Auch bekannt als Cozy Krimi, seltener Wohlfühl-, Häkel- oder Kuschelkrimi genannt. Der Einfachheit halber bleibe ich bei der ersten Bezeichnung. Vor wenigen Jahren war sie auf dem deutschen Buchmarkt, auch in Buchhandlungen, so gut wie unbekannt. Dabei ist das z.B. im englischsprachigen Raum ein sehr beliebtes Subgenres des Krimis.
Das wohl prominenteste Beispiel sind die „Miss Marple“-Krimis von Agatha Christie – hier ermittelt eine ältere alleinstehende Dame mit scharfem Verstand, während die Polizei mit ihren Ermittlungen oft nicht so recht vorankommt.
Hier einige Merkmale von Cosy Krimis:
Die ermittelnden Personen sind weder Polizeibeamte noch Privatdetektive, stattdessen clevere Laien. Oftmals werden diese entweder selbst in ein Verbrechen verwickelt, sie kannten das Opfer oder haben andere triftige Gründe, auf eigene Faust zu ermitteln. Teilweise funken sie dabei der ermittelnden Polizei dazwischen, es kann auch zu einer Art Feindschaft mit dieser kommen, oder aber die Figuren arbeiten mit der Polizei oder einem Privatdetektiv quasi zusammen.
Häufig, nicht immer, bieten Cosy Krimis skurrile Figuren und reichlich Humor, teilweise auch schwarzen Humor.
Nicht immer steht ein Mordfall im Mittelpunkt der Handlung, auch andere Verbrechen können zum Tragen kommen, z.B. Erpressung, Entführungen, Betrug, Raub … Ein Beispiel dafür ist meine Novelle „Die mysteriösen Fälle der Miss Murray: Kunstraub in Kensington“.
Cosy Krimis sind meistens weniger blutig und gewaltvoll als klassische Krimis und Thriller. Oft werden in ihnen hier und da gemütliche Szenen beschrieben, z.B. Besuche in einem Café, gemeinsames Tee- oder Kaffeetrinken, Spaziergänge in schönen Landschaften, angenehme Urlaubs-Settings oder ähnliches.
Manchmal werden Cosy Krimis mit Regionalkrimis in einen Topf geworfen, das ist aber nicht zwingend dasselbe.
Teilweise gibt es Überschneidungen in der Phantastik, z.B. Urban Fantasy, in der übernatürliche Figuren ermitteln, oder Menschen übernatürliche Fälle untersuchen.
(Lesezeit: ca. 3 min) Ich schreibe mehrere Genres, alle mit dem Pseudonym „Amalia Zeichnerin“, und ja, mir ist bewusst, dass das verwirrend sein kann für Leute, die bevorzugt ein einzelnes Genre lesen. Ihr seid bei mir richtig, wenn ihr eines oder mehrere dieser Genres mögt: – Phantastik (z. B. Urban Fantasy und High Fantasy) – Queer Romance – viktorianische Cosy Krimis
Für Queers, Allys and Friends In vielen meiner Bücher gibt es queere Hauptfiguren, mit oder ohne queeren Romanzen. In mehreren meiner Bücher gibt es Spice, aber nicht in allen. Hinweise dazu gibt es auf der Seite „Inhaltswarnungen zu meinen Büchern“ auf meiner Webseite.
Ich habe relativ oft MM Romance geschrieben, aber auch andere Formen von Queerness, z. B. eine Sapphic Romance als Nebenhandlung in meiner Reihe „Die mysteriösen Fälle der Miss Murray“ (Die Hauptfigur ist trans und lesbisch). In „Regency Park“ ist eine der Hauptfiguren eine nichtbinäre Person mit dem Pronomen sier/siem.
19. Jahrhundert Ich habe ein Faible für das 19. Jahrhundert, insbesondere die Regency-Zeit und die viktorianische Ära. Über beides habe ich viel recherchiert. 17 meiner Bücher sind im 19. Jahrhundert angesiedelt, vor allem in England. Darunter viktorianische Cosy Krimis, eine vierteilige Urban-Fantasy-Buchreihe („Berlingtons Geisterjäger“), eine Gothic Novelle und zwei historische queere Romances. Diese Bücher findet ihr bei meinem Veröffentlichungen unter „Historisches“ und bei „Phantastik“.
Wohlfühleskapismus In mehreren meiner Bücher gibt es eher wenig „Drama“. Konflikte kommen meistens eher von außen, nicht so sehr innerhalb von Beziehungen oder Freundschaften. Ich neige auch dazu, meistens freundliche „Comfort characters“ zu schreiben. Wenn ihr beim Lesen gern auf eine emotionale Achterbahnfahrt gehen wollt und hochdramatische Entwicklungen liebt, seid ihr bei mir eher falsch. Stattdessen geht es bei mir meistens eher cozy zu – Lesestoff zum Abschalten und Entspannen.
