchmarkt u.a. nicht „rund“ läuft. Diese Themen sind natürlich auch wichtig, aber kein Schwerpunkt dieser Aktion.

Für Autor*innen:
Nutzt im Zeitraum der jeweiligen Buchmesse den Hashtag #BuchmesseZuHause in Social Media
Anregungen:
Stellt euch vor
Stellt eure neuen oder alten Bücher vor
Berichtet über eure aktuellen oder zukünftigen Projekte
Stellt Fragen an eure Leserschaft
Was liebt ihr besonders an dem Genre/den Genres, das /die ihr schreibt?
Was ist das Besondere an eurem Buch/euren Büchern? Hat es ein Alleinstellungsmerkmal?
Was war die interessanteste, seltsamste oder lustigste Frage, die ihr mal bekommen habt, zum Beispiel in einem Interview oder auf einem Event?

Für Buchblogger*innen
Nutzt im Zeitraum der jeweiligen Buchmesse den Hashtag #BuchmesseZuHause in Social Media
Anregungen:
Stellt euch und euren Blog vor.
Welches Buch lest ihr gerade?
Welches hat euch zuletzt besonders gut gefallen?
Was ist das nächste Buch, das ihr lesen möchtet?
Habt ihr Lieblingsautorinnen? Und was gefällt euch besonders an ihren Büchern?
Was liebt ihr besonders an dem Genre/den Genres, das /die ihr lest?
Was ist etwas Besonderes an dem Buch, das ihr gerade lest?
Hand aufs Herz, wie hoch ist euer SuB (Stapel ungelesener Bücher), oder habt ihr aufgehört zu zählen?
Was war das interessanteste Erlebnis, das ihr mal im Zusammenhang mit einem Buch oder Autor*innen hattet?

Das sind nur einige Anregungen, die ihr verwenden könnt oder auch nicht. Ich wette, euch fällt noch viel mehr rund um Bücher ein, viel Spaß!