Mental Health Repräsentation In einigen meiner Bücher habe ich langjährige eigene Erfahrungen mit psychischen Erkrankungen einfließen lassen: Depressionen (in den Romanen „Die Rolle seines Lebens“ und „An seiner Seite“), die bipolare Störung (früher bekannt als manisch-depressive Erkrankung, im Roman „Hexen in Hamburg: Vergoldet“) und Sozialphobie (soziale Ängste, in den Romanen „Hexen in Hamburg: Verliebt“ und „Francis und das Gasthaus der Geister“).
Repräsentation moderner, paganer Hexen Fantasy-Hexen mit spektakulären Fähigkeiten (z. B. Telekinese) gibt es viele, aber moderne Hexen und wie sie Magie wirken und erleben, das wird selten in der Belletristik repräsentiert. In meiner Buchreihe „Hexen in Hamburg“ geht es um moderne, pagane Hexen und deren Verhältnis zur Magie, wenn sie rätselhafte, magische Fälle lösen. Aber auch hier kommt die Fantasy nicht zu kurz, denn auf Astralreisen begegnen diese Hexen übernatürlichen Wesen.
Was es bei mir nicht gibt … Wenn ich toxische Beziehungen schreibe, was eher selten vorkommt, dann romantisiere ich diese nicht. Stattdessen muss die Täterperson mit ernsthaften Konsequenzen rechnen. Toxische Beziehungen gibt es in meinen Büchern „Berlingtons Geisterjäger 1 – Anderswelt“ und der Gothic Novelle „Geisterhaft“. Ich empfehle, auch die Inhaltswarnungen dazu zu lesen. Egal, wie dramatisch oder gefährlich die Handlung sein mag, am Ende gibt es bei mir ein Happy End. Außerdem bediene ich nicht das Trope „Bury your gays/queers“ – also, dass ausschließlich queere Figuren sterben, während die heterosexuellen alle überleben.
Ich habe schon mal einen Blogbeitrag über die Romantisierung von toxischen Beziehungen geschrieben (1), aber ich habe noch einige weitere Gedanken zu diesem Thema.
Ich schreibe hier zur Vereinfachung von (hetero, cis) Männern und (hetero, cis) Frauen. Ich gehe davon aus, dass es in manchen Geschichten auch queere toxische Beziehungen gibt, die romantisiert werden, das ist aber nicht der Schwerpunkt dieses Beitrag.
Die Romantisierung von toxischen (heterosexuellen) Beziehungen spielt dem Patriarchat direkt in die Hände, aus folgenden Gründen:
In althergebrachten patriarchalen Strukturen streben Männer nach Einflussnahme und Macht. Sie haben kein Interesse daran, eine gleichberechtigte Beziehung mit einer Frau einzugehen, stattdessen wollen sie die Frau zunächst erobern und dann kontrollieren. Konsens ist sexy? Nicht mit patriarchal geprägten Männern, die pfeifen auf Konsens. Oder aber, wenn die Frau einmal eingewilligt hat, wird ein späteres Nein nicht mehr akzeptiert. (2)
Der patriarchal geprägte Mann ist außerdem der Ansicht, dass seine Partnerin sein Besitz ist. Das ist auch einer der Gründe dafür, dass es so viele Femizide gibt. Wer eine Person als persönlichen Besitz betrachtet, wird auch denken, dass er mit ihr machen kann, was immer er will – im Extremfall auch Mord.
Ein weiterer Punkt: Patriarchal geprägte Männer haben üblicherweise das Rollenbild des „starken Mannes“, der seine Partnerin beschützen will. Das mag nobel klingen, aber vielleicht braucht oder will seine Frau oder Freundin gar nicht seinen Schutz, sondern kann sich im Zweifelsfall selbst verteidigen, bzw. will auf eigenen Füßen stehen?
Patriarchal geprägten Männern wird schon als Kind vermittelt, dass sie keine „weichen“, „weiblichen“ Gefühle haben dürfen, nicht darüber sprechen dürfen, bzw. solche Gefühle verdrängen sollten. Was dagegen erlaubt ist: Selbstbewusstsein, Durchsetzungskraft, Ärger, Wut und Aggression. Entsprechend können solche Männer kaum oder gar nicht über viele ihrer Gefühle reden, auch nicht mit ihren Frauen.
Sie sind emotional nicht verfügbar, aber genau das ist für eine romantische Beziehung sehr wichtig (wie auch für die meisten anderen Beziehungen, z.B. Freundschaften und Eltern-Kind-Beziehungen).
Vielen Männern wird außerdem beigebracht, dass sie ihre Probleme alle allein lösen müssen, weil sie doch „starke, unabhängige Männer“ seien. Entsprechend fressen viele Männer auch ihre psychischen Probleme in sich hinein, anstatt sich professionelle Hilfe zu suchen – denn letzteres würde ja bedeuten, sie seien verweichlicht. Schauen wir mal in die Fiktion: Wenn ein traumatisierter oder psychisch kranker Protagonist eine Beziehung eingeht, ohne an seinen psychischen Problemen je gearbeitet zu haben … das kann nicht gutgehen. Klar, eine traumatische Kindheit oder eine psychische Erkrankung mag erklären, warum der Protagonist sich gegenüber der Protagonistin (oder gegenüber anderen Figuren) wie ein Arschloch verhält. Aber das sollte nicht als Entschuldigung für fürchterliches Verhalten dienen.
Die Incels lassen grüßen: Manche Männer glauben nicht nur, dass ihnen quasi die Welt gehört, sondern auch, dass sie einen Anspruch auf eine romantische Beziehung und/oder Sex haben. Dass zu einer Beziehung aber auch Beziehungsarbeit gehört, ist ihnen entweder nicht bewusst, oder sie verdrängen es. Und dann sind sie verwundert oder regen sich darüber auf, wenn keine Frau eine Beziehung mit ihnen eingehen (oder in selbiger bleiben) will. Außerdem geben solche Männer häufig Frauen die Schuld daran, dass sie (die Männer) allein bleiben, anstatt vor der eigenen Tür zu kehren.
Einige oder mehrere dieser Motive finden sich oft in Büchern, die toxische Beziehungen romantisieren. Anstatt aufzuzeigen, wie toxisch solche Verhaltensweisen, Ansichten und Anspruchshaltungen sind, wird das alles mit rosaroter Brille von den Protagonistinnen verklärt oder abgetan mit einem „So sind Männer nun mal“. Oft wird auch alles damit erklärt, wie sehr der Mann die Frau liebt (selbst, wenn das obsessive, also ungesunde Züge annimmt).
Toxische Maskulinität ist alles andere als romantisch, wird aber ebenfalls zu häufig in Bücher als etwas Bewundernswertes dargestellt:
Der Protagonist löst Konflikte ausschließlich mit verbaler oder physischer Gewalt, etwas anderes hat er nie gelernt. Er kontrolliert seine Partnerin auf Schritt und Tritt und dominiert sie, egal ob ihr das gefällt oder nicht. Er will eigentlich keine Partnerin, sondern vor allem einen Mutterersatz, der ihn versorgt. Er behandelt Frauen wie Menschen zweiter Klasse. Er hört nur auf andere Männer. Er mansplaint gern. Er kann es nicht ertragen, wenn eine Frau erfolgreicher oder beliebter ist als er. Seine eigenen Ansichten und Gefühle zählen immer mehr als die seiner Frau/Freundin. Fürsorglichkeit betrachtet er als Schwäche oder als etwas typisch „weibliches“ und ist deshalb nicht fürsorglich. Er kommt mit Kompromissen in der Beziehung nicht zurecht. Einige Männer wollen außerdem immer im Mittelpunkt stehen und können es nicht ertragen, wenn jemand anderes mal im Rampenlicht steht – schon gar nicht eine Frau.
Es gibt viele Leute, auch gerade Frauen, die sich für die Romantisierung toxischer Beziehungen in Büchern (oder auch Filmen/Serien) aussprechen. Manche sagen, dass sei ja alles nur Fantasie und hätte nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Oder dass es ihren eigenen, dunklen Fantasien entspräche (Grape-Fantasien sind ein Ding). Aber muss man wirklich jede dunkle Fantasie, jede düstere Idee einem großen Mainstream-Publikum zugänglich machen? Zumal solche Bücher keine FSK haben und oft auch von Minderjährigen gelesen werden, obwohl diese Geschichten für sie nicht geeignet sind.
Und muss man dann auch noch dem Patriarchat den Steigbügel halten, indem man alle diese patriarchalen Mechanismen schützt und weiter bedient? Das ist eine rethorische Frage. Bitte, Schluss mit „Männer sind halt so.“ Es ist Zeit, dass sich etwas ändert. Ich persönlich wäre mehr als froh, wenn dieser Trend, gewaltvolle, toxische Beziehungen zu romantisieren, endlich ein Ende findet, denn es gibt ihn schon viel zu lange.